Es ist: 14-11-2019, 23:39
Es ist: 14-11-2019, 23:39 Hallo, Gast! (Registrieren)


SI 01-Traumschreiber
Beitrag #1 |

SI 01-Traumschreiber
Traumschreiber

Der Dampf steigt in kleinen Wölkchen empor. In der Kanne beginnt das Wasser zu blubbern. Zufrieden nimmt Avanjos den Kessel vom Herd und gießt die kochende Flüssigkeit in seine Tasse. Genießerisch riecht er noch einmal an den Kräutern, bevor er sie in das Teeei legt und es in die Tasse hängt. Er geht zurück in sein Arbeitszimmer und setzt sich an den Schreibtisch.
Es ist fast dunkel, noch zeigt sich das letzte Licht des Tages in einem leuchtenden Abendrot und wirft Strahlen in die Zweige der Blutbuche. Die Lampe auf seinem Schreibtisch flackert. Avanjos nimmt Papier und Feder zur Hand. Vorsichtig fischt er das Teeei aus der Tasse und trinkt einen kleinen Schluck. Er weiß, dass er bereit sein muss. Bereit, die Träume der Menschen zu sehen, sie durch sich hindurch fließen zu lassen und sie in Worte gekleidet auf Papier zu bannen. Er trinkt einen weiteren Schluck, die erste Glühbirne zerspringt und ein Traum ergießt sich über Avanjos. Wie feiner Nebel breiten sich die Seelenbilder in ihm aus und er kann nur eines tun. Er muss sie zu Papier bringen.

Du siehst eine staubige Straße, spürst heißen Wind in deinem Gesicht und hast den Geruch schweißgebadeter Pferde in deiner Nase. Du trägst staubige Stiefel und einen langen Mantel. Um deine Hüften schmiegt sich ein ledernes Holster, in dem ein blankpolierter Colt steckt. Du stehst deinem schlimmsten Feind gegenüber, dem Jungen aus der Sitzreihe vor dir. Ein kleiner Junge bist du, die Mittagssonne brennt heiß und erbarmungslos auf dich herab. Schweiß rinnt dir über die Stirn, deine Fingerspitzen zucken dem Griff des Colts entgegen und deine Konzentration ist vollkommen auf den Gegner gerichtet. Du ziehst die Waffe aus ihrer Halterung, dein Rivale ebenfalls. Schüsse fallen und … du wachst auf.

Mit dem letzten geschriebenen Wort beendet Avanjos den Traum. Der Junge würde nun erwachen, ohne zu wissen, ob er als Gewinner oder Verlierer aus diesem Duell hervorgehen würde. Auch Avanjos würde es nicht erfahren, er kann das Schicksal nicht beeinflussen, das ihm die Seelenbilder schickt, welche die Menschen träumten.
Avanjos trinkt einen weiteren Schluck seines Tees. Er war so in der Welt der Worte verloren, dass der Tee inzwischen kalt geworden ist. Er nimmt die Tasse, verlässt sein Arbeitszimmer und betritt den mondscheingefluteten Garten. Seit er die Buche gepflanzt hatte, damals als er vom Schicksal erwählt wurde, war er nicht im Freien gewesen. Nun fühlt er sich verletzlich und auch schuldig, seine Aufgabe als Schreiber zu unterbrechen. Er tritt zu der jungen Blutbuche, deren Äste biegsam und stark sind. Vorsichtig gießt Avanjos den restlichen Tee unter den Baum und sieht der Flüssigkeit zu, wie sie in der Erde versickert. Einen Augenblick lang erlaubt er seinen Gedanken, in die Ewigkeit zu flüchten. Er stellt sich vor, wie die Wurzeln das Wasser aufnehmen würden, wie es langsam den Stamm hinaufklettert, um über die Äste zu den ovalen Blättern zu gelangen, die bald schon braun werden und auf den Boden fallen würden. Noch immer in Gedanken versunken, sieht Avanjos auf und bemerkt, dass die Lampe auf seinem Schreibtisch wieder flackert. Schnellen Schrittes eilt er seiner Aufgabe als Traumschreiber entgegen. Gerade noch schafft er es, die Feder in die Hand zu nehmen, bevor die zweite Glühbirne zersplittert.

