Es ist: 13-08-2022, 06:36
Es ist: 13-08-2022, 06:36 Hallo, Gast! (Registrieren)


Im Regen geboren (2)
Beitrag #1 |

Im Regen geboren (2)
« 1. (Spielplatz) Tim


2. (Bus) Chamäleon

Als der Spielplatz außer Sichtweite war, fiel der Schutz von ihr ab.
Wieder allein, wie die ganze Nacht, wieder allein. Ohne Stimmen, die beruhigten. Fremde. Freunde. Niemand hier. Wieder allein.
Musik dröhnte aus einem Auto, das vorbeizog, an der nächsten Kreuzung abbog und dann verschwunden war. Stille ersetzte den Klang.
Ihre Füße trugen sie bis zur nächsten Bushaltestelle. Im Bus würden Menschen sein. Menschen sind Leben. Menschen, die sich unterhielten, diskutierten, die nach Bewegung rochen, nicht nach Stillstand. Tote sind Stillstand. Außerdem war es die Strecke ihres Vaters. Vielleicht würde er noch einmal hier sein, ihr Auf Wiedersehen sagen und an der nächsten Haltestelle durch die Hintertür aussteigen, ihr zuwinken, verschwinden. Für immer. Aber ein Für immer mit Abschied fühlte sich kürzer an als eines ohne.
Auf der Frontscheibe des Busses spiegelte sich die Sonne, als er näher kam. Leah stand auf, suchte in den Hosentaschen nach der Fahrkarte, fand eine Schachtel Streichhölzer. Starrte sie an, als hätte sie eine Pistole gefunden, und versteckte sie hektisch. Dann die Fahrkarte in ihrer Hand, den Busfahrer vor sich.
„Leah“, sagte er mit belegter Stimme. „Das mit deinem Vater, das tut mir Leid.“
Als könnte er etwas dafür.
Er schluckte, versuchte ein Lächeln und wirkte dabei noch hilfloser, als Leah sich Tim gegenüber gefühlt hatte. Seine Lippen öffneten sich tonlos, doch brachten kein weiteres Wort zustande.
Sie erwiderte nichts, steckte die Fahrkarte wieder ein und ging nach hinten. Schwankend suchte sie einen Sitzplatz, als der Bus losfuhr. Fremde Gesichter. Fremde, aber wenigstens Menschen, wenigstens Leben.
Sie musterte jeden, doch ihr Vater war nicht darunter. Kein geheimer Passagier, nirgendwo ein Schattenlächeln, das sie angezogen hätte, ihr gezeigt hätte, wohin sie gehen sollte. Nichts. Sie setzte sich in die letzte Reihe. Wieder allein. Immer noch. Fuhr am Spielplatz vorbei, sah Tim bei Emma stehen, schüchtern, die Wohnsiedlung, Balkone, an denen Satellitenschüsseln klebten, Wege, auf denen Menschen liefen. Dann den Kindergarten, Schuldige in spe.
Der Bus hielt. Ein Mann stieg ein, die weiße Latzhose farbbespritzt, die Krempe des Strohhuts nach oben geschlagen. Leah entspannte sich, als sie die vertraute Gestalt erblickte. Er unterhielt sich kurz mit dem Fahrer, dessen Blick auf sie zeigte. Der Dialog klang nach Uneinigkeit, Pflichtgefühl wallte zwischen den Worten auf und ebbte ab, als der Mann dem Busfahrer Beruhigung zusprach.
„Danke“, schloss er tiefstimmig, als der Bus wieder anfuhr.
Er kam zu Leah, setzte sich neben sie, einen wortlosen Ausdruck im Gesicht. Schaute sie an, seine Augen schienen nach Phrasen zu suchen, die Mitgefühl ausdrückten, Verständnis.
Doch der Blick war genug.
Sie erwiderte ihn, duckte sich innerlich und wusste doch, dass sie für Sekunden geborgen war.
„Ich hab's nicht gewusst“, flüsterte sie schließlich.
Noch immer sagte er nichts, legte die Stirn in Falten und atmete hörbar ein und aus. Als würde er die Geschehnisse ordnen, in Rage geraten dabei, doch in seinen Augen stand weiter die Suche nach Worten.
„Ich hab's nicht gewusst. Wenn ich könnte, ich würde das alles rückgängig machen.“ Rechtfertigung in leisen Worten, die mehr bedeuteten als der Lärm auf dem Spielplatz zusammen genommen. „Ich würde ihm Spiegeleier braten, mit viel Speck, weißt du, wie er sie so gern mag.“ Mochte – mochte, mochte, mochte! „Ich hab nicht gewusst, dass er Zuhause ist. Es war doch Freitag, er hatte Nachtschicht.“ Don-ners-tag!
Fast unbewusst zogen ihre Finger die Schachtel aus der Hosentasche, öffneten sie, nahmen ein Streichholz heraus und brachen den Zündkopf ab. Zerbröselten ihn. Wie den Moment mit dem Fuß auf der Türschwelle und dem fehlenden Mut in den Fingerspitzen.
„Es war doch Freitag.“ Mehr zu sich selbst als zu ihm. Ein Streichholz entschärft, noch eins, zwei, drei, vier, ... „Wieso war nicht Freitag?“
Chamäleon schaute sie ernst an, wie sie in sich selbst versank, in sich selbst und in der Frage nach dem falschen Wochentag. Er hob ihr Kinn leicht an und richtete ihren Blick auf sich.
„Du kannst es nicht ändern.“
„Nicht mehr.“ Sie schaute an ihm vorbei auf die Straßen, die sie die ganze Nacht entlang gegangen war. Gerannt, geschlichen. Immer in dem Versuch, wieder zurückzukommen in die Welt von vor vierundzwanzig Stunden. Sie begann leicht zu zittern und verkrampfte die kalten Finger ineinander. „Ich hätte es ändern können!“, gab sie barscher zurück, als sie beabsichtigte. „Ich hätte nur ein Mal auf den Kalender gucken müssen, ein Mal auf den verdammten Kalender! Oder jemanden fragen. Jeder weiß doch, wann Freitag ist. Nur ich nicht.“ Die Kraft ihrer Stimme versiegte fast wieder. „Nur wir nicht.“ Einen Moment lang richtete sie ihre Augen auf seine, fixierte die abgetragenen Gesichtszüge, fand in ihnen das Vertrauen wieder, das sie hinein gesetzt hatte.
