Es ist: 08-03-2021, 04:54
Es ist: 08-03-2021, 04:54 Hallo, Gast! (Registrieren)


Bahnfahrende Bürger
Beitrag #1 |

Bahnfahrende Bürger
Früher bin ich viel mit der Bahn gefahren. Scheinbar hat sich nicht sooo viel geändert. So möchte ich Euch meine Betrachtungen zu diesem Thema vorstellen.

Über bahnfahrende Bürger und ihre Betreuung


Seit geraumer Zeit bin ich ein Mensch, der auf die Bahn wartet, in der Hoffnung: die Bahn kommt! Damit bin ich gewiss guter Hoffnung, denn sie kommt…bloß wann??
Eine geringfügige Verspätung von 10 – 20 Minuten sollte zu ertragen sein. Naja, bei 13 Minuten Umsteigezeit wird die Sache spannend. Ich merke, wie ich ein wenig kribblig werde wenn es soweit ist und ich mir die Frage stellen muss, schaffe ich das oder nicht. Wenn nicht, was dann?

Der normale Bahnreisende versucht sich vom Zugservice betreuen zu lassen. Das gibt es, wurde anfangs glaubwürdig versichert…Menschen auf Bahnhöfen und in Zügen müssen Vertrauen haben.
Bloß wo isser gerade, der Betreuer? Und was macht er mit mir, wenn es tatsächlich an das Betreuen gehen sollte? Denn immerhin bin ich jedwede Betreuung unterwegs wenig gewohnt, war ich doch immer mit dem Auto entweder Selbstfahrer oder anderweitig Mitfahrer. Letzteres kann ich genießen…Mitfahren ist immer gut. Man ist zwar zweifelsohne ausgeliefert aber es gibt die Möglichkeit herumzutriefen, genüsslich die Augen zu schließen und sich bestens zu fühlen. Ich bin ja für nichts verantwortlich…träum…nicht verantwortlich sein…das ist sonst nur den Babies und den älteren Rentnern vielleicht vorbehalten…einfach dasitzen und für nichts die Verantwortung tragen müssen…ein Traumzustand, oder etwa nicht?
Man ist nicht mehr der Macher, der Drahtzieher, dessen sollte man sich bewusst sein. Ich weiß es und es rührt mich nicht, dann bin ich eben mal für eine Weile der Depp, entmündigt, ausgeschaltet. Ich trällere ein wenig vor mich hin und koste diesen Zustand aus, hab ja auch einen Schein, nein, keinen Jagdschein, nur einen Fahrschein der Bahn…bin bereit für die Betreuung!
Im Auto muss sie ja nicht sein. Der Fahrer darf nicht abgelenkt werden…auch im Stau nicht…leider.

Also überlege ich, in meine Winterjacke gehüllt im Zug sitzend (heute funktionierte die Heizung nicht sooo gut…man könne sich einen anderen Wagon suchen, hieß es, vielleicht wäre es da wärmer, das würde ohne weiteres eventuell möglich sein, meinte auch der Schaffner im Vorbeirauschen). Die Oma bemerkte dazu später, im Kriege wäre es auch so gewesen, nur dass zuweilen die Zugscheiben raus wären. Ich hatte also Glück, sie waren doch alle unversehrt drin!) ob ich den Wagen wechseln sollte, wenn da nur nicht so viele Konjunktive im Spiel wären. So blieb ich verklamt sitzen, die anderen Passagiere auch. Man möchte schließlich die paar Stündchen wenigstens sitzend frieren, vielleicht wäre aber auch stehend schwitzen besser. Ich sah nämlich wie viele Menschen hoffnungsvoll in diesen Zug hereindrängten. Überall lungerten sie nun herum oder wanderten, ihre Koffer träge hinter sich herzerrend, durch die Gänge. Ihre Gesichter zeigten leichte Irritationen, offensichtlich alle betreungsbedürftige Bürger. (ich rede von Leuten der zweiten Klasse…mein Gott vom Plebs halt, zu den Persönlichkeiten der 1. Klasse komme ich noch)