Du freust dich auf deine Familie, mit leichten Schritten gehst du zu deiner Haustür und öffnest sie. Doch schon, als du den Flur betrittst, spürst du, dass etwas nicht so ist, wie es sein sollte. Ein kalter Luftzug berührt dich und du zuckst zusammen, wie unter einer kalten Berührung. Du gehst den dir vertrauten Flur entlang und betrittst dein Wohnzimmer. Im Kamin brennt ein Feuer, obwohl es Sommer ist und dir die Schweißperlen auf der Stirn stehen. Nichts ist zu hören, bis auf das Knistern des Feuers, während du den Raum durchquerst. Du rufst ein paar Namen, den deines Mannes und die deiner Kinder. Doch niemand antwortet dir. Du, die junge Familienmutter, brichst unter Tränen zusammen … und erwachst.

Während Avanjos den zweiten Traum beendet, entstehen tausend Möglichkeiten in seinen Gedanken. Tausend Möglichkeiten, wie es mit der Familie weitergehen könnte. Gute und auch schlechte. Tausend Emotionen, die hier gelebt werden könnten. Avanjos liebt die Worte. Er will sie benutzen, will mit ihnen spielen, will ihnen Leben einhauchen und Realitäten erschaffen, verändern. Will ihre Macht benutzen, um Leben zu beeinflussen. Zu beenden. Doch es steht nicht in seiner Macht sie lebendig werden zu lassen.
Das Klirren des letzten Glühbirnenglases reißt Avanjos aus seinen Gedanken.

Du sitzt auf einer Parkbank, mit einem Stapel Papiere auf deinen Knien. Tausende Buchstaben vor dir, alle fein säuberlich mit deiner Schreibmaschine getippt. Tausende Worte, jedes deiner Seele entsprungen und endlich, nach Jahren der Arbeit, zu einem Roman vereint. Beendet, alles geschrieben und du hast es vor dir und du weißt, du hast etwas Großartiges geschaffen. Eine Windböe ergreift das Papier, reißt es dir aus der Hand. Du willst es festhalten, willst die Worte nicht verlieren, doch der Wind nimmt sie mit sich fort.


Auch diesen Traum vollendet Avanjos mit dem Gefühl, noch nicht das endgültige Wort geschrieben zu haben. Die letzte Glühbirne auf seinem Schreibtisch ist zersprungen. Avanjos sitzt in seinem zeitlosen Zimmer, schattenumrissen und auf die mondlichtbeschienenen Traumsplitter starrend. Das Gefühl, noch mehr schreiben zu wollen, lässt ihn unruhig werden. Er weiß, dass das Schicksal ihm jederzeit neue Bilder schicken kann. Ungeduldig wischt Avanjos die Scherben von seinem Schreibtisch, doch die Glassplitter ritzen in seine Haut und sein Blut tropft auf die niedergeschriebenen Worte. Es sammelt sich zu kleinen Seen, malt Blutscherbenmosaike für Avanjos. Und zum ersten Mal sieht Avanjos die blutigen Bilder seiner Seele vorüberziehen.
Aber noch kann er ihrer Herr werden, sie verdrängen und den Wahnsinn aus seinen Gedanken verbannen. Die Lampe auf seinem Schreibtisch flackert erneut und die unruhigen Schatten lassen Avanjos aufsehen, erlauben ihm, einen Blick auf die Blutbuche vor seinem Fenster zu werfen. Für einen kurzen Augenblick werden seine Gedanken von dem Baum auf andere Bahnen gelenkt. Nur für einen winzigen Moment gönnt er seinen Gedanken eine Pause, bevor seine Feder wieder das Papier berührt und neue Worte erschafft und mit ihnen Bilder malt. Blutige Seelenbilder.

