Es ist: 08-03-2021, 04:58
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Die Metamorphose
Beitrag #1 |

Die Metamorphose
Die Metamorphose
(eine kleine Fabel)

Eine kleine etwas pummlige Raupe krabbelte, hie und da an einem grünen Blättchen knabbernd, mühsam über die Äste ihres Baumes, auf dem sie geboren wurde. Nein, sie wurde nicht besonders beachtet, obwohl es um sie herum durchaus lebhaft zuging. Es gab ja auch noch kleinere und noch viel unbeholfenere Räupchen. Manchmal versuchte sich unsere kleine Raupe aufzurichten, um zu schauen, was so los wäre in der Welt. Es brummte und summte. Wunderschöne Geschöpfe tummelten sich im Sonnenschein, flogen umher und schienen sehr glücklich zu sein. Die kleine Raupe seufzte und widmete sich wieder dem Fressen von Blättchen. Das kann für mich hier doch nicht alles sein, dachte sie.
Sie hörte noch die Mutter sprechen: “Eines Tages wirst du dich einpuppen und wenn du dich entpuppt hast, ist alles völlig anders. Dich erwartet nach deiner Metamorphose eine zauberhafte Welt voller Überraschungen. Warte es nur ab.“ Dies klang wirklich nicht schlecht, obwohl dieses Einpuppen und die zu erwartende Metamorphose machte unserer Raupe schon zu schaffen. Vielleicht tat dies ja weh, womöglich musste man dabei auch hungern oder es kümmerte sich dann niemand mehr um sie. Schließlich wurde sie von ihren Gedanken, den Sorgen, auch von dem endlosen Blätterfressen sehr müde. Kurz, sie hörte auf zu fressen und puppte sich ein. Träume vom sanften Umherfliegen, von duftenden Blumen und vom warmen Sonnenschein umgaben sie. Dann versank sie in einen tiefen aber zugleich lebendigen Schlaf, denn sie entwickelte sich. Ja, zugegeben, es war ein wenig eng und auch irgendwie sehr dunkel. Plötzlich wurde es aber hell, es tat auch ein wenig weh. Unsere kleine Raupe hatte nun genug geschlafen. Sie wollte jetzt unbedingt raus. Oh, ein kühler Tropfen traf ihren Kopf. Sie bekam einen kleinen Schreck und entfaltete große schillernde Flügel, richtete sich auf und flog in die bunte Welt. Sie hatte ihre Metamorphose bewältigt. Ob der kleine Tautropfen auch dabei geholfen hat, wer weiß das schon. Geschadet hat er jedenfalls nicht.

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Beitrag #2 |

RE: Die Metamorphose
Hallo Helga,

der erste Gedanke in meinem Kopf nach dieser Geschichte war "niedlich". Ich finde du beschreibst die Gedanken der Raupe sehr schön, auch das sie sich wegen der Veränderung sorgen macht.

Einen Satz würde ich verändern:

Manchmal versuchte sich unsere kleine Raupe aufzurichten, um zu schauen, was so los wäre in der Welt. >anstelle dem wäre, würde ich ein einfaches ist hinsetzt<

Ich finde das hört sich beim lesen besser an, und in der Welt der Raupe ist ja bestimmt auch schon was los.


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Beitrag #3 |

RE: Die Metamorphose
hallo helga,

auf den ersten blick kommt mir deine geschichte recht kurz vor, aber jetzt werd ich sie erstmal lesen, bevor ich weiterschreibe.

okay, jetzt hab ichs gelesen. und ich muss sagen, dass es mir eigentlich ganz gut gefallen hat. es kam mir ein bisschen so vor, wie eine geschichte für kinder, die ihnen ein wenig die verwandlung von einer raupe zu einem schmetterling erklären soll, dass es für die raupe gar nichts schlimmes ist.

der einzige satz der mir negativ aufgefallen ist hat amber ja schon erwähnt. ansonsten ist mir am ende dieser satz
Zitat:Ob der kleine Tautropfen auch dabei geholfen hat, wer weiß das schon.
aufgefallen. irgendwie versteh ich nicht, warum du hier nochmal auf den tropfen zurückkommst. vllt solltest du es am ende einfach dabei belassen, wie sie in die welt fliegt, oder du schreibst etwas darüber, dass sie auch als schmetterling nicht alleine ist, oder das ihre ängste unbegründet waren, sowas in der art.

lg

Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #4 |

RE: Die Metamorphose
Hallo Ihr,

danke, dass Ihr meine kleine Geschichte gelesen und ein wenig bewertet habt.Icon_smile
Nun, eine Erklärung sollte ich wohl noch dazu abgeben. Dieser Text entstand zum Anlass der Taufe eines 13-jährigen Mädchens. Der Tautropfen symbolisiert also die Taufe. Man mag über den etwas späten Vorgang eigene Gedanken entwickeln, auch zur Notwendigkeit, überhaupt getauft zu werden , aber der Entwicklungssprung eines jungen Menschen in die Welt der Erwachsenen, kommt mir halt manchmal vor wie eine Metamorphose. Das war also der eigentliche Hintergrund. Es sind alles nur auslegbare Methapher. Entwickeln wir uns doch alle und fortwährend, häuten uns, entpuppen uns, jeder auf seine Weise, entsprechend seinen Möglichkeiten und Lebensumständen. Die Geschichte ist sehr dehnbar und sicher durchaus zu verallgemeinern.

