Es ist: 28-09-2022, 20:38
Es ist: 28-09-2022, 20:38 Hallo, Gast! (Registrieren)


VR: Blaues Blut (453 d.D)
Beitrag #61 |

RE: VR: Blaues Blut (453 d.D)
Kara beugte sich hinab, um eine Kornblume zu pflücken. Die Sonne stand bereits tief, Mutter würde sicherlich schimpfen, wenn sie nicht bald nach Hause käme. Und das abgeerntete Stoppelfeld stach schmerzhaft in ihre nackten Fußsohlen… sie hätte sich doch besser Schuhe auf diesen Ausflug mitnehmen sollen. Die Silhouette ihres Bruders zeichnete sich dunkel vor dem im Abendrot glühenden Himmel ab.

„Ist es noch weit?“, rief sie ihm zu.

Er wandte sich um und sie erkannte ein Schmunzeln auf seinem Gesicht. „Wieso, kannst du etwa nicht mehr?“, neckte er sie. „Soll ich dich tragen?“

Kara antwortete nicht, sondern machte sich stattdessen schleunigst daran, ihn einzuholen. Natürlich sollte er sie nicht tragen. Vor wenigen Tagen war sie fünf geworden, seitdem versuchte er ständig, ihr weis zu machen, dass sie noch gar nicht besonders groß war. Blöder Bruder!

„Ist die Blume für Mama?“, fragte er. Im gleichen Moment verrauchte Karas Ärger. Das war eine gute Idee, ja, sie würde Mutter eine schöne Blume mitbringen, dann würde sie bestimmt auch gar nicht schimpfen.

„Hier ist es.“ Der Ältere blieb stehen. „Jetzt musst du ganz leise sein. Sonst haben sie Angst und kommen nicht aus ihrem Versteck.“

Vorsichtig näherten sie sich der Stelle, und tatsächlich: der ganze Boden war von Mäuselöchern übersäht. Einige Zeit lang kauerten die Geschwister still auf dem Feld und lauschten den Vögeln, die ihr letztes Lied sangen. Karas Blick schweifte zu dem Dorf, von dem der dunkle Klang der Abendglocke herüber schallte. Lustig flatterte die Fahne über den Dächern im Abendrot, fast schien es, als ob der weiß aufgestickte Vogel seine Flügel ausbreiten und davonfliegen wollte. Auf der anderen Seite des Felds stand die riesige alte Weißblatteiche. Doppelt so hoch und drei mal so breit wie alle anderen Bäume streckte sie ihre massigen Äste der glühenden Sonne entgegen. Fast glaubte Kara, das Wispern in den silbrigweißen Blättern zu hören und das Rauschen des Wasserfalls in der Nähe...

Ihr Bruder tippte sie an und legte noch einmal mahnend den Finger auf die Lippen. Dann sah es Kara auch: Die Mäuse kamen. Eine nach der anderen huschten sie aus den Löchern und suchten zwischen den Stoppeln nach heruntergefallenen Körnern. Entzückt beobachtete Kara, wie sie mit ihren winzigen Pfoten die Samen aufnahmen und daran knabberten.

„Es ist eine ganze Mäusefamilie“, flüsterte sie begeistert.

Ihr Bruder lächelte. „So wie wir, kleine Maus“, raunte er zurück.

Kara drückte sich an ihren Bruder. Mit ihm fühlte sie sich sicher. Mochten Magier sie verfolgen, mochte sie auch ihr Gedächtnis verlieren… ihr Bruder Tajan würde gut auf sie Acht geben.


Wasser rauschte, ein Wispern durchzuckte Karas Geist. Dann verblassten die Geräusche. Die eben noch so lebendigen Bilder verloren schlagartig ihre Farbe, und über alles legte sich eine schwere, erdrückende  Stille. Die Konturen verschwammen zu immer abstrakteren Mustern, und über die Szene legte sich ein Schleier. Einen Moment lang schien es Kara, als ob sie sich nur fest genug konzentrieren müsste um den richtigen Fokus zu finden - als ob sie nur rasch die Hand ausstrecken müsste - um den immer dichter werdenden Nebel in ihren Gedanken zu lichten. Sie war nur eine Haaresbreite von ihren Erinnerungen entfernt - sie spürte es! -, und nur eine diffuse Wolke, ein Wirrwarr aus um sich wirbelnden und schemenhaften Schatten, trennte sie von dem, was sie nun erahnen konnte: von dem Gefühl wahrhaftig und ganz zu sein, das sie nur einen Augenblick lang erhascht hatte, bevor alles wieder in sich selbst zusammenbrach. Fieberhaft klammerte sie sich an die letzten Fetzen der Erinnerung, die wie kleine Leuchtfeuer im undurchdringlichen Nebel aufleuchteten: Ein mächtiger Baum, das Geräusch von Wasser, ein Name ...


