Es ist: 29-03-2020, 19:57
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Die Götter der Germanen - Teil 1
Beitrag #11 |

RE: Die Götter der Germanen - Teil 1
Ich mische mich ein: Ich habe den Anfang gelesen und dann die Kritiken und frage mich, ob du unreflektiert einen Nazi zum Helden gemacht hast.
Für mich sind Nazis und vor allen Dingen ihre unsägliche Ideologie total tabu. Und es ist sehr heikel, sie zu Helden zu machen, denn mit ihnen muss man sich kritisch auseinander setzen.
Natürlich sind viele damals mitgerannt, aber heute sind wir schlauer und sollten auch nicht so tun, als ob wir nichts von der Geschichte wüssten.

Jetzt frage ich dich: Macht die Hauptfigur eine Karthesis durch und distanziert sich von der Denke?


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Beitrag #12 |

RE: Die Götter der Germanen - Teil 1
Hallo Familie Tschiep.

Zitat:Ich mische mich ein: Ich habe den Anfang gelesen und dann die Kritiken und frage mich, ob du unreflektiert einen Nazi zum Helden gemacht hast.
Ich denke nicht, dass du die Antwort auf diese Frage im Anfang oder den ersten Kritiken finden wirst. Weiterhin wirst du darin auch nicht herausfinden, ob es sich bei dem Helden um einen Nazi oder z.B. um einen Widerständler handelt. (Oder einen Mitläufer, oder einen Geschäftemacher, der mit Ideologie gar nichts am Hut hat, oder mit einem Spion.)
Und schlussendlich wirst du in ein paar Zeilen (bei einer 14teiligen Geschichte) und den ersten Kommis keine Informationen darüber finden, ob ich reflektiert habe oder nicht.

Zitat:Für mich sind Nazis und vor allen Dingen ihre unsägliche Ideologie total tabu.
Dazu kann ich nicht viel sagen. Wenn etwas tabu ist, wird im Idealfall nie jemand etwas darüber erzählen. Dann wird auch niemand daraus lernen können. Denn um aus etwas zu lernen, muss man darüber reden.
Darum ist dieses Thema auch öffentlich immer wieder präsent und nicht tabu. Bestimmte Formen des Umgangs mit dem Thema sind allerdings zu Recht verboten.

Zitat:Und es ist sehr heikel, sie zu Helden zu machen, denn mit ihnen muss man sich kritisch auseinander setzen.
Mir ist sehr bewusst, dass dieses Thema heikel ist. Entsprechend vorsichtig bin ich an die Geschichte herangegangen. Ich denke, dass ich es aber im Griff habe und eine Geschichte geschrieben habe, die keinen Anstoß zu erregt, aber gut die damaligen Verhältnisse zeigt. Sie wurde schon mehrfach komplett kommentiert und bisher kam noch nicht ein Wort, dass ich pietätlos, gewaltverherrlichend, rechtsextrem oder sonst wie negativ geschrieben habe.
Aber das kannst du nicht aus dem
Zitat:Anfang gelesen und dann die Kritiken
herausfinden.
Außerdem: Würde ich rechtsextremes Gedankengut verbreiten oder pietätlos oder einfach nur in der Art wie „Ich weiß es nicht besser, ich schreib einfach mal was über diese Zeit in eine Geschichte“ schreiben, dann bin ich mir sicher, dass die kompetenten Leser und die sehr kompetenten Moderatoren hier dies schon längst bemerkt hätten, die Geschichte gemeldet und gesperrt oder auch gelöscht hätten.

Zitat:Natürlich sind viele damals mitgerannt, aber heute sind wir schlauer und sollten auch nicht so tun, als ob wir nichts von der Geschichte wüssten.
Ich verstehe nicht, warum ich so tue, als ob ich nichts von der Geschichte wüsste. Und für besonders schlau scheinst du mich auch nicht zu halten. Danke auch.*gggggg
Ich hab ein klitzekleinwenig über diese Zeit gehört und ich tue in keiner Weise, als ob ich nichts darüber wüsste. Vielleicht hätten da ein paar Zeilen mehr von der Geschichte vor dem Kommi gut getan.
Weiterhin weiß ich nicht, warum man nicht über einen Mitläufer schreiben darf.

Zitat:Jetzt frage ich dich: Macht die Hauptfigur eine Karthesis durch und distanziert sich von der Denke?
Was, wenn sie das gar nicht nötig hat, weil sie kein Nazi ist?

