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Der neue Weltalmanach 1853: Das Hochkönigreich Luchtahinna
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Der neue Weltalmanach 1853: Das Hochkönigreich Luchtahinna
Høy-Kongerike Stor Luchtahinna
                                                                       Hochkönigreich Großluchtahinna


 
 
 Bok, profeter og de to er alle ting                             
 
                                                        
Amtssprache(n):              Høy-Luchtahinnim
                                                         Hauptstadt:                      Luchtahinna
                                                         Regierungsform:             absolut-theokratische Monarchie
                                                         Staatsoberhaupt:             Hochkönig Gunnram IV.
                                                         Regierungschef:               de jure: Hochkönig Gunnram IV.
De facto: Vorsitzender des Råd toppur trúarleg leder Bjarne Frøll, Erzbischof von Luchtahinna
                                                         Fläche:                              1.064.212 km2
                                                         Einwohnerzahl:               30,8 Millionen
                                                         Bevölkerungsdichte:       28,94 Einwohner pro km2
                                                         BIP:                                  
                                                                                                   Total:                  456,2 Mrd. AD
                                                                                                   Einwohner:          14.811 AD.
                                                         Währung:                         Åbetale
 


 
Der mit Abstand größte und bevölkerungsreichste der Luchta-Staaten und zugleich auch der älteste ist Luchtahinna, an der Westspitze der Halbinsel Førørvík gelegen. Luchtahinna war jahrhundertelang kulturell die führende Luchta-Herrschaft und prägte in vielen Aspekten Sprache, Kultur und Religion seiner kleineren Ablegerstaaten, die einer nach dem anderen an der Nordküste des Kontinents entstanden.
 
Geographie
Luchtahinna hat eine Staatsfläche von 1.061.212 km2 und ist damit mit Abstand der größte der Luchta-Staaten, nur Huggastina mit 820.137 km2 erreicht ähnliche Dimensionen. Zudem ist das Königreich mit 30,8 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste der Luchta-Staaten.
Das Land wird etwa in der geographischen Mitte durch das bis zu 2789 m hohe, teilweise vulkanische Eldvjall Fjöll in zwei Zonen geteilt, die man als Austur Armur und Westur Armur bezeichnet.


Das Bistum Vallarheiði liegt zwischen den beiden Flüssen Austur rennsli und Westur rensli und wird als höfuð bezeichnet. Es handelt sich um eine fruchtbare Hochebene mit einer Steilküste im Norden.
Die beiden „Arme“ fallen nach Süden hin zum Meer ab, wobei der Ostarm in die Ebene von Hägimi übergeht und der Westarm sich  bei Luchtahinna in die Austur töng und die Westur töng aufteilt.
Der Ostarm ist in drei Großlandschaften zu gliedern:
Im Norden und Nordwesten liegt zwischen dem Zentralmassiv und dem kleinen vulkanischen Ytra-Gebirge die große Waldebene mit dichten Nadelwäldern. Die Südgrenze dieser Zone bildet das ebenfalls vulkanische Dalabyggð-Massiv, dem die beiden wichtigen Flüsse Kúðafljót und Markarfljót entspringen. Von diesen Bergen liegt im Süden bis zur Küste und im Osten bis zum Kúðafljót ein offener Misch- und dann Laubwald, der sich langsam zur Grasebene im Südosten hin öffnet.
Der Westarm gliedert sich in eine Hügelzone mit Mischwald, Grasebenen und Mooren an der Westküste, vom Westur rennsli bis zum Öxará. Südlich des Öxara und östlich bis zum Ölfusá liegt eine Zone aus Mooren, Sümpfen, Grasebenen, kleinen Seen, die dann bei Húsavik langsam in eine sumpfige Waldzone, dann in einen Nadelwald übergeht. Ganz im Süden des Westur Armur liegt das Westur Fjölla, dass im Westen, Osten und Süden von fruchtbaren Flachlandzonen gesäumt wird.
Zwischen Ölfusá und Blanda liegt die so genannte Weite Ebene, ein fruchtbares Flachlandgebiet mit einigen Torfmooren im Westen und Norden. Besonders fruchtbar ist aber vor allem das Gebiet zwischen Blanda und Reykholt rennsli. Die Südspitze der Austur töng, vom Hraúðflyt bis zur Küste ist steinig und nur direkt an den Küsten für Siedlungen geeignet.
 