Kara erwachte. Sie fühlte sich benommen, unvollständig und miserabel, versuchte der Tiefe ihres Traums nachzuspüren und konnte das Gefühl nicht abschütteln, dass sie gerade eben noch etwas furchtbar Wichtiges gewusst hatte. Doch so sehr sie auch nach Innen spürte - da war nichts mehr, was sie nicht die letzten Tage auch schon vorgefunden hatte: Leere. Sie fühlte sich wie in einem unendlich großen und unendlich dunklen Raum, sobald sie versuchte irgendeine Erinnerung, irgendeine Faser ihres Gedächtnisses aufzuspüren. “Also auch hier nichts Neues…”, dachte sie, und schlug die Augen auf. Mit einem tiefen Seufzer richtete sie sich auf und betrachtete überrascht den Raum, in dem sie sich unerwarteter weise wiederfand.

Sie lag zwar auf einem einfachen Strohsack, nur zugedeckt mit einem Mantel. Doch der Raum ringsherum war wohl der schönste, den sie je gesehen hatte - zumindest regte sich in ihr nicht der leiseste Hauch einer vergleichbaren Erinnerung. Der glänzende Marmorboden war überzogen von Mosaiken und Einlegearbeiten, dass ihr beinahe schwindelig wurden. Der Tisch in der Mitte des Raums war vollgestellt mit Obst, Brot und Wein, doch wo zwischen all den Köstlichkeiten das Holz zu sehen war, sah sie wundervolle Schnitzereien. In dem Raum verteilt standen und saßen drei Soldaten und einige einfach gekleidete Menschen, die sich leise unterhielten. Vor den Fenstern bauschte sich blutroter Stoff, durchscheinend und mit Goldfäden durchzogen.

„Oh, Ihr seid endlich aufgewacht - ich hatte schon begonnen mir Sorgen zu machen”, ertönte eine heisere Stimme dicht neben Kara und ließ sie erschrocken herumfahren.
“Der Herzog hat es offenbar ernst gemeint, als er uns als seine <Gäste> bezeichnete.“ 
Kara blickte auf und sah in das bärtige Gesicht von Dhanas, dem Bibliothekar.

„Herzog? Gäste?“, stammelte Kara verwirrt und rappelte sich langsam auf, während sie mentale Notiz von mehreren dumpf schmerzender Stellen an ihrem Körper nahm.

„Herzog Vulun möchte nicht, dass Augenzeugen des Vorfalls durch die Stadt laufen und hat uns deshalb festgesetzt. Aber wenn das hier Gefangenschaft ist“, Dhanas machte eine Handbewegung über den elegant eingerichteten Raum -, „dann bin ich gerne dazu bereit. Wären nicht die Soldaten da drüben an der Tür, könnte man sich regelrecht willkommen fühlen.“

Mit einem Schlag war Kara wieder in der Gegenwart angekommen. Sie hatte sich im Auftrag von Milena in die Bibliothek geschlichen, einen gewissen Andamir gesucht und - nach einem kurzen Faustkampf - auch gefunden. Dann trat der alte Bibliothekar aufs Tapet, dessen Rolle in diesem verrückten Spiel sie noch nicht ansatzweise durchschaute, und danach ging es Schlag auf Schlag, als ihr plötzlich vor Wut kochende Schwarzmagier auf der Spur waren. Der wahnsinnige Schwarzmagier, der sie letztendlich gefangen nahm, hatte vor dem Palasttor ein gutes Dutzend unschuldiger Menschen töten wollen, nur um Herzog Vulun einzuschüchtern. Erst jetzt wurde Kara bewusst, dass sie beinahe gestorben wäre. Zitternd tastete sie nach ihrem Hals, um den sich der unsichtbare Würgegriff des Schwarzmagiers gelegt hatte, und zuckte zurück, als sie ihre eigene Berührung auf der geschundenen Haut spürte... Ein Schauder lief ihr über den Rücken. Obwohl Herzog Vulun und seine Soldaten in prächtigen Rüstungen herausgeritten kamen, war Kara überzeugt gewesen, dass sie dem Schwarzmagier nichts entgegenzusetzen hatten. Es war schlussendlich Andamir gewesen, der ihn aufgehalten hatte. Wie auch immer er das gemacht hatte. Andamir… warum kam er ihr bloß so bekannt vor? Irgendetwas in seinen Augen, seiner Stimme, seinem Ausdruck musste ihr schon einmal untergekommen sein. Aber sie konnte es beim besten Willen nicht in Worte fassen. Konnte er eine Spur auf der Suche nach ihrer Vergangenheit sein?