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #2 |

RE: SI 01-Traumschreiber
Hallo Lady,

das eigentliche Drama dieser Geschichte findet eher hintergründig statt.
Da ist Avanjos, der ausgewählten Menschen Träume schreibt, dazu gezwungen ist, seit einem Tag X Traumsequenzen auszuformulieren und Tagerlebnisse reflektieren zu lassen. Seinen Gesichtsausdruck dabei kann man sich nur vorstellen - ich denke, er verzieht es mitunter, will nicht sofort loslassen, bereut vielleicht, was die Leute sehen ... und wendet sich dann wieder sich selbst zu.
Was mir sehr gefällt, ist das Bild, das du zeigst, der Rahmen dieser Geschichte: Träume in Glühbirnen, die zu einem bestimmten Moment zu Boden fallen und zerspringen. Das hat etwas sehr Bezauberndes.
Du zeigst am Anfang, wie rituell Avanjos an diese Sache herangeht, wie präzise, dann seine Ablenkung und die Träume, die er den Menschen gibt (oder die ihnen durch ihn gegeben werden). Da ist sehr viel Platz für Emotion, in irgendeiner Form steht hier ja Avanjos viel mehr im Vordergrund als die unbekannten Du-Menschen in den Träumen. Davon merkt man aber wenig. Ich hätte gern mehr gespührt beim Lesen, mehr als die Arbeit, die er tut, so wirkt es fast wie eine Bürotätigkeit, dabei scheint Avanjos einsam zu sein, verdammt, hier diese Geschichten zu schreiben. Dass er kein wirkliches, andauerndes Mitgefühl entwickelt, verstehe ich, dann wäre er längst kaputtgegangen bei der Menge an Geschichten. Aber hier wird nicht ganz deutlich, welchen Teil von ihm du eigentlich zeigen willst: Wirklich "nur" den Arbeiter? Oder einen Schreibaholic? Oder einen Verlassenen, Einsamen? Einen Teetrinker?
Es ist nur ein Bild, das du zeigst, ich sehe den Ausdruck auf Avanjos' Gesicht, sehe ihn schreiben und die Glühbirnen über seinem Schreibtisch hängen - bin mir aber sicher, dass da mehr ist, mehr, das in dieser Geschichte zu fühlen wäre. Mehr Persönlichkeit, vielleicht, mehr Schrecken, mehr Angst - mehr ausgelöstes Mitgefühl mit den Träumenden. Denn die Sequenzen sind leider so kurz, so belanglos erzählt, dass sie keine wirkliche Wirkung entfalten. Da nehme ich Avanjos seine Schreibwütigkeit nicht ab. Wahrscheinlich liegt es daran, dass mich diese Geschichte nicht ganz erreicht hat.
(Ansonsten: Schön, Avanjos nochmal wiederzusehen, ich wusste die ganze Zeit, dass ich sowas Ähnliches schonmal gelesen habe *g*)

In sprachlicher Hinsicht solltest du vor allem nochmal über die Zeiten schauen. Vielleicht hängt die Geschichte auch deshalb, weil du die Nähe, die das Präsens zum Geschehen herstellt, in den Sätzen nicht ganz auffangen kannst. Du erzählst in den nichtkursiven Passagen eher, als wäre das hier eine Präteritumgeschichte, weshalb du auch ein paar Mal hin und her springst, vor allem nach dem ersten Traum.
Von der Wortwahl her gefällt mir der letzte Absatz, da sind ein paar schöne Sachen drin wie "schattenumrissen".

