Es ist: 27-11-2022, 13:18
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Literarisches Tagebuch
Beitrag #121 |

RE: Literarisches Tagebuch
Ach, Dread'...Mrgreen


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Beitrag #122 |

RE: Literarisches Tagebuch
Ein Zimmer, kahl, man merkte es kaum. Vier Wände, wie ein Zimmer sie haben sollte, gerade und einfach, wundervoll ... Aber niemand sah es. Die Schönheit der Geometrie wurde schlichtweg in Nichtbeachtung ersäuft, von der grausamen Gestalt, die zusammengekauert in einer der Ecken wimmerte und winselte.
Steht mir bei, ich höre sie ...
Ein leises Grollen, fast liebevoll wie von der Hand des Donnergottes über die Felder dieser Welt gehuscht, aber unheilverkündend - trotz allem.
Und alle lieben es, sie lieben es ...
Die Wärme drängte herbei in einem einzigen Leib voller Leiber, gesprenkelt mit kühlen, grünen Augen, die in eine Richtung starrten, gedankenwärts. Die Gestalt kauerte sich weiter zusammen, barg die Nase im groben Stoff des Pullovers und betete um Erlösung. Doch niemand erhörte es, niemand hielt die Flut auf, die an die Gestalt heranwalzte, eine Naturgewalt aus Pelzkugeln mit forderndem Grollen, aus tausender Schnauzen.
Wenn tausend Pfoten sanft tappsen, ist es doch eine Lawine.
Nein ... nein ...
Rot blitzte auf, tigerfarbene Flecken mischten sich ins Sichtfeld, dazu jegliches Braun und Schwarz, selbst Grau - Blau! Russisch Blau!, wisperte es ungemütlich - und dazwischen Farben, die sie nie zuvor gehört hatte: Schildplatt, getickt, ... unaufhaltsam. Kurze Haare, Wolle, doppeltes Fell, alles aneinandergerieben zu einer statischen Supermacht, die jeden Gedanken vernichten konnte bis auf ein einziges, forderndes Schnurren, das zu einem Gewitter heranwuchs und nicht zu sterben gedachte:
Nimm eine, eine von uns, eine nur, eine ... du musst dich entscheiden.
Und sie kamen immer näher, mit Krallen, auf hochbeinigen Pfoten, elegant, mit hängenden Ohren, wild, brav, irrtümlich miteinander zu tun durch eine einzige simple Frage, die unschuldiger nicht
hätte sein können - ich wollte doch nur eine Rasse für den Animagus bestimmen!
Die Nase der Gestalt triefte bereits, das Fell leistete grausame Wirkung.
Ich kann euch nicht einmal leiden, ihr hinterhältigen Viecher, aber eine Fanfiction-Recherche, so klein und unbedeutend, bitte ...
Es war ein Flehen, das alles inne halten ließ. Nur. Eine. Nur.

Plötzlich war ein vereinzeltes, sanftes Maunzen zu hören und aus dem Tausend löste sich eine schlanke, wenn auch kräftige Gestalt. Das Fell kurz und blau, wie es hieß, die Nase mit einer Mulde an der Nasenwurzel ... Die Gestalt sah überrascht auf, als das Tier sich ihr langsam näherte, lautlos auf Samtpfoten. Die funkelnden grünen Augen waren nach vorne gerichtet, stets nur auf die Gestalt.
"Mau", machte die Katze und setzte sich vor die Gestalt hin, die zögerlich eine Hand ausstreckte, nur eine.
"Russisch Blau", murmelte die Gestalt und schließlich stahl sich ein Lächeln auf ihr vom Heuschnupfen gerötetes Gesicht. "Dich nehme ich."