„Wo ist Andamir?“, fragte sie besorgt. Er war nirgends zu sehen. Hieß das etwa… er war bei dem Angriff gestorben? Es hatte nicht gut für ihn ausgesehen, draußen vor dem Tor.

„Sein Onkel hat ihn wohl nach dem Tumult separat untergebracht und lässt ihn nicht mehr aus den Augen”, Kara atmete erleichtert auf, “Nach allem was geschehen ist, versteht Ihr nun vielleicht, warum ich den jungen Prinzen für zu gefährlich hielt“, sagte der Bibliothekar.

„Welcher Prinz?“ Kara räusperte sich. Ihre Kehle war wie ausgedörrt und mit jedem Wort wurde ihr mehr bewusst, wie unangenehm selbst die kleinste Bewegung ihres Halses war. Als schien er sich an die magische Umklammerung zu erinnern...

„Andamir“, erklärte Dhanas.

„Andamir ist … ein Prinz?“ Kara konnte nicht anders, sie lachte unwillkürlich los - und bereute es sofort wieder, als ihr ein stechender Schmerz durch die Stimmbänder schoss und ihr Lachen in ein gequältes Husten überging. Einen Prinzen hatte sie sich anders vorgestellt. Auch wenn er ihr bekannt vorgekommen war, jetzt war sie sich sicher, dass das eine Täuschung gewesen sein musste. Woher in aller Welt sollte sie einen Prinzen kennen? Sie war auf keinen Fall die Tochter eines Adeligen, so viel wusste sie mittlerweile über sich selbst. Aus ihrem Unterbewusstsein stieg plötzlich ein dünner Faden aus purem Gold hervor und breitete sich vor ihr aus. Sie war – jetzt fiel es ihr wieder glasklar ein, so als ob sie es nie vergessen hätte – auf einem Bauernhof groß geworden, mit ihrem Bruder. Kara wurde ganz schwummrig vor Glück. Sie konnte sich tatsächlich an etwas erinnern! Der Name ihres Bruders… er lag ihr förmlich auf der Zunge...

„Hier, trinkt das.“ Der Bibliothekar hielt ihr einen Becher mit einer dampfenden Flüssigkeit hin. Unwillkürlich zuckte sie zurück. Im Vergleich zu den Schwarzmagiern schien Dhanas harmlos wie ein Lamm, doch Kara hatte nicht vergessen, wie er, plötzlich alles andere als alt und gebrechlich, mit gezücktem Messer vorgesprungen war um Andamir anzugreifen.

„Keine Sorge, junge Dame.“ Dhanas schien ihre Gedanken erraten zu haben. „Ich hege Euch gegenüber keinen Groll.“

Mit einem kurzen Blick stellte sie fest, dass alle anderen Gefangenen ebenfalls das Gebräu tranken, und nahm es schließlich entgegen. Wohltuend rann es durch ihre schmerzende Kehle. Es schmeckte herrlich süß nach Früchten, Honig und Gewürzen… das Bild eines Marktes stieg in ihr empor, in einer sehr weit entfernten Stadt. Hier war sie in einer schattigen Ecke mit einem Händler ins Gespräch gekommen, der ihr verschiedene Kräuter und Gewürze zeigte. Eines davon hatte genauso gerochen wie das Getränk. Kara schluckte die Freudentränen hinunter. Wieder eine Erinnerung, die einfach so zu ihr zurückkam! Sie sog den Duft des Getränks tief in sich auf. Vielleicht gab es doch noch Hoffnung für sie.

Dhanas Stimme riss sie aus ihrem Glück. „Nun? Ihr kennt den Prinzen also wirklich nicht? Ich hatte den Eindruck, ihr seid befreundet…“

Dass Andamir ein Prinz sein sollte, trieb Kara noch immer ein amüsiertes Lächeln auf die Lippen. Nein, nichts deutete darauf hin, dass sie sich an Orten aufgehalten hatte, an denen man einem Adeligen über den Weg läuft.

Es sei denn, er ist sehr verzweifelt.

Ein seltsamer Gedanke… Kara würde ihn später weiterverfolgen.