Am Rosengarten waren sie sich begegnet. Sie saß auf einer Bank, er strich den Zaun in einem tiefen Braun.
„Was hat er dir eigentlich erzählt?“ Sie nickte in Richtung des Busfahrers.
„Was er erzählt hat?“ Chamäleon schaute sie eindringlich an. „Von dem Brand und deinem Vater.“
„Und was hat er gesagt?“
„Leah, was soll das? Du weißt selbst, was passiert ist.“
Das Braun glich der Farbe, die der Zaun Jahre zuvor gehabt hatte; Hintergrund für eine Kindheitserinnerung.
„Aber ich will wissen, was er gesagt hat.“
„Du willst wissen, ob du gesucht wirst, richtig?“
„Nein, verdammt! Was hat er gesagt?“
Mutter, Vater, Kind. Hand in Hand in Hand. Aufgeschürfte Knie. Frühsommer. Rosenduft.
„Sie wissen nicht, wer es war, und wo du bist, das wollen sie jetzt herausfinden. Er wollte Bescheid sagen, aber ich habe gesagt, ich kümmere mich darum. Wenn er sonst etwas tun könnte, dann -“
„Der verdammte Heuchler!“
„Leah!“
„Er will mir nicht helfen und er kann mir nicht helfen. Dann soll er nicht so tun, als wollte er es!“
Lächeln in den Augen und auf den Lippen, den Sommer vor der Nase, Schritte wie Zeitlosigkeit auf dem staubigen Weg.
„Was sollte er denn sonst sagen? Dass es ihm egal ist, dass sein Kollege gestorben ist? Dass es ihn nervt, dass er jetzt noch mehr Fahrten übernehmen muss?“
„Wenn er das denkt ...“
„Denk doch mal nach!“
Auf dem Rückspiegel in der Mitte der Frontscheibe sah sie das Gesicht des Busfahrers. Nicht hinterhältig; unsicher.
„Du bist nicht wirklich wütend auf ihn, oder?“
Sie schüttelte den Kopf, schloss die Augen, um wieder ruhiger zu werden. Chamäleons Anwesenheit war wie der Trosttropfen, den sie jetzt brauchte. Es war falsch, den Zorn auf andere zu lenken, falsch, hier und jetzt alles rauszulassen. Falsch, wie es am Abend zuvor schon falsch gewesen war, dem ersten Gefühl nachzugeben. Zu machen, wo anhalten und denken besser gewesen wäre. Die Zerstörung walten zu lassen, obwohl sie nichts Gutes mit sich bringen konnte.
Als sie die Lider wieder öffnete, fing sie den Blick des Fahrers für einen Moment auf. Versuchte kein Lächeln, weil es zu viel gewesen wäre. Schaute ihn nur an, bis er sich wieder auf die Straße konzentrieren musste.
Dann lenkte sie ihre Aufmerksamkeit auf Chamäleon. Er hielt seinen Strohhut in der Hand und pfriemelte an dem blauen Band, das bald das Zeitliche segnen würde, wenn er es weiter so ungeschickt nach oben und unten zerrte.
„Irgendwie muss es doch wieder fest...“, knirschte er zwischen den Zähnen hervor.
„Lass es besser.“
Er schaute auf, lächelte knapp und setzte den Hut wieder auf seinen Kopf. „Vielleicht sollte ich es wirklich lassen.“
Sie schwiegen. Der Motor brummte unter ihren Füßen. Leah stand auf, öffnete ein Fenster, schon einen viel sichereren Stand in den Beinen als beim Einsteigen. Die Zunge leichter als zu Beginn ihres Gesprächs mit Chamäleon. Nur der Vorabend wurde nicht unbedeutender.
Als sie sich wieder setzte, fasste sie Mut aus der Sicherheit: „Warum wusstest du nicht, dass Donnerstag war?“
Er blickte sie fest an. „Warum wusstest du nicht, dass dein Vater Zuhause war?“
Sie schluckte. Weil ich nicht geguckt habe, weil ich mir so sicher war. Weil die Tür schon zu war, weil ich gezögert habe. Verlust als Preis für die Fahrlässigkeit. Wie fahrlässig, ein einziges Mal dem selbstzerstörerischen Bedürfnis nachzukommen. Wie fahrlässig. Und wie teuer.
Ausweichend wankten ihre Gedanken zurück auf den Spielplatz, hinter die Barrikade.
„Ich habe zwei Kinder auf dem Spielplatz getroffen, eigentlich nur eins, er heißt Tim. Wir haben Sandhäuser zusammen gebaut, meinst du das geht?“ Erwartungsvoll blickte sie in sein Gesicht. „Dass man aus dem Rest das Alte wieder aufbauen kann, meinst du das geht? Dass alles zurückkommt? Sie heißt Emma, Tim mag Emma und ich glaube, die beiden könnten noch bessere Häuser bauen. Unzerstörbare. Kannst du dir das vorstellen?“
Wüst unterbrach er sie: „Leah, weißt du überhaupt, was das jetzt bedeutet?“
Sie stockte, lachte auf. Kurz nur, dann begannen ihre Lippen zu beben, die Wunschvorstellung in ihrem Gesicht verzog sich zu einer Grimasse ihrer selbst. Imitierte Selbstbeherrschung, die doch keine Schauspielprüfung bestanden hätte.
„Hast du dir Gedanken darüber gemacht?“, gab sie schließlich spöttisch zurück. Und baute damit eine Wand zwischen sich und die Zukunft, die erst durchbrochen werden konnte, wenn alles Kommende Jetzt geworden war.
„Entschuldige.“
Wieder Zeit, sich zu beruhigen. Genug Schauspieltalent für die kleine Bühne in der letzten Reihe eines Linienbusses. Für einen Zuschauer, der den Darsteller zu gut kannte, um ihm hier eine Rolle abzunehmen.
Als sie die nächste Haltestelle passiert hatten, drückte Chamäleon auf den Halteknopf. Leah blickte ihn verdutzt an; hier war erst Rosengarten, noch nicht Neumannstraße.
„Du willst bestimmt etwas essen und trinken“, gab Chamäleon als Antwort. „Am Rosengarten ist ein Kiosk, da gibt es belegte Brötchen.“ Als wüsste sie das nicht selbst.
Der Bus hielt, er ging zur Tür und wartete im Ausgang, bis auch Leah sich aufrappelte und ausstieg.


