Es ist: 27-10-2021, 19:23
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Verbrecher wider Willen III.
Beitrag #1 |

Verbrecher wider Willen III.
Blacky flüsterte Blondie etwas ins Ohr.
Bei dem ist mehr zu holen! Denk nur mal an die Fotos, die wir haben.“
Bondy denkt einige Sekunden angestrengt nach, bevor er bedächtig grinsend nicken kann.
Kapiert!“
Aber klar, diese Fotos sind Gold wert. Und klar, es ist kaum anzunehmen, daß diese geile Schwanzlutscherin seine Ehefrau ist. Wo gibt's das, daß Ehepaare in ihren piekfeinen Autos Sex miteinander haben? Dazu haben sie ihre großflächigen Schlafzimmerbetten.
Beide handeln jetzt schnell.
Blondy fordert den Arzt auf, herauszutreten und als geschehen, dreht er ihn um und biegt ihm die Hände nach hinten. Blacky nimmt sich die Frau vor. Bevor sie gehen, fragt Blacky noch, wo man drücken muss, damit das Verdeck zugeht. Dann wird der Wagen verschlossen. Die Schlüssel behalten die neuen Besitzer.
Daraufhin marschieren sie zu viert los. Es geht quer durch den Wald, einen Weg entlang, der nach unten führt, kurz vor einen kleinen Tunnel, der unter den Bahngleisen hindurchführt.
Jetzt müssen wir uns die Hände geben, sonst könnte einer verlorengehen! Haha!“
Blondys ekliger Lacher fährt durch Mark und Bein.
Und nun wie die Gänse hintereinander aufgestellt! - Schön! - Im Gänsemarsch, los! - Macht Euch jetzt ein bißchen kleiner!“, ist die letzte Verkündigung, bevor sie das schwarze Loch verschluckt. Handereichen, Gänsemarsch und Kleinermachen ist hilfreich, denn dortdrinnen ist es eng, niedrig und stockdunkel.
Passt auf, daß ihr nicht auf der Kacke ausrutscht!“
Ist das ernst gemeint oder ein derber Scherz?
Die Antwort ist schnell gefunden, denn schon befinden sie sich inmitten eines bestialischen Urin- und Fäkaliengestanks, der beißend in der Nase greift. Richtig gefährlich sind aber die schwarzen, kohle- und granitartigen feuchten Gesteinsbrocken, die außerhalb die Bahndämme und hierdrinnen den Boden belegen und da zudem die Wände vor Feuchtigkeit zu tropfen scheinen, kann man leicht ausrutschen und sich ernsthaft verletzen.
Die starke Dämmerung schützt die Entführer danach vor unliebsamen Fragen von Fußgängern, sollten sie welchen begegnen. Nicht anzunehmen, ist doch Freitagabend, die Leute sitzen jetzt am Abendtisch, vor den Abendnachrichten und versuchen sich von der Arbeitswoche zu entspannen. Folglich treffen sie auf niemanden. Hinzu kommt, daß es schnell geht, liegt doch das Zielobjekt, ein Familienhaus aus den 40ern, fast direkt am Bahndamm und außerdem keine 50 Meter entfernt vom kleinem Tunnel. Eine ungepflegte, kaum geschnittene Hecke umgibt einen nicht minder vernachlässigten Garten, so daß das Haus kaum einsehbar vom Gehweg aus von der Außenwelt gut abgeschottet ist. Im Eingang, eine Tür, worauf ein paar Treppen führen, verschwinden die vier im kleinen Familienhaus. Idyllisch anzusehen ist dieses Refugium schon, sieht man zum Beispiel im Garten eine alte, schäpse Hundehütte, einen alten Geräteschuppen, ein verfallenes Treibhäuschen aus Plastik und verwahrloste, ungepflegte Beete. Allerlei nicht entsorgtes Gerümpel, ausrangierte Möbel und undefinierbare Gegenstände stehen oder liegen verstreut herum. Anders gesehen: Eine bleierne Stagnation hat über diesen Privatbesitz sein eisernes Mäntelchen gebreitet und im festen Griff.
Man geht nicht fehl, vom Außen aufs Innere zu schließen. Es ist nicht besonders gemütlich, nachgerade durch das Durcheinander von verschiedensten nicht zusammenpassenden Möbelstücken unwirtlich und unheimlich. Wäre nur nicht das verkrustete ungewaschene Geschirr, und die gebrauchten muffelnden Pizzaschachteln; und die bis über den Rand herausquellenden Tonnen für Papier, Bioabfall und Sondermüll, so aber...

alle Rechte beim Autoren Werner Pentz

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