Es ist: 24-06-2019, 17:40
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Der neue Weltalmanach - der Ostkontinent, die Khishim-Staaten II
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Der neue Weltalmanach - der Ostkontinent, die Khishim-Staaten II
Regierungssystem
Es ist schwierig, das Regierungsystem Luas‘ zu beschreiben, da Theorie und Praxis in vielen Punkten nicht übereinstimmen und die staatlichen Strukturen derart heruntergefahren worden sind, dass die eigentliche Rolle der Klöster weniger im religiösen als im verwaltungstechnischen Bereich liegt. Staatsoberhaupt in Luas ist der König (Kasa Tli), dem vor allem die Rolle als oberster Schutzherr der Klöster, Stifter neuer Klöster und Festleiter bei den großen Feierlichkeiten zukommt. Alle Gesetze (ladtha bnaiad) tragen sein Siegel. Zudem gilt der König als der oberste Richter des Landes und als Gesetzgeber. Faktisch sind aber beide Funktionen nicht mehr in seiner Hand: als oberstes Gericht fungiert der Sang Sunsud, der hohe Klostergerichtsrat und als Regierungschef der Oberste brasaer bamphot bopvoborsa dambaung. Ein Legislativorgan gibt es nicht, allerdings nimmt der brasaer bamphot bopvoborsa dambaung stets Rücksprache mit seinen Kollegen. Minister werden zwar ernannt, doch handelt es sich dabei um reine Hofrangpostem für Adlige, die eigentlich nur die Verwaltung des königlichen Haushaltes betreffen. 

Bevölkerung und Ballungszentren

Ethnisch gesehen ist die Bevölkerung von Luas äußerst homogen: 98 % (7,154 Mio.) der Bevölkerung sind Pasason, etwa 1,5 % (109.500 Personen) Brachachon und 0,5 % Khn (36.500 Personen). Die Khn leben vor allem im Grenzgebiet zu Shi-Am in der Stadt Nambak, wo sie knapp 92 % der Bevölkerung stellen sowie in der Haupstadt, die Brachachon vor allem in Thakhek, wo sie mit 103.498 Personen rund 10,5 % der Bevölkerung stellen und Phonsavan wo sie mit 5000 Personen 9,65 % der Einwohner ausmachen. 
Die einzigen wirklichen Großstädte des Landes sind die Haupstadt mit 347.896 Einwohnern, Phothong mit 459.321 Einwohnern und Thakhek mit 987.805 Einwohnern. Damit leben in den drei größten Städten Luas‘ 1.795.022 Personen oder 24,6 % der Bevökerung, also gut ¼ der Einwohner. Wirtschaftliches Zentrum des Landes ist Thahek mit dem einzigen großen Hafen in Luas, religiöses und kulturelles Zentrum und seit 30 Jahren auch wieder Sitz des Königs (und damit de facto auch die Hauptstadt) ist Phothong. 
Die übrigen größeren Städte des Landes sind
Pakse                           86.325
Xeno                           51.765
Phonsavan                   51.689
Pak Lay                       44.230
Pakxan                         31.786
Nambak                       23.076
Vang Vien                   11.309  
Muang Phiang              9876
Luang Namtha             8764
Huay Xay                    7654
Die Urbanisierungsrate liegt demnach bei 2.121.496 bei nur 29,06 %. Dieser äußerst geringe Wert war aber wohl für Luas im Gegensatz zu seinen Nachbarn in Shi-Am und Khmi’a, beides äußerst städtische Kulturen, schon immer die Regel gewesen ist. Die Anadolü nannten Luas das „Land der tausend Dörfer“ (Bin köylerin arsası). In den unzähligen kleinen Dörfern leben meist nur ein oder zwei Großfamilien, etwa 50 bis 120 Personen zusammen, die Mehrzahl der Weiler hat aber eher 30 bis 50 Einwohner. Auf dem Land dominieren bis heute die hölzernen Langhäuser, in denen gesamte Familien leben. Ein durchschnittliches Dorf besteht aus einem Männerhaus, dem ban phusai, einem Haus der Frauen und Kinder, dem heuonkhong aemnyinglaedeknony und einem Gemeinschaftshaus, dem ban sumson, in dem z.B. gegessen und gefeiert wird, in dem aber auch der Dorfrat, der Sapha Muban tagt. Diesem kommt im Leben der Menschen eine große Bedeutung zu, da der Rat, bestehend aus den Oberhäuptern der Kleinfamilien, in Streitfragen von eher geringer Bedeutung Recht zu sprechen. Sie handeln auch mit den Klöstern, denen das Land gehört, die zu zahlenden Abgaben aus und verteilen die vom Kloster gewährten so genannten „Geschenke“ wie Schweine oder Hühner unter den Dorfbewohnern. Die Khmi’a-Kultur ist auf dem Land nicht vielmehr als eine dünne Farbschicht. 
Die Bauern werden in den offiziellen Texten von Luas als Eigentum der Tempel (Savbsin khong vad) bezeichnet und tatsächlich beschreibt „Leibeigenschaft“ wohl am Besten den Zustand der Landbevölkerung in Luas[1]
 
Gesellschaftsschichten in Luas
Etwa 72 % der Bevölkerung sind „Bauern“ (sauakasikon), etwa 15 % werden als „Bürger“ (phonlameuong) bezeichnet, 11 % sind Mönche (song) und 2 % gehörend dem Adel (aphichon[2]) an. Fast alle jungen Männer treten zwischen dem 16. und 18. Lebensjahr für eine gewisse Zeit in eines der zahlreichen Klöster ein, davon ausgenommen sind allerdings die Bauern. Der Grund dafür ist, dass es nur Bürgern und Adligen gestattet ist, als Kinder die Tempelschule (ohnghian vad) zu besuchen, in der den Kindern das Lesen und Schreiben beigebracht wird. Diese Fähigkeiten sind aber für einen Eintritt in ein Kloster unerlässlich, da das Leben in den Gemeinschaften vor allem vom Studium der Lehren geprägt ist. 
Wie oben bereits erwähnt, ähnelt der Status der Bauern dem von Sklaven, sie benötigen sogar zur Heirat die Einverständniserkärung des Abtes des Klosters, auf deren Land sie leben. Die Lebensbedingungen sind hart und die Erträge der kleinen Felder meist eher gering. Dennoch ist nur eine sehr geringe Anachoresis zu beobachten, was mit der Situation in den Städten zu erklären ist. Alle Städte sind umwallt und haben nur drei Tore, ein Adelstor, ein Mönchstor und ein Bürgertor, die streng bewacht und nur mit Passierscheinen durchquert werden dürfen. Bauern, die direkt einer Stadt unterstehen erhalten einmal in der Woche Zugang zum Markt, eine Möglichkeit, die immer wieder genutzt worden ist, um sich in den Siedlungen zu verstecken. Es gibt aber fast keine Arbeitsmöglichkeiten in der Stadt. Einige Nähereien, Färbereien, Gerbereien und andere schwere körperliche Berufe wie Träger oder Bauhhelfer dürfen von Bauern ausgeübt werden, jüngere Söhne erhalten so manchmal die Erlaubnis in die Stadt umzusiedeln. Geflohene versuchen dann bei Verwandten unterzukommen, die bereits in der Stadt leben. Die Zunahme von Bettlern und Prostituierten auf den Strassen der Hauptstadt hat dann aber so zugenommen, dass die Zahl Bauern in der Stadt verstärkt kontrolliert worden sind: Wer ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung aufgegriffen wird, muss mit schweren körperlichen Strafen oder sogar dem Tod rechnen. Zudem kam es in der Vergangenheit auch zu Fällen von Sippenhaft oder Enteigungen von Bauernfamilien, deren Mitglieder geflohen waren. Etwa 30.000 Bauern sind in den letzten zehn Jahren dennoch geflohen, meist aber nach Shi-Am und nicht in die Städte des eigenen Landes. Diese Bauern leben aber auch in Shi-Am meist in großer Armut und müssen durch den Sozialfond (Kxngthun prakạn s̄ạngkhm) unterstützt werden. Die Beziehungen zu Shi-Am haben sich aus diesem Grund auch merklich abgekühlt. 
Die Bauern müssen im Übrigen eine große Menge von Frondiensten für die Klöster leisten, wie Baumaßnahmen, das Anlegen von Kanälen usw. Wie oben bereits erwähnt werden auch viele der schweren Arbeiten durch Angehörige dieses Standes ausgeführt. 
