Es ist: 08-03-2021, 05:00
Es ist: 08-03-2021, 05:00 Hallo, Gast! (Registrieren)


Das Gewohnheitstier
Beitrag #1 |

Das Gewohnheitstier
Hier sitzt ein Gewohnheitstier
Bildschirm an, Du neben mir.

Die Fernsehzeitung auf dem Schoß
Oh, Gott, was sehn wir heute bloß?

Ein Film-Film kommt im RTL
Brille auf, mir juckt das Fell

Ich sage nö, ich les im Buch
Gewohnheitstier mault: „Huch“

Am nächsten Abend wieder
Gewohnheitstier grinst bieder

Die Fernsehzeitung auf dem Schoß
Oh, Gott, was sehn wir heute bloß?

Der Talk, die Show und CSI
Es ist derselbe Einheitsbrei

Du sagst, wir geh’n ins Kino heute
Gewohnheitstier hat keine Beute

Erkennen wollen
ist der erste Schritt des Verstehens.
Zunächst im Selbstversuch!

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Beitrag #2 |

RE: Das Gewohnheitstier
Hallo Helga,


und noch ein untergegangenes Gedicht ... ich glaube, das Lyrikatelier braucht wieder etwas Kommi-Dünger Icon_wink ...
Ich widme mich mal deinem Gewohnheitstier:

=> Bildschirm an, Du neben mir.
"du" klein

=> Oh, Gott, was sehn wir heute bloß?
Erstes Komma weg

=> Ein Film-Film kommt im RTL
Was ist ein Film-Film? :D

=> Brille auf, mir juckt das Fell
mich

=> Ich sage nö, ich les im Buch
Ich sage "Nö", ich les ein Buch

=> Gewohnheitstier mault: „Huch“
Hier fehlen zwei Silben - am besten "mault leise"

=> Oh, Gott, was sehn wir heute bloß?
Wieder das erste Komma weg.

Gut - hier ist es wieder so, dass die Satzzeichen sehr willkürlich gesetzt bzw. weggelassen werden ^^ ... ich glaube, wenn du hier die fehlenden Zeichen setzt - eigentlich immer an den Zeilenenden - liest sich das ganze noch etwas flüssiger und besser.

Ansonsten finde ich hier die Reime viel besser eingesetzt als bei deinem anderen Gedicht. Dieses hier liest sich locker und leicht, man stolpert eigentlich nur bei der Zeile mit den fehlenden Silben und der augenzwinkernde Aspekt gefällt mir, mit dem du die Gewohnheiten aufs Korn nimmst. Es ist ja wirklich viel einfacher, sich mal in den Fernsehsessel fallen und gewohnheitsmäßig berieseln zu lassen ...

Zitat:Du sagst, wir geh’n ins Kino heute
Gewohnheitstier hat keine Beute
- Dieses Ende gefiel mir besonders gut.

Ein Zwischendurch-Gedicht zum Schmunzeln, auch mit selbstironischer Komponente.
Passt gut in die Kategorie "Humor" Icon_smile


Mira

Ich bin ein Fragezeichen
kein Punkt
- Rose Ausländer -

Avatar von Zwielichtstochter

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Beitrag #3 |

RE: Das Gewohnheitstier
Hallo Mira,
danke, dass Du mein Gedicht noch entdeckt hast und einigermaßen gut findest.Icon_smile

Ist auch nur so zwischendurch geschrieben. Es gibt also Tiere, die gibts gar nicht: Schweinehunde, Gewohnheitstiere, Morgenmuffel etc.. Natürlich kennt sie dennoch jeder, muss sogar täglich mit ihnen kämpfen. Das war alles.
Der Film-Film ist so eine Bezeichnung im Fernsehen. Man will irgendwelche Filme mit einem kaum noch steigerungsfähigen Ausdruck versehen. Stammt also nicht von mir.
Helga

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Beitrag #4 |

RE: Das Gewohnheitstier
Hallo Helga,http://www.myheimat.de/duisburg/kultur/duisburger-buecher-d660507.html

ich hätte hier einen ganz anderen Veränderungsvorschlag, nämlich das "Du" durch "Mann" ersetzen. Dann würde es heißen: "Bildschirm an, Mann neben mir" (2. Zeile) und "Mann sagt: `Wir geh`n ins Kino heute" (vorletzte Zeile). Dann könntest Du ja vielleicht noch die eine oder andere Käbbelei mit Deinem Göttergatten erfinden und hinzufügen.

Viele Grüße

Klaus


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