Es ist: 20-10-2019, 18:43
Es ist: 20-10-2019, 18:43 Hallo, Gast! (Registrieren)


Der neue Weltalmanach - der Ostkontinent, die Khishim-Staaten III
Beitrag #1 |

Der neue Weltalmanach - der Ostkontinent, die Khishim-Staaten III
Zugehörigkeit zu einer Gruppe keine besondere Bedeutung hat, sondern jeder Bürger Shi-Ams durch vier Grundsätze geprägt ist:
Verehrung des göttlichen Königs                      Kār nmạs̄kār ks̄ʹạtriy̒ k̄hxng phracêā
Friedliches Miteinander                                    S̄ngb s̄uk̄h d̂wy kạn
Ehrung der Traditionen                                     Kheārph prapheṇī
Treue zum Vaterland                                        Khwām cngrạkp̣hạkdī t̀x pitup̣hūmi
Streben nach Wohlstand                                   S̄æwngh̄ā khwām mạ̀ngkhạ̀ng
Die Gesellschaft ist einem extrem hohen Maße durchlässig und durch das Bildungssyem (sieh unten) sind auch Kinder aus sozial benachteiligten Familien in der Lage in der Gesellschaft aufzusteigen[4]

Administrative Gliederung

Shi-Am ist ein straff zentralisiert organisierter Staat, ein Resultat des instabilen Galaxien-System der früheren Phase der Khishim-Staaten. Zur besseren Verwaltung ist der Staat in acht Provinzen (Cạngh̄wạd) eingeteilt. Diese sind:
Provinz                                                           Hauptstadt                  
Pratheṣ̄ chāyf̄ạ̀ng tawạntk                                 Chumphon
hī̀ rāb s̄ūng wes̄t̒ sĕnthrạl                                  Chum Phae
Thī̀din rah̄ẁāng mæ̀n̂ả                                      Chon Buri
P̣hākh h̄enụ̄x nı p̀ā                                            Warin Chamrap
P̣hākh tı̂ nı p̀ā                                                   Suphan Buri
Pratheṣ̄ tawạnxxk c̄heīyng h̄enụ̄x                      Lop Buri
Pratheṣ̄ tawạnxxk c̄heīyng tı̂                             Chanthaburi
F̄ạ̀ng tawạnxxk                                                Phetchabun
Hinzu kommt die K̄het brih̄ār phiṣ̄es̄ʹ k̄hxng meụ̄xngh̄lwng k̄hxng phrabāth s̄mdĕc phracêāxyū̀h̄ạw, die Sonderverwaltungszone der regierungsunmittelbaren Stadt des Königs Meụ̄xngh̄lwng. Die Provinzen unterstehen den direkt vom König ernannten Xuprāch, dem Vizekönig. Die alten Königsstädte Lop Buri und Chon Buri werden stets durch Mitglieder des Königshauses, traditionell den erst- und zweitgeborenen Sohn oder die Tochter verwaltet. Lop Buri ist bis heute die traditionelle Krönungsstadt der Könige von Shi-Am, in Chon Buri finden alle königlichen Hochzeiten und Beerdigungen statt, hier liegt demnach auch die bedeutende köngliche Nekrople mit den großen Verehrungstempeln für die verstorbenen Gottkönige. Die Vizekönige ernennen in ihren Provinzen nach Absprache die Gouverneure (P̄hū̂ ẁā rāchkār cạngh̄wạd) der Städte, die wiederum für die Dörfer in ihren Distrikten (Tảbl) die Vorsteher (H̄ạw), die die Dorfältesten (P̄hū̂ tʹhèā p̄hū̂ kæ̀ nı h̄mū̀b̂ān) bestätigen müssen. Die Provinzen haben keine autonomen Funktionen, sondern sind nur der Sitz regionaler Büros der Zentralverwaltung. Einzig die Polizei untersteht direkt dem Vizekönig. 
Allein in den Dörfern gibt es ein Minimum an Selbstverwaltung, da die Dorfgemeinschaften einen Dorfältesten aus ihrer Mitte wählen, der dann, wie oben beschrieben, bestätigt werden muss. Anders als im ganz ähnlich verwalteten Khmi’a gibt es allerdings in den Städten keine Ältesten für die einzelnen Stadtbezirke[1]
Regierungssystem
Shi-Am ist eine theokratisch-absolute Monarchie. Staatsoberhaupt, Regierungschef, einziges Legislativorgan, Oberster Heerführer, Hohepriester der Staatskulte und oberste Rechtsinstanz ist der göttliche König bzw. die göttliche Königin. Shi-Am kennt keine Bevorzugung männlicher Erben, das älteste Kind des Herrschers mit der Hauptfrau folgt diesem stets auf den Thron. Auch die Königinnen haben übrigens einen Harîm mit mehreren Ehemännern. In der Praxis ist der Umgang mit den Mitgliedern der königlichen Familie durch zahlreiche religiöse Tabus erschwert, so dürfen diese nicht berührt werden, wenn dies nicht ausrücklich für die Ausübung ihrer Tätigkeit von Nöten ist, also bei Zofen, Kammerdienern, den königlichen Ärzten, Friseuren, Schminkmeistern usw. Diese haben eine sehr hohe Stellung bei Hofe und zählen zu den höchstangesehenen Personen im ganzen Königreich. König und Königin dürfen nicht direkt angesehen werden und man darf sich ihnen je nach Rang nur auf Knien oder dem Bauch kriechend nähern. Auch hier gibt es einige Ausnahmen, alles in allem ist das Leben bei Hofe aber von einem extrem strengen Protokoll geprägt. Die alltäglichen Regierungsgeschäfte sind daher im Normalfall durch den Herrscher kaum selbst zu erledigen – würde er ein Ministerium besuchen käme alle Arbeit zum Stillstand, da alle Anwesend auf dem Bauch liegend verharren würden, so lange der König anwesend wäre. Daher delegiert der Herrscher die alltäglichen Aufgaben an einen Premierminister (Nā yk‡), der aber (zumindest in der Theorie) keinerlei eigene Machtbefugnisse hat. Er gilt, wie alle persönlichen Diener des Königs nur als ein Gefäß für den königlichen Willen (Reụ̄x s̄ảh̄rạb phra rāch ca). Macht und Einfluss des Premierministers und der von ihm im Auftrag des Königs ernannten Minister hängen maßgeblich von der Persönlichkeit des Herrschers und dessen Interessen und Fähigkeiten ab. Das Königshaus genießt in der Bevölkerung derart große Verehrung, dass Probleme in der Gesellschaft niemals dem gottgleichen König, sondern stets seinen Beamten angelastet werden. Diese religiöse Verehrung der gesamten Dynastie ist das Herzstück des Staatkultes, aber mehr als das, es ist tatsächlich gelebte Verehrung – man findet kaum ein Haus, in dem nicht ein Bildnis des lebenden Herrschers, geschmückt mit Blumen, zu finden wäre und überall gibt es von Privatleuten gestiftete kleine Schreine zu Ehren der besonders beliebten Mitglieder der Königsfamilie oder verstorbenen Herrschern[1]
Militär
Das Militär von Shi-Am umfasst die Landstreitkräfte, die Kxngthạph bk mit 250.000 Soldaten, die königliche Marine (Kxngthạph reụ̄x) mit 86.000 Soldaten sowie die Königliche Garde (Yām) mit 8.600 Spezialeinheitskräften, hinzu kommen 255.000 Soldaten der Reserve. Oberkommandierender ist der König, der diese Funktionen aber an einen P̄hū̂ bạỵchākār thh̄ār s̄ūngs̄ud h̄æ̀ng kxngthạph, Obersten Kommandeur der Truppe, delegiert. Im letzten Jahr lag das Militärbudget bei ca. 1,1 % des BIP. Männer und Frauen ab dem 18. Lebensjahr dürfen sich freiwillig melden[2]
 
