Es ist: 26-02-2020, 01:47
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Er und sie
Beitrag #1 |

Er und sie
Anmerk. der Autorin:
Diese Geschichte ist als eine Art Lockmittel entstanden, um "ihn" von einem Besuch bei meinen Eltern zu überzeugen. Kurzinfo dazu: Ich wohnte damals in Rostock, er in Hamburg, meine Eltern in der Nähe Berlins. Vieles ist für Außenstehende wahrscheinlich zu ungenau, aber vielleicht kommt das eine oder andere Gefühl trotzdem rüber.
Auf einer anderen Seite steht dieser Text unter "Zwischenmenschliches". Er passt nicht ganz in Emotionen, ich bin aber für Rubrik-Vorschläge offen.

Viel Vergnügen Icon_wink

Er war leicht verspannt von der langen Autofahrt. Eigentlich hatte er nicht fahren wollen, doch sie war sehr überzeugend gewesen. Sie hatten sich eine Weile nicht gesehen und jetzt war er doch froh, dass sie so hartnäckig geblieben war. Er hatte sie vermisst, und jetzt wieder ihre Nähe zu spüren, machte ihn glücklich.

Er ließ sich auf das Bett im Gästezimmer ihrer Eltern fallen und schloß die Augen. Gegenüber hörte er die Dusche rauschen, sie war vor der Fahrt nicht mehr zum Duschen gekommen, da er sie direkt von der Arbeit abgeholt hatte. Er musste lächeln, als er daran dachte, wie sie winkend vor ihm gestanden hatte. Toll hatte sie ausgesehen, in ihrem Anzug und mit dem Lächeln, das ihn immer wieder aufs Neue verzauberte, und am liebsten hätte er ihr die Klamotten sofort vom Leib gerissen. Er schüttelte den Kopf und versuchte, seine Gedanken wieder auf etwas anderes zu richten.

Sie stieg aus der Dusche und schlang ihr Handtuch um ihren nassen Körper. Sie hatte wieder einen anstrengenden Tag hinter sich, zudem die lange Autofahrt, aber sie war glücklich, hier zu sein. Sie wusste, dass die nächsten beiden Tage gut werden würden. Sie könnte ein wenig ausspannen, sich von ihren Eltern verwöhnen lassen, mit ihm und dem Hund lange Waldspaziergänge machen und einfach die Seele baumeln lassen. Sie war froh, dass sie ihn doch hatte überzeugen können, mit zu ihren Eltern zu fahren. Er hatte Recht, es war alles ein wenig schnell, doch sie hatte bei ihm das Gefühl, dass es der richtige Zeitpunkt wäre. Sie konnte es sich selbst nicht erklären, sie spürte es einfach. Bei der Erinnerung an ihr Herzklopfen, als er sie von der Arbeit abgeholt hatte, lächelte sie. Sie war fast so nervös gewesen wie bei ihrem ersten Treffen, doch es hatte sich gut angefühlt. Überhaupt fühlten sich die Gefühle gut an, die er in ihr weckte. Er tat ihr gut.

Sie beschloss, im Handtuch in das Gästezimmer ihrer Eltern zu schlüpfen. Ihre Klamotten würde sie sowieso nicht lange anbehalten, schließlich hatte er sie beim Abholen schon fast mit seinen Blicken entkleidet. Sie wusste, dass er müde von der langen Fahrt war. Doch sie wusste auch, wie sie die Müdigkeit weg bekommen würde. So griff sie nach ihrem Massageöl und ging rüber ins Gästezimmer.

Er hörte, wie sie leise die Tür öffnete und ins Zimmer schlich. Er spürte, wie sie ihm nahe kam und sich vorsichtig auf ihn fallen ließ. Irgendwas hielt sie in der Hand, aber er wollte die Augen nicht öffnen, aus Angst, er würde nur träumen und sie wäre weg, wenn er es täte. So behielt er die Augen geschlossen und legte die Arme um sie. Er merkte, dass sie nur ein Handtuch trug, und spürte, wie ihn der Gedanke an das, was ihn unter dem Handtuch erwartet, erregte. Er drückte sie fest und suchte mit seinem Mund ihre Lippen, um sie zu küssen. Wie hatten ihm ihre Küsse gefehlt ...

