Es ist: 03-08-2020, 13:25
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SW 2: Grenzsteine (Adsartha)
Beitrag #6 |

RE: SW 2: Grenzsteine
Hallo,

nun denn, auf zu der nächsten Wettbewerbsgeschichte, die auch kommentiert werden möchte. Ich bin gespannt, was genau die

Blass hing der Nebel über dem Waldboden, umfloss wie etwas Lebendiges Wurzeln und Unterwuchs, so dass es schien, als wäre die gesamte Umgebung in dampfendes Silber getaucht.
=> "wie etwas Lebendiges" klingt unschön, obwohl der Gedanken, bzw. die Idee in jedem Fall etwas für sich hat.
- sodass

Trotz der darin ruhenden Faszination verursachte der Anblick Melchiah eine Gänsehaut, und er begann unbehaglich von einem Fuß auf den anderen zu tänzeln, wobei er seine Augen unruhig hin- und herwandern ließ.
=> hmmm, .. der Fuß hin und her und die Augen auch. Irgendwie hätte da etwas unterschiedliches besser Abwechslung gebracht.
- kein Komma vor und

Hatte sich da nicht gerade etwas bewegt? Und warum war es mit einem Mal so still?
=> Würde sich als Gedanken formuliert bestimmt ein wenig besser anhören.
Hatte sich da gerade etwas bewegt? Und warum ist es mit einem Mal so still?

„Meister Turêl“, rief er leise über seine Schulter, und als er keine Antwort erhielt, noch einmal drängender: „Meister Turêl!“
=> Ach, er hat einen Meister, ...
- kein Komma vor und

Nichts rührte sich, so dass ihm schließlich nichts anderes übrig blieb, als selber in das dichte Strauchwerk zu klettern, in dem sein Meister vor einer gefühlten Ewigkeit verschwunden war, um die dahinter befindliche Vegetation zu 'examinieren'.
=> Ein schöner, langer Satz.
- sodass

„Melchiah“, begrüßte ihn kurz darauf sein Meister mit einem missbilligen Stirnrunzeln, als er ungelenk aus dem Gebüsch brach.
=> kurz darauf hört sich irgendwie merkwürdig an. So, als würde wirklich Zeit vergehen. Ich finde, dass könnte man getrost streichen.

In der knochigen Hand ruhte eine seltsam anmutende Blume, die einer Haarbürste glich, aber in einem unwirklichen roten Lichte schwach vor sich hinglomm.
=> Lichte?

verschwunden“, versuchte sich Melchiah zu rechtfertigen, doch sein Meister beachtete ihn nicht weiter, drückte ihm nur den Beutel mit den Büchern in die Hände, und schlüpfte durch die Hecke in genau die Richtung aus der er selbst gerade gekommen war.
=> Kein Komma vor und.

„Mensch“, hörte er die Elbin in diesem Moment erwidern und war erstaunt, wie stolz, zurechtweisend und weich deren Stimme in nur einem Wort klingen konnte. Er schaute auf, „dies ist Gothúi gwedh Talath, das Land der Nebelwälder – seit Hunderten von Jahren die Heimat der Dae'Ran. Welch Belang führt Euch und Euresgleichen in unsere Wälder?“
=> schön ist Athalem hier eingebaut. Icon_smile

Die Elbin hob fragend eine ihrer fein geschwungenen Augenbrauen, was Meister Turêl dazu veranlasste, kurz die neuen Machtverhältnisse im Süden Athalems zu erläutern. Er war gerade dabei über die Neugründung Kohn'kans zu berichten, da hob die Elbin ihre Hand und gebot ihm, inne zuhalten.
=> Hier auch, gefällt mir gut.

war alles, was er noch hörte, dann war die blau schimmernde Gestalt auch schon verschwunden und blieb es auch, egal wie sehr sich auch bemühte, sie in dem dampfenden Unterholz auszumachen.
=> unnötige Doppelungen.

Ihre Augen glühten in einem düsteren Blau, ihre Fingernägel waren so lang wie der Eckzahn eines ausgewachsenen Orks und ihre Stimmen so schrill wie der Paarungsschrei eines Kressels.“
=> Kressels?

Und dann sah auch Atsuko was ihn und mittlerweile alle anderen ihres Manipels zum Innehalten veranlasst hatte: Leichen – gleich sechzehn davon.
=> man sieht hin und weiß im nächsten Moment gleich wie viele es sind?

Sie hingen, an Hand- und Fußgelenken gebunden, an den Bäumen, und das wohl schon eine ganze Weile, wie das dunkle Blut auf ihrer Kleidung, der grünliche Ton ihrer Haut und die ausgefressenen Höhlen ihrer Augen verrieten.
=> grünlicher Ton ihrer Haut? Okay. Ausgefressenen Augenhöhlen? Joar, warum nicht. Aber dunkle Blut? Wenn Blut trocknet, ist es dunkel und es trocknet ziemlich schnell, dass sagt also nichts über die Dauer der "Weile" an und passt deshalb in dem Zusammenhang nicht.