Bildundungssystem
In Shi-Am herrscht eine Schulpflicht vom 6. sis zum 17. Lebensjahr, also elf Jahre umfasst. Alle Schüler besuchen zuerst gemeinsam die „Kleine Grundschule“ (Rongreīyn prat̄hm ṣ̄ụks̄ʹā k̄hnād lĕk), die zwei Schuljahre umfasst. Danach erfolgt der Wechsel an die Rongreīyn prat̄hm ṣ̄ụks̄ʹā k̄hnād h̄ıỵ̀, die „Große Grundschule, die ebenfalls zwei Schuljahre umfasst. Danach setzen die Schüler ihre Ausbildung an einer Mittelschule (Mạṭhym) fort, die 5 Jahre umfasst. Auf dieser erlenen die Schüler dann auch eine Fremdsprache, in den meisten Fällen Pheasea oder Sinu. Am Ende der Mittelschule steht ein Abschlusstest, der Kār thds̄xb pheụ̄̀x kār ṣ̄ụks̄ʹā h̄æ̀ng chāti, der Nationale Bildungstest. Je nach erreichten Punkten besuchen die Schüler dann entwder eine berufsbildene Oberschule (Rongreīyn mạṭhymṣ̄ụks̄ʹā txn plāy), die die Schüler auf eine Ausbildung oder ein weiterführendes so genanntes „Praktisches Studium“ (Kār ṣ̄ụks̄ʹā p̣hākhpt̩ibạti) vorbereitet, oder auf eine akademische Oberschule (Rongreīyn mạṭhymṣ̄ụks̄ʹā), die die Schüler auf ein universitäres Studium vorbreitete. Alle Schulen werden vom Staat betrieben, Privatschulen sind verboten. Das Schulsystem ist grundsätzlich kostenlos. 
Nach dem Abschluss einer berufsbildenen Oberschule ist es den Schülern möglich eine zweijährige Beurfsausbildung zu absolvieren. Die so genannten Praktischen Studien, vorgesehen für verschiedene komplexere technische Berufe, das Gesundheitswesen, die höhere Beamtenlaufbahn, die Offizierslaufbahn bei der Polizei und dem Militär oder die Lehrerausbildung, werden an jeweils fachspezifischen „Praktischen Studienzentren“ (Ṣ̄ūny̒ kār ṣ̄ụks̄ʹā p̣hākhpt̩ibạti), vergleich einer Akademie oder Fachhochschule, gelehrt. Die einzlenen Studienzentren behalten sich spezielle Eignungstests vor, so die militärischen oder polizeilichen Schulen, die einen besonderen Test der körperlichen Belastbarkeit fordern. Die Ausbildungen werden, ebenso wie die praktischen Studien, vergütet. 
Die Universitäten, von denen es 27 im ganzen Land gibt, sind ebenfalls kostenlos und bilden nach akademischen Maßstäben aus. Zur Organisation der Universitäten hatte man sich im ausgehenden 18. Jahrhundert Experten aus Tzra zu Hilfe geholt[3]
 
Wirtschaft
Die Wirtschaft Shi-Ams unterscheidet sich deutlich von der merkantilistischen Politik Khmi’as und der primitiven Tempelwirtschaft Luas‘, da sie marktwirtschaftlich-liberal ausgerichtet ist. In den letzten 100 Jahren hat sich das Land dank seiner Strategie einer exportorientierten Industralisierung in hoher Geschwindkeit von einem hauptsächlich agraischen Staat zu einer wirtschaftlich bedeutenden Mittel- und Regionalmacht entwickelt. Zusammen mit den Vao-Staaten bezeichnet man diese auch als „Drachenstaaten“. Unter der Regierung Ramas XIII. wurde eine so genannte Zwei-Wege-Strategie (Klyuthṭh̒ thī̀ s̄xng thāng) eingeführt, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Königreichs ebenso zu steigern wie auch die Binnennachfrage und die heimische Wirtschaft zu stärken. Die Förderung der Bildung spielte dabei eine ebenso große Rolle wie auch der massive Ausbau der Infrastruktur, teilweise finanziert durch enorme Kredite aus Shi-ie-La. Seit etwa 20 Jahren wächst die neue Sparte des Tourismus masiv an und machte im letzten Jahr bereits 8 % des BIP aus. 
Die Arbeitslosigkeit liegt derzeit auf einem Rekordtief von nur 0,5 %. 
Bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts dominierte in Shi-Am die Landwirtschaft wobei die Bauern meist vor allem für den Eigenbedarf produzierten und Überschüsse auf lokalen Märkten verkauften. Neben dem Reisanbau wurden Zuckerrohr, Gewürze, Kokosnüsse, Betelnüsse, Seide und Baumwolle produziert, teilweise auch auf den großen königlichen Gütern, der Handel fand vor allem mit den direkten Nachbarn und Shi-ie-La statt. Seit etwa 1760 wurden immer mehr große landwirtschaftliche Betriebe durch den Staat gegründet und Anreize für die Zusammenlegung kleiner Bauernhöfe zu größeren Produktionsgemeinschaften geschaffen, so z.B. eine 20jährige Reduktion der zu zahlenden Steuern. Nun wurden landwirtschaftliche Produkte zum ersten Mal direkt und gezielt für die Ausfuhr produziert. Sinu-Fachleute für die Papier- und Seidenherstellung wurden in großer Zahl angeworben, während man für eine Professionalisierung der Zuckerplantagen und Baumwollproduktion ebensolche Fachleute aus den Vao-Staaten anwarb.  Der Staat selbst zog sich dabei schrittweise aus der Wirtschaft zurück, sobald eine Branche die gewünschten Effekte zeigte. 
Die Land- und Forstwirtschaft sowie die Fischerei trugen 1852 etwa 13 % zum BIP bei, beschäftige aber etwa 30 % der Arbeitskräfte (im Vergleich 1741 machte sie noch 60 % des BIP aus und beschäftige 82% der Arbeitskräfte). Durch die Umwandlung der kleinteiligen Landwirtschaft in eine industriuelle Form der Bodenbearbeitung stieg die landwirtschaftlich genutzte Fläche von 19,7 Millionen Hektar 1720 auf 34,5 Millionen Hektar am heutigen Tag an. Das wichtigste Produkt ist der Reis, von dem derzeit jährlich 35 Millionen Tonnen geernet werden. Shi-Am gehört damit zu den sechs größten Reisproduzenten und Experteuren der Welt. Daneben werden bis zu 4,7 Millionen Tonnen Naturkautschuk gewonnen und 3,3 Millionen Tonnen Ananas angebaut, jeweils die größte Menge weltweit.
 
Bei Maniok (34 Millionen Tonnen) liegt Shi-Am weltweit auf Platz zwei. Andere wichtige Produkte sind Zuckerrohe (78 Millionen Tonnen) und Sojabohnen (65 Millionen Tonnen). 
Die Wälder werden derzeit etwas weniger intensiv genutzt, damit sich die Bestände erholen können. Teak-Holz wird dennoch in großen Mengen exportiert – und in Baumschulen gepflanzt. 
Shi-Am gehört daneben zu den größten Exporteuren von Garnelen und Seebarsch. Beide werden in großen Farmen gezüchtet. 1852 führte Shi-Am 3,2 Millionen Tonnen Fisch und Krustentiere aus. 
Die Industrie trägt etwa 45 % des BIP bei. Die wichtigsten Sektoren sind dabei die Textilbranche, die Verarbeitung landwirtschaftlichder Produkte, die Möbelindustrie und die chemische Industrie zur Herstellung von Farben.
Der derzeit am schnellsten wachsende Wirtschaftszweig ist der Tourismus und man erhofft sich einen weiteren Zuwachs durch die Entwicklung der Dampfmaschine und die revolutionären Antriebstechniken für Schiffe, die derzeit in Aerath entwickelt werden. Im Jahr 1852 verzeichnete Shi-Am bereits 12,3 Millionen Touristen, von denen etwa 10 Millionen vom Ostkontinent kamen (der größte Teil aus den Vao-Staaten, aus Khmi’a und Shi-ie-La).
Daneben ist Shi-Am ein bedeutendes lokales Finanzzentrum mit der regional größten Landwirtschaftsbörse[4]

Preahreacheaneachakr Khmi'a

                                                                                                   

                                                                                                   Königreich von Khmi‘a

Preahmhaksaatr ku brieb dauchchea preahatity!

