Es ist: 01-12-2020, 19:36
Es ist: 01-12-2020, 19:36 Hallo, Gast! (Registrieren)


Kreative Menschen - bewundert und belächelt
Beitrag #11 |

RE: Kreative Menschen - bewundert und belächelt
Moin zusammen.

@Adsartha:
Zitat:DAS

Zitat:
Wenn ich mir allerdings manchmal anschaue, wie jemand zu seinem Gedicht oder seiner Geschichte sagt "Das habe ich heute in der Mittagspause geschrieben" - dann muss es sich aber tatsächlich so ähnlich verhalten haben. ^^
ist Glückssache

Also auch wenn ich mich selbst nicht unbedingt als kreativ bezeichnen möchte - und schon gar nicht als "Autor" - so setze ich mich manchmal wirklich einfach so hin und schreibe die Gedanken auf, die mir während des Tages kamen. Und manchmal sind es einfach nur (ich nenne sie mal "Kommentargeschichten") kurze Lichtblicke, die während des Kommentarschreibens auftreten. Beispiele dafür dürften unter Zacks Geschichten zu finden sein. Oder unter einer von meinen, wo ich statt alles einzeln zu beantworten, eine kurze Kurzgeschichte drunter gesetzt habe.

Und es gibt tatsächlich eine Geschichte, die ich während der Mittagspause geschrieben habe - aber selbst da war (glaube ich) Lilly der Auslöser für. Oder besser gesagt: Die Muse vom Dienst. Icon_wink

Andere Sachen, wie beispielsweise der Seelenstriptease, braucht unglaublich viel Geduld, Papier, Besinnungsstunden, Musik (ganz wichtig) und vor allem eine eigene Logik. Aber ich schweife ab und laber wieder zu viel. Epik hin oder her - *g* - in meinem engeren Freundeskreis ist es bekannt, dass ich öfter mal auf der Tastatur herumklimper - aber es ist relativ egal und stößt nicht weiter auf Interesse. Es ist einfach eine kleine Randnotiz des Lebens und wird nicht weiter beachtet. Und ich binde es auch nicht jedem auf die Nase. (Von mir aus braucht es auch keiner zu wissen, zu was für einem Murks ich manchmal fähig bin. Icon_wink)

Was ich dagegen wirklich bewundere, sind Menschen die Geschichten schreiben und diese einem Publikum vorlesen - wie an diesem Wochenende geschehen. Respekt - denn es sind trotzdem die eigenen Gedanken, Gefühle und vor allem das Herzblut, was in solchen Werken steckt. (Für mich ist es ein Unterschied, ob jemand seine Werke hier reinstellt oder sie öffentlich vorliest.)

@Zack:
Zitat:Wenn man sagt: Ich mache Sport – das ist etwas ganz anderes.
Man(n) kann auch beim Sport kreativ sein und mehrere Disziplinen koppeln - aber selbst da werde ich zumeist komisch angeschaut. Oder wurde - hier ist nirgends mehr ein Sportzentrum mit Schwimmbad, Rennstrecke und Kraftraum. *g*

Zitat:„Ich schreibe“ erntet man öfter seltsame Blicke, gilt als „wunderlich“ usw. …
Ich muss sagen, dass meine geschätzte ExExFreundin durchaus Interesse an meinem Geschreibsel hatte - aber wahrscheinlich wollte sie nur vorab wissen, mit was für einem Typen sie sich abgibt. *g*

Zitat:Als Filmproduzent oder Musiker genießt man noch ein gewisses Ansehen, obgleich auch diese als „Exzentriker“ gelten usw. …
Da fällt mir Twin Peaks ein von David Lynch, der (ich glaube) oft als Exzentriker gehandelt wird. Oder James Cameron - Mister "Ich-drehe-einen-genialen-Film-so-wie-ich-ihn-haben-will-und-wenns-die-Technik-noch-nicht-gibt-erfinde-ich-sie-eben".
Beide sind für mich zwar FIlmemacher, beides KÜnstler auf ihre Art und Weise. Aber im Vergleich zu anderen Filmemachern steht nicht der finanzielle Erfolg im Vordergrund.

Ich habe es oft bei Vorstellungsgesprächen gehabt, dass ich nach Hobbies gefragt wurde. Einmal habe ich tatsächlich "Ich schreibe nebenbei Kurzgeschichten" von mir gegeben - und prompt wollte die mir gegenübersitzende Person Genre etc. wissen.
(War ein doch sehr langes Gespräch - auch wenn ich eine Absage erhielt. *g*)

Oh, ich glaube ich bin komplett am Thema vorbeigerutscht ... Naja, sehts mir nach - BWL ruft.

