Es ist: 03-10-2022, 22:37
Es ist: 03-10-2022, 22:37 Hallo, Gast! (Registrieren)


Feuerherz und Eisflüsterer (2/2)
Beitrag #2 |

RE: Feuerherz und Eisflüsterer (2/2)
Hallo.
Hier also die zweite Hälfte des Kommentars zur zweiten Hälfte deiner Geschichte Icon_wink

Zitat:„Wir nennen es unseren Schneekristall.“ Eisflüsterer stocherte in Aidans Feuer herum.
Gut, ich weiß, dass du Ausschnitte aus ihrer Begegnung zeigst, die dazwischen viel Platz für die Entfaltung der leserischen Vorstellungskraft lassen. Aber – und das wird wohl auch zum Teil daran liegen, dass ich den ersten Teil zum letzten Mal vor zwei Tagen gelesen habe, und ihn aus momentaner Ermangelung einer Internetverbindung nicht noch einmal hervorgekramt habe – gerade habe ich Probleme damit, den Übergang zu finden. Aidan hat am Ende des letzten Teils herausgefunden, dass Eisflüsterer ein Magier ist, ein Eismagier oder etwas in der Art? Und jetzt beschreibt Eisflüsterer ihm, dass sie sich im Prinzip recht ähnlich sind. Aidan trägt den Funken in sich, Eisflüsterer einen Schneekristall. (Gut, das war jetzt mehr für mich :D)

Zitat:„Auch wir müssen lernen ihn zu beherrschen.“ Zum ersten Mal zuckte ein Lächeln über seine Lippen.
Danach würde ich einen Absatz machen, einfach zur Übersichtlichkeit – also die wörtliche Rede in die nächste Zeile schieben.
Zitat:„Sonst sind wir im Eis gefangen. Erfroren.“ Er hob einen Finger. Die Geste drückte Belehrung aus.
Was mich hieran stört, ist das „Die Geste drückte Belehrung aus“. Er hebt einen Finger, sagt nebenbei aber, was so alles passieren kann, wenn man den Schneekristall nicht beherrscht – ohne Aidan dabei wirklich zu belehren. Weshalb mich eben dieser Gestus der Belehrung irritiert. Insbesondere im Zusammenhang damit:

Zitat:„Oder nur gewisse Körperteile.“ Er zeigte mit der anderen Hand auf den erhobenen Finger.
Das zeigt mir doch eher, dass er den Finger hebt, um Aidan zu zeigen, was passieren kann und dass ihm das auch passiert ist. Im Sinne von „Schau her, das ist damals ziemlich schief gelaufen, ich habe jetzt einen erfrorenen Finger, den du dir ersparen könntest“, anstatt des „Mach das ja nicht, siehst du, wie ich mit dem Zeigefinger wackle, damit das Ganze beeindruckender wirkt? Ach ja, und so ganz nebenbei, wie du siehst, ist mir damals mal was schiefgegangen, seitdem habe ich einen erfrorenen Finger, mit dem man aber noch ganz prima belehrend wackeln kann“ (stark überzogen, ich weiß. Aber so ungefähr.)

Zitat:Er sah seinen Schüler an. „Ich habe mir immer eine Wand aus Feuer vorgestellt.“ Sein Lachen kam aus seinem tiefsten Inneren. Aidan hörte es zum ersten Mal.
Schüler? Seit wann ist Aidan denn sein Schüler? Nur, weil er ihm den Tipp gibt, den Eisflüsterer von seinem älteren Bruder bekommen hat?

Zitat:Ein plötzlicher Windstoß strich über die beiden Magier. Doch Aidan ließ sich nicht ablenken. Er hatte es fast geschafft.
Erbsenzählerei: Ein Windstoß verbinde ich nicht mit „streichen“, was mMn eher eine leichte Brise tun würde. Und dann verstehe ich nicht ganz, warum ihn da ein bisschen Wind (wenn es wirklich nicht eine plötzlich auftauchende Sturmbö ist, was ich mir vorstellen kann) ablenken sollte.

Zitat:Noch ein Stein und die Mauer, die seinen Funken kontrollierte, wäre errichtet.
Ich würde hier vielleicht sogar zweimal den Konjunktiv anwenden. „die Mauer, die seinen Funken kontrollieren würde, wäre errichtet.“ Ist aber wahrscheinlich auch Geschmackssache.