Die „Bürger“ sind eine noch deutlich heterogene Gruppe: Es handelt sich bei ihnen um die städtische Bevölkerung, die in allen Feldern der Wirtschaft tätig ist. Innerhalb der Gruppe gibt es enorme soziale Unterschiede – vom reichen Händler, dessen Leben sich nur unwesentlich von dem des Adels unterscheidet hin zu einfachen Handwerkern und Arbeitern, deren Leben fast so hart ist wie das der Bauern. Die Bürger sind von Frondiensten ausgenommen, auf ihren Schultern liegt aber die Hauptsteuerlast. Das führte in der Vergangenheit immer wieder zu Spannungen zwischen den wohlhabenderen Bürgern und den Klöstern, da letztere viele Handelsmonopole besitzen aber keine Steuern entrichten müssen, während die Bürger 55 % ihrer Einkünfte an den Staat und weitere 10 % an die Klöster zahlen müssen. Das gehobene Bürgertum ist in diesen Konflikten mit dem Adel geeint, dessen Lebensgrundlage stets der Landbesitz gewesen ist und der hohe Posten in der Staatsverwaltung besetzt hatte und sich jetzt zunehmend marginalisiert sieht. Einige wohlhabendere Kaufleute haben Handelsniederlassungen in Shi-Am oder Khmi’a gegründet und konnten so immensen Reichtum anhäufen. Da sie ihre Steuern in den Nachbarstaaten zahlen, sind sie sowohl der Regierung als auch den Klöstern ein Dorn im Auge, bisher hat man aber noch nichts unternommen, da diese Kaufleute meist in privater Initiative auch soziale Einrichtungen in Luas finanzieren und bei einer noch höheren Besteuerung oder einem Eingriff des Staates in ihre ausländischen Geschäfte mit Auswanderung drohen. 
Der Adel ist eine Gruppe, die als Keimzelle von Aufruhr gilt und deswegen von staatlicher Seite besonders scharf beobachtet wird. Ihnen ist der Handel verboten, ebenso die Betätigung in der Staatsverwaltung. Dem hohen Adel ist zudem der dauerhafte Eintritt in die Klöster nahezu unmöglich. Treten die Söhne hoher Adliger für eine gewisse Zeit in ein Kloster ein, so erhalten sie auf dem Rücken eine Tätowierung, wolle Sie länger als zwei Jahre die heiligen Schriften studieren so erhalten sie auch Tätowierungen im Gesicht und auf dem Kopf. Dies gilt im Adel als große Schande und macht den Mann als Heiratskandidaten ungeeignet, ein Aufstieg zum Abt ist ihnen aber damit aber auch versperrt. Ihre ihnen zugewiesene Aufgabe, die Verteidigung des Volkes, ist von ihnen faktisch nicht zu leisten, da der Unterhalt priavter Truppen auf ein Minimum beschränkt ist und diese Soldaten meist die Aufgaben einer Stadtwache in den jeweiligen Fürstensitzen übernehmen und nur leicht bewaffnet sind. Die einzige wirkliche Betätigung liegt in einem Hofamt, doch sind die Posten auch hier naturgemäß stark begrenzt. Einige der Fürstenhäuser nutzen Bürgerfamilien, um doch Handel treiben zu können, aber grundsätzlich stellt sich die wirtschaftliche und soziale Lage des Adels als eher prekär dar. Gerade die kleinen Adelshäuser des niederen und mittleren Adels entsenden daher – der Schande zum Trotz – ihre jüngeren Söhne in die Klöster, damit diese zumindest wirtschaftlich abgesichert sind, auch wenn ihnen jede Aufstiegsmöglichkeit in der Klosterhierarchie verwehrt ist. 
Die Mönche sind keine homogene Gruppe: Ein großer Teil der Ordensbrüder ist nur zeitweise Mitglied im einem Kloster und der einzelne Mönch muss ein Armutsgelübe ablegen, dass ihm nur zwei Gewänder, ein Paar Sandalen, einen Wanderstock, einen Schlafsack und zwei Schüsseln als Besitz zugesteht. Wenn von den Mönchen als politischer, sozialer und wirtschaftlicher Macht die Rede ist, dann sind damit nur die Führungsebenen der Klöster gemeint, also alles in allem etwa 0,5 % der Bevölkerung, die über fast 80 % der Wirtschaftskraft des Staates gebieten. Zwar haben auch Äbte ein Armutsgelübde abgelegt, doch spielt dies in der Praxis für die Führungsebenen der Klöster keine Rolle. Die Klöster sind für Bürger und Adlige die einzigen Bildungsmöglichkeiten, da es kein staatliches Schulsystem gibt. Bestimmte Berufe wie der des Arztes werden stets von Mönchen ausgeübt, auch alle Krankenhäuser sind Teile von Tempel- und Klosteranlagen. Da es keine wirkliche Staatsverwaltung gibt, übernehmen die Klöster auch diese Aufgaben. Die Regierungsgeschäfte werden in der Praxis auch durch den brasaer bamphot bopvoborsa dambaung des ganzen Landes, derzeit Abt Savang des Thang Tihelak Phed-Klosters von Phonthong[3]
 
Der Sonderweg der Religion: Luas und die Großen Lehrer
Schon immer haben die Lehren der Großen Lehrer in Luas besonders viele Anhänger gefunden. Für das politisch meist unterdrückte oder untergeordnete Luas war die Idee einer pazifistischen und auf Nächstenliebe aufgebauten Welt wohl besonders attraktiv. Auch die Vorstellung, dass nicht Götter das Unglück bringen, sondern Menschen durch ihre schlechten Taten scheint für die Pasason beruhigend gewesen zu sein. In Luas gab es allerdings schon recht früh einen regelrechten Kult um die toten Großen Lehrer, denen man Statuen in eigens für sie errichten Tempeln widmete. Ganze Klöster kümmern sich bis heute um Reliquien der Großen Lehrer in riesenhaften Pagodentempeln und die Schriften der Lehrer werden in den Klöstern auswendig gelernt. In Khmi’a und Shi-Am fanden zwar Vorstellungen aus den Lehren durchaus eingang in den Volksglauben, die Lehrer selbst wurden aber verfolgt und ihre Lehren von offizieller Seite unterdrückt. So erkennt man auch nur in Luas eine Reihe als Später Großer Lehrer bezeichneter Gurus an, deren Lehren heute in Luas dominieren, die aber in ihrem Kern recht weit von den ursprünglichen Vorstellungen der Großen Lehrer entfernt sind. So wird in deren Lehren erklärt, die Bauern z.B. seien auf Grund von einem schlechten vorherigen Leben in diese sozial untergeordnete Rolle geraten und könnten sich nur durch Gehorsam und Dienst an den Klöstern wieder auf der sozialen Leiter der Wiedergeburten nach oben arbeiten. Wer dagegen als Adliger oder Abt wiedergeboren werde, sei ein guter Mensch gewesen und jetzt auf jeden Fall am Endpunkt seiner Wiedergeburten angelangt. Die Großen Lehrer hatten ja gerade eben diese soziale Unterscheidung nicht vorgenommen, sondern Nächstenlieb, Barmherzigkeit und Gnade für alle und von allen Mitgliedern der Gesellschaft gefordert. In Luas entwicklte sich aus den Lehren der jüngeren Lehrer die Vorstellung, dass nur ideale Menschen für die Führung des Staates in Frage kommen würden, also der Adel und die Mönche, genauer die Äbte der Klöster. Da diese viel Zeit mit dem Studium der Lehren verbrächten, seien sie noch besser zur Staatsführung geeignet, als die Adligen, deren Hauptaufgabe als Schutz des Landes verstanden werden sollte. (sieh dazu auch das Kapitel zur Regierungsform). 
Inkarnation einer Gottheit gilt. Zwar beanspruchen auch die Könige von Luas in ihrer „Großen Anrede“[4]einen göttlichen Status, doch hat dieser in der Praxis fast keine Bedeutung[5]
 
Regierungssystem
Es ist schwierig, das Regierungsystem Luas‘ zu beschreiben, da Theorie und Praxis in vielen Punkten nicht übereinstimmen und die staatlichen Strukturen derart heruntergefahren worden sind, dass die eigentliche Rolle der Klöster weniger im religiösen als im verwaltungstechnischen Bereich liegt. Staatsoberhaupt in Luas ist der König (Kasa Tli), dem vor allem die Rolle als oberster Schutzherr der Klöster, Stifter neuer Klöster und Festleiter bei den großen Feierlichkeiten zukommt. Alle Gesetze (ladtha bnaiad) tragen sein Siegel. Zudem gilt der König als der oberste Richter des Landes und als Gesetzgeber. Faktisch sind aber beide Funktionen nicht mehr in seiner Hand: als oberstes Gericht fungiert der Sang Sunsud, der hohe Klostergerichtsrat und als Regierungschef der Oberste brasaer bamphot bopvoborsa dambaung. Ein Legislativorgan gibt es nicht, allerdings nimmt der brasaer bamphot bopvoborsa dambaung stets Rücksprache mit seinen Kollegen. Minister werden zwar ernannt, doch handelt es sich dabei um reine Hofrangpostem für Adlige, die eigentlich nur die Verwaltung des königlichen Haushaltes betreffen. 
