Es ist: 08-12-2022, 06:15
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VR: Blaues Blut (453 d.D)
Beitrag #68 |

RE: VR: Blaues Blut (453 d.D)
Der Aufstand brach in sich zusammen, nachdem Krasimir der Schwarze eines der Dörfer niederbrannte. Seitdem ging nie wieder eine Revolte vom Südwesten des Landes aus.

Arjuk klappte das Buch zu und legte es auf den Bücherstapel neben sich auf der Parkbank. Er hatte erst einen Bruchteil der Familienchronik des Hauses Dravarkesh durchgeblättert, doch das reichte ihm bereits. Hatten seine Vorfahren nichts anderes im Sinn gehabt, als zu morden und zu plündern? Jeden kleinsten Vorwand nutzten sie als Anlass für militärische Auseinandersetzungen und die Verbissenheit, mit denen diese nutzlosen Schlachten geführt wurden, ließ Arjuk erschaudern. Das also war seine Familie.

Verstohlen blickte er sich im Park um. Seine Bewacher waren gut, sehr gut. Auf den ersten Blick schien er alleine in der weitläufigen Anlage zu sein. Man musste schon genau hinsehen, um zwischen Marmorstatuen, Wasserspielen und Blumenstauden die Leibgardisten zu erspähen, die ihn nicht einen Moment aus den Augen ließen. Nachdem Arjuk zähneknirschend versprochen hatte, sich zu schonen und keine unüberlegten Aktionen zu machen, hatte Vulun seinem Neffen gestattet, sich im inneren Ring des Palastes frei zu bewegen. Sofern „frei“ der richtige Ausdruck war, wenn einem auf Schritt und Tritt Spezialeinheiten folgten und die Tore zum äußeren Ring mit doppelter Besetzung bewacht wurden.

Arjuk blickte an dem Springbrunnen hinauf. Der Brunnen bildete den Mittelpunkt des Parks. Von hier aus breiteten sich säuberlich abgezirkelte Blumenmuster und Hecken aus. Zahlreiche Tiere und Götter rankten sich in Marmor gehauen an dem Brunnen empor, doch auf der Spitze der Skulptur stand natürlich ein Dravar’kesh, ein junger, schneidiger, der verwegen in die Ferne blickte. Nicht nur trug er das Wappen der Dravarkeshs auf seinem Schild, zu seinen Füßen wand sich darüber hinaus noch eine geschuppte, drachenartige Echse. Der verwegene junge Dravarkesh hätte sicher keine Probleme gehabt, eine magische Waffe zu benutzen. Der Chronik nach besaßen die Dravarkeshs ein Naturtalent für Waffen. Arjuk dagegen kam keinen Millimeter weiter. Er konnte alles Mögliche aus Eis herstellen, aber nichts davon würde ihm gegen eine Horde Schwarzmagier weiterhelfen – und nach einer Weile begann er am ganzen Körper zu zittern und verfiel einem bodenlosen Hunger. Irgendetwas fehlte ihm. Ein entscheidender Hinweis. Ein Schlüssel. Eine Brücke.

Arjuk nahm das letzte Buch von dem Stapel, den sein Onkel ihm gegeben hatte. Auf dem Einband prangte das Symbol der Schwarzen Gilde. „Geschichte der Schwarzen Schule der Magie“. Wieder stieg die Wut in ihm hoch, kochend, unbändig… Um seine Kräfte zu schonen, hatte er hier im Park, wo er alleine war (oder fast alleine), die Kälte weitgehend heruntergefahren. Jetzt fühlte es sich beinahe ungewohnt an, wieder Wut zu spüren. Arjuk zwang sich, das Buch aufzuschlagen. Seitenlang sahen ihm die fein gezeichneten Gesichter der verschiedenen Vorsteher der Schwarzen Gilde gegenüber, begleitet von einem Text, der ihre Lebensgeschichte darlegte. Arjuk blätterte durch bis zum letzten Bild. Er starrte den Mann an, der seinen Vater gefangen hielt, und versuchte, den Text zu lesen, um etwas über seinen Feind zu erfahren. Doch nach wenigen Zeilen warf er das Buch von sich. Es war zu viel. Purer Hass schoss ihm durch die Adern, vernebelte seinen Blick, nahm ihm den Atem.