Amtssprache(n): Pheasaea

                                                                                     Hauptstadt: Rodthathani

                                                                                     Regierungsform: theokratische Monarchie

Staatsoberhaupt: König Norodur Sihamui

                                                                                     Regierungschef: Premieminister Sikkanim

Fläche: 1.012.618 km2

                                                                                     Einwohnerzahl: 78,9 Millionen

                                                                                     Bevölkerungsdichte: 78 Ew. /km2

                                                                                     Währung: Brak





Khmi’a ist der flächenmäßig größte der Kishim-Staaten und die Wiege ihrer Zivilisation und Kultur. Obwohl keine verwandtschaftliche Beziehung zwischen den Völkern von Luas, Shi-Am und Khmi’a besteht, konnte letzteres doch eine kulturelle, religiöse, sprachliche und bisweilen sogar politische Dominanz über seine Nachbarn ausüben. Heute hat das Land mit einigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen und steht in seiner Entwicklung zwischen dem abgehängten und rückständigen Luas und dem aufstrebenden Shi-Am. Zwar verfügt das Land, anders als seine Nachbarn, über bedeutendere Bodenschätze, die merkantilistische Staatswirtschaft ist aber zu rückständig und unflexibel um sich gegen die auftstrebenden Nachbarn und das übermächtige Shi-ie-La durchzusetzen. Daher wird ein Großteil der Bodenschätze als Rohprodukt exportiert während die Fertiggüter teuer wieder importiert werden müssen. Schon seit Jahrzehnten weist die Außenhandelsbilanz des Staates ein deutliches Minus auf und die Arbeitslosigkeit und damit auch die sozialen Gegensätze in der Gesellschaft nehmen stetig zu. Hinzu kommt, dass Khmi’a traditionell ein enorm großes Heer unterhält, dass sich fast zu einem Staat im Staat entwickelt hat und auf der einen Seite selbst Teile der Wirtschaft dominiert ohne Steuern zu zahlen, andererseits der Militäretat fast jährlich erhöht wird. Dabei ist die Armee hoffnungslos veraltet und wäre wohl trotz ihrer enormen Größe kaum wirksam einzusetzen. Korruption ist ebenfalls ein zentrales Problem im Land. 

 

Geschichtlicher Überblick

Es ist nicht sicher, ob die Khishim die Urbevölkerung des heutigen Khmi’a gewesen sind, wahrscheinlich stammen sie aus dem Norosten des heutigen Staatsgebietes und verdrängten nach und nach die anderen Volksschaften, die dort lebten, in die Nachbarstaaten. Heute liegt das Siedlungsgebiet der ethnischen Khishim jedenfalls wie ein Keil zwischen den verwandten Völkern von Luas, Shi-Am, den Vao und Mynma. Wir wissen fast nichts über die Zeit vor 238, als die ersten Stadtfürstentümer bereits voll ausgebildet ins Licht der Geschichte treten. Es ist anzunehmen, dass diese Stadtstaaten wohl bereits seit mehreren Generationen existierten. Diese kleinen Staatsgebilde sind bereits nach dem bekannten Galaxie-System aufgebaut, große Städte dominierten also kleinere Siedlungen und Dörfer. 343 gibt es ein Treffen von Stadtfürsten in Svay Rieng. Eine Stele in Khishim-Schrift dokumentiert das Ereignis und ist zugleich der erste lange Text in dieser Schrift überhaupt. Genannt sind dort (ohne Namen) die Fürsten von Tbeng Maencheay, Kratie, Stung Treng und Svay Rieng, die „zusammen das ganze Land besitzen“. In der traditionellen Chronik der Könige von Khmi’a wird die Epoche von 298 bis 345 auch als Zeit der Prinzen (pelvelea robsa chawhvay) bezeichnet. Diese endete mit der Thronbesteigung von Rangsey I. von Svay Rieng, der bis 361 alle übrigen Fürstentüme unter seine Oberhoheit zwingen konnte. 361 krönte er sich selbst zum König (Ste Ch) und gründete die neue Hauptstadt Preichhen (bei der modernen Stadt Lumphat). Das Reich von Preichhen dauerte von 361 bis 689. Zwischen 362 und 393 wurde der gesamte Süden Khmi’as unterworfen, allerdings scheint es dort keine größeren Stadtstaaten gegeben zu haben. Man sollte daher eher von einer inneren Kolonisierung des Gebietes als von einer Expansion sprechen. 

Als wichtigste Stadt des Südens wurde vom König Phrea gegründet, in etwa an der Stelle der heutigen Hauptstadt Rodthathani. Der Süden unterstand dem König direkt, hier konnten sich daher auch echte staatliche Strukturen entwickeln, die im Zentrum und Norden des Landes (vorerst) nicht existierten. In die Zeit um 408 fällt der erste Krieg gegen Stämme aus dem Gebiet des heutigen Mynma, die immer wieder Dörfer in der Grenzregion überfielen und ausplünderten. Die „wilden Barbaren“ (prei thommocheate) konnten zwar zurückgewiesen, aber nich endgültig geschlagen werden. Die Grenzscharmützel dauerten noch Jahrzehnte an, dennoch konnte sich Khmi’a auch dem inneren Aufbau widmen. Ganz typisch bis heute ist die Anlage von Kanälen in den Städten als Transportwege und gleichzeitiger Wasserversorgung. Auch die ersten großen Regenwasserrückhaltebecken sind für die Städte des 5. Jahrhunderts nachweisbar. Wirtschaftliche Beziehungen zu den Nachbarn wurden intensiviert und führten 428 zur Absendung eines ersten Gesandten mit großzügigen Geschenken an den Hof des Sinu-Kaisers. Der Bericht des Prinzen Keat Chhon vom Besuch der Sinu-Hauptstadt und des Lebens bei Hofe sind äußert interessant. Man kann aus ihm auch ablesen, dass die Sinu das Reich von Preichhen zu den Nordbarbaren (Běibù de yěmán rén) zählte, also nicht als diplomatischen Partner anerkannte, sondern die Geschenke als Tribut verbuchte. Erst ein großer militärischer Erfolg veränderte dies: in Mynma hatte sich um 431 ebenfalls eine Königsdynastie etabliert, die Dynastie von Hpa-An. Der erste König Saw Lu konnte bereits einen großen Teil der Stämme Mynmas unter seiner Herrschaft vereinen und daher die Grenzangriffe auf Khmi‘a in einem gesteigerten Rahmen und deutlich besser koodiniert durchführen. Aber erst sein Sohn und Nachfolger, König Kyansittha, begann mit gezielten Eroberungszügen in die Regionen von Takeo und Suong. Letzteres konnte 447 sogar erobert werden. König Gam Yat von Preichhen holte allerdings 450 zu einem gewaltigen Gegenschlag aus, bei dem zum ersten Mal auch Kriegselefanten eingesetz worden sind. Nicht nur wurde die verlorene Provinz zurückerobert, sondern der König zog dem Feind plündernd und brandschatzend auf dessen eigenes Staatsgebiet nach. Den Belagerungswaffen Khmi’as konnten die Städte Mynmas wenig entgegensetzen und bereits im Frühjahr 451 stand die Hauptstadt Hpa-An in Flammen, 24 weitere Ortschaften wurden zerstört oder erobert. Der König und seine Söhne wurden öffentlich hingerichtet, die Königin und andere, entferntere Verwandte des Herrscherclans als Gefangene nach Preichhen geführt, wo sich ihre Spur dann verliert. Die Ausschaltung der Mynma, die auch Sinu-Grenzgebiete überfallen hatten, führte zu einer Aufwertung der Khmi’a in den Augen der Sinu, deren Kaiser ein offizielles Dankes- und Glückwunschschreiben an König Gam Yat entsandte. Diesem folgte 453 dann auch eine Gesandtschaft mit der Anerkennung des Königstitels der Khmi’a durch den Kaiser und damit die offizielle Eröffnung partnerschaftlicher, diplomatischer Beziehungen. Die gesamge Geschichte der beiden Staaten hindurch waren diese Beziehungen aber stets Belastungen ausgesetzt. Im folgenden Jahrhundert residierten die Könige weiterhin in Preichhen, zogen aber im Winter stets von Stadt zu Stadt im Norden des Landes, um dort eine stabilere und direktere Königsherrschaft zu etablieren, was letzlich aber immer am Widerstand der lokalen Fürsten scheiterte. Als ein zumindest kleiner Erfolg kann gelten, dass die Stadt Peam Ro 482 gegründet werden konnte und so eine Königsstadt im Norden etabliert werden konnte. 

Zudem fiel 501 die Stadt Sre Ambel durch Erbschaft an die Königsdynastie. Bereits 482 wurde nicht nur die Stadt Ream Po gegründet, sondern auch der etwas außerhalb gelegene gigantische Tempelkomplex von Ream Wat begonnen. Dieser enorme Tempelkomplex, dessen älteste Teile, die Halle der Anbetung (sala korp baucha) und der Kisok der Krönung (kanleng banhchean arok), noch heute erhalten sind, wurde fast völlig aus Stein errichtet, ein Novum in der Architektur der Khishim-Staaten. Einige technische Details in der Steinbearbeitung lassen den Schluss zu, dass man möglicherweise fremde Baumeister beschäftigte, womöglich aus Bhanthan und Šturi, deren Einfluss freilich im Stil der Tempel keinen Widerhall findet. 

