Es ist: 30-10-2020, 11:33
Es ist: 30-10-2020, 11:33 Hallo, Gast! (Registrieren)


Recherche?
Beitrag #11 |

RE: Recherche?
Also ich schreibe ja Kurzgeschichten, wirklich viel Hintergrundwissen braucht man ja bei relativ kurzen Texten nicht unbedingt. Ich habe das Meiste geschrieben, ohne lang vorher zu recherchieren. So wirklich viel reines Wissen, wo ich auch noch was nachgelesen habe, war eine, wo es um eine wissenschaftliche Theorie geht. Da hatte ich aber durch das Studium schon das Grundwissen und das auch in Büchern stehen und dann habe ich halt auch noch im Internet ein wenig geschaut, was es so gibt.

Im Moment bin ich wieder etwas mehr auf Fantasy (mag sonst SF lieber), da habe ich mir mal im Internet angesehen, was es denn alles so an Waffen gibt. Das fand ich sehr interessant.


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Beitrag #12 |

RE: Recherche?
Auch bei Fantasy braucht man einen Hintergrund, denn Wissen ist der Nährboden von Phantasie. Aber man muss nicht alles extra dafür recherchiert haben, wenn es ein Nebenprodukt von einem anderem Projekt ist, ist es auch okay.


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Beitrag #13 |

RE: Recherche?
Hallo zusammen,

wie unhöflich von mir! Da liefere ich Euch also einen Anstoß für ausführlichen Erfahrungsaustausch und vergesse dann glatt darauf, mich selbst einzubringen... ich hoffe, Ihr verzeiht!

Ich habe sehr interessiert gelesen, wie Ihr recherchiert und kann einiges sehr gut nachvollziehen.

Für meine Kurzgeschichten recherchiere ich gar nicht und wenn, dann nur Details. Außerdem schreibe ich hauptsächlich in der realen Welt, um nicht sogar zu sagen: in meiner realen Welt. D. h. Schauplätze, Kulturen und Gebräuche, Hintergrundinformationen sind mir bekannt bzw. lassen sich leicht herausfinden.

Naira schrieb:Aber am schwierigsten zu recherchieren finde ich Historisches, weil man da wirklich alles vorgegeben hat: die Kleidung, die Architektur, die Inneneinrichtung, die sozialen Strukturen, die Währung, die politischen Verhältnisse, die führenden Persönlichkeiten eines Staates, zeitgemäße Namen, Justizsysteme (...) Deswegen kann ich mich zu so was immer nicht aufraffen, obwohl ich total gern einmal was Historisches schreiben möchte.
Da teile ich Nairas Meinung - momentan schreibe ich an einem längeren Projekt, das zwar nicht historisch ist, aber (als Familienroman) doch in der Generation unserer Großeltern wurzelt. Das ist auch der Vorteil bei der Recherche - ich kann die Großeltern fragen! Icon_wink Dennoch gibt es einige Details, die man ergründen muß, vor allem in Bezug auf das Politische. Dabei helfen Geschichtsbücher und lange lange Internetrecherchen (das ist das Problem am Internet: man kommt schnell auf viel Blödsinn)

Liebe Grüße aus wikipedialand Icon_wink
t.

Ich bin absolut dafür, daß man Narren von gefährlichen Waffen fernhält. Beginnen wir mit Schreibmaschinen. (Frank Lloyd Wright)

Prinzessin von Kagran

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Beitrag #14 |

RE: Recherche?
Ich umging das Problem mit der Recherche bisher so, dass ich zum Einen für Liebesgeschichten wahrlich keine Recherche brauche - persönliche Einstellung, Auffassung und Erfahrung genügen da zumeist.

Augenblicklich bastele ich ja an dem Grundgerüst einer etwas umfassenderen Geschichte, die sich im Bereich Psycho-Thriller ansiedeln lässt, für die ich die Recherche damit umgehe, dass es sich um ein fiktives Experiment der Regierung handelt. Da reichen Grundkenntnisse über die Strukturen des staatlichen Systems und die menschliche Psyche.

Wie bereits von Anderen in diesem Thread gesagt, stelle auch ich mir besonders historische Sachen und sehr wissenschaftlich gebundene Geschichten äußerst schwer vor.
Eine besonders gute Recherche hat übrigens meiner Meinung nach Frank Schätzing, der ja für 'Der Schwarm' sogar ein zusätzliches Sachbuch für die Informationen, die es nicht mehr in das eigentlich Buch geschafft haben, herausgebracht hat.

