Es ist: 10-12-2019, 22:46
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Was können wir von Horrorfilmen lernen?
Beitrag #1 |

Was können wir von Horrorfilmen lernen?
Hallihallo.

Ich bin eine leidenschaftliche Horrorfilmguckerin, von Trash über Klassiker bis Blockbuster ist alles dabei. Der Grund dafür ist ein ganz einfacher: Horror ist eines der Genres, die "Fehler" bzw. Verstöße gegen altgediente Normen nur schwer verzeihen. Der Grad zwischen Spannung und Lächerlichkeit ist schmal. Es gibt so viele Stilmittel, die für Furcht und Schrecken sorgen können, doch auf das Maß und die Kombination kommt es an.

Das ist mir vor kurzem wieder mal aufgefallen, als ich mir die Filme des Conjuring-Universums angeschaut habe (Conjuring 1, 2, Annabelle 1-3, The Nun). Conjuring 2 war mit Abstand der beste Teil der Reihe, The Nun hat dagegen abgestunken, imo.

Wieso?

Conjuring 2 arbeitet mit einer Handvoll Effekten bzw. Gruselmomente, die sich wiederholen und steigern bzw. variieren. Das sorgt für eine gewisse Erwartungshaltung beim Publikum, das beim zweiten Mal sofort "alarmiert" wird, wenn bsp. dasselbe unmenschliche Geräusch ertönt. Eigentlich weiß man, was jetzt kommt und kann sich darauf einstellen, doch dadurch, dass nicht nur jenes unheimliche Geräusch auftritt, sondern eine Steigerung, bleibt die Sequenz spannend.
Genauso wie bestimmte Dialogteile, die für eine emotionale Verbundenheit zwischen den Protas (und damit auch zum Publikum) sorgen, immer wiederholt werden und erinnern, wie viel für die Personen auf dem Spiel steht.

The Nun dagegen arbeitet mit einer unüberschaubaren Anzahl von Effekten, die alle auf die eine oder andere Weise schon mal da gewesen sind, ohne sich zu steigern. Dazu werden bestimmte Elemente in unterschiedlichen Settings verwendet, wo sie einmal "böse" sind und einmal aber "gut". Treten diese Elemente also ein weiteres Mal auf, herrscht anfangs Verwirrung. Der übliche Schrecken (wie wenn zB zum xten Mal der Strom ausfällt) stellt sich nicht ein, weil die Zuschauer*innen nicht wissen, ob sie Angst haben oder erleichtert sein sollen.
Auch Perspektivenbruch trägt in diesem Film dazu bei, dass sich keine Spannung aufbaut, weil wir, als Publikum, aus einer anwachsenden Spannung für eine*n Protagonist*in herausgerissen werden, um bei einer anderen Figur wieder bei Null anzufangen, um um diese zu bangen und uns zu fürchten.
Der Film will einfach zu viel auf einmal.
Außerdem war der Film vorhersehbar. Die große Enthüllung am Ende war für mich selbstverständlich, sodass ich gar nicht damit gerechnet habe, dass das noch als "Twist" verkauft wird.

Wesentliche Punkte, die anhand vom Horrorgenre gut erkennbar sind: Handlungslogik und Charakterlogik.
Ergibt die Lösung für all den Spuk Sinn? Oder wurde nur mal schnell eine 08/15-Antwort an den Haaren herbeigezogen?
Hätten die Leute es auch leichter haben können, wenn sie "klüger" gewesen wären?
Waren entscheidende Handlungen von den Protas authentisch oder merkt man, dass sie nur so gehandelt haben, damit es weiter im Text geht (Stichwort: Gruppe trennt sich [um so Mörder*in leichtes Spiel zu machen]).
Überraschen die Handlungsmomente wirklich?
Erfährt jeder Handlungsstrang ein Ende? Gibt es zu viele oder zu wenige? Woraus sich die Frage ergibt: Ist das Personal ausreichend oder gar zu groß?

Wie steht ihr zum Horrorgenre? Könnt ihr daraus einen Mehrwert fürs Schreiben ziehen?

Eine kleine Sniffu-Dröhnung

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