Es ist: 15-11-2019, 21:27
Es ist: 15-11-2019, 21:27 Hallo, Gast! (Registrieren)


Der neue Weltalmanach - das Zentralland, die Vadannischen Staaten, ein Überblick
Beitrag #1 |

Der neue Weltalmanach - das Zentralland, die Vadannischen Staaten, ein Überblick
Von Raivo Siim, Baron von Kuldiga


Überblick
Die vadannischen Staaten im Zentrum des Zentrallandes gelegen, teilen eine lange gemeinsame Geschichte, Sprache und Kultur. Das Staatsvolk der beiden erst seit 1763 bestehenden Staaten Van und Dan sind die Baltiže (die Eigenbezeichnung baltlased bezeichnet nur noch die Einwohner der beiden Staaten, nicht aber mehr alle Angehörigen des Volkes, die ja in größerer Zahl auch in Baştu und den westlichen Nachbarstaaten leben). Das Volk der Baltiže ist, wie Untersuchungen der Sprachen ergaben, entfernt mit den Suamin und Hägimi verwandt. Sie können damit als das südlichste Volk dieser Sprachfamilie angesehen werden. Ursprünglich reichte ihr Siedlungsgebiet bis an die Grenzen zu Wowor, doch scheint das Hauptgegebiet stets in den Regionen der heutigen Staaten gelegen haben, während der Westen nur von wenigen Menschen bewohnt war, die dann durch die neuzugewanderten Stämme verdrängt worden sind. Die Baltiže dürften auf die Entstehung von sabranischen Herrschaften in ihrem Grenzgebiet im 3. Jahrhundert wohl bereits mit einer Straffung der politischen und militärischen Macht in den Händen von hertsogii, Herzögen, reagiert haben, allerdings sind die Quellen bis zum 4. Jahrhundert nur sehr spärlich. Wir hören aus sabranischen Texten hin und wieder von Vojvoda und grof der Baltiže. Mit der Einführung der alt-vardannischen Schrift um 321 tauchen Land und Volk dann langsam aus dem Dunkel der Geschichte auf. Eine der ältesten Urkunden, das Edikt von Lövii, erwähnt vier Städte, deren genaue Lage aber unbekannt bleibt. Diese vier Siedlungen unterstehen der Herrschaft eines hertsog Endel, der als Zeugen für die Gründung eines Heiligtums die Söhne und Töchter von 17 Herzögen und 44 Grafen nennt. Zwar bleiben diese Gestalten für uns bloße Namen und wir wissen im Grunde nichts über die Machtvollkommenheiten des Herzogs, sein Verhältnis zu den Grafen oder das von ihnen beherrschte Territorium, doch können die groben Züge eines feudalistischen Gesellschaftssystem mit kleinen und kleinsten Herrschaften (die Gesamtfläche der beiden Staaten Van und Dan umfasst nicht ganz 200.000 km2) aus diesem Dokument abgelesen werden. Möglicherweise kann man auch annehmen, dass dem Herzog Endel von Lövii eine gewisse Vormachtsstellung zukam, da so viele Angehöriger anderer Adelshäuser bei der Einweihung des durch ihn gestifteten Tempels anwesend sind. Andererseits erwähnt eine etwas jüngere Urkunde des Herzogs von Stavii, dass bei der Hochzeit seines Sohnes 12 Herzöge und 38 Grafen anwesend waren. Dieses System von Klein- und Kleinststaaten scheint ein sich ständig bewegendendes und veränderndes politisches Mosaik gewesen zu sein. Durch Hochzeiten und Erbschaften verschmilzen immer wieder Herzogtümer und Grafschaften, werden im Gang von Erbfolgen wieder geteilt und führen auch kleinere Kriege gegeneinander. Bevor 398 Sämii I. im Rahmen einer Erbteilung das eigenständige Fürstentum Varii als Herzogssitz übertragen bekommt, gibt es (ca). 18 Herzögtümer und 49 Grafschaften. Varii beginnt mit einer aggressiven Expansionspolitik gegenüber den Nachbarstaaten, wird aber durch die ebenfalls ausgreifenden Herzöge von Darii, Vültkii, Leifii und Johavanii in seinem Expansionsstreben begrenzt. 
Man bezeichnet die folgende Epoche bis 540 in der vardannischen Geschichte als Tasakaal, das Gleichgewicht. Die Mittelstaaten Varii, Darii, Vültkii, Leifii und Johavanii schwanken zwar in ihrem Verhältnis zueinander zwischen herzlich und feindlich, aber die Staaten befinden sich in einem Kräftegleichgewicht, dass es keinem ermöglicht, den anderen dauerhaft zu unterwerfen. 

