Es ist: 08-03-2021, 03:52
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Fabel
Beitrag #1 |

Fabel
Die Spinne

Eine Spinne kann warten. Aber nicht nur. Sie muss auch fleißig sein, denn schließlich wartet sie, wenn sie wartet, nicht bloß so zum Spaß. Vorher muss nämlich ein Netz gesponnen werden, ein richtig gutes. Eines, das hält. Und es muss gut placiert werden, außerdem so fein beschaffen, dass man es kaum sieht. Die Spinne webt ein Kunstwerk, welches allerdings aus ihrer Sicht nur einen Zweck erfüllt, es muss ihre Existenz sichern. Die Falle sollte unbedingt tödlich sein, sonst würde die Spinne verhungern. Wer sieht hier Böses? Ihr Handwerk in kluger Kunstfertigkeit sichert ihr Leben. Die dummen Fliegen fliegen ihr ins Netz und damit wäre die Welt in Ordnung. Es gibt viele Fliegen.
Bis die Spinne, die bisher recht gute Beute machen konnte, auf die Idee kam, noch mehr Beute einfangen zu wollen. Sie krabbelte, schon ein wenig schwerfällig geworden, aus ihrem Spinnengewebe und begab sich auf den Boden, auf fremden Boden, in der Hoffnung dort richtig fette Beute zu erjagen. Bald merkte sie, dass sie sich geirrt hatte. Nichts klappte. Das Netz konnte nicht fertig gestellt werden. Sehr verärgert musste sie alles abbrechen und nach Hause zurückkehren, aber dort war ihr Gewebe auch nicht mehr das Alte. Es war völlig zerrissen. Einige Fliegen waren total ausgetrocknet, es war einfach nichts mehr an ihnen, was die Spinne hätten fressen können. Andere Fliegen haben sich befreit und sind aber leider einer andere Spinne auf den Leim geflogen. Die Dummen! Unsere Spinne hat ein neues Gewebe angefertigt, ein noch größeres, ein raffinierteres. Das ging aber nur, weil eine andere noch fettere Spinne ihr ein wenig half, obwohl die Fliegen protestierten. Wen interessiert schon das Veto der Fliegen?

Erkennen wollen
ist der erste Schritt des Verstehens.
Zunächst im Selbstversuch!

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Beitrag #2 |

RE: Fabel
Hi Helga,
habe deine Geschichte gelesen und stehe jatzt mit der Frage da, was du eigentlich damit sagen wilst.
Der Anfang war noch ganz gut, aber dann verliert die Geschichte immer mehr an Kosistenz, Inhalt und auch Stil.
Eine Fabel konnte ich in dem Text auch nicht erkennen. Da fehlt mir die Moral hinter der Geschichte. Irgendwie wirkt alles recht lieblos hingeschrieben, so als hättest du gerade nichts zu tun gehabt.
Die Spinne wirkt nicht bildhaft und unausgereift. Die erwähnten Fliegen, sollen die lustig sein?

Tut mir elid, wenn ich deinen Text jetzt so zerreiße, aber ich kenne einige sehr gute Fabeln über Spinnen und Fligen und deine reicht da nicht im mindesten heran.
Es fehlt Inhalt, Witz und eine Pointe oder Moral.

Schau mal hier! 3 Fabeln

GRüße
Adsartha

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
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Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #3 |

RE: Fabel
Danke, dass Du die Fabel gelesen hast und schade, dass sie Dir nicht gefällt.
Man muss sich ein wenig Mühe geben. Aber ich helfe gerne, wenn Du im Moment keine Fantasie hast. Ich gebe Dir ein Stichwort: Banken. Die Fliegen sind die Bankkunden (nichts ist lustig) und die größere Spinne ist die Politik. Vielleicht verstehst Du dann auch die Moral.

Nun, ich habe meine Fabel weder flüchtig noch lieblos geschrieben. Sie ist aktuell und hat Hintergrund, sie ist natürlich nichts für Kinder, also ganz und gar nicht lustig.

Helga

P.S. kleiner Tipp, wenn Du kommentierst, dann schau noch einmal drauf, bevor Du sendest, da schleichen sich sonst allerhand Flüchtigkeitsfehler ein. Nimms nicht übel, ist nur gut gemeint.

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Beitrag #4 |

RE: Fabel
Hallo Helga,

Also ich wäre beim besten Willen nicht darauf gekommen, dass du die Banken, Bankkunden und sogar Politik in deine Fabel mit einbringst. Ich wäre da sogar adsartha84 Meinung zum größten Teil. Ich habe mir schon die Gier und Geiz mit der Spinne assoziieren können. Du meinst also, dass die Banken sich so sehr vereinnehmen, dass sie hinterher fast pleite sind und nur mit Hilfe der Regierung wieder auf die Beine gestellt werden? Meinst du auch die aktuelle amerikanische Krise? Ehrlich, dass ist so einfach nicht auszulesen. Dafür sind die Interpretationsmöglichkeiten viel zu groß. Du solltest schon ein weng Tipps geben.