Dieses politische System scheint aber derzeit unter massiven inneren Spannungen zu leiden. Zwar berichten schon seit Jahren exilierte Adlige und Kaufleute von zunehmenden Problemen, doch erst jetzt treten diese Risse offen zutage: Kronprinz Sauryavong Savang, der amtierende Fürst von Phonthong verweigerte dem König nach einem Aufenthalt in der nominellen Hauptstadt, in der sich die Sommerresidenz befindet, den Zugang zum königlichen Palast und entfernte alle Äbte aus ihren führenden Positionen im Fürstentum. Im Verbund mit einigen jungen Prinzen und wohlhabenden Kaufleuten gründete der Prinz auch eine eigene Handelskompanie, toaaenng phaaenk kankha, das den Handel über den Fluss Sikhiav hai hauptsächlich mit Shi-Am abwickelt. Mit dem Nachbarkönigreich hat der Prinz, gegen alle Regeln verstoßend, auch eigene Gesandtschaften ausgetauscht und Zollfreiheit für alle in Shi-Am selbst verkauften Produkte ausgehandelt. Zudem hat Sauryavong Savang als erster Fürst in der Geschichte von Luas Klöster schließen und enteigenen lassen, was zu großen Protesten der übrigen Ordensgemeinschaften geführt hat. Die den Klöstern gehörenden Ländereien fielen dabei zu 50 % an den Prinzen und seine Verbündeten, zu 50 % an die Bauern, die nun zum ersten Mal überhaupt selbst Land besitzen. Auf Anregung des Fürsten wurde zum die sehr kleinteilige Landwirtschaft mit nur geringen Erträgen durch die Einführung größerer Produktionseinheiten, den königlichen Kollektiven, kan luabluam toaaenng, und die Anpflanzung neuer, weniger anfälliger und anspruchsloser Nutzpflanzen zur grundlegenden Versorgung der Bevölkerung regelrecht revolutioniert. Da die jungen Prinzen und der rebellische Kronprinz zusammen auch über eine recht schlafkräftige Truppe verfügen und durch die Aufhebung der Leibeigenschaft auch immensen Rückhalt in der Bevölkerung haben, gingen bisher weder die Klöster noch der (schwache) König direkt gegen den Kronprinzen vor. Seine Absetzung als Kronprinz, die von vielen Äbten angestrebt worden ist, hat der König abgelehnt, da Sauryavong Savang sein einziger Sohn ist. Dieser entsandte im übrigen Emissäre sowohl nach Shi-Am, als auch nach Khmi’a, Viên-Viên, Shi-ie-La und sogar nach Tzra, Van und Dan. Das Ziel ist die Ausarbeitung einer Verfassung und die Einführung eines flächendeckenden weltlichen Bildungssystems. Es gibt Gerüchte, dass im Umfeld des Prinzen ein Putsch gegen den Vater vorbereitet werden soll, der Prinz selbst äußerste sich gegenüber dem Botschafter Shi-Ams aber sehr zurückhaltend. Andere Beobachter gehen eher davon aus, dass Sauryavong Savang in dem alten Fürstentum Phonthong im Kleinen erproben will, was er nach dem Tod seines Vaters in ganz Luas durchsetzen möchte[6].
 
Wirtschaft
Die Tempel- und Klosterwirtschaft beruht auf den kleinen, von einzelnen Familien bestellten Höfen, die Erträge sind demnach eher gering. Hinzu kommt der nicht sehr fruchtbare Boden in Teilen des Königreichs. Hauptexportgut ist das hervorragende Bauholz, in geringerem Umfang Gewürze. In Phonthong gibt es eine alte Seidenfabrikation, die durch den neuen Kronprinzen stark modernisiert worden ist und jetzt auch wieder nach Shi-Am exportiert. Daneben wird Papier produziert. Der Staat ist alles in allem betrachtet aber als arm und wirtschaftlich völlig rückständig zu bezeichnen. Die Landwirtschaft ist nicht nur auf Grund von schlechten Böden und zu kleinen Anbauflächen bei zu vielen Sorten kaum ertragreich, sondern auch auf Grund der rückständigen und primitiven Bewirtschaftsformen. Der Pflug ist in Luas so gut wie unbekannt und man betreibt einen einfachen Hackbau[7].  

Xāṇācạkr h̄æ̀ng chīk

                                                                                                   Königreich von Shi-Am
Khwām rạk khụ̄x xāh̄ār k̄hxng phracêā
Amtssprache(n): P̣hās̄ʹā
                                                                                     Hauptstadt: Meụ̄xngh̄lwng
                                                                                     Regierungsform: theokratische Monarchie
Staatsoberhaupt: Königin Sikrit III.
                                                                                     Regierungschef: Premierminister Sakralong
Fläche: 718.512 km2
                                                                                     Einwohnerzahl: 52,4 Millionen
                                                                                     Bevölkerungsdichte: 73 Ew./km2
                                                                                     Währung: Ngein
Shi-Am ist der zweitgrößte Khmi’a-Staat. Ethnisch gesehen sind die Khn, wie oben bereits erwähnt wurde, eng mit den Pasason verwandt, kulturell stehen sie aber seit jeher den Khmi’a näher, deren Religion und Herrschaftsformen zusammen mit der Kultur und vielen sprachlichen Einflüssen importiert worden sind. Anders als das passive Luas war Shi-Am zudem selbst mehrfach auf dem Sprung, die dominante Macht in der Region zu werden. Heute ist der Staat eine Mischung aus alten Traditionen, einer eher autokratischen Staatsführung und einer freien und blühenden Wirtschaft mit einem relativ hohen Lebensstandard auch für die unteren Gesellschaftsschichten. 
 
Historischer Überblick
Mein Kollege, Dr. Thong Lan von der Universität Meụ̄xngh̄lwng, hat bereits im Kapitel zu Luas die gemeinsame Frühgeschichte der beiden Staaten in ganz ähnlichen Bahnen verlaufen ist. Tatsächliche Staatlichkeit gelangte auch nach Shi-Am erst im 6. Jahrhundert durch die enorme Expansion des Reiches von Preichhen. Wie in Luas gingen auch hier die lokalen Führer Verbindungen mit den neuen Herren ein, allerdings scheint das fruchtbare Shi-Am mit seinen weiten fruchtbaren Ebenen, gut nutzbaren Wäldern und dem guten Zugang zum weiten Ozean durch eine sanfte, flache Küste mehr Siedler aus Khmi’a angelockt zu haben, als dies im eher unattraktiven Luas der Fall war. 
Die Zeit der Zugehörigkeit zum Reich von Preichhen umfasste den Zeitraum von 531 bis 689. Fast alle bedeutenden Städte des Landes wurden bereits in dieser Zeit erbaut. Recht schnell bildeten sich dabei zwei lokale Zentren heraus, die zwar weiterhin in Abhängigkeit zu Preichhen standen (zum politischen System des Reiches von Preichhen als Galaxie-Gesellschaft siehe weiter unten), selbst aber auch andere, kleinere Städte in ihre Abhängigkeit bringen konnten: Chon Buri und Lop Buri. 
In beiden Städten residierten Khmi’a-Fürsten (preahangk mcheasa) als Vasallen des Königs (ste ch). Die Abhängigkeit der anderen Stadtfürsten von den beiden großen Städten zeigt sich in den untergeordneten Titeln, die die lokalen Machthaber tragen (anak uknhea (Herzog) oder chiahseh (Graf)). Nach dem Zusammenbruch der hegemonialen Macht von Preichhen war es daher ein fast automatischer Prozess, dass die beiden größten Regionalmächte, Chon Buri und Lop Buri, selbst als neue direkte Oberherren der kleineren Städte auftraten und nun den Tribut nicht mehr weiterleiten mussten an Khmi’a. Die neue politische Situation zeigte sich auch in der Übernahme des ste ch-Titels durch die Herren von Chon Buri und Lop Buri. Die neuen König strebten zwar wohl sicherlich nicht die Errichtung von zentralisierten Herrschaften an, die größere räumliche Nähe zwischen Oberherrn und untergebenen Städte einerseits und die kleineren Einflusssphären der neuen Staatswesen andererseits begünstigten aber einen direkten und größeren Einfluss der Könige. So erschienen sie nun in den Eidformeln der Orte statt der lokalen Fürsten und beim Tod eines Stadtfürsten musste der Nachfolger eine formelle Bestätigung durch den König der Oberstadt einholen, einen Treueeid leisten und einen vorgezogenen Tribut entrichten. Bisweilen sind Fürsten auch abgesetzt und durch loyalere Personen ersetzt worden. Der Fürstentitel preahangk mcheasa wurde übrigens in Chon Buri an keinen der Stadtherren verliehen, während man ihn in Lop Buri an den Herrn von Si Racha verlieh, einer erst 692 neugegründeten Stadt, die durch den Kronprinzen von Lop Buri beherrscht wurde. Stadtneugründungen waren im Übrigen ein probates Mittel, den Herrschaftsbereich eines Königs, der unter dessen direkter Kontrolle stand, zu 
erweitern. Die meisten dieser Siedlungsneugründungen waren sind heute Ruinen, aber einige gibt es noch immer, so eben Si Racha im Gebiet von Lop Buri, aber auch Warin Chamrap und Kanchanaburi im Gebiet von Chon Buri. 
