Es ist: 27-02-2020, 06:17
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Die Götter der Germanen - Teil 4
Beitrag #1 |

Die Götter der Germanen - Teil 4
Verschlafen drehte sich Hahn um. Es hatte seine Vorteile, ein Hauptsturmführer der Kripo zu sein. Zum Beispiel wurde die Wohnung mittlerweile danach ausgesucht oder zugeteilt, ob ein Telefonanschluss darin vorhanden war. Es klingelte allerdings nur dann, wenn Hahn ausschlafen wollte.
Müde stand er auf und ging im Schlafrock in den Gang, nahm den Hörer ab und krächzte seinen Namen in die Sprechmuschel.
„Hahn, Voecks hier. Würde es Ihnen etwas ausmachen, sofort in mein Büro zu kommen? Und ich meine sofort! Ich habe hier zwei Männer aus dem Hauptamt. Wegen des Vorfalls gestern Abend. Beeilen Sie sich!“
Voecks legte ohne auf eine Antwort zu warten auf.

„Da ist er ja endlich!“, freute sich der lange Voecks mit den kurzen, ergrauenden braunen Haaren und sah wirklich erleichtert aus.
„Meine Herren, das ist Hauptsturmführer Hahn“, stellte Voecks ihn vor, nachdem er sein Büro betreten hatte. Dann deutete er nacheinander auf die beiden anwesenden Herren.
“Hahn, das hier sind Sturmbannführer Effer und Obersturmführer Wittholz vom SS-Hauptamt. Sie sind hier um die Zuständigkeiten in dieser dummen Sache von gestern zu klären.“
Hahn grüßte die beiden Herren mit dem Deutschen Gruß, trat dann zum Schreibtisch seines „Chefs“. Das Büro war geräumig und wurde von einem großen, wuchtigen Schreibtisch aus massivem braunen Holz beherrscht, der genau gegenüber der Tür stand. Hinter dem Schreibtisch saß Voecks und präsidierte, während die beiden SS-Männer auf dem großen Platz rechts und links davon auf normalen Holzstühlen saßen. Hinter Voecks hingen alte Urkunden, seine Diplome und direkt über seinem Kopf ein Bild des Führers.
Die beiden Männer in den schwarzen SS-Uniformen, mit den nach oben offenen Winkeln des „Alten Kameraden“ auf dem rechten Ärmel, waren höflich aufgestanden und streckten ihm die weiß behandschuhten Hände hin. Effer drückte kräftig zu, während Wittholz’ Hand wie ein nasser Lappen in der seinen lag.
Die Alten Kameraden setzten sich sofort nach der Begrüßung wieder auf die Stühle und Hahn tat es ihnen gleich.
Effer grinste Voecks an und setzte sich in Positur.
„Zur Richtigstellung, wir sind nicht vom Hauptamt, wir sind vom Amt IV des Reichssicherheitshauptamtes.“ Effer grinste noch breiter, während Voecks ihn erschrocken ansah. Dann richtete Effer seinen Blick auf Hahn, während dieser den sichtlich geschockten Voecks betrachtete und leise lächeln musste.
„Wir ließen uns nur als SS-Hauptamt-Männer melden, um die Geheimhaltung zu gewährleisten. Aber fangen wir endlich an.“
Voecks Albtraum war wahr geworden. Vor ihm standen zwei Geheime der Gestapo.
„Hauptsturmführer, gestern Abend gegen sieben Uhr wurde Ihnen ein Unfall gemeldet, bei dem man eine Leiche fand. Ist das korrekt?“, tönte Effers Stimme etwas überlaut durch den Raum. Dieser Mann war es gewohnt zu verhören und nur durch die Gewalt seiner Stimme und der Angst vor seiner Uniform an Informationen zu kommen.
„Ja, Sturmbannführer.“
„Die Leiche war in einer Kiste auf der Ladefläche eines LKWs, der zum KL Dachau unterwegs war?“
„Korrekt, Sturmbannführer!“
„Der LKW gehörte zu den Totenkopfverbänden?“
Hahn bejahte auch diese Frage und fragte sich, worauf Effer hinaus wollte. Die Antworten auf seine Fragen hätte er auch aus Hahns Bericht ersehen können, den dieser gestern Abend noch erstellt und für seinen Chef bereitgelegt hatte.
„Gut, soviel zu den Fakten.“ Effer rieb sich die Hände. „Hauptsturmführer, ich muss Ihnen leider sagen, dass die Leiche eindeutig jüdisch war.“
Hahn merkte, wie Effer jetzt zum Punkt kam und setzte sich aufrecht auf den Stuhl, um kein Wort des Sturmbannführers zu versäumen.
„Und deswegen sind wir hier. Eine unerklärliche jüdische Leiche, die aus einer Kiste fällt, ist Sache des Reichssicherheitshauptamtes. Und zwar des Referates B 4 Juden, Amt IV, Geheime Staatspolizei.“ Effer legte eine kurze Kunstpause ein, in der Hahn die verschiedenen Ämter und Dienststellen sortierte.
Effer sprach vom Reichssicherheitshauptamt. Unter seinem Dach waren alle Dienststellen, die mit der internen und externen Sicherheit des deutschen Reiches zu tun hatten, zusammengefasst. Wenige wussten genau, dass dieses Amt existierte. Die untergeordneten Ämter kannten viele, die Gestapo, die Kripo und so weiter. Aber das RSHA hatte keine Adresse, keine eigenen Briefbögen oder sonst ein Erkennungszeichen. Es existierte lediglich in kursierenden Gerüchten und die bloße Erwähnung des Amtes reichte meist aus, dem Gegenüber Respekt einzuflößen. Nur eine Dienststelle war noch furchteinflößender: Der Stab des Reichsführer-SS und Chef der deutschen Polizei, Heinrich Himmler. In seinem Hang zu Abkürzungen kürzte Himmler seine Titel einfach mit RFSSuChdDtPol ab.
Walter Hahn war mehrmals mit beiden Dienststellen in Kontakt gekommen und immer zu seinem Nachteil. Vor allem bei diesem Devisenfall, als er unbedingt den Täter fassen wollte. Nach diesen Kontakten und sicher nach dem Devisenfall war Hahn sogar so schlecht angesehen, dass er sich auf Anweisung des Brigadeführers und Leiter des Amtes V „Verbrechensbekämpfung“ des Reichssicherheitshauptamtes Arthur Nebe, vor etwas mehr als einem halben Jahr „freiwillig“ zur Abkommandierung zu einer Einsatzgruppe im Osten melden musste. Hätte er sich nicht gemeldet, würde er jetzt eine Kompanie an der Front führen. Oder nicht mehr.