LG Sonde


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Beitrag #5 |

RE: Fabel
Hallo Helga,


dann will ich mich auch deiner Fabel widmen:

=> Bis die Spinne, die bisher recht gute Beute machen konnte, auf die Idee kam, noch mehr Beute einfangen zu wollen.
Hier springst du auf einmal in der Zeit - vorher war's Präsens, jetzt ist es Präteritum.

=> in der Hoffnung dort richtig fette Beute zu erjagen
Komma nach "Hoffnung"

=> Sehr verärgert musste sie alles abbrechen und nach Hause zurückkehren, aber dort war ihr Gewebe auch nicht mehr das Alte. Es war völlig zerrissen.
Gut, wenn du in etwa hier geendet hättest, hätte ich gedacht, die Fabel zu durchschauen: "Wozu in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah". Nichts neues und sehr moralinsauer, aber verständlich.
Nur geht es jetzt weiter.

=> Andere Fliegen haben sich befreit und sind aber leider einer andere Spinne auf den Leim geflogen.
Schon wieder ein Zeitsprung - richtig müsste es heißen "hatten sich befreit" und "waren auf den Leim geflogen" (wobei ich letzteres für eine ein wenig unglückliche Metapher halte, aber das ist wohl Geschmackssache).

=> Unsere Spinne hat ein neues Gewebe angefertigt, ein noch größeres, ein raffinierteres. Das ging aber nur, weil eine andere noch fettere Spinne ihr ein wenig half, obwohl die Fliegen protestierten. Wen interessiert schon das Veto der Fliegen?
Und jetzt ist Sense mit verstehen, ich blicke gar nicht mehr durch.

Mir geht es eigentlich wie adsartha und Sonde.
Das, was eine gute Fabel ausmacht, ist, dass man sich nicht den Kopf zerbrechen muss, was das jetzt heißen könnte, sondern dass der Sinn schnell erkannt werden kann. Eine Fabel soll schließlich wie ein Spiegel sein, nicht wie ein Rätsel. Und hier finde ich den Sinn und die "Moral" einfach nicht.
Zu deiner Antwort an adsartha möchte ich kurz Stellung beziehen:

Helga schrieb:Man muss sich ein wenig Mühe geben. Aber ich helfe gerne, wenn Du im Moment keine Fantasie hast.
[...] sie ist natürlich nichts für Kinder, also ganz und gar nicht lustig.
Weißt du, wie das klingt? Es klingt nach "Du hast dir keine Mühe gegeben und bist vollkommen fantasielos. Außerdem kannst du es nicht verstehen, du bist zu jung." Ich will dir nicht unterstellen, dass du das sagen wolltest (denn das fände ich, gelinde gesagt, eine Frechheit adsartha gegenüber), ich sage nur, wie es ankommt.
Und nur weil adsartha den Sinn hinter deiner Fabel nicht erkannt hat, finde ich es ziemlich unhöflich, ihr zu unterstellen, dass sie sich nur nicht genau genug damit auseinandergesetzt hat.

Ich denke, es wäre dir möglich, aus dieser Fabel eine zu machen, die auch verständlich ist. Aber so bräuchte man schon vorher die Erklärung: "Es ist eine politische Satire mit aktuellem Bezug und es geht um Banken", um überhaupt nur einen Ansatz der Lösung zu finden - und das ist einfach nicht der Sinn einer Fabel.
Meine Meinung.


Mira

Ich bin ein Fragezeichen
kein Punkt
- Rose Ausländer -

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Beitrag #6 |

RE: Fabel
Hi,
erstmal möchte ich Mira danken, dass sie mich verteidigt hat. Ich finde nämlich diesen Absatz,

Zitat:Man muss sich ein wenig Mühe geben. Aber ich helfe gerne, wenn Du im Moment keine Fantasie hast.

auch etwas beleidigend.
Ich habe nämlich sehr viel Fantasie. Und wenn du schreibst, dass deine Fabel sich um Banken dreht, viel Nachdenken benötigt und nicht für Kinder ist, hast du den Sinn einer Fabel verkannt.
Fabel sind schlicht, kurz und mit einer verständlichen Geschichte und Moral. Kompliziertes Nachdenken sollte da nicht vonnöten sein.
Zudem wirkt der Text etwas hölzern und ist keine schöne in sich geschlossene Erzählung.
Vielleicht hast du einfach den Titel falsch gewählt.

