Es ist: 20-09-2019, 01:05
Es ist: 20-09-2019, 01:05 Hallo, Gast! (Registrieren)


Kurz vor Zwölf
Beitrag #1 |

Kurz vor Zwölf
Mit einem Mal wurde ihm bewusst, er würde es nicht schaffen, bis zwölf Uhr mittags betrunken zu sein. Es blieben ihm noch gut zehn Minuten, diese Enttäuschung hinunterzuspülen. Danach - er trat ans offene Fenster und musterte wieder einmal den Baum, dem er sich nicht entschließen konnte, einen Namen zu geben. Einen, der etwas ausdrücken sollte, etwas wie Zuneigung. Der Ahorn, dessen Gabelung ihn immer wieder an ein kopfstehendes Mädchen erinnerte, die Beine gespreizt, wie über die Stirn des Windes stolzierend, der auf die Erde herabsah aus Spott und Mitleid. Das waren seine Gedanken, seine Bilder. Das war ihm ebenso bewusst, wie sein geöffneter Hosenschlitz und der daraus hervorgereckte Penis. Er war weit entfernt, sich selbst etwas vorzumachen. "So weit noch vom Rausch, vom Schauer des Schlafs, vom Zucken eines sterbenden Wurms", schüttelte er murmelnd leicht den Kopf. Von all den Mädchen, deren gespreizte Beine er jemals gesehen hatte, ähnelte keines diesem auseinandertretenden Stamm. Nein, dieser hölzerne Torso war etwas ganz Besonderes. Verrufen und anziehend. Etwas Delikates. Mit links führte er das Glas an die Lippen und trank einen Schluck, ohne den Blick abzuwenden. Daumen, Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand zogen das feine Häutchen über die Eichel, immer wieder, langsam, fast gleichmäßig, mechanisch verschlafen. Er spürte sich selbst, oder doch die Gabelung des Ahorn, das Fleisch einer Unbekannten, die Finger, Werkzeuge, die nicht mehr seine eigenen waren. Er unterbrach und fuhr sich mit der Hand durch die Haare, schob seinen steifen Penis aufrecht in den Innenraum der Jeans zurück, und schloss den Reißverschluss. - "Eine Stunde mindestens -", murmelte er erneut, lauter hinzufügend, "warum habe ich eine wie dich nie kennengelernt?"