» 3. (Rosengarten) Vater

... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
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Beitrag #2 |

RE: Im Regen geboren (2)
Hallo Libbi,

da ist er ja, der zweite Teil. Icon_smile
Ein Teil, der bei mir einige Fragen aufwirft, aber dazu später dann.
Ich bin froh, dass wir jetzt erfahren, wer Chamäleon ist. Icon_smile Und ich kann mir seinen Namen sogar ein bisschen erklären - er ist Maler und hat mit Farben zu tun und Chamäleons wechseln die Farben, um sich zu tarnen (glaub ich).
Ein guter, passender Name!

Leah steigt in den Bus und wird gleich vom Busfahrer, einem Kollegen ihres Vaters, angesprochen. Er weiß schon Bescheid über das Schicksal seines Kollegen, was mich wundert. Das ging ziemlich schnell und selbst wenn es in der Zeitung stand, stand er da doch nicht mit vollem Namen drin.
Na, vielleicht ist er nicht zur Arbeit gekommen ...
Was mich aber daran am meisten gewunder hat, war, dass Leah nicht gesucht wird. Es laufen ja jetzt Ermittlungen zum Brand. Dass es Brandstiftung war, wird bald herauskommen. Und Leah ist verschwunden.
Eigentlich müsste sie gesucht werden.
Und woher weiß Chamäleon auch schon, dass es gebrannt hat?
Fragen über Fragen ... Ich hoffe, am Ende klärt sich alles auf, aber da bin ich mir ziemlich sicher. Icon_smile

Geschrieben war es wieder gut, vor allem gut durchdacht und um die Worte besorgt, sodass ich meine Anmerkungen mal wieder fast ausschließlich auf den Inhalt beziehen kann ... das ist okay, weil fehlerfreie Texte super zu lesen sind, und nicht okay, weil ich das unfair finde. *g*
Aber da muss ich wohl mit leben. Icon_wink

Zum Text:

Zitat:Ihre Füße trugen sie bis zur nächsten Bushaltestelle.
Das ist ein toller Satz, weil er aussagt, dass sie eigentlich gar nicht ganz da ist. Sie wird einfach weitergeschleppt von ihrem Körper, mechanisch.

Zitat:Außerdem war es die Strecke ihres Vaters. Vielleicht würde er noch einmal hier sein, ihr Auf Wiedersehen sagen und an der nächsten Haltestelle durch die Hintertür aussteigen, ihr zuwinken, verschwinden.
Aha, hier erfährt man, dass ihr Vater Busfahrer war.

Zitat:Aber ein Für immer mit Abschied fühlte sich kürzer an als eines ohne.

Findet sie? Ich hab das irgendwie umgekehrt im Kopf. Denn wenn man sich verabschieden kann, begreift man so stark, dass es für immer ist ... Wenn man diese Gelegenheit nicht bekommt, weil es zu plötzlich geschieht, dauert es eine Weile, ehe es im Kopf richtig verankert wird ...

Zitat:„Leah“, sagte er mit belegter Stimme. „Das mit deinem Vater, das tut mir Leid.“
Als könnte er etwas dafür.
Auch gut. Besonders der letzte Satz.

Zitat:„Ich würde ihm Spiegeleier braten, mit viel Speck, weißt du, wie er sie so gern mag.“ (...)
„Ich hab nicht gewusst, dass er Zuhause ist. Es war doch Freitag, er hatte Nachtschicht.“
Oha! Das heißt also, es war gar kein Mord! Sie wollte ihren Vater gar nicht umbringen, es war ein Versehen!
Stellt sich mir doch glatt die Frage, weshalb sie dann ihr Haus angezündet hat.
Es gibt ja Menschen, die tun so was, weil sie psychisch krank sind. Pyromanie oder so nennt man das.
Aber ist Leah eine Pyromanin?
Ich bin echt gespannt ...

Zitat:Jeder weiß doch, wann Freitag ist. Nur ich nicht.“

Icon_nosmile
Vielleicht, um die Versicherung zu linken. Vielleicht waren sie verschuldet!
(Ja, ich glaube, das könnte stimmen!)

Zitat:Er hielt seinen Strohhut in der Hand und friemelte an dem blauen Band, das bald das Zeitliche segnen würde, wenn er es weiter so ungeschickt nach oben und unten zerrte.

Ich glaube, es heißt "pfriemeln". *g*

Ich find's toll, dass du am Ende immer schon verrätst, wie das nächste Kapitel heißt. *g* Da hat man dann noch mehr zum Freuen.

Bis später, du Meisterin der Formulierungen (die dafür sorgt, dass meine Kommentare immer kürzer werden oder ist das nur Einbildung),

Lilly


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Beitrag #3 |

RE: Im Regen geboren (2)
Hallo,

Zitat:die nach Bewegung rochen, nicht nach Stillstand

der Satz gefällt Icon_smile

Zitat:Aber ein Für immer

hätte ich so geschrieben: Fürimmer, weil ja ein Artikel davor steht

Zitat:„Leah“, sagte er mit belegter Stimme. „Das mit deinem Vater, das tut mir Leid.“

woher kennt der Busfahrer sie? Und geht so eine Nachricht so schnell durch die Stadt/ Dorf? Offensichtlich waren daran die Tratschtanten von nebenan Schuld Icon_wink

Ah, Lösung der ersten Frage findet sich im weiteren textverlauf ^^
Ein bisschen Verwundert mich allerdings die Tatsache, dass Leah nicht von der Polizei gesucht wird. Immerhin ist es der erste Weg der Polizei bei der Aufklärung eines Brands die weiteren Bewohner des Hauses zu befragen. Und Leah ist weg. Damit macht sie sich wohl zur Tatverdächtigen Nummer eins.
Ich frag mich, wer Chamäleon wirklich ist, weil sie scheint ihm alles anzuvertrauen.