Nie hat mich etwas länger aufgehalten, was von so ... kaum bedeutender ... Unwichtigkeit war *fassungslos auf die vielen offenen Browsertabs starr*

"Unmöglich? Du selbst bist doch die Fürstin des Unmöglichen. Du hast mir das Leben geschenkt und es dann zur Hölle gemacht. Zwei Väter hast Du mir gegeben, und beide mir entrissen. Unter Schmerzen mich geboren und zu Schmerzen mich verdammt. Nun spreche ich zu Dir aus dem Grabe, zu dem Du mir die Welt geschaffen hast: Ich bin Deine Tochter - und Dein Tod."
- aus Bastard -

(Avatar: 'Batbastard', © by Trin o'Chaos)

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Beitrag #123 |

RE: Literarisches Tagebuch
Tagebuchnachtrag 29.09.2011/01.10.2011

Bewegungslose Stille
Stille bedeutet das Fehlen störender Geräusche.

Ein Strand. Abendstimmung. Die Welt hält den Atem an, schweigt und verharrt in Bewegungslosigkeit. Sogar der Wind hält inne - kein Grashalm bewegt sich. Langsam neigt sich die Sonne dem Horizont entgegen. Nur das Plätschern der Wellen ist zu hören. Sanft brechen sich schäumende Wogen an den Ufersteinen. Noch malt die Sonne ein silbriges Mosaik auf das Wasser -Wunderkerzensterne- nur durchbrochen von schaukelnden Möwen. Bald wird die Welt in Feuerfarben getaucht. Nur das Grashalmzupfen der Schafe ist zu hören und das sanfte Rauschen der Wellen. Kein Geräusch stört die Stille. Die Welt atmet lautlos.
Ehrfurchtsvoll beobachten wir. Sehen den Wellen zu, die sich gemächlich am Ufer brechen; die Boote sanft auf spiegelgleicher See schaukeln. Träge lassen sich die Möwen auf dem Weg zum Horizont treiben, dem Sonnenuntergang entgegen. Himmel und Meer brennen. Der Wind trägt eine Prise Salz und den Hauch des Schicksals mit sich. Die Welt atmet aus.

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
Wörterwelten

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Beitrag #124 |

RE: Literarisches Tagebuch
(Nachtrag: 27/10/2010)

Zeit Deines Lebens
hattest Du es nicht leicht,
bist ständig angeeckt.
Andere Sitten, andere Zeiten.

Hast Dich durch die Welt gekämpft,
Deine Prinzipien verfolgt.
Und gearbeitet,
bis die Haare grau wurden.

Du wusstest genau, was läuft.
Dein starrer Blick
und die Welt hat sich versteckt;
verschämt hinter den Blättern der Zeit.

Hättest der Welt ruhig Deine Gebeine gegeben -
sie würde noch immer an Dir nagen.
Doch nur Asche blieb von Dir.

Am Ende warst Du viel zu gnädig.
Mit der Welt.


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Beitrag #125 |

RE: Literarisches Tagebuch
(02.11.2011, 16:30 Uhr)

