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Es ist: 08-12-2022, 06:47
Es ist: 08-12-2022, 06:47 Hallo, Gast! (Registrieren)


VR: Blaues Blut (453 d.D)
Beitrag #1 |

VR: Blaues Blut (453 d.D)
Spielleitung: Ichigo



[Bild: blaues.png]

Kayro'kan / Kayro'har = Vulun
Nomae'har = ?
Noato = Kalil



Ichigo (ehemals: Nachtfalter) / Arjuk:


Außer Atem drückte Arjuk die Hintertür auf. Der Heimweg hatte länger gedauert als er gedacht hatte. Schnell stolperte in den schmalen Gang hinein. In dem Gewirr aus Vorratsräumen, Küchen und eng gestellten Regalen herrschte normalerweise stets ein geschäftiges Treiben. Heute jedoch kauerten die Dienstboten untätig beisammen und blickten dem Neuankömmling aus bleichen Gesichtern entgegen. Als sie ihn erkannten, sprangen sie eilends auf und grüßten ehrerbietig. Sie waren es mittlerweile gewohnt, hin und wieder Arjuks hochgewachsene Gestalt in der schlichten Kleidung der einfachen Leute durch die Hinterpforte huschen zu sehen, doch sobald sie in dem jungen Mann mit dem ungeordneten dunklen Haarschopf den Sohn ihres Herren erkannten, behandelten sie ihn auch als solchen. Nun löste sich eine kleine, etwas rundliche Frau aus der Gruppe.
„Arjuk!“ Katrina, die Arjuk als Kind gepflegt hatte wie ihren eigenen Sohn, blickte ihn aus großen dunklen Augen an. „Wo warst du nur so lange? Der Herzog sucht dich und schäumt vor Ungeduld. “
„Mein Vater sucht mich?“ Ehe Arjuk es sich versah, hatte Katrina ihn schon beim Arm gepackt und hastete durch das Labyrinth der Dienstbotenräume. Arjuk konnte ihr kaum folgen. Zwar überragte er seine alte Amme mittlerweile um gut zwei Köpfe, aber sie übertraf ihn in ihrem energischen Charakter. Ihr rundes Gesicht war bereits von Falten durchzogen, doch die Haarsträhnen, die sich aus ihrem dicken langen Zopf gelöst hatten und ihr Gesicht umwehten, waren noch immer pechschwarz.
„Warte“, rief Arjuk atemlos, „ich kann meinem Vater so nicht unter die Augen treten! Er wird außer sich sein, wenn er erfährt, dass ich wieder in der Stadt war.“
„Heute nicht“, antwortete Katrina, die sich wendig und zielsicher zwischen den vollgestopften Regalen durch die schmalen Gänge bewegte. „Der Herzog hat andere Sorgen, und dass sein Sohn ein Taugenichts ist, wusste er ja schon.“ Bei diesen Worten lächelte sie ihm liebevoll zu. „Hast du Milena getroffen?“
Die beiläufige Frage genügte, dass Arjuk das Blut in die Wangen schoss. „Nein“, antwortete er. „In der Stadt ist der Teufel los. Alle wollen raus aus Noato.“
Er folgte Katrina die letzten Stufen hinauf, die aus dem Dienstbotenbereich in die erlesenen Gänge des Palastes von Noato führte. Als er auf den spiegelglatten Marmor trat, hinterließen seine Schuhe staubige Abdrücke.
Arjuk wusste, wohin Katrina ihn mit zielstrebigen Schritten führte. „Bist du sicher, dass ich nicht besser...“, setzte er an, doch Katrina schob ihn bereits in das Arbeitszimmer des Grafen. Die Männer, die über den Tisch in der Mitte des Raumes gebeugt waren, blickten erstaunt auf. Zwischen den mit Bücherregalen und schweren Ölgemälden bedeckten Wänden wäre Arjuk in seinem ärmlichen Aufzug am liebsten im Erdboden versunken.
„Eure Hoheit, Arjuk ist zurück,“ rief Katrina mit einer hastigen Verneigung.
„Sei brav,“ raunte sie Arjuk streng zu, bevor sie sich schnell zurück zog.
Graf Kalil machte seinen Beratern ein kurzes Zeichen, woraufhin diese, nicht ohne einen höflichen Gruß an Arjuk zu richten, sich aus dem Raum begaben.
