Es ist: 22-10-2019, 16:04
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Welt in Flammen
Beitrag #1 |

Welt in Flammen
Hey,
 
hier nun der Prolog zu meiner neuesten Geschichte. Ich weiß, dass dieser nicht lange ist, doch ich fand die Stelle passend, um aufzuhören, damit ich den Lesern nicht zu viel verrate, diese aber auch nicht unwissend lasse, worum sich die Handlung ungefähr dreht. Damit ihr euch eine grobe Vorstellung machen könnt, woraus der Plot besteht, füge ich noch eine Zusammenfassung hinzu:
 
Eine Begegnung mit einer Dämonin zu überleben bedeutet nicht, dass du ihr entkommen bist. Sie wird dich unter Milliarden finden, und sie wird dich mit sich nehmen. // Als Logan während der Hochzeit seines besten Freundes eine junge Frau kennenlernt, merkt er rasch, dass sie ihn magisch anzieht. Er gerät in eine Zwickmühle: Seine Freundin oder die bezaubernde Fremde? Erst fällt ihm die Wahl nicht schwer, doch bald ist nichts mehr so, wie es scheint, denn die Frau, die er vor kurzer Zeit kennenlernte, ist nicht die, die sie zu sein vorgibt.
 
 

 
Nun wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen!
 
 --
Prolog
 
Federleicht strichen ihre Finger über sein Haar; fühlten, wie rau und wirr es heute war, da er sich letzten Abend wohl nicht gebürstet hatte. Sie lächelte. Jeden Moment konnte er aufwachen. Dann würde er sich erstmal auf die andere Seite wälzen, gähnen und sich murrend über das Sonnenlicht beklagen, das ihn geweckt hatte, so wie jeden Morgen. Seine Freundin würde ihm die Decke wegziehen und ihn mit in die Hüften gestemmten Händen sowie einen Finger tadelnd erhoben belehren, dass er in die Arbeit musste, bis sie schließlich seufzend abziehen würde, da es keinen Sinn hatte, mit ihm zu diskutieren.
 
Beinahe zärtlich glitten ihre blassen, kalten Finger erneut über seine dichte, schulterlange dunkelbraune Haarpracht. Ihre langen, schwarzen Nägel kratzten dabei ein wenig an seiner Kopfhaut, was ihn kaum merklich murmeln ließ, doch er zog sich nicht zurück und versuchte auch nicht, sich aus ihrer Umarmung zu winden. Lange, dichte Wimpern verbargen tiefblaue Augen, die inmitten eines seit einem schweren Unfall entstellten Gesichtes ruhten. „Und doch bist du perfekt“, flüsterte sie zärtlich. Sie kicherte. „Und so wirst du bleiben. Ein solches Meisterwerk wie du wird niemals verblassen, sondern für alle Ewigkeit bestehen.“
 
Mit diesen Worten hauchte sie einen Kuss auf seine schweißüberströmte Stirne. Diesmal griff sie fester zu, als sie ihre totenbleiben Finger nachdenklich durch seine Haare wandern ließ. Sie zog ein wenig an einer Strähne und versuchte, sich einzuprägen, wie diese Haare Widerstand leisteten, damit sie sie nicht einfach so ausreißen konnte. Sie versuchte, zu verinnerlichen, wie er roch. Es war eine einzigartige Mischung, die nur zu ihm gehörte. Unter Abermillionen würde sie ihn problemlos identifizieren können. Leise kichernd überlegte sie kurz, ehe sie entschlossen eine Strähne ausriss und verspielt hin- und her drehte. Erneut etwas unverständliches murmelnd drehte er sein Gesicht auf die andere Seite, sodass sie ihm nun nicht mehr in dieses sehen konnte. Das jedoch gefiel ihr überhaupt nicht. Obgleich er die Augen noch geschlossen hatte, wollte sie, dass er ihr sein Gesicht zuwandte. Somit tat sie dies für ihn. Sie seufzte zufrieden, da er noch immer nicht erwachte. Er war mit einem festen Schlaf gesegnet, der beinahe durch nichts gestört werden konnte.
 
