Es ist: 11-04-2021, 08:48
Es ist: 11-04-2021, 08:48 Hallo, Gast! (Registrieren)


Kommentieren im Skriptorium
Beitrag #1 |

Kommentieren im Skriptorium
Hallo zusammen,

einige hier wissen ja, wie wichtig mit das Thema "Kommentare schreiben" ist und da wir hier ein neues Forum haben, muss auch ein neuer Thread zum Thema her :D ...

Ich werde hier versuchen, meine derzeitigen Gedanken zum Thema festzuhalten. Natürlich freue ich mich, wenn andere darauf eingehen, ihre Meinungen ergänzen und auch eine richtige Diskussion zu Stande kommt!


Wie genau muss ein Kommentar eigentlich aussehen?

Gerade Neulinge in Literaturforen sind wohl oftmals etwas "erschrocken", wenn sie ewig lange Kommentare zu Geschichten und Gedichten lesen. Da kommt schnell der Gedanke auf, dass die anderen sehr viel Ahnung hätten und richtig "professionell" seien und dass man selbst das gar nicht kann.

Riesengroßer Irrtum.

Natürlich sind einige dieser langen Kommentare sehr gut - aber warum sind sie es? Durch Erfahrung und freie Meinungsäußerung.
Und warum stellt man seine Eigenproduktionen in ein Forum? Man will Meinungen einholen. Man will Kritik und sicherlich auch Lob.

Wenn man "gute" Kommentare schreiben will, muss man erst einmal damit anfangen. Und wenn ihr manch langen und toll aussehenden Kommentar lest, werdet ihr merken, dass viele einfach nur ihre Meinung schreiben. Und genau das macht einen Schreiber glücklich Icon_wink ...


Gibt es nicht dennoch gewisse Regeln, die man beachten muss?

Prinzipiell nur die Netiquette.
Keine Beleidigungen oder andere persönliche Angriffe.

Aber es gibt durchaus Dinge, mit denen man sich unbeliebt machen kann - zumindest bei mir.

Wenn jemand unter jeden Text und jedes Gedicht immer nur "wow, gefällt mir total gut!!!" und "das ist echt super toll" schreibt, verliert er seine Glaubwürdigkeit. Über so ein Lob kann man sich dann auch nicht mehr freuen.
Ich persönliche finde es wichtig, dass man Texte kritisch betrachtet. Was gefällt mir daran und was gefällt mir NICHT daran? Wenn jemand was in ein Forum stellt, dann meistens mit dem Ziel, sich weiter zu entwickeln. Zu lernen. Und dabei ist es auch wichtig zu unterscheiden, ob ein Text "okay" ist, oder "gut", "ziemlich gut", "sehr gut" oder "genial" ...
Auch im positiven Kritikspektrum (=Lob) gibt es Abstufungen, die man einfach beachten sollte. Auch wenn jemand richtig gut schreibt und so gut wie nie einen Text in den Sand setzt, ist es für ihn wichtig, zu wissen, ob der Text jetzt wieder nur "gut" war oder "einfach klasse".

Außerdem wichtig:

~ Traut euch, Kritik zu äußern!

Denkweisen wie "Aber ich schreibe selbst nicht besser, ich habe kein Recht, zu meckern" könnt ihr ganz schnell aus eurem Kopf werfen. Wenn euch etwas nicht gefällt, einfach sagen. Denn Gefallen oder Nichtgefallen hat nichts mit literarischer Kompetenz zu tun!

~ Akzeptiert es, wenn ein Autor eure Kritik nicht annimmt.

Nur weil euch was nicht gefällt, muss es jemand nicht ändern.
Seid dann nicht beleidigt oder traurig, weil ihr denkt, dass eure Meinung doch nicht zählt und fallt auf keinen Fall zurück in das Schema "ich hab's gewusst, ich habe keine Ahnung"!
Ein Autor ist für jede Kritik dankbar, auch wenn er sie nicht umsetzt. Wenn ihr selbst schreibt, werdet ihr das wissen - am Ende liegt es immer am Schreiber selbst, ob er etwas annimmt oder nicht.