Anmerkungen:
Zitat:Zufrieden beobachtete Avanjos, dass sein Teewasser heiß genug ist.
"beobachtet" - und das hier ist z.B. so ein Satz, der etwas schleppend wirkt. Da könnte es auch ein bisschen schneller gehen, z.B. "Zufrieden nimmt er den Teekessel vom Herd ...", also diesen und den nächsten zusammengefasst.
Zitat:Er weiß, dass er bereit sein muss. Bereit die Träume der Menschen zu sehen,
... Bereit, die ...
Zitat: schmiegt sich ein ledernes Holster, indem ein plankpolierter Colt steckt.
"in dem ein blank polierter Colt" od. "blankpolierter Colt"
Zitat: und deine Konzentration ist vollkommen auf deinen Gegner gerichtet.
vllt "auf den Gegner", um die Wdh. zu vermeiden?
Zitat:Der Junge erwachte nun, ohne zu wissen, ob er als Gewinner oder Verlierer aus diesem Duell hervorgehen würde. Avanjos tat es leid, denn auch er würde es nicht erfahren, er konnte das Schicksal nicht beeinflussen, das ihm die Seelenbilder schickte, welche die Menschen träumten.
Zitat:Er war so in der Welt der Worte verloren, dass der Tee inzwischen kalt geworden war.
Tempus
Zitat:Nun fühlt er sich verletzlich und auch schuldig seiner Aufgabe als Schreiber zu unterbrechen.
... schuldig, seine Aufgabe ...
Zitat:Einen Augenblick lang erlaubt er seinen Gedanken in die Ewigkeit zu flüchten.
... Gedanken, in ...
Zitat:Schnellen Schritte eilt er seiner Aufgabe
"Schrittes"
(und "eilen" ist z.B. ein Verb, das im Präsens in meinen Augen seltsam klingt.)
Zitat:Doch schon, als du den Flur betrittst spürst du
Doch schon als du den Flur betrittst, spürst du ...
Zitat:Ein kalter Luftzug berührt dich und lässt du zuckst zusammen
Zitat:und erwachst.
Während Avanjos den zweiten Traum beendet, erwachen tausend Möglichkeiten in seinen Gedanken.
Die Wiederholung von "erwachen" liest sich hier nicht so schön ... notfalls "entstehen neue Möglichkeiten / entwickeln sich ...", aber das ist eigentlich nicht unmittelbar genug. "Das Ende des letzten Traums lässt tausend Möglichkeiten in seinen Gedanken entstehen ..." Hm, wieder entstehen. Na ja.
Zitat:Will ihre Macht benutzen, um Leben zu beeinflussen, zu beenden.
Zur Betonung vielleicht: " um Leben zu beeinflussen. Zu beenden."
Zitat:und auf die mondlichtbeschienen Traumsplitter starrend.
"mondlichtbeschienenen"
Zitat:und sein Blut tropft auf die niedergeschriebenen Worte. Kleine, rote Tropfen sammeln sich zu winzigen Seen, malen für Avanjos Blutscherbenmosaike.
"tropft" - "Tropfen", vielleicht: "Es sammelt sich zu winzigen Seen ..."
Vom Satzbau her liest sich für mich stimmiger: "malen (dann: malt) Blutscherbenmosaike für Avanjos"
Zitat: Und zum ersten Mal sieht Avanjos die blutigen Bilder seiner Seele vorüberziehen. Aber noch kann er ihrer Herr werden
Zwischen den beiden Sätzen vielleicht ein Absatz?
Zitat:erlauben ihm einen Blick auf die Blutbuche vor seinem Fenster werfen.
"zu werfen"

Liebe Grüße,
Libertine

PS: Yeah, ein Schreibimpuls! Icon_smile

... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
Avatar von Eddie Haspelmann

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Beitrag #3 |

RE: SI 01-Traumschreiber
Hallo Lady,

schön, dass du mit dem Schreibimpuls-Bild was anfangen konntest! Icon_smile

Anmerkungen:

Vorsichtig fischt er das Teeei aus der Tasse und trinkt einen kleinen Schluck.

Zuvor ist er sooo genießerisch und zelebriert das Teekochen beinahe und dann Teeei raus und Schluck. Ich hätte gedacht, er riecht nochmal dran, nimmt das Aroma in sich auf, eher er die Tasse an seine Lippen führt und mmmhhmmm ... lecker!

Bereit die Träume der Menschen zu sehen, sie durch sich hindurch fließen zu lassen und sie in Worte gekleidet auf Papier zu bannen

Komma nach "Bereit"

Um deine Hüften schmiegt sich ein ledernes Holster, indem ein plankpolierter Colt steckt.

in dem

Ein kleiner Junge bist du und die Mittagssonne brennt heiß, erbarmungslos auf dich herab.

hätte eher "heiß und erbarmungslos" geschrieben oder so: "heiß - erbarmungslos - auf dich herab" ... so find ichs zu schnell hintereinander gereiht. Da geht der Effekt von erbarmungslos flöten ...

Der Junge erwachte nun, ohne zu wissen, ob er als Gewinner oder Verlierer aus diesem Duell hervorgehen würde. Avanjos tat es leid, denn auch er würde es nicht erfahren, er konnte das Schicksal nicht beeinflussen, das ihm die Seelenbilder schickte, welche die Menschen träumten.

warum hier kurz Präteritum?