Bis etwa 510 mussten immer wieder kleinere und größere Aufstände in den eroberten Gebieten in Mynma niederwerfen, weswegen vorerst an keine weitere Expansionspolitik zu denken war. Unter König Nippean-bat I. waren die Unruhen in Mynma (vorerst) völlig befriedet und der Herrscher wandte seinen Blick nach Westen. 531 konnten große Teile Shi-Ams besetzt und einem Vizekönig unterstellt werden (siehe Kapitel zu Shi-Am), sein Sohn und Nachfolger Nippean-bat II. (König von 539-578) unterwarf dann auch Luas knapp zehn Jahre nach der Eingliederung Shi-Ams, so dass nun zum ersten Mal alle späteren Khishim-Staaten unter einer Herrschaft geeint waren. Die Zeit nach der Eroberung von Shi-Am bis zum Zerfall des Reiches von Preichhen 689 wird auch als die Große Blüte (Phka da Thom) bezeichnet. Ein Faktor für die Stabilität des Reiches war neben der immensen Wirtschaftskraft 

durch die Tribute der eroberten Länder und der mächtigeb und schlagkräftigen Armee sicher der Umstand, dass die Periode von 148 Jahren von nur vier Königen geprägt worden ist, dem bis 578 herrschenden Nippean-bat II., dessen Sohn Nippean-bat III., der von 578-634 herrschte, gefolgt von dessen Sohn Nippean-bat IV. (634-661) und dem letzten Herrscher der Dynastie, Nippean-bat V. (661-689). Zahlreiche Tempelanlagen entstehen in dieser frühen Blüte des Reiches und die Städte werden ausgebaut und zu Zentren lokaler Kultur und des Handels. Besonders profitierte Khmi’a von den Handelsrouten Shi-ie-Las nach Aerath, die durch das Land führten, bis der schnellere Seeweg entdeckt worden war. 

Für die Zeitgenossen im In- und Ausland war nach Aussage der vorhandenen Quellen (so ein namenloser Sinu-Gesandte in Preichhen) der Zusammenbruch des Reiches ein Schock, auch wenn einige spätere Autoren den nach dem Tod Nippean-bat V. ausbrechenden Bruderkrieg bereits als unvermeidlich bezeichnen, da Nippean-bat V. keinen seiner Söhne zum Nachfolger ernannt habe. Das sind aber spätere Erklärungskonstrukte, die wenig über die tatsächlichen Ereignisse aussagen. Tatsache ist, dass nach dem Tod Nippean-bat V. sein Sohn Nippean-bat VI. mit allem traditionellen Gepränge in Peam Ro zum König erhoben worden ist und seine Bruder Ang Non, Ang Eng und Ang Em ihm die Treueeide leisteten und mit Verwaltungen von Städten betraut worden sind, so der zweitälteste Ang Non mit der prestigeträchtigen Herrschaft über Peam Ro. Wann und warum es zum Zerwürfnis zwischen den Geschwistern kam ist nicht klar, aber noch am Ende des Jahres 689 flammten erste Kämpfe zwischen dem König und den beiden jüngeren Brüdern Ang Eng und Ang Em auf, in denen Ang Non noch als Vermittler auftrat. Anfang 690 scheint der Konflikt aber eskaliert zu sein und verschiedene Fürsten bezogen Position für einen der Brüder. Der offene Bürgerkrieg war eröffnet. Der eigentliche Thronfolgekrieg endete bereits 694 mit dem Tod von Ang Eng und Ang Em, Ang Non war bereits 693 gefallen, der König im gleichen Jahr. Die Kämpfe gingen aber mit unverminderter Härte weiter und wurden nun von den ehemaligen Vasallen der Brüder fortgesetzt, die jetzt jeder selbst um den Thron kämpften. Mehrfach wurden dabei Herrscher in Peam Ro gekrönt. Ein kurzes Beispiel soll aber zeigen, wie wenig der Königstitel in dieser Zeit bedeutete: 708 hatte Fürst Chettha III. von Lumphat Peam Ro erobert. Als der Fürst mit seinem Gefolge im Tempel die Königskrone erhielt, besetzte aber bereits Satha II. von Sisophon die Vororte der alten Krönungsstadt und ließ sich im ehemaligen Sommerpalast ebenfalls zum König krönen. Während nun die beiden Könige in Peam Ro in Strassenschlachten um die Vorherrschaft in der Stadt kämpften, eroberte der Graf Ang Mey, eigentlich Vasall des Fürsten von Sisophon, dessen Hauptstadt und ließ sich dort zum König der Stadt ausrufen. Während also noch immer zwei Herrscher um den Titel eines Königs des ganzen Landes stritten, belebten andere das Stadtkönigtum wieder. Dem Beispiel des Ang Mey folgten dann mehrere andere Stadtfürsten, aber auch Grafen und sogar Vorsteher größerer Dörfer. Die ohnehin fragliche staatliche Einheit war nun auch ideologisch zerfallen, ein Reich von Khmi’a hörte auf zu existieren. Zugleich machten sich Shi-Am und Luas selbstständig. Die Periode von 689 bis 810 wird in der offiziellen Chronik des Königreichs als „Zeit des Streits“ (pelvelea nei chomloh nih) bezeichnet.

An diese chaotischen Zeiten schließt sich das Reich von Peam Ro an, dessen Bewertung innerhalb der Geschichte Khmi’as zwischen Bewunderung und Ablehnung schwankt. Der erste König der neuen Dynastie war Kambujadhitaja, ein Mann unbekannter Herkunft, der sich zum Herrscher über die alte Königsstadt hatte aufschwingen können. 

Es wird sich wohl um einen der zahlreichen warlords handeln, die damals große Teile des Landes kontrollierten ohne aus einer der alten Adelsfamilien zu stammen. Sein Herrschaftsantritt in Peam Ro ist vermutlich für das Jahr 805 anzusetzen, möglicherweise auch bereits etwas früher. 810 konnte er bereits den Titel eines Königs von Khmi’a annehmen. Das Reich von Peam Ro war sehr viel stärker als das von Preichhen nach dem System der Galaxie-Herrschaft ausgerichtet, was in der nationalen Geschichtsschreibung stets als ein Rückschritt verstanden worden ist. Besonders negativ bewertet wird der Nachfolger des Dynastie-Gründers, Dharmasokaraja, der 844 eine Allianz mit dem König von Lop Buri einging, um das aggressive Luas in die Schranken zu weisen, den Verbündeten aber in eine Falle laufen ließ und sich seines Landes bemächtigte. Auch der dritte König der Dynastie, Yasovarman I., gilt als charakterlich schwache Figur mit einem Hang zur Gewalt. Die Schwäche des neuen Staates zeigte sich, als 908 Lop Buri wieder selbstständig wurde und nun seinerseits Khmi’a bedrohte. Yasovarman I. reagierte darauf mit der Preisgabe der alten Königsstadt Peam Ro und verlegte die Hauptstadt in das weiter nördlich gelegen Sre Ambel, das zudem besser gegen Angriffe zu verteidigen war. 910 gelang ihm aber die Rückeroberung von Mynma, wobei dem Herrscher aber eine besondere Grausamkeit beim Umgang mit den unterworfenen Fürsten und der Bevölkerung nachgesagt wird. Ein erneuter Eroberungsversuch Yasovarmans II. in Luas 948 endet zwar in einem Sieg Khmi’as doch können weder die Hauptstadt des Gegners noch dessen Staatsschatz erobert werden. Da dieser zudem frische Truppen aus dem Westteil seines Reiches mobilisierte, begnügte man sich mit der Erhebung von Tributen und der Plünderung von Dörfern, bevor man sich wieder zurückzog. 

