Es ist: 09-12-2022, 15:57
Es ist: 09-12-2022, 15:57 Hallo, Gast! (Registrieren)


Bauernopfer
Beitrag #2 |

RE: Bauernopfer
Hallo Weltenwanderer,

da bin ich fast durch mit deiner Geschichte und dann stellst du eine neue Version ein. Da ich jetzt aber auch nicht alles wegwerfen will, behalte ich einfach meinen Anfang bei und ergänze den Schluss, vielleicht hilft es ja trotzdem was und wenn nicht, Bescheid sagen und ich knöpfe mir auch noch mal den Anfang vor. Icon_wink

Also, los geht´s:

Zitat:Der breite Lichtkegel fiel auf Metall, das es auf abartige Weise nur widerwillig reflektierte
Metall kann nicht von Licht reflektiert werden, so hört es sich hier aber an. Besser wäre also vermutlich:
Der breite Lichtkegel fiel auf Metall, von dem er auf abartige Weise nur widerwillig reflektiert wurde.

Zitat:Dann stemmte er sich ächzend in die Höhe, während es in seinem Rücken schmerzhaft knackte. Wieder eine Nacht auf den Schriftstücken liegend verbracht, statt im Bett. Selbst der hölzerne Fußboden erschien ihm nun himmlisch.
Hmm, irgendwie fehlt mir der Zusammenhang mit dem OBden, hört sich jetzt fast so an, dass er doch auf dem Fußbden geschlafen hat.
Vielleicht so?:
Wieder eine Nacht auf den Schriftstücken liegend verbracht, statt im Bett. Selbst der hölzerne Fußboden erschien ihm nun eine bessere Alternative zum Schlafen.

Zitat:Eng beschrieben mit einer krakeligen Handschrift. Seiner Handschrift.
Dass es seine Handschrift ist, würde ich nciht extra betonen, ist eigentlich logisch, von daher würde ich beide Sätze zusammenfassen.

Zitat:Verärgert humpelte er zum Fenster
Hm, mit Humpeln verbinde ich Schmerzen/eine Verletzung im Bein, aber ihm tut der Rücken weh. Vielleicht sowas wie schlurfte gekrümmt zum Fenster?
Das Humpeln will halt hier nicht für mich passen, weiß jetzt aber auch nicht wie ich es formulieren würde.

Zitat:„Nein ganz und gar nicht! Ich war nur sehr vertieft in meine Forschungen, ihr versteht?“
Das hätte niemals passieren dürfen! Nervosität begann ihm die Kehle zu zuschnüren. Beruhig dich, Arkis, beruhig dich!
Hier verstehe ich nicht, was der zweite Satz aussagen soll. Meinst du damit, dass der Baron niemals einfach so sein Haus betreten dürfen? Dann sollte es du auch irgendwie mehr in diese Richtung umschreiben, finde ich.

Zitat:Vermutlich hatte der Baron genauso vor seinem Fürst gestanden, wie jetzt Arkis vor ihm, aber der Magister zog nur wenig Trost aus dieser Vorstellung. Er durfte nicht überflügelt werden! Dies war seine Lebensaufgabe, sein Lebenswerk, sein Traum! Aber dabei ging es weniger um Meir.
„Sagt, wart ihr schon bei Tymian? Er -“ Wütend fuhr der Baron auf und sein zorngerötetes Gesicht verdunkelte Arkis Gesichtsfeld.
„Habt ihr mich nicht verstanden? Ich will einen Bericht!“
Der Druck auf seine Kehle nahm weiter zu, weitete sich auch auf seinen Brustkorb aus. Warum nur, musste er von solchen bonierten Gestalten abhängen?
Hier solltest du deutlicher machen, wer gerade spricht, im Nachhinein erschließt sich das zwar, aber gerade beim letzten Satz, fragt man sich zuerst, warum der Druck auf die Kehle des Barons sich verstärken sollte, anstatt "seine" "Arkis" würde das Problem aber schon lösen.

Zitat:Irgendwo hinter ihnen ertönte wieder das unmenschliche Kreischen, fast zu hoch, um es mit menschlichen Ohren zu hören.
Ich würde hier "mit menschlichen Ohren" streichen, dass erschließt sich schon dadurch, dass du bisher nicht erwähnst, dass sie einem anderen Volk angehören. Außerdem vermeidest du dann die Dopplung mit unmenschlich und mit dem menschlich etwas später.

Zitat:„Ich weiß es nicht!“, brüllte Garuda. „Ich kann nur noch drei der Männer sehen.“
Ich würde den zweiten Satz anders formulieren, schließlich ist sie in Panik und läuft weg, da wird sie kaum so ordentlich bedacht formulieren.
Warum nicht einfach: Ich glaube drei. ?

Zitat:Feucht von Blut. Blut das ihr auch die gesamte linke Gesichtshälfte hinabrann. Doch trotz allem umklammerte Arkis noch immer die versiegelte Schriftrolle aus einem seltsam warmen Leder.
Hier war ich kurz verwirrt. Denn für mich bezieht sich das "doch trotz allem" auf den Satz vorher, aber in dem ging es ja um Garuda und nicht um Arkis. Irgendwie finde ich da dann halt den Bezug falsch, auf den vorherigen Satz.
Ich würde einfach "doch trotz allem" einfach streichen und mit Arkis anfangen.

