Es ist: 08-03-2021, 04:13
Es ist: 08-03-2021, 04:13 Hallo, Gast! (Registrieren)


Im Büro
Beitrag #1 |

Im Büro
Eine kleine graue Langeweile
Hockt, die Augen zu
Auf dem Schreibtisch, gähnt und Du
Wenn Schulze denkt dann wird es Qual
Langeweile ist’s egal
Eine Weile reichlich lang
Denkt er nichts
Nichts von Belang
Seine kleine Langeweile
Däumchen dreht
Weil die Zeit hier nicht vergeht
Schulze sitzt und sitzt
Einen Bleistift angespitzt
Formulare ausgebreitet
Nebenan der Chef sich streitet
Schulze ist ganz plötzlich frisch
Er zur Tür nun schreitet
Und zerknüllt noch rasch den Wisch
Es schlägt zwölf- der Mittagstisch.

Erkennen wollen
ist der erste Schritt des Verstehens.
Zunächst im Selbstversuch!

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Beitrag #2 |

RE: Im Büro
Hallo Helga,


da ist wohl ein Gedicht von dir untergegangen? Na, dem müssen wir Abhilfe schaffen Icon_wink ...

Mal sehen, was ich an Erbsen finde:

=> Auf dem Schreibtisch, gähnt und Du
Wenn Schulze denkt dann wird es Qual

Die Stelle habe ich ein paar mal lesen müssen und der Übergang ist mir immer noch ein Rätsel. Wir haben hier die Langeweile auf dem Tisch - okay. Dann taucht plötzlich ein Du auf und verschwindet sofort wieder - hm? Und plötzlich taucht Schulze auf? War das Reimschneiderei?
Verwirrt mich komplett; vielleicht liegt's auch an der Uhrzeit ... aber ich würde das ändern: Das "Du" ganz weg und Schulze mit einer Überleitung zur Langeweile verknüpfen.

=> Es schlägt zwölf- der Mittagstisch
"Zwölf" hier groß, soweit ich weiß - und vor dem Strich ein Leerzeichen, weil es hier ein Gedankenstrich ist, kein Bindestrich.

Ja ... ansonsten: Locker geschrieben; zum Teil nette Reime, allerdings keimt in mir beim Lesen öfter der Verdacht auf Reimschneiderei auf. Das stört mich immer.
Auch die fehlenden Satzzeichen und Stropheneinteilungen machen mir das Lesen schwerer ... ein bisschen Struktur wäre schön; magst du's nicht einmal ausprobieren?

An sich sehe ich es jetzt nicht unbedingt kritisch (ja, die Beamten kommen nicht gut weg, aber für mich ist es dennoch mehr humorvoll als kritisch). Dafür nette Witz-Ansätze:

Zitat:Eine kleine graue Langeweile
Hockt, die Augen zu
Auf dem Schreibtisch
und
Zitat:Eine Weile reichlich lang
- das gefiel mir; ersteres durch das Bild, zweiteres durch das Wortspiel.
Insgesamt fehlt mir aber noch ein bisschen mehr Struktur; das Gedicht plätschert ein wenig vor sich hin und lässt mich ohne Eindrücke zurück.
Ich glaube, dass du mehr draus machen könntest, allein schon mit einer Handvoll Satzzeichen und ein, zwei Leerzeilen Icon_smile

Und jetzt sage ich endgültig gute Nacht für heute *lach*


Mira

Ich bin ein Fragezeichen
kein Punkt
- Rose Ausländer -

Avatar von Zwielichtstochter

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Beitrag #3 |

RE: Im Büro
Danke Mira!
Du hast es entdeckt und kommentiert. Natürlich hab ich mich drüber gefreut.
Du hast sicher Recht...ich sollte noch mal ran und die Sache verbessern. Vielleicht mache ich es auch.

Meine Gedichte schreib ich meistens ohne lange zu grübeln, einfach so. Dann wirds was oder auch nicht. Meist habe ich damit kaum ein Problem. Meine Erfahrung: fange ich an zu feilen, mir Gedanken über Korrekturen der Worte zu machen, dann läufts auf eine Schlimmverbesserung hinaus. Eher neige ich dazu, ein neues Gedicht zu verfassen. Natürlich kann man schnell Leerzeichen weglassen oder setzen, auch Satzzeichen oder sie auch ganz vermeiden, ist oft Ansichtssache.

Reimen oder nicht reimen? Reime sind meist auf den ersten Anblick nicht sehr modern, tun scheinbar jeglicher Lyrik Abbruch, klingen hausbacken, antiqiert. Können aber dennoch m. E. großen Charme und Witz haben. Ich mag Reime.

Nun, mein Gedicht ist sicher nur mittelprächtig, so Lala halt, finde ich jedenfalls auch.
Aber ich habs geschrieben als ich selber in meinem Einzelbüro saß und mich fast zu Tode langweilte (war früher, als ich noch eine viel zu flinke Buchhalterin war...mein Chef war so ein großes Arschloch(Verzeihung), dass ich mich ums Verrecken nicht, für weitere Restzeit ausfüllende Aufgaben anbieten wollte). Somit schrieb ich heimlich am Schreibtisch (er wär tot umgefallen, wenn er es mitbekommen hätte). Das ganze Gedicht ist also mehr oder weniger eine Selbstverhohnepiepelung. Ich meine mich oft in meinen kritischen Gedichten auch selber. Allerdings nicht immer, aber meine Haltung zu den Dingen bringe ich ein. Ob nun immer verständlich oder eindrucksvoll genug, wer kriegt das schon immer hin?

Ich dank Dir also für Deine Gedanken zu meinen Zeilen über die Langeweile im Büro.:icon_danke_ATDE:

Übrigens finde ich Deine Art zu kommentieren, nett und freundlich, dennoch kritisch mit Begründung. :icon_thumbs1:
Alle können dies leider nicht, treten oberlehrerhaft auf und lesen offensichtlich nicht einmal nachträglich ihre Kommentare durch, die Fehler beweisen es. Ich mag gute und angemessene Kommentare. Sie sind genauso wichtig wie der eigentliche Beitrag des Autors.

Dir ein schönes WE
Helga

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