Er war so in der Welt der Worte verloren, dass der Tee inzwischen kalt geworden war.

Mhm, eher "kalt geworden ist" - so klingt der Satz als wäre aus einem Text, der komplett in der Vergangenheit geschrieben ist ...

Einen Augenblick lang erlaubt er seinen Gedanken in die Ewigkeit zu flüchten. Er stellt sich vor, wie die Wurzeln das Wasser aufnehmen würden, wie es langsam den Stamm hinaufklettert, um über die Äste zu den ovalen Blättern zu gelangen, die bald schon braun werden und auf den Boden fallen würden.

Wieso "Ewigkeit"? Hätte eher "Mikrokosmos" oder so geschrieben ...

Schnellen Schritte eilt er seiner Aufgabe als Traumschreiber entgegen

SchritteS

Doch schon, als du den Flur betrittst spürst du

Komma vor "spürst du"

Ein kalter Luftzug berührt dich und lässt du zuckst zusammen, wie unter einer kalten Berührung.

das "lässt" erscheint mir zuviel

Das Gefühl noch mehr schreiben zu wollen, lässt ihn unruhig werden.

Komma nach "Gefühl"

erlauben ihm einen Blick auf die Blutbuche vor seinem Fenster werfen.

zu werfen
und Komma nach "erlauben ihm"

.......................

Ich sehe gerade, dass Libbi ihren Kommentar eben gesetzt hat - aber ich lösch jetzt nichts mehr raus. Hast du maybe manche Anmerkungen doppelt Icon_wink ...

Die Idee fand ich insgesamt sehr interessant - wobei ich mich frage, was für eine Lampe das ist. Kommen da immer wieder neue Glühbirnen? So, als würden sie "nachwachsen"?

Das Einstreuen der Traumsequenzen hat mir sehr gut gefallen - nur fand ich die Träume an sich etwas zu "simpel" und belanglos ...

Was mir nicht ganz klar ist: Avanjo steht plötzlich auf und es passiert etwas - warum steht er auf? Warum geht er auf einmal zum ersten Mal wieder zur Blutbuche? Ist mir irgendwie nicht klargeworden. Er trinkt Tee und plötzlich geht er raus. Eigentlich normal - aber dann heißt es, er wäre seit der Pflanzung nicht mehr im Freien gewesen. Mir fehlt da eine Erklärung.

Schön fand ich, dass Avanjo am Ende auch etwas über sich selbst sieht - eine kleine Unterbrechung seines ewigen Schicksals? Fand auch die Kombination mit dem Blut gut. Es ist lebendig.

Insgesamt hat mir etwas die Nähe zu Avanjo gefehlt ... erst am Ende kommt da ein wenig etwas auf. Vorher hast du viele Ansätze, aber vertiefst sie nicht bzw. setzt sie nicht konsequenz genug um (siehe Tee).

Nichtsdestotrotz eine sehr schöne Idee!

Grüße

- Zack

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

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Beitrag #4 |

RE: SI 01-Traumschreiber
Mensch, dass ging hier ja schnell!

Hi Libbi,

Zitat:Mehr Persönlichkeit, vielleicht, mehr Schrecken, mehr Angst - mehr ausgelöstes Mitgefühl mit den Träumenden. Denn die Sequenzen sind leider so kurz, so belanglos erzählt, dass sie keine wirkliche Wirkung entfalten. Da nehme ich Avanjos seine Schreibwütigkeit nicht ab.

Also die Traumsequenzen die sind beabsichtigt so kurz. Insgesamt soll es ja hauptsächlich um Avanjos gehen und gerade weil die Träume so kurz sind, sehnt er sich danach mehr zu schreiben. Aber du hast recht, mehr Emotionen könnte ich ihm geben, dann würde dich das ganze wahrscheinlich auch besser erreichen.

Zitat:(Ansonsten: Schön, Avanjos nochmal wiederzusehen, ich wusste die ganze Zeit, dass ich sowas Ähnliches schonmal gelesen habe *g*)

Schön, dass du ihn wiedererkannt hast. Er war der einzige, der was mit diesen Glühbirnen anfangen konnte. Icon_smile

Zitat:In sprachlicher Hinsicht solltest du vor allem nochmal über die Zeiten schauen.