Aber nach deinen höflichen Worten und der netten Art wie du fragst, kann ich nicht anders, als dir zu antworten:

Klar macht die Figur eine Karthesis durch, wenn du damit die Erkenntnis und die folgende Abkehr von bestimmten Gedanken/Einstellungen/usw. meinst. Es ist sehr schwierig, eine Geschichte über diese Zeit ohne Wandlung zu schreiben.
Hm. Letztendlich ist es sogar schwierig, eine längere Geschichte über egal was zu schreiben, wenn in der Geschichte keine Wandlung der Hauptfigur stattfindet. Oder dem Leser klargemacht wird, dass die Hauptfigur ins Verderben stürzte, weil sie eben diese Abkehr nicht gemacht hat.

So, ich habe dir soweit ich es weiß und beurteilen kann, Auskunft gegeben. Sollte noch etwas offen sein, frag ruhig.

CU,
Teja


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Beitrag #13 |

RE: Die Götter der Germanen - Teil 1
Hi Teja!

Zu allererst möchte ich darauf verweisen, dass Dreadnoughts im direkten Sinne und der Kommentierwettbewerb im weiteren Sinne daran Schuld sind, dass ich die Götter der Germanen ausgrabe. Beschwerden bitte nicht an mich Mrgreen
Außerdem halte ich es für wichtig, zu erwähnen, dass ich weder von der Nazi-Zeit noch von der germanischen Götterwelt Ahnung habe. Es kann also zu Stellen kommen, an denen ich etwas falsch oder gar nicht verstehe, einfach weil mir das Wissen fehlt.

Da ich nicht weiß, inwieweit die Geschichte möglicherweise noch überarbeitet wird, versuche ich mich mal an einer gesunden Mischung aus Detailkritik und allgemeinen Eindrücken.
Anmerkungen schreibe ich direkt während des ersten Lesedurchgangs (außer beim ersten Teil, den hab ich vorsorglich schonmal angelesen Icon_wink ), es kann also auch zu Verständnisproblemen kommen, die sich ein paar Absätze später lösen. Normalerweise merke ich das dann mit an.

Nun denn, mal frisch ans Werk:

Zitat: Ein Blick auf die weißen Zeichen auf dem schwarzen Grund des Nummernschildes, sagten alles.
Das Komma ist zuviel und es müsste heißen »sagte«, weil es sich auf den Blick bezieht

Die erste Szene, die Beschreibung des »Tatorts« und die kurze Erwähnung der anwesenden Personen – also eigentlich hab ich ja Probleme, bei sowas mitzukommen und fühle mich überfordert, aber bei dir passt es irgendwie. Zwar werden da Männer mit Graden und Rängen eingeführt, die mir fremd sind und die ich mir sicher auch nicht nach einmal lesen merken kann – aber du schaffst es, das trotzdem so nebenbei zu machen, dass man nicht das Gefühl hat, man verpasst irgendwas, wenn nicht alles sofort im Kopf drinbleibt.

Zitat: „Hinten ist die Kiste mit der Leiche, Hauptsturmführer!“, und mit einem Anflug von Stolz deutete
das »und« würde ich streiche, das wirkt, als hätte da mal ein »sagte« oder so gestanden, was eliminiert wurde Icon_wink
»Mit einem Anflug von Stolz ...«

Zitat: Erwin war der Orpo-Mann, der ein paar Meter weiter im Licht der Scheinwerfer des Opels stand und mit dem Rottenführer sprach.
Die Erklärung hier find ich etwas … holprig, wer nun Erwin ist. Es reicht da voll aus, wenn du schreibst:
»Der Orpo-Mann, der ein paar Meter weiter im Licht der Scheinwerfer des Opels stand und mit dem Rottenführer sprach, schrak bei dem Aufruf ….« Dadurch wird ja klar, dass das Erwin ist.
ich finde, »Erwin war der Orpo-Mann« klingt so, als würdest du den Lesern diese Schlussfolgerung nicht selbst zutrauen.

Zitat: Orpo-Erwin
Icon_lol

Zitat: Hahn fand es immer wieder interessant, wie sich selbstständig denkende Menschen von ein paar Worten im Kommandoton beeindrucken ließen.
den Gedanken Hahns finde ich total interessant in diesem Zusammenhang – gerade der Hinweis auf »selbstständig denkende Menschen« … das macht ihn für mich sehr sympathisch.
Ich hab ihn auch gar nicht als bösen Nazi im Kopf. Die Leute waren auch Menschen mit Gefühlen, und bisher finde ich Hahn sehr schön dargestellt. Ich mag ihn, ich les gern über ihn.