Effer riss ihn laut und mit voller Betonung aus seinen Gedanken.
„Also der Gestapo!“, sagte er und sah Hahn voll ins Gesicht. Aber Hahn weigerte sich, den Blick zu senken und sah gleichzeitig im Augenwinkel, wie Voecks zusammenzuckte.
„Was ich Ihnen jetzt sage, Hahn, muss unter allen Umständen in diesem Raum bleiben. Das gilt auch für Sie, Voecks. Die Leiche, die Sie gestern Abend gesehen haben, war ein Testobjekt.“ Effer ließ diese Worte, die er in vertraulichstem, geheimniskrämerischstem Ton mit gesenkter Stimme sprach, auf die Zuhörer wirken.
„Neue, furchtbare Waffen werden entwickelt, um den bolschewistischen Feind niederzuwerfen. Um die Wirksamkeit dieser Waffen zu testen, brauchen wir Menschen. Auf diese Art kann sogar der Volksfeind noch etwas für uns tun. Haben Sie die Tragweite dieser Angaben begriffen?“
Effer sah Hahn und dann Voecks an. Hahn nickte nicht besonders langsam, aber etwa halb so schnell wie Voecks.
„Ich werde es Ihnen beiden verdeutlichen: Es gibt keinen, ich wiederhole, keinen Fall und folglich auch keine Leiche. Alle Aufzeichnungen und Akten über diesen Vorgang sind mir auszuhändigen“, sagte Effer, zog ein zweimal gefaltetes Blatt Papier aus der Brusttasche seiner schwarzen SS-Uniform und reichte es Voecks.
„Hier ist der Befehl des Reichsführers-SS. Die Leiche wurde schon aus der Leichenhalle abgeholt und ihrer Bestimmung zugeführt.“
Effer schwieg. Voecks überflog den Befehl und seine Augen blieben an der Unterschrift hängen.
„Sie haben es gehört Hahn. Geben Sie den Herren die Akte, die sie gestern Abend angelegt haben“, wies Voecks ihn eingeschüchtert an und begann selbst, eifrig in den Papieren auf dem wuchtigen Schreibtisch zu kramen.
„Da ist er ja. Sturmbannführer, Hahns Bericht“, und Voecks Worte hörten sich so künstlich und unsicher an, als wollte Voecks etwas sagen, nur um nicht in einem stillen Raum mit den beiden Männern zu sein.
Er reichte Effer die beiden Blätter, während Hahn immer noch da saß und sich nicht regte.
„Na los, Hahn, machen Sie schon“, fuhr Voecks ihn an, als er Hahns Starre bemerkte.
Absichtlich schwerfällig und langsam stand Hahn auf und verließ das Büro. In seinem Kopf jagten sich die ihm vorstellbaren Möglichkeiten für das, was hier gespielt wurde. Und was er tun konnte, damit er nicht in wenigen Minuten ohne Leiche, ohne Fall und ohne Bericht da stand. Wenn er alles abgab, hätte er auch gestern Abend Ahlers alles übergeben können.
Wittholz folgte ihm schweigend.
Hahn übergab dem Obersturmführer das Blatt mit seinen handschriftlichen Notizen in seinem Büro, das Voecks als Akte bezeichnet hatte.
Ein „Mehr haben wir leider nicht“, konnte sich Hahn nicht verkneifen.
Wittholz nahm das Blatt schweigend und ging zurück in Voecks Büro und diesmal folgte Hahn Wittholz.
Der Abschied war kurz und weder freundlich noch unfreundlich, rein dienstlich. Hahn ging gemeinsam mit Effer und Wittholz zur Tür, ließ Voecks zurück, der halb zusammengesunken hinter seinem wuchtigen Schreibtisch sitzen blieb.


