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Literarisches Tagebuch
Beitrag #51 |

RE: Literarisches Tagebuch
24. April 2009

Ich war am Ende der Stadt
zwischen Pferden und Fliederbüschen.
Ich habe dem Wahnsinn den Rücken gekrault
und mich zwischen den Ungehorsam gesetzt.
Ich habe fremde Erde über Asphalt getragen
und lange auf meinen Ärger geblickt.
Ich habe Jahre nach ihrer Seitenlänge vermessen
und die Müdigkeit zur Tugend verkehrt,
die Lichtstreifen aufgehört zu zählen
und in leeren Zimmern Wiederkehr gefunden.

Morgen spiel ich mich, nur noch viel schöner,
und du?

Bleibst die Unzufriedenheit.

24.4.09


.

Krawehl, Krawehl!
Taubtrüber Ginst am Musenhain!
trübtauber Hain am Musenginst!
Krawehl, Krawehl!


"Kunst ist nichts anderes als das Portrait einer Idee." Manfred Kröplein.

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Beitrag #52 |

RE: Literarisches Tagebuch
1. Mai

Auf mit der Marschmusik.

Letztes Jahr hab ich dir Streuselkuchen gebracht
und an dir vorbeigehört
bei Kaffee.

Erzähl du mir noch einmal
wieder
die Vergangenheit –

was würdest du sagen
zu diesem
Wiedererkennungswert?

Und würdest du heuer wieder fragen:

Wo sind all die Fahnen hin?

1.5.2009




alleinbefüllerin des tagebuchs? o_O

Krawehl, Krawehl!
Taubtrüber Ginst am Musenhain!
trübtauber Hain am Musenginst!
Krawehl, Krawehl!


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Beitrag #53 |

RE: Literarisches Tagebuch
gerade sinnlos aus mir herausgekrochen, um im Tagebuch zu verenden..


Innen ein Bett, ein leeres,
ein Spiegel, Wecker
und ein goldenes Licht
wie an Sommervormittagen –
fehlst nur noch du
(jeden Moment musst du nach mir rufen).

Außen die Abendkühle,
einsamer Spaziergang,
ein Blick in
menschenlose Häuser,
wo hinter den Scheiben gefangene
Fliegen sterben.

Ich würde dir sagen
(nie könnte ich),
wie zerbrechlich unser wir mir ist,
heute,
wie silhouettenhaft, papieren ich mir bin
und mir die Welt.

Und meine Frage
(sag du dann nichts –
ich weiß nicht, was ich meine)
verbliebe in der Dämmerung:

Wenn ich kein Leben habe,
wirst du es an deines knüpfen?

16.5.09



.

Krawehl, Krawehl!
Taubtrüber Ginst am Musenhain!
trübtauber Hain am Musenginst!
Krawehl, Krawehl!


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Beitrag #54 |

RE: Literarisches Tagebuch
*tagebuch weiter bevölker*


Annäherung III

Erzähln wir uns unsre Leben –
zwischen Ginger Ale und Kaffee
die paar Gemeinsamkeiten in die
Grundfremde gestellt.

Was sagt ein Sammelwort
über Verbundenheit?

Ganz
werden wir nie sein;
wir sind zu anders
erwachsen.

Führen wir weiter
autobiographische Gespräche –

vielleicht finden wir uns
ein neues Wort?

23.5.09


.

Krawehl, Krawehl!
Taubtrüber Ginst am Musenhain!
trübtauber Hain am Musenginst!
Krawehl, Krawehl!


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Beitrag #55 |

RE: Literarisches Tagebuch
25.05.2009

Rauschen,
gurgeln,
plätschern,
fließen
-die Welt ertrinkt-
Tropfentanz,
Regenmusik,
Gedankenfluss,
Gedankenstopp,
Regengeflüster
-Regennacht-
rauschen,
murmmeln,
flüstern
-Regenmelodie-

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
Wörterwelten

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Beitrag #56 |

RE: Literarisches Tagebuch
Grenzen bloß

und in Kanon gesetzt
Kauderwelsch
fällt über
hingeducktes Wort
in Heckenschussmanier

fixierts Fadenkreuz
punktwund
Fluchtgebärden
und bleibt doch
auch
menschlich nur.


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Beitrag #57 |

RE: Literarisches Tagebuch
Mit Blick auf den Erker
schwindet das Bewusstsein
für drei Meter Schritte

fällt ein Traum, oder mehr
als Moos begrünt den Stein
zersprengend seine Mitte

Europa, Berserker
Schotten dichtend allein

um uns herum das Schrei’n.




06.06.2009


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Beitrag #58 |

RE: Literarisches Tagebuch
Hast den Saturngurt durchstöbert.

Janusköpfig an der Shisha gesaugt,
sie inhaliert, das Raster vergröbert.
Den Kometen gesehen, der was taugt.
Der lichtschnell dir Gewissheit brächte.

Nein, ich poche nicht auf meine Rechte.
Ich wate bierlings bis ich steh.

Sagst, meine Stirn sei ausgelaugt.
Sagst, dein Gebein wärs Cannapé.
Sagst...- ok, ich hör das Schlechte
und seh schon in den Pfützen Licht.

Du dachtest nur, ich dächte,
du denkst, doch du denkst nicht.


09.06.2009


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Beitrag #59 |

RE: Literarisches Tagebuch
Hier nun ein literaischen Mitbringsel aus dem Urlaub.

Tagebuchnachtrag 17.10.2009

Plötzliche Stille
Der Wind pfeift in deinen Ohren.
Zerrt an dir.
Kämpft gegen dich.
Hält dich von deinem Ziel ab.
Du schließst die Augen und plötzlich ist es still.
Der Wind legt sich, befindet sich in deinem Rücken und streicht wie eine laue Sommerbrise um dich. Du öffnest die Augen, das Meer glitzert vor dir, plätschert in sanften Wellen, die dir gurgelnd zuflüstern.
Die Sonne malt die Wellen silbern an und wärmt dich. Plötzlich ist die Stille vollkommen und die Welt ist unendlich.

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #60 |

RE: Literarisches Tagebuch
Tagebuchnachtrag 23.11.2009


Blättergeflüster


Du schließt die Augen, hörst.
-Asphaltgeraschel-
-Blättergeflüster-
Windgespielter Blätterflug,
getanzt mit dem Wind.

Du blendest die Alltagsgeräusche,
den Alltag aus.
Gedanken werden aufgewirbelt,
drohen mit dem Laub davonzuwehen.
Der Wind wird kälter, stärker.
Wolken verdüstern den Himmel.
Bleierne, graue Himmelsgebilde,
die den Regen auf die Erde fallen lassen.


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