Dhanas musterte Kara mit einem berechnenden Blick, der ihr einen Schauder den Rücken hinab jagte und ihr rasch das Lächeln vom Gesicht vertrieb. Dieser Mann war skrupellos. Er hatte Andamir töten wollen, weil er ihn für gefährlich hielt. Dabei hatte Andamir sich bisher nur verteidigt und den Angriff eines Schwarzmagiers neutralisiert… Kara hingegen hatte einen ganzen Marktplatz verwüstet. Was würde Dhanas wohl dazu sagen? Es war wohl besser, sie hielt sich bedeckt. Wenn sie sich geschickt anstellte, konnte sie vielleicht etwas mehr darüber erfahren, was dieser verrückte Mann überhaupt im Schilde führte…

„Nein“, sagte Kara und versuchte so viel Selbstbewusstsein wie möglich auszustrahlen. „Ich kenne ganz bestimmt keinen Prinzen.“ Wieder meldete sich das dumpfe Gefühl, dass das nicht stimmte, aber Kara schob diesen unlogischen Gedanken weg. „Und schon gar nicht diesen Andamir - schließlich hat er mich erst kräftig verdroschen, als ich ihm begegnet bin. Ich hatte lediglich den Auftrag erhalten, ihn zu einem bestimmten Treffpunkt zu bringen. Das ist alles. Und Ihr?“

Fragend blickte sie den Bibliothekar an, der sie immer noch eingehend beobachtete.
Dhanas schien einen Augenblick lang zu überlegen wie viel er Kara anvertrauen wollte, dann entspannten sich seine zusammengepressten Lippen fast unmerklich, als er sich für seine Antwort entschied:. „Oh, mir erteilt schon lange niemand mehr Aufträge und Befehle. Wer gab Euch den Auftrag?“

Kara zögerte. Es war nun wieder an ihr, zu entscheiden wie viel sie diesem Unbekannten preisgeben wollte. „Eine Magierin der Grauen Gilde“, sagte sie schließlich wahrheitsgetreu.

„Ihr seid Mitglied der Gilde?“ Dhanas Überraschung kränkte Kara schon fast. Sah sie so unmagisch und harmlos aus?

„Ich bin nur eine Novizin“, antwortete sie schließlich ausweichend, „wenn man es genauer nimmt sogar erst eine angehende Novizin und noch nicht einmal offiziell vereidigt. Ich hatte nur das Pech, gerade in der Nähe zu sein. Anscheinend musste es schnell gehen, sonst hätten sie mich sicherlich nicht ausgewählt.“

Die Geschichte schien Dhanas zu überzeugen. Doch Kara wollte es nicht darauf ankommen lassen, weitere Fragen beantworten zu müssen, und fragte schnell: „Was genau ist da draußen passiert? Ist Andamir ein Magier? Wie hat er es mit dem Schwarzmagier aufnehmen können?“

Dhanas schüttelte missbilligend den Kopf. „Das sieht den Grauen ähnlich. Sie haben Euch in diese Geschichte hineingezogen, ohne Euch zu erklären, worum es eigentlich geht“, brummelte er.

Kara musste fast erneut lachen. Das traf die Sache erstaunlich genau auf den Punkt. Schnell entschloss sich Kara, die Unschuldige zu spielen und Dhanas‘ Vertrauen zu erlangen.

„Ja“, sagte sie schnell und versuchte ihre ungespielte Frustration und Hilflosigkeit in Worte zu fassen, „Die ganze Zeit schicken sie mich hin und her -  von einer Gefahr zur nächsten -  ohne mir wirklich zu sagen, was hier eigentlich vor sich geht. Und plötzlich finde ich mich in dieser verrückten Geschichte wieder, am Rande des Todes und in Intrigen verwickelt, die ich nicht einmal im Ansatz verstehe.“ Sie blickte Dhanas an und versuchte, möglichst große verzweifelte Augen zu machen. In Wahrheit hatte sie nicht ein Wort gelogen, es war wirklich an der Zeit sich aus diesem Schlamassel herauszuholen. „Könnt Ihr mir bitte erklären, was hier vor sich geht? Ich habe Angst davor, was wohl als nächstes geschieht…“

„Nun, ich denke, Ihr habt ein Recht darauf zu erfahren, warum Ihr hier festgehalten werdet“, sagte Dhanas langsam. „Aber Ihr seid immer noch ein potentielles Mitglieder der Gilde. Eigentlich spreche ich nicht mit Gildenmitgliedern… Sie versuchen alle nur auf ihre Weise, an möglichst viel Macht zu gelangen.“

„Vielleicht könnt Ihr mir dabei helfen den richtigen Weg in dieser ganzen Situation zu finden?“, fragte Kara zurückhaltend und mit gerade dem richtigen Maß an Unsicherheit in ihre Stimme gepackt. Sie versuchte, sich an Geriyons Worte zu erinnern. „Ich dachte, die Graue Gilde möchte doch nur das Gleichgewicht halten? Genau deshalb bin ich zu ihnen gegangen, um diese ständigen Machtspiele und Kriege zu verhindern.“

Das klang fast schon zu naiv und gutgläubig, um wahr zu sein, aber Dhanas schien es ihr abzukaufen.