LG Helga

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Beitrag #5 |

RE: Die Metamorphose
Hallo Helga!

Habe vorhin ein bisschen in deinem Werkeverzeichnis gestöbert, weil ich auf der Suche nach einer kleinen Geschichte von dir war.
Diese hier stand ganz oben in der Liste und außerdem fand ich es interessant, dass dein Textchen ganz in Kursiv gehalten war, so was sieht man ja nicht häufig.

"Klein" passt unheimlich gut zu deiner Geschichte, klein und niedlich. An sich wird der Vorgang der Metamorphose realtiv schnell abgehandelt und auch nicht wirklich beschrieben, das war das einzige, was mich ein wenig gestört hat. Wenn schon die Überschrift so lautet, solltest du die einzelnen "Stationen" schon ein bisschen erklären. So bekommt man eigentlich nur ihr kleines Raupenleben mit und die ersten Augenblicke als neugeborener Schmetterling. Mir geht das einfach alles ein bisschen zu schnell - vermutlich bin ich auch mal wieder ein bisschen ZU neugierig.

Besonders schön fand ich die Stelle, wo ihr der Tautropfen auf's Köpfchen fällt und wie du das für dein Ende noch einmal aufgreifst. Du hast auf jeden Fall recht damit, dass es nicht schadet. Ist irgendwie ein bisschen wie eine erfrischende Dusche nach einer langen NachtMrgreen.

Ich mag deine Geschichte sehr gerne, diese niedliche, sanfte Art, alles zu beschreiben. Und es klingt auch sehr schön:icon_thumbs1:. Könnte mir durchaus vorstellen, das einem Kind so vorzulesen um ein bisschen zu erklären, wie Metamorphose zu erklären. Sogar ganz kleinen Kindern, weil der Inhalt sehr einfach ist und die Umgebung wirkt vollkommen friedlich, bietet keinen Halt für finstere Gedanken.
Wenn ich das Ganze unter dem Blickpunkt betrachte, dass es für Kinder sein könnte, fällt auch mein Kritikpunkt wegen den Beschreibungen weg. Ich denke, für ein Kind sind selbst die tollsten Wörter und interessantesten Sätze nicht wichtig, weil es komplizierte Stellen noch nicht versteht oder sich zuviel Beschreibung kaum merken kann. Dann doch eher auf das Wesentliche achten und ihm so etwas beibringen können, was es sich auch merken kann.Icon_smile

Zitat: Es gab ja auch noch kleinere und noch viel unbeholfenere Räupchen.
Das ist einfach total süß!
Hab lange keine Geschichte mehr gelesen, in der die Welt so klein, liebenswert, niedlich und idyllisch wirkt - irgendwie glücklich. Hinterlässt ein gutes Gefühl.Icon_smile
Zitat:Kurz, sie hörte auf zu fressen und puppte sich ein.
Dafür, dass sie sich zuerst solche Gedanken macht, geht das hier aber ziemlich einfach - fast schon wie automatisch (vielleicht einfach InstinktMrgreen ).

So, das war's dann von mir.
Hat mich gefreut, die kleine Raupe ein Stückchen auf ihrem Weg zu begleiten Icon_cuinlove, wirklich schön geschrieben:icon_thumbs1:.

Liebe Grüße,
Lain

Schmetterlinge weinen nicht

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Beitrag #6 |

RE: Die Metamorphose
Hallo Lain,

ich denke, Du siehst meine Geschichte mit den richtigen Augen. Man kann sie einem kleineren Kinde problemlos vorlesen und einem Erwachsenen ebenso. Nur, dass der Erwachsene sich ein wenig mehr Gedanken machen wird und die Sache nicht unbedingt ganz wörtlich nimmt. So wie es halt bei Fabeln immer ist. Die tiefe Wahrheit steckt zwischen den Zeilen. Einfache Worte lassen Tiefe zu. Jeder liest es entsprechend seinen Möglichkeiten und Fantasien, legt sich den Inhalt aus und deutet. Man muss nicht nur in eine Richtung denken.
Ich danke Dir sehr für Deine ausführlichen, weitreichenden Gedanken. Hat Spaß gemacht, Deinen netten und posiven Kommentar zu lesen.

Liebe Grüße auch DirIcon_smile
Helga

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