Arjuk tastete nach dem Ring in seiner Brusttasche, der eine tröstende Kühle ausstrahlte. Langsam beruhigte sich sein Atem.

Nein, er hatte genug gelesen, sinnlos in den alten Seiten geblättert. Er würde mit dem arbeiten müssen, was er hatte. Und als erstes würde er diesem schleimigen Dravarkesh das Lächeln von den Lippen fegen. Mit einem Ruck stand er auf und schritt zu dem Brunnen mit der Marmorstatue. Ein einzelner Gedanke genügte, um aus dem Wasserbecken feinen Schnee aufsteigen zu lassen. Schon war der marmorne Dravarkesh mit Eis überzogen. Schicht um Schicht hüllte Arjuk seinen Vorfahren in Eis. Es war, als ob er selbst eine neue Skulptur schuf. Nach und nach wurde aus dem Körper ein Baumstamm, aus den Armen und dem Kopf ließ er eine breite knorrige Baumkrone wachsen. Gestern hatte er von einer prächtigen Weißblatteiche geträumt, das hatte ihm gefallen. Es sah toll aus, wie der Baum aus dem Wasser emporwuchs. Eine Weile vergnügte sich Arjuk damit, Vögel, Früchte und Insekten in die Baumkrone zu setzen.

Dann trat er einen Schritt zurück und betrachtete sein Werk. Es war wirklich gut. Und es hatte ihn kaum Mühe bereitet. Wie blöd, dass er die Schwarzmagier wohl kaum mit Eisskulpturen bezwingen konnte. Arjuk seufzte. Er stammte aus einer Dynastie, die von Brutalität nur so strotzte, und alles was er mitbrachte war eine künstlerische Ader.

Etwas Feuchtes berührte seine Finger und Arjuk zuckte zusammen. Ein Hund stand schwanzwedelnd neben ihm und beschnüffelte winselnd Arjuks verletzte Hand.
„Wo kommst du denn plötzlich her?“, fragte Arjuk. Er ging neben dem Hund in die Knie und hielt ihm vorsichtig die Hand hin. Das sandfarbene Fell war bereits stumpf, um die Schnauze herum ergraute es. Auf der Stirn verteilten sich schwarzen Sprenkel, als hätte jemand ein Tintenfass umgestoßen.

„Warte… Razzkar? Bist du das etwa?“

Der Hund winselte leise. Arjuk traute seinen Augen kaum. Razzkar war noch ein Welpe gewesen, als Arjuk mit ihm gespielt hatte. Nun war er alt und gebrechlich, und dennoch schien sich das Tier noch an Arjuk zu erinnern.

Arjuk lachte und zottelte dem Hund übermütig das Fell, was dieser mit begeistertem Schwanzwedeln quittierte. Es war schön, wenigstens einen Freund hier zu haben, dem er vertrauen konnte. Das Fell lag weich unter seinen Händen, und darunter bewegten sich Muskeln, pulsierte Blut, Leben… Einen Moment lang blitzte ein filigranes goldenes Muster vor Arjuks Augen auf, das Netz des Lebens, und darin schimmerte eine tiefe Kraft… wie ein Feuer. Dann war das Bild verflogen.

In diesem Moment erklangen hinter ihm Stimmen. Es waren Vulun und Jarmak, die vom Palast her die große Freitreppe herabkamen und auf ihn zuschlenderten. Schnell trat Arjuk vom Brunnen zurück.

„Verplemperst du deine Kräfte wieder mit diesem Firlefanz?“, rief Jarmak schon von weitem, als er die Eisskulptur auf dem Brunnen sah.

Ein schmales Lächeln trat auf Arjuks Gesicht. Sein Cousin war immer der Stärkere gewesen, und er hatte sich nicht gescheut, diesen Vorteil auszunutzen. Aber diese Zeiten waren vorbei. Arjuk musste sich noch nicht einmal zu dem Brunnen umdrehen, um die Gestalt der Skulptur zu verändern. Das Eis schmiegte sich nun wieder der Form der Marmorstatue an, in der Form des schneidigen Dravarkesh-Helden. Auch um die Echse neben dem Helden wuchs ein Eispanzer, größer, höher, mit einer langen zähnebesetzten Schnauze, bis das Eis schließlich stehen blieb: Die Echse schlug ihre Kiefer tief in den Hintern des Helden, und der Held trug Jarmaks Gesicht.