LG
D.


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Beitrag #12 |

RE: Kreative Menschen - bewundert und belächelt
Hallo Isola!

Wie kann ein Fußballtrainer kreativ sein?

Er verwendet neue Trainingsmethoden, setzt neue Gerätschaften ein, zum Beispiel ein Taktikcomputer um das Spielverhalten der Mannschaft zu analysieren, entwickelt eine neue Taktik. Und so weiter... Alles, was über den gewohnten Rahmen hinaus geht, ist kreativ.
(Ich habe auch nie gesagt, dass sie unbedingt kreativ sein müssen, aber sie können es.)


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Beitrag #13 |

RE: Kreative Menschen - bewundert und belächelt
Ahoj,

Tschiep's Abgrenzung "Kreativität vs. Kunst, Kreativität vs. Ästhetik" find ich 'ne gute Voraussetzung für diese Diskussion. Ich teile auch Tschiep's Fußballtrainer-Einstellung zu Kreativität ("Kreativ zu sein, bedeutet divergent zu denken"). In letzter Zeit geht mir auf, wie verdammt kreativ ein Lehrer sein muss, wenn er gut sein will -- weiß nicht ob ich das schaffe Icon_confused

Weil Kreativität Neues und Unetabliertes bedeutet, ist es immer auch ein Risiko, dass es doch nicht funktioniert oder aber dass es von den Leuten nicht anerkannt wird. Insofern ist Kreativ sein schon auch ein Luxus, der Luxus, Risiko eingehen zu können. Ein Florist, der es mit der "Kreativität" zu weit treibt, verliert unter Umständen seine Kunden. Oder: Ein Bekannter von mir hat einen sehr kreativ gestalteten Lebenslauf - ein paar Jahre hier, ein paar Jahre dort, wo's ihm gefällt länger. Ich spiele mit dem Gedanken, das auch mal eine Weile auszuprobieren. Im Ernstfall verhungert man als Deutscher ja nicht so schnell - da kann ich das Risiko eingehen, mich auch mal "brotlos" durch die Weltgeschichte zu schlagen. -> Luxus


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Beitrag #14 |

RE: Kreative Menschen - bewundert und belächelt
Ja, Kreativität ist ein Begriff, der schwer zu definieren ist - war hier nicht meine Intention, das zu klären. Natürlich kann auch ein Fußballtrainer kreativ sein ...

Mein Beitrag zielte lediglich darauf ab, dass das, was allgemein hin als kreativ gilt, also malen / zeichnen, schreiben, musizieren eben oftmals "belächelt" wird.
Das ist zumindest meine persönliche Erfahrung.

Aber, wie hier auch gesagt wurde, wenn es dann um was Großes geht, ist der Bestsellerautorname mehr wert als der Wissenschaftlername. Aber bis dahin muss man mit dem "Aha-brotlos-Lächeln" leben.
Scheinbar aber nicht jeder - gut so Icon_smile ...

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

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Beitrag #15 |

RE: Kreative Menschen - bewundert und belächelt
Meintest du nicht eher anscheinend?

Warum muss man seine künstlerische Tätigkeit jedem gleich auf die Nase binden?


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Beitrag #16 |

RE: Kreative Menschen - bewundert und belächelt
kA, das is Dialekt Icon_wink ...

muss man nicht - aber wenn jemand fragt, soll man es verheimlichen?
Wenn mich jemand nach meinen Hobbies fragt, sage ich eben, dass ich gerne dies und jenes tue und eben auch gerne schreibe ...

Für mich hat das nichts mit auf die Nase binden zu tun.
Es geht um die Antwort auf eine Standardfrage.

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

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Beitrag #17 |

RE: Kreative Menschen - bewundert und belächelt
Hallo zusammen,

den Eindruck hab ich nicht nur auch, nein, den hab ich kennen gelernt.
Meine ganze Familie ist auf dem Tripp, dass ich "in meiner Welt leben würde und keinen Bezug zur Realität hätte." Sorry, aber ich liebe das Lesen, das Geschichten erfinden und das kreativ sein.
Ich werde heute immer belächelt, wenn ich dort bin. Bemerkungen wie:"Na? Wann veröffentlichst du endlich?" Lassen es mir sauer aufstoßen.
Einmal bin ich richtig sauer geworden.