Diese so genannten Fillialstädte unterstanden einem Gouverneur, der direkt vom König ernannt worden ist. Die beiden Hegemonen unterhielten grundsätzlich friedliche Beziehungen zueinander, auch wenn es an der Grenze der Einflussbereiche zwischenzeitlich zu Konflikten kam, In dem flexiblen Herrschaftssystem fand man aber im Vertrag von Suphan Buri 735 eine für beide gangbare Lösung. Die Stadt Suphan Buri und die wiedrum ihr unterstellten kleineren Städte und Dörfer zahlten abwechselnd ein Jahr lang den Tribut an Chon Buri und im folgenden dann an Lop Buri, die Bestätigung eines neuen Fürsten sollte von beiden Königen sanktioniert werden. In der Zeit bis zum Ende des 8. Jahrhunderts blüht die städtische und höfische Kultur in Shi-Am und die beiden Königreiche werden zu den eigentlichen Zentren der Khmi’a-Kultur, da das Mutterland politisch zerfallen ist. Pheasea bleibt dabei die Hof- und Kultsprache, es gibt aber bereits einige sehr interessante Werke volkstümlicher Literatur in der Landessprache. Überhaupt blüht gerade die Literatur in dieser Epoche auf und viele Werke dieser Periode gelten bis heute als Klassiker. Einige der schönsten Skulpturen entstehen in den großen und immer prächtigeren Tempeln und Palästen und Reisende und Gesandten rühmten die Paläste der beiden Hauptstädte, die Gärten, Parks, Kanäle und Tempel, den hohen Lebensstandard, die feine Kultur und die gute Küche. Die Periode von Chon Buri und Lop Buri, in späteren Zeit oft wegen der lockeren politischen Organisation und ihrer räumlichen Beschränkung als Phase der Dekadenz abgelehnt, wird auch heute wieder als eine der goldenen Phase der Khsihim-Geschichte betrachtet. Der 786 auf den Thron gekommene Phrachao Chanraja von Chon Buri war eigentlich nicht der Kronprinz, sondern vom Vater für eine militärische Karriere vorgesehen. Als aber der ältere Bruder überraschend kurz nach der Thronbesteigung kinderlos verstarb, viel der Thron an den ehrgeizigen Phrachao Chanraja. Dieser begann mit militärischen Raubzügen gegen Städte im Gebiet des heutigen Luas, wobei einige kleinere Ortschaften und Dörfer bis auf die Grundmauern zerstört und die Bevölkerung deportiert wurde. Seit 790 verstärkte Chon Buri sein militärisches Vorgehen gegen Luas, da sich dort Mon von Phonthong als neuer König des gesamten Landes durchsetzen konnte. Chon Buri geriet dabei aber zwischen die Fronten der warlords und wurde in Kämpfen in den dichten Wäldern von Luas mehrfach empfindlich geschlagen. Zugleich erschütterte eine Seuche den südlichen Teil der Einflusssphäre Chon Buris. 792 mussten die Angriffe gegen Luas vorerst eingestellt werden und ein großer Teil der Verbündeten nach Hause geschickt werden, damit die Felder nicht brachliegen, was zu einer weiteren Hungerkatastrophe geführt hätte. Wie so oft in der Geschichte scheint ein Unglück das nächste anzuziehen, denn 793 führte der durch Chon Buri fließende Smaragdfluss ein derartiges Hochwasser, dass Teile der Hauptstadt zerstört wurden, darunter auch mehrere große Tempelanlagen und Teile des Königspalastes. Besonders dramatisch war aber wohl der Umstand, dass der Fluss nach der Überschwemmung sein Bett weiter nach Westen verlagerte und damit die Häfen der Hauptstadt trockenfielen. Bei den anschließenden Seuchen, wohl die Ruhr, kamen tausende ums Leben, darunter auch der König, der den Thron seinem dreijährigen Sohn Phrachao Ruang hinterließ. In der gleichen Zeit war es von Mon von Phonthong gelungen, die Warlords in Luas auszuschalten und eine große und schlagkräftige Armee aufzubauen. Was ihm fehlte waren finanzielle Mittel und Handwerker und Künstler, die seinem neuen Hof Glanz verleihen sollten. Aus diesem Grund entschied sich der neue König von Luas nach einer Vorbereitungszeit von nur einem halben Jahr die insgesamt katastrophale Lage in Chon Buri zu seinen Gunsten auszunutzen und das Nachbarkönigreich anzugreifen. 794 steht Chon Buri in Flammen, ein Großteil seiner Vasallenstädte wird dem Erdboden gleichgemacht und die Eliten entweder umgebracht oder nach Luas deportiert. Nach diesem Schock sank das einst blühende Chon Buri für eine lange Zeit ins Dunkel der Geschichte zurück. Die Nachbarn in Lop Buri können kaum Kapital aus dem Untergang Chon Buris ziehen – da die Städte fast völlig vernichtet worden sind, konnte dieser Bereich mit den damals üblichen Mitteln nicht regiert werden. Das Galaxie-Gesellschaftssystem ist zudem auf eine Gewinnmaximierung des Hegemons ausgerichtet, der König will also so gut wie nichts in den abhängigen Staaten investieren, aber maximalen Gewinn durch Tribute und „Geschenke“ erzielen. Das völlig verwüstete und ausgeplünderte Gebiet von Chon Buri war damit völlig uninterressant. Nationale oder ethnische Motive leiteten die Politik damals sicher nicht. 
Luas schuf sich durch den Angriff dennoch Feinde: einige der deportierten Prinzessinnen stammten aus dem Einflussbereichs Khmi’as und Lop Buris, eine Schwesters des Königs von Lop Buri war Königin in Chon Buri und wohl bei den Angriffen getötet worden.  Zudem wurden mehrere wertvolle Götterstatuen, darunter eine aus einem besonders großen Smaragd geschnittene Figurine des Sonnengottes, nach Luas geführt. Vorerst unternahm aber Lop Buri nichts gegen das scheinbar vor Kraft strotzende Reich von Phonthong – wohl auch, weil sich Mon und seine Nachfolger mit dem Erreichten zu begnügen schienen und keine weiteren Feld- und Raubzüge auf Gebiete Shi-Ams unternahmen. Die Situation änderte sich erst ab 810, da mit der neuen Dynastie von Peam Ro in Khmi’a zum ersten Mal in einem größeren zusammenhängenden Gebiet eine einheitliche Herrschaft entstand. Man kann daher das Reich von Peam Ro als den ersten Khishim-Flächenstaat bezeichnen, in dem es keine lokalen Fürsten mehr als Machthaber gab. Allerdings ist dieses Bild etwas verkürzend, da die weiter entfernten Gebiete wie der Norden Khmi’as noch immer durch das alte System der persönlichen Treuebündnisse an den König gebunden waren. 
842 kam es zum Abschluss eines Freundschafts- und Bündnisvertrages zwischen dem Könighaus von Lop Buri und dem König von Peam Ro, der zweitälteste Sohn des Königs, Prinz Udayadityavarman, wurde zudem mit Prinzessin Sikrit von Lop Buri vermählt. 844 entschließen sich die beiden verbündeten Reiche zu einem gemeinsamen Angriff auf das Reich von Phonthong. Dabei scheint es entweder zwischen den Heeresleitungen zu Kommunikationsproblemen gekommen zu sein, oder aber die Khmi’a hatten den Ausgang der Schlacht bereits vorhergeplant: Obwohl sich die Truppen Peam Ros noch mehrere Marschstunden entfernt waren, eröffnete das zahlenmäßig unterlegene Lop Buri im Glauben, bald von den Truppen aus Khmi’a unterstützt zu werden, einen Angriff auf das Heer des Königs von Phonthong. Die Schlacht endete in der totalen Katastrophe für Lop Buri: fast das gesamte Heer wurde vernichtet, der Kronprinz und drei weitere Söhne des Königs fielen in der Schlacht zusammen mit 10 Vasallenfürsten und 25 Prinzen. Ganze Dynastien verschwanden daraufhin von der Landkarte. 