LG


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Beitrag #4 |

RE: Im Regen geboren (2)
Hallo ihr beiden,

vielen Dank für das Lesen des zweiten Teils und für das schnelle Kommentieren! :D

zu Lilly:
Chamäleon: Ich hoffe, mich zwingt niemand zu erklären, warum er genau so heißt. Er war auf einmal da, bzw. er war vorher da als Idee und hat dann in diese Geschichte gepasst. Mit bürgerlichem Namen heißt er bestimmt Hans-Jochen Meier oder so *g. Schön, dass dir der Name gefällt Icon_smile.
Dass der Busfahrer schon Bescheid weiß: Mittlerweile ist es Mittag (ungefähr) oder zumindest später Vormittag, der Brand hat irgendwann mitten in der Nacht stattgefunden. Ich habe mir das so gedacht, dass Leahs Vater irgendwann an diesem Tag fahren muss und deswegen schon jemand da war und die Kollegen informiert hat, falls jemand etwas sagen kann. Bei den anderen Fragen hoffe ich, dass sie sich klären, wobei ich glaube, dass ein Teil auch bleiben wird. Vielleicht wird Leah ja gesucht, vielleicht hat der Busfahrer es schon durchgegeben. Die Geschichte spielt rein aus Leahs Perspektive, deswegen - das sage ich besser jetzt schon - fällt der Leah-wird-gesucht-Aspekt etwas raus (Edit: Ich baue da was ein).
Zitat:das ist okay, weil fehlerfreie Texte super zu lesen sind, und nicht okay, weil ich das unfair finde. *g*
Ach Lilly sie dass doch nicht so pessimisstisch! Eß wirt schonmal was total miehses kommen!!! Icon_wink.
Zitat:Findet sie? Ich hab das irgendwie umgekehrt im Kopf. Denn wenn man sich verabschieden kann, begreift man so stark, dass es für immer ist ... Wenn man diese Gelegenheit nicht bekommt, weil es zu plötzlich geschieht, dauert es eine Weile, ehe es im Kopf richtig verankert wird ...
Findet sie. Abschied von einem Geist, mit der Person "abschließen", nein, das Wort ist völlig falsch. Sie hofft auf das letzte Gefühl von er-ist-da und danach ist es okay.
Zitat:Oha! Das heißt also, es war gar kein Mord! Sie wollte ihren Vater gar nicht umbringen, es war ein Versehen!
Ja!
Pyromanie habe ich gleich nachgeschaut, was das ist. Interessant. Weiter so!
(Mensch, das klingt, als würde ich dir 'ne 3+ geben *g)

frie|meln (landsch. für basteln); ich friem[e]le
pfrie|meln (landsch. für mit den Fingerspitzen hin und her drehen; ugs. für mit den Fingern nestelnd, pulend zu schaffen machen); ich pfriem[e]le
© Duden - Die deutsche Rechtschreibung, 24. Aufl. Mannheim 2006 [CD-ROM]
Ja, es passt beides, aber pfriemeln noch besser.
Zitat:Ich find's toll, dass du am Ende immer schon verrätst, wie das nächste Kapitel heißt. *g* Da hat man dann noch mehr zum Freuen.
Da finde ich es fast schade, dass es hiernach nur noch einen neuen Titel gibt Icon_wink.
Zitat:Bis später, du Meisterin der Formulierungen (die dafür sorgt, dass meine Kommentare immer kürzer werden oder ist das nur Einbildung),
Mrgreen
Die Teile werden auch immer kürzer. Weil mir zum ersten immer mehr eingefallen ist und zu den anderen nur immer ein bisschen. Das liegt also nicht an dir *g. Aber ich fange bestimmt nicht an, über deine Kommentarlänge zu meckern. Da freu ich mich jedes Mal wieder dran Icon_smile.

zu Maskenträger:
Zitat:hätte ich so geschrieben: Fürimmer, weil ja ein Artikel davor steht
Ich hab überlegt, wie ich's mache
Fürimmer, Für-immer, Für immer
Am Ende dachte ich, man versteht es und es ist okay so. Aber an sich hast du Recht, ich denke darüber nach.
Zitat:woher kennt der Busfahrer sie? Und geht so eine Nachricht so schnell durch die Stadt/ Dorf? Offensichtlich waren daran die Tratschtanten von nebenan Schuld
Weil er ein Kollege ist. Nein, keine Tratschtanten. Woher sollen die Nachbarn wissen, wo Leah ist? Als das Feuer richtig groß geworden ist, stand sie schon außerhalb. Als die Feuerwehr angerückt ist, ist sie verschwunden. Okay, es könnte sie jemand gesehen haben. Meinst du, ich sollte im ersten Teil Nachbarn einfügen, die sie aus dem Haus kommen sieht (und vor denen sie sich verborgen hält)? Das fällt mir gerade ein, dass in dem Haus ja nicht nur die beiden gewohnt haben.
Sie vertraut ihm viel, weil Leah sich an ihre Eltern erinnert fühlte, als sie sich kennengelernt haben, und die beiden sich dann oft getroffen haben. Gespräche verbinden. Woher weißt du, dass sie nicht gesucht wird? Eine Gefühlsregung mehr beim Busfahrer, dass er Bescheid weiß, dass sie gesucht wird, vielleicht sollte ich so etwas einbauen. Ich schreib mir das mal auf.

Liebe Grüße,
Libertine

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Beitrag #5 |

RE: Im Regen geboren (2)
Hey Libbi!

Fast ein bisschen schade, dass es der letzte Teil ist. Okay, vielleicht besser, ich würde wieder Tage wachbleiben, nur um es ganz bis zum Ende lesen zu können. Einfach vergessen, dass es hell und dunkel gibt, weil man andere Tage lebt, während man liest. Leahs Tage. Die ein paar Gedanken dauern und nicht für immer. Weil Geschichten ein Ende haben, irgendwann und dann hört es einfach auf, noch einmal hell zu werden.