.…aber mir war ja auch schon etwas wärmer geworden bei dem Gedanken, ich würde das Überspringen in den Anschlusszug nicht ganz schaffen, dann muss ich mich auf dem Bahnhof betreuen lassen, wer will das wirklich? Ich nicht! Außerdem überkam mich zu allem Unglück noch ein menschliches Rühren und das WC-Signal über der Tür war ständig rot…vielleicht ist es in der Box wärmer, oder aber es sitzt dort einer festgefroren an der Brille…alles ist drin. Aber nein, sicher hat der dort sich im Bistro stark betreuen lassen und kämpft nun mit den Folgen. Vermutlich braucht er sich gerade keine Sorgen mehr über Anschlüsse zu machen und die schwindende Möglichkeit, sie zu besteigen.
Nun, ich sitze also 2. Klasse und hänge meinen Gedanken nach…
Auf einmal taucht der aktuelle Betreuer auf, sie wechseln von Zeit zu Zeit, und verlangt mit gezückter Zange die Karte. Ich bekomme das 4. Loch! Schaue mir bei der dienstlichen Handlung des Lochens den Zugbegleiter an (man sagt nicht mehr Schaffner!, obwohl… ich habe genau gesehen, dass er immer noch den Stab hebt und dabei pfeift, das macht er auf dem Bahnhof mit seiner roten Mütze auf dem Kopfe, wie vor hundert Jahren)
Jedenfalls beschließe ich, mich von ihm lieber nicht betreuen zu lassen, er wirkt nicht unbedingt Vertrauen erweckend…ich muss auch wieder an andere Dinge denken…das WC-Lämpchen ist immer noch rot… vielleicht hat der da drin auch keine Fahrkarte, sitzt, hat es womöglich warm und fährt umsonst, Tsssst!
Das würden die 1.Klasse- Menschen niemals tun…sie fahren auf Firmenkosten und ertragen heiter mit ihren Laptops die Bahnbetreuung. Na ja, sie arbeiten im Zug, die Ärmsten (dennoch habe ich einige in der Nase bohren sehen, ob sie sich langweilen?)
Ich bin auch schon 1. Klasse gefahren!!! Ja, das geht, wenn die Sparpreise 2. Klasse vergeben sind, dann bietet man die 1. Klasse zu moderaten Preisen an, man spricht dann vom Zugglück (ist doch schön, besser als Zugunglück)
Ich hatte es also, deshalb kann ich auch aus dieser Klasse mal berichten. Man bekommt hier übrigens nicht mehr oder weniger Löcher…betreuungsmäßig gesehen, knipst sie auch derselbe Schaffner (ach so, man sagt das nicht mehr so)…vielleicht weil sie es nicht mehr schaffen, was auch immer.
Im Zug sitzend sehe ich unsere Bürger an und bemerke besorgt, unsere Reisenden sind zu dick. Werden sie so gut betreut woanders, außerhalb der Bahn? Zuweilen passen sie knapp nur durch die Gänge und benötigen sogar zwei Sitzplätze, ob sie auch zwei bezahlten? Das Flugwesen denkt darüber bereits ernsthaft nach, die Bahn ist wohl noch nicht ganz so weit…sie darf jetzt die Menschen auch nicht verärgern, es fahren sonst wieder alle mit dem Auto.
Fast jeder hat auch ein funktionierendes Handy mit den attraktiven Klingeltönen und viele haben CD-player, die mit Schnüren die Musik in die unterschiedlichen Ohren leiten. Das ist schön. Man betreut sich selbst und reist rücksichtsvoll, es wird auch gelesen und geschlafen…eine Menge Kultur ermöglicht unsere Bahn. Eigentlich ist das Bahn fahren ganz wundervoll und man spart. Es gibt Spannung, Abwechslung, man spürt das Leben, ohne nur für das geringste verantwortlich zu sein und man könnte sich immer wieder betreuen lassen.
Es klingt wie im Märchen…das ist es wohl auch…und wenn sie nicht Verspätung hat, dann mag ich sie fast ein wenig…und wenn sie warm geheizt werden würde, dann könnte man in ihr träumen vom Ankommen…

Erkennen wollen
ist der erste Schritt des Verstehens.
Zunächst im Selbstversuch!

Webseite des Benutzers besuchen Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #2 |

RE: Bahnfahrende Bürger
Hallo Helga,


ich habe gerade gesehen, dass deine Geschichte jetzt schon fast einen Monat lang unbeantwortet geblieben ist ... jetzt bekommst du also, spät, aber doch, noch eine Antwort. Wie immer erst meine Anmerkungen:

=> der auf die Bahn wartet, in der Hoffnung: die Bahn kommt!
Wortwiederholung; außerdem wird - soweit ich weiß - nach einem Doppelpunkt groß weitergeschrieben.
Und es ist irgendwie recht holprig formuliert. Vielleicht "... in der Hoffnung auf ihr Kommen" oder etwas in der Art?

=> denn sie kommt…bloß wann??
Vor und nach den drei Punkten ein Leerzeichen (und ich finde, dass ein Fragezeichen reichen würde)

=> Eine geringfügige Verspätung von 10 – 20 Minuten
Zahlen in Prosatexten normalerweise ausschreiben; wenn du das nicht willst, würde ich zumindest den Strich durch "bis" ersetzen.

=> Ich merke, wie ich ein wenig kribblig werde wenn es soweit ist
Komma nach "werde"

=> und ich mir die Frage stellen muss, schaffe ich das oder nicht.
Vorschlag: "... und ich mir die Frage stellen muss: Schaffe ich das - oder nicht?"

=> Der normale Bahnreisende versucht sich vom Zugservice betreuen zu lassen.
Komma nach "versucht"

=> wurde anfangs glaubwürdig versichert…Menschen auf Bahnhöfen
Leerzeichen vor und nach den drei Punkten

=> Bloß wo isser gerade, der Betreuer?
Würde einen Gedankenstrich nach "bloß" setzen - und den Dialekt eventuell rausnehmen, aber das überlasse ich dir Icon_wink

=> oder anderweitig Mitfahrer
anderwertig

=> Letzteres kann ich genießen…Mitfahren ist immer gut.
Wieder Leerzeichen vor und nach den drei Punkten

=> Man ist zwar zweifelsohne ausgeliefert aber es gibt die Möglichkeit herumzutriefen
Komma nach "ausgeliefert" und nach "Möglichkeit" - und was meinst du mit "herumtriefen"? *wunder*

=> Ich bin ja für nichts verantwortlich…träum…nicht verantwortlich sein…das ist sonst nur den Babies und den älteren Rentnern vielleicht vorbehalten…einfach dasitzen und für nichts die Verantwortung tragen müssen…ein Traumzustand, oder etwa nicht?
Jedes Mal Leerzeichen vor und nach den drei Punkten
Außerdem:
-) "träum" ist Internetsprache, das solltest du weglassen oder umformulieren, z.B. "kann träumen".
-) "Babys" mit y (die Rechtschreibung verlang deutsche Mehrzahlbildungen für Anglizismen)
-) würde das "vielleicht" vor die älteren Rentner schieben ("... und vielleicht den älteren Rentnern ...")