Für einen Geheimplan Khmi’as spricht, dass das so genannte Königsheer darauf sofort die Marschrichtung änderte und nach Lop Buri zog. Sie brachten die Regentin, Königin Chulabhorn mit einer List dazu, die mächtigen Stadttore für die Khmi’a zu öffnen, verbarrikadierte sich aber mit dem Staatsschatz und der königlichen Familie im Königspalast. Sie erhielt wohl nur einen Tag später einen Brief des Königs, der ihr vom Schlachtausgang und dem offensichtlichen Verrat der Khmi’a berichtete. Die Königin konnte zusammen mit einem großen Teil des Hofstaates und dem Staatschatz in der Nacht über den königlichen Hafen entkommen, weil ein von Getreuen in der Stadt und im Palastbezirk gelegtes Feuer die Besatzer ablenkte. Aus Rache für die Flucht der Königsfamilie wurde der gesamte Palastbezirk eingeebnet, die Stadt ausgeplündert und dann vernichtet. Nur wenige Tage nach der Vernichtung der Hauptstadt wurde diese an gleicher Stelle unter dem Namen ste ch ban sang vea laengvinh, „Der König ließ sie neu erstehen“ neugegründet. In Lop Buri wurde Prinz Udayadityavarman zum Vizekönig, ubreach, ernannt. 
Das abgesetzte Königshaus nahm in der bisher unbedeutenden Provinzstadt Chum Phae, einst ein Vasall von Chon Buri, Residenz. Das Einflussgebiet des so genannten Reiches von Chum Phae umfasste etwa die Gebiete westlich des Perlflusses. Die neue Hauptstadt wurde in den kommenden Jahren zu einer
getreuen Kopie des alten Lop Buri mit großem Königspalast, Tempelanlagen, Badehäusern, Kanälen und anderen öffentlichen Einrichtungen. 
Während aber Chum Phae ein Galaxien-Staat bleibt, entwickelt sich das besetzte Lop Buri zu einem Flächenstaat nach dem Vorbild des Reiches von Peam Ro. Sadao, eine bis dahin eher unbedeutende Provinzstadt an der Küste, wurde seit ewigen Zeiten durch die Dynastie von Suphannaphum regiert, deren Herrscher sets auf ein Höchstmaß an Autonomie gesetzt hatten. Diese traten daher offen in Rebellion gegen die Pläne der Regierung in Lop Buri und zogen dabei einige kleinere Stadtstaaten wie Phetchaburi, Suphan Buri und Warin Chamrap auf ihre Seite. In Sadao und Chum Phae ist in der Zeit zwischen 844 und 908 eine interessante Entwicklung zu beobachten: Statt in Pheasea werden königliche Inschriften nun in der Landessprache abgefasst und zum ersten Mal unterscheidet man zwischen den „Leuten von Shi-Am“, P̄hū̂khn cāk Shi-am und den Leuten auf Khmi’a, P̄hū̂khn cāk Khmi’a, die nun deutlich als fremde Eroberer dargestellt werden. Besonders die Khmi’a-stämmige Dynastie von Chum Phae gibt sich besonders einheimisch und legt sogar den Königstitel ab und wählt stattdessen den neuen Titel Phra mh̄ā ks̄ʹạtriy̒. In der Mitte des Jahres 907 kommt es zu einem offenen Zerwürfnis zwischen dem Sohn des Udayadityavarman, Udayadityavarman II. und seinem Cousin, dem König von Khmi’a, über die zu entrichtenden Tribute, woraufhin Udayadityavarman II. Ende des Jahres den Königstitel 
annimmt. Sein Cousin in Khmi’a konnte nicht eingreifen, da ein Krieg gegen das aggressive Mynma in der Luft lag und alle Kräfte im Nordosten gebraucht wurden. 
908 ergeht dann ein Edikt Udayadityavarmans II. über eine Neuordnung der Rangordnung zwischen den Fürsten, die ihrer Absetzung gleichkommt und diese völlig entmachtet hätte. Der noch junge und wohl sehr impulsive König sandte eine ähnliche Note auch an den Königshof von Chum Phae, das daraufhin zusammen mit Sadao und seinen Verbündeten den offenen Krieg gegen Lop Buri sucht. Udayadityavarman II. zog mit großer Streitmacht zuerst gegen Chum Phae, doch die Königsfamilie war mit dem Heer bereits nach Sadao gezogen, als die Khmi’a die Hauptstadt erreichten, war diese bereits bis auf die Grundmauern niedergebrannt und alle Vorräte evakuiert worden. Udayadityavarman II. sah sich gezwungen, sofort gegen Sadao zu ziehen, allerdings wurde seinem Heer die Überquerung des Perlflusses bei der einzigen passierbaren Stelle bei Kanchanaburi verweigert und der König sah sich zu einer mehrmonatigen Belagerung der Stadt gezwungen. Während das Khmi’a-Heer festsaß, zog Sadao gegen die Hauptstadt Lop Buri. Anfang 909 sah sich Udayadityavarman II. daher gezwungen, die Belagerung Kanchanburis aufzugeben, um seine Hauptstadt zu entsetzen. Zwar konnte das Heer aus Sadao bezwungen werden, in der Schlacht fielen auch Fürst Thong Lan von Sadao sowie sechs seiner Vasallen sowie deren Söhne, aber auch Lop Buri musste schwere Verluste hinnehmen. Dennoch entschied sich der König nach nur etwa zwei Monaten der Rast mit seinem Heer gegen Sadao zu ziehen. Mehrfach wurde ihm dabei aber durch feindlich gesinnte Städte der Durchzug verwehrt. Er zog daher wie im Zickzack an den großen Städten vorbei, dabei geriet sein Heer aber im dichten Dschungel bei Suphan Buri in einen Hinterhalt und er musste sich erneut in seine Hauptstadt zurückziehen. Hier waren mittlerweile die Nahrungsmittel knapp geworden, da die Vasallen keine Lebensmittel mehr lieferten. Ein Teil der Soldaten meuterte und auch in der Stadt selbst kam es zu Unruhen. 910 verschärfte sich der Druck gegen Udayadityavarman II. zusätzlich, da König Yasovarman I. die Mynma triumphal besiegt und ihr Land erobert hatte und nun die Hand frei hatte gegen seinen abtrünnigen Cousin im Westen. Die Furcht war allerdings unbegründet, denn aus unbekannten Gründen zog Yasovarman I. es vor, mit dem Bau einer verschwenderischen neuen Hauptstadt zu beginnen. 
Die Lage verschlechterte sich dennoch, da Ramesuan von Chum Phae den gesamten Westen des Landes in seinen Händen hielt. Das plötzliche Aussterben einer ganzen Reihe von größeren und kleineren Fürstenhäusern beim Kampf um Lop Buri hatte dem König in die Karten gespielt und ihn zum direkten Herrscher über ein großes Gebiet gemacht. Beide Gegner behielten sich argwöhnisch im Auge, doch bis 912 kam es zu einer größeren Schlacht. In diesem Jahr sandte Ramesuan zum ersten Mal einen Gesandten an den Hof des Kaisers von Shi-ie-La und völlig überraschend auch an Yasovarman I. Letzteren brachte man mit großzügigen Geschenken und dem Versprechen, den König als nominellen  Oberherren zu akzeptieren, zu einem Neutralitätsversprechen und der Anerkennung des aus Khmi’a-Perspektive ohnehin nichtigen Königstitels des Ramesuan. Reislieferungen aus Shi-ie-La waren wohl auch von Bedeutung dafür, dass Ramesuan zum Jahreswechsel 912/913 den offenen Kampf suchte. In zwei Feldschlachten überrannte er den Gegner, der sich daraufhin mit seinen letzten Truppen in der Hauptstadt verschanzte. Die völlig verängstigte Bevölkerung aber rebellierte und öffnete die Stadttore. Udayadityavarman II. beging daraufhin zusammen mit allen seinen Frauen, Kindern und Getreuen Selbstmord und ließ den Königspalast anzünden. Ramesuan schonte die Bevölkerung, setzte aber alle noch verbliebenen Fürsten im Gebiet Lop Buris ab. Als neue ständige Residenz wählte er Sadao, da dieses durch seine Lage im Delta des Smaragdflusses und an der Küste des Weiten Ozeans ideal gelegen war. Mit dem neuen Reich von Sadao, das zum ersten Mal auch den Namen Xāṇācạkr Shi-Am, Königreich Shi-Am, trägt beginnt 913 eine Blütezeit, die bis 1246 andauern sollte. Die ersten 100 Jahre der Reichsgeschichte sind geprägt durch einen Wiederaufbau des der Städte, der Schaffung einer zentralen Verwaltung für das Königreich mit dazugehöriger Infrastruktur und Gesetzgebung, ein enormes wirtschaftliches Wachstum, einen großen technologischen Fortschritt, vor allem durch die Kontakte mit Shi-ie-La, mit dem 1000 sogar ein formelles Freundschaftsbündnis geschlossen wird, und eine Blüte von Musik, Malerei, Literatur und Kunst. In dieser Epoche werden so großartige Tempel wie der Wạd phraxāthity̒ in Lop Buri, der Wạd dwng cạnthr̒ c̄h̀ả in Chum Phae oder der Wạd s̄ảh̄rạb phra mh̄ā ks̄ʹạtriy̒ k̄hxng phracêā in Sadao errichtet.  Der Herrscher wird in den Inschriften seit Ramesuan zudem nicht nur als König bezeichnet, sondern als Phracêā p̄hū̂ yìng h̄ıỵ̀, phra mh̄ā ks̄ʹạtriy̒ p̄hū̂thrng vthṭhi̒ læa thrng vthṭhi̒ p̄hū̂thrng prathān chīwit, „siegreicher Gott, großer König, stark und mächtig, der das Leben gibt“ bezeichnet. Diese Titulatur spiegelt sich auch im Bau zahlreicher Schreine und Tempel zu Ehren des lebenden Königs im ganzen Land. Die Verehrung des Herrschers im Volk scheint damals ganz tief und echt empfunden worden zu sein, ganz ähnlich wie heute, wo das Ansehen des Königshauses noch immer enorm groß ist. Außenpolitisch war das Reich von Sadao vorerst nicht bedroht: Khmi’a stand im Konflikt mit Luas und 948 kam es zum Waffengang zwischen den beiden Reichen, der in einem Patt endete. 