Sie schmiegte sich enger an ihn und erwiderte seinen Kuss. Sie waren beide wie aufgeladen und verzehrten sich nach den Berührungen des jeweils anderen. Etwas widerwillig löste sie sich aus seiner Umarmung, obwohl sie am liebsten so eingeschlafen wäre. Sie fühlte sich wohl in seinen Armen, sicher und geborgen. Doch sie hatte noch etwas geplant, als kleine belohnende Überraschung, dass er den Fahrtstreß nun doch auf sich genommen hatte. Sie hatte ihm eine Massage versprochen, und sie würde ihr Versprechen halten. Diese Massage würde er so schnell nicht vergessen, ganz im Gegenteil: Er würde um weitere flehen. Sie grinste bei dem Gedanken daran und merkte, wie allein die Gedanken sie erregten. Ihr wurde heiß und sie spürte, wie sich alle Wärme an diesem einen bestimmten Punkt ihres Körpers sammelte. Sie sehnte sich nach seinen Berührungen, sie wollte seine Hände spüren, sie wollte sich an ihn schmiegen und ihm einfach nah sein. Doch sie verbot sich selbst, ihrem Verlangen nachzugeben. Vorsichtig setzte sie sich auf und begann langsam, sein Hemd aufzuknöpfen.

Er war etwas enttäuscht, als sie sich aus seiner Umarmung löste, doch dieses Gefühl verflog schnell, als er spürte, wie ihre Hände sich flink an den Knöpfen seines Hemdes zu schaffen machten. Er wusste, dass sie dieses Hemd an ihm liebte, er trug es bereits bei ihrem ersten Treffen. Doch jetzt konnte es ihr scheinbar nicht schnell genug gehen, dass er es auszog. Er öffnete langsam die Augen und lächelte, als ihre Blicke sich trafen. Er sah ihre Augen vor Lust glühen und wusste, dass es ihr nicht anders ging als ihm. Auch sie hatte ihn vermisst. Und plötzlich war ihm klar, warum sie nicht aufgegeben hatte und ihn letzten Endes doch überzeugen konnte, den Fahrtstreß auf sich zu nehmen. Er richtete sich auf und nahm sie wieder in die Arme.
„Du weißt ganz genau, wie du mich rumkriegst, was?“, fragte er grinsend. Sie sah ihn verwirrt an und erwiderte: „Wie meinst du das?“
„Ach komm,“ erwiderte er schmunzelnd, „du weißt ganz genau, was ich meine. Deine kleine Geschichte hat mich schon neugierig gemacht. Aber leider hast du sie nicht zu Ende geschrieben. Also blieb mir nichts anderes übrig, als doch zu fahren, um rauszubekommen, was du denn geplant hast.“

Sie grinste frech, stieß ihn sanft zurück in die Liegeposition und raunte ihm ins Ohr: „Du weißt doch, die Waffen einer Frau sind unschlagbar. Wenn du wissen willst, wie es weitergeht ...,“ sie macht eine vielsagende Pause, „dreh dich um und du wirst es erfahren.“

... weil das Leben seltsame Wege geht ...

Der Sprung über den eigenen Schatten gelingt leichter,
wenn wir ihn für jemanden wagen,
der Licht in unser Leben bringt.
(unbekannt)

Eine Schattengestalt und ihre Schattengedanken


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Beitrag #2 |

RE: Er und sie
Hi Angel,
endlich habe ich mal etwas Zeit gefunden, um die Null unter deinem Beitrag in eine Eins zu verwandeln.
Zuerst muss ich mal sagen, dass es eine sehr interessante Idee ist, jemanden mit einer Geschichte zu etwas zu bewegen, was er eigentlich gar nicht tun möchte.
Nun komme ich zu dem Text selbst. Deine Befürchtungen kann ich nicht erfüllen, ich fand den Text sehr amüsant und auch gut geschrieben.
Die häufige Verwendung von "er" und "sie", insbesondere am Satzanfang stört mich zwar, aber ich denke mal, dass das Absicht von dir war, da die Geschichte ja nun mal "er und sie" heißt.
Vielleicht könntest du die Pronomen, vor allem dort, wo die Charas an den anderen denken, in kursiv setzen? Das würde die Wirkung noch einmal verstärken, muss aber nicht sein.

Ansonsten sind mir ein paar kleine Zeitfehler aufgefallen:

Zitat:Eigentlich wollte er nicht fahren, doch sie hat ihn überzeugt.
--> Da er gefahren ist, bevor die Handlung spielt und du im Präteritum schreibst, muss dieser Teil ins Plusquamperfekt.
Eigentlich hatte er nicht fahren wollen, doch sie hatte ihn überzeugt. oder doch sie war sehr überzeugend gewesen, wenn du das hatte vermeiden möchtest.
In den ersten paar Sätzen steht sowieso etwas häufiger "hatte". Vielleicht kannst du das irgendwie ändern.