*


Wieder presste ich die Klingel. Er musste doch zu Hause sein. Es war ganz und gar nicht seine Art, Verabredungen nicht einzuhalten oder sie zu vergessen. Ich schaute etwas mitleidig auf den verwelkten Rhododendron, dachte kurz daran, ausspucken zu wollen, schluckte es jedoch runter, und drückte noch einmal den knochenfarbenen, runden Knopf. - Sollte ich rufen? - Ich sah mich um. Schräg gegenüber kümmerten sich zwei städtische Arbeiter um verzweifelte Fluchtgebärden angelegter Sträucher und stutzten sie zurück in den Anstand verordneter Ästhetik. Im zurückgesetzten, vanillegetünchten Wohnblock dahinter mühte sich eine maßlos ausgebreitete Frau an der Unsichtbarkeit ihrer Fenster. Ein roter Fiesta schlich die Straße entlang an mir vorbei, wobei sich der Fahrer und ich uns für einen Augenblick zu fragen schienen, ob das wirklich alles sei. Es war alles. 'Ich werde mich jetzt hier hinstellen und nach einem Typen rufen', dachte ich mit selbstgemachter Ironie. Wieder betrachtete ich den armseligen Strauch, konzentrierte mich dann auf mein Begehr und versuchte mich, diesmal mit dem Handballen sekundenlang morsend, bemerkbar zu machen. "Mensch, mach auf!", zischte ich leise.
Endlich ertönte die monotone Rassel, die bedeutete, dass ich das bis an den Bauchnabel reichende, metallene Tor aufdrücken konnte. Nachdem ich doch noch einen Speichelfleck hinterlassen hatte, betrat ich also die missgestaltet wirkende Außentreppe, die hinauf zur Tür seiner Wohnküche führte. Ich bemerkte das offenstehende Fenster, das man von der Straße aus nicht sehen konnte, und warf einen Blick hindurch auf die leblose Versammlung seltsam verschränkter Jacken- und Hemdsärmel, die sich an einer nach Farbe seufzenden Wand zusammendrängten. Die Tür bewegte sich millimeterweise, als dränge sich eine mediterrane Sommerbrise dagegen, und das Gesicht von Freddy begann mit dem Lichteinfall im wachsenden Spalt zu leuchten.
"Da bist du ja! - Komm' rein!"
Ich roch den Alkohol sofort und erkannte, wie seine Wogen durchs Weiße der Augen meines Freundes schwappten. Ich folgte ihm nach innen. Ich wusste nicht warum, aber als ich ihn so ansah, war "Rhododendron" das einzige Wort, das mir einfiel. -
"Was?"
"Nichts. - Hast Du noch was?"
"Was?"
"Zu trinken? Ich habe Durst."
Er stutzte, als hätte er das Wort 'Durst' zum ersten Mal gehört, deutete dann auf eine Flasche Pastis auf dem mit Papierfetzen und Zetteln zum Dichterkadaver mutierten Tisch, und meinte nur, ich wüsste ja, wo die Gläser stünden.
Während ich mir also mit Leitungswasser einen Pastis streckte, war er vor das Fenster gegangen und starrte hinaus. - "Glaubst du - ich meine, hast du dich mal näher -", er drehte sich zu mir um, "versteh mich nicht falsch, aber - weißt du, ich meine es ernst!" - Mit diesem Nachdruck wandte er sich wieder dem Geschehen draußen zu. - "Weißt du, ich - ich verlier mich - diese Gabelung - diese Scheide - ich verlier mich an dieser Wegscheide da - verstehst du?"
"Keinen Ton. - Ich hätte Dich besser mal ausnüchtern lassen sollen!"
Sein Kopf fuhr herum, und er stieß verächtlich durch die Zähne: "Hast du dir noch nie die Ausgenüchterten angesehn? - Das würdest du mir gönnen?"
Ich stellte mich neben ihn und fragte die Welt hinter dem Fenster:"Also, was ist los? - Was hat welche Scheide dir getan?"
"Die Weggabelung - siehst Du die Gabelung - ich -" Wir tranken. "Abschied." - Nur dieses eine Wort.
"Abschied -", wiederholte ich, "wovon? Abschied von was, von wem? Mann, was für ein Abschied?" -
"Meiner."
Ich begriff nicht. "Wenn du meinst, du wärst jetzt an Deutlichkeit nicht mehr zu überbieten, dann täuschst du dich! Gut, dein Abschied, gut, verstehe. - Was ist, fährst du in Urlaub? - Ziehst du um? - Ich meine, ziehst du etwa fort?"
Ich sah ihn von der Seite an und bemerkte, wie wehmütig meine Stimme klingen musste. "Was für ein Abschied?", brachte ich dunkel hervor. Er entfernte sich, ging erst zum Tisch, danach zu seiner Spüle, kehrte zurück, und sagte, indem er mir ins Gesicht sah: "Der letzte, mein Freund, der allerletzte!"