Glossar
Alte Kameraden – Bezeichnung für die ersten Mitglieder der SS mit niedriger Mitgliedsnummer. Sie durften einen nach oben offenen Winkel am Arm tragen, der sie als Alte Kameraden auswies.
Referat B 4 Judenangelegenheiten, Geheime Staatspolizei – Zuständig für Juden- und Räumungsangelegenheiten, Leiter dieses Referats war Adolf Eichmann


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Beitrag #2 |

RE: Die Götter der Germanen - Teil 4
Hey Teja!

Oh wie schön, es geht weiter! Icon_jump Hab mich gleich draufgetürzt, als ich wach geworden bin... andere kriegen Gute-Nacht-Geschichten, ich eben eine Guten-Morgen-Geschichte, auch wenn vom Morgen noch nicht viel zu merken ist Icon_smile.
Ich bin mit einer gewissen Vorfreude ans Lesen gegangen, das ist natürlich nicht ganz ungefährlich, so ist es eben einfacher, enttäuscht zu werden. Aber ich fand es nach wie vor gut geschrieben und auch wieder sehr spannend. :icon_thumbs1: Du hast eine gewisse Art an dir, die den Leser neugierig macht, gibst aber immer nur ganz kleine Stückchen an Informationen frei, so nach und nach sickert da was durch. Was jetzt genau Sache ist, weiß ich immer noch nicht.