„Die Graue Gilde hat zu viel Macht angesammelt, die sie zu verlieren hätte. Sie ist schon lange nicht mehr neutral, was auch immer Euch ihre Magier erzählen.“ Dhanas blickte sie an. „Die Gilden fördern Euch so lange, wie es Ihnen vorteilhaft erscheint. Sobald Ihr mehr Kosten als Nutzen verursacht, werden sie euch fallen lassen. Jede der Gilden. Auch die Graue. Habt ihr das verstanden? Vertraut – keiner – Gilde!“ Der Mann hatte die Worte förmlich ausgespuckt, mit einer Inbrunst, die Kara erschreckte. Er musste einst Mitglied einer Gilde gewesen sein, schoss es ihr durch den Kopf. Doch sie hütete sich, ihren Verdacht zu äußern. Stattdessen bemühte sie sich, ihre Unsicherheit und Ahnungslosigkeit in ihrer Miene widerzuspiegeln so gut sie konnte. Das war schließlich auch wieder nicht einmal gelogen - wenngleich in ihr langsam aber sicher die eiskalte und felsenfeste Gewissheit wuchs, dass sie sich von nun an nicht mehr wie ein Spielball durch dieses Mächtespiel wirbeln lassen würde. Sie würde ihren eigenen Weg finden, mit oder ohne der Hilfe all dieser sonderbarer Gestalten, die um sie kreisten wie Motten um das Licht.

„Gut.“ Dhanas holte Luft, wie um sich zu beruhigen. „Warum also sind wir hier. Der Mann, den Ihr Andamir nennt, ist kein Magier. Wohl aber ist er der letzte einer ganz bestimmten Blutslinie in der Familie Dravar’kesh. Er, und nur er, kann die Waffe nutzen, die seit Generationen in der Familie vererbt wird. Mithilfe dieser Waffe kann er einfache Lebensenergie in arkane Energie umwandeln. Für Außenstehende sieht es aus wie Magie, ist es aber nicht.“

Das kam nun selbst für Kara, die in den letzten Tagen so einige scheinbar unmögliche magische Kunststücke an eigener Haut erlebt hatte, überraschend. „Er entzieht einfach so Lebenskraft?“ Der pure Gedanke daran schockierte Kara.  „Von wem?“

„Wenn die Waffe erst einmal vervollständigt ist, kann er jede Pflanze, jedes Tier, jeden Menschen in seinem Umkreis als Quelle benutzen. Er wird nicht nur solche Angriffe ausführen, wie wir es bereits gesehen haben. Er wird dabei gleichzeitig auch durch den Entzug des Lebens selbst Andere zerstören. Das macht die Waffe so vernichtend, sie tötet doppelt. Zunächst mag er sich damit begnügen, ganze Wälder zu zerstören um Lebensenergie in etwas Zerstörerisches umzuwandeln, doch früher oder später wird er Dörfer ausrotten, um seine Kriege führen zu können…“

„Warum sollte dieser Andamir denn Kriege führen?“ warf Kara ein. Ihre erste Begegnung mit ihm war zwar nicht gerade freundlich verlaufen, doch wie ein Monster war er ihr nun auch nicht erschienen. Selbst obwohl er sie nun absolut nicht freundlich empfangen hatte. Doch in seinem Blick hatte sie etwas Getriebenes erkannt, das ihr aus unerfindlichen Gründen so bekannt vor kam...

„Nun, ich bin nicht nur Bibliothekar, ich bin auch Historiker“, antwortete Dhanas. „Diese Art von Macht hat schon gestandene Männer verführt. Sie mögen zu Beginn davon überzeugt gewesen sein, etwas Gutes zu tun – so wie die Graue Gilde – aber je mehr sie von der Macht kosteten, desto weniger konnten sie davon lassen. Dieses Mal wird sich die Sucht nicht über Jahre und Jahrzehnte entwickeln, sondern schnell. Dieser Prinz ist quasi noch ein Kind – alleine, verängstigt, misstrauisch, eine leere Leinwand, auf die jeder gerade malt, was ihm in den Sinn kommt. Was glaubt Ihr, wird wohl passieren, wenn dieses Kind die Macht erhält, Rache zu üben?“

Eine leere Leinwand, ein Spielball, mutterseelenallein – genau so hatte Kara sich gefühlt, als sie ohne ihr Gedächtnis aufgewacht war. Sie fröstelte. Schnell rief sie sich den Bauernhof und ihren Bruder in Erinnerung, die Orte ihrer Kindheit. Sie hatte eine Erinnerung, und daran hielt sie sich fest. Je öfter sie daran dachte, desto heller leuchtete diese Erinnerung in ihr auf - desto mehr Halt gab sie ihr.

