Es ist: 27-10-2021, 04:39
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Literarisches Tagebuch
Beitrag #61 |

RE: Literarisches Tagebuch
~*~
Wolfhund gewidmet
~*~

Tausendseelenblick

sandgeistflüstern
huscht
durch meine seele
schleicht in mein herz
und geißelt mich

in tausendfachem
todesschrei
erstickt

nur mut
ist meine waffe
gegen dich

die welt
ist kampf
ist schmerz
ist angstgespinst

und nebelglühen
glimmt
in deinen augen
als ahntest du
den tod

ein trugspiel nur

es schenkt mir
augen -
blick
in tausend leben

nie werd’ ich siegen
über dich
bist du doch
sand und seelen

Die Inspirationsquelle gibt’s HIER

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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Beitrag #62 |

RE: Literarisches Tagebuch
allen Autoren gewidmet... Icon_cuinlove

Heute ist ein schöner Tag,
an dem ich wieder dichten mag.
An dem ich Worte suche,
schließlich finde -
und mich mit Korrekturen
schinde.


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Beitrag #63 |

RE: Literarisches Tagebuch
Abendlied

Sahst du den Vagabund in mir?
– was hättest du dich sonst
gebückt um mein Gesicht zu sehen –
ich sagte jetzt leise:

"Bleib noch hier.
Bitte,"
den Tee in der Hand,
und du vielleicht
"Gut,"
schmunzelnd über meine
Unbeholfenheit.

Wärst du nur
allein zurückgekommen.

9.1.10


[...]doch einer war, der liebt den Vagabund in dir
und liebt in deinem Angesicht die Spur der Zeit.

Krawehl, Krawehl!
Taubtrüber Ginst am Musenhain!
trübtauber Hain am Musenginst!
Krawehl, Krawehl!


"Kunst ist nichts anderes als das Portrait einer Idee." Manfred Kröplein.

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Beitrag #64 |

RE: Literarisches Tagebuch
Die Götter sind wir selbst,
doch wir haben es vergessen.
Haben uns verloren,
in Besitztum und Sein.
Haben uns blenden lassen,
vom schönen Schein.
Kultivieren das Ich -
und wissen nicht mehr,
wie vergänglich das alles ist.

Die Götter sind wir selbst.
Und wenn wir einst erwachen,
wenn die Irrfahrt der Welt ein Ende hat,
werden wir uns daran erinnern.
Copyright by: Sigurd


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Beitrag #65 |

RE: Literarisches Tagebuch
Frage eines Träumers

Über mich gekommen,
aus grauen Dimensionen -
geflohen vor dem Nichts
aus dem Nebel des Vergessens.

Durch meine Feder geflossen,
blau verschmierte Gestalt,
um bunte Bildern zu beschwören
zu jeder Welten Zeit.

Tanzend in den Reihen,
die nicht nur in Wörtern sehen,
was ein Buchstabe ist,
sondern Gefühle darin verstehen.

Träume in Gesellschaft,
Autor neben Autor,
neue Gedanken schaffend,
aus - wo kommt ihr eigentlich her?

"Unmöglich? Du selbst bist doch die Fürstin des Unmöglichen. Du hast mir das Leben geschenkt und es dann zur Hölle gemacht. Zwei Väter hast Du mir gegeben, und beide mir entrissen. Unter Schmerzen mich geboren und zu Schmerzen mich verdammt. Nun spreche ich zu Dir aus dem Grabe, zu dem Du mir die Welt geschaffen hast: Ich bin Deine Tochter - und Dein Tod."
- aus Bastard -

(Avatar: 'Batbastard', © by Trin o'Chaos)

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Beitrag #66 |

RE: Literarisches Tagebuch
Januar 12

Roberts Worte stehen in der Tür:
„zum Lachen braucht es viel, zum Weinen einen Zug“.

Vögel draußen können nichts dafür,
dass Winter hart ist. Mein Futter nicht genug.

Leinenbleich. Mein Gespenstergesicht
grinst lederhäutig Bände gegen den Ruin.
Doppelköpfig. War ich gestern nicht
der, der ich heut noch bin?

„Keine Richtung heim“. Es schneit gemach
die Spuren zu, die ich zum Whisky ging.

Ein leeres Glas wird alles sein, was nach
mir schmeckt. –
Ich steige ein und lache.


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Beitrag #67 |

RE: Literarisches Tagebuch
Januar 15

Stalaktiten aus Eis vertropfen
asiatische Kräuter –
die ganzen Leute verstopfen
schmale Schneisen durch den Schnee

flattern einzelne Spatzen – Briefe
trüber Sternendeuter
betteln um Humanität – schiefe
Blicke der Händler – Egalité

und auch das Funkeln wird noch gefrieren
neonblass – Ausbeuter
fügen Verständnis zu Welt und stieren
doch auf nichts, was ich seh’.


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Beitrag #68 |

RE: Literarisches Tagebuch
da hab ich dann auch noch einen...

Unbehagen

Man mag so denken, oder auch nicht.
Man mag es verschmerzen, wenn es einen sticht.
Man mag einen Gott seh´n, wo eigentlich Nichts.
Man mag es vergessen, doch los kommt man nicht.