*


Auf der Ziegenhaut der Djemba waren die Spermatropfen längst zu taubenfarbenen Flecken getrocknet. Sie wusste es. Sie kannte ihn schon lange, vor allem kannte sie ihn ziemlich genau. Sie wusste, dass er in einem gewissen Stadium seines Rausches zu einigem Ungewöhnlichen fähig war, eben auch dazu, sich mit schlanksteifem Glied unter Handführung in einem Stakkato zu verlieren, an dessen Ende seine Erlösung stand, bevor es wieder zu einer schamhaften Vergeblichkeit zusammenschrumpfte. Dennoch hatte sie sich bis dahin niemals die Frage gestellt, ob sie sich der Gefahr einer Schwangerschaft auslieferte, wenn sie sich ohne Höschen unter dem Kleid auf das kühlende Mitbringsel aus St.Louis, der zerfallenden Kolonialbaustätte im Norden Senegals, wo sie drei Wochen lang lernen musste, was es hieß, 'weiß' zu sein, hockte, um beispielsweise mit übereinandergeschlagenen Beinen und in die Hände gestütztem Kinn, den Tag und dessen ruhmlose Geräusche an sich vorüberziehen zu lassen.
Sie hatte ihn schließlich einmal geliebt. Zumindest vertrat sie sogar vor sich selbst diese Ansicht. Geliebt, so wie sie es eben konnte. Auch das hatte sie irgendwann gelernt, ein jeder besitzt sein eigenes Maß an Liebe, dieses große Wort existierte, wenn überhaupt, nur in den Maschendrahtcarrées der Individualität, ganz gleich ob grober oder feiner Struktur. Vergangenheit.
Und doch machten die ausgepressten, fossilhaften Spuren einer ihr bekannten Gefühlswallung einen Sinn, der allgegenwärtig blieb.
Doch an diesem Tag war es anders. Nicht dass sich in ihr eine Angst entwickelte, tatsächlich schwanger zu werden, vielmehr erwachte in ihr ein bis dahin noch nicht dagewesenes Verlangen danach, ein Wunsch, begattet zu werden, geschwemmt zu werden mit den Ausläufern eines Stroms, der aus dem Unbekannten kommt und sich nur nach Morgen wendet, ahnungsvoll und unsicher, zuversichtlich und sich doch, der Unvoraussehbarkeit anvertrauend, ihren lauernden Gefahren entgegenwirft.
"Eine Kraft..." hauchte sie in Richtung der Fotoecke, an der ihr Blick hing, der über die vielen verschiedenen Gesichter tastete, die Narben und Knutschflecken ihres Lebens, wie sie sie selbst bezeichnete, als das Ertönen des Telefons sie an die reale Oberfläche eines nachmittäglichen Donnerstags zurückrief.
"Ja, hier ist Ines?"
"Hi, Ines, ich bins, des Totengräbers Enkel", sagte ich.
"Michel, du? - Komisch, gerade eben habe ich dich noch wo ganz anders vermisst."
"Hör zu, Ines, es ist wichtig!", brachte ich schnell heraus, ohne auf ihre Bemerkung einzugehen, "Hast du Zeit? - Ich bin hier bei Freddy, ich fürchte, es geht ihm nicht gut und ich weiß nicht, wie ich ihm helfen kann - hast du Zeit, vorbeizukommen?"
"Freddy?" - Ich vernahm deutlich den Schrecken in ihrer Stimme, der mich verwunderte, was ich wiederum von ihr gewohnt war, da es ihr immer wieder gelang, mich zu verwundern.
"Ja, Freddy! - Ist was mit dir? - Ines, ich brauch deine Hilfe! Ist mit dir alles in Ordnung?"
Ein kurzes Schweigen eroberte die Verbindung, dann klang ihre Stimme plötzlich weit entfernt, als wäre sie dabei, in den Keller zu gehen, während der Hörer neben dem Apparat liegen geblieben war, "Wo? - in Ordnung - im Arsch - im Eisprung - im Strom - IM STROM!" Ich erschrak, da sie das letzte 'im Strom' in die Muschel brüllte, dann legte sie auf. - "Ines?!" rief ich in die abgewürgte Leitung, "Ines? - verdammt, lass mich doch nicht- ach, Mist!"
Nebenan saß Freddy in sich zusammengesunken auf der Kloschüssel und schlummerte vor sich hin.
"Abschied", murmelte ich und schrieb es schließlich auf ein Gedichtfragment, das von Weitem besehen wegen der vielen unterschiedlich eingeprägten Glasränder auch als Landschaftsskizze hätte gelten können. Abschied.
Ich ahnte, er hatte Recht.


"Was ist das für eine Welt, in der wir leben? Was ist aus ihr geworden? Jawoll, was?! - Die Dinosaurier hat man sterben lassen, die Indianer, die ganzen Soldaten sowieso, und bald sind die Außerirdischen dran, was? Jawoll, was?! - Pfff, und was machen wir? Autofahren, Fensterputzen, und was? Jawoll, was?! - Kindermachen und keinen Schnaps ausschenken, ihr Bastarde! - Die Erde ist rund, na und?! Der Mond auch! - Hoppla! - Jawoll, was?! - Die Dinosaurier hat man schon sterben lassen, einfach so, so - die mit den kleinen Hirnen, die Dinosaurier - aber die Hirne leben noch, jawoll, die klitzekleinen Hirne, was?! - Politiker! Jawoll, was?! - Die kleinen Hirne leben jetzt in kleinen Politikern und den großen, vor allen in den großen - in den großen, großen Politikern da überall da, jawoll! Was?! - Kleine Hirne und bloß keinen Schnaps mehr! - Was ist das für eine Welt, in der-"
"Mach das Radio aus!", befahl eine düstere Stimme aus dem Klo.
"Ist nicht das Radio, da steht jemand auf der Straße neben deinem Türchen."
"Dann mach eben den aus!", war während eines Stöhnens zu vernehmen.
Ich schloss das Fenster. -"Fühlst du dich besser?"
"Besser - besser als was? Als tot? - Kann ich dir noch nicht sagen, aber ich bezweifle es!"
"Hör auf, Mann, was redest du da?" Ich wurde ärgerlich. Ich kam mir vor wie jemand, der nach jahrelanger, mühsamer Arbeit seinem Papagei das Sprechen beigebracht hatte, welcher seinem Lehrer nun klipp und klar auf den Kopf zusagte, welche Charakterschwächen er hätte und wie unwichtig er wirklich sei. Geistesabwesend spuckte ich vor dem Heizkörper auf den Teppich. - "Was war das?", stöhnte Freddy. "Vielleicht ein Papagei!", behauptete ich sauer. - Ich ging auf die angelehnte Tür zu, lauschte Freddies Leidensgeräuschen, und sagte dann durch das Holz:"Du, willst du nicht raus kommen? Ich mach dir einen Tee. Oder du legst dich ins Bett. Ist doch besser!"
"Du weißt wohl immer, was besser ist, was? - Wenn du so deine Freundschaft bezahlt haben willst, dann kannst du auch den schreienden Neandertaler wieder anmachen!"
"Du besoffener Sack!", rief ich fast völlig verärgert, "Willst du wissen, was du mich eigentlich mal kannst?"
"Nein!", kam es deutlich zurück, und nach einem erneuten Stöhnen, "- aber was es auch ist, bestimmt nicht so gut wie du."