"Weißt Du, was merkwürdig ist?", fragte er und schaute auf die kleine schwarze Katze, die mit den Hinterläufen auf dem Laminat saß. Ihre Augen weit geöffnet, so als ob eine sensationelle Meldung folgen würde.
"Alles hier", sagte er und schwenkte den Arm in einem großen Bogen von oben nach unten. "Es scheint, als wäre alles normal - doch in Wirklichkeit ist es merkwürdig."
Die Katze schaute enttäuscht nach unten.
Er seufzte, griff nach der Plastikplane fürs Katzenklo und dem 50-kg-Streusack und machte sich auf den Weg ins Bad.
"Allein. Allein an diesem Tag." Ein Mautzen hinter ihm unterbrach den Vorwurf und er drehte sich kopfnickend um.
"Schon klar", sagte er. "Ich meinte natürlich: allein mit Dir - okay?"
Die Katze richtete sich auf, die Hinterläufe standen wie ein Boxer, als sie geräuschvoll brummte.
"Hetz mich nicht", sagte er und sah aus dem kleinen schmalen Fenster nach draußen. Welkes Laub lag auf dem Rasen. Braun-gelbe Blätter hingen traurig in den Kronen der Bäume. Der Platz vor der Hütte mit dem Grill verlassen.
Wie oft haben wir diesen Sommer dort gegrillt, dachte er, erschrak bei dem Gedanken und presste die Lippen zusammen.
"Ich darf nicht mehr kursiv denken!", sagte er laut. "Nicht. Mehr. Kursiv!"
"Mautz?"
"Das verstehst Du nicht, Tequila."
Die Katze trat einen Schritt nach vorn und fiel plumpsend auf die Seite.
"Ich sagte Dir doch - mach langsam!", rief er und beugte sich über Tequila. "So schnell kriegste Deinen Gleichgewichtssinn nicht wieder - hörst Du mir eigentlich zu?"
Die Katze blinzelte langsam, dann leckte sie sich die Vorderpfoten.
"Ach Mensch", seufzte er und streichelte über ihr glänzendes Fell. "Ein komischer Tag, zwar schön, aber merkwürdig."
Er konnte das Gluckern der Heizung hören. Aus dem Erdgeschoss vernahm er zufriedene Stimmen. Die Handwerker hatten das System wohl wieder angeschlossen.
"Früher waren heute mehr Leute da, als nur wir zwei und die da unten", murmelte er. "So viele Gesichter, die nicht mehr da sind." Er grinste und senkte die Stimme. "Hinfort gerissen aus dem Leben, hinabgerissen in den Sog der Vergangenheit!"
Die Katze unterbrach das Putzen und schaute fragend zu ihm hoch.
"Das war die lyrische Passage für heute", sagte er und zuckte mit den Schultern. "Ich weiß: zu plump."
"Mautz!"
Stille.
"Weißt Du, vorhin haben mich Menschen umarmt, die ich erst seit Kurzem kenne. Umarmt! Kannst Du Dir das vorstellen? Als hätten wir schon als Kinder zusammen Sandburgen gebaut."
In der Ferne waren Motorengeräusche einer PS-starken Maschine zu hören und das Piepsen der letzten Sommervögel.
"Es wirkt alles verzerrt, so langsam, als ob der Tag an mir vorbeirasen will, aber einen riesigen Anker hinter sich herschleppt." Er schüttelte den Kopf und hob theatralisch die Hände. "Und was mache ich heute, an diesem Tag?"
"Mautz?"
"Aufräumen, Bügeln", sagte er und zeigte mit dem Finger auf Tequila. "Und Dein Katzenklo!"




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Beitrag #126 |

RE: Literarisches Tagebuch
9.11.2011
-10:47-

Müde entweicht die Nacht,
den trüben Augen.
Die weiße Platte stützt den Arm,
das schlafende Ohr,
richtet nur mühsam,
seine Gedanken gen Horizont'.
Stimmen,
Wortschwall,
rechts und links,
hinten und vorne.
Der Kopf,
suchend nach dem weichen Wohlergehen,
aber nicht jetzt.
So bleibt nur eins noch zu sagen:

"Guten Morgen"

"You have a good claim: a title, a birthright. But you have something more than that: you may cover it up and deny it, but you have a gentle heart. You would be not only respected and feared, you would be loved. Someone who can rule and should rule. Centuries come and go without a person like that coming into the world. There are times that I look at you, and I still can't believe you're real"
(Ser Jorah Mormont)

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Beitrag #127 |

RE: Literarisches Tagebuch
16.11.211

- 4:10 -

Schwere Finger liegen auf den Tasten,
tippen, tippen, tippen...
Draußen liegt die Nacht,
hat ihre dunkle Decke,
über die Welt geworfen.
Stille überall,
nur das Geräusch tippender Finger.
Sie schreiben und schreiben,
ein Wort nach dem anderen.
Ist das alles, was sie können?
Sie könnten Bilder malen,
Häuser errichten,
ein Orchester dirigieren,
Menschenleben retten,
der Welt einen Gefallen tun.
All die Möglichkeiten liegen ihnen fern,
so sind sie nun hier,
bei rabenschwarzer Nacht,
suchen sie,
nach und nach das,
was ihnen vorbestimmt:
Tippen, tippen und tippen,
endlos,
ohne Ende!
Sie fragen nicht nach dem Grund,
fragen nicht wohin.
Sie sind Finger,
gehorchen blind dem,
dem sie gehören.
Zucken nicht,
überlegen nicht.
Stumpfes Werkzeug,
das seinen Sinn erfüllen muss.
Müssten so viel mehr bewirken,
vermögen es nicht.
Ein Dilemma,
welches erst erwacht,
wenn die Sonne erlischt und der Mond,
seinen Schatten wirft.