Nachdem die schwere dunkle Tür ins Schloss fiel, legte sich die plötzliche Stille wie ein dickes Tuch über den Raum. Arjuk spürte den strengen Blick seines Vaters auf sich ruhen, als er an den Tisch in der Mitte des Zimmers trat. Für gewöhnlich stapelten sich hier Bücher und Pergamente, doch heute war die dunkel gemaserte Holzplatte nur von einer großen Landkarte bedeckt, bunt gespickt von den Fähnchen, die darauf gestellt waren. Es hätte wie ein farbenfrohes lustiges Spiel aussehen können, doch die Bilder von den Menschen, die hektisch ihre Habe zusammen packten, standen Arjuk noch zu frisch vor Augen.
„Habe ich dir nicht gesagt, du sollst dich nicht in der Stadt herumtreiben?“ Arjuk versuchte erst gar nicht, sich zu verteidigen, doch zu seiner Überraschung blieb die erwartete Schelte aus.
„Sie rücken vor“, sagte der Graf. Ausdruckslos wies er auf die Karte, auf der sich die vertrauten Grenzen der Provinzen Nomae’kan und Kayro’kan über das Pergament wanden.
„Und Vulun lehnt Verhandlungen weiterhin ab?“, fragte Arjuk, der die Antwort bereits wusste.
Sein Vater warf ihm einen missbilligenden Blick zu. „Was für eine Frage,“ erwiderte er nur.
„Nun ja, nach fünfhundert Jahren könnten die Zeiten überwunden sein, in denen sich Blutsverwandte bekriegen,“ meinte Arjuk halbherzig. Es war sinnlos, derartige Gespräche mit seinem Vater zu führen, und dennoch fand sich er sich regelmäßig in eben jene aussichtslosen Diskussionen verwickelt wieder.
„Diese Zeiten werden nie vorbei sein.“ Arjuk schauderte unter dem harten Ausdruck seines Vaters. Es war mehr als 500 Jahre her, als die Erzfeinde Iqann’kan und Gandal’kan nach Ende der Magierkriege keine Einigung um das Gebiet zwischen den beiden Provinzen erzielen konnten und schließlich drei kleine, schwache Provinzen entstanden: Nomae’kan als treuer Verbündeter Gandal’hars und der Weißen Magie; Kayro’kan mit engen Beziehungen zu der Schwarzen Magie in den dunklen Wäldern Iqanns; und Aven’kan, dem eine eigene Provinz zugestanden wurde, um eine lokale Rebellion zu verhindern.
Arjuks Blick blieb unwillkürlich an dem kleinen schraffierten Fleck hängen, der sich, direkt an der Grenze zu Kayro’kan gelegen, gerade noch an Nomae’kan klammerte: Die Grafschaft Noato hatte in seiner Lage zwischen den verfeindeten Provinzen Nomae’kan und Kayro’kan schon immer einen schweren Stand gehabt. Es war von beiden Seiten mit viel Aufmerksamkeit und Misstrauen verfolgt worden, dass Kalil von Noato ausgerechnet Natalya von Kayro’har heiratete, die Schwester von Herzog Vulun von Kayro’kan. Um Gerüchte zu vermeiden, hatte Kalil Vulun schließlich Besuche in Noato untersagt; später sogar den Umgang mit Arjuk unterbunden und Natalya nur noch alleine nach Kayro’har reisen lassen; und seit Natalyas Tod vor drei Jahren war der Kontakt nach Kayro’har gänzlich abgebrochen. Nun marschierte Vuluns Heer plötzlich auf Noato zu.
„Die Stadt brodelt“, sagte Arjuk leise. „Alle wollen in den Süden in’s sichere Gandal’kan.“
„Tatsächlich?“ Graf Kalil hob die Brauen. „Nun, das bestätigt die Meldung, es gäbe bedenkliche Flüchtlingsströme Richtung Süden.“
Arjuk verkniff sich nur mit Mühe eine spitze Bemerkung. Warum schickte sein Vater Späher in alle Himmelsrichtungen aus, anstatt einfach zu hören, was die einfachen Leute auf der Straße sagten?
„Gandal’kan sieht das ganze sehr ungern,“ fuhr der Graf fort. „Es wird für eine Weile die Grenzen schließen, bis sich die Lage beruhigt hat. Wir müssen uns beeilen, dich hier raus zu bringen. Ich habe bereits alles arrangiert.“
„Gandal’kan schließt die Grenzen?“ Es dauerte einen Moment, bis die Ungeheuerlichkeit des Gesagten in Arjuks Bewusstsein drang, doch dann fuhr er entsetzt auf. „Das können sie nicht machen! Gandal’kan ist der einzige Weg, um Vulun zu entkommen!“
Kalil jedoch blickte Arjuk ausdruckslos an. „Du solltest nicht so viele Gedanken an andere verschwenden, wenn dein eigenes Leben in Gefahr ist,“ sagte er. „Du bist der Thronerbe. Auf dich ist Noato angewiesen.“
„Aber Gandal’har sollte doch... was ist mit Ein Bündnis, ein Volk?“, murmelte Arjuk schwach. Der Leitsatz hatte Nomae’kan, Gandal’kan und Kohn’kan stets zusammen geschmiedet.