Ja, diese Zeiten. Ich schreib ja eigentlich immer im Präteritum, außer bei Avanjos-Geschichten, die sind immer im Präsens. Warum ich mir das angetan hab, weiss ich auch nicht mehr. Jedenfalls hab ich schon beim schreiben gemerkt, dass ich plötzlich hin und her springe. Icon_rolleyes

Vielen Dank für die vielen Anmerkungen. Das offensichtliche werd ich natürlich übernehmen. Über die Satzumbauten werd ich mal schauen, was ich da machen kann. Icon_smile

Joar, ansonsten freu ich mich gerade, dass bei dir zumindest der Inhalt so angekommen ist, wie er sollte. Da bin ich schonmal beruhigt, dass es doch nicht zu wirr ist. Ich werd versuchen, ob ich Avanjos noch ein bisschen näher rausholen kann. Icon_smile

Danke für deinen tollen Kommentar. Icon_smile

Liebe Grüße,
Lady




Hi Zack,

schön, ein Kommentar von der Admina, da bin ich mal gespannt. Icon_wink

Zitat:schön, dass du mit dem Schreibimpuls-Bild was anfangen konntest!

Ich muss sagen, ich hab dieses Bild lange angestarrt und überlegt, was ich damit anfangen kann. Plötzlich ist dann Avanjos aufgetaucht und der konnte dann mit den Glühbirnen endlich was machen. Icon_smile

Zitat:
Zitat:Vorsichtig fischt er das Teeei aus der Tasse und trinkt einen kleinen Schluck.
Zuvor ist er sooo genießerisch und zelebriert das Teekochen beinahe und dann Teeei raus und Schluck. Ich hätte gedacht, er riecht nochmal dran, nimmt das Aroma in sich auf, eher er die Tasse an seine Lippen führt und mmmhhmmm ... lecker!

Hmm, also eigentlich ist er da ein wenig in Eile, weil er gleich schreiben muss. Ich werd nochmal schauen, ob er seinen Tee nicht doch noch ein wenig genießen kann.

Zitat:
Zitat:Der Junge erwachte nun, ohne zu wissen, ob er als Gewinner oder Verlierer aus diesem Duell hervorgehen würde. Avanjos tat es leid, denn auch er würde es nicht erfahren, er konnte das Schicksal nicht beeinflussen, das ihm die Seelenbilder schickte, welche die Menschen träumten.
warum hier kurz Präteritum?

Weil ich hier mit den Zeiten total durcheinander gekommen bin. Avanjos ist der einzige den ich im Präsens schreibe. Ich hab schon während dem schreiben gemerkt, dass ich total hin- und herspringe.

Zitat:
Zitat:Einen Augenblick lang erlaubt er seinen Gedanken in die Ewigkeit zu flüchten.
Wieso "Ewigkeit"? Hätte eher "Mikrokosmos" oder so geschrieben ...

"Ewigkeit" ist eins meiner Lieblingsworte. Es ist hier vielleicht nicht ganz das passende, aber ich wart erstmal, wieviele noch dadrüber stolpern. Icon_wink

Zitat:Die Idee fand ich insgesamt sehr interessant - wobei ich mich frage, was für eine Lampe das ist. Kommen da immer wieder neue Glühbirnen? So, als würden sie "nachwachsen"?

Genau. Die wachsen praktisch wieder nach. Das ist ja das mystische an der Geschichte. Icon_smile

Zitat:Das Einstreuen der Traumsequenzen hat mir sehr gut gefallen - nur fand ich die Träume an sich etwas zu "simpel" und belanglos ...

Träume sind ja manchmal so. Und genauso wie dir geht es Avanjos ja auch, er will wesentlich interessanteres schreiben.

Zitat:Er trinkt Tee und plötzlich geht er raus. Eigentlich normal - aber dann heißt es, er wäre seit der Pflanzung nicht mehr im Freien gewesen. Mir fehlt da eine Erklärung.