„Wach auf“, flüsterte sie und zog eine dünne und doch tiefe Kratzspur von seinem linken Unterarm bis zum Ellenbogen. „Wach auf, mein Schatz…“
 
Mit diesen Worten glitt sie von seiner Seite; jedoch nicht, ohne ihm erneut eine Haarsträhne auszureißen, die sie in ihre Rocktasche gleiten ließ. Sie lächelte, als er sich regte, und warf ihm eine Kusshand zu. „Warte“, murmelte er.
 
„Bis morgen, mein Schatz“, flüsterte sie zärtlich.
 
„Bleib hier… Bitte…“
 
„Wir sehen uns morgen wieder, Liebling.“
 
„Sag mir wenigstens, wer du bist!“
 
„Oh, du kennst mich nicht“, meinte sie leise und küsste erneut seine Stirne. „Aber ich kenne dich, Logan Harper.“
 
„…wer du bist!“
 
Ihr Lächeln wurde breiter. Als er endlich die tiefblauen Augen aufschlug, war die junge Frau verschwunden.


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Beitrag #2 |

RE: Welt in Flammen
Hi
Also ich finde deine Zusammenfassung schon mal interessant. Hier hätte ich allerdings noch einige Anmerkungen:
Zitat:...doch bald ist nichts mehr so, wie es scheint, denn die Frau, die er vor kurzer Zeit kennenlernte, ist nicht die, die sie zu sein vorgibt.
Hier klingt es vielleicht besser, wenn du die Stelle etwas umformulierst. Z.B.: ... doch bald ist nichts mehr so, wie es scheint. Denn die Frau, die er erst vor kurzer Zeit kennenlernte, ist nicht die, die zu sein scheint. 

Jetzt zum Inhalt des Prologes. Ich nehme vorweg, dass ich eigentlich keine Geschichten lese, die nicht in der Ich-Version sind (da bin ich leider eigen). Und doch muss ich zugeben, dass mich dein Prolog fasziniert hat.
Zitat:Diesmal griff sie fester zu, als sie ihre totenbleiben Finger nachdenklich durch seine Haare wandern ließ.
Die Stelle hat mich etwas verwirrt. Totenbleiben? Das habe ich ehrlich gesagt noch nicht gehört. Hast du dich vielleicht verschrieben und meinst totgebleichten? Wenn nein, klär mich doch bitte auf Icon_smile
Was mich noch an dem Satz verwirrt, ist, wieso sie plötzlich nachdenklich ist. Im vorherigen Abschnitt hat sie ihn geküsst und über sein gutes Aussehen philosophiert. Wenn es darauf bezogen ist, solltest du ein anderes Wort benutzen, z.B. fasziniert. Das passt dann auch auf den nächsten Satz.

Das nächste wäre, dass ich nicht einfach ruhig liegen bleiben würde, würde mir jemand die Haare ausreißen. Da vielleicht noch etwas Gefühl seinerseits mit einbringen.

Ansonsten finde ich es gut geschrieben und bin interessiert, wie es weitergeht und was es mit dieser Begegnung auf sich hat

LG Lara


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Beitrag #3 |

RE: Welt in Flammen
Hallo :D

Danke dir für deine Rückmeldung! Du hast mir mit deinen Tipps echt die Augen geöffnet.

Erstmal freut es mich wahnsinnig, dass du meinen Prolog trotz deiner eher ablehnenden Einstellung bezüglich Geschichten, die nicht in der Ich-Form verfasst sind, gelesen hast. Ich habe gerade ein Lächeln im Gesicht, weil dir der Prolog gefällt! :D

Bei der Stelle mit den totenbleichen Fingern meinte ich, dass ihre Finger so blass sind wie nur irgend möglich, weil sie eine Dämonin ist und keine Sterbliche. Tut mir leid, dass dies verwirrend ist Icon_nosmile

Auch deine Anmerkung, das Wort 'nachdenklich' durch 'fasziniert' zu ersetzen, hilft mir sehr. Danke, dass du mir auch da einen guten Tipp gegeben hast.