„Falls es dich beruhigt,“ sagte Kalil, „die einfachen Leute machen sich unnötige Mühe, wenn sie versuchen, in die Nachbarprovinz zu fliehen. Es würde genügen, in’s Nachbardorf zu gehen. Mir wurde zugetragen, dass Vulun Versicherungen nach Nomae’har und Gandal’har schickte, er würde nicht in ganz Nomae’kan einfallen. Es geht ihm nur um Noato. Und aus diesem Grund...,“ Kalils Mundwinkel verzogen sich zu einem bitteren Lächeln, „wird uns auch niemand zu Hilfe kommen. Nomae’har und Gandal’har handeln klüger, unsere kleine Grafschaft zu opfern, in der Hoffnung, Vuluns Wahn damit zu besänftigen.“
„Wird Milena nicht auch in Gefahr sein?“, warf Arjuk besorgt ein.
Kalil blickte auf. „Milena?“
„Mi... Miriana“, verbesserte sich Arjuk hastig. Innerlich verfluchte er seine Unachtsamkeit. Sein Vater war sehr ungehalten über Arjuks heimliche Streifzüge durch Noato, doch was geschehen würde, wenn er erfuhr, dass sein Sohn sich mit der Tochter eines einfachen Schmieds traf, das wollte er sich lieber nicht ausmalen. Nein, für ihn war die wohlerzogene Miriana bestimmt, die wusste, wie man sich zu Hof benahm und deren adelige Familie die Grafschaft um ein ansehnliches Territorium vergrößern würde. Vorausgesetzt, in Noato würde der Friede wieder einkehren...
„Für Miriana besteht wohl kaum Gefahr,“ riss Kalils Stimme ihn aus seinen Gedanken. „Ihre Familie wird vorsichtshalber eine Weile in Nomae’har untertauchen. Wenn Noato allerdings dauerhaft besetzt bleibt...“
„...wird die Verlobung wohl platzen, was?“ Arjuk schmunzelte, als er die säuerliche Mine seines Vaters sah. Wie lange hatte er schon darauf hingearbeitet, seinen Sohn endlich zu verheiraten!
„Freu dich nicht zu sehr darüber.“ Kalil blickte finster drein. „Du und Katrina werdet heute Nacht abreisen, außerdem zwei Diener deiner Wahl.“
„Heute...“ Arjuk schnappte nach Luft.
„Je schneller desto besser,“ bestätigte der Fürst. Aufmerksam blickte er seinen Sohn an, während dieser um Worte rang. Arjuk biss sich auf die Lippen. Er hatte dem Stallburschen und dem alten Gärtner versprochen, sich von ihnen zu verabschieden. Milenas rotwangiges Gesicht tauchte vor seinen Augen auf...
„Katrinas Verwandte haben eingewilligt, dich in Caralmur aufzunehmen, bis sich die Lage beruhigt hat.“
„Caralmur?“ Arjuk riss die Augen auf. „So weit weg? Ist Vulun wirklich so gefährlich?“
Schon seit Tagen sprach sein Vater von nichts anderem, als dass Arjuk die Stadt verlassen sollte, aber bisher war immer von Nomae’har oder Gandal’har die Rede gewesen. Caralmur, das eingeklemmt zwischen Kayro’kan, Aven’kan und Gandal’kan seinen Status als freie Reichsstadt seit Jahrhunderten verteidigte, wurde heute zum ersten Mal erwähnt.
„Ich habe eine Warnung aus den höchsten Kreisen Kayro’hars erhalten.“ Kalil blickte seinen Sohn eindringlich an, und Arjuk schauderte unter dem Blick. „Vulun ist höchst gefährlich, und er positioniert bereits Häscher in Gandal’har. Er wird nicht eher ruhen, bis er uns beide in seiner Gewalt hat.“
„Aber warum?“ Arjuk war verwirrt. Dass die Lage nicht rosig aussah, war ihm klar gewesen, aber diese dramatischen Worte verblüffte ihn.