*

"Verstehe! - Und dann?"
"Na ja, ich war total verärgert, wissen Sie, beleidigt, enttäuscht, irgendwie - ja, und dann bin ich gegangen. - Verstehen Sie, ich ließ ihn alleine! - Ich bin gegangen und habe ihn einfach im Stich gelassen. - Ich habe ihn Freund genannt, und dann - habe ich ihn im Stich gelassen!"
Der Pfarrer schwieg. Überlegte er sich seine nächsten Worte? Kalkulierte er die Zwischensumme des Ablasses? - Die Enge des Beichtstuhls hatte mich schon die ganze Zeit über nervös gemacht, dazu dieses finstere Zwielicht. Doch das Schweigen jetzt, das die Luft noch schwerer und zum Atmen unbrauchbar machte. Ich musste hier raus!
"So war das! Und zwei, drei Tage später erfuhr ich, dass Freddy sich aufgehängt hatte. - Dieser Idiot!"
"Wie lange ist das jetzt her?", fragte mein verborgener Gegenüber unaufgeregt. Ich musste etwas überlegen und zählte mit den Fingern die Monate rückwärts.
"Fast ein Jahr, elf Monate - es passierte letzten August."
"August?", wiederholte er erstaunt, "Seltsam, im August die Fenster zu putzen."
"Was?"
"Was ist mit der Frau geschehen?"
"Die Frau? Aber die kannte ich doch gar nicht, diese Frau!"
"Natürlich! Wie hieß sie doch gleich, Ines, nicht wahr? Sie kannten sie doch."
"Ach so, Ines?" -Diese Frage war wie der oft beschworene Schlag ins Gesicht. Ines! Was sollte das jetzt! Ich hatte zu viel erzählt. Ines. Ich war nicht hierhergekommen, um über Ines zu sprechen. Dafür gab es andere Orte, von deren Existenz man in einer Kirche besser schwieg. Ines. Dieser Name allein trieb mich in eine Art Amnesie, in der ich erwachte, mich selbst fragend, was ich eigentlich hier wollte, hier in dieser taglichtfernen Auslieferungszelle nach Gedeih und Verderben. War ich hier, weil ich für meine allmonatlichen Zuschüsse gedacht hatte, es gäbe vielleicht ja auch mal etwas herauszuholen? Ines. Ich wollte nicht einmal mehr über sie nachdenken, geschweige denn über sie sprechen.
"Ja, wie hat sie denn den tragischen Tod Ihres Freundes verarbeitet? Sie hatte ihn doch auch gekannt, nicht wahr?" Genug. Ich hatte genug. Ich erhob mich und blieb in gebückter Haltung stehen, wobei ich mehrmals den grob geflochtenen Sichtschutz mit der Nasenspitze berührte, und flüsterte sehr deutlich, damit es nicht jeder hören sollte, aber wohl konnte, "Diese Frau hat ein Kind in die Welt geworfen und mir in den Briefkasten den unerschütterlichen, genetischen Beweis, dass ich der Erzeuger bin, und ich wundere mich, wie sie das angestellt haben könnte, verstehen Sie? Und ich bin hier in dieser Gegend, weil sie nicht weiß, dass ich hier in dieser Gegend bin. Und das alles geht Sie überhaupt nichts an! Und jetzt muss ich dringend meinen Rhododendron gießen, und danach habe ich eine Verabredung und es ist ganz und gar nicht meine Art, Verabredungen nicht einzuhalten, oder sie zu vergessen!
Und dann wollte ich auf jeden Fall bis zwölf Uhr mittags betrunken sein!"