=> nur einen Fahrschein der Bahn…bin bereit für die Betreuung!
Leerzeichen vor und nach den drei Punkten

=> Der Fahrer darf nicht abgelenkt werden…auch im Stau nicht…leider.
Wieder die Leerzeichen

=> Also überlege ich, in meine Winterjacke gehüllt im Zug sitzend (heute funktionierte die Heizung nicht sooo gut…man könne sich einen anderen Wagon suchen, hieß es, vielleicht wäre es da wärmer, das würde ohne weiteres eventuell möglich sein, meinte auch der Schaffner im Vorbeirauschen). Die Oma bemerkte dazu später, im Kriege wäre es auch so gewesen, nur dass zuweilen die Zugscheiben raus wären. Ich hatte also Glück, sie waren doch alle unversehrt drin!) ob ich den Wagen wechseln sollte
*Augen reib* ... also ... also. Erst mal würde ich den Einschub entweder radikal streichen oder verschieben. Wenn er zu Ende ist, hat man keine Ahnung mehr, wie der Satz angefangen hat. Das ist nicht gerade Leserfreundlich Icon_wink
Außerdem machst du die Klammer zweimal zu, das erste Mal nach "vorbeirauschen".

=> heute funktionierte die Heizung nicht sooo gut…man könne
"funktioniert" im Präsens und - ja, genau Icon_wink - Leerzeichen vor und nach den drei Punkten *g*

=> Die Oma bemerkte dazu später
Welche Oma? "Die" bedeutet, dass es sich um eine bestimmte Oma handelt; die der Protagonistin? Warum taucht sie so unvermittelt auf?

=> nur dass zuweilen die Zugscheiben raus wären
"rausgewesen wären"; außerdem bin ich eher für "Fensterscheiben des Zuges", "Zugscheiben" klingt, als wäre der Zug in Scheibchen geschnitten worden. *g*

=> So blieb ich verklamt sitzen
Was ist "verklamt"? O_o Ich kenne nur "verklemmt" ... oder "klamm" ... und beides will nicht passen.
Außerdem hast do vorher die ganze Zeit im Präsens geschrieben, warum rutscht du hier ins Präteritum?

=> Ich sah nämlich wie viele Menschen hoffnungsvoll in diesen Zug hereindrängten.
Alles ins Präsens bitte - und ein Komma nach "nämlich"

=> offensichtlich alle betreungsbedürftige Bürger
"alles"; ich bezweifle nämlich, dass es sich hier um alle betreuungsbedürftigen Bürger des Landes handelt Icon_wink

=> (ich rede von Leuten der zweiten Klasse…mein Gott vom Plebs halt, zu den Persönlichkeiten der 1. Klasse komme ich noch)
"Ich" groß, da Satzanfang; außerdem wieder die Leerzeichen, ein Komma nach "Gott" und "ersten" ausschreiben, nachdem zu es bei der zweiten Klasse auch gemacht hast. Und: Punkt am Satzende.

=> .…aber mir war ja auch schon etwas wärmer geworden
Nur drei Punkte, ein Leerzeichen und "Aber" groß, da Satzanfang.

So, hier muss ich Schluss mit der Fehlersuche machen, da ich keine Zeit mehr habe.

Insgesamt hat dein Text humorvolle Ansätze, aber mir ist noch zu wenig roter Faden drin. Er wirkt eher wie eine Ansammlung von Assoziationen. Mir würde es besser gefallen, wenn du manche Punkte mehr herausarbeitest, statt alle kurz anzuschneiden; z.B. die Idee mit dem Klo fand ich nett, die wäre eine Vertiefung wert gewesen.
Außerdem wär's gut, wenn du den plötzlichen Sprung in der Erzählzeit ausbügeln könntest, so etwas stört mich doch recht.

Ich hoffe, du siehst die Kritik jetzt nicht als ausschließlich negativ; ich denke, du könntest etwas machen aus deinem Text. Nur so, wie er jetzt hiersteht, kann ich persönlich noch nicht viel anfangen damit. Aber das ist natürlich nur meine Meinung.


Mira (die ebenfalls schon viel Zeit ihres Lebens in Zügen oder beim Warten darauf verbracht hat)

Ich bin ein Fragezeichen
kein Punkt
- Rose Ausländer -

Avatar von Zwielichtstochter

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #3 |

RE: Bahnfahrende Bürger
Hallo Mira,

ich danke Dir sehr, dass Du Dir so viel Mühe mit meinem Text gemacht hast. Werde mich nun mit Deinen Hinweisen befassen. Deine Kritik sehe ich nicht negativ, warum sollte ich, schließlich hast Du viel Arbeit investiert.
Meine Geschichte ist nur ein Streifzug durch den Alltag, nur persönliche Eindrücke, flüchtige Gedankensprünge, Abschweifungen, wie man sie ja auch im wirklichen Leben gerne unternimmt. Diese Geschichte bindet sich ein in meine Ich-Tonartgeschichten, die schon veröffentlicht sind (da kommt natürlich auch immer mal wieder die Oma vor).
Ich glaube, die meisten Fehler, also echte Kommata usw. sind korrigiert. Habe meine Geschichten einfach aus meinem unbearbeiteten Fundus übernommen. Aber ich hätte wirklich mehr Sorgfalt drauf legen müssen, wenn ich sie hier vorstelle. Deine Kritikpunkte sind also sehr berechtigt. Danke Dir.