Chamälion ist ein seltsamer Mensch. Keine Ahnung, warum. Irgendwie wirkt er zerstreut, aber trotzdem klarer als Leah, die sich hier beinahe ins Verhängnis redet. Weil sie so fertig ist, nicht mehr richtig nachdenken kann. Weil alles kaputt ist. Sie kann es nicht mehr rückgängig machen, aber vor ihr ist auch nichts, was ihr helfen würde. Ich finde die Frage interessant, ob man alles wieder aufbauen kann. Ein bisschen verzweifelt und ein bisschen hoffnungsvoll. Hoffnungsvoll, wenn die Antwort Ja ist. Für mich ist es ein Nein. Ich glaube nicht wirklich daran, aber es wäre irgendwie schön, wenn sie es schaffen könnte. Wenn sie sich etwas hinbekommt, nicht dieses Leere, Tote, was sie im Moment hat. Dieses Gefühl, das irgendwie nicht greifbar ist, das alles so weit weg aussehen lässt. Ihr aber auch nicht weiterhilft. Kann nicht helfen, nicht mit der Wut im Bauch und dem Chaos im Kopf, nicht, solange sie nicht wieder zu sich selber findet.
Ob Chamälion da helfen kann?
Er scheint zumindest ein bisschen zu verstehen, als sie selber. Damit ist er ihr einen Schritt voraus.

Allerdings werden die Fragen immer mehr. Danach, was da eigentlich passiert ist. Wieso kann die Tür abgeschlossen werden, wenn der Schlüssel draußen ist? Das hat sich irgendwie angehört, als ob sie ihren Vater eingesperrt hat, falls er fliehen will. Das hört sich so nach mutwillig an, aber in ihren Worten ist nichts mehr davon zu finden.
Zitat:Weil ich nicht geguckt habe, weil ich mir so sicher war. Verlust als Preis für die Fahrlässigkeit. Wie fahrlässig, ein einziges Mal dem selbstzerstörerischen Bedürfnis nachzukommen. Wie fahrlässig.
Aber da ist es keine Absicht. Nur ein beschissener Zufall. Ein richtig beschissener. Tödliche Sicherheit. Aber nicht die Zerstörung eines Lebens.

Auch interessant finde ich, wie sie über den Busfahrer denkt. Dass sie ihn verflucht dafür, nicht wirklich Anteil zu nehmen. Obwohl sie selber auch nicht wirklich trauert... gar nicht fähig dazu ist, weil trauern heißt, zu begreifen, dass man tote Menschen eben nicht wieder aufbauen kann. Die Erinnerungen schaffen nicht Geborgenheit oder Wärme, sie reißen nur die Wunden wieder auf, die gerade aufgehört haben, zu bluten.

Zitat:„Es war doch Freitag.“ Mehr zu sich selbst als zu ihm. Ein Streichholz entschärft, noch eins, zwei, drei, vier, ... „Wieso war nicht Freitag?“
Ein Satz, den ich auf Anhieb mochte, weil ich irgendwie total nachvollziehen kann, was in ihr vorgeht. Sie weiß, dass es wichtig war, stellt aber fest, dass ihr alles andere entfallen ist. Kein Gefühl für Zeit. Für Tage. Wofür braucht man Tage? Ist nicht alles eine Entscheidung der Wahnehmung? Sie sollte sich nicht so fertig machen dafür. Ja, irgendwie hat sie damit alles kaputtgekriegt, aber es ist nicht wirklich etwas schlimmes. Ob sie überhaupt wieder so etwas wie Tage wissen will? Jetzt spielt es doch sowieso keine Rolle mehr.

Liebe Grüße,
Lain

Schmetterlinge weinen nicht

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Beitrag #6 |

RE: Im Regen geboren (2)
Und hallo zum letzten Mal heute, Lain!

Da habe ich dich ja noch eine schöne Weile wachgehalten - hat denn der Morgen schon am Horizont gestanden und gewunken danach?
Es gibt hiernach nur noch zwei Teile, du müsstest also gar nicht so ewig wachbleiben. Ja, geht mir beim Lesen auch so, ich vergess dann meine Zeit und bin in der fremden, in der ich gerade lese. Die können dann auch einfach mal um Mitternacht frühstücken, das ist dann okay und ich krieg Lust auf Kaffee.
Zitat:Chamälion ist ein seltsamer Mensch.
Ja! Mit Chamäleon geht es eigentlich erst richtig los. Er ist die Person, mit der sie jetzt reden kann. Mal sehen, worüber sie sprechen.
Zitat:Ich finde die Frage interessant, ob man alles wieder aufbauen kann. Ein bisschen verzweifelt und ein bisschen hoffnungsvoll. Hoffnungsvoll, wenn die Antwort Ja ist. Für mich ist es ein Nein.
Es gibt jetzt kein Zurück mehr, insofern: Nein. Aber es gibt immer ein Weiter.
Mit/Durch Chamäleon? Mal sehen Icon_smile.
Zitat:Wieso kann die Tür abgeschlossen werden, wenn der Schlüssel draußen ist?
Sie hat den Tag verwechselt und wusste nicht, dass ihr Vater drinnen ist, sie hat die Wohnungstür zugezogen - da kommt man ohne Schlüsseldrehen nicht mehr rein, auch wenns nicht abgeschlossen ist. So ist das am Anfang mit dem Schlüssel gemeint.
Zitat:Sie weiß, dass es wichtig war, stellt aber fest, dass ihr alles andere entfallen ist. Kein Gefühl für Zeit. Für Tage. Wofür braucht man Tage? Ist nicht alles eine Entscheidung der Wahnehmung?
Ja, schon. Aber ihr Vater hat Freitags Nachtschicht, nicht Donnerstags. Darum geht's hier, deswegen ist es schon sehr, sehr wichtig. Sonst wäre die Tragödie ... eine andere. Vielleicht hätte sie das Feuer auch gleich wieder gelöscht, als sie gemerkt hat, dass es für Menschen in den Nachbarwohnen gefährlich hätte werden können.

Danke für dein Mitgefühl mit Leah, ich schick ihr ein Päckchen damit, vielleicht kriegt sie es, da, wo sie jetzt ist.
Liebe Grüße,
Libertine

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Beitrag #7 |

RE: Im Regen geboren (2)
Hallo Libertine,

so, früher war es mir nicht möglich zu antworten. Sei nicht böse bitte. *zwinker*

Zitat:Stille ersetzte den Klang.
Sehr schön. Irgendwie ein verdammt einfacher Satz, aber er gefällt mir unheimlich gut.