Zitat:Ein Seufzer der Anstrengung entglitt ihm, als er die fertige Arbeit sah. Jetzt musste er nur noch eine Tür einbauen, die es ihm erlaubte, seine Magie zu nutzen. Doch diese entglitt ihm,
Doppelt gemoppelt. Würdest du umgehen, wenn du statt des ersten „entglitt“ etwas „seufzertypischeres“ wie „entfuhr“ o.Ä. einsetzen würdest. Seufzt man eigentlich vor Anstrengung oder mehr vor Erschöpfung? Ich verbinde „seufzen“ nicht so recht mit Anstrengung, wenn man bereits mit etwas fertig ist.

Zitat:wie eine Erinnerung, von der man weiß, dass sie da sein muss, die aber in die Schatten des Vergessens entschwindet.

Zitat:Er musste noch dreimal von vorne beginnen, doch schließlich gelang es ihm die Tür zu finden.
Hm, hast du nicht eben noch geschrieben, er müsste die Tür einbauen? Dann ist sie ja noch nicht da, und kann damit auch nicht gefunden werden Icon_wink

Zitat:Er öffnete er die Augen, zeigte in einer schlichten Geste mit einem Finger auf den bereit gelegten Holzscheit und ließ diesen in einer kleinen, kontrollierten Feuersäule zu Asche werden.
Die „schlichte Geste“ betont den Fingerzeig so sehr, dass ich sie nicht mehr als schlicht empfinde …

Zitat:Dunstig stieg Nebel aus dem Moor empor. Oder kroch er zwischen den knorrigen, kahlen Bäumen hervor? Aidan war sich dessen nicht sicher.
Wahrscheinlich beides, wenn der Boden feucht ist. Nebel hat die Angewohnheit, plötzlich aus allen Ecken und Enden aufzutauchen und genauso schnell wieder zu verschwinden.

Zitat:Inzwischen traute er den Trollsümpfen so viele Unannehmlichkeiten zu, dass er sich schon fragte, warum er noch immer hier war.

Nebel ist doch im Sumpf an sich nichts Außergewöhnliches. Warum bezeichnet Aidan es dann als Unannehmlichkeit? Die Tage vorher muss er doch auch schon öfter durch Nebel gewatet sein. Immerhin ist es da verdammt feucht.

Zitat:Die Holzstange des Trolls stakte wieder in das schlammige Wasser. Aidan hatte es inzwischen aufgegeben, den sumpfigen Spritzern, die sie dabei erzeugte, auszuweichen.
Ein Troll!
Sie bezieht sich auf die Holzstange, aber im ersten Moment habe ich es auf die Spritzer bezogen gelesen … Eindeutig, ich sollte mehr schlafen.

Zitat:Eisflüsterer hingegen schien völlig in der Unterhaltung mit dem Troll aufzugehen.
Hier stört mich aus irgendeinem Grund das „hingegen“. Aidan ist nicht sehr erfreut, dass er noch nasser und dreckiger wird, aber das kann Eisflüsterer ja völlig egal sein, wenn er sich mit dem Troll unterhält. Anders wäre es, wenn Aidan darüber nachdenkt, dass er lieber Abstand zu der fremden Spezies der Trolle hält, wer weiß, was sie insgeheim so essen (Suppe aus Elf und Zwiebel, zum Beispiel. Könnte ja sein, Aidan mag keine Zwiebeln.

Zitat:Voller Begeisterung ließ er sich erklären, in welchem Teil der „Silbersümpfe“, wie ihre Bewohner sie nannten, sie sich befanden und in welche Richtung sie fuhren.
Na, ist doch gut, dass der Troll ihn darüber aufklärt. Es wäre seltsamer, wenn er darüber schweigen würde (weil wegen erwähnte Suppe. Eismagier macht sich sicher auch gut Icon_ugly )

Zitat:Noch immer fragte sich Aidan, wie sie sich dazu hatten überreden lassen können auf dieses Floß zu steigen.
Woah, das ist zwar kompliziert, aber ich glaube, da kann man wirklich nichts dran machen … Zumindest fällt mir nichts anderes ein, als die Verben untereinander hin und her zu schieben, was es aber nicht leichter macht.