Im Moment frage ich mich hauptsächlich, wie Hahn das anstellen will mit dem Fall. Er möchte ihn ja unbedingt behalten, aber kann er sich so einfach den Befehlen der Gestapo wiedersetzen? Und wie will er das anstellen? Indem er weiterhin nur ein paar Sachen hinschreibt und das dann als Bericht abgibt?
Manchmal würde ich gerne seine Gedanken lesen können. Auch wenn er bisher noch keine klaren Anhaltspunkte hat - mal abgesehen von der Erklärung des Gestapo Mannes -es würde mich trotzdem interessieren, was so in sienem Kopf herumschwirrt an Indizien und Vermutungen. Aber ich denke, es ist auch noch ein bisschen zu früh, um allzu viele Fragen zu stellen. Ich bin mir sicher, das wird sich nach und nach alles aufklären. Und am Ende halte ich dann doch das fertige Puzzle in der Hand.
Mal sehen, ob ich das Ergebnis schon vorher errate oder ob ich dann ganz überrascht bin. Es wäre Beides für mich okay.:icon_coolnew:

Dann bleibt nur noch, das Geheimnis um diesen Ahlers zu lösen, den es plötzlich gar nicht mehr wirklich zu geben scheint. Auf jeden Fall ist er momentan irgendwie verschwunden, fast, als hätte es ihn nie gegeben. Mir kommt es so vor, als wäre Hahn im Augenblick der einzige, der sich noch an diesen Namen erinnert und damit auch an die Existenz dieses Mannes. Alle anderen haben ihn schon wieder vergessen oder gar nicht erst gesehen/gekannt. Seine Abwesenheit kommt mir auf Jeden merkwürdig vor, besonders, weil Hahn seinen Namen dauernd so beiläufig denkt/erwähnt. Das schafft eine angespannte Atmosphäre, was den Namen "Ahlers" angeht.

Ich wüsste zu gerne, was da los ist, im 3. Reich...
Ob die Nazis wegen lauter Ämtern und Dienstgraden und Abkürzungen zu durcheinander und überfordert sind, so dass sie selber nicht so ganz wissen, was sie da eigentlich tun? Icon_irre
Oder schätze ich die jetzt wieder falsch ein, weil ich sie zu sehr als Feind sehe? Bei Effer bin ich mir in dieser Hinsicht auch nicht ganz sicher - er zeigt Entschlossenheit und Selbstsicherheit. Aber bei seinem Begleiter könnte ich es mir durchaus vorstellen.

Zitat: Dann richtete Effer seinen Blick auf Hahn, während dieser den sichtlich geschockten Voecks betrachtete und leise lächeln musste.
Voecks benimmt sich an dieser Stelle schon ein bisschen auffällig und Hahns Lächeln macht die Situation nicht unbedingt besser - falls die beiden Männer es überhaupt bemerken. Solche Reaktionen können sie in solchen dunklen Zeiten wirklich in Teufels Küche bringen. Am liebsten hätte ich ihnen zugerufen: "Jetzt seid doch mal ein bisschen vorsichtig!" Immerhin wissen die beiden ganz genau, wen sie da vor sich haben und ihr Verhalten zeugt nicht gerade von Ehre und Respekt.
Zitat:In seinem Hang zu Abkürzungen kürzte Himmler seine Titel einfach mit RFSSuChdDtPol ab.
Icon_lachtot Oh mein Gott! Das soll eine Abkürzung sein? Da kann man sich die ursprüngliche Form ja besser merken.
Ich komme sowieso ab und zu mit den ganzen Dienstgraden ein wenig durcheinander. Aber ich bin diese Bezeichnungen auch nicht gewöhnt. Ich denke, das gibt sich von selber, wenn ich einfach weiter lese... am Anfang war ich auf jeden Fall öfter kurz verwirrt als jetzt. Das ist doch schon mal ein gutes Zeichen.:icon_coolnew:
Zitat:„Neue, furchtbare Waffen werden entwickelt, um den bolschewistischen Feind niederzuwerfen. Um die Wirksamkeit dieser Waffen zu testen, brauchen wir Menschen.
Ob das wirklich die ganze Wahrheit ist? Ich traue dem Mann irgendwie nicht wirklich. Das ganze könnte ja durchaus auch eine glatte Lüge sein - und niemand merkts!
Wie schon oben gesagt: Ich wüsste zu gerne, was da genau passiert. Warte schon ungeduldig auf eine Art Erklärung, egal von wem sie kommen. Am besten wäre wohl aus der Sicht eines Mannes der Gestapo, dann wirkt es auch sofort glaubwürdig.
Allerdings denke ich, du willst deinen Hauptsturmführer die Sachen herausfinden lassen, die das Geheimnis letztendlich ans Licht bringen.