Du hast recht; ich würde auch nicht ruhig bleiben, wenn mir jemand die Haare ausreißt. Diese Textstelle werde ich sofort ändern.

Entschuldige bitte die späte Antwort, ich war länger nicht mehr online, da es mir richtig dreckig ging. Jetzt werde ich mal in deine Geschichte reinlesen :D -- EDIT: So bald wie möglich werde ich deinen Text lesen, denn ich bin schon sehr müde und werde bald schlafen gehen. Icon_nosmile

LG <3


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Beitrag #4 |

RE: Welt in Flammen
Hi Solvey.

Ich habe mir die Zusammenfassung nicht durchgelesen, sondern habe mich direkt in den Prolog reingeworfen, den ich gerne ohne zu viel Vorwissen lesen wollte.

Die Grundidee des Prologs finde ich gut: Dass man am Anfang noch denkt, da kuschelt die Freundin mit dem Typen, und nach und nach wird das immer unwahrscheinlicher und am Ende ist klar, dass es sich nicht um einen Menschen handelt.

Was mich nicht überzeugt ist, was "sie" alles mit ihm anstellt, ohne dass "er" aufwacht. Zerkratzt ihm die Kopfhaut, zerkratzt ihm den Arm, reißt ihm Haare aus, dreht seinen Kopf hin und her ... was ist das denn für ein Penner, dass er da nicht aufwacht? Meine Empfehlung wäre: Schalt ein zwei Gänge runter. Sie kann ihn zärtlich beobachten und übers Haar streichen, man denkt es handelt sich um ein Paar. Dann wird es langsam krankhaft, sie faselt von seiner Perfektion und vielleicht auch davon, dass er "für immer ihr gehören wird" (nur eine Idee) und dann zückt sie eine Schere und schneidet eine Haarsträhne ab - und der Leser denkt sich: Wie krank ist das denn? -- und dann kommt der Schluss und man merkt, ok, das ist nicht nur krank, die ist gar kein Mensch. Das könnte ich mir als realistische Handlung (ohne das Aufwach-Problem) vorstellen, die trotzdem noch Gruselfaktor hat.

Was mich etwas nachdenklich macht: Ich kann mir irgendwie nicht ganz vorstellen, was "er" für ein Mensch ist. Charakterisierung. Aus dem Text habe ich den Eindruck, dass es sich um einen stinkfaulen Typen handelt, der sich nicht kämmt, nicht zur Arbeit geht*, sich von seiner Freundin babysitten lässt, und auch nicht aufwacht, egal was man mit ihm anstellt. Es stellt sich zudem die Frage, ob er sich duscht (? "schweißüberströmt" ? ). Das ist so das, was ich über seinen Charakter rauslese, und ich weiß nicht, ob du den Eindruck erzeugen wolltest -- und ob das das einzige ist, was den Menschen auszeichnet. Wirklich neugierig auf ihn werde ich dadurch nicht, und wenn ich nicht neugierig auf die Person bin, dann leg ich das Buch irgendwann weg und hau mich vor die Playstation... das darf aber nicht passieren :D Also, was könnte es noch über Logan zu sagen geben? Steht da eine Gitarre rum? Ein Teleskop? Eine Schlangenzuchtstation? Liegt ein Buch auf dem Nachttisch, hängt ein Bild an der Wand, etwas was mir mehr über den Menschen verraten könnte?
Was meine Neugier weckte, war das entstellte Gesicht. Wie kann ich mir das vorstellen? Was ist passiert? Wie kommt er damit klar? DAS hätte mich interessiert und ich möchte dir vorschlagen, ein wenig mehr dazu zu schreiben -- gerne auch geheimnisvoll -- um den Leser neugierig auf die Figur Logan zu machen.

(*Damit keine Missverständnisse entstehen, ich hab auch kein Bock morgens aufzustehen. Aber mir wäre es echt peinlich, wenn meine Freundin mich babysitten würde.)

Ansonsten stilistisch:
 

Zitat:Federleicht strichen ihre Finger über sein Haar; fühlten, wie rau und wirr es heute war, da er sich letzten Abend wohl nicht gebürstet hatte.