Zitat:Wenn Aidan nicht dabei gewesen wäre, hätte er es wohl nicht geglaubt.
Das verstehe ich nicht ganz. Aidan hätte es nicht geglaubt, wenn er (selbst?) nicht dabei gewesen wäre? (Ah, okay. Alles klar.)

Zitat:Aidan musste noch immer lächeln, bei der Erinnerung an den Anblick, wie die beiden Männer auf dem Boden gelegen und sich angestarrt hatten.
Mit „Mann“ verbinde ich eine Menge Menschliches, ich weiß ja nicht, wie deine Trolle aussehen, aber die sind in meiner Vorstellung definitiv nicht menschlich … Erbsenzählerei, so wie immer.

Zitat:Aidan und Eisflüsterer nannten die Trolle „Flachnasen“, denn ihre Nasen wirkten, als ob sie jemand mit dem Hammer bearbeitet hätte.
Nur sie beide oder auch die anderen Menschen? Irgendwoher müssen die beiden es ja haben, wenn sie vorher noch nie einem Troll begegnet sind. Und das klingt definitiv nach einem Schimpfwort, das man einer Kreatur, der man gerade erst begegnet ist und die recht gastfreundlich wirkt, nicht einfach so verpasst.

Zitat:Nun verstand er auch, wie es jemand in diesen stinkenden Sümpfen aushielt: Die Trolle konnten schlechter riechen(kein Komma) als normale Menschen. Aidan hatte feststellen müssen, dass die Sumpfbewohner weniger außergewöhnlich waren, als er es hatte zugeben wollen. Sie waren etwas größer, als es menschenüblich war und ihre Haut hatte die Farbe ihrer Umgebung angenommen. Schlammfarben.
Das ist ein bisschen viel Information auf einen Haufen – du springst von den Flachnasen (als Schimpfwort oder sonstige mMn nicht allzu netten Bezeichnung) zum Trollgeruch (konnten sie schlechter riechen, oder riechen sie noch schlechter?) und dann zu ihrem eigentlich gar nicht mal zu ungewöhnlichen Aussehen. Klar, du möchtest die Trolle dem Leser verständlich darstellen und zeigen, ohne sie plan zu beschreiben. Aber hier wirkt es ein wenig wie Infodump, der mich hieraus reißt:

Zitat:Als sie sich schließlich aufgerappelt hatten – was sich bei dem schlüpfrigen Boden(kein Komma) als nicht so einfach erwies – hatten sie den Troll nicht mehr abwimmeln könnten, der sich vor Freundlichkeit beinahe überschlug und darauf bestand, sie in die beste Taverne jenseits des Flusses zu bringen.
Hier kehrst du wieder zurück zur Schilderung der ersten Begegnung (Eisflüsterer scheint ein besonderes Talent dafür zu haben, in andere Menschen/Trolle zu rennen bzw. über sie zu stolpern). Würde ich vielleicht erst beenden, bevor Aidan vielleicht Ladkhar beobachtet, wie er mit Eisflüsterer über etwas redet, und dann die Überlegungen einfügen, die du oben schon hast – wie wenig unterschiedlich die Trolle doch in Wirklichkeit sind.

Zitat:Eisflüsterer und Aidan hatten – trotz entsprechender Vorsicht - der Versuchung nicht wiederstehen können. Bedeutete eine Taverne doch nicht nur gutes Essen und Trinken sondern auch ein trockenes Bett für die Nacht.
Widerstehen von Widerstand.
Trotz entsprechender Vorsicht? Meinst du gewisse Zweifel an der Aufrichtigkeit des Angebots (Trollsuppe)? Scheint ja viele Vorurteile über Trolle zu geben, und Aidan hat offenbar eine ganze Menge davon aufgesammelt, gehegt und gepflegt. Dass er da ein bisschen misstrauisch ist, wäre da kein Wunder. Und bei Fremden, denen man im Sumpf begegnet, gar nicht mal so unangebracht.