Wieder sehr, sehr gerne hier rein geschaut.
Ich freue mich auf den nächsten Teil.
:icon_buch: Weiterlesen, weiterlesen, weiterlesen... :icon_angel:

Ganz liebe GrüßeIcon_bussi,
Lain

Schmetterlinge weinen nicht

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Beitrag #3 |

RE: Die Götter der Germanen - Teil 4
Hallo Lain,

schön, dass du so ungeduldig bist. Die Geschichte scheint dich also gepackt zu haben. *freu

Zitat:Aber ich fand es nach wie vor gut geschrieben und auch wieder sehr spannend. Du hast eine gewisse Art an dir, die den Leser neugierig macht, gibst aber immer nur ganz kleine Stückchen an Informationen frei, so nach und nach sickert da was durch.
Danke für das Lob. *freu

Zitat:Was jetzt genau Sache ist, weiß ich immer noch nicht.
Gut so. Das ist schön. *gggg

Zitat:Im Moment frage ich mich hauptsächlich, wie Hahn das anstellen will mit dem Fall. Er möchte ihn ja unbedingt behalten, aber kann er sich so einfach den Befehlen der Gestapo wiedersetzen? Und wie will er das anstellen? Indem er weiterhin nur ein paar Sachen hinschreibt und das dann als Bericht abgibt?
Ah, sehr gut. In der Regel ermittelt der Ermittler dann auf eigene Faust. Aber lass dich überraschen.

Zitat:was so in sienem Kopf herumschwirrt an Indizien und Vermutungen
Kommt noch, nicht so ungeduldig! Mrgreen Mrgreen Mrgreen

Zitat:Ich bin mir sicher, das wird sich nach und nach alles aufklären. Und am Ende halte ich dann doch das fertige Puzzle in der Hand.
Mal sehen, ob ich das Ergebnis schon vorher errate oder ob ich dann ganz überrascht bin. Es wäre Beides für mich okay.
Wenn du einen guten Tipp hast, dann her damit! Ich wäre sehr überrascht, wenn du die Auflösung ohne fremde Hilfe erraten würdest. Das ist eigentlich erst im 14. Kapitel möglich, denn vorher hast du nicht alle Informationen. Außer du kannst kombinieren wie Sherlock Holmes. Wie gesagt: Her mit den Tipps!

Zitat:Dann bleibt nur noch, das Geheimnis um diesen Ahlers zu lösen, den es plötzlich gar nicht mehr wirklich zu geben scheint. Auf jeden Fall ist er momentan irgendwie verschwunden, fast, als hätte es ihn nie gegeben. Mir kommt es so vor, als wäre Hahn im Augenblick der einzige, der sich noch an diesen Namen erinnert und damit auch an die Existenz dieses Mannes.
Hahn ist im Moment der einzige, der Ahlers gesehen hat. Dr. Maul noch, die Assistenten und Streifenpolizisten, aber die werden im Moment ja nicht gefragt. Bei den Herren von der Gestapo war er nicht dabei und er hat auch Voecks nicht angerufen. Hast Recht, er ist wie vom Erdboden verschluckt.

Zitat:Ich wüsste zu gerne, was da los ist, im 3. Reich...
Ob die Nazis wegen lauter Ämtern und Dienstgraden und Abkürzungen zu durcheinander und überfordert sind, so dass sie selber nicht so ganz wissen, was sie da eigentlich tun?

Hihihi. Ich glaub das wussten die tatsächlich nicht. Und in dieser Geschichte wissen es nur wenige …

Zitat:kürzte Himmler seine Titel einfach mit RFSSuChdDtPol ab.
Oh mein Gott! Das soll eine Abkürzung sein? Da kann man sich die ursprüngliche Form ja besser merken.
Stimmt. *ggg
Aber die Abkürzung gab’s tatsächlich … LOL!