„Es gibt nur eine Erklärung: Rache.“ Graf Kalil blickte Arjuk düster an. „Dein verehrter Onkel Vulun wird wohl endgültig den Verstand verloren haben und mir die Schuld an Natalyas Tod geben.“
Arjuk begriff nicht, inwiefern sein Vater für den Tod seiner Mutter verantwortlich gemacht werden konnte, doch er sagte nichts. Es war bereits drei Jahre her, dass seine Mutter einer seltsamen Krankheit unterlag, doch noch immer stieg ein dicker Kloß in seinen Hals, wann immer er daran dachte. Und sein Vater hasste es, wenn er Schwäche zeigte...
Arjuk war froh, dass Kalil offenbar keine Erwiderung von ihm erwartete und weitersprach.
„Ich habe alles arrangiert. Caralmur ist wie geschaffen, um eine Weile unter zu tauchen. Und Vulun wird dich nicht suchen. Du wirst einen neuen Namen bekommen, neue Papiere. Niemand wird Verdacht schöpfen.“ Kalils Stimme war sanft, als beruhige er ein kleines Kind. Zärtlich nahm er das Gesicht seines Sohnes in seine schlanken Hände, doch Arjuk schauderte unter dem entschlossenen Blick seines Vaters. Was hatte sein Vater in die Wege geleitet...? Unwillkürlich wand er sich aus der Berührung.
„Was soll das heißen?“, fragte er misstrauisch.
Kalil zögerte einen Moment, ließ dann aber die Arme sinken. „Prinz Arjuk wird tragisch um’s Leben kommen und zu Grabe getragen; wir haben eine Leiche aus den Kerkern, die als Prinz beerdigt wird. Du aber wirst sicher in Caralmur sein, ohne dass Vulun auch nur auf die Idee kommt, dich zu suchen. Zu deiner Sicherheit werden wir keinen Kontakt haben. Warte, bis sich die Lage stabilisiert hat...“
Bis sich die Lage stabilisert hat... Arjuk biss sich auf die Lippen.
„Und Ihr, Vater?“, fragte er leise. „Ihr bleibt hier?“
Der Graf blickte über die Karte. „Ich werde tun, was ich kann, um die Stadt zu verteidigen,“ sagte er. „Falls sie fällt, werde ich tun, was ich kann, um zu fliehen. Falls ich nicht fliehen kann... habe ich meine Pflicht getan.“
Arjuk schwieg. Kalil jedoch nahm seinen Sohn bei den Schultern und blickte ihn eindringlich an. „Noato,“ sagte er leise, „braucht einen lebendigen Thronerben. Verstehst du das?“
„Ja“, seufzte Arjuk. Auch wenn ich als Thronerbe wohl nicht viel tauge, fügte er in Gedanken hinzu.
„Vergiss es nicht,“ sagte Kalil. Dann ließ er seinen Sohn los. „Welchen Dienern soll mitgeteilt werden, dass sie sich für die Abreise bereit machen sollen?“
Arjuk seufzte. Ihm war klar, dass er in diesem Augenblick über Leben und Tod entscheiden konnte. Zwei konnten gerettet werden... Arjuk schloss die Augen. Er fühlte sich plötzlich sehr erschöpft. Zum Teufel mit Vulun! Es gab so viele Politiker, warum musste es da ausgerechnet sein Onkel sein, der größenwahnsinnig wurde! Natürlich würden ihn alle Bediensteten darum anflehen, sie auszuwählen, wenn sie wüssten, in welcher Lage er sich befand. Alle, außer einer...
Arjuk stutzte. Ein verwegener Gedanke flüsterte ihm einen Namen in’s Ohr. Einen Moment zögerte er, dann sagte er bestimmt: „Der Stallbursche Chavan und der alte Gärtner. Sie sollen mitkommen.“
Der Fürst seufzte angesichts der seltsamen Wahl seines Sohnes.
„Gut,“ sagte er schließlich. Arjuks Herz machte einen Sprung. Plötzlich war er voller Zuversicht, dass sein Plan aufgehen würde. Er musste nur schnell handeln...
„Wann geht die Kutsche?“, fragte er beiläufig.
„Vor Tagesanbruch. Katrina meinte, du bräuchtest die Zeit, um dich zu verabschieden.“ Der Fürst blickte seinen Sohn durchdringend an. „Verabschiede dich gründlich, mein Sohn, vor allem von einer gewissen Milena.“
Erschrocken fuhr Arjuk auf. Einen Moment lang herrschte Stille. Arjuk fühlte sich von dem Blick aus den hellen Augen des Fürsten förmlich durchbohrt.