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Beitrag #2 |

RE: Kurz vor Zwölf
Interessante, dichte Schilderung, doch irgendwie wird zu viel in zu wenig Worte hineingepresst, so dass die Geschichte letztendlich reichlich konstruiert wirkt, vor allem weil einem das Gefühl beschleicht, dein Schreibstil orientiere sich allzu sehr am Ulysses von Joice. Auf die doppelte Zeilenzahl ausgebreitet würde der Text sicher noch besser wirken.

[Da er allerdings (bei mir) nur negative, troslose Gefühle hinterlässt, würde ich ihn nicht kaufen oder mehr davon lesen wollen, so wie ich auch Finnegans Wake nie in die Hand nehmen werde.]


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Beitrag #3 |

RE: Kurz vor Zwölf
Pardauz!
RoRo -

James Joyce?...Hm. Kopfschüttelnd verneige ich mich. Äh...nicht dass ich wüsste. Aber was weiß ich schon?!

Konstruiert? Ja, verzeihung. Was mich interessieren würde, wäre die frage nach dem ausdruck. Sozusagen: ist es lesbar?

In aller bescheidenheit: solltest Du es tatsächlich direkt neben 'Finnigan's Wake' stehen lassen, dann :icon_danke_ATDE:

(Was hast Du gegen negative gefühle?)

Danke für Deine mitteilung & Dein gelesen-haben!
poLet


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Beitrag #4 |

RE: Kurz vor Zwölf
Es ist so gut lesbar wie Joice Ulysses (auf Deutsch übersetzt, nicht im Original), doch es macht leider genau so wenig Spass.


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Beitrag #5 |

RE: Kurz vor Zwölf
Hm...RoRo -

danke für Deine erneute rückmeldung.
(Übrigens:
ich glaube nicht, hier zu sein, um spaß zu machen. So leid es mir tut!)

Grüße,
poLet


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Beitrag #6 |

RE: Kurz vor Zwölf
Hallo poLet,

mich fasziniert deine Geschichte, sie hat etwas so Verschrobenes, Menschliches.
Es gibt zwei Arten, sie zu lesen: Entweder jede Figur ist wahr, es gibt Michel, Freddie, Ines, die Fensterputzerin und den Fiesta-Fahrer - und es ist Teil dieser Geschichte, dass Michel Freddies Ziele übernimmt. Oder aber - und das passt mir besser in das Bild dieser Geschichte - es gibt wirklich nur zwei Figuren, nämlich Ines und Michel, oder gar nur eine, nämlich Michel, und die anderen sind Ausgeburten seiner Phantasie, Spiegel seiner verpassten Visionen. Freddie der Alter Ego, der er in manchen Momenten selbst wird, Ines das verblasste Traumbild, von dem er längst aufgewacht ist. Nein, ich denke, es gibt Ines - vielleicht ist sie ja auch der Grund für Michels Misere. Freddie hängt sich auf, weil er sein Ziel nicht mehr erreichen kann, was es auch ist - vielleicht die Frau? Es weisen viele Stellen darauf hin, dass Michel und Freddie ein und dieselbe Person sind, angefangen bei Ines, die zur Begrüßung sagt "Komisch, gerade eben habe ich Dich noch wo ganz anders vermisst", über den Radiomenschen vor dem Fenster, der Fensterputzen und Autofahren aufzählt, bis hin zum Papageivergleich.
Es ist eine schnelllebige Geschichte, beim ersten Lesen merkt man nur, dass irgendwas schräg steht, beim zweiten kann man sich die Sache dann schon eindeutiger hinlegen - wie es einem eben beliebt. Mir hat sie sehr gefallen, ich mag diese nicht ganz so geraden Geschichten von Zeit zu Zeit sehr gern. Als Lesetipp: Such dir mal was von Detlev, der hat manchmal recht ähnliche Züge in seinen Geschichten Icon_wink.

Sprachlich hast du mich mit manchen Formulierungen umgehauen, wie zum Beispiel:
Zitat:Schräg gegenüber kümmerten sich zwei städtische Arbeiter um verzweifelte Fluchtgebärden angelegter Sträucher und stutzten sie zurück in den Anstand verordneter Ästhetik.
Zitat:die Narben und Knutschflecken ihres Lebens
Zitat:Die Erde ist rund, na und?! Der Mond auch! - Hoppla!
An manchen Stellen hast du vor Dialogen mal ein Leerzeichen vergessen, da schaust du am besten selbst mal drüber. Ansonsten finde ich liest es sich besser, wenn bei jedem Sprecherwechsel ein Absatz steht - vielleicht würde das die Geschichte aber zu sehr strecken? Hier geht es ja gerade um den verbalen Schlagabtausch.
Zitat:die sich an einer, nach Farbe seufzenden Wand, zusammendrängten.
kein Komma
Zitat:Ich hatte zuviel erzählt.
zu viel

Liebe Grüße,
Libertine

... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
Avatar von Eddie Haspelmann

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Beitrag #7 |

RE: Kurz vor Zwölf
Ojeoje, Libertine -

hätte Dich beinahe ganz vergessen, & meine kleine geschichte & wer-weiß-was-sonst-noch...Smiley_emoticons_blush
sorry für diese arg späte antwort!