Zitat:Außerdem war es die Strecke ihres Vaters. Vielleicht würde er noch einmal hier sein, ihr Auf Wiedersehen sagen und an der nächsten Haltestelle durch die Hintertür aussteigen, ihr zuwinken, verschwinden.
Das sie so denkt, passt mir nicht in mein zurecht gelegtes Bild. Es klingt wehmütig, fast so, als würde sie ihn vermissen. Das Zwinkern, auf Wiedersehen sagen - klingt sehr nach Liebe.

Zitat:Für immer. Aber ein Für immer mit Abschied fühlte sich kürzer an als eines ohne.
Bitte? *denk* *Gehirnwindungen überschlagen sich* *Sternchen kippt vorne über und schlägt mit dem Kopf auf die Tastatur*

Zitat:Leah stand auf, suchte in den Hosentaschen nach der Fahrkarte, fand eine Schachtel Streichhölzer.
Ich finde da fehlt etwas. Vielleicht ein aber?

Zitat:Starrte sie an, als hätte sie eine Pistole gefunden, versteckte sie hektisch.
Ich finde die Sätze hier sehr abgehackt.
*Sie starrte sie an, als hätte seine eine Pistole gefunden und versteckte das Schächtelchen hektisch.
- na ja. Deine Stätze sind dein Stil und ich habe mich bereits schon daran gewöhnt und ihn schätzen gelernt, aber diese letzten zwei Sätze kommen mir unvollständig vor.

Zitat:Sie musterte jeden, doch ihr Vater war nicht darunter. Kein geheimer Passagier, nirgendwo ein Schattenlächeln, das sie angezogen hätte, ihr gezeigt hätte, wohin sie gehen sollte.
Hier lässt du den Vater zu einem nicht vorhandenen Wegweisen werden - das bringt mich ganz schön ins denken.

Zitat:Dann den Kindergarten, Schuldige in spe.
? Icon_confused ?

Zitat:Ein Mann stieg ein, die weiße Latzhose farbbespritzt, die Krempe des Strohhuts nach oben geschlagen.
Latzhose, Strohhut. Latzhose erinnert mich mit den Farbspritzer an einen Maler, der Strohhut an einen Grätner und der Gärtner an Rosengarten (Vater) - also ans nächste Kapitel. Könnte vielleicht ein Zusammenhang sein. *grins* *Sternchen schon überall Verschwörung sieht*

Zitat:Noch immer sagte er nichts, legte die schweigende Stirn in Falten und atmete hörbar ein und aus.
die schweigende Stirn? Meintest du vielleicht:
*Noch immer sagte er nichts, legte die Stirn schweigend in Falten und atmete hörbar ein und aus.

Zitat:„Ich hab's nicht gewusst. Wenn ich könnte, ich würde das alles rückgängig machen.“ Rechtfertigung in leisen Worten, die mehr bedeuteten als der Lärm auf dem Spielplatz zusammen genommen. „Ich würde ihm Spiegeleier braten, mit viel Speck, weißt du, wie er sie so gern mag.“ Mochte – mochte, mochte, mochte! „Ich hab nicht gewusst, dass er Zuhause ist. Es war doch Freitag, er hatte Nachtschicht.“ Don-ners-tag!
Gut, Rechtfertigung. "Ich hab es nicht gewusst". Spiegeleier - mochte. Freitag - Donnerstag. Das Donnerstag ist krusiv, dass heisst sie wusst wohl schon, welcher Tag ist, was mich dazu bringt ihre Worte als Lügen abzustempeln, oder als Halbwahrheiten. Das sie es nicht wollte, würde mit ihren wehmütigen Erinnerungen einhergehen, bevor sie in den Bus stieg. Allerdings, als sie damals vor der Türe stand, wusste sie genau, dass ihr Vater dort drinnen lag.

Zitat:„Ich hätte nur ein Mal auf den Kalender gucken müssen, ein Mal auf den verdammten Kalender! Oder jemanden fragen. Jeder weiß doch, wann Freitag ist. Nur ich nicht.“
Ehrlich gesagt passt mir im Moment nichts mehr zusammen. Im Einstieg wusste sie, dass er dort drinnen war und hier bekommt man das Gefühl, als hätte sie es wirklich nicht gewusst. Als hätte sie aus einem anderen Grund das Feuer gelegt. Also gut, meine neue Sichtweise der Dinge. Sie wollte ihren Vater nicht umbringen, aber etwas vernichten. Als sie dann gesehen hat, dass er doch dort drinnen ist war es zu spät, zu spät um zu stoppen. - Irgendwie so eben, ....

Zitat:Die Kraft ihrer Stimme versiegte fast wieder. „Nur wir nicht.“ Einen Moment lang richtete sie ihre Augen auf seine, fixierte die abgetragenen Gesichtszüge, fand in ihnen das Vertrauen wieder, das sie hinein gesetzt hatte.
"Nur wir nicht" - hmm, ..... meint sie damit Chamäleon?

Zitat:Mutter, Vater, Kind. Hand in Hand in Hand. Aufgeschürfte Knie. Frühsommer. Rosenduft.
Rosengarten.

Zitat:Wieder Zeit, sich zu beruhigen. Genug Schauspieltalent für die kleine Bühne in der letzten Reihe eines Linienbusses. Für einen Zuschauer, der den Darsteller zu gut kannte, um ihm hier eine Rolle abzunehmen.
*zähneknirsch*

Ja ich werde schlicht zum Deppen hier. Also fassen wir zusammen. Am Anfang hatte man den Eindruck, als hätte Leah ihren Vater umgebracht. Dann kamen Gewissensbisse und Traurigkeit - der Spielplatz. So und jetzt sind wir im Bus, man hört und sieht wie schreckliches es ihr geht und könnte meinen, sie hat es wirklich nicht gewusst. Gut, zwei Möglichkeiten.
1. Sie hat es nicht gewusst, dass ihr Vater zuhause war. Dafür spricht ihr "Ich hab das nicht gewusst" das sich durch die ganze Geschichte zieht. Dafür spricht das Gespräch mit Chamäleon und ihr Gewissen.
2. Sie hat es gewusst. Leah ist vor der Türe gestanden und wollte einen Anreiz, wieder aufzusperren. Ein Schrei, oder etwas anderes. Hier, am Ende dieses Kapitels reden wir von Zuschauern und Schauspielern und ich frag mich. Sind die Leser die Zuschauer und Leah die kleine Schauspielerin.