Zitat:Er hatte das Gold des Fürsten wahrhaft gewinnbringend angelegt.
Ich würde "gewinnbringend" gegen "gut" tauschen, sonst könnte man meinen er verdient mit der Schmiede Geld.

Zitat:Durch die Ritzen vernagelter Fenster, direkt unter der Decke, sickerte staubiges Licht.
Hmm, Kellerfenster mögen für mich nicht so recht passen. Schließlich gab es die ja auch in der realen Welt recht spät. Für sowas braucht es schon einen anderen Baustoff, als den den es in Athalem geben dürfte. Oder meinst du Maueröffnungen die mit Gittern versehen sind und gar keine richtigen Fenster?
Ansonsten gab es ja auch immer von außen einen Zugang zum Keller.

Zitat:Währenddessen näherte sich der Baron dem Schuppen
Ich würde hier bei Verschlag bleiben oder Verhau. Ein Schuppen ist für einen Keller dann doch zu groß und es wäre merkwürdig einen im Keller zu haben.

Zitat: wenn sie so etwas tun konnten, wer sollte sie dann aufhalten? Sie würden wiederkommen, aber der Fürst dachte nur an seinen politischen Vorteil. Es mussten Opfer gebracht werden! Opfer für das Gemeinwohl!
Ok, das ist glaube ich der einzige wirkliche Kritikpunkt, den ich habe. Du wiederholst für mich zu oft, dass "sie" kommen. Etwas weniger wäre es noch bedrohlich, aber in der Häufigkeit, wie es jetzt in dem Text ist, ist es einfach zuviel und zerstört die Wirkung. Bei mir ist es eher so, dass ich das Gefühl habe, du möchtest mir mit dem Holzhammer einbläuen, dass da etwas ganz Gefährliches ist und dadurch verliert es den Bedrohungscharakter gerade. Erwähne "sie" seltener, lass sie geheimnisvoller. Zumindest ich fände das besser.
Ich hoffe, ich konnte mich da irgendwie verständlich ausdrücken.

Zitat:nur damit der silberne Kerzenständer ihm das Gesicht zerschmettern konnte, ihm die Arroganz aus den Augen wischen konnte
Das Erste "konnte" soltest du streichen, liest sich dann besser.

Zitat:Es hatte sein müssen, um sie alle zu retten.
"um sie alle zu retten" am Besten streichen. Der Leser weiß das sowieso schon, da du es vorher so häufig erwähnst.

Zitat:und tauchte seine rechte Hand in die Blutlache, die sich um den Kopf des Barons gebildet hatte, öffnete die Pforten.
Hm, ich finde das "öffnete die Pforten" wirkt hier etwas verloren, ohne rechte Anbindung. Ein "und" könnte da Abhilfe schaffen, oder noch besser streiche es, dann bekommt der nächste Satz eine größere Wirkung auf den Leser.

Zitat:Und er würde vorbereitet sein, wenn die Dunkelelben wieder kamen.
Ich weiß gar nicht, ob ich "Dunkelelben" wirklich hinschreiben würde. Vorher wirkt alles geheimnisvoll und bedrohlich, weil man nicht wusste, um wen es ging. Ich glaube, ich würde das beibehalten, "Dunkelelben" nimmt für mich die Ungewissheit und die ganze Spannung raus und vor allem konnte man Arkis vorher für einen Verrückten halten, der einfach so mordet, man wusste halt nicht, ob er unter Wahnvorstellungen leidet. Jetzt kann man sein Verhalten fast als geistig gesund bezeichnen. Anders gefiele er mir aber besser.

So, damit wäre ich durch mit meinen direkten Anmerkungen.

Insgesamt gefällt mir deine Geschichte wirklich gut, die Idee des wahnhaft forschenden Magiers, der dafür über Leichen geht, ist vielleicht nicht unbedingt neu, aber du hast es geschafft, sie sehr gut in eine Kurzgeschichte zu verpacken und vor allem den Charakter des Magiers Glaubwürdigkeit zu verleihen und der trägt die Geschichte schließlich auch. Bei dem Baron, habe ich zwar zuerst gestutzt, warum er sich darüber aufregt, dass Arkis auch Menschen wie Vieh hält, schließlich dürfte es auch ihm um Machterwerb gehen, um jeden Preis, aber das hast du gut gelöst, mit den nächsten Sätzen.
Sprachlich war es wirklich gut zu lesen und du hast auch gut eine zunehmend bedrohliche Atmosphäre aufgebaut.
So mehr habe ich nicht anzumerken, wenn ich mich nicht wiederholen will, denn alles andere ist ja schon bei den Textanmerkungen.

Wie gesagt, mir hat das "Bauernopfer" wirklich gut gefallen. Jetzt vielleicht hin und wieder etwas runder formulieren und ich habe nichts mehr zu meckern. Icon_wink

Lg,
Drakir

Auf das der Wind in eurem Rücken, nie euer eigener sei. (alter irischer Reisegruß Icon_wink)
drakir
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Bauernopfer - von Der Weltenwanderer - 03-08-2009, 20:55
RE: Bauernopfer - von drakir - 05-08-2009, 03:00
RE: Bauernopfer - von Der Weltenwanderer - 05-08-2009, 21:02
RE: Bauernopfer - von Lanna - 30-08-2009, 18:02
RE: Bauernopfer - von Der Weltenwanderer - 01-09-2009, 22:31
RE: Bauernopfer - von Lanna - 05-09-2009, 09:36
RE: Bauernopfer - von Der Weltenwanderer - 06-09-2009, 00:34

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