1010 stribt Yasovarman III. erst 18jährig bei einem Jagdunfall, einige Quellen sprechen aber auch von einem Mord der Königin an ihrem Mann. Das Ergebnis war, dass mit Yasovarman IV. ein Säugling König wurde. Die Regentin verstrickte sich aber in verschiedene Konflikte mit der Regierung und den Fürsten, die das Land lähmten. Zum Schock aller holte das Reich von Sadao in diesem Moment zu einem lange geplanten Schlag gegen Khmi’a aus: Die Provinzn Svay Rieng, Sean Monourom, Peam Ro und Sre Ambel wurden 1011 im Handstreich erobert. Die Haupstadt wurde dabei vernichtet, die gesamte Königsfamilie beging Selbstmord im brennenden Palast. Für Khmi’a bedeutete aber vor allem die Überführung des Königsthrons und der Kronen und Insignien nach Sadao eine große, nationale Katastrophe. Nur der Süden mit dem Gebiet um die Stadt Rodthathani blieb ganz frei von Shi-Am Besatzungen. Die dortigen Fürsten nahmen zwar den Königstitel an und werden als Dynastie von Rodthathani gezählt, sie waren aber nicht viel mehr als Stadtfürsten eines untergeordneten Kleinstaates, zumal sich auch Mynma 1011 wieder selbstständig machte.

Während nun 80 Jahre lang Shi-Am die dominierende Khishim-Macht war – und in dieser Zeit die bis heute engen Beziehungen zu Shi-ie-La aufnahm – versuchten die Könige von Rodthathani ihren Rumpfstaat straff und zentralisiert neu zu organisieren, was ihnen auch gut gelang, da der Süden altes 

Allerding scheinen die Könige einen dauerhaften Frieden mit Shi-Am und Mynma angestrebt zu haben, was das Militär in eine offene Opposition zum Königshaus brachte. Das Volk, insbesondere der Hauptstadt, scheint den Demagogen des Militärs in ihrem Mythos von der nationalen Schande gefolgt zu sein, jedenfalls brachen 1089 offene Aufstände in den Strassen der Hauptstadt aus und sogar der Königspalast wurde durch einen aufgebrachten Mob belagert. Der König rief General Vibol zur Hilfe um den Aufstand niederschlagen zu lassen, doch dieser wandte sich in einer theatralischen Rede vor den Volksmassen vom Herrscher ab. Das Militär ließ die Königsfamilie verhaften, der König und der Kronprinz fanden später unter ungeklärten Umständen den Tod, der Rest der Familie reiste mittellos nach Shi-Am ab. Vibol wurde zum König ausgerufen, verzichtete aber bewusst auf die Durchführung des vereinfachten Krönungsrituals. Stattdessen wurde eine neue Hauptstadt gegründet, Jhoghavan (ein Vorort des heutigen Pallin), die der Dynastie den Namen geben sollte. Nur zwei Jahre nach seiner Thronbesteigung griff Vibol Mynma an, dass sich gerade erst unter schweren Verlusten gegen Bhanthan hatte behaupten können.1091 war Mynma erneut eine Provinz Khmi’as, diesmal bis 1238. 1094 konnte auch Luas bezwungen und erobert werden, 1096 die von Sadao besetzten Provinzen im Norden, wo Vibol sich nun auf die stärker zentralisierte Herrschaft stützen konnte. Angriffe auf Shi-Am konnten aber abgewehrt werden. Nach dem frühen Tod Vibols I. 1097 kam nicht sein minderjähriger Sohn auf 

den Thron, sondern der amtierende Militärchef Ponthea Yat, der selbst bereits über 60 Jahre alt und kinderlos war. Mit ihm beginnt die Große Goldene Zeit (ayou measa da aschar), die bis 1209 andauerte. 

Nach dem Tod des Generals mit über 80 Jahren im Jahr 1118 bestieg dann der mittlerweile erwachsene Sohn Vibols, Ney Kan I., der Thron. In seiner Regierungszeit wurde die Hauptstadt prächtig ausgebaut, aber die Kroninsignien und der Thron der Könige konnten trotz der guten Beziehungen zu Shi-Am nicht zurückgeführt werden (sie befinden sich noch immer im großen Palast der Hauptstadt in Shi-Am). Dennoch war er der erste Herrscher der neuen Dynastie, der sich wieder in Peam Ro mit allem alten Gepränge zum König krönen ließ.

Die folgenden 91 Jahre waren wohl die längste Friedensperiode bis in die moderne Zeit. Der Staat blühte auf, vor allem wegen der Verwaltungsreformen der Vorgängerdynastie. Ausgedehnte Handelsbeziehungen reichten bis weit nach Osten und Westen und zum ersten Mal erscheint auch ein Gesandter Khmi’as am Hof von Aerath. Die großen Tempelanlagen erhalten in dieser Zeit ihr typisches Aussehen, besonders der große Reichstempel in Peam Ro wurde immer weiter und weiter ausgebaut und so zu einem der größten Heiligtümer der Welt mit zahlreichen Schreinen, Höfen, Türmen, Toren, Gärten, Hallen und Nebentempeln. Übertreffen wird diese Tempelstadt nur noch von den großen Reichstempeln in Aerath, dort vor allem durch den Tempel des Riaš in der Hauptstadt.

Der Zusammenbruch des Reiches von Jhoghavan wurde dieses Mal weder durch einen der anderen Khishim-Staaten noch durch inneren Zwist ausgelöst, sondern durch eine folgenschwere Fehleinschätzung der Kraft des aufstrebenden Ilkhanüts im Norden, dass sich zudem durch Bündnisse mit Shi-ie-La im Osten abgesichert hatte. 1209 überranten die Anadolü Luas und besetzten es binnen eines Jahres vollständig. Zugleich unterstützten sie oppositionelle Gruppen in Mynma mit Geld und Waren und stachelten die bisher vor allem im Untergrund agierenden Gruppen zu Gewalttaten auf. Seit 1224 befand sich Mynma daraufhin in offener Rebellion. Die Khmi’a waren vorsichtig: Man wollte nicht mit der geballten militärischen Macht gegen die Aufständischen im Osten ziehen und so den Norden entblößen. Als aber die Mynma 1236 begannen, Siedlungen auf dem Staatsgebiet Khmi’as selbst zu plündern, zog der noch junge König Ney Kan IV. mit fast dem gesamten Heer gegen Mynma, wurde aber in eine Falle gelockt. Der Herrscher selbst und mehr als 10.000 Soldaten fanden den Tod, die Reste des noch immer großen Heeres zerstreuten sich bei der Nachricht vom Tod des Königs im Chaos. In der Hauptstadt übernahmen daraufhin die Königin und der General Sakrigeas die Regentschaft für den gerade zweijährigen Ney Kan VI. und sandten sofort Boten nach Mynma aus, um Frieden zu verhandeln. Nach weiteren Plünderungen und Brandschatzungen, die fast zwei Jahre dauerten, konnten die Mynma bei den Verhandlungen den Druck erhöhen und so 1238 ihre vollständige Unabhängigkeit und enorme Reparationszahlungen von seiten Khmi’as erzwingen. Die Situation in Khmi’a verschlechterte sich zum einen auf Grund der enorm hohen Zahlungen, die vor allem in Naturalien entrichtet werden mussten, zum anderen durch das Ausbrechen einer Ruhr-Epidemie, die fast 120.000 Menschen das Leben kostete, unter anderem auch das der Königin und der jüngeren Schwester des Königs. 1246 wurde Ney Kan VI. großjährig erklärt, faktisch behielt aber der Regent Sakrigeas die Staatsgeschäfte in der Hand. Das Land erholte sich nur schleppend von Krankheit und durch die Tributzahlungen ausgelöste Hungerperioden, als noch im gleichen Jahr ein massiver Angriff der Anadolü begann. Binnen weniger Monate ware der gesamte Norden des Landes in die Hand der Eroberer gefallen, auch die Städte Peam Ro und Lumphat, die nun gleichsam zu Grenzstädten wurden. In den Kämpfen fiel mit Ney Kan VI. der letzte König der von Vibol 1089 gegründeten Jhoghavan-Dynastie. Die Krone scheint ohne größere Widerstände auf den langjährigen Regenten Sakrigeas übergegangen zu sein. Als die Anadolü in den folgenden drei Jahren auch noch die Provinzen Pursat und Suong erobern konnten, wurde die Hauptstadt nach Banlung, ganz im äußersten Süden des Landes verlegt. Die neue Residenz wurde in Angchand umbenannt und nach ihr wurde auch die bis 1689 herrschende Dynastie benannt. Die Anadolü begannen mit einer Besiedlungspolitik des Nordens, allerdings gab es niemals mehr als etwa 20.000 bis 25.000 Anadolü im Land, die aber alle Schlüssepositionen besetzten. Auf Grund der Kämpfe im Westen verzichtete das Ilkhanüt auf eine vollständige Unterwerfung Khmi’as und begnügte sich mit Zahlungen von immensen Tributen. Sakrigeas starb 1257 und der Thron ging an seinen Sohn Barom Reachea I., der in das Königshaus von Shi-Am einheiratete und zudem als erster König Khmi’as einen offiziellen Freundschaftsvertrag sowohl mit Shi-ie-La als auch Mynma einging. Im Geheimen verhandelte der neue König bereits mit den neuen Partnern und Freunden über ein Militärbündnis mit dem Ziel, die nördlichen Provinzen Khmi’as wieder zurück zu erobern und die Freiheit Luas‘ wiederherzustellen. 