Bevölkerung
Obgleich die Bevölkerung von 30,8 Millionen die größtes eines Luchtastaates ist, ist Luchtahinna auf Grund seiner enormen Größe von mehr als 1 Millionen km2 eher dünn besiedelt, die größten Städte liegen alle im Südwesten, in der Bucht von Luchtahinna. 
Die Bevölkerung Luchtahinnas ist ethnisch gesehen sehr homogen. Auf Grund der bis heute extrem strengen religiösen Gesetze, die 1824 auch auf Nicht-Luchta ausgedehnt worden sind, ist die Einwanderung nach Luchtahinna äußerst begrenzt. Ausländer leben fast nur im Gesandtsviertel der Hauptstadt Luchtahinna, wo sie von den religiösen Gesetzen und Kleidungsvorschriften entbunden sind. Die einzige nennenswerte Gruppe von Nicht-Luchta lebt im äußersten Südosten des Landes, um die Stadt Laugarbakki. Es handelt sich um etwa 10.000 Puhua-sprachige Menschen aus Suamin, die man 1752 als Vertragsarbeiter für den Kanalbau verpflichtete. Obwohl der größte Teil dieser Gastarbeiter das Land schnell wieder verließ, blieben einige Familien im Land und passten sich den lokalen Traditionen äußerlich und kulturell an. Allerdings blieb das Puhua ihre erste Sprache und auch in der Gestaltung der Tracht zeigen sich noch Einflüsse aus Suamin[1].
 


 
Sprachen
Einzige Amtssprache Luchtahinnas ist das Høy-Luchtahinnim, im Kult wird teilweise auch das Altluchtenische verwendet, das Priester und Ordensleute beherrschen müssen. Offizielle Inschriften der Könige an staatlichen Gebäuden und Kirchen werden stets in modernem Høy-Luchtahinnim und in Altluchtenisch angebracht, auch sind fast alle Flur- und Ortsnamen noch in Altuchtenisch erhalten geblieben.
 
Politik
Luchtahinna ist das alte Zentrum der luchtenischen Kultur und hier haben sich über Jahrhundert auch politisch Traditionen gehalten, die in den anderen luchtenischen Staaten meist schon lange nicht mehr praktiziert werden, wo, mit Ausnahme von Huggastina, demokratische Elemente Einzug in das politische Leben gehalten haben. Luchtahinna kennt keine Organe der politischen Mitbestimmung, sondern stellt eine Mischform aus absoluter Monarchie und theokratischem Staatswesen dar.
Der König, kong, herrscht in der Theorie unbeschränkt als Gesetzgeber, Chef der Exekutive und oberster Richter. Tatsächlich ist ihm aber ein Rat der Obersten Religiösen Führer, Råd toppur trúarleg leder, an die Seite gestellt. Dieser überprüft, ob die Gesetze im Einklang mit den religiösen Schriften stehen oder nicht. Auf diese Weise kann der Rat Gesetze des Königs blockieren und sogar verhindern. Zudem obliegt dem Rat die höchste Gerichtbarkeit in Fragen der Verstöße gegen Heilige Gesetze, wobei der Rat selbst entscheidet, was als solche anzusehen sind. Mit der Religionspolizei (god oppførsel eftirlit), die teilweise als Geheimpolizei operiert, untersteht ihnen ein mächtiges Instrument zur Kontrolle der Bevölkerung. Die Religionspolizei darf auch gegen Adlige, Kleriker und sogar Mitglieder der Königsfamilie ermitteln, was der normalen Polizei nicht erlaubt ist. 
Da es keine Provinzialverwaltung gibt, muss der König hier auf die Bistümer, die biskupsdæmi, zurückgreifen, die seine Anweisungen auszuführen haben, zugleich aber Werkzeuge des Religiösen Rates sind.
Der Råd toppur trúarleg leder besteht aus 24 Mitgliedern, darunter den Erzbischöfen, Bischöfen und Äbten der wichtigsten Klöster. Den Vorsitz hat der Primas der Staatskirche, der Erzbischof von Luchtahinna, inne. Er hat weitreichende Befugnisse und kann Verordnungen des Königs und der Regierung durch seinen Einspruch verhindern. Auch kann er selbt als Legislative fungieren und Gesetze erlassen, die das religiöse Leben betreffen. Allerdings obliegt es dem Rat selbst, zu definieren, ob Gesetze religiös oder weltlich sind.
 