Zitat: richtete wie unabsichtlich den Kragen seines Mantels, zeigte dabei dem Rottenführer, dessen Augen seinen Händen unbeabsichtigt gefolgt waren, die Rangabzeichen der SS.
Ja, Hahn hat verstanden, wie man das Spiel spielt Icon_wink
Das »unbeabsichtigt« würde ich rausstreichen. Zum einen ist damit die Wiederholung weg, zum anderen kann Hahn ja nicht wirklich wissen, ob der Rottenführer gewollt oder ungewollt hinguckt.

Zitat: Hahn gelang es damit, den Rottenführer mit Erfolg einzuschüchtern.
Hm … das klingt für meinen Geschmack zu erklärend. Schöner fände ich eine Beschreibung, wie sich diese Einschüchterung zeigt:
»Die Haltung des Rottenführers wurde noch strammer« *hust* ich kann kein Militärzeug schreiben *lach* - aber so in der Richtung. Vorher zeigst du ja schon, dass Hahn Respekt zu verbreiten weiß, da braucht es diese Zaunpfahl-Aussage nicht

Zitat: „Ich rede mit dem Rottenführer“, fauchte Hahn ihm ins Gesicht, “Sollte ich Fragen an Sie haben,
entweder das »sollten« kleinschreiben, oder statt dem Komma hinter »Gesicht« einen Punkt. Ich würde zu dem Punkt raten, da der erste Satz von Hahn ja vollständig und abgeschlossen ist. mit einem Komma wirkt es atemloser, was ich mir bei Hahn (der ja auf kurz und zackig steht *lach*), nicht vorstellen kann.

Zitat: sah wie zwei Männer ausstiegen und erkannte den Mann sofort.
Das liest sich merkwürdig – erkennt er nur »einen der Männer«? oder steigt nur einer aus?
Vielleicht »und erkannte einen der beiden sofort«?

Zitat: „Von Berlin nach Dachau. Zwischenstopp auf Gut Weidenau.“, las Hahn dem Rottenführer
Kein Punkt nach »Weidenau«

Zitat: aber mehr aus Ärger über sich selbst, als über den Rottenführer. Er hatte zu schnell gedacht und dem Rottenführer unterstellt, dass dieser seine Gedanken lesen könne.
Das macht Hahn auch sympathisch – er schiebt nicht alles auf die Dummheit seines Gegenübers. Gut, er wirkt schon recht arrogant und überheblich, aber er sieht halt auch ein, wenn er selbst einen Fehler macht.

Zitat: „Ich und mein Beifahrer versehen unseren normalen Dienst bis zur nächsten Fahrt.“
Hm … hat es hier einen Grund, warum das »Wir« aufgeschlüsselt wird in »Ich und mein Beifahrer«. Wenn du es so stehen lassen willst, würde ich aber eher zur Nennung des Namens tendieren, sofern es immer der gleiche Beifahrer ist.

Zitat: Er zählte die Kisten im LKW, ordnete sie den Frachtpapieren zu, aber die Leichenkiste tauchte nicht auf. Es gab keinen Vermerk über eine Kiste aus Gut Weidenau.
„Die Kiste mit der Leiche steht nicht drauf, Rottenführer!“

Hier erwähnst du im Prinzip dreimal, dass die Leichenkiste nicht auf der Liste steht. Dabei fühlt man sich beim Lesen, als würde man auf der Stelle treten oder wichtige Informationen vorgekaut bekommen Icon_wink
Er zählte die Kisten im LKW, ordnete sie den Frachtpapieren zu und runzelte die Stirn.
„Die Kiste mit der Leiche steht nicht drauf, Rottenführer!“


Zitat: Ich... ich weiß!“ Die Frage war dem Mann sichtlich unangenehm und er verlagerte das Gewicht von rechts nach links, fuhr dann zögerlich fort.
„Der Obersturmbannführer,

Leerzeichen vor den Auslassungspunkten;
an dieser Stelle würde ich keinen Absatz machen, weil das Fortfahren ja die direkte Rede ist, die da kommt.
Genau genommen hat Hahn gar keine Frage gestellt, die unangenehm sein könnte *klugscheiß* Mrgreen

Zitat: Hahn sah den Rottenführer während seiner Erzählung immer weniger streng an und es gelang ihm damit, den Rottenführer zu einer zusammenhängenden Geschichte zu bewegen.
einmal »Rottenführer« könnte man durch »Gegenüber« ersetzen

