Es ist: 25-11-2020, 04:00
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VI 05: fehlgeplant
Beitrag #1 |

VI 05: fehlgeplant
Fuer die beiden lyrikbegeisterten Mira und Libertine, die sich immer so viel Muehe geben.


fehlgeplant

Was fuer ein graukaltes Schlaraffenland,
wo Villen nicht stillzustehen vermoegen,
die Denkmaeler vergangener Zeiten broeckeln
und das Leben auf die Menschen stuerzt.

Haetten wir doch nur ab und an die Zeit angehalten,
die Angst vor dem Stillstand vom Trampolin geschuppst,
dann waeren wir jetzt auf dem Ruecken des Wals
und nicht in seinem Schlund,
der so duesterschwarz auf uns herniederfaehrt
wie der Schatten des Falken.

...



PS: Eigentlich wollte ich mir die Zeilen nur rauskopieren, aber dann hat es mich irgendwie gepackt.
Ist zwar eher nicht so mein Stil, es gefaellt mir trotzdem irgendwie.
Ich bin gespannt auf die Kritiken, Icon_smile

PPS: Mein erstes Gedicht in dieser RubrikIcon_jump

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #2 |

RE: VI 05: fehlgeplant
Hallo Adsartha,
Die Zeit anhalten nützt nichts,
sie sinnvoll nutzen, ist besser.

Gut geschrieben, gut zu lesen.
Weshalb hast Du hinter fehlgeplant kein "Fragezeichen" oder "Ausrufezeichen" gesetzt ? Möchtest Du Dich nicht possitionieren?

Das Einzige was mir nicht gefällt
ist die Verwendung von ae,oe,ue. für ä,ö,ü. Warum , würde mich interessieren?

Grüße in den jungen Tag schickt der Sommerwind.


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Beitrag #3 |

RE: VI 05: fehlgeplant
Hallo Sommerwind,
danke fuer deine positive Kritik.
Der komplette Stillstand ist natuerlich nicht wuenschenswert, doch in meinen Augen hetzen wir (Menschen) im Kleinen und im Grossen oft durch unser Leben/ unsere Welt, anstatt uns etwas Zeit zu nehmen, zu geniessen, was wir gerade haben. Sei es auch nur die Sonne nach drei Tagen Regen oder eine frische Brise, die Herbstlaub vor sich hertreibt. Auf diese kleinen Momente bezieht sich das Innehalten.
Einfach eine Aufforderung, das Leben und die Menschen um uns herum etwas mehr zu wertzuschaetzen.

Nun zu deinen Fragen:
1. Das "fehlgeplant" steht ohne Satzzeichen, weil es zum einen an sich schon ein sehr starkes Wort ist und zum anderen etwas in der Luft haengen soll.
2. Ich schreibe im Moment nur auf englischen Tastaturen, habe von daher keine Umlaute zur Verfuegung. Manchmal kopiere ich diese dann rein. Hier habe ich aber nicht dran gedacht, und ich bin es im Moment auch so gewoehnt, dass es mich icht mehr stoert.

LG
Adsartha

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #4 |

RE: VI 05: fehlgeplant
Hallo Adsartha,
bei mir wird´ s eine Ecke kritischer. Mir fehlen da an manchen Stellen die richtigen Ausdrücke und das Versmaß ist mir entschieden zu lang, für ein Gedicht.

Zitat:Graukaltes Schlaraffenland?
Hm! Was soll mir das sagen?
Zitat:Wo Villen nicht stillzustehen vermögen?

Aber die stehen doch in der Regel still; es sei denn, es sind holländische Hausboote - falls es die in Villenform gibt.
Zitat:und das Leben auf die Menschen stürzt?

Ist das Leben ein Untier oder sowas?

Zitat:Die Angst vor dem Stillstand vom Trampolin geschubst?
warum ist der Stillstand ausgerechnet auf einem Trampolin zu finden; dem Innbegriff von Bewegung?
Zitat:und nicht in seinem Schlund, der so duesterschwarz auf uns herniederfaehrt wie der Schatten des Falken?

Falsche Metapher: Ein Schlund ist nicht mit dem Schatten eines niederstürzenden Falkens vergleichbar; eher mit einer dunklen Höhle oder dergleichen.