Schließlich senkte er den Kopf, doch innerlich kochte er vor Wut. „Katrina“, knirschte er. Sein Kindermädchen mit ihrem starken Sinn für Loyalität hatte es noch nie geschafft, vor dem Fürsten ein Geheimnis für sich zu behalten!
„Allerdings.“ Kalil trat an seinen Stuhl und klopfte ihm aufmunternd auf die Schulter. „Sieh es ein, Arjuk. Du weißt wo dein Platz ist. Du bist kein Kind mehr; vielleicht wirst du bald nicht einmal mehr Eltern haben.“
Unwillkürlich krümmte sich Arjuk zusammen.
„Sagt das nicht“, flüsterte er.
Sein Vater strich ihm sanft durch das Haar.

Am Horizont begann die Nacht bereits zu verblassen, doch über dem Land lag noch immer schützende Dämmerung, als vor dem Südtor Noatos vier Gestalten erschienen. Der Kutscher blickte ihnen entgegen. Einer von ihnen schien Mühe mit dem Laufen zu haben und stützte sich auf den Arm seines Begleiters. Die nächtlichen Gäste hatten sich die Kapuzen ihrer dunklen Kutten tief ins Gesicht gezogen, doch der Kutscher hatte ohnehin nicht vor, nachzufragen, wer seine Passagiere waren.
Nun trat derjenige, der seinen Freund gestützt hatte, an den Kutscher heran und öffnete ihre Faust. Auf der Handfläche leuchtete der Siegelring des Grafen. Wortlos ließ der Kutscher die Flüchtlinge ein.
Ratternd setzte sich der Wagen in Bewegung. Die Gäste sollten auf ihrem Weg noch gehörig durchgeschüttelt werden, denn der Kutscher hatte Anweisung, nur wenig befahrene Wege zu wählen.
Im Innern der Kutsche streifte Katrina die Kapuze vom Kopf. „Das hätten wir geschafft,“ seufzte sie.
„Ich bin noch nie in einer Kutsche gefahren,“ ließ Chavan vernehmen, der offenbar nicht ganz wusste, ob er Aufregung oder Furcht darüber empfinden sollte.
„Du wirst dich bald an das Geschaukel gewöhnen,“ tröstete ihn Arjuk.
„Lirim, ist alles in Ordnung?“ Katrina versuchte, das Dunkel zu durchdringen, doch alles was sie erkennen konnte war, dass der alte Gärtner sich bereits auf einer der Sitzbänke ausgestreckt hatte. Er hatte nicht einmal die Kapuze abgestreift.
„Ich glaube, er ist sehr erschöpft,“ flüsterte Arjuk ihr zu. „Lassen wir ihn schlafen.“
Katrina beließ es dabei. Sie war etwas überrascht gewesen, dass ausgerechnet der alte Gärtner aus der tödlichen Falle entrinnen sollte. Schließlich hatte er zuvor als einziger von ihnen allen verkündet, er wolle in Noato bleiben, komme was da wolle - all zu lange würde er es ja sowie so nicht mehr machen, da käme es auf ein paar Jährchen mehr oder weniger nicht mehr an; schon gar nicht, wenn er dafür den Ort verlassen müsste, an dem er sein ganzes Leben verbracht hatte. - Doch wer sagt schon Nein, wenn tatsächlich ein unverhoffter Lebensretter erscheint?
Mit einem Seufzer versuchte Katrina, es sich so bequem wie möglich zu machen. Das Gefährt sollte sich bereits der Grenze nähern, wenn Katrina feststellen würde, dass unter der Lirims Kapuze die blonden Strähnen Milenas hervorleuchteten...

Schon früh am Morgen als die Sonne noch nicht einmal mehr war, als ein vager, goldener Glanz hinter den Hügeln, und die ersten Vögel zaghaft ihre Stimmen erhoben, drangen aus dem kleinen Bauernhaus weit außerhalb der Stadtmauern schon geschäftige Geräusche. Ein Pferdekarren hielt vor dem Haus, eine schwarzgekleidete Gestalt trat zur Tür hinaus und winkte verhalten zum Abschied als sie neben dem Kutscher Platz nahm.
„Vergiss nicht zu Schreiben, wenn du angekommen bist!“, rief ein junger Mann mit ernst zusammengezogenen Augenbrauen ihr nach und wandte sich erst ab um einen schweren Jutesack in den Hof zu tragen, als die Reisenden schon vollständig außer Sicht waren.