Grüße
Adsartha

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Beitrag #7 |

RE: Fabel
Guten Tag,

zunächst möchte ich mich bedanken, dass Ihr meiner kleinen Fabel, die Euch so kompliziert und auch ganz und gar nicht als Fabel vorkommt, so viel Beachtung schenkt. Dass sie Euch nicht zusagt, dies ist soweit ok., damit kann ich gewiss leben. Auch, dass Ihr sie nicht verstehen wollt oder könnt, mein Gott, es macht mir nichts aus. Ganz im Gegenteil, ich finde es interessant, wie Ihr reagiert, empfinde es aber weit aus weniger toll, dass Ihr soviel Eurer Zeit dafür investiert, mich hier so ziemlich in Grund und Boden zu stampfen. Dies ist weder hilfreich noch nötig. Dass ich mich zur Wehr setze, wird jeder verstehen, der ähnlich angegriffen wird. Ich finde es allerdings irgendwie belastend.
Scheinbar muss dies aber so sein, sonst würde es vermutlich keinen Spaß machen.
Ich wollte niemanden beleidigen, wenn es so ankam, entschuldige ich mich, aber ich bin ein wenig verwundert, wenn gemutmaßt wird, dass ich meine Fabel lieblos und im Vorbeigang geschrieben hätte. Das möchte ich mir dann auch verbitten.
Ich werde jetzt nichts weiter dazu sagen, denn Spaß macht mir die Diskussion überhaupt nicht. Ich mag auch nicht in die Ecke gedrängt werden. Nein, ganz gewiss nicht.

Grüße Helga

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Beitrag #8 |

RE: Fabel
Hallo Helga,

ich als gelernte Bankkauffrau musste schon sehr schmunzeln, als ich deine Reaktion auf adsarthas Kommentar gelesen habe. Ohne diesen Hinweis ist es allerdings tatsächlich nicht ersichtlich, welche Botschaft deine Fabel überbringen soll.

Nach einigem Nachdenken kann ich aber zumindest einige Gedankengänge nachvollziehen. Noch nicht alle, aber ein paar, und so kann ich durchaus sagen, dass dir dein Text gelungen ist, auch wenn nicht jeder ihn verstehen kann oder will.
Sprachlich eher einfach gehalten und vielleicht genau aus dem Grund nicht mit dem Bankwesen in Verbindung zu bringen. Ist ja doch schon etwas komplizierter, das Ganze, auch wenn's von außen nicht so aussieht.

Für mich wäre es interessant zu erfahren, was dich dazu gebracht hat, diese Fabel, die ein Stück weit Bitterkeit, Zorn und Wut ausstrahlt, niederzuschreiben. Ich bin nicht mehr im Bankwesen tätig, aber irgendwas in mir schreit doch laut danach, dass ich Partei ergreife *lach*

Angel

... weil das Leben seltsame Wege geht ...

Der Sprung über den eigenen Schatten gelingt leichter,
wenn wir ihn für jemanden wagen,
der Licht in unser Leben bringt.
(unbekannt)

Eine Schattengestalt und ihre Schattengedanken


[Bild: 12.gif]

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Beitrag #9 |

RE: Fabel
Hallo Angel,

oh, Danke der Bankkauffrau! Meine Fabeln, die hier kaum jemand als Fabel anerkennen kann (macht aber nichts), sind vordergründig immer einfach, infantil geschrieben. Ich überlasse es dem Leser auch sehr gerne, die eigene Fantasie schweifen zu lassen. Das gefällt mir. Wenn es denn nur als einfache, kindliche Geschichte verstanden wird, ist das mir auch recht.
Ja, den Anlass gaben Ackermann und Co., natürlich auch meine ganz persönlichen Erfahrungen als ich noch selber Unternehmerin war, Kredite zu bedienen hatte, meine drei Firmen als Frau in einer Männerdomäne am Leben erhalten musste. Ich bin auf die Banken nicht besonders gut zu sprechen, ganz besonders dann nicht, wenn das Geld verspekuliert wird. Dass das ganze Gefüge durch Vernetzung, Globalisierung keine einfache Geschichte ist, ist mir natürlich bekannt. Man kann nicht versimpeln, ohne zu verfälschen, weiß ich. Es ist eine Grundhaltung, nur eine Grundhaltung, die mich diese Fabel schreiben lies. Jedes Wort ist mit Bedacht gewählt und die vermisste Moral: Nun, alles bleibt beim Alten, das Veto der kleinen Bürger, der Millionen Bankkunden wird nichts bringen. Der Supergau: Mit Steuergeldern wird das Versagen der Chefmanager ausgeglichen und, oder sie erhalten bei Verlassen ihres Postens fette Abfindungen. Na ja, ich komme in Rage, ich höre auf.

Schön, dass Du Dir die Mühe gemacht hast, meinen Text zu verstehen. Danke dafür.

Lieben Gruß
Helga

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