Zitat: Der Mann war ein Trottel, der hätte nicht einmal Himmlers Unterschrift von der Stalins unterscheiden können.
durch das »der hätte« klingt der Satz arg umgangssprachlich, schöner wäre:
»Der Mann war ein Trottel, der nicht einmal Himmlers Unterschrift von der Stalins hätte unterscheiden können.«

Zitat: und dachte erst jetzt daran. Die Totenkopf-Wachsturmbanne gehörten seit 1941 zur Waffen-SS.
Aber daran hat er vorhin – ganz am Anfang – schon gedacht, als er das Nummernschild begutachtet hat. Da wurde gesagt: »Dies war ein Fahrzeug der bewaffneten Teile der SS.«
Oder sind »bewaffnete SS« und »Waffen-SS« nochmal zwei unterschiedliche Dinge?

Zitat: Ein männlicher Körper lag vor ihm auf dem Rücken. Scheinbar hatte Maul ihn umgedreht.
Na, das Umdrehen müsste Hahn ja mitbekommen haben, denn als er ankam, war der Tote noch auf dem Bauch und Hahn hat Maul ja beobachtet Icon_wink

Zitat: Ein auffallendes Hakenkreuz, spürte Hahn, sah aber nicht, warum. Trotzdem hatte er ein ungutes Gefühl.
Wie kann denn ein Hakenkreuz auffallen, wenn es ganz normal aussieht? Vorschlag:
»Das Hakenkreuz weckte ein ungutes Gefühl in Hahn, das er sich selbst bei genauerer Betrachtung nicht erklären konnte.« oder sowas – nicht zu viel drauf rumreiten, dass es ganz normal ist aber doch irgendwie nicht

Zitat: „Tot! Mausetot!“, war Doktor Mauls kurze Antwort.
Jo, der Mann ist talentiert Mrgreen


Zitat: Ich habe lange mit mir gekämpft, ob ich die damals üblichen Begriffe im Text erklären soll. Habe mich aber aus Gründen der Lesbarkeit dagegen entschieden, und erkläre sie hier.
Also ich bin gut durchgekommen, und das sage ich, obwohl ich nur mit »Kripo« direkt was anfangen konnte. MMn schaffst du es aber sehr gut durch Kontext und Gespräche die Begriffe zu klären und dem Leser nahezubringen. Selbst wenn ich das mit dem Dienstgrad jetzt nicht genau gewusst hätte, nach dem Lesen, aber die allgemein Rangordnung wird doch sehr deutlich klar.

Mit deiner Art zu schreiben bin ich erstaunlich schnell warmgeworden. Ich neige eher zu Ausschweifungen, vor allem bei Dialogen viel Gestik und Mimik, während du mehr auf das Wesentliche konzentriert bleibst. Aber es passt zum Ton der Geschichte, zu der kalten Winternacht und dem vielen Militär / SS / Polizei Zeug, was da so rumkreucht Icon_wink

Allerdings erklärst du mir zum Teil zu ausführlich, zu wiederholend. Als würdest du nicht darauf vertrauen, dass deine Leser selbst Schlüsse ziehen, wie zum Beispiel an der Stelle mit der Kistenliste am LKW oder dem eingeschüchterten Rottenführer. Da sind immer wieder Stellen im Text, die man auch straffer hätte schreiben können, finde ich.

Spannungstechnisch lässt sich nicht meckern: Du wirfst dem Leser direkt ein paar Happen zu, die am Ball halten.
Hahn empfinde ich, trotz seiner Art, als eine sehr angenehme Hauptperson, der ich gerne über die Schulter gucke.
Kleiner Konflikte – Kripo, Orpo, SS, Gestapo … wer ist für was verantwortlich, wer darf sich in fremde Bereiche wie weit einmischen?
und natürlich der vermutlich für die Geschichte wichtige Konflikt um die Leiche, das Gut Weidenau, wo ab und zu mal Eunuchen mit unheilsvollen Hakenkreuzen abgeholt werden müssen.
Ich vermute, Hahn ermittelt in dieser Sache weiter, stolpert aber letztlich dann in Ereignisse, die zu groß für ihn sind.
Dem Titel stehe ich noch ratlos gegenüber – Götter der Germanen … sollen da etwa Götter wiedererweckt werden? Ich bin gespannt!

Liebe Grüße
Lanna

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