Es deutet einiges auf Möglichkeit Nummer 1 und 2 hin. Somit schwimme ich weiter im Meer der Ungewissheit und Verwirrung und hab keine Ahnung, was ich denken soll. Die Gedanken an ihren Vater vor dem Bus, sprechen von Lieben und Reue. Ich tendiere insgesamt eher zu 1, werde aber von 2 sicherlich nicht absehen. Mir kommt zu viel, sehr einstudiert vor. Es kann auch ganz anders sein, als du mich hier glauben lassen willst.

Vom Stil wie gewohnt sehr gut und flüssig zu lesen. Manchmal werden mir deine Sätze jedoch fast zu knapp. Hin und wieder wirken sie ein wenig zerstückelt, aber im großen und ganzen doch super zu lesen. Ich freue mich auf den nächsten Teil. Bin gespannt ob du dann ganz Schaschlik aus meinem Kopf machst, oder ob ich mich dann auf eins oder zwei stürzen kann. *Hände reib*

*drück dich*
Sternchen

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
Viele kleine Sternschnuppen

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Beitrag #8 |

RE: Im Regen geboren (2)
Hallo Libbi

Deine Geschichte ist irgenwie aus dem Alltag gegriffen. Man könnte jeden Tag in der Zeitung lesen: " Haus nach Brandstiftung abgebrannt. Die Polizei fandet nach dem Täter" und trotzdem schreibst du so spannend, dass ich mich jedesmal drauf freue, sie kommentieren zu dürfen.

Zitat:Menschen sind Leben. Menschen, die sich unterhielten, diskutierten, die nach Bewegung rochen, nicht nach Stillstand.
Du beschreibst sehr deutlich, dass sie ihr Tun einfach nicht verkraftet.

Zitat:„Leah, was soll das? Du weißt selbst, was passiert ist.“
Ich habe das mal so verstanden, das Chamäleon eine Zufallsbekanntschaft ist, mit dem Leah über ihre Tat gesprochen hat.

Zitat:Die Zerstörung walten zu lassen, obwohl sie nichts Gutes mit sich bringen konnte.
Ich rätsel ja immer so gerne. Denke, sie hatte Streit mit ihrem Vater und deswegen die Hütte in Brand gesteckt.

Das wird immer spannender. Noch wurde Leah nicht erwischt, noch irrt sie ziellos durch die Gegend und hat immer noch nicht verstanden, was sie getan hat. Es ist ungefähr so, als würde sie diese Geschichte lesen. Völlig unbeteiligt. Ich bin sehr gespannt, wie es weiter geht.

Viele liebe Grüße von Persephone, die jetzt arbeiten gehen muss


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Beitrag #9 |

RE: Im Regen geboren (2)
Hallo ihr Beiden,

wenn ich die ganzen Kommentare so lese, merke ich immer mehr, dass ich meine Schreibblockade langsam mal wegschmeißen sollte. Die liegt hier rum und gammelt vor sich hin und so wirklich ansehlich ist sie nicht mehr.
Vielen Dank fürs Lesen und Kommentieren vom zweiten Teil! Mrgreen

zu Sternchen:
Oh je, dich scheine ich ja ein bisschen verwirrt zu haben!
Aber von vorne: Böse bin ich dir nicht, wo denkst du hin? *g Jedem, wann er mag, und wer nicht mag, der lässt es *g.
Ja, das Bild, das man von Leah hat, wird spätestens hier auf den Kopf gestellt. Wehmütig, eben Vermissen. Von einem Augenblick auf den nächsten verloren, und jetzt nichts mehr. Nur die Bilanz im Hinterkopf, und die ist null. Der Vater soll weisen, ja, eine Vertrauensperson, fast die einzige.
Zitat:Zitat:
Für immer. Aber ein Für immer mit Abschied fühlte sich kürzer an als eines ohne.
Bitte? *denk* *Gehirnwindungen überschlagen sich* *Sternchen kippt vorne über und schlägt mit dem Kopf auf die Tastatur*
Was denn?
Zitat:Zitat:
Dann den Kindergarten, Schuldige in spe.
? :confused: ?
Jeder wird schuldig, denkt sie, schuldig an der Tragik eines anderen Lebens. Die Kinder im Kindergarten sind noch "unverbraucht", so wie Tim und Emma.
Zitat:Latzhose, Strohhut. Latzhose erinnert mich mit den Farbspritzer an einen Maler, der Strohhut an einen Grätner und der Gärtner an Rosengarten (Vater) - also ans nächste Kapitel. Könnte vielleicht ein Zusammenhang sein. *grins* *Sternchen schon überall Verschwörung sieht*
Ist der beste Weg, um herauszufinden, worum es weiterhin gehen wird. (Mir ist aufgefallen, dass man nach den ersten beiden Kapiteln immer noch nicht weiß, in welche Richtung das alles tendiert. Es gibt Anzeichen, aber ich hoffe, im nächsten Teil merkt man, wieso nach zwei Teilen Schluss ist.)
Sehr schön den Zusammenhang gesehen, ist mir so noch nicht aufgefallen. Ja, aber wie du mittlerweile weißt, geht es gleich in den Rosengarten.
Zitat:die schweigende Stirn? Meintest du vielleicht:
*Noch immer sagte er nichts, legte die Stirn schweigend in Falten und atmete hörbar ein und aus.
Ich weiß nicht, was ich meinte, um ehrlich zu sein. Mir kam die "schweigende Stirn" von der Bedeutung her richtig vor, zumindest so wie ich es meinte. Aber ich weiß gerade nicht, was ich meinte. Ich komme heute leider nicht dazu, die Anmerkungen einzuarbeiten, weil ich gleich schlafen muss. Aber ich schaue, dass ich das in den nächsten Tagen hinkriege. Dann werde ich auch sehen, inwiefern ich ein paar Sätze unabgehackter machen kann. Das ist mir auch aufgefallen, aber ich hab - weil ich so oft über die Zeilen gelesen habe - das Gefühl dafür verloren, wann es zu viel ist; und ob überhaupt. Also die Anmerkungen zu denen ich nichts sage, da mach ich mir im Laufe der Woche ordentlich Gedanken drüber und arbeite sie ein.
Zitat:Das Donnerstag ist krusiv, dass heisst sie wusst wohl schon, welcher Tag ist, was mich dazu bringt ihre Worte als Lügen abzustempeln, oder als Halbwahrheiten
Nein, aufpassen: Sie weiß jetzt sicher, welcher Tag war! Jetzt!
Zitat:Allerdings, als sie damals vor der Türe stand, wusste sie genau, dass ihr Vater dort drinnen lag.
Teil 1, du hast gefragt, welche Erkenntnis gemeint ist:
Nur das Gesicht ihres Vaters, sein zerstreutes Lächeln. Die Stille seiner Rückkehr, die Dunkelheit seines Schlafs. Der Geruch des Feuers. Das Fenster. Die Erkenntnis, er könnte nirgendwo anders sein. Zehn Minuten zu spät.
(Ich will meine Geschichten nicht erklären und mach's trotzdem die ganze Zeit. Du hältst dich echt gut, weil du sehr nah dran bist am Geschehen(en), deswegen muss ich an ein paar Stellen einfach was sagen.)
Zitat:Sie wollte ihren Vater nicht umbringen, aber etwas vernichten. Als sie dann gesehen hat, dass er doch dort drinnen ist war es zu spät, zu spät um zu stoppen. - Irgendwie so eben, ....
Zitat:Mir kommt zu viel, sehr einstudiert vor. Es kann auch ganz anders sein, als du mich hier glauben lassen willst.
Mrgreen Aaaaahhh Sternchen, du bist toll!
Zitat:Sind die Leser die Zuschauer und Leah die kleine Schauspielerin.
Oder umfasst die Bühne gar mehr Figuren als sie selbst?
Zitat:Ich freue mich auf den nächsten Teil. Bin gespannt ob du dann ganz Schaschlik aus meinem Kopf machst, oder ob ich mich dann auf eins oder zwei stürzen kann.
Oh ja, und ich erst! Ich hoffe, ich kann Schaschlik vermeiden, auch wenn ich es ... befürchte.

