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EROTIK! Astrid Martini – Zuckermond
Beitrag #1 |

EROTIK! Astrid Martini – Zuckermond
[Bild: 41oqQFjkUEL._SS500_.jpg]

Astrid Martini – Zuckermond <-- zur buch.de-Beschreibung)
Taschenbuch, 314 Seiten, Ullstein-Verlag

Klappentext:
Ein erotischer Roman mit dem Zeug zum Klassiker!
Die Künstlerin Helena lernt auf einer Vernissage den umwerfenden Leonard kennen. Sie erleben eine unvergessliche Nacht miteinander, aber Leonard ist einer der teuersten Callboys der Stadt – Helena sollte ihn besser vergessen. Doch Helenas Eltern fordern immer drängender einen künftigen Ehemann, und so stellt sie ihnen Leonard vor. Sein Preis für das Spiel ist jedoch hoch: Sie muss ihm zwei Wochen lang als sein persönliches Callgirl zur Verfügung stehen …


Leseprobe:
Zitat:Verdammt, was soll ich bloß tun?
Sie lief in die Küche, setzte sich Teewasser auf und knabberte nervös an ihrem Fingernagel.
Mir wird nichts anderes übrig bleiben, als Leonard anzurufen und ihn zu bitten, sich vor meinen Eltern als die große Liebe meines Lebens auszugeben. Hektisch griff sie zum Telefonbuch. „Williams ... Williams …“, dann hatte sie seine Nummer gefunden. Soll ich oder soll ich nicht? Hm…es ist Sonntagabend, vielleicht ist er ja gar nicht zu Hause.
Sie nahm den Telefonhörer ab und wählte mit zitternder Hand Leonards Nummer. Augen zu und durch. Mehr als nein sagen kann er nicht. Und wenn er anderen Frauen seinen Körper verkauft, dann wird es für ihn ja wohl ein Klacks sein, mir für einen Nachmittag seine Zeit und Schauspielkunst zu widmen – gegen ordentliche Bezahlung natürlich.
Sie hörte ein Freizeichen ... atmete tief durch und ... legte auf.
Du bist wirklich der größte Feigling unter Gottes Sonne, stachelte sie sich selbst an. Los, zeig dass du den Biss hast zu Ende zu führen, was du begonnen hast. Oder ist es dir lieber, vor deine Familie zu treten und … Weiter wollte sie gar nicht denken. Rasch griff sie erneut zum Hörer.
Freizeichen … und dann wurde abgehoben …
„Hallo?“
Helenas Knie wurden weich beim Klang seiner Stimme. Heiße Schauer liefen ihr über den Rücken und ihre Hände zitterten, als sei sie gerade auf Entzug. Gut, dass er mich jetzt nicht sehen kann. „Hier ist Helena. Erinnerst du dich?“ Ihre Stimme bebte, während sie in den Hörer lauschte.
Leonard schwieg. Oder hatte er das Gespräch beendet?
„Leonard? Bist du noch da?“
„Ich bin noch da. Sag bloß, du hast Sehnsucht nach mir.“ Er lachte leise.
Oh je, diese erotische Stimme! Ich muss aufpassen, denn er kann mir gefährlich werden. Aber dieses eine Mal brauche ich ihn noch. Unbedingt! Und dann ist endgültig Schluss mit dem Thema Leonard Williams.
„Okay, Helena, wenn du nicht mit mir sprichst, lege ich jetzt auf. Schließlich darf das Telefon bei meinem Job nicht allzu lange blockiert sein.“
„Bitte! Leg nicht auf. Ich brauche deine Hilfe!“
„Aha. Ist ja interessant.“
„Machs mir bitte nicht so schwer. Es hat mich Überwindung genug gekostet, bei dir anzurufen.“
Wieder schwieg er.
„Leonard?“
„Anwesend!“
„Ich sitze wirklich mit dem Rücken zur Wand und nur du kannst mir helfen. Hättest du einen Termin für mich? Ich möchte dich buchen.“
„Du möchtest mich buchen?“ Leonard verstand den Zusammenhang nicht.
„Nicht für das, was du denkst. Ich habe es nicht nötig, mir Sex zu kaufen.“
„Sondern?“
„Damit meine Eltern endlich aufhören, mich mit dem ‚Schwiegersohn ihrer Träume’ verkuppeln zu wollen, habe ich ihnen gesagt, dass ich meine große Liebe schon gefunden habe. Würdest du dich mit mir bei meinen Eltern treffen und ihnen vorspielen, derjenige zu sein, der mein Herz erobert hat?“
„Oho, vom verruchten Callboy steige ich in deiner Liga also zu deiner großen Liebe auf. Merkwürdige Zufälle hält das Leben bereit!“ Leonard lachte amüsiert.
„Mach dich nur über mich lustig.“ Helena wollte vor Zorn das Telefonat beenden, doch sie brauchte ja seine Hilfe. Unbedingt. Also gab sie ihrem ersten Impuls nicht nach.
„Du bittest mich um Hilfe? Nun, warum suchst du dir keinen anderen? Meine Zeit ist knapp bemessen. Und ich bin nicht billig.“ Leonard grinste dämonisch. Er würde lügen, würde er behaupten, diese Situation nicht zu genießen. Im Gegenteil. Nicht, dass er ihr ernsthaft böse war, aber diese Dame brauchte einen Denkzettel und den wollte er ihr geben.
„Das geht nicht.“
„So? Und wieso nicht?“
„Weil meine Eltern anwesend waren, als du auf meiner Ausstellung für mich getanzt hast. Und ich habe ihnen gesagt, dass du derjenige welche bist.“
„Du kommst ja auf Ideen.“ Wieder lachte er sein raues, verführerisches, diesmal aber auch leicht spöttisch überhebliches Lachen.
„Mir ist gerade nicht zum Lachen zu Mute.“
„Das tut mir leid für dich.“
„Bitte, meine Lage ist ernst.“
„So, so.“
Schweigen.
„Leonard?“
„Ja.“
„Bitte, hilf mir!“
„Bist du sicher, dass du meine Dienste bezahlen kannst? Du weißt doch, wir Callboys haben stolze Preise.“ Wieder lachte er.
Helena seufzte ergeben. „Was verlangst du für mein Anliegen?“
„Lass mich nachdenken. Moment … hmmm … Was nehme ich für Smalltalk, Schauspielerei und den Verlust meiner kostbare Zeit? Ist gar nicht so einfach.“
„Leonard! Was möchtest du haben? Ich zahle alles.“
„Alles?“
Helena erschrak. Es klang alles andere als beruhigend, dieses eine Wort aus seinem Mund. Im Gegenteil, es bewirkte, dass sich sämtliche Härchen ihres Körpers alarmiert aufstellten. Dann jedoch dachte Helena an Lars. Und das war das weitaus größere Übel.
„Ja, alles.“
„Okay – dann möchte ich dich für siebzehn Tage als mein persönliches Callgirl buchen.“
„So war das nicht gemeint. Ich werde dich gut bezahlen. Mit Geld!“
„Und was ist, wenn ich kein Geld möchte? Wenn ich einfach einmal auf der anderen Seite stehen möchte – mir eine Frau buchen, statt gebucht zu werden?“
„Du bist verrückt!“ Helena war empört.
„Tja, mein Engelchen, Männer wie ich sind zuweilen leicht verrückt. Wusstest du das nicht? Siebzehn Tage nach meinen Spielregeln. Das ist mein Preis.“ Seine Stimme klang entschlossen.
„Das kann nicht dein Ernst sein!“
„Das ist mein absoluter Ernst.“
„Da spiele ich nicht mit! Ich denke nicht im Traum daran, für siebzehn Tage deine billige Gespielin zu sein, nur weil du mir einen Nachmittag opferst!“
„Okay. War nett mit dir geplaudert zu haben. Ach ja, ich wünsche dir viel Glück für dein weiteres Leben.“
„Warte! Hey, du kannst doch jetzt nicht einfach auflegen. Leonard, bitte leg nicht auf.“
Zu spät … er hatte schon aufgelegt und nun drang lediglich das monotone Piepen aus dem Hörer an ihr Ohr.