 
Bildungssystem
Trotz der Bedeutung, die Jökull und Guntram der Bildung beimaßen, gibt es keine Schulpflicht im klassischen Sinne. Alle Jungen treten allerdings mit 10 Jahren für vier Jahre in ein Kloster oder eine Kirchenschule ein und lernen dort das Lesen, Schreiben und Rechnen. Mädchen dagegen erhalten erst ab dem 14. Lebensjahr, nachdem sie den Schleier genommen haben, eine Ausbildung durch Ordensschwestern, die neben der Haushaltsführun und angemessenem Verhalten auch die heiligen Bücher umfasst, weswegen auch Frauen lesen lernen. Diese Grundausbildung dauert zwei Jahre. Nachdem die Jungen mit 14 ihre Tonsur erhalten haben können sie entweder zu den Eltern zurückkehren oder gegen teilweise exorbitant hohe Gebühren an einer der Domschulen eine weitere Ausbildung machen. Mit 18 Jahren können sie ein Studium an einer der kirchlichen Hochschulen anstreben, die ebenfalls sehr hohe Gebühren erheben, oder in ein Kloster eintreten, wo ihre weitere Ausbildung finanziert wird. Frauen können ab dem 16. Lebensjahr in ein Kloster eintreten.
Nur etwa 3 % der Männer erhalten eine höhere Ausbildung über den außerkirchlichen Bildungsweg, etwa 10 % der Männer und 18 % der Frauen treten in eines der Klöster ein, da dies, zumindest für die Männer, auch berufliche Perspektiven, z.B. als Priester einer Gemeinde, Jurist am Kirchengericht oder Mitarbeiter in einer Bistumsverwaltung, eröffnet.
 
Wirtschaft
Luchtahinnas Wirtschaft wird dominiert von der Landwirtschaft, dem Fischfang und der Fischzucht in den großen Seen des Landes, der Forstwirtschaft und dem Abbau von Silber-, Kupfer-, Zinn- und Eisenerzen in den großen Gebirgen des Landes. Große Mengen des Tannenholzes und der Erze werden exportiert, vor allem nach Aerath aber auch an Dikamik und das Vereinigte Königreich. Die heimischen Industrien arbeiten vor allem für den Binnenmarkt, viele Produkte wie Luxusgüter, Lederwaren und Waffen müssen dagegen importiert werden. Auf Grund der Ablehnung vieler technischer Innovationen ist die Wirtschaft Luchtahinnas nicht konkurrenzfähig und die Bevölkerung daher durchschnittlich sehr viel ärmer als in den Nachbarstaaten.
Die Handwerker sind in Zünften organisiert, die über die Ausbildung wachen und ein Monopol auf ihr jeweiliges Handwerk haben. Heimarbeit spielt besonders auf dem Land aber trotzdem eine große Rolle, wo viele Menschen Selbstversorger sind.
Größter Besitzer von Land ist die Kirche, der etwa 60 % der nutzbaren Ackerfläche, 78 % der Weiden und mehr als 90 % der Minen des Landes gehören. Diese werden entweder im Auftrag der Kirche durch Gilden oder die Klöster bearbeitet.
Der Handel liegt allein in staatlicher Hand, allerdings gibt es vielerorts lokale Märkte, auf denen der Überschuss privat verkauft wird. Dies ist zwar nicht gestattet, wird aber geduldet.
 