Zufrieden registrierte er, dass Jarmak rot vor Wut wurde. Vulun dagegen setzte ein schmieriges Lächeln auf. „Ah, mein Neffe, fleißig wie immer“, sagte er. „Wie ich sehe, hast du bereits viel gelernt. Waren dir die Bücher eine Hilfe?“

„Dörfer auslöschen und Ernten vernichten ist nicht gerade das, was ich unter Inspiration verstehe“, gab Arjuk zurück. „Möglich, dass sich unser Geschmack hier unterschiedet.“
Vulun überhörte die Spitze mit einem flachen Lächeln. Sein Blick blieb an dem Hund hängen, der sich wie selbstverständlich neben Arjuk niedergelassen hatte. „Und wie ich sehe, hast du auch einen Freund gefunden.“

„Nun komm schon zur Sache, Vater.“ Jarmak warf einen missmutigen Blick auf die unvorteilhafte Statue von ihm und vergrub die Hände in den Taschen. Sicherlich waren sie zu Fäusten geballt.

„Mein Sohn ist wie immer direkt wie seine Messer.“ Vulun lächelte beinahe entschuldigend. „Nun, Arjuk, uns hat vor einiger Zeit die Nachricht erreicht, dass du verlobt bist.“

Arjuk runzelte die Stirn. „So ist es“, sagte er vorsichtig.

Was in aller Welt sollte das jetzt? Wollte sein Onkel ihn erpressen? Ködern? Verwirren? Nun, wenn Vulun glaubte, der Gedanke an die blasse Miriana mit ihrem schrillen Lachen würde ihn aus der Fassung bringen, dann hatte er sich geirrt.

„Leider hatte ich nicht die Freude, deine Verlobte kennenzulernen, daher befinden wir uns in einer, nun, etwas verworrenen Situation…“, holte Vulun umständlich aus.

Jarmak schien nun der Kragen zu platzen mit seinem weitschweifigen Vater. „Da ist ein Mädchen, das behauptet, sie sei Miriana von Pirmarys. Sie sagt, ihr seid gemeinsam aus Noato geflohen, und bei dem Angriff des Schwarzmagiers habt ihr euch verloren. Nur wissen wir nicht, ob das wirklich stimmt. Du musst ihr selbst begegnen.“

Jetzt wurde Arjuk klar, was vor sich ging. Milena versuchte wieder, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Dieses Mal gab sie sich nicht als einfaches Mädchen aus, sondern als Adelige. Nun, das Theaterstück würde ihr sicher genauso formvollendet gelingen wie zuvor. Aber dieses Mal wusste er, wer sie wirklich war. Eine Magierin. Eine Spionin. Eine Lügnerin.
Stechender, alles vernichtender Schmerz durchzuckte seine Hand. Razzkar winselte leise und leckte sanft an der verwundeten Hand, doch dann sprang der Hund erschrocken zurück, als Arjuk die Kälte heraufbeschwor und sie zu einem Handschuh aus Eiskristall formte. Es war die Wut, die ihm zusetzte, und er musste sie ersticken. Mit jedem Mal schien der Schmerz stärker zu werden.

Vulun beobachtete ihn genau. Bevor sein Onkel noch weitere Schlüsse ziehen konnte, richtete Arjuk sich auf. „Ich will sie sehen“, sagte er. Unauffällig lehnte er sich gegen den Brunnen, denn seine Knie begannen schon wieder zu zittern. Er tätschelte Razzkar den Kopf, um einen Vorwand zu haben, den Kopf zu senken und unbemerkt die Augen zu schließen. Kurz kämpfte er gegen das Schwindelgefühl an, das ihn zu übermannen drohte. Er hörte, wie das Tor zum Palast geöffnet wurde, hörte Röcke rascheln. Nystrad. Er rief sich das Bild des Prinzen vor Augen und sammelte seine Kräfte.

„Lady Miriana.“ In vollendeter Haltung verneigte sich Prinz Arjuk y Nystrad und trat auf die Dame zu, aufrecht und scheinbar unberührt von den Wendungen des Schicksals. Dann schnellten seine Brauen in die Höhe.