Dieses Gleichgewicht wird mit einem Schlag aus dem Lot gebracht: Ljosman I., Herzog von Varii, führt Krieg gegen das sabranische Fürstentum Tsrič, das nach dem Aussterben der Fürstenfamilie eine Phase der inneren Unruhe und außenpolitsche Schwäche durchmacht. Die enorme Beute sowie der Zugewinn an Land und Menschen ermöglicht es Varii, eine schlagkräftige Armee aufzubauen und zu versorgen. Zum Zeichen der angestrebten Hegemonialstellung übernimmt Ljosman I. den Titel eines Suur Hertsog, Großherzogs. 
Nach dem Tod Ljosmans I. 550 kommt sein Sohn Ljosman II. an die Macht, der sich eines Angriffs des Herzogs von Vültkii erwehren muss, der eine Bündnis mit den übrigen Herzögen eingegangen ist. Nur Darii bleibt in diesem Krieg neutral. 
558 zerstört ein Heer Ljosmans II. die Hauptstadt von Vültkii, brennt den Palast nieder und lässt die Herzogsfamilie hinrichten. Daraufhin unterwerfen sich Johavanii und Leifii zumindest nominell der Oberherrschaft Ljosmans II. 
566 wird der älteste Sohn Ljosmans II., Artjom (I.) mit der Erbprinzessin von Leifii verheiratet und besteigt 568 den Thron des Herzogtums. Er verheiratet 583 seinen Sohn Artjom (II.) mit einer Tochter des Herzogs von Johavanii. Als 590 der Herzog von Leifii stirbt und auch mit seiner fünften Ehefrau keinen Sohn hatte zeugen können, fällt das Herzogtum im so genannten Ersten Erbgang an Artjom I. 593 geht der Thron an Artjom II. über, dem 607 nach einer Katastrophe in Johavanii auch dieses Herzogtum zufällt: Bei der Hochzeit des ältesten Sohnes des Herzogs brach im Palast ein verheerendes Feuer aus – die alten Paläste waren bis zu diesem Ereignis stets aus Holz gebaut – bei dem die gesamte Herzogsfamilie ausgelöscht wurde. Johavanii fällt daher auch an Artjom II., der das Land 608 in Fürstentum Van, Vürstiirik Van, unbenennt und selbst den Titel Vürst annimmt. Bis 621 betreibt der Fürst eine zentralistische Politik, beginnend mit einer Vereinheitlichung der Maße, Gewichte und Münzen. Die Macht des Adels wird zu Gunsten von fürstlichen Beamten immer weiter beschnitten, was 621 zu dem neun Jahre dauernden Fehdekrieg führt: Einige der Adelshäuser wehren sich vor allem gegen das Verbot, bewaffnete Truppen zu unterhalten. Die unterlegenen Adelshäuser werden enteignet und hingerichtet. Die bereits für 627 geplante Neugründungszeremonie für die Hauptstadt Kraslava wird nun erst 633 vollzogen. Bereits 635 ist der Staat wieder so stark und geeint, dass er eine expansionistische Außenpolitik betreiben und das Fürstentum Belo-Gad erobern kann. 641 folgt dann die Übersiedlung des Hofes in den neuen steinernen Palast von Kraslava, wo vier Jahre später die Hochzeit des Kronprinzen Artjoms (III.) mit der Erbtochter des Herzogs von Darii gefeiert wird. Allerdings stirbt Artjom III. 668 noch jung und hinterlässt den Thron seinem unmündigen Sohn Artjom IV. 674 stirbt Herzog von Darii, Onkel Artjoms IV., ohne einen Erben. Verschiedene Nebenlinien melden ihren Herrschaftsanspruch, daneben auch Artjom. Es kommt zum Dariischen Erbfolgekrieg, der erst 691 mit einem hart erkämpften Sieg Artjoms IV. endet. Der starke Adel in Darii verhindert aber einen Anschluss des Herzogtums, dass als eigenständiger Staat erhalten bleibt und nur in Personalunion von Artjom IV. mitregiert werden soll. 