Das mit dem Bürsten hat mich irritiert. Erst mal klingt es in meinen süddeutschen Ohren eher nach einem Hund :D und ist es nicht recht gewöhnlich bei Haaren, dass sie am Morgen verwuschelt sind? Unabhängig vom bürsten/striegeln/kämmen? Oder machen das nur meine Haare Icon_ugly

Zitat:Dann würde er sich erstmal auf die andere Seite wälzen, gähnen und sich murrend über das Sonnenlicht beklagen, das ihn geweckt hatte, so wie jeden Morgen. Seine Freundin würde ihm die Decke wegziehen und ihn mit in die Hüften gestemmten Händen sowie einen Finger tadelnd erhoben belehren, dass er in die Arbeit musste, bis sie schließlich seufzend abziehen würde, da es keinen Sinn hatte, mit ihm zu diskutieren.

- Super verarscht, ich dachte an der Stelle natürlich, dass die Protagonistin die Freundin ist.s
- Ich sage "zur Arbeit müssen", nicht "in die Arbeit.
- Zum Thema babysitting hatte ich bereits geschrieben.
 
Zitat:Beinahe zärtlich glitten ihre blassen, kalten Finger erneut über seine dichte, schulterlange dunkelbraune Haarpracht. Ihre langen, schwarzen Nägel kratzten dabei ein wenig an seiner Kopfhaut, was ihn kaum merklich murmeln ließ, doch er zog sich nicht zurück und versuchte auch nicht, sich aus ihrer Umarmung zu winden. Lange, dichte Wimpern verbargen tiefblaue Augen, die inmitten eines seit einem schweren Unfall entstellten Gesichtes ruhten.

- Warum "beinahe zärtlich" und nicht "zärtlich"? Der Leser glaubt an der Stelle, dass es die Freundin ist, da würde "zärtlich" gut passen.
- Insgesamt sind mir in dem Absatz viel zu viele Adjektive aufgereiht. Wie bereits gesagt, das Gesicht hätte mich hier am meisten interessiert.

Zitat:„Und doch bist du perfekt“, flüsterte sie zärtlich. Sie kicherte. „Und so wirst du bleiben. Ein solches Meisterwerk wie du wird niemals verblassen, sondern für alle Ewigkeit bestehen.“

Und hier begann ich mir dann langsam zu denken: Okay, du hast nicht mehr alle Tassen im Schrank Icon_smile
 
Zitat:Mit diesen Worten hauchte sie einen Kuss auf seine schweißüberströmte Stirne.
Warum schweißüberströmt? Hab ich was verpasst?

Das mit dem Haare ausreißen kommt mir, wie gesagt, zu viel vor. Auch den Kopf zu drehen, ohne dass er aufwacht, erscheint mir seltsam.

Du erwähnst an zwei Stellen, wie blass ihre Finger sind. Ich verstehe, was du damit machen willst. Allerdings denke ich mir, dieser Prolog beschreibt jetzt erst einmal "ihn". Und meine Aufmerksamkeit sollte bei "ihm" sein. Ich glaube nicht, dass inhaltlich oder stilistisch etwas fehlt, wenn sie ihm einfach nur mit den "Fingern" durchs Haar streicht, anstatt mit "toten/blassen" Fingern. Es ist auch fast schon zu viel "Hinweis", wenn du dem Leser so viel verrätst, ist es nicht mehr spannend Icon_wink
 
Den Dialog am Schluss fand ich gelungen. Pro

Soooo, und JETZT habe ich mir auch mal die Beschreibung durchgelesen. Tatsächlich hat mir der Prolog gut gefallen OHNE all das Wissen, das du in der Beschreibung schon gibst. Diese Erkenntnis veranlasst mich nun noch zu einer allerletzten These: Möglicherweise gibst du sehr schnell viele Infos preis... das nimmt aber gerade die Spannung. Ob die These stimmt ist anhand des kurzen Textes schwer zu sagen, aber achte einfach mal drauf und urteile selbst Icon_wink

Gibt es denn schon eine Fortsetzung?


Viele Grüße

ichigo

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