"You have a good claim: a title, a birthright. But you have something more than that: you may cover it up and deny it, but you have a gentle heart. You would be not only respected and feared, you would be loved. Someone who can rule and should rule. Centuries come and go without a person like that coming into the world. There are times that I look at you, and I still can't believe you're real"
(Ser Jorah Mormont)

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Beitrag #128 |

RE: Literarisches Tagebuch
07.12.2011
- 15:18-

Sie kauerte auf dem harten Boden und schlug mit ihren Fingern auf die Tasten, die ein Wort nach dem anderen auf das leere Dokument übertrugen.
Ständig liefen Menschen an ihr vorbei, Stimmen hallten aus jeder nur erdenklichen Ecke und prallten an ihr Ohr.
Ein Blick auf die Uhr verriet: Noch 24 Minuten. In 24 Minuten würde sie sich wieder auf einen Stuhl setzen können, um den langsamen Worten des Professors zu folgen, der seiner Monotonie treu blieb.
Hier und da würden sich Menschen zu ihr gesellen, mit ihr reden oder ignorieren. Das alles war ihr egal, denn das leere Dokument gab ihr die Chance eine ganz neue Welt zu erschaffen; eine Welt die nur sie kannte und nur denjenigen Einlass gewähren konnte, die sie mit Respekt behandeln würden.
Die Zeiger der Uhr schlichen von einem Strich zum nächsten. Der Boden war immer noch hart und schien immer härter zu werden. Das unangenehme Übel wurde noch durch den einschlafenden Fuß komplettiert. Was denn nun? Warten bis das matte Gefühl verschwunden ist oder sich der Aktivität hingeben und das Problem selbst lösen? Während sie diese Zeilen schreibt, entweicht der Schlaf dem Fuß. Ihr wird klar, dass sie aufstehen muss, um den letzten akademischen Stunden des Tages zu frönen.
Das Dokument wird geschlossen – vorläufig. Die Beine bewegen sich, führen sie zur Tasche und beeilen sich, um einen Platz in der hintersten Reihe des Raumes zu ergattern, damit sie in Ruhe eine neue Welt erschaffen kann.

"You have a good claim: a title, a birthright. But you have something more than that: you may cover it up and deny it, but you have a gentle heart. You would be not only respected and feared, you would be loved. Someone who can rule and should rule. Centuries come and go without a person like that coming into the world. There are times that I look at you, and I still can't believe you're real"
(Ser Jorah Mormont)

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Beitrag #129 |

RE: Literarisches Tagebuch
01.01.2012/02.01.2012

Sterne ragen spitz aus der Nacht,
bestrahlen die Sinnlosigkeit.
Wind pfeift durch die Straße,
umhüllt von Dunkelheit.
Schattengeschwängert.

Gedanken auf Umwegen,
tröpfeln auf’s Papier.
Vielleicht sinnlos aufgereiht.
Kopfleerend und beruhigend.
Gedankenwälzend.

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #130 |

RE: Literarisches Tagebuch
Es gibt Tage, an denen man lacht, sich des Lebens erfreut, die Welt umarmen möchte, dieses gewisse Strahlen in den Augen hat, kleine Dinge eine große Wirkung haben. Tage, an denen einfach alles passt, alles läuft, alles stimmt. Tage, die es wert sind, geliebt und gelebt zu werden.
Und es gibt heute.

... weil das Leben seltsame Wege geht ...

Der Sprung über den eigenen Schatten gelingt leichter,
wenn wir ihn für jemanden wagen,
der Licht in unser Leben bringt.
(unbekannt)

Eine Schattengestalt und ihre Schattengedanken


[Bild: 12.gif]

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