Die von Dir entdeckten fehler werde ich ausmerzen, jawoll!
Danke dafür!

Ich betrachte mich selbst kaum als geschichtenerzähler oder prosaiker, doch manchmal ist es auch mit mir durchgegangen...jaja...Icon_ugly
Dein wohlwollendes interesse hat mich gefreut & tut dies immer noch, ehrlich!

Zugegeben: es ist ein spiel mit den ebenen des verständnisses;
die andersgestrickten wiederholungen sprengen den rahmen, den man als leser gezimmert hat; jemand könnte behaupten, es sei völliger blödsinn & hätte womöglich recht.

Zu Deinen formalen anmerkungen der dialoge:
Zitat:Ansonsten finde ich liest es sich besser, wenn bei jedem Sprecherwechsel ein Absatz steht - vielleicht würde das die Geschichte aber zu sehr strecken? Hier geht es ja gerade um den verbalen Schlagabtausch.
Ich bilde mir beim schreiben dieser dialoge ein, es müsse so sein.
Wahrscheinlich habe ich eine theatralische wahrnehmung oder so, jedenfalls werde ich es hier so belassen, da ich denke, es wird den lesern schon klar, werde es aber in zukünftigen texten bedenken, versprochen!

Danke Deiner replik & Deiner einschätzung!
poLet


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Beitrag #8 |

RE: Kurz vor Zwölf
Hallo polet,
ist ja schon länger her, dass ich was von dir gelesen habe.
Freue mich schon.

Zitat:Mit einem Mal wurde ihm bewusst, er würde es nicht schaffen, bis zwölf Uhr mittags betrunken zu sein.
- Toller Einstieg. Icon_smile

Zitat:Danach -- er trat ans offene Fenster und musterte wieder einmal den Baum, dem er sich nicht entschließen konnte, einen Namen zu geben.
- Ein Gedankenstrich reicht, denke ich. Icon_wink

Zitat:Einen, der etwas ausdrücken sollte, etwas wie Zuneigung.
- irgendwie süß dein Protagonist.

Zitat:Das war ihm ebenso bewusst, wie sein geöffneter Hosenschlitz und der daraus hervorgereckte Penis.
- :icon_gucker: Äh, okay ... jetzt wird es seltsam.

Zitat:Er war weit entfernt, sich selbst etwas vorzumachen. "So weit noch vom Rausch, vom Schauer des Schlafs, vom Zucken eines sterbenden Wurms", schüttelte er murmelnd leicht den Kopf.
- vor dem Zucken ist ein LZ zu viel hineingerutscht.

Zitat:Daumen, Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand zogen das feine Häutchen über die Eichel, immer wieder, langsam, fast gleichmäßig, mechanisch verschlafen.
- Masturbation in Betrachtung eines Baumes???

Zitat:"Eine Stunde mindestens--", murmelte er erneut, lauter hinzufügend, "-- warum habe ich eine wie dich nie kennengelernt?"
- Eine wie dich? Redet er von dem Baum?? Mrgreen
Ich hatte ja mal ein Date mit einem Wacholderbusch. War allerdings sterbenslangweilig. Icon_wink

Zitat:Wieder presste ich die Klingel. Er musste doch zu Hause sein. Es war ganz und gar nicht seine Art, Verabredungen nicht einzuhalten, oder sie zu vergessen.
- Das Komma vor dem "oder" ist zu viel, da "sie zu vergessen" kein eigenständiger Satz ist und zu den Verabredungen gehört.

Zitat:Schräg gegenüber kümmerten sich zwei städtische Arbeiter um verzweifelte Fluchtgebärden angelegter Sträucher und stutzten sie zurück in den Anstand verordneter Ästhetik.

- wie sieht denn so eine verzweifelte Fluchtgebärde eines Strauchs aus? Das mit der Äthetik mag ich, doch das andere ist zu viel und auch nicht ganz nachvollziehbar für mich.