Zitat:Gerade dachte Aidan darüber nach, ob diese Entscheidung tatsächlich richtig gewesen war, als sie auch schon in einen schmalen, sumpfigen Fluss abbogen. Der Weg war gesäumt von brennenden Fackeln und der Feuermagier konnte sich an den Flammen, die der Feuchtigkeit des Sumpfes trotzten, nicht sattsehen.
Huh, es gibt Leben im Sumpf – also sowas wie Zivilisation Icon_wink

Zitat:Nebel schien von ihrer Wasserstraße aufzusteigen. Oder kroch er tatsächlich zwischen den knorrigen Stämmen des Waldes hervor?
„Ihre“ Wasserstraße? Wessen? Tut Nebel in der Regel auch. Die Wiederholung mit den Bäumen ist beabsichtigt, oder? Wirkt hier aber auf mich nicht …

Zitat:Aidan lief ein kalter Schauer über den Rücken. Er hatte sich von Anfang an nicht wohl in diesen Sümpfen gefühlt, und die Nähe zu den Trollen verstärkte dieses Gefühl. Flachnasen, dachte er.
Netter Junge. Da könnten einem die Trolle glatt leidtun. Icon_wink

Zitat:Die Hütte – Aidan mochte beim besten Willen keine andere Bezeichnung für dieses Brettergebilde - einfallen, war über und über mit Trollen gefüllt.
Das „einfallen“ noch in die Bindestriche (sind es ja nicht, keine Ahnung, wie die in diesem Fall genannt werden) setzen.

Zitat:Eisflüsterer hatte schon scherzend gefragt, ob für sie beide überhaupt noch Platz darin war. Im Geheimen hatte sich Aidan gewünscht, dass diese Frage verneint werden würde. Aber sie wurden doch hineingequetscht, mitten unter die Flachnasen, die nicht nur die Farbe, sondern auch den Geruch ihres Sumpfes angenommen hatten. Ehe sie sich dagegen wehren konnten, hatten schon jeder einen Krug vor sich stehen.
Der Gute hat ja eine wirklich tiefsitzende Abneigung in sich. Nur, weil die Trolle stinken? Ich meine, ansonsten sind sie ja ganz nett. Bis jetzt zumindest.
Das Kursive empfinde ich hier als Dopplung. Du hast weiter vorn bereits erwähnt, wie sie aussehen und nicht allzu angenehm riechen – wie es der Sumpf auch tut. (Anpassung, könnte man meinen *g*)

Zitat:Sie nannten dieses Getränk Moorsaft und Aidan fand diesen Namen passend. Nicht nur die Farbe stimmte damit überein, sondern auch der Geruch.
Dürfte also nach Troll riechen. Mhm, lecker. Würde das „damit“ evtl. weglassen, weil du das „womit“ nicht noch einmal explizit nennst.

Zitat:Ihm war es unmöglich, mehr als einen Schluck davon zu trinken. Eisflüsterer hingegen schien sich weder von der seltsamen Farbe(kein Komma) noch von dem Geschmack – der Aidan an Verwesung erinnerte - abschrecken lassen. Im Gegenteil er sprach dem Moorsaft gut zu und hatte schon nach wenigen Minuten den zweiten Krug vor sich stehen.
Guter Zuspruch fängt bei mir ungefähr beim dritten Krug an, aber ich denke, das ist eine Frage der Persönlichkeit (vergleichen wir das Ganze mal mit Bier – bei so manchen meiner Silvester- oder Faschingsgäste letztes Jahr hatte ich auch das Gefühl, dass ein guter Zuspruch schon das erste Bier betraf, auch wenn dann noch weitere fünf oder sechs folgten).

Zitat:„Wir sollten hier verschwinden,“ Aidan beugte sich zu seinem Begleiter über den Tisch, „man weiß nie, was diese Trolle wirklich denken.“
Hinter „verschwinden“ kein Komma, würde dafür hinter „Tisch“ einen Punkt setzen und den zweiten Teil seiner Aussage als einzelnen Satz stehen lassen.

Zitat:Eisflüsterer sah ihn ernst über seinen Krug hinweg an. „Jetzt hör mal zu, Feuerherz. Das ist der erste Abend seit langem, an dem ich nicht auf dem nassen Boden sitzen und schlafen muss.“ Er grinste. „Und an dem ich etwas anständiges zu Trinken bekomme.“
Huh, so profan? Ich hatte eigentlich beinahe erwartet, dass er einen Vortrag über unnützes Misstrauen den Trollen gegenüber hält, insbesondere, wenn er langsam etwas auftaut (*g*)

Zitat:Die Trolle hatten es nicht nur geschafft, ihr Moor trinkbar zu machen, sondern ihn auch noch mit reichlich Alkohol anzureichern.
Ihn? Es. Das Moor.