712 kommt Artjom V. auf den Thron und beginnt mit einem prächtigen Ausbau der Hauptstadt und einem Flottenprogramm. Der Fürst regiert bis 739, sein Sohn Ljosman III. beginnt damit, die Privilegien des dariischen Adels zu beseitigen und regiert das Herzogtum wie eine Provinz Vans. Das führt 741 zu einem Mordanschlag gegen Ljosman III., dem sein Bruder Artjom VI. folgt. Dieser verfolgt ebenfalls eine harte Linie gegenüber Darii, woraufhin es dort zu einem gewalttätigen Aufstand und der Ermordung mehrer Beamter kommt. Noch im gleichen Jahr wird Graf Arto I. zum König von Darii ernannt. Der ausbrechende Krieg, der so genannte Große Krieg, dauerte bis zum Jahr 805. In Darii regieren in dieser Zeit Arto I. (741-768), Arto II. (768-791) und Arto III. (791-805), in Van Artjom VI. (741-788) und Artjom VII. (788-821). Nach anfänglichen Erfolgen wurde aber bereits Arto II. auf das Gebiet seiner Hauptstadt Talsi zurückgeworfen. Diese liegt aber strategisch so günstgig, dass es bis 805 dauerte, sie endgültig einzunehmen.
Nach dem Tod Artjoms VII. 821 und der Machtübernahme durch seinen Sohn Artjom VIII. wird eine eigene Regierungskanzlei für Darii in Talsi eingerichtet. Die besonderen Rechte Dariis, das jetzt Dan genannt wird, werden schriftlich fixiert, die Hauptstadt Talsi wird neu und prächtig wieder ausgebaut. Zudem findet man den Kompromiss, dass der Kronprinz stets als amtierender Subfürst von Dan in Talsi regieren soll. Artjom VIII. ernennt seinen Sohn Artjom IX./I. zum ersten Fürsten von Darii. Dieser Wechsel läuft einige Mal ganz glatt. Als aber Artjom XIII. seinen Sohn Artjom XIV./V., einen bekennenden Gegner der Doppelstruktur des Staates, zum Subfürsten ernennt, kommt es zu einigen Unruhen in Talsi, die der Subfürst brutal niederschlagen lässt. Zwei Jahre nach seinem Amtsantritt im Jahr 891 wird er von Mitgliedern der Palastgarde ermordet. Artjom XIII. übernimmt daraufhin selbst das Amt des Subfürsten und schränkt die Befugnisse der Kanzlei für Dan massiv ein. 