„Jemand hat ihnen die Kehle durchgeschnitten. Der Menge an Blut nach zu urteilen, war das sogar die Todesursache. Arme Schweine!“
=> könnte aus einem CSI - Filmchen stammen. Klingt ein wenig zu modern. Und überhaupt, wenn man jemanden die Kehle durchschneidet, stirbt er. Da führt kein Weg daran vorbei. Und warum sollte man jemand die Kehle durchschneiden, wenn er schon Tod ist? Von daher, ist der mittlere Satz unnötig.

Als Raita nicht weitersprach wandte sich Atsuko verwundert um, nur um sofort darauf entsetzt zurückzuweichen. In Silber gegossener Tod ragte aus Raitas Kehle, raubte ihm die Luft zu atmen, so dass er mit einem entsetzlichen Gurgeln auf den Lippen zusammenbrach.
=> in Silber gegossener Tod? - Eine Klinge? Aus Silber?
- ... atmen, so, dass ... - oder - ... atmen, sodass er ...

Atsuko verfolgte es wie versteinert, und erst Dumahs Hand an seinem Arm, heftig schüttelnd, durchbrach seine Erstarrung, brachte den um ihn herum aufgewallten Lärm in sein Bewusstsein.
=> ein wenig viele Kommas, bzw. Nebensätze ...
- vor dem "und" gehört kein Komma.

Atsuko zählte nicht, wie oft er fiel, ebensowenig wie er den Schmerz in Gesicht, Händen und Knien fühlte.
=> Schmerz zählen?

Zu seiner Linken sah er Brachàn zu Boden gehen. Ein dumpfes Aufstöhnen, das Bersten von Zweigen, dann war von dem ruhigen Mann aus Gandal'har nichts mehr zu sehen.
=> das liest sich schön flüssig und bildlich. Find ich schön. Icon_smile

Atsuko fluchte im Stillen, fluchte auf seinen Vater, der ihn zur Armee geschickt hatte, fluchte auf seinen unfähigen Kommandanten, weil dieser die Falle nicht vorausgesehen hatte, und letztendlich fluchte er auf sich selber und darauf, dass er sich so oft vor dem Training gedrückt hatte.
=> Finde ich gut, die Flucherei. Aber wieso "auf" und nicht "über"?

Das der surrende Reigen der Pfeile bereits vor einer ganzen Weile verstummt war, registrierte er nicht, ebenso wenig wie den einen, dunkelrot gefiederten, der an seinem Kopf vorbei gejagt war, nun abgebrochen aus Dumahs Rückenpanzer stak und diesen nicht allzu bald darauf zum taumeln bringen würde – er starb wie er geboren worden war, auf einer blühenden Sommerwiese, in den Armen eines Menschen, der voller Liebe zu ihm herabschaute.
=> viel zu langer Satz.

So und das war es auch schon mit meinen Anmerkungen. Wie man merkt, konnte ich mich streckenweise für deinen Stil, bzw. für das Handwerk nicht ganz so begeistern. Trotzdem: Die Atmosphäre kommt klar und gut an, es sind viele Details vorhanden (darunter die Ausarbeitung der Lage, sehr passend klingende Namen, etc.) und im Grunde liest es sich eigentlich, trotz mancher Stolpersteine recht flott.
Wirklich super gut gefallen hat mir jedoch das Thema, die Dae'Ran. Ich finde es toll, mehr über diese Elben lesen zu können und auch darüber, wie sie es geschafft haben, die kleine bewaldete Halbinsel für sich einzunehmen und die Menschen davon abzuhalten, sie in den vielen Jahren danach zu betreten. Und deine Geschichte passt dazu. Es wird gut erklärt und ist nachvollziehbar, dass dieser Teil des Landes nicht mehr weiter von Interesse war.
Gegen die Einteilung habe ich ansonst nichts einzuwenden. Fand ich ganz okay, wie du das angegangen bist.

Fazit also für mich: Handwerklich nicht ganz mein Fall, dafür inhaltlich und atmosphärisch überzeugend. Icon_smile

Liebe Grüße,
Sternchen

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
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SW 2: Grenzsteine (Adsartha) - von Sternchen - 26-04-2009, 17:04
RE: SW 2: Grenzsteine - von Der Weltenwanderer - 29-04-2009, 19:41
RE: SW 2: Grenzsteine - von LadydesBlauenMondes - 03-05-2009, 13:56
RE: SW 2: Grenzsteine - von Nuriel - 06-05-2009, 10:23
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RE: SW 2: Grenzsteine (Adsartha) - von Adsartha - 11-08-2009, 12:03

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