~ Geht auf einzelne Stellen näher ein.

Ein "hey, find ich toll" sieht gleich viel besser aus, wenn ihr sagt, was ihr so toll findet. Sucht die Stellen heraus, die euch am besten gefallen haben und kopiert sie in euren Kommentar. Geht näher darauf ein und beschreibt, was euch daran so gut gefallen hat.
So weiß ein Autor, in welche Richtung er arbeiten kann.

~ Das Gleiche gilt für Stellen, die euch nicht gefallen.

~ Kommentare müssen nicht lang sein.

Auch ein kurzer Kommentar ist gut und vor allem besser, als kein Kommentar. Manchmal kann man auch wenig dazu sagen. Vielleicht ist der Text so gut, dass man sich einfach nur "Wow, wie geil!" denkt und da bringt es dann auch nichts, krampfhaft nach Kritikpunkten zu suchen.
Oder vielleicht ist ein Text richtig schlecht und es stimmt einfach gar nichts ... oder ihr habt wenig Zeit. Aber auch wenn ihr nur wenig Zeit habt und ihr wollt etwas zu einem Gedicht oder eine Geschichte sagen, tut das einfach und denkt nicht: "aber dann ist mein Kommentar so kurz und minderwertig"...

~ Versucht, den Stil des Autors zu erkennen

Manchmal ist man versucht, alles anzumerken, was nicht dem Schreibstil entspricht, der einem am besten gefällt und einem als "sehr gut" erscheint.
Versucht, den Stil des Autors zu erkennen und auch wenn euch eine Formulierung mal nicht gefällt oder seltsam erscheint - wenn sie zum Stil des Autors gehört, muss man sie nicht unbedingt auflisten.
Es ist wichtig, dass man Kommentare auf jeden Schreiber zuschneidet und nicht immer nur an ein einziges Ideal denkt.


So, das war's für erste.
Bin gespannt, was ihr noch zu ergänzen habt Icon_smile

Liebe Grüße

- Zack

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

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Beitrag #2 |

RE: Kommentieren im Skriptorium
Bei kurzen Gedichten fällt es (mir zumindest) oft schwer, konkrete Kritik zu äußern oder einzelne Textpassagen besonders zu loben, da Gedichte oft ganzheitliche Gebilde sind, die mancher nicht so leicht auseinandernehmen und analysieren kann.
In solchen Fällen reicht es meiner Meinung nach auch, wenn man einfach schreibt, dass einem das Gedicht gut/sehr gut/super gefällt. Allerdings ist es meistens einfach, einen Aspekt (z.B. Rhythmus, Bildhaftigkeit, Struktur) zu finden, der besonders schön ist oder ein bisschen schwächelt.

Liebe Grüße
Dread

PS: Mir fällt sonst auch nichts mehr ein, deine Hinweise sind - grade Neulingen - sicher eine große Hilfe, Zack.


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Beitrag #3 |

RE: Kommentieren im Skriptorium
Hey Dread,

na, das wäre ja schön, wenn meine Hinweise helfen Icon_smile ...

Bei Gedichten hast du schon recht - da kann man schwer bestimmte Stellen herausgreifen, da sind es eher einzelne Aspekte. Eine bestimmte Metapher / Art Metaphorik zu gestalten, der Rhythmus. Es sind einfach andere Kategorien sozusagen.
Eigentlich müsste man zwei Threads machen, einen für Geschichten kommentieren und einen für Gedichte ... sind eben doch zwei Welten.

Im Ürbigen finde ich, dass du dich öfter trauen solltest, Gedichte zu kommentieren.
Wie gesagt, jede Meinung zählt. Und auch wenn du kein Lyrikexperte bist, hast du doch eine Meinung, die du doch auch immer gut rüberbringst.
Und wie oben im Eröffnungspost erwähnt, man muss nicht immer viel schreiben! Aber mehr als ein Satz ist immer toll Icon_wink ...