zu Persephone:
(ich vertippe mich jedes Mal bei deinem Namen - das müssen wir wieder üben *g.)
Zitat:Deine Geschichte ist irgenwie aus dem Alltag gegriffen. Man könnte jeden Tag in der Zeitung lesen: " Haus nach Brandstiftung abgebrannt. Die Polizei fandet nach dem Täter" und trotzdem schreibst du so spannend, dass ich mich jedesmal drauf freue, sie kommentieren zu dürfen.
Das freut mich sehr, echt. Ich hab mein Problem mit der Wirklichkeit. Über sie zu schreiben, finde ich meistens zu langweilig, und trotzdem will, will, will ich. Tja.
Zitat:Ich habe das mal so verstanden, das Chamäleon eine Zufallsbekanntschaft ist, mit dem Leah über ihre Tat gesprochen hat.
Sie wirkt wirklich wie ein Mensch, der sich in einer solchen Situation einem fremden offenbart?
Dass sie unbeteiligt wirkt, kommt rüber, schön Icon_smile. Ja, und ansonsten - ich hoffe, ihr erschreckt nicht über die Auflösung. Oder sagt: Libbi, das versteht man nicht, das ist an den Haaren herbeigezogen. Mann, bin ich gespannt auf die Reaktionen zum nächsten Teil!

Ich wünsche euch einen schönen Tag morgen!
Liebe Grüße,
Libertine

... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
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Beitrag #10 |

RE: Im Regen geboren (2)
So, Libertine, also zum nächsten Teil.

Wird wohl wieder eher kurz. Sorry.

Diesmal weniger bildgewaltig, habe ich den Eindruck, dafür ist jetzt durch die Dialoge etwas Action drin. Nachdem ich beim letzten Teil dachte, dass alles steht und sich im eigenen Saft dreht, kommt jetzt doch ein klein wenig Bewegung rein.

Leah ist also am Ende und kehrt jetzt die Scherben ihrer Tat zusammen, und alles nur, weil sie nicht auf den Kalender geschaut hat, weil sie was ausprobieren wollte. Ja, mancher öffnet eine Büchse, ohne zu wissen, dass es Pandoras Schachtel ist.

Was mir bei Leah ein bisschen Sorgen macht ist, dass sie sich nicht mit Schuld beschäftigt, sondern diese Frage mit einem beinahe lapidaren „Ich hab das nicht gewusst“ zur Seite schiebt.

Na und dann ist da ja auch noch Chamäleon aufgetaucht. Mal sehen, was der so drauf hat.

Anmerkungen:

Zitat:Tote sind Stillstand
Hm. Stimme dir da zu, aber nur weil ich keine Debatte über den Maßstab anfangen will. *ggg

Zitat:Für immer mit Abschied fühlte sich kürzer an als eines ohne.
Der schönste Satz in diesem Teil.

Zitat:Seine Lippen öffneten sich tonlos, doch brachten kein weiteres Wort zustande.
Im zweiten Teil des Satzes fehlt was. Kein sie, das hast du wahrscheinlich extra weggelassen. Aber der Satz fühlt sich unvollständig an. Wenn das deine Absicht war, ist es dir gelungen.

Zitat:Fuhr am Spielplatz vorbei,
Aha, Leah ist also in die falsche Richtung gelaufen. *ggggg

Zitat:„Der verdammte Heuchler!“
„Leah!“
„Er will mir nicht helfen und er kann mir nicht helfen. Dann soll er nicht so tun, als wollte er es!“
Die Hilflosigkeit des Zuschauers und der Zorn des Opfers. Gut dargestellt.

Zitat:Verlust als Preis für die Fahrlässigkeit. Wie fahrlässig, ein einziges Mal dem selbstzerstörerischen Bedürfnis nachzukommen. Wie fahrlässig. Und wie teuer.
Ja, ich hab’s kapiert. *gg
Hm.
Wenn Fahrlässigkeit das Thema deiner Geschichte ist, dann hast du das hier extrem deutlich rüber gebracht. *gg


Kurz, wie prognostiziert,
hat gefallen und hab’s gern gelesen.

CU,
Teja


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