„Macht Euch keine Sorgen.“ Dhanas deutete ihr Schweigen wohl als Angst. „Im Moment ist die Waffe noch nicht vollständig. Vorerst kann er noch nicht auf die Lebenskraft von Anderen zugreifen.“

„Kann er nicht?“, fragte Kara verwirrt. „Aber wie konnte er dann den Schwarzmagier angreifen?“

Zu ihrer Überraschung kicherte Dhanas. „Wir haben es hier wohl mit einem besonderen Dummkopf zu tun“, sagte er. „Ich kann es mir nur auf eine Weise erklären: Er hat seine eigene Lebenskraft benutzt. Das ist die einzige Quelle, die ihm im Moment zur Verfügung steht. Mit jedem Angriff, den er ausführt, verletzt er sich selbst. Mit etwas Glück bringt er sich einfach schon bald selbst um.“

„Das… klingt… am einfachsten.“ Kara starrte angestrengt auf ihre Hände und versuchte sich nichts anmerken zu lassen, doch insgeheim schauderte sie. Andamir hatte sich lediglich gegen einen skrupellosen Schwarzmagier verteidigt. Genau genommen hatte er dabei auch Kara, Dhanas und all den anderen Anwesenden das Leben gerettet. Doch für den Historiker zählte das wohl alles nichts – er sah Andamir schon Kriege führen und Menschenmassen vernichten. Kara schauderte.

„Wäre es nicht das Naheliegendste, zu verhindern, dass die Waffe jemals vervollständigt wird?“, schlug sie vor. „Wie wird diese Waffe denn überhaupt vollständig?“

In dem gleichen Moment, in dem Kara die Frage aussprach, passierten mehrere Dinge gleichzeitig. Aus der Dunkelheit ihrer Erinnerung blitze plötzlich etwas Mächtiges auf, eine … Gestalt? Nein, ein Baum -  eine riesige Weißblatteiche, die sie bereits in ihrem Traum gesehen hatte. In ihrem Magen drehte sich ein schwerer Stein um und plötzlich wusste sie, welche Antwort folgen würde, obwohl sich jede Faser ihres Seins dagegen stemmte.

 „Zu dem Ring gibt es ein Gegenstück, ein ebenso mächtiges und gefährliches Amulett. Beide Schmuckstücke werden in der Familie vererbt, beide Schmuckstücke ergänzen sich.“

Es fiel ihr wie Schuppen von den Augen. Das Medaillon. Kara fühlte sich als ob der Boden unter ihren Füßen weggezogen würde. Sie hörte kaum mehr Dhanas Stimme, stattdessen pochte ihr Herz so fest, dass sie ihr Blut in den Ohren rauschen hörte. Oder… war das ein Wasserfall?

„Beide Waffen können nur von einer einzigen Person benutzt werden, nämlich der letzten Person in ihrer Blutslinie. So wie die Schmuckstücke, so sind auch ihre Erben einander das Gegenstück. Sie brauchen einander. Du hast sicher von der Explosion auf dem Marktplatz gehört? Das war der zweite Erbe. Er befindet sich in Kayro’har, und er hat das Amulett.“

Mit größter Anstrengung versuchte Kara sich aufrecht zu halten und nicht dem Zittern nachzugeben, das in ihr aufkeimte. Sie erinnerte sich.

Der Marktplatz… der kleine Junge, der mit bunten Tüchern spielte, all die Menschen in ihrer Einzigartigkeit… und diese unbändige Kraft, die sie warm und bunt umgab, mit ihr tanzte. All die bunten tanzenden Feuer, das war die Lebensenergie der Menschen auf dem Marktplatz gewesen. Sie war das Medium gewesen, durch das all die Energie floss. Wunderschön und übermächtig.

Bis plötzlich alles umschlug. Gefahr ihre Nerven erzittert ließ. Sie in Panik nach den bunten Feuern griff, um sich zu verteidigen. Doch das Feuer war unkontrollierbar…

Dhanas’ Stimme riss sie schon fast schmerzhaft zurück in die Realität: „Hört gut zu, Kara. Der zweite Erbe ist bereits hier in der Stadt. Er seine Macht auf dem Marktplatz gekostet, und er wird alles daran setzen, sein Gegenstück zu finden. Die beiden Erben und ihre Waffen sind aneinander gebunden, sie ziehen einander an. Die Geschichte ist voller Beispiele, wie die beiden Erben immer wieder auf den unwahrscheinlichsten Wegen zueinander gefunden haben. Wenn Ihr irgendetwas von dem Amulett hört, oder von seinem Besitzer, müsst Ihr es mir sofort sagen, hört Ihr? Andamir zu töten wird schwierig werden, jetzt wo er im Palast ist. Aber der zweite Erben läuft noch irgendwo da draußen herum. Ihn können wir noch ausschalten, bevor es zu spät ist. Sonst werden diese zwei unsäglichen Blutslinien uns alle ins Verderben stürzen.“