1. Ich entscheide selber, wann ich veröffentliche.
2. Ich bin noch nicht bereit dazu.
3. Weiß selber, dass man nur als Bestsellerautor einigermaßen daran verdient.

Aber dieses dauernde:
- "Du weißt aber, dass man damit nichts verdient?" oder
- "Die Realität sieht aber anders aus."
- "Schreiben ist doch Zeitverschwendung, mach lieber das..."

Das nervt. Schlimm finde ich es auch, wenn ich sehe, wie ich belächelt werde.
"Du schreibst? Was schreibst du denn, feines?" Mit einem Grinsen, als würde er den Nikolaus im Schornstein feststecken sehen.

Solchen Leuten antworte ich gar nicht mehr. Wenn ich sehe, dass die Leute interessiert sind, dann ist diese Frage auch anders gestellt. Dann beantworte ich es gern. Aber ich bin doch nicht abnormal, nur weil ich es liebe, unsere Welt etwas bunter zu machen. Zumindest für meine Augen.
Krieg da die kalte Wut, wenn ich an die Leute denken, die all das verurteilen, weil sie es nicht verstehen.

Und richtig, Zack! Wenn ich sagen würde, ich mach Sport! Dann ist das alles toll.
Aber wenn ich sage, ich schreibe an meinem Roman, dann werde ich von oben herab behandelt.
Ich sag mir immer, der Tag wird kommen, da werdet ihr es bereuen und dann werde ich mich daran erinnern, wie ich behandelt wurde.

Sollen sie doch grinsen. Grinsen kann man runter waschen! :icon_thumbs1:

Außerdem stimme ich auch zu, dass wir ohne die Kreativen Köpfe dieser Welt aufgeschmissen wären. Aber das wollen die meisten Leute ja nicht hören. Egal, ich reg mich wegen solchen nicht weiter auf. Lohnt eh nicht.

@Zack?
Niemals! Niemals würde ich wegen solchen Leuten meine kreative Ader verbergen. Sollen sie doch lachen, das sind sowieso die spezis, die keine Ahnung haben. Wieso sollte ich also mich mit Leuten auseinandersetzen, deren Horizont nicht über den Tellerrand reicht?

LG
Leony


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Beitrag #18 |

RE: Kreative Menschen - bewundert und belächelt
Hm ja die gute alte Kreativität. Ich denke, dass man schlichtweg ausloten muss zwischen dem eigenen Gefühl, dass man irgendwie eine Begabung hat und den Meinungen, die einem Menschen, die einem nahe stehen, dazu geben (natürlich objektiv auf die Werke bezogen, die man verfasst hat).

Was bringt es mir, wenn ich überzeugt von meinem Talent bin und mir jeder ehrlich sagt, dass dem nicht so ist? Dass ich meine Zeit vergeude. Man muss auch Ralitäten akzeptieren können. Niemand kann etwas dafür, dass er im Zweifelsfalle unbegabt ist. Es kommt doch auch drauf an, warum man schreibt. Ist es nicht etwas anderes, wenn man sich etwas von der Seele schreibt, als wenn man versucht etwas Kreatives zu verfassen?

Ich sehe da einen großen Unterschied. Meine Eltern beispielsweise haben mich im Schreiben jedenfalls unterstützt und finden, dass ich Talent besitze. Ich gab Ihnen etwas von mir zu lesen und ihnen hat es auch gefallen. Trotzdem hatten sie auch konstruktive Kritik oder Verbesserungsvorschläge oder haben gesagt, was ihnen gut gefallen hat.

Ich denke Kreativität ist ein Prozess aus dem Erschaffen von einzigartigen Dingen/Werken/Ideen durch einen Künstler (wer auch immer) und der daran gebundenen Reaktion von Menschen bzw. dem Einfluss dieser Dinge/Werke/Ideen auf Menschen, die diese dann erst in den Satus von etwas Kreativem erheben. Natürlich ist das Ganze subjektiv, aber gleichwohl auch von wissenschaftlich erwiesenen Aspekten abhängig. Etwas Unbekanntes kann nicht kreativ sein, wenn es bei Menschen nicht Emotionen bzw. Gefühle auslöst und/oder einen Sinn hat, den sie auch nachvollziehen können. Von was ist das abhängig? Klar: Erfahrungen dieser einzelnen Menschen (alle empirischen Einflüsse) und von gegebenen biologischen/physikalischen Eigenschaften des Menschen (Evolution, Merkmale, Instinkte, Fähigkeiten usw.)