Stimmt. Dadrüber hab ich auch gar keine Gedanken gemacht. :icon_gucker: Er sollte eben einfach mal was machen und da erschien es mir sinnvoll nochmal näher auf den Baum einzugehen. Ich werd mir was überlegen.

Zitat:Insgesamt hat mir etwas die Nähe zu Avanjo gefehlt ... erst am Ende kommt da ein wenig etwas auf. Vorher hast du viele Ansätze, aber vertiefst sie nicht bzw. setzt sie nicht konsequenz genug um (siehe Tee).

Ja, so ging es Libbi auch. Ich werd mal schauen, wie ich ihn noch nächer rausholen kann, bzw. ihm mehr Emotionen geben kann.

Zitat:Nichtsdestotrotz eine sehr schöne Idee!

Danke. Freut mich, dass ich zumindest die Idee schonmal so rüberbringen konnte, wie ich es wollte. An allem anderen werd ich wohl nochmal basteln müssen. Icon_smile

Vielen Dank für den tollen Kommentar und die ganzen Anmerkungen. Das meister werd ich natürlich übernehmen, nur bei den Satzumbauten muss ich nochmal genauer schauen, wie es mache.

Liebe Grüße,
Lady

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Beitrag #5 |

RE: SI 01-Traumschreiber
Huhu du!^^

Was neues von dir? Da darf ich nicht fehlen. Icon_smile

Zitat:Der Dampf steigt in kleinen Wölkchen empor. Blubbernd beginnt das Wasser in der Kanne zu kochen.
Ich würde die beiden Sätze verbinden (z.B und), damit nicht zwei Sätze hintereinander mit einem adjektiv beginnen. (Neuerdings empfinde ich auch das als Dopplung Icon_uglyIcon_wink)

Zitat:Teeei
*ggg* ein ... knuffiges Wort!

Zitat:Wie feiner Nebel breiten sich die Seelenbilder in ihm aus
Schön! (Zusammen mit der Blutbuche, erinnert mich deine Wortwahl übrigens an die blutigen Sellenbilder Icon_smile)

Zitat:Ein kalter Luftzug berührt dich und du zuckst zusammen, wie unter einer kalten Berührung.
Dopplung von "kalt" ... Alternative: "eisig"?^^

Zitat:Es sammelt sich zu kleinen Seen, malt Blutscherbenmosaike für Avanjos.
Tolles Bild!

Zitat:Und zum ersten Mal sieht Avanjos die blutigen Bilder seiner Seele vorüberziehen.
Ah, das ist also die Vorgeschichte!

Eine sehr flüssig und vor allem im letzten Abschnitt auch sehr schön geschriebene Geschichte.
Inhaltlich haben wir es hier sozusagen mit Alltag zu tun. Phantastischem Alltag, etwas eigentlich bezauberndes, das Avanjos zugrunde richten wird. Gleichzeitig ist es die Vorgeschichte zu den Seelenbilder ... wir erfahren, wann sie zum erstenmal aufgetaucht sind. Allerdings bleibt die Geschichte selbst wie ein Traum, etwas abseits, etwas dur ein Milchglas betrachtet, sehen wir eigentlich nur Avanjos Schemen. Andererseits passt gerade das auch zu den Traumbildern die du zeichnest.
Man bekommt durch die Distanz irgendwie auch die Eintönigkeit mit, die Avanjos verlebt. Es wirkt eben wie Alltag und deshalb finde ich es nachvollziehbar, dass er unzufrieden wird. Nur ein emotionaler Anlass fehlt vielleicht, warum er zum Baum geht.

Hat mir insgesamt gut gefallen!

Liebe Grüße von deinem Wanderer^^

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Beitrag #6 |

RE: SI 01-Traumschreiber
Hallo mein Wanderer,

du darfst natürlich keinesfalls fehlen. Icon_smile

Zitat:
Zitat:Der Dampf steigt in kleinen Wölkchen empor. Blubbernd beginnt das Wasser in der Kanne zu kochen.
Ich würde die beiden Sätze verbinden (z.B und), damit nicht zwei Sätze hintereinander mit einem adjektiv beginnen. (Neuerdings empfinde ich auch das als Dopplung )

Seit wann ist denn "Der Dampf" ein Adjektiv?