Erst nach dessen Tod 907 wird die Trennung der beiden Ämter wieder aufgenommen: Artjom XV. wird Fürst von Van, sein Bruder Ivaris I. Subfürst von Dan. Als Artjom XV. bereits 917 stirbt, hinterlässt er den Thron seiner zehnjährigen Tochter Ilme und deren Mutter Hilma als Regentin. Dies verstößt eigentlich gegen die Traditionen der Adelshäuser und Ivaris I. erkennt seine Nichte nicht als rechtmäßige Fürstin an. Es kommt erneut zum Krieg zwischen Dan und Van, der drei Jahre später mit der völligen Zerstörung Talsis und der Hinrichtung Ivaris‘ endet. Es wird vorerst kein Subfürst ernannt. 
925 heiratet Ilme Lembit von Hapsal, einen unbedeutenden und mittellosen Grafen. Die Liebesbeziehung zwischen den beiden ist noch heute das Thema vieler Thaterstücke, Geschichten und Liedern in Van und Dan. 
927 wird das einzige Kind der beiden, Artjom XVI., geboren und 943 zum Subfürsten von Dan ernannt. Ilme stirbt recht überraschend 951 und Artjom XVI. wird neuer Fürst. 931 erobert das Fürstentum von Van ganz Sabrania, nach dem der Herrscher Sabranias einen Krieg gegen Van begonnen hatte. 
Er bietet seinem Vater den Subthron von Dan an, doch dieser verzichtet und zieht sich auf einen kleinen Landsitz seiner Familie zurück. Da Dan nach dem letzten Krieg noch immer am Boden liegt und fast alle alten Adelshäuser ausgelöscht sind, entschließt sich Artjom XVI. dazu, die beiden Staaten auch ganz offiziell zu vereinen und gründet 955 das Großfürstentum Vardanna und nennt sich ab diesem Zeitpunkt suur Vürst Artjom I. 
Ihm folgt 1021 sein Sohn Artjom II., der 1025 in einen Krieg gegen die sabrakroabosniakilbanischen verwickelt wird. Der Großfürst wird bei einer katastrophalen Niederlage in Balo-Gad getötet, Sabran macht sich selbstständig. Ein weiteres Ausgreifen der sabrakroabosniakilbanischen Koalition kann aber unter dem neuen Fürsten Ljosman, als Fürst Artjom III., dem Bruder Artjoms II., verhindert werden. Fast zeitgleich nutzt Baştu aber die Chance zu einem Raubzug und greift ebenfalls an. Artjom III. gerät in Gefangenschaft. Sein 16jähriger Sohn Artjom IV. wird neuer Fürst und schließt rasch Frieden mit Sabran unter Abtretung der Stadt Bauska. 
1031 kommt Artjom III. gegen Zahlung eines Lösegeldes und Abtretungen von Gebieten im Osten an Baştu wieder frei. Er regiert zusammen mit seinem Sohn bis zu seinem Tod 1048. 
Die Zeit von 1031 bis 1207 wird als der Große Frieden, Suur Rahu, bezeichnet. Kultur, Musik, Literatur und Architektur erreichen neue Höhen und das Land tritt in eine Phase des Friedens, inneren Aufbruchs und Wohlstands ein. Leider sind viele Werke der Architektur und Kunst dieser ersten langen goldenen Phase der vadannischen Geschichte durch die nachfolgenden Kriege zerstört worden. 
Die Dynastie Artjoms I. regiert in dieser gesamten Zeit über das Land, dass jetzt auch gute Beziehungen zu seinen westlichen und östlichen Nachbarn aufbaut. 
Artjom VII. muss allerdings miterleben, wie sich im Osten die Macht der Anadolü erhebt. 1205 und 1206 überschwemmen die Reiterheere der Anadolü Baştu und Hägimi. Artjom VII. sendet schnell große Geschenke und Tribute an den Ilkhan, kann aber den Angriff der Anadolü damit nur um ein Jahr verzögern. 1207 wird das Heer Vardannas vernichtend geschlagen und das gesamte Staatsgebiet in eine Anadolü-Provinz umgewandelt. Die Familie des Großfürsten wird massakriert. Besonders das Schicksal der sechs kleinen Kinder des Fürsten, die man nackt in Ketten durch die Strassen der Hauptstadt geschleift und sie dann öffentlich hatte enthaupten lassen, hat die Bevölkerung schwer traumatisiert und ist noch heute Kern vieler Märchen und Geschichten. Fast alle großen Adelshäuser werden durch die Anadolü ausgelöscht. Einige der Grafen organisieren in den folgendne 80 Jahren der Fremdherrschaft immer wieder Überfälle auf die Anadolü und verstricken diese in eine Art Guerilla-Krieg. In den Städten wird trotzdem eine Anadolüsierung vorangetrieben. Es entstehen Bauwerke wie Badehäuser, Tempel und Märkte, vor allem aber wandern mehrere 10.000 Anadolü nach Vadanna ein. Trotz der Kriegsgreuel ist das Zusammenleben der beiden Volksgruppen sehr harmonisch, zumal die Anadolü eine sehr tolerante Religions- und Kulturpolitik betreiben. Als 1287 die Anadolü-Macht schlagartig unter dem Ansturm Khmi’as zerbricht, kommt es zu starken Unabhängigkeitsbestrebungen an denen sich sogar die anadolü-Unterschicht beteiligt. Angeblich zur Unterstützung entsendet Schrk Truppen, die letztlich aber die Macht im Land übernehmen du Vardanna zu einer sabranischen Provinz degradieren. 