Im Hof wurde inzwischen ein weiterer Karren beladen, der später jedoch von einem alten Ochsen gezogen werden sollte. Und ein schmächtiger aber muskulöser Knecht schleppte für zwei Kupfermünzen die Stunde Bündel voll Baumwolle und schwere Säcke gefüllt mit Mais und Kartoffeln. Schwer seufzend stemmte der Herr des Hauses seine Arme in die Hüften und beobachtete wie eine ihm sehr vertraute Gestalt gerade einen Packen bunter Tücher am Karren festmachte während sie einen kleinen Jungen von ungefähr einem Jahr auf dem Arm hielt und leise mit ihm sprach.
„Jo, du weißt du brauchst diesmal nicht mitzukommen“, begann er, „wenn du lieber hier bleibst und auf Tobias aufpasst, dann ist das kein Problem für mich.“
Aber die Angesprochene winkte nur lächelnd ab und entgegnete fröhlich: „Ach was, ich kann den Kleinen genauso gut mitnehmen und am Markt auf ihn aufpassen. Hier würden wir uns beide sowieso nur langweilen, was Tobias?“
Der Junge grinste seinen Vater mit großen Augen an.
„Na gut, dann brechen wir auf sobald alles aufgeladen ist“, sagte dieser und machte sich daran den Ochsen aus dem winzigen Stall zu holen und spannte ihn anschließend behutsam vor den fast voll beladenen Wagen.

Kurz darauf brachen sie gemächlich in Richtung Stadt auf, wie jeden Mittwoch. An diesem Tag verkauften sie ihre Waren am Markt von Kayro’har. Nicht, dass es in der großen Stadt nur einmal in der Woche einen Markt gegeben hätte, nein, aber Mittwoch war der Tag an dem auch die Händler von außerhalb die Erlaubnis hatten ihre Ware anzubieten. Die meisten Tajans langjähriger Handelspartner kamen aus anderen Provinzen oder sogar aus den östlichen Ländern, und deswegen kam er so gut wie immer Mittwochs in die Stadt um seine Bekannten zu treffen und mit ihnen Geschäfte zu tätigen. Seit gut zwei Jahren half Jo ihm dabei seine mühsam erwirtschafteten Güter an den Mann zu bringen, denn jedes Monat war er gezwungen mehr zu verkaufen als im vorigen um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Durch die enorm hohen Abgaben, die vom Staat von den einfachen Bauern abverlangt wurden, waren viele der Landwirte schon dazu gezwungen gewesen ihr Hab und Gut zu verpfänden, was sie anschließend in den Ruin getrieben hatte. Die wenigen Bauern, die noch imstande waren die Steuern aufzubringen, mussten nun umso mehr verkaufen, was ihnen wiederum mehr Steuern bescherte – es war ein Teufelskreis. Auch wenn im Moment alles gut lief für Tajan, er hatte jeden Tag die Sorge der Nächste zu sein, der von seinem Land vertrieben wurde weil er die Steuern nicht mehr entrichten konnte.

Als die Stadtmauer von Kayro’har unmittelbar vor ihnen aufragte, beeilte Tajan sich ein viel gefaltetes Dokument aus seiner Tasche zu ziehen und dem Wachmann auszuhändigen. Es war eine Bestätigung dafür, dass er berechtigt war seine Ladung in die Stadt zu bringen und der Pass wies ihn als gebürtigen Bürger von Iqann’kan aus. Das war von großem Vorteil, denn die Provinzen Kayro’kan und Iquann’kan waren von jeher eng miteinander verbunden, und so ersparte sich Tajan langweilige Befragungen über seine Herkunft, seine Beweggründe in die Stadt einzureisen und viele andere Dinge.
„Ihr könnt passieren“, grunzte der gelangweilte Wachmann und wendete sich dem nächsten Karren zu, der das Stadttor durchfahren wollte.
„Wie sagt man?“, flüsterte Jo dem kleinen Tobias zu und freute sich über seine überschwängliche Antwort.