Wenn man das Versmaß etwas knapper gestaltet, könnte (muß nicht) die erste Strophe so aussehen (ich lasse deine Ausdrücke mal so stehen):

Graukaltes Schlaraffenland,
wo Villen nicht still steh´n,
wo Denkmäler zerbröckeln,
wo das Leben auf die
Menschen niederstürzt.

Ich hoffe, du kannst etwas damit anfangen.
In diesem Sinne: Herzlichen Gruß, Sigurd.


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Beitrag #5 |

RE: VI 05: fehlgeplant
Hallo Sigurd,
deine Kritik an meinem Versmass mal beiseite muss ich leider sagen, dass du den Inhalt meines Gedichtes anscheinend nicht verstanden hast. (Passiert mir auch oft genug, von daher nicht schlimm. Icon_wink
Es ist eine Kritik an unserer Welt, unserer Lebensweise.

Zitat:Graukaltes Schlaraffenland?
Hm! Was soll mir das sagen?
-- Das es ein Schlaraffenland ist, das nur oberflaechlich den Schein des Perfekten aufweist. So wie unsere westliche Kultur zum Beispiel.

Zitat:Wo Villen nicht stillzustehen vermögen?
Aber die stehen doch in der Regel still; es sei denn, es sind holländische Hausboote - falls es die in Villenform gibt.

-- Normalerweise stehen Villen still, doch hier ist anscheinend etwas passiert, das dies aendert. Vielleicht ein Krieg? Ein Erdbeben? Vielleicht geht es aber auch nur bildlich darum, das feste Werte ins Schwanken geraten, Dinge, auf die wir vertraut haben, sich unter unseren Fingern aufloesen.

Zitat:und das Leben auf die Menschen stürzt?
Ist das Leben ein Untier oder sowas?

-- Warum nicht? Hast du das noch nie erlebt, dass einfach alles zu viel wird? Das Leben kann schon ganz fies sein.

Zitat:Die Angst vor dem Stillstand vom Trampolin geschubst?
warum ist der Stillstand ausgerechnet auf einem Trampolin zu finden; dem Innbegriff von Bewegung?
-- Hm, gute Frage. Vielelicht weil es so die VI Zeile wollte? Oder, weil die Angst vor dem Stillstand in jedem von uns schlummert und was sind wir mehr als Trampoline, die im Laufe des Lebens hin und her schwingen? Icon_wink
Ein bisschen muss man sich schon darauf einlassen.

Zitat:und nicht in seinem Schlund, der so duesterschwarz auf uns herniederfaehrt wie der Schatten des Falken?

Falsche Metapher: Ein Schlund ist nicht mit dem Schatten eines niederstürzenden Falkens vergleichbar; eher mit einer dunklen Höhle oder dergleichen.
-- Das waere aber normal und nichts neues. Langweilig. Hier geht es zudem um die Geschwindigkeit und Endgueltigkeit. Wenn das Kaninchen den Schatten sieht, ist es schon zu spaet.
Falsche Metaphern gibt es uebrigens in meinen Augen nicht. Icon_wink
Komische vielleicht, ungewoehnliche sicherlich, aber falsche? Wer will das entscheiden. Metaphern sind schliesslich Kunstprodukte des Geistes.

Zitat:Graukaltes Schlaraffenland,
wo Villen nicht still steh´n,
wo Denkmäler zerbröckeln,
wo das Leben auf die
Menschen niederstürzt.

So geht es natuerlich auch, aber das verkuerzt nicht nur das Gedicht, sondern auch die Aussage. Die Villen VERMOEGEN nicht mehr Stillzustehen, zudem hast du alle Bilder herausgekuerzt.
So liest sich vielleicht besser, weil knapper, aber in meinen Augen nicht schoener, da langweiliger.
Du hast ja das ganze Werk umgebaut. O.o
Fuer mich hat das ganze Gedicht einen singenden Beiklang. Fast wie eine kleine Ballade.
Zudem ist fuer mich der Inhalt eines Gedichtes wichtiger als jedes Metrum. Von daher Danke ich dir fuer deine Bemuehungen und Zeit, kann aber leider nichts mit deinen Anmerkungen anfangen. So leid es mir tut.

LG
Adsartha

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
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Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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