Viele Grüße
Helga

Erkennen wollen
ist der erste Schritt des Verstehens.
Zunächst im Selbstversuch!

Webseite des Benutzers besuchen Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #4 |

RE: Bahnfahrende Bürger
Hallo Helga!

Humor und Bahn sind meiner Meinung nach zwei Dinge, die außerordentlich gut zusammen passen - ohne einen ausgewachsenen Sinn für Humor sollte man sich nicht mal in die Näher eines Bahnhofes wagen, geschweige denn wirklich in einen Zug steigen. Und man braucht nochmal eine extragroße Portion Humor mehr, wenn man dank der eigentlich regulären Verspätung nachts um vier irgendwo in Unbekannten Gebieten an einem Bahnhof strandet und der nächste Zug Richtung Reiseziel geht erst um sechs Morgens. Herrlich, von deiner Betreuung außerhalb der Abteile ist dann überhaupt nichts mehr zu merken, währed mann in irgendeine Ecke gekuschelt wegpennt. Die einzige, die sich um einen kümmern sind entweder die Stressbeutel vom Ordnungsamt, die es schaffen einen die ganze Nacht auf Trab zu halten und durch die Bahnhof scheuchen oder übermüdete Schaffner, die eigentlich das gleiche machen, nur nicht so ausdauernd.
Zum Glück sind meine Bahnzeiten schon eine ganze Zeit lang her, als ich mich noch glücklich Großstadt nennen durfte war ich drauf angewiesen und es war zu großen Teilen einfach nur beschissen. Entweder Verspätung oder gar nicht gefahren oder tausend Umwege wegen Bauarbeiten... naja, angekommen bin ich irgendwann, aber die Stunden, die ich mir damit um die Ohren schlagen musste, waren echt nicht lustig. Zum Glück hab ich Prestigesüchtige Eltern, die mir einen Neuwagen geschenkt hatte und ich würde meinen kleinen Mazda für nichts in der Welt eintauschen wollen... Eltern sind manchmal wirklich praktisch, auch wenn sie mir mit ihrer Angst, irgendwie negativ aufzufallen ziemlich auf die Nerven gehen. Für ein ruhiges, unauffälliges Leben haben sie mit mir das falsche Kind adoptiertMrgreen.

Jetzt aber mal Abstand von meiner Situation, ich kann ja irgendwann mal ne Geschichte drüber schreiben... Deine kleine Bahn-Beschreibung mochte ich wirklich da, war super zu lesen, ich bin ohne Probleme durch den Text gekommen und es waren auch ein paar witzige Stellen drin. ZUm Beispiel wo die Vermutungen über den armen Tölpel auf der Toilette aufgestellt wurden. Wenigstens ist er so anständig, die Toilette zu benutzen und nicht irgendwo in den Zug zu machen. Manche Leute sind nämlich echt zu faul, nach der kleinen Kabine zu sehen (hab mal nen Penner in so nen Klappmülleimer scheißen sehen, das war echt ekligIcon_shocked. Manche Menschen haben anscheinend die Dreistigkeit mit Löffeln gefressen - mit verdammt großen Löffeln). Aber unser Ich-Erzähler hat anscheinend einen richtig komfortabelen Zug erwischt. Ohne hemmungslose Penner, über versiffte, stinkende Abteile wurde auch nicht berichtet... verdammt, was hab ich damals bei der Wahl meines Zuges bloß falsch gemacht? Okay, wirklich ne Wahl hatte ich nicht, fuhr ja nur einer... Auf jeden Fall schein das einer von den besseren Zügen zu sein, die heißen IC glaub ich ICE sind die Dinger, die sich kein normaler Mensch leisten kann. So, wie ich die verstanden habe, hat das Teil sogar ein Bistro! Hab so was nie zu Gesicht bekommen, nen Zug, wo man essen kaufen kann! Ist ja schon fast richtiger Luxus! Okay, so ganz ohne Verpflegung war ich auch nicht unterwegs, vor allem wenn Wochenends die Kegel -, Fußball, - Junggesellen und eben zu entsprechender Zeit auch Kranevalsvereine unterwegs waren. Hey, ich liebe diese Menschen einfach! Auch wenn ich dann am Ziel meist nicht aus dem Zug 'gestiegen' bin. Eher gefallen. Die sollte diese schmalen Stüfchen mal Promillefreundlich ausbauen... aber auch hier konnte man sich auf die freundlichen Vereinsmenschen verlassen, irgendwie sind immer alle wieder heil und mit beiden Füßchen auf dem Boden wieder draußen gelandet... hmmmm... irgendwie kommt mir deine Fahrt dagegen echt total ruhig und entspannend vor. Aber ich kenne mich ja auch nicht mit den IC-Dingern aus. Immer schön die billigste Variante - sonst kein Essen für mittellose Studenten.