Was sagt ihr dazu eigentlich? Welche Autoren leisten eurer Meinung nach die beste, umfassendste Recherche?

A poet is a nightingale who sits in darkness and sings to cheer its own solitude with sweet sounds.
~Percy Bysshe Shelley

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Beitrag #15 |

RE: Recherche?
Hallo,

Ach ja...die Recherche. Icon_wink Ich bin auch meist eine, die sich zumeist an Bekanntes oder erfinde völlig neues. Meist bin ich ja ein fauler Mensch und umgehe die Arbeit so gut ich kann - aber wenn es mich wirklich interessiert, ist das Ganze keine Arbeit für mich. Glücklicherweise intressieren mich alle meine Geschichten. Icon_wink Und weil ich wert auf die Richtigkeit der Sachverhalte in meinen Geschichten lege, ist Science Fiction sowas wie ein Horrorgebiet für mich. *hust* Insgesamt finde ich, Autoren müssen sich über die wichtigsten Dinge, die in ihren Geschichten vorkommen, informieren. Da komme ich auch gleich zu Lars' Frage:

Zitat:Welche Autoren leisten eurer Meinung nach die beste, umfassendste Recherche?

Dazu muss man definieren, was die beste und umfassendste Recherche ist. Das kann schließlich von Geschichte zu Geschichte varieren und gemischt sein: Manchmal sind es die Schauplätze, manchmal die technischen Aspekte, manchmal etwas über die Epoche oder die medizinischen Fakten. Wichtig ist, worauf der Augenmerkt des Lesers fällt - und das können auch unwichtig wirkende Details sein. Alles andere darf meiner Meinung nach "verschwommen" und nur angedeutet sein, damit habe ich kein Problem. Wenn aber ein Autor etwas völlig verrücktes schreibt, nur weil es dann einfacher für ihn ist. Mag sein, das es den neisten Menschen nicht auffällt - aber es macht gute Autoren aus, ihre Geschichten zu Lieben und sich die notwendige Zeit auch für unangenehmer wirkenden Dinge zu nehmen.

Zitat:Da reichen Grundkenntnisse über die Strukturen des staatlichen Systems und die menschliche Psyche.

Nun ja, die menschliche Psyche ist meiner Meinung nach auch ein Gebiet, über das man recherchieren kann (und sollte). Vor allem, wenn die Motivation eines Protagonisten von seinem (gestörten?) psychischen Zustand abhängt. Etwas, womit ich mich für meinen aktuellen Roman zur Zeit beschäftige. Icon_smile Und wenn dein Roman ein Psychothriller ist (darin wird ja eben die Psyche verschiedener Charas unter anderem hervorgehoben), dann würde ich mich auch damit befassen. =) Wobei das nur meine Meinung ist und ich ja nicht genau weiß, worum es in deiner Geschichte geht.


Liebe Grüße,

Aliesa.


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Beitrag #16 |

RE: Recherche?
Zitat:Dazu muss man definieren, was die beste und umfassendste Recherche ist.
Das beantwortest du ja im Prinzip schon in deinem Absatz: Eine Recherche, die ebenso wichtige Fakten, wie auch kleine, aber fein eingebaute Details umfasst und den Roman eben (wie du es sagtest) nicht zu abstrus wirken lässt, weil der Autor einfach keine Lust auf Recherche hatte.

Zur Psyche: Vielleicht kam das etwas falsch rüber: Ich meinte mit 'Grundkenntnisse' nicht, dass ich mich auf das verlasse, was ich irgendwo mal aufgeschnappt habe, sondern dass ich natürlich schon hinreichend recherchiere, allerdings eben nicht jedes noch so kleine Detail, und jede noch so unwichtige Information, sondern aus den für mich wichtigen Teilgebieten das Grundlegende/Wichtigste. Um umfassende Recherche zu betreiben, die ich vielleicht nie für die Geschichte brauchen werde, ist die Psychologie einfach zu breit gefächert - was nicht heißen soll, dass ich ahnungslos ans Werk gehe Icon_wink

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~Percy Bysshe Shelley

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Beitrag #17 |

RE: Recherche?
Hi Lars,

Zitat:Das beantwortest du ja im Prinzip schon in deinem Absatz.