Mit der Thronbesteigung von Mahintharathirat von Sadao im Jahr 1009 kommt es zu einer Wende in der Geschichte des Reichs. Man bezeichnet die Phase von 913 bis 1009 als S̄ạntip̣hāph thī̀ yìng h̄ıỵ̀, den Großen Frieden, die Phase von 1010 bis 1246 dagegen als Kār k̄hyāy tạw h̄ıỵ̀, die Große Expansion. Offensichtlich drängte auch der Verbündete Shi-ie-La das starke Sadao zu einem Krieg gegen Khmi’a, welches die Kaiser in Zīběn als einen möglichen Störfaktor des Handels ausschalten wollten, seit das Reich Mynma erobert hatte. Ein Vorwand für den Krieg war 1011 gefunden worden: Der König war gestorben und sein Sohn Udayadityavarman III. galt als geltungssüchtiger und eitler Mann. Mahintharathirat verweigerte ihm die traditionellen Glückwünsche und kündigte damit auch ganz offiziell die faktisch bedeutungslose Oberhoheit Khmi’as über Shi-Am auf. Der Khmi’a-Herrscher mobilisierte daraufhin eilig Truppen und zog gegen Shi-Am in den Kampf, wurde aber von einem perfekt ausgebildeten und fast doppelt so großen Shi-Am-Heer bereits bei Huay Xay erwartet. Die Shi-Am waren durch Shi-ie-La mit neuartigen Panzerungen, Feldgeschützen, Katapulten und Armbrüsten ausgestattet worden und so den Khmi’a auch technisch weit überlegen. Das Heer Udayadityavarman III. wurde in nur vier Stunden völlig vernichtet, der König entkam mit seinem blanken Leben zurück in die Hauptstadt, doch Mahintharathirat zog ihm nach und eroberte systematisch und brutal die Provinzen Sean Monourom und Svay Rieng. Danach bezog er ein Lager in der alten Königsstadt Peam Ro, die sich ihm kampflos ergab. Im dortigen Preahvihear tbaung morokat-Tempel ließ er sich mit allem althergebrachten Gepränge zum König von Peam Ro krönen – seit der schrittweisen Abschaffung der lokalen Fürstentümer war dieser Titel gleichbedeutend mit dem eines Königs von ganz Khmi’a. 1013 musste auch die neue Hauptstadt Sre Ambel dem Druck aus Shi-Am nachgeben. Die Königsfamilie wurde nach Shi-Am deportiert, Udayadityavarman III. und sein ältester Sohn Udayadityavarman (IV.) dagegen wurden öffentlich enthauptet. Bis 1024 wurden dann noch alle Nordprovinzen Khmi’as erobert und die lokalen Fürsten abgesetzt. Der Süden Khmi’as mit den Provinzen Pallin, Takeo, Kokir, Kep, Banlung und Rodthathani wurde dagegen dem Fürsten von Rodthathani mit dem Rang eines Vizekönigs (Xuprāch) übergeben. Zugleich sandte Mahintharathirat eine diplomatische Note nach Mymna und erkannte den dortigen Herrscher als Mynma bhurain, König von Mynma, an. 
Die neuen Provinzen werden fest in das Herrschaftsgefüge des Staates integriert und durch Gouverneure (P̄hū̂ ẁā rāchkār cạngh̄wạd) regiert. Überall entstehen neue Tempel und öffentliche Einrichtungen. Ganz neuartig sind dabei die öffentlichen Schulen, die verbindlich die Landessprache Shi-Ams als Nationalsprache fördern und durchsetzen sollen, zugleich aber für eine regelrechte Bildungsexplosion im Königreich und zur Entstehung einer gebildeten bürgerlichen Mittelschicht führte, die es so in keinem der Kishim-Staaten zuvor gegeben hatte. Die religiöse Verehrung des Herrschhauses wird zeitgleich massiv ausgebaut und verdrängt zumindest im Staatskult sogar die Götter auf den zweiten Platz. Nach einer weiteren Friedensperiode bis 1078 wendet sich König Mahintharathirat III. wieder einer expansiven Außenpolitik zu: In einem völlig ungleichen Krieg vernichtet Shi-Am das Heer von Luas und besetzt daraufhin alle Westprovinzen des nördlichen Nachbarn. Bevor im unterentwickelten Nachbarn die Ergebnisse der Zentralisierungspolitik Wirkung zeigen konnten, gingen die Provinzen aber 1094 bereits wieder verloren. 
Seit 1089 hatte sich die Situation für Shi-Am zusehends verschlechtert: In Khmi’a hatte General Vibol durch einen Militärputsch die von Shi-Am eingesetzte Dynastie beseitigt und das Reich von Jhoghavan gegründet, Shi-ie-La war durch einen kräftzehrenden Krieg gegen Gugga gebunden und in Mynma tobte ein Bürgerkrieg um den Thron. Wohl in weiser Voraussicht verstärkte Mahintharathirat III. die Befestigungsanlagen der großen Städte und setzte die Grenztruppen in Alarmbereitschaft, musste aber untätig zusehen, als 1091 Mynma durch Vibol erobert wird. 1094 dann griff Vibol Luas an, welches er binnen eines Jahres völlig besetzen konnte. Mahintharathirat III war sich bewusst, dass sein Reich das nächste Ziel sein würde und tatsächlich erfolgte 1096 ein Angriff auf Sean Monourom und Svay Rieng. In beiden Fällen öffneten wohl Verräter die Tore der mächtigen Befestigungsanlagen. Um sein Kerngebiet zu schützen, beorderte Mahintharathirat III. die Besatzungstruppen aus Khmi’a zurück, hinterließ aber verbrannte Erde – Felder wurden vernichtet, Getreidespeicher in Brand gesteckt, Brunnen vergiftet und letzlich auch die besetzten Städte dem Feuer übergeben. 
Vibol hatte wohl nicht mit einem so kaltblütigen Vorgehen des Gegners gerechnet und verzichtete vorerst darauf, gegen Shi-Am zu ziehen. Ein versuchter Angriff auf Huay Xay 1103 endete im Desaster – die Befestigungen waren einfach nicht zu stürmen – und so schlossen Shi-Am und Khmi‘a 1106 einen Friedensvertrag mit gegenseitiger Anerkennung der Grenze, zudem wurde festgelegt, dass Shi-Am alle fünf Jahre die Tribute aus den ehemaligen Shi-Am-Provinzen in Luas erhalten sollte, im Gegenzug sollte Shi-Am die Unterstützung der Rebellen unterlassen und die Eroberung Mynmas anerkennen. Vibol erhoffte sich gerade von der letzten Bedingung einen dauerhaften Frieden mit Shi-ie-La, das als bedrohliche dunkle Wolke schon lange am östlichen Horizont Khmi’as aufragte, aber hervorragende Beziehungen zu Shi-Am unterhielt. Tatsächlich setzte sich Mahintharathirat III. beim Sinu-Kaiser für eine offizielle Anerkennung Vibols als König von Khmi’a ein und konnte diese 1108 auch erreichen. 