„’ut Taaag!“
„Ja, genau, guten Tag“, kicherte sie und hielt sich am Karren fest, als sie durch ein Schlagloch rumpelten. Die Straße auf der sie sich befanden wurde fast ausschließlich von Händlern benutzt, und so machte sich keiner die Mühe sie zu sanieren. Sie führte durch die schäbigeren Viertel der Stadt, bis sie am großen Marktplatz endete, der von schmuddeligen Wirtshäusern und Tavernen umgeben war. Ganz im Gegensatz zu der penibel gepflasterten Hauptstraße, auf die Jo den Jungen aufmerksam machen wollte, als sie darauf einen kurzen Blick erhaschten als sie dabei waren sie zu überqueren. Dort tummelten sich geschäftig Kuriere und Eilboten, manche gefolgt von Kutschen, die von edlen Pferden gezogen wurden. An den Seiten befanden sich teure, gut geschmückte Läden und ab und zu drangen absonderlich gute Gerüche aus den weiß getünchten Häusern. Gerade als sie Tobias eine Bäckerei voller Süßigkeiten zeigen wollte, bogen sie um die Ecke eines abgewohnten Hauses und die Unwirklichkeit der verführerischen Hauptstraße wich der dumpfen Stille von Hinterhöfen und verwinkelten Gassen. Wären sie der einladenden Straße gefolgt, so wären sie schließlich am großen Park angelangt, dessen hohe Mauern unmittelbar an den Palast von Kayro’har grenzten. Doch so endete ihre rumpelige Reise abrupt auf einem weitläufigen Platz voll mit handelnden, lachenden und kauffreudigen Menschen, die sich um die zahlreichen Marktstände und Zelte tummelten. Jo schloss die Augen und atmete genüsslich die unzähligen Gerüche ein, die ihr plötzlich entgegen schlugen. Die Geräusche um sie herum verschwammen allmählich zu einem gleichmäßigen Summen, das sie an einen Bienenstock voll arbeitender Bienen erinnerte.
Ein verstohlenes Grinsen schlich sich auf ihr Gesicht.
„Mamam?“, riss sie Tobias’ Kinderstimme aus ihren Gedanken und brachte sie in die Realität zurück.
„Nein, nicht >Mama< sondern Jo“, versuchte sie dem Kleinen gutmütig zu erklären und wiederholte ihren Namen, während sie immer wieder auf sich selbst zeigte.
„Mamam!“, quietschte Tobias vergnügt und seine Kinderaugen wanderten wie von allein zu dem bunten Spektakel, das entstand als ein paar Gaukler mitten im Gedränge ihr Schauspiel begannen. Unter den mürrischen Gesichtern und strengen Augen einiger gut postierter Wachen, fingen die lebhaften Gaukler an farbige Bälle in die Luft zu werfen und gekonnt herumwirbeln zu lassen. Geistesverloren beobachtete Jo das akrobatische Treiben und erinnerte sich zurück an ihren letzten Aufenthalt in Noato. Dort waren ebenfalls ein paar Gaukler aufgetreten und einer von ihnen hatte schließlich sogar versucht ihr das Jonglieren beizubringen – mit sehr mäßigem Erfolg. Es schien ihr eine Ewigkeit her zu sein, seit sie damals auf dem belebten Marktplatz gestanden hatte, und tatsächlich waren es nun schon fast zwei Jahre.

Noato … die belebte Stadt durch deren Handelsviertel der mächtige Nyltra floss, die engen, staubbedeckten Gassen, das geradezu pulsierende Geschehen im Herzen der Stadt, die unnahbaren Palastmauern, überfüllte Wirtshäuser mit allerlei geheimnisvollen Gästen, die sanften Hügel vor den Stadttoren, Farims Hütte – verlassen.
Ein junger Adeliger mitten am Markt, eine halb zerfallene Zeichnung einer Blume, die Blauen Berge in blassem Dunst, eine einzelne weiße Blüte – Gipfelblüte.


Wie sonderbar es doch war, dass eine einzige Begegnung auf dem Marktplatz so viel verändern konnte. Aus dem verzweifelten Vorhaben eines weltfremden Adeligen war eine Expedition gewachsen, die mehr Abenteuer und Gefahren hervorbrachte, als irgendjemand vorher geahnt hätte. Doch letztendlich waren sie mit heiler Haut davon gekommen – die meisten von ihnen; Die Expedition war geglückt – oberflächlich. Sie waren ausgezogen um eine Heilpflanze zu finden, für Arjuks Mutter, die Frau des Grafen von Noato, und genau damit waren sie zurückgekehrt. Was niemand ahnen konnte war, dass die seltene Medizin schon zu spät kam. Jo hatte wenige Wochen nach ihrer Ankunft in Kayro’har die erschütternde Nachricht vom Tod Arjuks Mutter erfahren, denn die Nachricht war auch in der weit entfernten Stadt nicht zu überhören. Voll Mitgefühl hätte sie Arjuk am liebsten ihr Beileid mitgeteilt und ihm einen tröstlichen Brief geschrieben, doch sie wusste nicht, wie sie das anstellen sollte. Ihre Worte erschienen ihr zu plump und einfach zu sein um in einen Brief an einen Prinzen zu passen, und so ließ sie es einfach sein. Insgeheim keimte in Jo auch der Gedanke, dass Arjuk sich hinter seinen mächtigen Palastmauern wohl kaum mehr an eine Streunerin wie sie erinnert, geschweige denn ihre Anteilnahme als wichtig empfunden hätte.