Und dann sogar eine kurze Führung durch die erste Klasse! Damit hast du eigentlich den ganzen Zug abgedeckt, halt wo die Nutzer hinkommen. Wäre sicher auch mal interessant so ein Schaffnerhäuschen von innen zu betrachten, aber die lassen da bestimmt nur kleine, quengelige Motzkinder rein, damit die aufhören, die anderen Fahrgäste zu nerven - man kann sie ja nach ner Minute rausschmeißen, hauptsache, sie sind dann einigermaßen ruhiggestellt. Dass man sogar als 2. Klasse Mensch in die Bonzenabschnitte darf und das ohne dazuzuahlen hab ich auch noch nie gehört. Ich find's geil! Würde ich sofort ausnutzen, schön die Füßchen hochlegen und die Leute ärgern, die 1. Klasse gebucht haben und sich jetzt mit einem Haufen rumschlagen dürfen, vor dem sie sich eigentlich in Sicherheit gebracht haben dachten. Tja, Pech gehabt:P.
Die armen, armen Leute.
1. Klasse aus Versehen fahren kostet übrigens 40€ Strafe! Hab mich mal da verlaufen und die Zahlen an den Türen nicht gesehen und ist mir auch nicht wirklich was aufgefallen, aber der Schaffner war ganz schön angepisst, wahrscheinlich weil ich nur am rummotzen war. Ist ja auch ärgerlich - ich hab halt keine 40€ übrig um sie den Leuten von der Bahn in den Hinter zu schieben.

Könnte noch ewig in Erinnerungen schwelgen bei deinen Beschreibungen und ich finde es einfach schön, dass du sogar ein bisschen liebevoll vom Bahnfahren gesprochen hast, auch wenn es wirklich viel gibt, worüber man sich stundenlang aufregen kann... die schönen Momente sieht man dabei dann leider oft. Ist auf jeden Fall stressfreier als Autofahren und man kann Sachen erledigen die man ewig vor sich hingeschoben hat... man hat da die totale Auswahl. Das ist fast wie zu Hause rumsitzen, nur dass der Wagon sich bewirkt und dass man währenddessen von A nach B kommt. Und währenddessen schön relaxen, Kippen stopfen, lesen, schlafen, Musik... geht alles. Und man lernt auch noch andere Leute kennen, wenn man da Lust drauf hat. Eigentlich ist so ein Zug doch ein recht komfortabeles Reisemittel. Würde jetzt gerne in so ein Ding reinklettern und irgendwo hin fahren, einfach mal so. Okay, es wär mal wieder voll die Paranoia-Aktion weil ich schwarz fahren müsste und das scheiß Kaff hier hat keinen Bahnhof (bin ja schon froh über die handvoll Busse, die sich unregelmäßig hier blicken lässt). Was lernen wir daraus: Zieht nie in ein scheiß Eifelkaff - da gibts nur Inzuchtwunder und Kuhherden! :icon_stumm: Boah, dass war jetzt vielleicht ein bisschen gemein - entschuldige mich hiermit bei allen lieben, einigermaßen normalen Leuten, die hier irgendwo wohnen. Aber ab und an muss ich meinen Frust über das - reichlich unterbevölkerte - Stückchen Land hier rauslassen. What a extremely fuckin' Place!

Egal, schnell Kommi fertig schreiben und Abendessen machen, ich hab Hunger. Bin ja deswegen überhaupt erst aufgestanden... und schon wieder wachIcon_confused. Ich glaub ich wäre eine super Partie für alle Betriebe, die Freiwillige für die Nachtschicht brauchen!.
So, aber jetzt wieder zu dir, Helga - schnell nochmal nen Blick auf's Textchen werfen:icon_buch: - yo, die Sache mit dem Schaffner fand ich auch irgendwie toll - hätte die jetzt glatt vergessen. Wie du halt das erklärst mit dem Löchen-in-die-Fahrkarte machen... und der Einschub, wo du halt erzählst dass die in der ersten Klasse wegen Fahrkarten knipsen keine Extrawurst kriegen, der war auch toll. Du hast gemeint, das darf man nicht mehr so sagen... wie sagt man denn jetzt korrekt dazu (bevor ich irgendwann mal so nen Kontrolleur aus Versehen beleidige...).

Ich fand es war eine sehr gelunge Bahnfahrt an der Seite deiner Erzählerin, hat wirklich Spaß gemacht. Ist fast sogar ein bisschen Werbung für die Bahn, du hast zwar zwischendurch auch mal ein bisschen gemeckert (kaputte Heizung ist ja auch echt nicht toll), aber irgendwie hab ich beim Lesen Lust auf's Bahn fahren bekommen... Eine schöne, kleine Geschichte für zwischendurch, wenn man was sucht, wenn man mal ein bisschen lächeln will.:icon_thumbs1:

Was ich allerdings noch gerne wissen würde, ist, was mit dem Anschlusszug passiert ist... ist das nochmal gut gegangen? Manchmal haben die echt kranke Zeiten, in denen man dann auch noch meist über den halben Bahnhof rennen muss - schon ohne Verspätung manchmal echt nur ein paar Sekunden, die über Gedeih und Verderb entscheiden.
Bei meiner Amsterdam-Tour hab ich auch dieses Planding angeguckt, dass der Mann am Schalter für uns gedruckt hat und meinte zu Aacid: "In Eindhoven sind wir endgültig gefickt!"
Er mir das Papier aus den Fingern geholt und voll naiv: "Aber wieso denn, das sind doch 2 Minuten."
Ich glaube, das reicht als eindeutiger Beweis, dass kleine Eifelkinder nicht wirklich viele Züge von Innen sehen...