Zitat:Wer wusste schon, was der Magier noch für Geheimnisse in sich trug? Noch immer hatte er Aidan nicht diesen Gegenstand erklärt, den er regelmäßig mit seiner Magie kühlte. Aidan hingegen hatte ihm auch noch nicht zu verstehen gegeben, dass er es wissen wollte.
Ist denn ein schlechter Geschmack, wenn man Dinge trinkt, die prinzipiell ungenießbar sind? Ich verbinde das zwar eher mit Kleidung usw., aber vielleicht sehe ich das zu eng.
„Hingegen“ im dritten Satz würde ich vielleicht durch „allerdings“ ersetzen, weil ich das auch nicht als eindeutigen Gegensatz empfinde.

Zitat:Offenbar waren sie diesem Spiel sehr angetan, denn fast an jedem Tisch rollten die Holzsteine zwischen ihnen.
Achtung, ganz furchtbare Erbsenzählerei, die ich mir dennoch nicht verkneifen kann (für solche Fälle stelle ich dir gleich eine zweite Gratistonne bereit): Das „zwischen ihnen“ ist ziemlich konkret. Würde ich glatt weglassen, ändert ja nichts am Sinn. So klingt es, als würde es nicht auch um die Trolle allgemein gehen, sondern nur und ausschließlich um Ladarkhs Freunde.

Zitat:„Sag, Feuerherz, hast du schon jemals daran gedacht wie es wäre, wenn du ein zu Hause hättest?“ Eisflüsterer gab ein seltsames Seufzen von sich, bevor er einen weiteren Schluck trank und Aidan ansah. „Ich meine ein richtiges zu Hause.“
Oh, Moorsaft macht also auch rührselig Icon_wink
Vielleicht „seltsamen Seufzer“, aber ich glaube, es gibt auch „das Seufzen“. Das Zuhause, aber zu Hause.

Zitat:Aidan wusste nicht, was er erwidern sollte. Natürlich war er in Gedanken oft in der Vergangenheit, bei seiner Familie. Seinem zu Hause. Aber dies alles lag für ihn weit entfernt. Unerreichbar. Nicht in der Zukunft. „Vielleicht“, antwortete er ausweichend und ließ es offen, ob er dem noch etwas hinzufügen wollte, oder nicht.
„ließ offen, ob er [dem] noch …“ Würde das „es“ weglassen.

Zitat:Eisflüsterer erzählte ihm stattdessen etwas von einem zu Hause in den kalten Eiswüsten, von einer Frau, die es verstand(,) Fische zu fangen, von Kindern, die aus Schnee Männer bauten. Aidan verstand nicht, was Fagus an diesem Traum gefiel, aber er schob es auf dessen alkoholvernebelten Sinne.
Stattdessen im Sinne anstatt einer weiteren Aussage von Aidan?
Ein Traum? Da hört der Gute aber schlecht zu.

Zitat:„Du solltest weniger von diesem Saft trinken.“ Aber gleichzeitig wusste er auch, dass es schon zu spät war.
Zu spät wofür? Um ihn nicht besoffen zu machen?

Zitat:„Fremder, das ist mein Platz.“ Ein Troll näherte sich ihrem Tisch. Aidan schloss aus seinen wankenden Schritten, dass er dem Moorsaft ebenso zugetan war, wie es Eisflüsterer zu sein schien.
Das gibt Probleme.

Zitat:Fagus blickte sich um.
Das wirkt beinahe so, als würde er den Troll suchen, der mit ihm gesprochen hat. Vielleicht „übertrieben deutlich“? Oder so was?

Zitat:„Ich seh‘ kein Schild, auf dem das steht.“
Das sagt Fagus? Dann würde ich danach einen Absatz machen, weil momentan beziehe ich das auf Aidan, was aber zusammen mit der gewollten Unauffälligkeit Aidans keinen Sinn ergibt.