 

Bereits 1268 fühlte sich die Koalition stark genug, auch durch die Entsendung von großen Truppenverbänden aus Shi-ie-Las, das sich überrraschend von den Anadolü abgewandt hatte. In einem Gewaltmarsch wurden zuerst die Provinzen Suong, Phursat und Lumphat erobert. Daraufhin brach ein – wohl koordinierter – Aufstand in den übrigen Städten aus. Bei den Strassenkämpfen in Peam Ro brach ein Feuer auf dem zentralen Markt aus, bei dem tausende Menschen zu Tode kamen und auch Teile des großen Tempels beschädigt wurden. Überraschend marschierte das Koalitonsheer dann aber an den großen Städten vorbei und nahm Luas im Handstreich. Schon hier kam es zu ersten Spannungen innerhalb des Bündnisses, da der König von Khmi’a vorerst einen militärischen Statthalter installierte und das Land nicht sofort dem rechtmäßigen König übergab, der nur ein kleines Kontingent von Truppen befehligte. Bei den folgenden Kämpfen um die verbliebenden Provinzen Khmi’as entfesselten die Khmi’a einen regelrechten Genozid unter den Anadolü – von geschätzten 25.000 wurden mindestens 20.000 getötet. Dies führte zum Bruch der Koalition, da sich sowohl Shi-Am als auch Shi-ie-La und Mynma weigerten, an solchen Racheaktionen teilzunehmen. Trotz des formellen Fortbestandes der Koalition zog König Barom Rachea II. 1276 direkt gegen Anadolü. Zwar können die Anadolü das Heer, das bereits die Hauptstadt Izmü belagerte, zurückdrängen, doch fällt der Ümparatör, was einen raschen Zusammebruch des Ilkhanüts nach sich zog. 

Die verlorene Schlacht lastete Barom Rachea II. zu allerst seinen vertragsbrüchigen Partnern an, was die Beziehungen besonders zu Shi-ie-La und Shi-Am nachhaltig schädigte. Trotzdem willigte er 1289 ein, seinen zweitältesten Enkelsohn Hou-eul-na mit Prinzessin Maha von Shi-Am zu vermählen. 

1320 gelang es dann Barom Rachea III. Anadolü zu erobern und den Palast von Izmü bis auf die Grundmauern niederzubrennen. Enorme Schätze aus den privaten Schatzkammern der kaiserlichen Familie gelangten so in den Besitz Barom Racheas, so auch der Taubenthron, der heute als Ersatz für den verlorenen alten Thron im Tempel von Peam Ro steht. Als Phrasat Thong IV. von Shi-Am überraschend 1328 an einem Fieber starb und auch seine schwangere Frau wurde kurz darauf ermordet aufgefunden wurde, starb die Königsdynastie von Shi-Am im Mannesstamm aus. Der Thron fiel so an den Ehemann der einzigen lebenden Tochter Mahat, Prinz Hou-eul-na. Der Prinz verzichtete aber zu Gunsten seines im Vorjahr zum König von Khmi’a gekrönten Bruders Samtac I., der sich daraufhin auch in Shi-Am zum Herrscher krönen ließ und das Land in Personalunion verwaltete. 

Die Dynastie von Ang Chand ist geprägt durch ein ständiges Auf und Ab: Nach den immensen Erfolgen gegen die Anadolü velor Samtac II. 1398 die Provinz wieder und zugleich erschien im Osten ein neuer Gegner: Das Reich von Viên-Viên. Dieser junge und aufstrebende Staat wird von den Vao bewohnt, die sprachlich eng mit den Bewohnern Luas‘ und Shi-Ams verwandt sind, aber schon immer kulturell dem großen Nachbarn aus dem Osten ausgesetzt waren. Der Kaiser Shi-ie-Las hatte als Zeichen der Freundschaft und Wertschätzung die Staatsgründung in Viên-Viên sowie den Kaisertitel des dortigen Herrschers anerkannt. Ausgestattet mit Waffen und Truppen begann das junge Kaiserreich 1419 einen gewaltigen Krieg gegen Khmi’a, der bis 1440 dauerte und mit großen Demütigungen für Khmi’a endete. 1421 eroberten die Vao die gesamten Küstengebiete Shi-Ams inklusive Sadaos, des Sitzes des Vizekönigs, der sich darufhin nach Pakse zurückzog. In Khmi’a sah man wohl nicht, dass die lokalen Herrscher Shi-Ams geheime Verträge mit den Vao geschlossen hatten und ihnen Truppen und Nahrung zur Verfügung stellten. Khmi’a konnte so in einer Zangenbewegung von zwei Seiten angegriffen werden. Schnell wurde klar, dass das Hauptziel der Vao die Eroberung der Provinzen im Delta des Drachenflusses war, um über einen eigenen Zugang zum Meer zu verfügen. Friedensangebote, die man 1438 und 1439 unterbreitet, allerdings unter der Voraussetzung von Gebietsabtretungen an die Vao, lehnten die Khmi’a ab, 1440 kam es dann aber der entscheidenden Wende: Shi-ie-La entsandte Truppen an die mit ihm verbündeten Vao, zwang diese aber zum gleichen Zeitpunkt den alten Freund und Verbündeten Shi-Am zu räumen. Die dort stationierten Truppen wurden ebenfalls an die Front geführt und die Heere Khmi’as völlig vernichtet. Nach einer Belagerung der Hauptstadt gab Khmi’a engültig nach und trat die strittigen Provinzen an die Vao ab und musste den neuen Herrn von Meụ̄xng thewdā als König Rama I. von Shi-Am anerkennen, konnten aber immerhin durchsetzen, dass die Provinzen Si Racha, Lop Buri und Chantaburi in der Hand des Vizekönigs verblieben. Das verkleinerte, aber noch immer große Reich der Khmi’a erlebte nach den schweren Kriegen und den schmachvollen Gebietsverlusten im Süden dennoch eine dritte Blützeit des Friedens und kulturellen und wirtschaftlichen Aufschwungs, der bis 1689 anhalten sollte. Dann aber folgten zwei schwere Schläge in ganz kurzer Zeit: Zuerst starb die Linie der Vizekönig über die noch von Khmi’a verwalteten Shi-Am-Provinzen aus und alles deutete auf einen bevorstehendne Krieg mit dem sehr viel wohlhabenderen und durch enge Bündnisse international verflochtenen Shi-Am hin, dann kam es bei der Hochzeit des Kronprinzen Chan bei der Entzündung eines Feuerwerks zu einem Unfall, bei dem große Teile der Haupstadt Ang Chand in Flammen aufgingen und die gesamte königliche Familie umkam. Bis 1691 tobte daraufhin ein schwerer und blutiger Bürgerkrieg um die Nachfolge. 1690 entschied sich Rama IX. zu Gunsten des schwächsten Kandidaten Rithisak in die Kämpfe einzugreifen. Von diesem erhielt er die Zusage bei einem Erfolg, das Vizekönigreich Si Racha an Shi-Am abzutreten. 1691 triumphierten Shi-Am und Rithisak und dieser wurde in Peam Ro zum König erhoben. Mit großzügigen Krediten Ramas IX. konnte Rithisak I. nicht nur Söldner aus Viên-Viên und Shi-ie-La anwerben, sondern auch mit der Ausgestaltung der alten Königsstadt Rodthathani zur neuen Hauptstadt beginnen. Mit ihm beginnt die Shiamoi-Dynastie, die bis heute das Land beherrscht. 1703 musste Luas in die Unabhängigkeit entlassen werden, 1708-1709 kam es noch einmal zu einem Krieg gegen Viên-Viên, in den beide Seiten aber nur wenig Energie investierten und der durch Vermittlung Shi-ie-Las unter Beibehaltung des Status quo beendet werden konnte. 

Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts schottete sich das Land zunehmend von der Außenwelt ab, eine protektionistische Wirtschaftspolitik sollte zu einem Aufschwung im Land führen. Tatsächlich ist Khmi’a durch diese Politik deutlich ins Hintertreffen geraten. Sowohl wirtschaftlich, als auch gesellschaftlich ist der Staat heute eher rückständig und einzig das Militär ist finanziell einigermaßen gut ausgestattet, allerdings hoffnungslos veraltet bewaffenet. Das man sich dieser Schwäche durchaus bewusst war und ist, zeigt das passive Verhalten Khmi’as beim Zerbrechen des Vao-Kaiserreiches am Beginn des 19. Jahrhunderts[1]

 

Geographie

Khmi’a ist flächenmäßig der größte der Khishim-Staaten. Das Staatsgebiet greift weit nach Norden aus und grenzt dort an die Krkl-See (hier lokal samoutr khangcheung) genannt. Im Nordwesten und Westen grenzt Khmi’a an Anadolü, im Südwesten an Luas, im Nordosten an Šturi und Bhantan, im Südosten an Mynma und im Süden an Viên-Viên und den Weiten Ozean. 

Man kann Khmi’a grob in vier landschaftliche Zonen einteilen:

Im Nordwesten liegt eine große flache und sehr fruchtbare Ebene, die sich im Süden bis in die Provinz Peam Ro ausdehnt und dann vom großen westlichen Waldgebiet, dem Prei, begrenzt wird. 

Der Nordosten wird geprägt durch den großen Phumi Haur, der dem im Zentrum des Landes gelegenen Phnom Chheuchhkeang, dem Dolchgebirge, entspringt. Das Gebiet um den großen Fluss ist sehr fruchtbar, allerdings auch anfällig für Überschwemmungen, weswegen man hier große Deiche und Entwässerungsbecken angelegt hat. Bei Phumi Samraong gabelt sich der Phumi Haur in drei Arme und bildet ein großes, teilweise noch heute sumpfiges Delta. 

Das Prei-Waldgebiet mit tropischen Regenwald ist kaum besiedelt. Das Gebiet östlich des Prei und südlich des Phnom Chheuchhkeang, durch das der tuk robsa ste ch fließt, weist noch einige kleinere zusammenhängende Waldgebiete auf, ist aber dicht besiedelt. 

Der Süden ist geprägt durch die beiden großen Flüsse Ppouh, in die sich der Tuk robsa ste ch aufspaltet, nämlich der Ppouh im Westen und Tuk Laeng Yeang chabrhs im Osten. Den westlichen Abschluss bildet das Phnom Neak-Gebirge als Grenze zu Luas mit zahlreichen Vorkommen von Eisenerz, Silber und Gold[2]

 

Völker und Sprachen in Khmi’a

Anders als in Shi-Am ist der Anteil von Ausländern in Khmi’a sehr gering. Die ehemals signifikanten Anadolü-Gruppen im Land fielen einem regelrechten Genozid zum Opfer, als die eroberten Provinzen zurückgewonnen werden konnten. Luas und Shi-Am-Populationen gab es niemals in größerem Maße in Khmi’a. Nur eine kleine Minderheit von Manche lebt heute direkt an der Grenze zu Bhantan, diese umfasst aber nur einig kleinere Dörfer mit wenigen hundert Einwohnern. Nur in der Hauptstadt leben einige tausend Ausländer, vor allem Händler aus Shi-ie-La, Viên-Viên, aber auch aus Patalipūtra, den Sooraj-Staaten, Aerath, den Gatlán-Staaten und sogar von den Südinseln. Ihre Bewegungsfreiheit in der Hauptstadt ist aber eingeschränkt und ohne Sondergenehmigungen dürfen diese sich nicht im Land fortbewegen oder aufhalten. Die meisten Händler leben daher zusammen mit ihren Familien im großen Gesandtschaftsviertel der Haupstadt oder in der Sonderzone für ausländische Händler. Diese Abschottungspolitik galt nicht immer in der Geschichte von Khmi’a sondern ist das Ergebnis einer streng nationalistischen Politik der letzten 100 Jahre. Die angestrebte Erhaltung der eigenständigen Kultur der Khishim gelang zwar, doch ist dies nicht zwangsläufig als ein positives Resultat der Abschottungsmaßnahmen zu verstehen, wie das Beispiel Shi-Ams eindrücklich zeigt. Vielmehr lassen sich Erstarrungstendenzen in der Politik, Religion und Gesellschaft beobachten, die gepaart mit dem – auch – durch die strengen Regeln für Ausländer bedingten wirtschaftlichen Abstieg des Landes und einer enorm hohen (Jugen-)Arbeitslosigkeit, langsam die Entstehung einer Oppositionsbewegung gegen das autokratische Herrschaftssystem bedingen[3]

 

Administrative Gliederung

Der Staat ist nach einer Verwaltungsreform heute streng zentralistisch organisiert, allerdings gibt es in Khmi’a noch immer viele der alten Fürstenfamilien. Um diese von einer Einflussnahme auf die Politik der jeweiligen Provinzen weitestgehend abzuhalten, wurden die Provinzen so zugeschnitten, dass sie meist das Gebiet verschiedener ehemaliger Fürstentümer umfassen. Zudem wurde in fast allen Fällen vermieden, die ehemalige Zentralstadt eines Fürstentums zur Hauptstadt einer Provinz zu machen. Nur in Sre Ambel und Svay Rieng wurde anders verfahren, allerdings regierten dort lange Nebenlinien der aktuellen Königsdynastie und diese stellen auch heue noch die Fürsten, die zugleich die Gouverneure der Provinzen sind. 

Insgesamt gibt es zehn Provinzen, die jeweils schlicht nach ihrer Hauptstadt benannt sind. Dies sind

Tbeng Meancheay                                Sre Ambel

Ta Khemu                                           Svay Rieng

Kampang Trach                                   Pursat

Phumi Samraong                                  Takeo

Sean Monourom                                   Pailin

 

Diese Provinzen werden von königlichen Gouverneuren (Apihebal) im Namen des Königs verwaltet. Sie sind ausführende Wekzeuge zum Umsetzen der königlichen Befehle und zum Einsammeln der Steuern, wobei sie allerdings durch einen königlichen Steuersekretär (lekheathikear ponthodear) überwacht werden. Die Provinzpolizei untersteht einem königlichen Hauptmann der Wache (mebanhcheakear kng reach av), zudem sind Abteilungen des Heeres in den Provinzen stationiert, die einem General (Toutow) unterstehen, der ebenfalls vom König ernannt wird. Diese Form der Verwaltung setzt sich auf der Stadtebene und in den Dörfern fort. Hier ernennt der Gouverneur nach Rücksprache mit dem König die Bürgermeister (aphibealokrong), wobei dieser Titel auch für die Dorfvorsteher verwendet wird. Die Aufseher für die Finanzen und die Polizei werden im Namen des Königs durch den mebanhcheakear kng reach av bzw. den lekheathikear ponthodear vorgenommen. 

Die Krönungsstadt Peam Ro und die Hauptstadt Rodthathani werden durch den König selbst bzw. den Kronprinzen verwaltet. Diese übernehmen alle Aufgaben der Provinzleitung selbst. Ist der Kronprinz noch zu jung für die Übernahme der Verwaltung von Peam Ro wird diese oft durch einen Bruder des Königs oder auch die Königin übernommen[4]

 

Regierungssystem

Khmi’a ist eine mehr oder weniger absolute Monarchie ohne jede Form der bürgerlichen Regierungsbeteiligung. Der amtierende König ist zumindest in der Theorie die einzige Quelle von Recht und Ordnung, Oberhaupt des Staates, der Exekutive, höchster Richter und Generalissimus des Heeres. Doch ähnlich wie im Nachbarland Shi-Am sind auf Grund der religiösen Aura, die den König als eine Inkarnation Gottes auf Erden umgibt, die meisten der alltäglichen Regierungsgeschäfte an dritte Personen delegiert. Anders als in Shi-Am sind das aber fast ausschließlich Mitglieder der Königsfamilie und des Klans der jeweiligen Königin. 