Es plagt einen ewig, so hat es den Anschein.
Man kriegt keine Ruhe, das Licht muß stets an sein.
Es greift nach dir heimlich, es quält dich im Traum.
Es hetzt dich am Tage, da merkst du es kaum.

Das ewige Rufen, das ewige Sein.
Das ewige Selbe, und doch ewig neu.
Fatales Muster, als Erfüllung getarnt.
Vermeintlich Paradies, zur Hölle verbrannt.

Du denkst du hast..., hast aber keine Wahl.
Akzeptiere und folge, sonst wird´s dir zur Qual.
Mach´s wie die andern, folg´ blind einem Stern.
Stell dich in die Reihe, egal ob ungern.

Du kannst es nicht stoppen, du kommst da nicht raus.
Der Käfig ist eng und du bist die Maus.
Das Schicksal da oben, einem Adler gleich.
Das greift dich gar schnell, wenn du entweichst.

Man mag so denken, ober auch nicht.
Man mag es verschmerzen, wenn es einen sticht.
Man mag einen Gott sehn, wo eigentlich Nichts.
Man mag es vergessen, doch los wird man´s nicht.

Copyright by Sigurd


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Beitrag #69 |

RE: Literarisches Tagebuch
.

Ich bin wieder
hinter den Fenstern.

Von draußen tragen sie
den Tag zu mir herein
und ich stemple die
Ankunftszeiten ein.

Durch Jalousienritzen tropft indes
der Konjunktiv in den Wind –
kommt mir Verlaine in den Sinn? –
Der Himmel überm Dach…

Das ist für mich
kein Leben.

3./4.2.10


.

Krawehl, Krawehl!
Taubtrüber Ginst am Musenhain!
trübtauber Hain am Musenginst!
Krawehl, Krawehl!


"Kunst ist nichts anderes als das Portrait einer Idee." Manfred Kröplein.

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Beitrag #70 |

RE: Literarisches Tagebuch
(03.01.2014)

Es war still im Raum.
Die großen Fenster am Rand durch Streifen von Gardinen verhangen. Der lange breite Tisch in der Mitte verwaist, bis auf den Mann der am Kopfende in seinem Sessel saß.
Feiner Zwirn, die Hose in schwarz gehalten, die Schuhe entzogen sich neugierigen Blicken unter dem Tisch. Er trug eine anthrazitfarbene Krawatte, schon leicht gelöst, über einem weißen Hemd, dessen oberster Knopf bereits geöffnet war.
Nachdenklich tippte er mit einem Tintenfüller in seinen Fingern auf den Tisch. Vor ihm ein Stapel Papiere, ordentlich zusammen gerückt. Daneben ein Glas mit klarem Inhalt, noch unangetastet.
Sein Blick löste sich aus der Ferne, glitt über die leeren Stühle. Dann piepste es. Er schob die Papiere beiseite. Darunter kam ein im Tisch eingearbeiteter Monitor zum Vorschein.
Ein blinkender Punkt. Dann erschien eine Meldung:
'->Entschlüsselungsverfahren. Bitte warten ...'
Er griff wieder zum Tintenfüller um seine Anspannung auf dem Rücken des Tisches abzutippen, als die Meldung verschwand und eine zweite folgte:
'->Report.'
'->Operation Ganymed abgeschlossen.'
'->Objekte sichergestellt.'
'->Subjekt 1 geborgen. Status: verstorben.'
'->Subjekt 2 geborgen durch CCCP Leonov, Eisbrecher, Baltische Flotte der UdSSR. Verlegung durch Lufttransport nach KP. Derzeitiger Status: Unbekannt.'
'->Ende.'

Er legte den Tintenfüller wieder zur Seite, als sich die Wand gegenüber der verhangenen Fenster surrend teilte und einen Wandbildschirm offenbarte, der dahinter im Dunkeln geschlummert hatte.
Der Mann stand auf und trat zum großen Bildschirm, auf dem in der Ferne nur der Rücken eines großen Sessels zu sehen war. Davor befand sich eine Leinwand, die mehrere Fernsehkanäle zeigte.
"Wir haben sie", sagte der Mann tonlos, und es folgte ein zufriedenes Knurren.
"Gut, Arstrom", antwortete eine tiefe brummige Stimme aus dem Bildschirm. "Ich war auch nicht untätig. Zuse-Siemens gehört jetzt uns!"
"Wie haben Sie das denn geschafft?". fragte Arstrom verwundert. "Ich dachte, der Vorstand hätte abgelehnt?"
"Ist das wichtig?"
"Nein, Signore."
"Jetzt haben wir mit der Menge vom Schiff mehr als genug Wellserit!"
"Was ist mit Pappenheim?"
"Das ist noch unwichtiger."
"Hm."
"Sie klingen nicht begeistert."
"Wir haben die rote Zora verloren", meinte Arstrom und versuchte seine Gefühle zurückzuhalten.
Ein kurzes Schweigen.
"Sie ist tot, Arstrom?", fragte der Mann hinter dem Rücken des Sessels.
"Ja."
"Dann schicken Sie Blumen."


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