Dieses Buch ist der erste Teil einer bisher dreiteiligen „Callboy-Roman“-Reihe und wurde mir selbst von einer Freundin empfohlen und ausgeliehen. Sehr einfach geschrieben, aber durchaus lesenswert, da frau sich sehr gut mit der weiblichen Protagonistin identifizieren kann. Helena ist sensibel, liebenswert, gescheit. Man lebt und liebt mit ihr mit. Sie hat ihre Prinzipien, ihre Moralvorstellungen, ihre Wünsche und Träume und sie hat endlich auch Leonard, der sie mit jener Art von Erotik und Sex bekannt macht, die ihr bisher völlig fremd gewesen ist.
Die Autorin hat mit ihm einen Mann erfunden, bei dem wohl nicht nur Helena, sondern die Mehrzahl der Leserinnen schwach werden würde. Er ist geradezu verbrecherisch attraktiv, männlich, überwältigend sexy und er weiß, wie Frauen in gewissen Situationen behandelt werden wollen und was sie wünschen. Dass er keine Liebe, sondern nur Sex will, kann man ihm verzeihen, bleibt ja schließlich die Hoffnung, dass er seine Meinung doch noch ändert.

Ein überaus unterhaltsamer Roman mit prickelnden erotischen Szenen, in denen die sexuelle Spannung zwischen den Charakteren ausgezeichnet dargestellt wird. Die Heldin der Geschichte wirkt sehr sympathisch mit all ihren Unsicherheiten, und der Held ist schlicht und einfach hinreißend.

Teil zwei der Reihe habe ich noch nicht gelesen, aber der steht ganz oben auf meiner „Muss ich als nächstes lesen“-Liste *g* (neben so vielen anderen Büchern *g*)

Angel

... weil das Leben seltsame Wege geht ...

Der Sprung über den eigenen Schatten gelingt leichter,
wenn wir ihn für jemanden wagen,
der Licht in unser Leben bringt.
(unbekannt)

Eine Schattengestalt und ihre Schattengedanken


[Bild: 12.gif]

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