Zitat:Im zurückgesetzten, vanillegetünchten Wohnblock dahinter mühte sich eine maßlos ausgebreitete Frau an der Unsichtbarkeit ihrer Fenster. Ein roter Fiesta schlich die Straße entlang an mir vorbei, wobei sich der Fahrer und ich uns für einen Augenblick zu fragen schienen, ob das wirklich alles sei.
- Herrlich. Deine Bilder sind wirklich toll.

Zitat:"Da bist Du ja! - Komm' rein!"
- Du klein, wenn denn nur in Briefen groß, und hey, nur ein Gedankenstrich statt zweien. Du brichst deinen eigenen Stil.

Zitat: - Ich roch den Alkohol sofort und erkannte, wie seine Wogen durchs Weiße der Augen meines Freundes schwappten.

- Wie muss ich mir das vorstellen? Schlägt sich Alkohol nicht eher in der Pupille oder einem Schleier über den Augen nieder?

Zitat:Ich folgte ihm nach innen. Ich wusste nicht warum, aber als ich ihn so ansah, war "Rhododendron" das einzige Wort, das mir einfiel. -
- Lol

Zitat:Während ich mir also mit Leitungswasser einen Pastis streckte, war er vor das Fenster gegangen und starrte hinaus.
- Winzige Verständnisfrage, was ist Pastis?

Zitat: - "Glaubst Du -- ich meine, hast Du Dich mal näher--", er drehte sich zu mir um, "versteh mich nicht falsch, aber -- weißt Du, ich meine es ernst!" -

- Hier jetzt wieder zwei, dann mal einen Strich. Da fehlt die Konsequenz. Icon_wink
Ach und "du" und "dich" klein. Ich würd auch "Er drehte sich zu mir um." als eigenständigen Satz mit Punkt und großem Anfang schreiben.

Zitat:Mit diesem Nachdruck wendete er sich wieder dem Geschehen draußen zu.
- wandte

Zitat:- "Weißt Du, ich - ich verlier mich -
diese Gabelung - diese Scheide - ich verlier mich an dieser Wegscheide da -
verstehst Du?" -- "Keinen Ton. - Ich hätte Dich besser mal ausnüchtern lassen sollen!"
- Zum besseren Überblick würde ich zwischen verschiedenen Sprechern einen Absatz setzen.

Zitat: Sein Kopf fuhr herum, und er stieß verächtlich durch die Zähne. - "Hast Du Dir noch nie die Ausgenüchterten angesehn? - Das würdest Du mir gönnen?"
- Zähne: "Hast ...

Zitat: - Ich stellte mich neben ihn und fragte die Welt hinter dem Fenster:"Also, was ist los? - Was hat welche Scheide Dir getan?"
- herrliches Gespräch. Mrgreen

Zitat:"Die Weggabelung - siehst Du die Gabelung - ich -" -- Wir tranken.
- aaah, deine Striche machen mich langsam wahnsinnig. Icon_panik

Zitat:-- "Abschied." -- Nur dieses eine Wort. -- "Abschied -", wiederholte ich, "wovon? - Abschied von was, von wem? - Mann, was für ein Abschied?" -
- Wer redet hier wann? Icon_confused

Zitat:Sie wusste, dass er in einem gewissen Stadium seines Rausches zu einigem Ungewöhnlichen fähig war, eben auch dazu, sich mit schlanksteifem Glied unter Handführung in einem Stakkato zu verlieren, an dessen Ende seine Erlösung stand, bevor es wieder zu einer schamhaften Vergeblichkeit zusammenschrumpfte.

- *g* und was ist daran ungewöhnlich?

Zitat:Dennoch hatte sie sich bis dahin niemals die Frage gestellt, ob sie sich der Gefahr einer Schwangerschaft auslieferte, wenn sie sich ohne Höschen unter dem Kleid auf das kühlende Mitbringsel aus St.Louis, (...), hockte, um beispielsweise mit übereinandergeschlagenen Beinen und in die Hände gestütztem Kinn, den Tag und dessen ruhmlose Geräusche an sich vorüberziehen zu lassen.
- Klar, Springspermien. Der letzte Schrei in dritte WEltländern mit Überbevölkerung. Icon_wink

Zitat:Nicht dass sich in ihr eine Angst entwickelte, tatsächlich schwanger zu werden, vielmehr erwachte in ihr ein bis dahin noch nicht dagewesenes Verlangen danach, ein Wunsch, begattet zu werden, geschwemmt zu werden mit den Ausläufern eines Stroms, der aus dem Unbekannten kommt und sich nur nach Morgen wendet, ahnungsvoll und unsicher, zuversichtlich und sich doch, der Unvoraussehbarkeit anvertrauend, ihren lauernden Gefahren entgegenwirft.
- *lol*

Zitat:"Hi, Ines, ich bins, des Totengräbers Enkel.", sagte ich.
- * ... Enkel", sagte ich.