Die Brüder des Königs amtieren als Minister, oftmals auch seine Schwager oder älteren Söhne, die auch als Gouverneure in die Provinzen entsandt werden können. Die Aufgabe eines Regierungschefs kommt stets dem Schwager oder einem Onkel des Königs zu, die faktische Regierungsgewalt liegt aber in den Händen der Königin, die auch den Regierungsrat (kromobroeksaea) leitet. Auch in der Öffentlichkeit gilt die Königin stets als die Repräsentantin des Herrschers und seines Willens. Im Krieg kämpft der sakrale Herrscher aber stets selbst, da man glaubt, dass das besondere Charisma des Königs der Armee den Sieg verleihen kann. 

Die Richter des Landes werden ebenfalls durch die Königin ernannt, die im Übrigen auch das Staatssiegel in ihrer Obhut hat und zugleich die Finanzministerin des Staates ist. 

Seit Jahren wird aber eine immer stärkere Korruption im Staat beklagt. Der Königsklan besetzt wichtige Ämter entweder mit entferneten Verwandten oder Günstlingen, die meist allein von den Pfründen leben, ihre Aufgaben aber an andere delegieren, die ähnlich verfahren. Die Verwaltung ist schon seit Jahrzehnten durch dieses Vorgehen gelähmt, auch die einst extrem gute Infrastrktur verfällt zusehends. Besonders dramatisch zeigt sich dies an den für das Land wichtigen Kanälen, die sowohl der Bewässerung dienen als auch als Verkehrswege genutzt werden. Mehr und mehr der kleineren Wassewege verschlammen und versanden allerdings und die Bauern können nur wenig dagegen tun. Schlechtere Ernten bei gleichbleibend hohen Steuern verursachen Schuldknechtschaft, Hunger, Elend und Krankheiten vor allem im ländlichen Bereich. Das wiederum hat zu einer (illegalen) Landflucht und einer Zunahme einer mittellosen städtischen Unterschicht geführt[5]

 

Wirtschaft

Die einst blühende Wirtschaft Khmi’as ist durch die merkantilistisch-protektionistische Politik heute kaum wettbewerbsfähig gegenüber den aufstrebenden Staaten wie Shi-Am oder Viên-Viên und hat zudem mit der Übermacht Shi-ie-Las zu kämpfen. Die im Land hergestellten Produkte wie Bleche, Draht, Waffen und hölzerne Bauteile sind verglichen mit den ähnlichen Erzeugnissen aus Shi-Am von minderer Qualität und zudem sehr viel teurer. Nur wenige ausländische Waren gelangen nach Khmi’a, da hohe Schutzzölle erhoben werden. Waren einst die Metall-, Papier- und Textilindustrie die wichtigsten Wirtschaftszweige Khmi’as so ist es heute wieder die Landwirtschaft, allerdings wird fast nur noch für den eigenen Markt produziert und seit Jahren müssen Reis und andere Getreidearten aus den Nachbarländern importiert werden. Die wachsende Zahl (junger) Arbeitsloser in den Städten und auf dem Land stellt den Staat vor eine immer schwieriger zu lösende Aufgabe und soziale Unruhen in einigen Grenzstädten mussten bereits mit Gewalt niedergeschlagen werden[6]

 

Bildungssystem

Ein Teil der wirtschaftlichen Misere ist wohl auch auf den regelrechten Bildungsnotstand in Khmi’a zurückzuführen. Auf dem Land gibt es nur die so genannte salarien minmen chea nikeay, die Gemeinschaftsschule, die sieben Schuljahre umfasst. Eine Schulpflicht besteht nicht, allerdings ist der Besuch kostenlos. Auf Grund der zunehmendne Armut auf dem Land besuchen nur etwa 45 % der Kinder und Jugendlichen zwischen dem 6. und dem 13. Lebensjahr eine Schule. Vielerorts gibt es in den Schulen auf Grund des aktuen Lehrermangels nur eine oder zwei Klassen, in den alle Altersstufen zusammen unterrichtet werden. Etwa 15 % der Jugendlichen, die die Schule verlassen sind Analphabeten. 

In den Städten ist die Situation nicht viel besser. Auch hier gibt es Gemeinschaftsschulen, aber hier besuchen nur etwa 20 % der Kinder der unteren Bevölkerungsschichten eine Schule. In der Mittel- und Oberschicht sind es dagegen nahezu 100 %, allerdings besuchen diese fast alle keine der staatlichen sondern private Schulen, die Gebühren erheben. Diese dauern in der Regel auch neun Jahre und ermöglichen es dann, z.B. eine Akademie für den Staatsdienst, eine Rechtsschule, eine Lehrerakademie usw. zu besuchen. 

Universitäten im klassischen Sinne des Wortes gibt es in Khmi’a nicht, vielmehr bilden die einzelnen Berufszweige ihre Lehrlinge und Studenten in privaten Akademien aus, nur das Rechts- und das Verwaltungsstudium sowie die Offizierslaufbahn werden durch den Staat und die königlichen Akademien übernommen[7]

 

Küche

Die Khmi’a-Küche ähnelt in vielen Punkten derjenigen von Shi-Am, gilt aber gemeinhin als weniger raffiniert, schlichter und bodenständiger. Zudem ist sie ursprünglicher, auch weil fast keine Ausländer (in größerer Zahl) im Land leben. Die meisten Gerichte sind, unter lokalen Bezeichnungen, auch in Shi-Am verbreitet wobei Fisch und Meeresfrüchte insgesamt betrachtet eine noch größere Rolle spielen, da Khmi’a Zugang zu zwei Meeren hat. 

Im Vergleich zu Shi-Am sind die Gerichte grundsätzlich weniger stark gewürzt, Nudeln spielen zudem eine eher untergeordnete Rolle wohingegen flache, in Fett ausgebackene Weizenbrote oftmals als Beilage gereicht werden. 

Eine ausgeprägte Tisch- und Esskultur gibt es eigentlich nicht, sieht man von der Oberschicht einmal ab. Das gemeinsame Essen hat in Khmi’a keinen großen Stellenwert. Meist bereitet man das Frühstück – oft eine Suppe mit Fleisch, Fisch und Gemüse – bereits am Vorabend zu und stellt diese dann in die Küche. Am Morgen wird dann auch ein großer Topf mit der Hauptmahlzeit zubereitet, von der sich ebenfalls jedes Familienmitglied nach Bedarf bedienen kann. Garküchen, die Omeletts, gefüllte Brote, Suppen, Fleischspieße und andere Kleinigkeiten anbieten, gibt es an jeder Ecke und sie sind sehr günstig, daher essen viele Menschen gerade am Mittag an diesen mobilen Restaurants, meist im Stehen oder Gehen. Nur zu den großen Festen finden auch gemeinsame Essen statt, bei denen dann mehrere Gerichte gekocht und zusammen auf den Tisch gestellt werden. Jeder bedient sich dann an den Speisen, die er bevorzugt, Gästen wird stets von allem serviert. Eine klassische Trennung in Vor-, Haupt- und Nachspeise gibt es nicht. Das Essen mit etwas Süßem zu beenden ist unüblich, Süßspeisen werden eher zwischendurch konsumiert, wobei frisches Obst, Fruchtsalate und auch Fruchtsäfte (besonders beliebt ist der Zuckerrohrsaft) eine große Rolle spielen, während es kaum Gebäck gibt. 

Als Würzungen für die Gerichtete verwendet man auch in Khmi’a eine Fischsauce, allerdings enthält diese neben Fisch oftmals auch Meeresfrüchte, besonders getrocknete Garnelen und Krebse. Ingwer, Chili und Koriander werden eher sparsam eingesetzt, ebenso wie Salz. Reisessig und Zucker werden ebenfalls zum würzen eingesetzt, während man fast völlig auf den Shi-Am beliebten Limettensaft verzichtet. Kokonuss-Milch wird kaum zum Kochen eingesetzt, allerdings getrunken und eingedickt als Süßspeise zu einer Art Pudding verarbeitet. Kokosraspeln werden hingegen oftmals in den Gerichten eingesetzt, ebenso wie Nüsse. 

Insekten, insbesondere Ameisen, Heuschrecken und Riesenwasserwanzen, werden besonders in Zentral-Khmi’a als wichtige Proteinquelle geschätzt und massenweise verzehrt. 

Schweine- und Geflügelfleisch spielen in der Ernährung neben dem Fisch eine deutlich größere Rolle als das Rindfleisch. Ebenso wenig spielen Milchprodukte eine größere Rolle, während Eier als Quelle von tierischem Eiweiss ebenfalls sehr viel konsumiert werden[8].


Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste

Deutsche Übersetzung: MyBB.de, Powered by MyBB, © 2002-2019 MyBB Group.

Design © 2007 YOOtheme