Zitat:Er lächelte, als er daran dachte, wie sie da stand und ihm entgegen winkte. Sie sah toll aus in ihrem Anzug und mit ihrem Lächeln, das ihn immer wieder aufs Neue verzauberte, und am liebsten hätte er ihr die Klamotten sofort vom Leib gerissen.
--> Hier ebenfalls. Klingt zwar unschön, aber so ist es richtig:
Er musste lächeln, als er daran dachte, wie sie (am Morgen) winkend vor ihm gestanden hatte. Toll hatte sie ausgesehen, in ihrem Anzug und mit dem Lächeln, das ihn immer wieder aufs neue verzauberte. Am liebsten (...)
(Ich habe mal etws umformuliert - nicht böse sein!)

Zitat:Sie könnte ein wenig ausspannen, sich von ihren Eltern verwöhnen lassen, mit ihm und dem Hund lange Waldspaziergänge machen und einfach die Seele baumeln lassen.
--> hier ist mal so eine Stelle, wo ich das Pronomen hervorheben würde.

Zitat:Sie lächelte bei der Erinnerung an ihr Herzklopfen, als er sie auf der Arbeit abholte. Sie war fast so nervös wie bei ihrem ersten Treffen, doch es fühlte sich gut an.
--> Sie lächelte bei der Erinnerung an ihr Herzklopfen, (dass sie überkommen hatte), als er sie von der Arbeit abgeholt hatte. Sie war fast so nervös gewesen wie bei ihrem ersten Treffen, doch es hatte sich gut angefühlt.

Zitat:Er war etwas enttäuscht, als sie sich aus seiner Umarmung löste, doch diese Enttäuschung war schnell verflogen.

--> Hier steckt eine unschöne Dopplung und ein Zeitfehler drin.
Er war etwas enttäuscht, (...), doch diese Enttäuschung oder besser dieses Gefühl verflog schnell.

So, dass wars von mir - außer die ständige Wiederholung der Pronomen am Satzanfang war nicht beabsichtigt, dann melde ich mich nochmal, wegen den Formulierungen, die mich stören.
Kannst ja mal Bescheid sagen, ob es wirklich Absicht war.

LG
Adsartha

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #3 |

RE: Er und sie
So Adsi,

jetzt endlich sollst du die würdige Antwort auf deinen Kommentar bekommen. Kopf ist einigermaßen leer bzw. mit Dingen gefüllt, die mich nicht so sehr ablenken wie das, was vorher drin war und immer noch drin ist, aber in eine der hintersten Ecken geschoben wurde.

Zitat:endlich habe ich mal etwas Zeit gefunden, um die Null unter deinem Beitrag in eine Eins zu verwandeln.
Dankeschön. Ich mach mal eine Zwei draus Icon_wink Vielleicht trauen sich dann noch mehr – das is das Blöde, wenn man aus einem anderen Forum kommt, die „Mitkommer“ kennen meine Texte alle schon.
Zitat:Zuerst muss ich mal sagen, dass es eine sehr interessante Idee ist, jemanden mit einer Geschichte zu etwas zu bewegen, was er eigentlich gar nicht tun möchte.
Das ist so nicht ganz richtig. Er wollte schon, nur war ihm der ganze Fahrstress zu viel. Also hab ich versucht, ihm das zu Erwartende ein bisschen schmackhafter zu machen. Hat nicht geklappt, und im Endeffekt bin ich auch sehr froh darüber *lach*
Zitat:Deine Befürchtungen kann ich nicht erfüllen, ich fand den Text sehr amüsant und auch gut geschrieben.
*Stirn abwischt* Da bin ich beruhigt.
Zitat:Die häufige Verwendung von "er" und "sie", insbesondere am Satzanfang stört mich zwar, aber ich denke mal, dass das Absicht von dir war, da die Geschichte ja nun mal "er und sie" heißt.
Ja, ich habe absichtlich keine Namen verwendet. Die Satzanfänge allerdings könnte ich durchaus noch mal überarbeiten. Mal sehen, wann ich das in Angriff nehme.
Zitat:Vielleicht könntest du die Pronomen, vor allem dort, wo die Charas an den anderen denken, in kursiv setzen? Das würde die Wirkung noch einmal verstärken, muss aber nicht sein.

Auch hier werd ich mal drüber nachdenken.
Die Zeitänderungen werde ich demnächst vornehmen, danke hierfür – mit den Zeiten hab ich mich schon immer schwer getan, deswegen schreib ich alles am liebsten in der Gegenwart *g*

Danke für deinen Kommentar und deine Anmerkungen, und nochmals Entschuldigung, dass du verhältnismäßig lange auf eine anständige Reaktion warten musstest.

Angel

... weil das Leben seltsame Wege geht ...

Der Sprung über den eigenen Schatten gelingt leichter,
wenn wir ihn für jemanden wagen,
der Licht in unser Leben bringt.
(unbekannt)

Eine Schattengestalt und ihre Schattengedanken


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