Zitat:Ich komme sowieso ab und zu mit den ganzen Dienstgraden ein wenig durcheinander.
Keine Panik, ab jetzt werden es weniger neue Bezeichnungen. Außerdem kann man daran erkennen, wie wer mit wem spricht, um auf den Rang zu schließen.

Zitat:Wie schon oben gesagt: Ich wüsste zu gerne, was da genau passiert. Warte schon ungeduldig auf eine Art Erklärung, egal von wem sie kommen. Am besten wäre wohl aus der Sicht eines Mannes der Gestapo, dann wirkt es auch sofort glaubwürdig.
Stimmt. Aber, hähähä, es wird keiner kommen, der die Sache erklärt und Hahn wird sie herausfinden müssen. Der arme Kerl. Mrgreen Mrgreen Mrgreen

Zitat:Allerdings denke ich, du willst deinen Hauptsturmführer die Sachen herausfinden lassen, die das Geheimnis letztendlich ans Licht bringen.
Wird er, wird er. Versprochen!

Zitat:Wieder sehr, sehr gerne hier rein geschaut.
Ich freue mich auf den nächsten Teil.
Weiterlesen, weiterlesen, weiterlesen...
Danke, Lain, diese Worte machen mich so richtig froh. Ich wird jeden Freitag einen Teil reinstellen, wenn nichts dazwischen kommt.
Hach ist das schön, dass dich die Geschichte so in ihren Bann geschlagen hat. *strahl

Danke für dein Kommi und deine Meinung. Habe mich wieder sehr
über deine Gedanken, die du immer so frei und ungekünstelt kund tust, gefreut.

CU,
Teja


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Beitrag #4 |

RE: Die Götter der Germanen - Teil 4
Moin Moin - gerade Mitternacht. Und weiter gehts ...

Zitat:und streckten ihm die weiß behandschuhten Hände hin.
Scharfes Auge, Teja. Gut recherchiert. Genau wie hier auch ...

Zitat:der zum KL Dachau unterwegs

Zitat:Hahn bejahte auch diese Frage und fragte sich, worauf Effer hinaus wollte. Die Antworten auf seine Fragen hätte er auch aus Hahns Bericht ersehen können, den dieser gestern Abend noch erstellt und für seinen Chef bereitgelegt hatte.
Anstelle des zweiten Hahn vielleicht ein "seinem"?

Zitat:Um die Wirksamkeit dieser Waffen zu testen, brauchen wir Menschen. Auf diese Art kann sogar der Volksfeind noch etwas für uns tun. Haben Sie die Tragweite dieser Angaben begriffen?“
Eine sonderbare Botschaft. Gestapo sieht in Juden Menschen? Hm, nein, ich denke, "Testobjekte" passt eher ...

Um die Wirksamkeit dieser Waffen zu testen, brauchen wir Testobjekte. Auf diese Art kann sogar der Volksfeind noch etwas für uns tun. Haben Sie die Tragweite dieser Angaben begriffen?“

Zitat:Der Abschied war kurz und weder freundlich noch unfreundlich, rein dienstlich.
Wie die gesamte Ausrottung. Bürokratisch ... und dienstlich.

So, weiter gehts. *Kaffee holen geht*

LG
D.


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Beitrag #5 |

RE: Die Götter der Germanen - Teil 4
Hi Dread noch mal,

Zitat:Moin Moin - gerade Mitternacht. Und weiter gehts ...
Moin? Um Mitternacht?
Für einen Südländer etwas ungewohnt.

Zitat:und streckten ihm die weiß behandschuhten Hände hin.
Scharfes Auge, Teja. Gut recherchiert. Genau wie hier auch ...

Zitat:Zitat:
der zum KL Dachau unterwegs
Danke. Irgendwie war das damals extrem aufwändig, die Recherche durchzuführen, aber es hat auch wahnsinnigen Spaß gemacht. Leider hat nicht die Hälfte von dem, was ich in die Geschichte reinbringen wollte, auch reingefunden.