Grüßle

- Zack

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

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Beitrag #4 |

RE: Kommentieren im Skriptorium
Hallo zusammen,

das Kommentieren liegt uns am Herzen und die Kommentare im Magen. Nein, das war jetzt nur ein Späßle.
Ich kann nur unterstützen was hier schon eingangs gesagt wurde. Ich bin allerdings eine von den "Milden" und verteile eher Lob als Kritik. Dass dies nicht immer geht, ist mir bekannt und ewiges Lob für alles und jedermann gibt es natürlich auch nicht. Jeder hat neben seinen Sahnestückchen auch ein Haufen trockenen Prasselkuchen dabei. Aber was ist nun wieder Sahne und was Staub? Da scheiden sich die Geister. Ich glaube in allen Foren, die es hier im großen WEB inzwischen so gibt, treiben sich mehr oder weniger "Laienkünstler" herum und was die wahren, die namhaften, zeitgenössischen Poeten mitunter so rauslassen, da kann man auch unterschiedlichster Meinung sein. Somit greife ich eigentlich lieber immer auf das schlichte : "Gefällt oder gefällt nicht" zurück und schiebe eine Begründung dafür nach. Mag ja so mancher diese Plattform als eine Art Schule betrachten und eine entsprechende Behandlung vom "Lehrer" als Schüler erwarten, dann können sicher auch einige von Euch diesen Wunsch in guter Qualität erfüllen. Ich gewiss nicht, denn ich bin nur ein Autodidakt, habe weder Germanistik noch Literatur studiert, möchte einfach locker, freundlich mit ähnlich ambitionierten Menschen kommunizieren. Icon_smile

In diesem Sinne.
Helga

Erkennen wollen
ist der erste Schritt des Verstehens.
Zunächst im Selbstversuch!

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Beitrag #5 |

RE: Kommentieren im Skriptorium
Hallo Helga,


*lach* okay, so wie du es hier schreibst, kann ich mich dem eigentlich anschließen.
Zu einem Punkt:

Helga schrieb:Mag ja so mancher diese Plattform als eine Art Schule betrachten und eine entsprechende Behandlung vom "Lehrer" als Schüler erwarten, dann können sicher auch einige von Euch diesen Wunsch in guter Qualität erfüllen.
Lehrer und Schüler, so seh ich das auch nicht *g* ... Ich kann ja auch niemandem großartig was beibringen; ich kann nur dabei helfen, auf Fehler oder Schwächen aufmerksam zu machen. Was der Betreffende mit diesen Hinweisen macht - darauf habe ich keinen Einfluss. Wirklich "lehren" muss er sich selbst. Gerade bei Literatur ist es eben nicht so, dass man ein Baukastenschema vorgeben kann und wer sich daran hält, schreibt "gut". Ein Schreibstil muss sich durch Übung und Auseinandersetzung entwickeln, um lebendig und nicht bloßer Abklatsch zu sein.


Helga schrieb:Ich gewiss nicht, denn ich bin nur ein Autodidakt, habe weder Germanistik noch Literatur studiert, möchte einfach locker, freundlich mit ähnlich ambitionierten Menschen kommunizieren. Icon_smile
Wir haben zwar Studenten in diesem Bereich, aber darauf kommt es hier nicht an. Auch wir tauschen uns einfach nur aus - jeder hat auch beim Kommentieren seine Stärken. Dem einen fallen inhaltliche Mängel auf, der andere konzentriert sich auf die Form und der dritte ist vielleicht ein Experte für sprachliche Besonderheiten. Gerade dadurch, dass hier so viele Individuen aufeinandertreffen, sind auch die Kommentare wunderbar vielfältig, und wenn ein Schreiber meinen Geschmack oder Humor nicht trifft, dann vielleicht den eines anderen.

