Es ist: 27-10-2021, 19:57
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Verbrecher wider Willen I.
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Verbrecher wider Willen I.

  1. Diese Geschichte "Verbrecher wider Willen" soll zwei Ansprüchen genügen. Zum einen einen moralischen, zum anderen einen erzähltechnischen/-psychologischen. Zum Moralischen: es soll evoluiert/aufgefächert werden, wie Menschen zu Verbrechern werden, wenn sie tief genug unten sind. Deswegen der Titel.Erzähltechnisch muss die Handlung logisch/psychologisch sein, jede Handlung muss sich verständlich aus der vorhergehenden ergeben, nicht sich konstruiert lesen lassen. Deswegen soll die Erzählhaltung möglichst nichtdeskriptiv sein, sondern die Erzählperspektive gleichsam, wie wenn es sich um ein Drehbuch für einen Film handelt, realisiert werden.
  1. 1. Wenn man sich allzu sicher fühlt...

Weiße Blitze wie Supernova funkelten durch's rot-schwarze Nichts, was er seinem fulminanten Höhepunkt zuschob. Hingebungsvoll ruhte sein Kopf mit geschlossenen Augen auf der Sitzstütze. Auch verschwendete er weiter keinen Funken Gedanken daran, daß er zwischen seinem absoluten Kick das Geräusch des langsamen Öffnen des Capriolet-Verdeck hörte. Die Beifahrerin mußte versehentlich an den Schalter gekommen sein.
Egal, sollte es aufgehen, man konnte mit Gaffern kaum rechnen am Abend. Das war der eine Grund, nicht zu handeln, der andere, es musste ohnehin abgewartet werden, bis das Verdeck richtig offen stand, bevor es wieder zugefahren werden konnte. So rührte er sich nicht, unterbrach nicht die weitere Bearbeitung seines Schniegel, was ihm sowieso sauschwer und schier unmöglich gewesen wäre im verzückten Zuckungen des Höhepunkts.
Weiterzu blitzte es, obwohl er langsam runterkam. Als er die Augen öffnete, schaute er in eine rotblinkende Kamera, welche ein Mann in der Hand hielt, wohingegen ein anderer etwas verdeckt weiter hinten stand.
Nachdem sich die beiden zu Hause zugedröhnt hatten, waren sie hierher des Wegs entlanggeschlendert. Sowie sie an den abseits stehenden Wagen vorbeikamen, etwas darin sich bewegen sahen, war es ganz geil, hier mal ein bisschen voyeuristische Zaungäste zu spielen.
Einer hatte seinen Camcorder gezückt und in das Auto hineingefilmt und gezoomt. Das Verdeck fuhr plötzlich auf – um so besser. "Vielleicht können wir den Film als Porno ins Internet stellen! Kohle haben wir bitternötig!"
Menschlein, wie Gott sie schuf, im Adamskostüm, wie sie so blank, unverhüllt und offen nackt waren, trieben es, als befänden sie sich allein im Paradies.
"Nicht schlecht! Nicht aufhören. Kamera läuft!"
Der Mann stößt die Frau abrupt weg und hebt daraufhin schnell den Schoß, um seinen Reißverschluss zuzubekommen. Die Frau reibt sich mit einem Taschentuch hastig den schleimigen Mund ab.
Der Kameramann lacht dreckig. Er ist blond, hat dünne strähnige Haare, die ihm ungekämmt in Stirn und Gesicht hängen. Der andere ist ein stark bärtiger, schwarzer Typ, dessen borstiger Dreitagebart fast sein ganzes Gesicht verdeckt. Er wirkt weniger amüsiert wie Blondy. Blacky steht mit seinem lauernden, schmalschlitzigen Blick einen Meter hinter diesem, im Grenzbereich zwischen Beleuchtung von Camcorder und Düsternis des Wald.
In Blondys Mundwinkel steckt eine brennende Zigarette.
Vielleicht Drogenabhängige?
Anbei in diesem Bezirkskrankenhaus gab es eine Abteilung für Drogenentzug und Rehabilitation. Hatten die Ausgang? Wenn nicht und sie waren stiften gegangen, konnte es noch sehr unangenehm werden. Die fühlen sich jetzt womöglich in einer Sackgasse. Von einer Behörde, Drogenberatungsstelle, zum Entzug hierher eingewiesen worden, brachen sie diesen ab und weil sie Repressalien erwarten mussten, griffen sie zu ungesetzlichen Mitteln.
Und hier entdeckten sie ein gefundenes Fressen.
Unwillkürlich dachte der Arzt an seine 1000 Euro, die er im Geldbeutel in seiner vorderen Jeanstasche hatte und griff reflexartig danach. Das hätte er nicht tun sollen! Das war unvorsichtig, gedankenlos, leichtsinnig. Geister rief er herbei, die er nicht mehr losbekam.
Blondy und Blacky, wie ein Hund, der sofort reagiert, wenn sein Gegenüber Angst hat, merkten die Unsicherheitsgeste, der eine schnüffelte mit seiner Koksnase, dem anderen zuckten nervös die Lider. Illegale merken Unsicherheiten eines Gegenübers sofort, stecken sie oft genug in Situationen, wo es um die Wurst geht. Jede falsche Bewegung ist ein Todesurteil.
Blacky umkreiste mit einem hin und her pendelndem Messerchen mit Anhänger wie ein Tiger um seine erlegte Beute den Wagen mit offenen Verdeck
"Ei, was haben wir denn da?"
Bezog sich diese Aussage auf dessen martialisches Etwas in der Hand oder noch auf die beiden beim Fellatio ertappten Unschuldslämmer im Mercedes Benz Capriolet? Wohin mit den Händen?
Sowie Blacky die andere, die Fahrerseite erreichte, blieb er stehen. Sein Blick fiel auf die Hosentasche des Mannes.
Diesem fiel die Klappe herunter vor Angst und steif und star wartete er auf die Dinge, die da kommen mochten. Bei diesen Typen mußte mit allem gerechnet werden.
Jetzt rächte sich, daß er das Schwarzgeld vom Restaurant-Hausmieter eingesteckt hatte.

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