Zitat:Möglichst unauffällig versuchte er so zu tun, als ob er nicht da wäre.
Ist ein bisschen doppelt gemoppelt. Er versucht unauffällig so zu tun, als ob er nicht da wäre? Damit es nicht auffällt, dass er so tut, als ob er nicht da wäre? Das würde ja den angestrebten Effekt aufheben.

Zitat:Die Flachnase stand jetzt direkt vor ihrem Tisch und schien sich nicht beirren zu lassen.
Warum sollte sie auch? Ist ja offenbar auf Konfrontation aus … Wieder so eine Geschmackssache: Vielleicht würde ich hier den Konjunktiv nicht verwenden, denn der Troll lässt sich ja sichtbar nicht beirren. Geht aber so auch.

Zitat:„Steh‘ auf, du Wicht.“ Eisflüsterer erhob sich. Aidan konnte nur notdürftig dem Drang wiederstehen, es ihm gleichzutun. Er erhob sich halb und ließ sich sofort wieder auf seinen Stuhl sinken.
Wer spricht hier wen an? Der Troll Eisflüsterer, der daraufhin sofort aufsteht, ohne zurückzupöbeln? Hätte ich nicht erwartet. Klar, er will den Troll weiter konfrontieren, und das geht im Stehen besser. Aber würde es den Troll nicht noch mehr provozieren, wenn er einfach sitzen bleiben würde und ihn fragen würde, was er nun tun möchte?
Und warum will Aidan auch aufstehen? Er möchte doch eher deeskalierend wirken, wenn er schon nicht in einem Loch im Boden verschwinden kann, oder habe ich das falsch verstanden? Da wäre es doch eigentlich angebracht, wenn er z.B. über den Tisch langen würde, Eisflüsterer am Arm berührt und versucht, ihn irgendwie zu beruhigen.
Widerstehen wieder von Widerstand Icon_ugly

Zitat:„Eisflüsterer“, raunte er, wollte seinen Freund beruhigen. Gleichzeitig spürte Aidan, wie sein Funke zu glühen begann. Es war warm in der Hütte. Hitze, die von den Torffeuern herrührte, die von unzähligen Leibern ausging. Hitze, die sich in seiner Magengegend bildete. Er dachte an die Eismauer, die er so mühsam darum errichtet hatte, aber auch diese entschärfte nicht die Situation vor seinen Augen.
Wie laut ist es eigentlich in der Taverne? Klar, wenn die Trolle mitbekommen, dass es eine sich anbahnende Schlägerei/Streiterei gibt, könnten sie, wie du später beschreibst, hinzukommen und zugucken. Aber in diesem doch noch recht frühem Stadium stelle ich mir noch eine Menge Krach vor, sodass Eisflüsterer eventuell gar nicht verstehen kann, was Aidan ihm da zuraunt.
Und warum genau beginnt sein Funke zu glühen? Vor Angst, weil er die Konfrontation nicht möchte, die Eisflüsterer dort auf die Spitze treibt, und weil er sich sowieso nicht wohlgefühlt hat? Und wie kann die Eismauer, die er um seinen Funken gebaut hat, eine Situation entschärfen, die sich außerhalb Aidans befindet? Irgendwie sehe ich da nicht ganz durch.

Zitat:„Und? Was hast du jetzt vor … Flachnase.“ Aidan hatte sich davor gefürchtet, dass dieses Wort fallen würde. Er wusste es nicht mit Sicherheit, vermutete aber, dass es nicht dazu beitragen würde, Frieden zu stiften. Der Troll gab einen grunzenden Laut von sich.
Hier. Das ist die Provokation, die ich schon eher erwartet hätte – aber eben noch im Sitzen, oder im Aufstehen. Warum ist sich Aidan eigentlich nicht sicher, ob das Wort nun zum Frieden beitragen wird oder nicht? Ich meine, sowohl Eisflüsterer als auch er selbst nutzen es nicht öffentlich, und es klingt abfällig. Wenn er Angst davor hat, dass es fällt – warum fragt er sich noch, ob es alles schlimmer macht? Wird es, sonst hätte er keine Skrupel, es zu nutzen, oder?
Zitat:„Lass es gut sein, Eisflüsterer.“ Er versuchte nur halblaut zu sprechen, damit er nicht die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zog. Aber es war ihm nicht entgangen, dass es dafür schon zu spät war. Sie waren umringt von Trollen, die die Szene argwöhnisch beobachteten.
Aidan wandert als Mensch in eine Trolltaverne und ist nun damit beschäftigt, möglichst nicht aufzufallen, nachdem sein Begleiter/Freund/Lehrer in einen Streit geraten ist? Meiner Meinung nach müsste er alles daran setzen, Eisflüsterer von weiteren Ausfällen abzuhalten, ohne sich darum zu kümmern, ob er nun dabei auffällt oder nicht.