Vielfalt ist Bereicherung und wir können einander im Austausch ergänzen Icon_smile


Mira

Ich bin ein Fragezeichen
kein Punkt
- Rose Ausländer -

Avatar von Zwielichtstochter

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Beitrag #6 |

RE: Kommentieren im Skriptorium
Mira schrieb:Vielfalt ist Bereicherung und wir können einander im Austausch ergänzen Icon_smile

vollkommen Deiner Meinung, deswegen finde ich es auch fast schon schade, daß so wenige "normale" User sich zu kommentieren trauen oder in jedes ihrer Kommentare schreiben " ja ich glaub das ist so aber fragt lieber Mira oder Isola, die kennen sich da besser aus" ... versteht Ihr was ich meine?

Ich bin absolut dafür, daß man Narren von gefährlichen Waffen fernhält. Beginnen wir mit Schreibmaschinen. (Frank Lloyd Wright)

Prinzessin von Kagran

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Beitrag #7 |

RE: Kommentieren im Skriptorium
Ja, versteh ich - also Zusatz nach talblick:

Kommentiert selbstbewusst! Icon_smile

Jede Meinung ist es wert, gehört zu werden. Ihr habt was zu sagen, also sagt es - ihr seid kompetent genug und könnt ruhig zu eurem Urteil und euren Tipps stehen. Niemand ist automatisch kompetenter, nur weil er länger dabei ist.
Ihr wisst, wie man kommentiert. Wenn ihr etwas lest, denkt ihr euch etwas dazu. Jetzt fehlt nur noch eins: Teilt dem Schreiber eure Gedanken mit.
Mehr als dass er sagt "Seh ich nicht so, ich lass es lieber, wie's ist" kann euch nicht passieren. Wertvoll ist eine fremde Sichtweise immer, egal ob sie umgesetzt wird oder nicht.

Ich bin ein Fragezeichen
kein Punkt
- Rose Ausländer -

Avatar von Zwielichtstochter

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Beitrag #8 |

RE: Kommentieren im Skriptorium
Hallo zusammen,

Ich finds toll, dass es diesen Thread gibt, da das Kommentieren ja keine einfache Sache ist! Ich hab zwar (schon wieder *g*) nichts hinzuzufügen - ich stimme den geäusserten Meinungen zu - aber ihr sollt wissen dass es sehr hilfreich ist, diesen ganzen Thread zu lesen.

Danke und cheers

Lijana ^.^

"I wish none of this had happend!"
"So do all who live to see such times. But it's not for them to decide. All you have to decide is what to do, with the time that is given to you!"
- Frodo & Gandalf the Grey by J.R.R. Tolkien

Lijana's Fire Magic ~ Werkeverzeichnis ^.^

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Beitrag #9 |

RE: Kommentieren im Skriptorium
Ich kommentiere nicht, da ich keine Texte habe die ich im Gegenzug dazu posten könnte.
Ich hoffe also, man nimmt es mir nicht übel, dass ich mich darum nicht an diesem Part des Forums beteilige.
Aber ich schreibe keine Kurzgeschichten, bis auf Ausnahmen in denen ich um eine solche gebeten werde und das dichten habe ich aufgegeben. Ich konzentriere mich im Moment voll und ganz auf die Fortsetzung von "Edens Asche" und will keine Auszüge aus meinem Roman online posten, bevor er auf dem Markt ist, bzw. das Veröffentlichungsdatum feststeht.
Wollte ich nur mal anmerken, damit ich mich nicht unbeliebt mache, weil ich weder Kurzgeschichten noch Gedichte poste und auch keine Kommentare schreibe.

Ich kann ein Buch lesen, ich kann es als Aschenbecher benutzen, als Briefbeschwerer, als Türanschlag oder eben als Geschoss, um junge Männer zu bewerfen, die alberne Bemerkungen machen. So. Denken Sie nochmal nach." - Stephen Fry

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Beitrag #10 |

RE: Kommentieren im Skriptorium
... Erm man muss ja nichts Posten, um Erlaubnis fürs Kommentieren zu haben. Das Kommentieren bringt ausser den genannten Punkten auch Leben ins Forum. Über Kommentare findet man tolle Freunde. Und bildet somit eine Gemeinschaft! Sonst bleibt man irgendwie wie eine graue Gestalt...

So ein wenig Senf von mir Icon_wink

LG Sonde


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