Karas Herz raste so sehr, dass sie fürchtete ohnmächtig zu werden. Bunte Lichter flackerten unwirklich vor ihren Augen. Sie war der zweite Erbe. Ihr Schicksal mit einer mächtigen magischen Waffe verbunden. Sobald der Bibliothekar auch nur ahnte, dass sie das Medaillon verwenden konnte, würde er nicht einen Moment zögern, sie auszuschalten. Am liebsten wäre sie zu ihrem großen Bruder gerannt, wie damals, als sie klein waren. Doch Kara war alleine, der Bauernhof und das Lächeln ihres Bruders nur ein weit entfernter Hafen in stürmischer See.

„Kara…?“

„Ich…“ Kara presste für einen quälend langen Herzschlag lang ihre Hände an die Schläfen und zwang sich schließlich zu einem schwachen Lächeln. „Ich bin nur… verwirrt. Das ist alles so furchteinflößend.“

„Ja, das ist es in der Tat, das ist es in der Tat“, sagte Dhanas und legte ihr eine Hand auf die Schulter. Es sollte wohl eine tröstende Geste sein, doch Kara erschauderte unter der Berührung.

„Sagt, der Prinz. Vertraut er Euch?“

„Vertrauen?“ Kara hob langsam den Kopf, überrascht von dieser Frage. „Das kann man wohl kaum sagen, da wir uns noch nicht einmal wirklich kennen“, antwortete sie ausweichend.

„Nun, jetzt kennt ihr euch.“ Dhanas strich sich nachdenklich über den Bart. „Und ich war mir beinahe sicher, bei ihm eine Schwäche zu spüren.“

„Er hat sich die Hand verletzt, aber nicht allzu schlimm“, gab Kara widerwillig Auskunft. Ihre Gedanken rasten. Was bezweckte der alte Mann seinen Fragen bloß? 

Dhanas lachte trocken in seinen Bart hinein. „Ich meine nicht diese Schwäche, Kara. Ich meine eine Schwäche für ein hübsches Mädchen. Ich glaube, Ihr habt ihm gut gefallen.“

“Was?!”, Kara konnte nicht anders, sie zog verwundert die Augenbrauen nach oben und traute ihren Ohren nicht. Worauf wollte der Alte hinaus? Was auch immer er sich einbildete, in der Bibliothek hatten sie wirklich andere Probleme gehabt. Nicht nur die anfängliche Prügelei hatte jegliche Sympathie nachhaltig gedämpft, sondern spätestens als die Schwarzmagier auftauchten, war es doch sicherlich mit jedem Anflug von Romantik vorbei gewesen. Trotzdem spürte Kara, dass sie rot wurde.

„Nun Kara, wärt Ihr bereit, diese Schwäche zu nutzen? Ich hätte eine Idee, wie Ihr an ihn herantreten könntet, sein Vertrauen gewinnen und ihn ausspionieren könnt. Ihr seid doch auf meiner Seite, oder?“

Kara blickte Dhanas entgeistert an. Dieser Mann verfolgte seine komplett eigene Agenda und schien nicht einmal den absurdesten Wegen abgeneigt zu sein um an sein Ziel zu kommen - Andamir und den zweiten Erben auszuschalten und die magischen Waffen zu vernichten. In diesem Moment wusste sie, dass sie vollkommen überzeugend wirken musste. Der alte Mann würde auch ihre Schwäche sofort wittern, mit der Sicherheit eines Bluthundes. In der Wasserspiegelung am See hatte sie gesehen, dass sie große, blanke Augen hatte, Augen von der gleichen strahlend blauen Farbe wie die eines von Sonne beschienenen Eiskristalls. Dieselben Augen wie Milena’s, die soweit Kara wusste alle Welt nach ihrer Pfeife tanzen ließ. Diese Augen richtete sie nun in aller Unschuld auf den Bibliothekar.

„Ihr meint, ob ich auf der Seite derer bin, die die Welt nicht zerstören wollen?“, fragte sie und achtete darauf, die nächsten Worte mit vollster Überzeugung zu sprechen. „Aber natürlich. Ihr könnt euch darauf verlassen, dass ich ein ebenso großes Interesse daran habe, Andamirs’ geheime Pläne aufzudecken, wie Ihr.“

Dhanas musterte sie einen Moment lang, dann begann er leise, sie in seinen Plan einzuweihen. Kara versuchte, seinen Worten aufmerksam zu folgen. Ihr Herz klopfte zum Zerspringen. Es war ein riskantes Spiel, dass sie da begann, und die Details von Dhanas‘ Idee trugen nicht gerade dazu bei, ihre Nervosität zu beseitigen.