Zitat:Eisflüsterer schüttelte den Kopf. „Nein, Feuerherz, wir sind ihre Gäste.“ Mit diesen Worten richtete er sich zu seiner vollen Größe auf. Beinahe war er auf Augenhöhe mit dem Troll. „Sie sollen uns mit Respekt behandeln.“
Und der Troll? Der steht daneben, grunzt und sagt nichts? Irgendwie ist der hier schon wieder verschwunden, auch wenn ich nicht genau weiß, wie viel Zeit wirklich vergeht – weniger, als ich annehme, denke ich.

Zitat:„Eisflüsterer …“, Aidan wollte nichts falsch machen, deshalb ließ er den Satz ungesagt.
Unbeendet würde hier besser passen, mMn.

Zitat:Jedes weitere Wort wurde bereits überflüssig, als der Troll den Arm erhob und Eisflüsterer von sich stieß, sodass dieser über seinen Stuhl fiel und auf dem harten Holzfußboden liegen blieb.
„Den Arm erhob“ – unfreiwillig sehe ich da so einen Troll vor mir, der die Hand zum Winken hebt und dabei versehentlich an der Nase des vor ihm stehenden Mannes hängen bleibt Icon_ugly
Allerdings habe ich auch keinen Vorschlag parat, wie man das ändern könnte – und ich glaube, ich bin so ziemlich die Einzige, die dieses Bild im Kopf hat.

Zitat:Der Troll hatte bereits ein siegessicheres Grinsen aufgesetzt, als sich Eisflüsterer auch schon wieder erhob. Seine Knie zitterten, sein Blick war glasig, aber er hielt sich auf den Füßen.
Hier scheint das „auch schon“ (das zeitliche Nähe impliziert) ein wenig im Widerspruch zu seinem glasigen Blick und den zitternden Knien (Eisflüsterer scheint schon ziemlich lawede zu sein).

Zitat:Langsam richtete er sich vollends auf und ging auf seinen Kontrahenten zu.
„Ging“ klingt so normal, dafür, dass er schon ganz schon etwas abbekommen hat. Vielleicht „taumeln“?

Zitat:Aidan wollte sich ihm entgegenstellen, ihn aufhalten, den Wahnsinn beenden, doch Fagus ließ sich nicht beirren.
Wie kann Aidan wissen, dass Fagus sich nicht beirren lässt, wenn er sich ihm nur entgegenstellen möchte, aber es nicht tut? Vielleicht liegt es an der Formulierung, aber das wundert mich doch.

Zitat:In einem Moment der Klarheit drückte er Aidan sein Kleinod in den Arm. „Pass‘ darauf auf Feuerherz(hier kein Komma)“ flüsterte er, bevor er dem Troll entgegenging.

Zitat:Aidan fühlte sich wie benebelt. Um ihn herum löste sich die Taverne auf. Die Trolle grölten, schoben ihn mit ihren Körpern hin und her und brachten seine Eismauer zum Einsturz. Bilder von seinem Gefährten stiegen in Aidans Verstand empor. Bilder von ihm, zwischen den dunklen Leibern. Bilder von Blut. Aidans Funke glühte, schmolz seine eisige Festung und ließ die Welt in Flammen aufgehen.
Da hat er eindeutig die Kontrolle verloren, während Eisflüsterer offenbar ziemlich vermöbelt wird. Ausgewachsene Kneipenschlägerei, würde ich sagen. Vielleicht noch ein bisschen bösartiger.