Durch Terror, Verfolgungen Andersdenkender und einem regelrechten Genozid an den Anadolü beherrschen die Sabran das Land bis 1329, ziehen sich aber mehr als die Anadolü jemals zuvor den Hass der Bevölkerung und des Adels auf sich. Als 1329 ein neues Edikt die sabranische Sprache als einzige Amtssprache auch in Vardanna durchsetzen will, Mischehen verbietet und Baltiže aus der Staatsverwaltung zu Gunsten von Sabran entfernt, beginnt ein Unabhängigkeitskrieg, der von Graf Estii I. von Jovi geführt wird. Jovi, der sich ab diesem Zeitpunkt bereits Großfürst nennt, schließt Koalitionen mit dem Handelsimperium und Baştu und kann bis 1331 die Sabran ganz aus dem Staatsgebiet verdrängen. 
Die Zeitspanne von 1331 bis 1520 wird als der Zweite Große Frieden bezeichnet. Das Land trägt in dieser Phase den Namen Großfürstentum Jovi, Hauptstadt ist Jo(h)vi im heutigen Van. Die Dynastie der Kaljulaid regiert in dieser neuen Blütezeit über ein reiches und kulturell blühendes Land, das zwar angespannte Beziehungen zu Schrk hat, sonst aber mit seinen Nachbarn enge und freundschaftliche Beziehungen pflegt. 
Schwierigkeiten ergeben sich 1520, als mit Estii II. das Fürstenhaus der Kaljulaid ausstirbt. Durch die Vernichtung fast aller Adelshäuser gibt es nur wenige Kandidaten für das Fürstenamt, alleringd stellen die Städte einen eigenen Kandidaten, Jüri Ratas, Bürgermeister von Rival, als Kandidaten auf. Es kommt zum vierjährigen Thronkrieg (Trooni sõda), an dessen Ende Jüri als Sieger feststeht. Obwohl Kandidat der Städte, installiert dieser eine stark zentralistische Herrschaftsform und ernennt sich selbst zum König von Leifland (kuningas kohta Leiflandii), die Hauptstädte des Landes werden Johvi und Kraslava. Nur noch einmal kommt es zum Krieg gegen die Handelsföderation unter Jüri II. 1539 bis 1541, der allerdings in einem Friedensvertrag und der gegenseitigen Anerkennung der Grenzen endet. 