Zitat:Mitfahren ist immer gut. Man ist zwar zweifelsohne ausgeliefert aber es gibt die Möglichkeit herumzutriefen, genüsslich die Augen zu schließen und sich bestens zu fühlen.
Oje, wenn sich da mal nicht jemand verschätzt. Mitfahrer ist schon cool, klar, war ich ja auch, bin schließlich nicht mit Führerschein und Autochen auf die Welt gekommen. Manchmal kann das richtig entspannend sein sogar... Eben wie du es hier beschreibst, es hat seine Vorteile. Aber es kommt immer immer darauf an, neben wem du sitzt. So während meiner Jugend war's mir egal, da kam es mir eher drauf an, dass mich überhaupt jemand mitgenommen hat. Auch so eine Routinesache bei Verkehrfiasko und Einwohnerknappheit - spätestens mit 13 bewegt man sich ständig per Anhalter durch die Gegend... Also, ich konnte da nie wählerisch sein. Mit freier Wahl für Fahrer und Wagen könnte es sogar ein bisschen wie Urlaub vor der Wirklichkeit sein - alles zieht an einem vorbei, es ist schön mollig war, Musik gibts vielleicht auch noch und man muss absolut gar nichts machen. Und mit einem sicheren Menschen am Steuer ist das ausgeliefert-Gefühl auch sicher fast gar nicht präsent.
Meine Mitfahrer haben allerdings wirklich gelitten *HiHi*...
Zwei Regeln: Einsteigen ist Eigenverantwortung. Wer brüllt, fliegt raus! HHatte da schon echt arme Schweine drinsitzen, denen konnte man an der Gesichtsfarbe meinen Tacho ablesen...Icon_lachtot Naja bin halt ein total aggressiver Autofahrer und gern mal ein bisschen zu schnell unterwegs -> aber bevor sich jemand beschwert: Ich glaub inzwischen drei Jahre Unfallfrei... oder 4!
Zitat:Im Auto muss sie ja nicht sein. Der Fahrer darf nicht abgelenkt werden…auch im Stau nicht…leider.
Find ich irgendwie voll die korrekte Einstellung! Außderm schön, dass du dier hier in die Geschichte hast mit einfließen lassen - so kriegen auch ein paar Leute das mit und lassen die Fahrer dann mal ein bisschen in Ruhe! Ich meine, wenn du dem Beifahrer (KomaNähe) zu achten Mal erklären kannst, dass du KEINE Kippen drehen kannst... Die sollen das alle einfach genau so machen, wie du vorschlägst - sich zurücklehnen, nicht anfangen, rumzunerven und genießen, dass sie die Strecke nicht laufen müssen!
Allerdings - hab auch schon im Stau Leute gesehen, die hatten sich ein Klemmbrett ans Lenkrad gebunden und lösten da drauf in aller Seelenruhe Kreuzworträtsel... ich glaube nicht mal, dass die sich echt als "abgelenkt" betrachtet hätten. Ich mag so Leute nicht, die sind mir zu riskan. Grade wenn die neben mir fahren... da kriegt man dann immer ein bisschen Angst um die Autoseite und den Lack...
Zitat:So blieb ich verklamt sitzen, die anderen Passagiere auch. Man möchte schließlich die paar Stündchen wenigstens sitzend frieren, vielleicht wäre aber auch stehend schwitzen besser.
Das Wort kenn ich gar nicht... gibts da ne richtige Bedeutung für? Erklärst du's mir? Ich denke mal aus dem Kontext raus ist das so ähnlich wie ein bisschen kalt - noch nicht am frieren, aber von schön mollig auch ein ganzes Stück entfernt.

Yo, ich denke Mal, das wär's dann. Reicht ja auch wirklich - vielleicht entschädigt das ein bisschen dafür, dass sich bisher so wenige zu Wort gemeldet haben. Naja, freu dich einfach über meins, stell dir vor es wären zweiIcon_wink. Reicht vom Text her sicher auch für zwei...
Oki - dass da echt nur einer was geschrieben hat... kann ich gar nicht verstehen. Ist doch echt ne klasse Geschichte und wenn man schon nicht viel zu kritisieren findet... die Bahn bietet doch wirklich genug Themen an, über die man sich ein bisschen unterhalten kann. Aber ich stopp lieber Mal mit unterhalten jetzt....

So, einen wunderschönen Feierabend wünscht
Lain:icon_angel:

Schmetterlinge weinen nicht

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #5 |

RE: Bahnfahrende Bürger
Hallo Lain,

Donnerwetter!!!! Du hast mir aber einen super Kommentar geschrieben. War für mich toll zu lesen. Ich danke Dir sehr.
Die Bahn bietet viel Schreibstoff. Du hast da völlig Recht. Natürlich gibt es viel, viel schlimmere Bahnerlebnisse und einiges ist auch sehr ironisch gemeint. Ja und außerdem waren es ICE's in denen mir das Beschriebene passierte.
Es gibt also andere Züge, wo der Komfort ein Fremdwort ist bis zum heutigen Tag. Ich bin früher oft mit einfachen Bummelzügen gefahren (auch mit hunderten gerade entlassenen Soldaten, die hocherfreut nach Hause fuhren, wenn Du weißt, was ich damit sagen will!!!) Über die Preise will ich mich nicht weiter auslassen...alles Glücksache!
"Verklamt" hast Du richtig gedeutet, sagt man in Norddeutschland in einigen Regionen.
Meine Geschichten sollen unterhalten, also wird alles mehr oder weniger mit Witzchen verbrähmt. Schlimme Anklage, war nicht mein Ziel, allerdings auch keine wirkliche Werbung. Das schöne, entspannte Bahnfahren bleibt wohl Illusion. Aber im Stau zu stehen, ist auch schreckllich und geradzu wirtschaftlich idiotisch.

ALSO NOCHMALS DANK FÜR DEINEN WUNDERBAREN GUT ZU LESENDEN TEXT ZU DEM THEMA.