Zitat:
Zitat:Teeei
*ggg* ein ... knuffiges Wort!

Ja, gell? Ich habs auch lange angestarrt und mich gefragt, ob das überhaupt einer kennt. Icon_smile

Zitat:
Zitat:Wie feiner Nebel breiten sich die Seelenbilder in ihm aus
Schön! (Zusammen mit der Blutbuche, erinnert mich deine Wortwahl übrigens an die blutigen Sellenbilder)

Das war meine Absicht! Und wie du ja richtig erkannt hast ist es die Vorgeschichten zu den Seelenbildern.

Zitat:Man bekommt durch die Distanz irgendwie auch die Eintönigkeit mit, die Avanjos verlebt. Es wirkt eben wie Alltag und deshalb finde ich es nachvollziehbar, dass er unzufrieden wird. Nur ein emotionaler Anlass fehlt vielleicht, warum er zum Baum geht.

Gerade die Distanz hat ja Libbi und Zack nicht gefallen, ich werd mal sehen, ob ich da was noch dran machen kann. Aber schön, dass dich das nicht gestört hat. Ja, warum er da zum Baum geht, dafür muss ich mir auch noch was einfallen lassen.

Schön, dass es dir so gut gefallen hat. Das freut mich doch! Icon_jump

Vielen Dank für deinen Kommentar, auch der wird mir helfen, noch ein wenig an der Geschichte zu arbeiten. Icon_smile

Liebe Grüße,
Lady

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Beitrag #7 |

RE: SI 01-Traumschreiber
Huhu!^^

Kurze Rückmeldung:

Zitat:Seit wann ist denn "Der Dampf" ein Adjektiv?
Nein Dampf ist nicht das Adjektiv das ich meine, schau in den nächsten Satz *räusper* Icon_smile Diese beiden Sätze würde ich halt verbinden, damit nur der nächste Satz mit einem Adjektiv beginnt ... ok ich gebe zu, das war schwer zu verstehen. Icon_wink

Liebe Grüße von deinem Wanderer

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Beitrag #8 |

RE: SI 01-Traumschreiber
Hi Wanderer,



Zitat:Nein Dampf ist nicht das Adjektiv das ich meine, schau in den nächsten Satz *räusper*

Ah, okay, das ergibt einen Sinn. Der nächste Satz beginnt nämlich mit "Zufrieden". Ist mir beim Schreiben auch schon aufgefallen, dass beides Adejektive sind, aber zu einer wirklichen Änderung konnte ich mich bis jetzt nicht durchringen.

Danke für die Aufklärung. Icon_smile

Liebe Grüße von deiner Lady

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Beitrag #9 |

RE: SI 01-Traumschreiber
Hallöchen!
Eine tolle, faszinierende Geschichte finde ich. Sie hat mich richtig in ihren Bann gezogen und viele Bilder darin sind unheimlich poetisch. Ich mag eigentlich Erzählungen im Präsens, aber du hast es geschafft, dass es mich nicht gestört hab, dafür Riesenlob Icon_wink

Mir ist nu eine Stelle negativ aufgefallen:

Seit er die Buche gepflanzt hatte, damals als er vom Schicksal erwählt wurde, war er nicht im Freien gewesen

Mir scheint, Plusquampferfekt (ist das der deutsche Ausdruck?) stimmt hier zeitlich nicht, da du vom Präsens ausgehst, müsste es Perfekt sein.

Sonst wunderschön.


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Beitrag #10 |

RE: SI 01-Traumschreiber
Hallo Dandelion,

schön, dass du wieder unter eine meiner Geschichten gefunden hast.
Besonders freut mich, dass dir die vielen Bilder darin gefallen, denn die waren der Ausgangspunkt für die Geschichte und daher das wichtigste.
Tja, das mit dem Präsens ist so eine Sache: Normalerweise mag ich das auch nicht, aber jedesmal wenn ich was von Avanjos erzählen will, drängt sich mir diese Zeitform einfach auf. Icon_smile

Deine angemerkte Stelle werd ich mir einmal genauer ansehen, dass kann schon sein, dass ich mal in die falsche Zeit gerutscht bin.

Vielen Dank für deinen netten Kommentar.

Liebe Grüße,
Lady

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