Das war auch so gewollt. Der Satz sollte nur eine Art... ähm nenn es Hinführung zur Antwort. Was ich eigentlich meine ist folgendes (tut mir leid, wenn ich mich missverständlich ausgedrückt habe): So einfach lässt sich nicht sagen, dieser Roman wurde umfassend recherchiert und dieser nicht. Einfach, weil es immer ein Unterschied ist, was für ein Buch ich schreibe. Wenn ich eine Fantasygeschichte irgendwann im Mittelalter ansiedle, brauche ich viel mehr nachvollziehbare, sichtbare Recherche, während ich beispielsweise aber auch etwas über einen Pädophilen schreiben kann. Hier kann ich mich wissenschaftlich über die Psyche und echte Fälle erkundigen und dem Phädophilen eine unscheinbare Buchidentität geben, in einem normalen Beruf in einem unscheinbaren Ort, wofür ich auch Zeit aufwende, wenn ich mich darüber schlau mache. Aber hier ist sie nicht gleich erkennbar, und das ist eines der Gründe, weshalb ich es schwer finde, dir eine konkrete Antwort zu geben, dir einen oder mehrere bestimmte Autoren zu nennen. Weil nicht alles auf den ersten Blick sichtbar ist. Und weil manche Bücher einfach mehr Hintergrundwissen erforden, um zu funktionieren und andere nicht. Und das macht sie ja nicht schlechter.

Verstehst du, was ich meine? Icon_smile

Zitat:Zur Psyche: Vielleicht kam das etwas falsch rüber: Ich meinte mit 'Grundkenntnisse' nicht, dass ich mich auf das verlasse, was ich irgendwo mal aufgeschnappt habe, sondern dass ich natürlich schon hinreichend recherchiere, allerdings eben nicht jedes noch so kleine Detail, und jede noch so unwichtige Information, sondern aus den für mich wichtigen Teilgebieten das Grundlegende/Wichtigste.

Ja, hier habe ich dich falsch verstanden, entschuldige bitte.


Liebe Grüße,

Aliesa.


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Beitrag #18 |

RE: Recherche?
ich schreibe nur was ich selbst erlebt habe, oder dazu erfunden habe. *lach*
und ich hasse fremdwörtetr. also wenn ich was nicht kenne, ignoriere ich es so lange, bis ich weiß, was es ist ohne danach suchen zu müssen.
war das jetzt sinnvoll? egal, es ist spät und ich bin schon ausgelaugt vom schreiben heute.
wünsch euch eine gute nacht, raabenschnabel.

Meine Schamanismus-Seite:
http://www.raabenweib.de.tl

Meine Kunst-Seite:
http://www.krah-krah.de.tl


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Beitrag #19 |

RE: Recherche?
Hallo zusammen,


@Aliesa: bei einem Satz muss ich mich doch kurz einschalten Icon_wink
Aliesa schrieb:Und weil ich wert auf die Richtigkeit der Sachverhalte in meinen Geschichten lege, ist Science Fiction sowas wie ein Horrorgebiet für mich. *hust*
Meinst du, weil es so schwierig ist, die Sachverhalte da richtig darzustellen (neue Techniken usw.), oder weil sich da gewissermaßen jeder seine Sachverhalte "zurechtschneidern" kann? Ich hoffe doch ersteres, bei zweiterem müsste ich jetzt dazwischenreden (was ich ohnehin gerade tu). *g*
Ersteres stimmt jedenfalls bedingt, allerdings gibt es genug Sci-Fi die, die gar nicht Technik etc. in den Vordergrund stellt sondern gesellschaftliche Entwicklungen und neue Umwelten ... wie z.B. die Dystopie "1984" von Orwell. Ansonsten ist gerade dieses Spiel mit "was wäre, wenn" sehr reizvoll, bei dem zwar auch neue Möglichkeiten der Wissenschaft ausgelotet werden, aber viel eher ihr Einfluss auf den Menschen dargestellt wird: Was wäre, wenn ... Menschen Androiden bauen würden, die sich nicht von ihnen unterscheiden lassen (u.a. "Blade Runner"), wenn sie Kriegsroboter bauen würden, die sich selbst intelligent weiterentwickeln ("Variante Zwei") usw. - da muss gar nicht so wichtig sein, wie dies und jenes genau funktioniert, wichtig ist die Konsequenz, die sich daraus ergibt. Die beiden genannten Werke sind von Philip K. Dick, der viel mit "was wäre, wenn" gearbeitet hat.

