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Literarisches Tagebuch
Beitrag #41 |

RE: Literarisches Tagebuch
Blitz Dreißig – Anfahrt.
(Nachtdienstarabesken wieder einmal;
Versipulsiv angehaucht diesmal)



Relaisrauschen raubt
mir gellend den Schlaf;
Frequenzenknacken lenkt
vom rechten Weg mich ab.
Stroboskopisch hallt
Finsternis in meinen Ohren.

Die Nacht ist blau
zerspiegelt und blitzt -
ich neide jedem seinen
Sternenhimmel.



16. 12. 2008

Ich bin absolut dafür, daß man Narren von gefährlichen Waffen fernhält. Beginnen wir mit Schreibmaschinen. (Frank Lloyd Wright)

Prinzessin von Kagran

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Beitrag #42 |

RE: Literarisches Tagebuch
Eine Kerze und ein Zweig

Allein herzukommen,
hätte mir das Herz
gänzlich erdrückt:

Ich bin nur mit-
nicht selbst gekommen
(und trotzdem waren wir verlassen).

Ich glaube,
es war der Anblick des kleinen
Christbaums,
schwankend und aufgeputzt
unter den vielen Krähen:
Damit du auch einen hast.

Eine Kerze und ein Zweig daneben,
damit du weißt (wüsstest du),
wie gern wir dich heuer
wieder bei uns gehabt hätten –

wer will zu Weihnachten schon
alleine sein?

24.12.08



.

Krawehl, Krawehl!
Taubtrüber Ginst am Musenhain!
trübtauber Hain am Musenginst!
Krawehl, Krawehl!


"Kunst ist nichts anderes als das Portrait einer Idee." Manfred Kröplein.

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Beitrag #43 |

RE: Literarisches Tagebuch
27. Dezember 2008

Satt


Flaust du
ab, Kind? Flautengänger, warst du
Flamme? Feuer? Spinnst du
Gold zu Stroh?


Windschatten werf ich
aus
in deine Hände, lösch die
Kindergesänge

und ruf den Not-
stand ein, wir
werden knapper über-
leben

(das Leben über haben),

bis
das letzte Gürtelloch
reißt,
aus dem wir
pfeifen

und ich schrei
-b dir Fetzen
von der Wand, weil

in mir Übelkeit ersättigt, bis
sie überquillt

und ich

kotze.


---

Mit Dank an kristallin unbeschönigende Shoutboxschreibereien, die für den letzten Ekelschliff gesorgt haben.
"Erbrechen" als Unwort, wir sehen der Wahrheit ins Gesicht und die - kotzt.

Ich bin ein Fragezeichen
kein Punkt
- Rose Ausländer -

Avatar von Zwielichtstochter

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Beitrag #44 |

RE: Literarisches Tagebuch
.


Die Tage werden wieder heller.


Den Weihnachtsstaub
vom alten Jahr geblasen
und die Kerzen gelöscht.

Die Sterne wieder
in die Nacht gehängt
(bis auf einen alle),
und erwartungsbare Hoffensblicke
den Schiffen nachgeschickt

über den Jahreswall.

30.12.08



.

Krawehl, Krawehl!
Taubtrüber Ginst am Musenhain!
trübtauber Hain am Musenginst!
Krawehl, Krawehl!


"Kunst ist nichts anderes als das Portrait einer Idee." Manfred Kröplein.

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Beitrag #45 |

RE: Literarisches Tagebuch
02./03.01.2009

Nächtliches Gedankenordnen
-Mitternachtsgedanken-


Still, kalt und dunkel liegt die Nacht vor mir. Was ist es, was mich nicht schlafen lässt? Sind es zu viele ungedachte Gedanken? Der neue ungewisse Tag der vor mir liegt, oder der Ungenutzte in meinem Rücken?
Vielleicht ist es einfach die Welt, die sich weiß gekleidet hat und mich am Morgen mit ihrem eisigen Atem empfangen wird.
Jetzt bin ich hier. Gefangen in der Nacht. Schlaflos. Und denke an die Dinge, die bereits vergangen sind. Dabei heißt es doch immer, man soll an die Zukunft denken. Doch die Zukunft ist –naturgemäß- noch ungewiss, liegt hinter der Nacht die mich umgibt.
Eines ist gewiss: Irgendetwas wird passieren!