Auswanderungsproblematik
Auf Grund des unzureichenden Bildungssystems ist die Wirtschaft Luchtahinnas im Vergleich zu den Nachbarstaaten als eher unterentwickelt zu bezeichnen. Die Kirche steht technischen Innovationen grundsätzlich kritisch gegenüber, so dass z.B. die 1812 erfundene Dampfmaschine in Luchtahinna verboten ist. Die Handwerker sind noch immer in Zünften und Gilden organisiert und die Ausbildungen entziehen sich so staatlicher Kontrolle und sind oft eher mangelhaft. Gerade die Landbevölkerung leidet seit Jahrzehnten unter einer mangelnden Gesundheitsfürsorge, da es nur kirchliche Krankenhäuser gibt, die meist sehr teuer sind. Der Staat selbst kann kaum investieren, da ein Großteil der Steuereinnahmen in den Bistümern verbleibt und zudem die Bischöfe großen Einfluss auf den Staatsapparat haben, der keine nicht-klerikale Verwaltungsstruktur aufgebaut hat. Der kirchliche Geheimdienst und private Spitzel haben zudem seit Jahren das Klima im Land vergiftet und willkürliche Verhaftungen von Ketzern oder Ungläubigen gehören zur Tagesordnung. 1849 kam es wegen der Verhaftung und Folter eines jungen Mannes aus Grindavík, der noch in der Haft starb, zu Straßenschlachten junger, aufgebrachter Demonstranten in fast allen größeren Städten des Landes mit den Sicherheitskräften. Im Verlauf der mehr als zehntägigen Proteste wurden mehreren hundert Personen verletzt, zwanzig kamen ums Leben. Während auf der einen Seite ein großer Teil der Bevölkerung eine Modernisierung Luchtahinnas fordert, gibt es auf der anderen Seite eine rasch wachsende Gruppe von religiös radikalisierten Männern und Frauen, die einen echten Gottesstaat fordern und zum Zeichen des Protestes ihre Tonsur und ihren Bart abrasieren und daher auch als Sköllútur, Kahlköpfige, bezeichnet werden. Auch sie lehnen die derzeitige Herrschaftsform ab, allerdings richtet sich ihr Protest gegen den Hochkönig, da nur Gott allein König sei. Sie predigen Armut und den Kampf für Gott und haben in den letzten zwanzig Jahren zahlreiche Attentate auf kirchliche Würdenträger und Adlige verübt.
Unter diesen gesellschaftlichen Zwängen leidend, sind zwischen 1841 und 1850 mehr als 1 Million Menschen aus Luchtahinna in andere Staaten ausgewandert, mehrere zehntausend in die anderen Luchtastaaten. Gerade diese gelten dem Staat als Verräter und Feinde, da sie in Briefen an die in Luchtahinna verbliebenden Angehörigen und Freunde von den deutlich freieren Gesellschaften, der blühenden Wirtschaft und der religiösen Toleranz in den  Westkönigreichen, insbesondere in Diakmik, berichten, was die Unruhe und Unzufriedenheit anheizte. 1851 wurde daher das Heimilli Vernd-Gesetz erlassen: Bürger dürfen ihre Heimatstadt nur mit Zustimmung eines Priesters verlassen, die Provinz nur mit der des Bischofs. Den Staat zu verlassen kann nur eine königliche Kommission genehmigen. Verstöße gegen diese Vorschriften werden mit dem Tod geahndet. Zur Kontrolle wurden überall im Land Grenzstationen der Kirchenpolizei eingerichtet. Zudem begann man 1852 mit dem Bau von Sperranlagen an den Grenzen zu Suamin und Norodur und begrenzte den gesamten marinen Import auf die Hauptstadt Luchtahinna und die Sonderzonen Akranes, Seltjan und Laugarbakki.
Die Grenzbefestigungen wurden von Norodur und Suamin scharf kritisiert, da sie den Grenzhandel quasi unmöglich machen. Auch die Westkönigreiche haben formalen Protest in Luchtahinna eingereicht, da sie nicht mehr die nächsten Häfen anlaufen können und sich ihre Schiffsbesatzungen zunehmend Schikanen durch die Behörden ausgesetzt sehen.
Dikamik, das am stärksten betroffen ist, hat 1853 offiziell den Kaiser von Aerath als Schlichter in diesem Problem angerufen, auf Grund des Todes des Nasu wurde auf dieses Gesuch aber bisher noch nicht geantwortet und es wird wohl ein Thema des Weltkongresses werden, der 1854 in Aerath zum ersten Mal zusammentreten wird.


[1]Vgl. Gustava Bernsdottir, Studier av befolkningskomposition i Luchtahinna, Stohølmå 1852.


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