Ein Beispiel dazu: Würde ich ein schwarzes Loch im kreativen Sinne erschaffen wollen (gehen wir davon aus, es wäre noch nicht entdeckt/bewiesen/oder sonst wie dargestellt worden), so gäbe es doch mehrere Probleme:

1. niemand weiß, wie das Ding aussieht, dass es sowas gibt oder was das ist
2. da ein schwarzes Loch eigentlich unsichtbar ist, kann man es nicht sehen (Licht wird ja aufgesogen und nicht reflektiert)
3. somit ist ein schwarzes Loch für den Menschen physikalisch (bildlich, also materiell vorhanden) nicht vorstellbar
4. emotional löst es eigentlich die pure Existenzangst aus, doch da es niemand kennt, weiß das auch noch niemand
5. würde ich es jemandem zeigen wollen, ginge das nicht, weil ich es selbst gar nicht sehe/kenne/mir vorstellen kann und es mich im Prinzip eh aufsaugen würde
6. ich kann ein schwarzes Loch doch nicht erschaffen, wenn ich noch nicht mal weiß, dass es eins gibt
7. deshalb bringt es auch nichts, ein schwarzes Loch erschaffen zu wollen
8. niemand nennt etwas kreativ, was er nicht kennt bzw. mit etwas anderem assozieren kann und ich kann natürlich, ohne etwas mit etwas anderem zu assozieren, aus dem Nichts auch nichts erschaffen

So entwirren wir das mal zu deutsch. Wenn ich was Kreatives erschaffen will, dann muss ich es mir vorstellen können. Das heißt vereinfacht. Ich kann eine Blume auf ein Blatt malen, wenn ich schon mal eine Blume gesehen hab. Ein Blinder kann meine Blume nicht sehen. Er könnte sie niemals als kreativ bezeichnen. Folglich könnte ich keine Blume zeichnen, wenn ich sie empirisch nie gesehen hätte (sprich blind wäre oder auf einem anderen Planeten leben würde, wo es keine uns bekannten Blumen gibt)

So wenn ich eine Blume zeichne, weiß ich, sie hat nen Stiel, Blätter, Blüten(-blätter) und irgendwie nen Kelch. Jeder hat so seine eigenen Vorstellungen davon, wie so eine Blume aussieht. Jedoch irgendwo werden sich diese Blumen immer ähneln. Klaro. Auch die Farben dieser Blumen sind oft ähnlich. Letztendlich ist die Farbauswahl aber auch physikalisch, wie auch empirisch begrenzt. Ob nun Rot, grün oder blau usw., egal, alles Farben, die jeder kennt (es sei denn man hat ne Rot-Grün-Schwäche), weil er sie mit seinen Augen gesehen hat, wie auch die einzelnen Bestandteile dieser Blume. Blätter usw.

Daraus kann man eine Regel entwerfen: Umso abstrakter der Künstler etwas schafft, umso höher ist der "Unbekanntheitswert", den man als Sensationsfaktor bezeichnen könnte. Ähnelt das Ganze Altbekanntem zu sehr, wird es langweilig. Das ist der "Bekanntheitswert" oder besser: Bekanntheitsfaktor. So nun kann man die Regeln aber auch umkehren. Es ist also schwierig, etwas kreatives zu schaffen, was jedem gefällt bzw. was überhaupt als kreativ bezeichnet wird. Letztendlich findet man das nur im "Feldversuch" heraus. Achso und noch mal zum Thema an sich. Kreative bzw. Künstler haben einen sehr hohen Ruf, wenn sie erstmal soweit sind, dass das, was sie schufen Kunst wurde. Da aber Kunst noch andere Dinge mit beinhaltet als Kreativität, kann man es nur schwer erklären, warum Kreative weniger angesehen sein könnten. Hm *überleg*... Naja der Begriff "Kunst" ist Freifahrtsschein für alles *lach*. Bist du erstmal der "geadelte" Künstler, ist es mehr oder weniger egal, was du machst, irgendwer wird schon die Kunst darin suchen und es anderen "Unverstehenden" "erklären"*lach*.

So nun mach ich erstmal Pause, obwohl ich noch mehr schreiben könnte... *Finger weh tun und endlich ins Bett husch*


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