Die Zeit des Königreichs Leifland gilt gemeinhin als der absolute Höhepunkt der Geschichte Vadannas, mit ruhigen innen- und außenpolitischen Verhältnissen, stabilen Regierungen, einem soliden Wirtschaftswachstum und einem dritten goldenen Zeitalter für die Architektur, Kunst, Musik, Literatur und Kultur des Landes. Unter dem Eindruck der Nachbarstaaten begann allerdings das Bürgertum seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts verstärkt mehr politischen Einfluss zu gewinnen. 1721 wurde der Verein für eine Verfassung und die Rechte des Bürgertums, Põhiseaduse ja kodanliõiguse liit, der Vorläufer der Bürgerlich-Liberalen Partei Dans, Kodanike Liberaalide Partei (KLP), gegründet, der sich für die Einführung einer Verfassung und eines Parlaments stark machte. Zugleich kam es im Süden des Landes immer wieder zu Protesten der einfachen Arbeiter und Bauern. Das Könighaus kann dem zuerst Herr werden, 1753 erhält die Bewegung aber enormen Schwung, als der junge Student Ülö Vinii bei einer friedlichen Demonstration von Johvi von Stadtwachen getötet wird. Die Strassenkämpfe in den folgenden Tagen sind so heftig, dass sich der König entscheidet, mit seiner Familie in die zweite Hauptstadt zu fliehen. Die Botschaft von der Flucht des Königs und angeblicher Greueltaten seiner Wachmannschaft heizen die Stimmung weiter an und Teile des Militärs in Van destertieren zu den Aufständischen, die Königspalast besetzt halten und daraufhin die Republik ausrufen. Man bezeichnet dies als die Glorreiche Revolution, Hiilgavalt Revolutsioon. Königstreue leisten aber Widerstand oder setzen sich in den Norden ab, wo das Königshaus der Ratas weiterhin die Macht in den Händen hält. Es folgt ein blutiger Bürgerkrieg, der sich zwar hauptsächlich zwischen dem republikanischen Norden und dem royalistischen Süden abspielt, sich aber auch im kleinen in einzelnen Städten und Familien entlädt. Völlig erschöpft müssen beide Seiten 1763 einen Frieden schließen. Der Friedensschluss von Rapla besiegelt dann die Trennung der beiden Staaten in das Königreich Dan und die Republik Van unter genazer Festlegung der neuen Grenze. 
Während der Süden bis 1823 vorerst weiter nahezu absolutistisch regiert wird, fegt die radikale schwarze Revolution (must revolutisoon) 1770 die bürgerliche Regierung Vans von der Bühne der Geschichte und errichtete eine „Diktatur der Werktätigen“, Töötajate diktatuur, deren Ziel letzlich die Abschaffung jedes Privatbesitzes und eine herrschaftslose Gesellschaft gleicher Bürger ist. Um dieses Ziel zu erreichen setzt die neue Regierung aber auf massiven Terror und schreckt auch vor massenhaften Exekutionen so genannter Klassenfeinde, Adlige, Bürger, Kulturschaffende, Intellektuelle usw. nicht zurück. 1772 erhebt sich dann aber das Militär und stürzt die Diktatur, nur um dann selbst eine Militärjunta als diktatorisches Regime unter General Eero Ukuu einzusetzen, dass sich bis 1801 an der Macht halten kann. Nach dem Tod des Generals kommt es im ganzen Land zu Aufständen und die jungen Offiziere verweigern Befehle, diese niederzuschlagen, sondern verbünden sich mit den Rebellen. Es kommt 1802 zur Bildung einer verfassungsgebenden Versammlung, Asutav Assamblee, dass eine neue Verfassung ausarbeitet, die 1803 in einem Bürgervotum angenommen worden ist. Seitdem ist Van eine parlamentarische Bundesrepublik. 
Diese Erhebungen hatten auch direkte Auswirkungen auf Dan. Die dortigen Bürger begannen jetzt ebenfalls nach politischer Mitbestimmung zu rufen. Um eine Revolution zu verhindern berief daraufhin König Raivo II. ebenfalls eine Asutav Assamblee ins Leben, die bis 1807 eine Verfassung erarbeitet. In dieser, die 1808 ebenfalls durch ein Volksvotum angenommen wurde, ist die Macht des Königs erstmals beschränkt und ihm wurde ein Parlament an die Seite gestellt. 1809 erfolgte die gegenseitige Anerkennung von Van und Dan, 1834 wurde ein formeller Freundschaftsvertrag unterzeichnet . 

Sprache
Die gemeinsame Sprache aller Baltiže ist das Emakeel, dass zusammen mit dem Puhua und dem Hägimi zur Sprachfamilie der riigikeele põhjakese/ maan maan keskiosassa/ az ország nyelvének északi központja Nordzentralland-Sprachen. Das Hägimi gehört dabei zum Sprachzweig der hägimischenm Sprachen, von denen heute alle bis auf das Hägimi ausgestorben sind, das Puhua und das Emakeel gehören zum gemeinsamen Zweig der Ida keelte/idän kielten, der Ostsprachen. Das Emakeel ist in beiden Staaten die einzige offizielle Landes- und Amtssprache und dies ist auch in beiden Verfassungen so festgelegt. Es gibt allerdings sowohl in Van als auch in Dan noch kleinere Gruppen von Anadolü, die jedoch weitgehend assmiliert sind. Etwa 10.000 Personen (davon 7.800 in Van) sprechen zumindest im privaten Umfeld noch Anadolü. Einen irgendwie gearteten offiziellen Status hat die Sprache aber nicht. Hinzu kommen einige tausend Sprecher der sabrakroabosniakilbanischen Sprachen, des Aerathischen, des Luchta und dutzender anderer Sprachen, vor allem in den beiden Hauptstädten Johvi und Kraslava. Seit dem 16. Jahrhundert verwendet man die Hesstische Normalschrift in Van und Dan . 