Zitat:Aidan floh. Er floh aus der Trollhütte, floh vor den Bildern, floh vor den verbrannten Leibern und rettete sich auf das Floß, mit dem er gekommen war. Er konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten. Hilflos ließ er sich auf das schwimmende Holz sinken. Er konnte nichts weiter tun, als mit anzusehen, wie die Hütte in Flammen aufging und das Ei im Arm wiegen.
Warte, ich glaube, hier habe ich was verpasst. Er flieht aus der Taverne, nachdem er die „Welt in Flammen aufgehen lassen hat“ und den verbrannten Leibern – also hat es bereits gebrannt, oder brennt noch – nach draußen und sieht, wie die Hütte noch in Flammen aufgeht? Das funktioniert zeitlich nicht ganz.

Gut. Da wären wir also, Zeit für das abschließende Fazit. Wie gesagt, ich stecke nicht mehr so sehr im ersten Teil drin, und diesen Kommentar habe ich über drei, vier Abende hinweg geschrieben, weshalb zwischendrin vielleicht einige Lücken zu finden sind, bei denen ich mich selbst an Dingen aufgehangen habe, die ich bloß meinem schlechten Gedächtnis zu verdanken habe.
Unsere beiden Protagonisten haben also, nachdem sie entdeckt haben, dass beide Magier sind, ihre Reise fortgesetzt, sind dann in einen Troll gelaufen und wurden von diesem in eine Taverne verschleppt. Der ganze Besuch endete – nun ja, sagen wir mal, wenig erfreulich.
Die Tatsache, dass Aidan am Ende alles anzündet, weil er sich nicht mehr unter Kontrolle hat, hat mich angesprochen, weil das Ganze einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt, den ich an Geschichten mag Icon_wink
Allerdings hatte ich auch bei diesem Teil wieder dasselbe Teil wie beim letzten – dein Schreibstil spricht mich nicht allzu sehr an, allerdings war es auch nicht so schlimm, dass ich mich dazu zwingen musste, die Geschichte bis zum Schluss zu lesen. Hinzu kamen noch einige Szenen, die für mich ein wenig zu kurz gekommen sind, während sie in meiner Vorstellung aufgelebt sind – hier hätte ich mir doch noch etwas mehr Ausführlichkeit gewünscht, um zu überprüfen, ob meine Vorstellungen dem entsprechen, was du dir vorstellst: Ein Beispiel dafür wäre die letzte Szene, das, was ich als ausgewachsene Kneipenschlägerei und Eskalation empfinde, sowie das Unbehagen Aidans und seine diffuse, aber grundlegende Abneigung den Trollen gegenüber. Oder die Stelle, an der er seine Mauer baut – die hatte tolle Ansätze, aber mir fehlte da so ein bisschen der krönende Abschluss, wenn man das so nennen kann. Ich weiß nicht, eben der Moment, an dem ich gesagt hätte: „Woah, das sehe ich jetzt greifbar vor mir“.
Während der ganzen Geschichte habe ich auch eine gewisse Distanz zu Aidan gewahrt (ich weiß aber auch nicht, ob das beabsichtigt war), weshalb mich die letzte Szene weitaus weniger betroffen gemacht hat, als du es vielleicht wolltest. Klar, der hat dort alles eingeäschert, seinen Freund/Reisegefährten inklusive (so wie ich es verstanden habe), und das hat seine Tragik, zumal er erst kurz von genau diesem gelernt hatte, wie man so etwas nicht tut. Aber momentan fehlt diese ehrliche Betroffenheit, das Mitgefühl. Ich weiß, da ist etwas furchtbar schief gelaufen, und alles andere wäre unter Umständen besser gewesen, aber damit hört es auf.
Alles in allem hat deine Geschichte leider nicht wirklich meinen Geschmack getroffen, obwohl sie gute Ansätze gezeigt hat. Was aber bei weitem nicht heißen soll, dass ich mich durchquälen musste, nein, das nicht. Einige Momente hatten ihren eigenen Zauber – so am Ende von Teil 1 Eisflüsterers Eismagie oder auch am Ende von Teil 2 auf seine Weise das Bild, das die in Flammen aufgehende Hütte in mir ausgelöst hat …
Fragt sich nur noch, was aus dem Ei wird, wenn Eisflüsterer es nicht mehr kühlen kann.

Ich hoffe, der Kommentar war nützlich für dich 

Viele Grüße,
Eselfine


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RE: Feuerherz und Eisflüsterer (2/2) - von Eselfine - 06-01-2015, 18:35

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