Die beiden Staaten durchlebten danach eine fast einhundertjährige Periode des Friedens und inneren Wohlstandes. Erst zu Beginn des 13. Jahrhunderts drohte neues Unheil, diesmal aber nicht durch einen dynastischen Wechsel innerhalb der der Khishim-Staaten, sondern aus dem Norden. Die Anadolü traten als kräftig expansives Volk auf den Plan, allerdings nahm man diese Bedrohung schlicht nicht ernst, da man glaubte, es mit Barbaren zu tun zu haben. Die Eroberung von Luas durch die Anadolü 1209 war daher ein absoluter Schock für die Khishim. Während aber Khmi’a eine aggressive Politik gegenüber dem Ilkhanüt einschlug, entsandte Shi-Am Botschafter und kostbare Geschenke und bot dem Ilkhan sogar an, sich fortan auch Ks̄ʹạtriy̒ h̄æ̀ng Khishim, König der Khishim, zu nennen. Tatsächlich konnte Shi-Am eine gegenseitige Anerkennung erzielen, wiederum wohl auch durch den maßgeblichen Einfluss Shi-ie-Las, das enge Beziehungen zu den Anadolü unterhielt. Der Sinu-Gesandte am Hof in Jhoghavan scheint allerdings den Khmi’a-Herrscher regelrecht zu einem Krieg gegen die Anadolü gedrängt zu haben, doch kam es erst 1240 auf Initiative des Ilkhanüts zum Kampf. Die Feinde aus dem Norden besetzten zwischen 1240 und 1246 alle Gebiete nördlich der Linie Peam Ro/Lumphat. In der nicht besetzten Stadt Ang Chand setzt sich eine neue Dynastie unter Sakrigeas I. fest, ist aber den Anadolü tributpflichtig. In Shi-Am blieb es friedlich, auch als 1246 das Königshaus im Mannesstamm ausstarb. Eine Nebenlinie des Königshauses, die Phrasat-Thong-Dynastie, erhält den Königthron unter Phrasat Thong I. Das Königshaus wird manchmal fälschlicherweise auch Reich von Phetchabun genannt, weil dies die Heimatstadt Phrasat Thongs gewesen ist. Hauptstadt blieb aber Sadao. Zudem wird hierein historischer Bruch angedeutet, der so nicht nachweisbar ist. Trotz des Wechsels der Königsdynastie blieb das Reich von Sadao noch bis 1328 bestehen. Die Beziehungen zum Rumpfstaat in Khmi’a blieben herzlich und durch verschiedene dynastische Heiraten gestärkt. Auch aus diesem Grund erklärte sich wohl Phrasat Thong III. 1266 damit einverstanden, einer Koalition gegen die Anadolü beizutreten, die bereits 1268 die besetzten Nordprovinzen und Luas von den Anadolü befreite, dieses Königreich aber dem Herrschaftsgebiet Khmi’as einverleibte. Daher schied Shi-Am 1270 aus der Koalition aus und nahm an dem Sturm auf Izmü und der Plünderung der feindlichen Hauptstadt 1276 nicht mehr teil. Die Khmi’a werten dies als Verrat den sie Shi-Am nicht verzeihen können. Nach ihrer Ansicht hätte bereits 1276 die Besetzung Anadolüs gelingen können, durch das Fehlen der Truppen Shi-Ams musste das Gebiet aber wieder geräumt werden und konnte erst 1320 endgültig erobert werden. Bevor es aber zum Krieg kommen kann, starb Phrasat Thong IV. überraschend an einem Fieber. Seine schwangere Frau wurde kurz darauf ermordet aufgefunden. Der Thron fiel so an den Ehemann der einzigen lebenden Tochter Mahat, Prinz Hou-eul-na, der sofort zu Gunsten seines Bruders Samtac I. auf den Thron verzichtete. Shi-Am und Khmi’a wurden so zwar nicht staatsrechtlich vereint, aber in Personalunion durch den König von Ang Chand regiert, der sich auch ganz traditionell in Shi-Am krönen ließ und die Verwaltung des Landes unangestastet ließ. Dieses Konstrukt blieb bis zum Ende der Khmi’a Herrschaft im 15. Jahrhundert unangetastet – allerdings finden sich in den Tempeln nun wieder verstärkt Inschriften im klassischen Pheasea und auch in den Texten in der Landessprache tauchen wieder vermehrt Fremdworte aus dieser Sprache auf. Gerade im Bereich der Hofrangtitel ist dies zu beobachten und teilweise bis noch heute so. Obwohl heute in den meisten Geschichtswerken von einer Phase der Fremdherrschaft die Rede ist und damit eher eine Periode des Niedergangs assoziiert wird, blühten Kultur, Handel und Technologie auch in dieser Zeit und wirkten sogar äußerst positiv auf das Khmi’a-Kernland, in dem ebenfalls eine gebildete und wohlhabende Mittelschicht entstand. Ob daher die folgende Episode von den Zeitgenossen auch als Kār pldpl̀xy thī̀ yìng h̄ıỵ̀, die Große Befreiung, empfunden worden ist oder doch nur als ein brutaler Krieg, können wir daher heute schwerlich entscheiden. 
Shi-Am blieb von den Kämpfen der Reste des Ilhanüts und Khmi’as im 14. Jahrhundert verschont, auch die schweren Erschütterungen im Nachbarreich, ausgelöst durch den Verlust der Provinz Anadolü 1398, trafen Shi-Am nicht. Die Niederlagen Khmi’as sollten mittelfristig aber dennoch Konsequenzen für das Nachbarland haben:
Im Osten Khmi’as war im Verlauf des späten 12. und frühen 13. Jahrhunderts eine neue Macht entstanden, die man wie schon die Anadolü zuvor, gründlich unterschätzte, die Vao von Viên-Viên. In den lange Zeit kulturell sehr rückständigen, aber äußerst fruchtbaren und menschenreichen Gebieten der Vao war wie aus dem Nichts um 1200 ein Staat entstanden (siehe dazu das Kapitel zu den Vao-Völkern von Prof. Dr. Nguyeng Thek), der sich im 15. Jahrhunderte anschickte, eine neue starke Mittelmacht zu werden. Erste Grenzkonflikte flammten schon um 1390-1395 auf, da Viên-Viên offensichtlich einen Zugang zum Meer anstrebte. Allerdings hatte man im Osten wohl die Stärke Khmi’as trotz der verlustreichen Kämpfe in Anadolü unterschätzt. Zum ersten Mal waren 1394 auch Shi-Am-Truppen an den Abwehrkämpfen gegen die Vao involviert, die eine Elitetruppe von Armbrustschützen und mehrere Kriegselefanten stellten. Die Angriffe gegen das Delta des Drachflusses (Tonle Neak) hörten 1395 plötzlich auf – möglicherweise dienten diese nur der Ablenkung von der wahren Stärke des Vao-Reiches und/oder der Auskundschaftung der Vorgehensweise der Gegner. Forschungen in den geheimen Staatarchiven in Meụ̄xngh̄lwng haben in den letzten Jahren aufsehenerregendes Material entdeckt: Schon vor dem Große Vao-Krieg (1419-1440) gab es geheime Verhandlungen des zwischen einer Nebenline der Dynastie von Phrasat-Thong, die in Meụ̄xngh̄lwng (damals noch Meụ̄xng thewdā) residierte, dem Sinu-Kaiserreich und Viên-Viên, die die anschließende „Besetzung“ der Südküste Shi-Ams im Krieg der Khmi’a gegen Viên-Viên in einem anderen Licht erscheinen lassen. Offensichtlich war bereits vor dem Krieg die spätere Selbstständigkeit Shi-Ams garantiert worden und die Besetzung des Landes sollte es den Vao ermöglichen, Khmi’a von zwei Seiten in die Zange zu nehmen. 