„Ich weiß nicht“, murmelte sie. „Das klingt sehr riskant. Was wird der Herzog  tun, wenn er mich ertappt…?“

Dhanas zuckte mit den Schultern. „Ich würde Euch raten, bis dahin das Vertrauen von Arjuk Nystrad zu erlangen. Vulun ist viel schwächer, als Ihr glaubt. Auch wenn es nicht so aussieht, am Ende wird es der junge Prinz sein, der über das Schicksal der Welt bestimmt. Dennoch, ganz ohne Risiko lässt sich die Welt nun einmal nicht retten. Was sagt Ihr, werdet Ihr mir helfen?“

Kara zögerte einen Herzschlag lang.

Arjuk Nystrad. Dieser Name hinterließ ein schwaches Echo in ihrem Geist, das sich zusammen mit seinem Gesicht immer klarer aus der Dunkelheit ihrer Erinnerung hervorhob. Was wusste er möglicherweise von ihr, falls sie sich wirklich schon einmal getroffen hatten, und ihre dumpfe Eingebung, sie hätte ihn schon einmal gesehen, sie nicht in die Irre führte? Was wusste sie bisher über ihn? Er war paranoid und in die Enge getrieben. Er besaß unheimliche Kräfte, die er nicht kontrollieren konnte. Er befand sich in Lebensgefahr. Er war mutterseelenallein. Zweifelsohne hatte sie vieles mit ihm gemeinsam. Etwas zog sie unwiderstehlich an, dem verrückten Plan des Bibliothekars zu folgen: Wahrscheinlich war Arjuk der einzige Mensch auf der Welt, der ihren „Unfall“ verstehen konnte. Der einzige Mensch, der annähernd wusste, wie es sich anfühlte von dieser gewaltigen Macht erfüllt zu sein. Keiner der Magier war bislang daraus schlau geworden, denn sie verstanden sich nur auf arkane Energie, aber anscheinend war das nicht das Prinzip, nach dem diese verfluchten Waffen funktionierten.

Kara unterdrückte ein Seufzen. Hatte sie überhaupt eine Wahl? Wenn sie hier irgendwie lebend herauskommen wollte, dann müsste sie ab sofort ihre eigenen Regeln aufstellen. Sie straffte ihre Schultern und hielt Dhanas die offene Hand hin.

„Einverstanden“, sagte sie, und ergänzte in Gedanken, “... zu meinen eigenen Bedingungen.

"Enttäuschungen kommen nur dann zustande wenn man Erwartungen hegt."

~ Haruki Murakami, Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt

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VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Mira - 06-03-2008, 20:33
RE: Athalem: Blaues Blut - von Ichigo - 19-04-2008, 18:58
RE: VR: Blaues Blut - von Dende - 21-09-2008, 17:58
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RE: VR: Blaues Blut - von Der Weltenwanderer - 10-11-2008, 00:04
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RE: VR: Blaues Blut - von mondenschein - 16-11-2008, 19:02
RE: VR: Blaues Blut - von Der Weltenwanderer - 26-11-2008, 02:49
RE: VR: Blaues Blut - von mondenschein - 10-01-2009, 19:11
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RE: VR: Blaues Blut - von Ichigo - 08-02-2009, 02:09
RE: VR: Blaues Blut (453 d.E) - von Ichigo - 07-03-2009, 20:08
RE: VR: Blaues Blut (453 d.E) - von Ichigo - 12-03-2009, 22:45
RE: VR: Blaues Blut (453 d.E) - von Dende - 19-03-2009, 22:16
RE: VR: Blaues Blut (453 d.E) - von Ichigo - 19-03-2009, 22:48
RE: VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Dende - 02-05-2009, 22:34
RE: VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Ichigo - 03-06-2009, 21:59
RE: VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Dende - 01-09-2009, 22:17
RE: VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Ichigo - 07-09-2009, 00:41
RE: VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Dende - 01-10-2009, 23:04
RE: VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Dende - 02-11-2009, 19:19
RE: VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Ichigo - 16-03-2010, 00:27
RE: VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Ichigo - 20-07-2010, 13:34
RE: VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Dende - 31-07-2010, 23:21
RE: VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Ichigo - 23-02-2011, 00:09
RE: VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Dende - 11-05-2011, 21:00
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RE: VR: Blaues Blut (453 d.D) - von mondenschein - 05-05-2021, 21:51
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