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
Wörterwelten

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Beitrag #46 |

RE: Literarisches Tagebuch
Hätte, würde, wenn

Ist es
Ist es jetzt soweit?
Wird es
Wird es diesmal sein?
Hab ich
Hab ich endlich Glück?
Wenn ich
Wenn ich nicht dran denk -

dann passiert's bestimmt.

Nur - wie könnte ich aufhören, daran zu denken?!


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Beitrag #47 |

RE: Literarisches Tagebuch
.

Aus diesem Gefühl
kann man keine Worte flechten;

Leere ist entschiedener,
ungewisser –

wie damals,
als der Ball in den Fluss gefallen ist
und wir mit Stöcken versucht haben,
ihn zurückzuholen,
weißt du noch?

Bleib bei den Steinen steh'n.

Ich bin schon zu weit abgetrieben,
um wieder bei dir
an Land zu kommen.

(Aus diesem Gefühl
kann man keine Worte flechten.)

19.01.09


.

Krawehl, Krawehl!
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Beitrag #48 |

RE: Literarisches Tagebuch
17. Februar 2009

Ver-Lust
- drei Tage und zwei Nächte Schnee -


Es lichtet, lichtet leise Worte
in stillgelegtes
Kinderwundenmal

Leg deinen rauen Finger nicht
auf diese mir so fremden
Zeichen

Ich mal dir auch ein
Flimmerbild, ein Zungenspiel,
du musst es nicht
begehren

Komm, lass, die Lügen
ruhen nicht – wie falsch sind meine
Lippen – wollt doch nie

so tief mich selbst im Fall
ausloten


Ein Echo in den Augen
und du liest es wahr

Wie hast du mich
entblößt / wie hab ich mich
geschändet

Vergiss mein

und
verliere mich

Ich hab es längst getan


.

Ich bin ein Fragezeichen
kein Punkt
- Rose Ausländer -

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Beitrag #49 |

RE: Literarisches Tagebuch
Tagebuchnachtrag 11.04.2009

Reisebeobachtungen


Ungesehen fliegt die Landschaft an dir vorüber. Für dich zählt nur das geschriebene Wort. Unruhig kratzt der Stift über das Papier, hinterlässt Spuren aus Graphit. Die Worte fließen aus dir heraus. Satz um Satz erscheint auf dem weißem Papier.
Wortsuchend hälst du Inne.
Verzweiflung.
Ideenflug.

Der nächte Satz entsteht.
Worte kommen
und gehen,
erscheinen,
müssen wieder weichen und werden ersetzt.
Zufrieden betrachtest du die gefüllten Seiten.

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #50 |

RE: Literarisches Tagebuch
"Wir sind irgendwie alle in der Sinnkrise."
"Naja, Krise."
Auf der Wiese um den Flakturm liegen die Leute in der Sonne, unter den Bäumen ist es kühl – der Sommer beginnt erst langsam, ist eigentlich noch Frühling.
Unzufriedenheit, eher, aber das Wort trifft es nicht genau genug und ich finde kein besseres; mein ganzer Kopf, meine Brust ist voll Ungesagtem, Gesammeltem, das ich nicht ausdrücken kann, und ich weiß nicht woher.
"Irgendwie plant man halt immer und dann geht's doch nicht."
"Wie meinst du das?"
Ich kann es nicht formulieren, nicht einmal geschrieben könnt ich mich verständlich machen: Ich schwebe so zwischen mir; Krise ist nicht das richtige Wort. Vielleicht ist innen zu viel gleich geblieben, während sich um mich alles geändert hat. Vielleicht ist außen zu viel gleich geblieben, während sich innen alles geändert hat. Vielleicht ist alles noch wie vorher (vor was?) oder es ist alles anders.
"Was geht nicht?"
"Weiß nicht."
Alles, nichts, weiß nicht. Langsam muss man sich eben entscheiden, was man will. Vielleicht hat der Realismus die Zukunftsvorschläge (planen kann man so was Flüchtiges wirklich nicht, höchstens hoffen) eingeholt. Vielleicht der Pessimismus, weiß nicht, heut weiß ich gar nichts mehr.
"Werden wir sehen. In fünf Jahren oder so."
"Ja."
Wir reden nicht mehr. Vor uns im Schotter haben sie begonnen, ein Spiel mit Holzblöcken, die man umschießen muss, zu spielen, wir schauen wortlos zu.
Man kann eh nur warten.


20.4.09

Krawehl, Krawehl!
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