Nachtblaue Röcke strichen über die Treppenstufen; hunderte kleine goldene Sonnen überzogen den Stoff und blitzten fröhlich im Sonnenlicht auf. Nein, es war nicht Miriana von Pirmarys, die sich sichtlich eingeschüchtert in dem Garten umblickte. Aber es war auch nicht Milena. Es war Kara.

Hinter Arjuk ertönte ein lautes Platschen. Die Eisskulptur zerschmolz in einem einzigen Augenblick und fiel als Wasser in den Brunnen zurück. Mit Kara hatte er als allerletztes gerechnet. Noch dazu hatte er im Dämmerlicht der Bibliothek nicht im Geringsten geahnt, wie schön sie war. Sie blickte zwischen dem Brunnen, Fürst Vulun und Jarmak hin und her. Dann richteten sich ihre tiefblau strahlenden Augen auf Arjuk. Unruhig fingerte sie an dem kunstvoll geflochtenen Zopf, der ihre kastanienbraunen Locken in Form brachte.

Vulun blickte Arjuk fragend an, und er nickte schwach. Für einen kurzen Moment hob Vulun die Brauen, als sei er überrascht, dass dieses Mädchen wirklich die Dame sein sollte, für die sich ausgab. Arjuk konnte es ihm nicht verübeln. Er kannte Kara nicht, aber er war sich sicher, dass sie nicht aus hohem Hause stammte. Welcher Wahnsinnige hatte sie dazu getrieben, sich als Adelige auszugeben? Die Paläste Athalems waren voller ungeschriebener Etikette, Regeln und bedeutungsschwerer Andeutungen, die Kara unmöglich kennen konnte. Wer missbrauchte Kara derart für seine Zwecke? Arjuk spürte schon wieder die bodenlose Wut, aber er musste sich jetzt konzentrieren. Um Karas Willen.

„Lady Miriana“, grüßte Vulun aalglatt. „Es ist mir eine Ehre, Euch in meinem bescheidenen Heim begrüßen zu dürfen. Bitte verzeiht mir, dass ich unter den ... besonderen Umständen zuerst Sicherheit darüber erlangen musste, dass Ihr wirklich die Verlobte meines Neffen seid.“ Er ergriff die Hand der jungen Frau und führte sie ehrerbietig an seine Lippen. Einen schrecklichen Moment lang schien es, als ob Kara nicht wüsste, was sie mit dieser Geste anfangen sollte. Dann, kurz bevor Arjuk drauf und dran war einzugreifen, schien sie sich daran zu erinnern, was die Etikette von ihr verlangte. Sie neigte demütig den Kopf und vollführte einen eher unbeholfenen Knicks, bevor sie sich aus Vulun's Handkuss löste.

Arjuks Gedanken rasten. Ob Milena dahinter steckte? Ob sie versuchte, Kara als Spionin zu benutzen? An sich war es ein kluger Schachzug, sich als Miriana von Pirmarys auszugeben. Sie war die Tochter eines einflusslosen Grafen im äußersten Westen von Nomaekan, daher hatte Vulun sie nie zu Gesicht zu bekommen. Wahrscheinlich erinnerte er sich nicht einmal an diese bedeutungslose Familie. Aber würde Milena wirklich ein Mädchen aus dem einfachen Volk als Adelige verkleiden? So dumm war sie doch nicht, oder? Hatte sie Kara womöglich mit einem Hypnosezauber ausgestattet, der die Menschen in ihrem Umfeld in ihren Bann zog?

Eine Hypnose wäre jedenfalls eine willkommene Erklärung dafür, warum er sich gerade benahm wie der letzte Idiot. <Miriana> blickte ihn erwartungsvoll an, während er sie nur stumm angaffte. Arjuk räusperte sich verlegen.

„Milady. Ihr … ähm… Ich…“

Verzweifelt musterte er Kara auf der Suche nach einem höflichen Kompliment, das er über die Lippen bringen würde, ohne sich hoffnungslos zu verhaspeln. Sie erwiderte seinen ratlosen Blick mit fast unmerklich hochgezogenen Augenbrauen, schien einen Moment lang zu überlegen, und strahlte dann plötzlich über das ganze Gesicht.