Zitat:Eine sonderbare Botschaft. Gestapo sieht in Juden Menschen? Hm, nein, ich denke, "Testobjekte" passt eher ...
Stimmt.

Zitat:Der Abschied war kurz und weder freundlich noch unfreundlich, rein dienstlich.
Wie die gesamte Ausrottung. Bürokratisch ... und dienstlich.
Jepp. Das ist etwas, das ich mir nicht vorstellen und begreifen und gleichzeitig doch vorstellen und begreifen kann.
Irgendwie so wie: Etwas muss getan werden, ich muss es tun, also werde ich es tun. Ohne Emotionen, ohne Nachgedanken.
Irgendwie ein sehr komisches Gefühl. (nicht im Sinn von lustig)

Zitat:So, weiter gehts. *Kaffee holen geht*
Nee, sorry, so spät keinen Kaffee mehr. Ich muss sowieso aufhören.

Ich wünsch dir was.
CU,
Teja


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Beitrag #6 |

RE: Die Götter der Germanen - Teil 4
Hi Teja

wie immer:

Zitat: Verschlafen drehte sich Hahn um. Es hatte seine Vorteile, ein Hauptsturmführer der Kripo zu sein. Zum Beispiel wurde die Wohnung mittlerweile danach ausgesucht oder zugeteilt, ob ein Telefonanschluss darin vorhanden war. Es klingelte allerdings nur dann, wenn Hahn ausschlafen wollte.
Oh Gott, schon direkt zu Beginn ein: Hä?
Wieso ist ein Telefonanschluss von Vorteil, wenn das Telefon immer dann klingelt, wenn man ausschlafen will? Würd ich eher als Nachteil sehen *lach*
Verschlafen drehte sich Hahn um. Eigentlich wurde es als Vorteil angepriesen, dass es einen Telefonanschluss in der ihm zugewiesenen Wohnung gab. Allerdings klingelte es nur dann, wenn er ausschlafen wollte.
Zum Beispiel Icon_wink

Zitat: „Hahn, Voecks hier. Würde es Ihnen etwas ausmachen, sofort in mein Büro zu kommen? Und ich meine sofort! Ich habe hier zwei Männer aus dem Hauptamt. Wegen des Vorfalls gestern Abend. Beeilen Sie sich!“
Das Ganze klingt mehr nach »Kommen Sie SOFORT her!«, da ist die höfliche Frage (sogar mit Konjunktiv) irgendwie Fehl am Platz. Hätte von Voecks eher was Direkteres erwartet, zumal er am Ende ja auch zur Eile drängt.

Zitat: Voecks Albtraum war wahr geworden. Vor ihm standen zwei Geheime der Gestapo.
Und da hat Hahn, mit seinem Gestapo-Hass nix besseres zu tun, als in sich hineinzulächeln?

Zitat: In seinem Hang zu Abkürzungen kürzte Himmler seine Titel einfach mit RFSSuChdDtPol ab.
Icon_lol ernsthaft? Wie cool. Ich hab mal eine Geschichte geschrieben (allerdings in stark humoristische Richtung) in der es einen Verein mit einem ewig langen Namen gab, der auch immer mit so einer Buchstabensuppe abgekürzt wurde. Daran musste ich grad denken. Und deshalb hat es für mich so was Witziges … der ließ sich echt Er Eff Es Es u Zeh Ha de De te Pe o El nennen? Icon_ugly

Zitat: Devisenfall, als er unbedingt den Täter fassen wollte. Nach diesen Kontakten und sicher nach dem Devisenfall war Hahn sogar so schlecht angesehen, dass er sich auf Anweisung des Brigadeführers und Leiter des Amtes V „Verbrechensbekämpfung“ des Reichssicherheitshauptamtes Arthur Nebe, vor etwas mehr als einem halben Jahr „freiwillig“ zur Abkommandierung zu einer Einsatzgruppe im Osten melden musste. Hätte er sich nicht gemeldet, würde er jetzt eine Kompanie an der Front führen. Oder nicht mehr.
Eigentlich ein interessanter Einblick in Hahns Vergangenheit; aber hier im Gespräch mMn falsch platziert. Dadurch wirkt es dazwischengequetscht, bekommt nicht den Raum, den es bräuchte. Die Hälfte davon ist Wiederholung, das von dem Devisenfall wurd schon erwähnt und auch die Sache, dass er dafür fast an die Front gekommen wäre. Für solche Rückblenden würde ich einfach Szenen einbauen, in denen Hahn für sich ist und drüber sinnieren kann. Nicht mitten in einem spannenden Gespräch mit der Gestapo. Denn leider wirkt Hahn hier, als würde ihn das alles nicht interessieren. Dabei hasst er die Gestapo!