„Jo“, drang eine vertraute Stimme durch das geistesabwesende Bewusstsein der jungen Frau, „Jo? Wolltest du nicht Anamarias Tücher verkaufen? Ich dachte das hättest du meiner Frau vor der Abreise noch versprochen.“
„Oh, ja ja, ich bin schon fast dabei, könnte man sagen“, antwortete die Angesprochene verträumt und machte sich daran die bunten Tücher vom Karren zu nehmen.
„Du kannst heute Varjuks Zelt benutzen, das hat er mir versichert“, sagte Tajan und nickte zustimmend in die Richtung, in der sein ostländischer Freund sein Zelt aufgeschlagen hatte.
„Geht in Ordnung“, meinte Jo als sie alle Tücher gepackt hatte, hob Tobias hoch und fragte ihn, „Na, wie wärs wenn wir uns ansehen was für seltsame Früchte Onkel Varjuk dort verkauft?“ Flink schlängelte sie sich durch das Gedränge und war kurz darauf bei Varjuk, einem stämmigen, dicht behaarten Ostländer, der sie herzlich begrüßte.
„Wie geht’s dir, Mädchen! Deine Ware kannst du dort drüben aufhängen. Ich bin immer erfreut über die Gesellschaft von so hübschen Frauen wie dir, dann kaufen meine Kunden mehr!“, lachte Varjuk, zwinkerte, und sah dabei aus wie ein übergroßer Tanzbär, der sein neuestes Kunststück präsentierte. Von dieser Fröhlichkeit angesteckt setzte Jo ein schelmisches Grinsen auf und erwiderte: „Über deine Komplimente, die so zahlreich sind wie die Sterne am Himmel, bin ich immer wieder sehr erfreut. Wie läuft das Geschäft so, drüben im Osten?“
„Ach, Gandal’kan will seine Grenzen immer noch nicht für unseren unbeschränkten Handel öffnen. Kein Wunder bei den ständigen Unruhen und der Revolution! Solange Aven’har sich gegen die Regierung der eigenen Provinz stellt und die internen Konflikte kein Ende nehmen, werden die Händler aus dem Osten weiterhin nur mit Kayro’kan Geschäfte machen können. Aber das macht nichts, so kann ich dich und deinen Bruder wenigstens öfter besuchen! Wie geht es übrigens seiner Frau? Wie ich sehe hast du ihren kleinen Sprössling mitgebracht“, redete er munter drauf los und tätschelte Tobias liebevoll, der gerade dabei war eine orangefarbene Kaktusfrucht gründlich zu untersuchen.
„Anamaria geht es gut, aber sie ist im Moment zu ihrer Familie in den Süden gereist. Ihrem Vater geht es gesundheitlich nicht gut, er muss von irgendjemandem gepflegt werden, nun da seine Frau nicht mehr lebt“, erklärte Jo und hielt Tobias gerade noch davon ab mit der Kaktusfrucht auf einen potenziellen Kunden zu zielen.
„Oh, das tut mir leid. Hey Ihr da, wollt ihr die frischesten Gewürze des gesamten Ostens kaufen? Tretet nur näher!“
Jo wandte sich um und beachtete kaum wie Varjuk seinem neuen Kunden alles mögliche aufschwatzen wollte, als sie plötzlich jemanden am benachbarten Marktstand stehen sah, das gelockte, dunkle Haar so ins Gesicht gefallen, dass nur noch die Augen hervorblitzten.
Abertausende Sterne am Himmel, eine Wiese übersät von tanzenden Glühwürmchen, Arjuks verwunderter Blick – seine Augen… das konnte nicht sein.
Wie von selbst schloss sich Jos Hand um das Amulett, das sie stets um den Hals trug; das Amulett, das Arjuk ihr bei ihrem Abschied geschenkt hatte. Und plötzlich strich sich die Gestalt das dunkle Haar aus dem Gesicht.

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- Rose Ausländer -

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RE: VR: Blaues Blut (453 d.E) - von Ichigo - 07-03-2009, 20:08
RE: VR: Blaues Blut (453 d.E) - von Ichigo - 12-03-2009, 22:45
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RE: VR: Blaues Blut (453 d.D) - von Ichigo - 03-06-2009, 21:59
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