1421 jedenfall gerieten fast alle Städte an der Südküste unter die Kontrolle des Kaisers von Viên-Viên, auch Sadao mit dem Sitz des Vizekönigs, der aber nach Pakse ausweichen konnte. Massive Angriffe gegen Khmi’a wurden nun tatsächlich in Zangebewegungen von Nordosten und Westen geführt. Offenbar strebten die Vao dabei niemals die Beherrschung des gesamten Khmi’a-Staates an und erfüllten auch nicht alle Punkte des Geheimvertrages mit Shi-Am, da sie den Vizekönig in Pakse nicht weiter bedrängten. Hauptziel der Vao war die Eroberung der Provinzen im Delta des Drachenflusses für einen Meereszugang und ihre angestrebte Expansion über das Meer nach Westen. Friedensangebote unter der Voraussetzung von Gebietsabtretungen lehnten die Khmi’a, 1440 kam es dann aber zu einer entscheidenden Wende: Shi-ie-La entsandte Truppen an die mit ihm verbündeten Vao, zwang diese aber zum gleichen Zeitpunkt den alten Freund und Verbündeten Shi-Am zu räumen. Die dort stationierten Truppen wurden ebenfalls an die Front geführt und die Heere Khmi’as völlig vernichtet. Nach einer Belagerung der Hauptstadt gab Khmi’a engültig nach und trat die strittigen Provinzen an die Vao ab und musste den neuen Herrn von Meụ̄xng thewdā als König Rama I. von Shi-Am anerkennen, konnten aber immerhin durchsetzen, dass die Provinzen Si Racha, Lop Buri und Chantaburi in der Hand des Vizekönigs verblieben. Rama I. ist der erste Herrscher, der sich als König von Shi-Am bezeichnet und nicht nach seiner Hauptresisdenz König von Meụ̄xng thewdā. Diese wird umbenannt in Meụ̄xngh̄lwng und als Residenz prächtig ausgebaut, zugleich werden aber auch die Befestigungsanlagen neu verstärkt, da ein späterer Krieg gegen den Vizekönig im Osten zumindest denkbar erschien. Shi-Am erlebte in den folgenden etwa 250 Jahren einen bisher nie gekannten Aufschwung. Der Handel sowohl mit dem Osten als auch dem Westen blühte, auch durch das große Warenbedürfnis des großen Vao-Reiches, dass die Insel Kimbarati erobert hatte. Im 16. Jahrhundert zogen zudem zahlreiche Händler aus Shi-ie-La nach Shi-Am, die die Grundlage für die heute recht große und einflussreiche Sinu-Gemeinde vor allem in den Küstenstädten bildete. Unter Rama III. (1492-1548) wurde eine neue Schrift eingeführt, die das pheasea-System ablöste und Neues Schreiben (Cdh̄māy h̄ım̀ จดหมายใหม่) genannt wurde. In der „alten Schrift“ (skrib chasa ស្គ្រីបចាស់) werden seit dieser Zeit nur noch ganz selten vor allem religiöse Texte tradiert. Unter dem Einfluss Shi-ie-Las veränderte sich in dieser Zeit auch die Architektur zu einem deutlicher von Khmi’a zu unterscheidenden eigenständigen Stil mit weiter ausladenden Dächern und einem extrem üppigen Fassadendekor. 
Die Beziehungen zu Khmi’a waren durchaus angespannt, dennoch betrieb man schwunghaften Handel miteinander. Zu kriegerischen Auseinandersetzungen kam es in der gesamten Epoche nicht, auch wenn es nicht an gegenseitigen Drohgebärden kam. Shi-Am investierte zu dieser Zeit auch in eine Flotte, die in Friedenszeiten Teile des Handels übernahm, in Kriegszeiten aber einsatzbereit war und baute auch seine Elefantenkompanien aus. Als die Spannungen gerade in eine tatsächliche Eskalation zu münden drohten, weil die Dynastie der Viezkönig ausstarb und Shi-Am daher seine Zeit für einen Angriff gekommen sah, kam es in der Khmi’a-Hauptstadt zu einer Katastrophe: Bei der Hochzeit des Kronprinzen kam es  bei der Entzündung eines Feuerwerks zu einer großen Explosion, bei der die gesamte königliche Familie ums Leben kam und große Teile des Palastes von Ang Chand in Flammen aufgingen. Bei den anschließenden Feuern kamen mehere tausend Menschen ums Leben. Bis 1691 tobte daraufhin ein schwerer und blutiger Bürgerkrieg um die Nachfolge. 1690 entschied sich Rama IX. zu Gunsten des schwächsten Kandidaten Rithisak in die Kämpfe einzugreifen. Von diesem erhielt er die Zusage bei einem Erfolg, das Vizekönigreich Si Racha an Shi-Am abzutreten. 1691 triumphierten Shi-Am und Rithisak und dieser wurde in Peam Ro zum König erhoben. Der 18. Krkḍākhm des Jahres Rama IX 16 ist seither der offizielle Staatsfeiertag. Mit großzügigen Krediten Ramas IX. konnte Rithisak I. nicht nur Söldner aus Viên-Viên und Shi-ie-La anwerben, sondern auch mit der Ausgestaltung der alten Königsstadt Rodthathani zur neuen Hauptstadt beginnen. 
Seit diesem Zeitpunkt ist Shi-Am nur noch einmal indirekt in einen Krieg verwickelt gewesen: Beim Zerbreche des Vao-Kaiserreichs 1800 ergriff man Partei für den in Herrscher in Thành phố rồng und sandte vor allem Waffen und Lebensmittel und auch eine kleine Elitetruppe, hielt sich aber sonst eher zurück. 
Shi-Am ist bis heute der wohlhabendste und wirtschaftlich erfolgreichste der Khishim-Staaten und sein politisches System äußerst stabil[1]
 
Geographie
Im Westen grenzt das Staatsgebiet an Patalipūtra, im Norden und Osten an Luas, im Osten an Khmi’a und Viên-Viên und im Süden an den weiten Ozean. 
Das Land ist generell sehr flach und fällt nach Süden hin nochmals sanft in Richtung mehr ab. Die Küste ist daher ebenfalls flach und eignet sich gut für die Anlage von Häfen. 
Die Landschaft ist geprägt von einem Wechsel von fruchtbaren Ebenen und bewaldten Zonen, nur im äußersten Nordwesten, in der Provinz Kalasin gibt es eine größere steppenartige Zone von eher trockenem Grasland. 
Die beiden wichtigsten Flüsse sind der westliche Perlfluss (Mæ̀ n̂ả pheir̒) und der östliche Drachenfluss (mrkt H̄ịl), die sich in einem großen gemeinsamen Delta ins Meer ergießen[2]
 
Völker und Sprachen in Shi-Am
In Shi-Am gibt es vier größere ethnische Minderheiten: Sinu, die vor allem an der Südküste leben, Vao, ebenfalls in den Küstengebieten, dazu kommen Pasason vor allem im Nord und äußersten Osten und Brachachon. Bei diesen ist zu beachten, dass die ethnischen Brachachon etwa 10 % der Bevölkerung ausmachen, aber nur ein Bruchteil von diesen sich selbst dieser Ethnie zurechnet. Besondere Gruppen stellen die Vao-Khn und die Sinu-Khn dar, Familien, meist Angehörige der städtischen Oberschicht, die aus Mischehen zwischenVao/Sinu und Khn entstanden sind und in der Regel endogam innerhalb ihrer Gruppe heiraten. Gerade zu Beginn des verstärkten Zuzugs dieser beiden ethnischen Gruppen nach Shi-Am bildeten die meist bilingualen und in beiden Kulturen gleichermaßen verankerten Familien wichtige Brücken zwischen den Völkern.  
Die Verteilung in Shi-Am ist die folgende
Volk                     Angehörige          Prozent an der Gesamtbevölkerung
Khn                      32,4 Mio.              59,79 %
Sinu                     9,6 Mio.                17,7 %
Vao                      8,6 Mio.                15,4 %
Sinu-Khn               1,2 Mio.                2,21 %
Vao-Khn               1,1 Mio.                2 %
Pasason                780.000                1,5 %
Brachachon           600.000                1,4 %[3]
Die Sprachen dieser ethnischen Minderheiten haben keinen offiziellen Status in Shi-Am, allerdings sind Sinu und Vao unter den Angehörigen dieser Völker noch sehr lebendige Alltagssprachen. In Stadtvierteln mit einer mehrheitlich aus diesen Staaten stammenden Bevölkerung findet man durchaus auch Ladenschilder und andere Informationen in den entsprechenden Landessprachen und Schriften. Gerade in Phetchabun und Sadao sind die Sinu-Sprachen auch im Alltag sehr prägnant, während Vao besonders stark in Mukdahan mit einer Gemeinde von allein 23.000 Vao verbreitet ist. Die Vao kamen zwar vor allem als Händler ins Land, wurden aber hier vor allem von den Sinu verdrängt, die fast zu 80 % als Kaufleute oder im Bankgewerbe arbeiten. Die Vao sind heute vor allem als Hilfsarbeiter tätig und meist sozial eher schlecht gestellt, während die Sinu zu den reichsten Einwohnern des Landes zählen. Noch bedeutender sind allerdings die Sinu-Khn-Familien, denen sechs der zehn größten Unternehmen des Staates gehören. In ihren Händen liegt vor allem der Handel mit den heute unabhängigen Sinu-Inselstaaten wie Shi-Long, während die Sinu-Kaufleute vor allem mit Shi-ie-La Handel treiben. Die Vao-Khn-Familien konnten einen Großteil des Handels mit den Vao-Inselstaaten in ihre Hand bekommen und gehören deswegen auch zur Oberschicht des Landes. Beide Gruppen sind auch überproportional stark in der Staatsverwaltung vertreten. Es gibt dennoch fast keine ethnischen Spannungen: Shi-Am vertritt den Grundsatz der „kulturellen Staatsangehörigekeit“ (S̄ạỵchāti wạtʹhnṭhrrm), was bedeutet, dass die ethnische Zugehörigkeit zu einer Gruppe keine besondere Bedeutung hat, sondern jeder Bürger Shi-Ams durch vier Grundsätze geprägt ist:
Verehrung des göttlichen Königs              


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