Zitat: „Also der Gestapo!“, sagte er und sah Hahn voll ins Gesicht.
Hier musste ich zurückscrollen, weil ich den letzten Satz Effers schon wieder vergessen hatte Mrgreen
Würde ihn aber eher »geradewegs« oder »offen« in Hahns Gesicht sehen lassen, nicht »voll«; »voll« hat was von »Da hab ich das Reh voll mit dem Auto erwischt«

Zitat: Sturmbannführer, Hahns Bericht“, und Voecks Worte hörten sich so künstlich und unsicher an, als wollte Voecks etwas sagen, nur um nicht in einem stillen Raum mit den beiden Männern zu sein.
kein »und« nach der wörtlichen Rede. Das doppelte Voecks kann man rausbekommen, wenn du schreibst:
»Voecks Worte hörten sich so künstlich und unsicher an, als wolle er nur deshalb etwas sagen, um nicht in einem stillen Raum mit den beiden (Gestapo-)Männern zu sein«

Zitat: Und was er tun konnte, damit er nicht in wenigen Minuten ohne Leiche, ohne Fall und ohne Bericht da stand.
Nach Aussage der beiden Gestapos ist die Leiche sowieso schon weg, damit auch der Fall (ohne Leiche, kein Fall), und den Bericht kann er doch neu schreiben, wenn er ihn unbedingt haben möchte Icon_wink Außerdem kann er noch Maul fragen, was der rausgefunden hat, falls er schon was rausgefunden hat. Gegen das Wegnehmen der Leiche kann er überhaupt nichts mehr tun, weil sie halt schon weg ist.

Zitat: Wenn er alles abgab, hätte er auch gestern Abend Ahlers alles übergeben können.
Aber gestern war er noch im Recht, weil es keinen schriftlichen Befehl gab. Den gibt es jetzt. das ist für mich ein ziemlich großer Unterschied.
Dadurch wirkt Hahn an dieser Stelle wieder sehr kindisch: »Nein, meine Leiche, bekommt ihr nicht!« … statt mal von echten Gefühlen oder Erinnerungen motiviert zu sein, scheint es einfach so ein Machtgerangel um einen Toten zu sein, dessen Hintergrund Hahn offenbar ebenso wenig interessiert, wie er die Gestapo interessiert.

Mein Status ist unverändert: Interesse am Geschehen, an der Handlung und den Hintergründen ist absolut vorhanden, nur deine Umsetzung gefällt mir persönlich nicht so gut. Dafür ist es für mich eine zu weitläufige Mischung aus Personennähe (Rückblenden, Erinnerungen, persönliche Details) und nüchternem Runterrattern der Fakten. Im Gespräch mit den Gestapo-Männern erfährt man überhaupt nicht, was Hahn empfindet – ob er Angst vor Konsequenzen hat, ob er die Männer verachtet … alles spielt sich auf der Ebene »Wer kriegt die Leiche« ab, wobei das »Warum wollen überhaupt alle die Leiche?« außen vor bleibt, zumindest bei Hahn. Die Gestapo nennt wenigstens einen Grund. Aber auch der scheint keine Emotionen in Hahn zu wecken, kein nachdenken darüber, keine Art der Reaktion. Das finde ich schade, denn dadurch bleibt die Geschichte auf einer recht kühlen, sachlichen Basis, die durchaus auch ergreifend, bedrückend und mitreißend gestaltet werden könnte.

Liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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