„Arjuk!“, platzte sie heraus. „Wie erleichtert ich doch bin, dich wohlauf zu sehen! Ich habe mir große Sorgen um dich gemacht.“

Arjuk war nicht weit davon entfernt, sich mit der flachen Hand vor die Stirn zu schlagen. Nein, sie stammte eindeutig nicht aus hohem Hause. Immerhin erlöste ihr überschwänglicher Auftritt ihn aus seiner Starre.

„Danke, ich bin wohlauf und auch froh darüber, dich zu sehen“, brachte er endlich hevor. Da sie ihn viel zu vertraulich und formlos angesprochen hatte, blieb ihm kaum etwas anderes übrig, als sich dieser Form anzuschließen. In ihren Augen blitzte Erleichterung auf.

Natürlich war Vulun nicht entgangen, dass die angeblich Verlobten gerade alle Formen der Höflichkeit mit Leichtsinn sprengten. „Was für ein reizendes Paar, findest du nicht, Jarmak?“, bemerkte der Herzog. Sein Ton war aalglatt, doch darunter lauerte ein Raubtier. Arjuk glaubte fast, den Luftzug zu spüren, mit dem der Panther seinen Schwanz hin- und herschlug.

„Erstaunlich, wie nahe sie sich bereits stehen. Dabei berichteten mir meine Informanten doch von einer unterkühlten Beziehung.“

„Informanten…“ Arjuk hob die Brauen, doch währenddessen lachte Kara bereits auf. „Bis vor kurzem hatten eure Informanten auch Recht“, flötete sie. Mit wenigen Schritten stand sie neben Arjuk und hängte sich an seinen gesunden Arm. „Doch eine gemeinsame Flucht, tagelanges Ausharren in einfachsten Verhältnissen, was soll ich sagen? Wir haben bemerkt, dass wir wohl doch mehr gemeinsam haben als zuerst gedacht.“

Arjuk blieb nichts anderes übrig, als verlegen den Blick zu senken, während sich sein Gesicht vermutlich gerade die Farbe einer reifen Tomate annahm. Das war also die Geschichte, die sich Kara ausgedacht hatte… oder die Person, die hinter dem ganzen Theater stand.

Vuluns Ausdruck war noch immer von einer höflichen Leere, doch zumindest Jarmak schien bereits überzeugt zu sein. „So hatte der Krieg also auch einige unerwartet positive Seiten“, sagte er mit einem verschmitzten Grinsen.

Arjuk presste die Kiefer aufeinander, Kara brachte ein Lächeln zustande, das irgendwo zwischen betörend und gequält pendelte, Jarmak feixte und Vulun musterte die Szene mit seinem durchdringenden Habichtblick. Keine Frage: Sie mussten weg hier, und das schnell.

„Wenn ihr uns entschuldigt, Onkel… ich würde Lady Miriana gerne den Hängenden Garten zeigen“, sagte Arjuk schnell.

Er hatte die Hängenden Gärten bislang gemieden, denn es war der Lieblingsort seiner Mutter gewesen. Aber er brauchte einen Ort mit etwas Privatsphäre. Und der Garten würde Kara sicherlich gut gefallen.

Sofern er das beurteilen konnte. Und das konnte er nicht.

Arjuk zwang sich, sich daran zu erinnern, dass er Kara erst wenige Stunden kannte und ihr nicht einfach so blind vertrauen konnte. Aber es fiel ihm schwer, wenn sie ihn mit diesem halb fragenden, halb neugierigen Blick von der Seite ansah. Es erinnerte ihn plötzlich so sehr an Jo.

Vulun versuchte sie zwar noch, mit seinem Geplänkel aufzuhalten, ließ sich aber schließlich überzeugen. Als sie sich zum Gehen wandten, bemerkte Arjuk erleichtert, dass sich Kara tatsächlich bei ihm einhängte, wie man es von einer Dame erwartete. Schweigend spazierten sie in die Parkanlage hinein, gefolgt von den Leibwächtern, die sich nun jedoch taktvoll zurückfallen ließen und nur noch einen sehr weitläufigen Kreis bildeten. Vielleicht war die Sache mit der Verlobung doch keine so schlechte Idee, denn wie sonst hätten sie auch nur annähernd ungestört sprechen können?


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VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Mira - 06-03-2008, 20:33
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