Lieben Gruß
Helga

Erkennen wollen
ist der erste Schritt des Verstehens.
Zunächst im Selbstversuch!

Webseite des Benutzers besuchen Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #6 |

RE: Bahnfahrende Bürger
Hallo liebe Helga,

so, habe mich auch mal unter die Bahnfahrer gemischt und mir deinen Text heute angesehen! Icon_smile

Zitat:Das würden die 1.Klasse- Menschen niemals tun…sie fahren auf Firmenkosten und ertragen heiter mit ihren Leptops die Bahnbetreuung.

Das sprang einem Technikfreak wie mir sofort ins Auge. *G* "Laptops" müsste es heissen. Icon_smile

Das Thema bietet sich grade an für eine Parodie - fast nichts schreit mehr danach veräppelt zu werden als die Deutsche Bahn. Icon_wink Telekom und Staat mal ausgenommen. Gewünscht hätte ich mir ruhig noch ein wenig mehr Pointen und auch eine kleine Spur mehr Aufbau und Struktur in der Geschichte. Denn sie hat auf jeden Fall viel Potential. Schreibst ja selbst, dass es eher Gedanken und eigene Eindrücke sind, die du hier verarbeitet hast.

Also ein wenig aufgepeppt könnte man daraus einen herrlich satirischen Text machen - noch viel fieser als die aktuelle Geschichte. Icon_wink Dennoch musste ich auch so schon oft genug schmunzeln, wenn ich mir beispielsweise vorstelle, wie oft man wirklich im Zug sitzt und hofft, dass man den Anschluss nicht verpasst! ABER der hat ja auch wiederum 20 Minuten Verspätung, von daher passt das dann schon. *lach*

Die "Betreuung" sozusagen als roten Faden einzubinden, der durch die Geschichte begleitet - das war eine gute Idee. Also eine lockere und heitere Idee insgesamt! Icon_smile

Grüße,

Holy


Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #7 |

RE: Bahnfahrende Bürger
Hallo Holy,
dank Dir herzlichst für die freundlichen Worte über meine Geschichte.
Wenn ich nur nicht immer so luschig, und so saublöde Fehler machen würde...peinlich. Werde mich unbedingt bessern. Ich schwöre es, großes Pionierehrenwort!
Ein Lektor hätte zu tun...bei mir immer.
Aber wenn Du schmunzeln und Dich somit in die Situation hineinversetzen konntest, dann bin ich mit meinen Fehlern wieder halbwegs versöhnt und gehe mit Spaß und Freude wieder an die nächste Geschichte.

viele Grüße
HelgaIcon_smile

Erkennen wollen
ist der erste Schritt des Verstehens.
Zunächst im Selbstversuch!

Webseite des Benutzers besuchen Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #8 |

RE: Bahnfahrende Bürger
Hallo Helga,
zunächst Textzeugs:

Zitat: in der Hoffnung: die Bahn kommt!
... Hoffnung: Die ... (nach dem Doppelpunkt immer großgeschrieben.)

Zitat:Damit bin ich gewiss guter Hoffnung, denn sie kommt…bloß wann??
Die Auslassungspunkte:
Wird ein Satzteil oder ein Wort weggelassen, schreibt man ein Leerzeichen vor die Auslassungspunkte. Wird ein Wort abgerissen, so folgen die drei Punkte ohne Leerzeichen.
Beispiel:
„Was zum ...?“
ABER: „Was zum Teu...?“
Es gibt kein „??“ Auch kein „!!!“ Nur ein „?!“ ist zulässig.

Zitat:Naja, bei 13 Minuten Umsteigezeit wird die Sache spannend.
Na ja, ...
Zahlen bis dreizehn sollten ausgeschrieben werden.
Zitat:Ich merke, wie ich ein wenig kribblig werde wenn es soweit ist und ich mir die Frage stellen muss
... kribbelig, wenn es soweit ist, und ...

Zitat:anfangs glaubwürdig versichert…Menschen auf Bahnhöfen und in Zügen müssen Vertrauen haben.
Auslassungspunkte, siehe oben.

Zitat:Bloß wo isser gerade, der Betreuer?
Bloß, wo ...
„isser“ würde ich in Anführungszeichen setzen, um die stilistische Besonderheit deutlich zu machen.

Zitat:Letzteres kann ich genießen…Mitfahren ist immer gut.
Auslassungspunkte, siehe oben.
Außerdem geht auch ein Gedankenstrich.
Zitat: Man ist zwar zweifelsohne ausgeliefert aber es gibt die Möglichkeit
... ausgeliefert, aber ...

Zitat:Ich bin ja für nichts verantwortlich…träum…nicht verantwortlich sein…das ist sonst nur den Babies und den älteren Rentnern vielleicht vorbehalten…einfach dasitzen und für nichts die Verantwortung tragen müssen…ein Traumzustand, oder etwa nicht?
Auslassungspunkte, siehe oben.
... Babys ... (hier gilt nicht die englische Grammatik – „y“ wird im Plural zu „ies“ – sondern die deutsche. Das Wort Baby ist eingedeutscht und erhält im Plural nach unseren Regeln nur ein „s“.)

Zitat:nur einen Fahrschein der Bahn…bin bereit für die Betreuung!
Auslassungspunkte, siehe oben.

Zitat:Im Auto muss sie ja nicht sein. Der Fahrer darf nicht abgelenkt werden…auch im Stau nicht…leider.
dito.


Zitat:das würde ohne weiteres eventuell möglich sein,
... ohne Weiteres ...