Religion
Im Leben der Menschen Vadannas spielte die Religion offensichtlich nur eine eher untergeordnete Rolle. Bis in das 16. Jahrhundert wurden kaum eigene Tempelgebäude errichtet und die Anbetung der Götter, von denen es vier gibt, fand vor allem zu Hause, also im privaten Rahmen statt. Es gab allerdings schon immer klosterähnliche Gemeinschaften, die Vendade Liige, Bund der Brüder genannt wurden. Allerdings stand und steht bei diesen Gemeinschaften weniger der Religion im Zentrum als das Streben nach einer harmonischen und sinnvollen Lebensführung im Dienst der Gesellschaft, auch wenn das gemeinsame Gebet ein wichtiger Teil des Gemeinschaftslebens ist. 

Im 16. Jahrhundert nutzte das neue Königreich Leifland die Religion dann auch zur Stiftung einer neuen nationalen Identität und zur Abgrenzung gegenüber den Nachbarn. So entstanden einige sehr schöne Tempelbauten, die sich entweder an den sabrakroabosniakilbanischen Tempeln oder den Kuppelheiligtümern der Anadolü orientierten. Eine organisierte Priesterschaft gibt es allerdings bis heute nicht. Die Tempel werden durch Vereine und die Gemeinschaften gepflegt und betreut und stehen jederzeit allen Menschen offen, Tag und Nacht. Man betet dort vor den Statuen „Der Vier“, Need Neli, zwei Götterpaaren ohne individuelle Namen. Oft entzündet man eine kleine Kerze und legt ein paar Blumen zu Füßen der Gottheiten ab. Das ist aber im Grunde schon der gesamte Kult. Große religiöse Feste gibt es daher ebenfalls nicht. In beiden Staaten feiert man allerdings den Võidupüha, den Siegestag über die Anadolü 1287 sowie den Triumfi päev, den Triumphtag über die Sabran 1331 . 


Küche
Die vadannische Küche ist stark von der sabrakroabosniakilbanischen, kozaky und andolüischen beeinflusst. Charakteristisch ist eine Schlichtheit bei den Zutaten wie Sauerkraut, Schweinefleisch, Kartoffeln, sehr viel Milch und Milchprodukte, sowie Waldfrüchte und Pilze. Gerade Milchprodukte wie Buttermilch, Schmand, Kefir und Saure Sahne, sind oft ein integraler Bestandteil der Rezepte. Das in beiden Staaten wohl beliebteste Gericht ist verivorst (Blutwurst), mit mulgikapsad (Sauerkraut). 
Man sagt der vadannische Küche nach, etwas fad zu sein, da man sehr sparsam würzt, gerade im Umgang mit Salz ist man sehr vorsichtig, während man fast alle Gerichte mit Schmand oder sauerer Sahne abschmeckt. Auch Essig kommt recht viel zum Einsatz. Fisch spielt in der Ernährung ebenfalls eine große Rolle, besonders beliebt ist saurer Hering mit saurer Sahne, sauren Gurken, Zwiebeln und gekochten Kartoffeln. Süßspeisen werden selten gegessen, meist nur in den Sommermonaten in Form von Beerenkaltschale. Als Frühstück isst man gerne Kamamehl, einen traditionellen Brei aus Getreide und Erbsen. Am Mittag isst man meist nur ein wenig geräucherten Schinken, Wurst, Käse oder Fisch mit Roggenbrot und Butter und trinkt dazu Kefir, während man am Abend gemeinsam in den Familien warm isst. Lokale und typische alkoholische Getränke sind der starke Weißwein Jagatud Kolju aus Dan, das Bier Viimane oli halb mit mehr als 7 % Alkohol sowie ein Schnaps aus Kartoffeln der als Naises petavet, Frauentäuscher, bezeichnet wird, weil nach seinem Genuss der Atem nicht nach Alkohol riecht. 
Daneben werden viele Beerenliköre hergestellt, die teilweise auch in die sabrakroabosniakilbanischen Staaten und nach Baştu exportiert wird. Gerade in geselliger Runde wird sehr viel getrunken und es gilt als unhöflich, ein angebotenes Getränk abzulehnen . 



Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste

Deutsche Übersetzung: MyBB.de, Powered by MyBB, © 2002-2019 MyBB Group.

Design © 2007 YOOtheme