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Aber ich schweife vollkommen ab. *g*
Also zum Thema selbst: Ich recherchiere gern, einfach für mich, über die verschiedensten Dinge; ab und an lasse ich das auch in Kurzgeschichten einfließen, allerdings habe ich bis jetzt erst einmal wirklich zielgerichtet recherchiert, und das war für ein misslungenes Romanprojekt. Wenn ich über etwas schreibe, will ich jedenfalls möglichst authentisch sein; da will ich über Details bescheid wissen, die ich vielleicht gar nicht einbaue, einfach nur für mich und um mich mit allem vertraut zu machen.
Ansonsten ist es mir vor allem wichtig, Atmosphären und Momente einzufangen und möglichst überzeugend darzustellen. Die Stimmung bei einer Autofahrt im Regen, bei einem Spaziergang am Fluss, beim Hasten zum Bus. Tragendes Element ist bei mir die Atmosphäre, und wenn die nicht ankommt, kann ich noch so viel recherchiert haben, dann ist meine Geschichte für mich misslungen. Deswegen "sammle" ich Augenblicke, beschreibe sie manchmal für mich in Gedanken und lasse sie in Texte einfließen. Das kann auch einfach ein Geruch sein, eine Farbe oder ein Lied, so etwas ist meine "Recherche". Eindrücke zu sammeln. Und natürlich Wissen, ich lerne gern Neues kennen, aber so etwas - z.B. Wissen um die menschliche Psyche o.ä. - fließt oft nur sehr unterschwellig ein.

Interessantes Thema by the way, lese immer wieder gern hier rein Icon_wink


Mira

Ich bin ein Fragezeichen
kein Punkt
- Rose Ausländer -

Avatar von Zwielichtstochter

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Beitrag #20 |

RE: Recherche?
Hi,

@Mira

Zitat:Meinst du, weil es so schwierig ist, die Sachverhalte da richtig darzustellen (neue Techniken usw.), oder weil sich da gewissermaßen jeder seine Sachverhalte "zurechtschneidern" kann? Ich hoffe doch ersteres, bei zweiterem müsste ich jetzt dazwischenreden (was ich ohnehin gerade tu). *g*

Ja, ersteres. Icon_wink (Enschuldige übrigens, das meine Antwort so lange gedauert hatte, ich hatte viel zu tun in lezter Zeit.) Klar gibt es Sci-Fi, die Technik, oder zumindest ihre Funktionsweise, nicht in den Vordergrund stellt, da stimmte ich dir zu - aber es gibt eben Romane, in denen das, wenn auch nur angeschnitten, vorkommt. Und ich hab nunmal kaum Ahnung von Technik ( Smiley_emoticons_blush ), und in meinen Ideen die Richtung Sci-Fi gehen, ist technischer Schnickschnack enthalten - deswegen Horrorgebiet, weil ich wie gesagt kaum Ahnung habe. Glücklicherweise wandern meine Ideen meistens Themengebiete zu, die mir angenehmer erscheinen (und bei denen ich auch in der Lage bin, sie wirklich zu begreifen).

Übrigens finde ich das hier total interessant:

Zitat:Deswegen "sammle" ich Augenblicke, beschreibe sie manchmal für mich in Gedanken und lasse sie in Texte einfließen.

Das handhabe ich auch so. *lach* Besonders wichtig ist diese Art der "Recherche" (Hmm...ich glaube ich muss lernen umzudenken. Als Recherche hört sich das ganze viel besser an, als "Wenn die Leute wüssten, was ich andauernd gedanklich mit Worten forme und ausprobiere". *g* ) für Geschichten oder eben ihre Ausschnitte die (fast) ausschließlich durch die Atmosphäre leben. Und manchmal, zumindest geht es mir so, werden die Worte zu mächtig - dann liege ich nachts wach, höre Musik, will schlafen und höre die Kirchglocken leuten. Geisterstunde. Und schon greife ich nach meinem (durch Erfahrungen neben meinem Bett liegendem Schreibzeug) und versuche den Moment festzuhalten. Dahinter steckt dann keine Handlung, nichts, nur der Augenblick lebt. =)

Liebe Grüße,

Aliesa.


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