Zitat:Die Oma bemerkte dazu später, im Kriege wäre es auch so gewesen, nur dass zuweilen die Zugscheiben raus wären.
... raus gewesen wären.


Zitat:ob ich den Wagen wechseln sollte
..., ob ich ...

Zitat:So blieb ich verklamt sitzen, die anderen Passagiere auch.
Häh? Was bedeutet „verklamt“? Von „klamm“ = „feucht“? Dann mit zwei „m“.

Zitat:Ich sah nämlich wie viele Menschen hoffnungsvoll in diesen Zug hereindrängten.
... sah nämlich, wie ...

Zitat:betreungsbedürftige Bürger.
... betreuungsbedürftige ...

Zitat: (ich rede von Leuten der zweiten Klasse…mein Gott vom Plebs halt,
Auslassungspunkte, siehe oben.
..., mein Gott, vom ...

Zitat:über der Tür war ständig rot…vielleicht ist es in der Box wärmer, oder aber es sitzt dort einer festgefroren an der Brille…alles ist drin.
dito.

Zitat:Nun, ich sitze also 2. Klasse und hänge meinen Gedanken nach…
dito.

Zitat:Ich bekomme das 4. Loch!
Zahlen bis zwölf sollten ausgeschrieben werden.

Zitat: (man sagt nicht mehr Schaffner!, obwohl…
... Schaffner! Obwohl ...

Zitat:er wirkt nicht unbedingt Vertrauen erweckend…ich
... vertrauenerweckend ... ich muss ...

Zitat:Ich bin auch schon 1. Klasse gefahren!!!
Ein Ausrufezeichen reicht.

Zitat:vielleicht weil sie es nicht mehr schaffen,
... vielleicht, weil ...

Zitat:Zuweilen passen sie knapp nur durch die Gänge
... passen sie nur knapp ... (klingt mMn besser)

Zitat: und viele haben CD-player, die mit
... CD-Player, die ...

Zitat:Eigentlich ist das Bahn fahren ganz wundervoll und man spart.
... Bahnfahren ...

Zitat:ohne nur für das geringste verantwortlich zu sein
... das Geringste ...

Zitat:Es klingt wie im Märchen…das ist es wohl auch…und wenn sie nicht Verspätung hat, dann mag ich sie fast ein wenig…und wenn sie warm geheizt werden würde, dann könnte man in ihr träumen vom Ankommen…
Auslassungspunkte, siehe oben.


Für meinen Geschmack hat der Text viel zu viele Auslassungspunkte, die oft keinen Sinn machen. Warum nicht einen normalen Punkt setzen? Du könntest auch mal mit dem Gedankenstrich variieren.
Vielleicht ist es aber auch ein stilistisches Mittel, dann solltest du die Stellen entsprechend der Regel ändern. Ein stilistisches Mittel hat aber immer auch einen Zweck. Den kann ich nicht erkennen.

Zum Inhalt:
Es ist sehr schwierig, Menschen zum Lachen zu bringen. Ich bemerke das bei mir selbst, wenn ich die übersättigten Programme unzähliger „Comedians“ im Fernsehen anschaue. Zumeist können mir diese Profis nur noch ein müdes Lächeln abgewinnen. Dass ich herzlich lachen kann, ist sehr selten geworden, zumal die meisten Gags nur noch unterhalb der Gürtellinie zielen.

Natürlich weiß ich auch nicht, was man hier in der Rubrik „Humor“ zu erwarten hat. Sicherlich nicht einen „Schenkelklopfer“ nach dem anderen.

Mir hat an deinem Text sehr gut gefallen, dass er eben nicht auf niveaulosen Humor abzielt. Du arbeitest zwar mit Klischees (die sich zu allem Übel bei der Bahn leider oft bestätigen) und schaffst durch Übertreibung Humor. Man merkt, dass du sehr gut beobachtet hast.

Zudem nutzt du die Sprache sehr eloquent und arbeitest gelegentlich auch mit Wortspielereien.

Fazit: Ich habe mich bei deinem Text sehr gut amüsiert, wenn auch nicht lauthals gelacht.

Ich freue mich aber in jedem Fall, mehr von dir zu lesen.

Liebe Grüße
Mike

Wer "brauchen" ohne "zu" gebraucht, braucht "brauchen" ohne "zu" überhaupt nicht zu gebrauchen.

Webseite des Benutzers besuchen Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #9 |

RE: Bahnfahrende Bürger
Hallo Mike,

ich danke Dir sehr für Deine große Mühe, die Du Dir mit meiner kleinen Geschichte gegeben hast. Es freut mich natürlich auch, dass Du Dich ein wenig amüsieren konntest. Mehr war eh nicht angedacht. Nein, natürlich nichts zum Schenkelklopfen, nur zum Schmunzeln anregen wars geplant, zur kleinen Unterhaltung halt.
Das Fehlerhafte werde ich gelegentlich ausbessern. Ich habe da zugegeben so meine Schwächen und danke Dir für die Verbesserungen.
Übrigens Deinen Kommentar finde ich gut, denn Du verbesserst ja nicht nur, nimmst auf den Inhalt Bezug und der Tenor ist freundlich, nicht anmaßend oder tötend. Man wird motiviert und so sollte es sein. Ist leider nicht immer so.

Lieben Gruß von Helga

Erkennen wollen
ist der erste Schritt des Verstehens.
Zunächst im Selbstversuch!

Webseite des Benutzers besuchen Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste

Deutsche Übersetzung: MyBB.de, Powered by MyBB, © 2002-2021 MyBB Group.

Design © 2007 YOOtheme