Zitat:-- "Michel, Du? - Komisch, gerade eben habe ich Dich noch wo ganz anders vermisst." --
- ganz woanders vermisst? Das versteh ich nicht? Wie meint sie das?

Zitat: "Ja, Freddy! - Ist was mit Dir? - Ines, ich brauch Deine Hilfe! Ist mit Dir alles in Ordnung?"
- die Satzabfolge find ich unrealistisch. Entweder er fragt sie am Anfang oder hinten, doch so mittendrin liest es sich komisch.

Zitat:-- Ein kurzes Schweigen eroberte die Verbindung, dann klang ihre Stimme plötzlich weit entfernt, als wäre sie dabei, in den Keller zu gehen, während der Hörer neben dem Apparat liegen geblieben war,
-* ...war.

Zitat:"Ines?!" rief ich in die abgewürgte Leitung, "Ines? - verdammt, lass mich doch nicht-- ach, Mist!" --

- Komma nach "Ines?!" und das "Verdammt" groß, das "Ach" auch.

Zitat:"Abschied" murmelte ich vor mich hin
- auch hier ein Komma nach der wörtlichen Rede.

"Dann mach eben den aus!" war während eines Stöhnens zu vernehmen.
- Komma.

Geistesabwesend spuckte ich vor dem Heizkörper auf den Teppich.
- Ihh

Zitat: "Was war das?" stöhnte Freddy.
- Komma

Zitat:"Vielleicht ein Papagei!" behauptete ich sauer.
- auch hier, Komma!

Zitat:"Nein!", kam es deutlich zurück, und nach einem erneuten Stöhnen, "- aber was es auch ist, bestimmt nicht so gut wie Du."
- da fehlt irgendwie was, um den Satz logisch zu machen.

Zitat:Doch das Schweigen jetzt, das die Luft noch schwerer und zum Atmen unbrauchbar machte.

- Manche deiner Fomulierungen reißen mich echt vom Hocker.

Zitat:Ich musste da raus!

- da er noch drinsitzt, wäre hier "hier raus" passender, denke ich.

Zitat:"August?", wiederholte er erstaunt, "Seltsam, im August die Fenster zu putzen."
- *lol* da ist einer tot und er wundert sich über die Tante von gegenüber, die Fenster geputzt hat. Geil.

Zitat:"Die Frau? Aber die kannte ich doch gar nicht, diese Frau!" - "Natürlich! Wie hieß sie doch gleich, Ines, nicht wahr? Sie kannten sie doch."
- Also jetzt der sprung zu Ines, oder war Ines die Frau, die die Fenster geputzt hat?

Zitat:"Diese Frau hat ein Kind in die Welt geworfen und mir in den Briefkasten den unerschütterlichen, genetischen Beweis, dass ich der Erzeuger bin
- auch hier wieder tolle Formulierung!

Zitat:Und jetzt muss ich dringend meinen Rhododendron gießen, und danach habe ich eine Verabredung und es ist ganz und gar nicht meine Art, Verabredungen nicht einzuhalten, oder sie zu vergessen!
- *lol*
Rhododendron!

Zitat:Und dann wollte ich auf jeden Fall bis zwölf Uhr mittags betrunken sein.
- *Lachtränen abwisch*

Okay, polet, das war eine der tollsten und auch lustigsten Geschichten, die ich bisher in diesem Forum lesen durfte. Wenn man mal von deinen fehlenden Kommata, den komischen mir unverständlich gesetzten Gedankenstrichen und dem zeitweise auftretenden Wirrwarr in den Dialogen absieht, sprüht deine Geschichte vor Wortwitz, Wortgewalt und Originalität. Ich kann mich roros Kritik also gar nicht anschließen, mir hat es sehr, sehr gut gefallen, und ich habe keine Minute bereut. (okay, ganz kurz, als mich die fehlenden Kommata nervten, aber wirklich nur ganz kurz.)
Deine Geschichte zählt auf jeden Fall zu denjenigen, bei denen einen der Text über die Fehler hinwegsehen lässt (also beim Endeindruck, denn im Text hab ich sie dir natürlich angezeigt Icon_wink )

LG
Adsartha

PS: Warum hat sich denn der Freddy nun eigentlich umgebracht?
Und wie ist Ines schwanger geworden? Wie wird man bis Mittag betrunken? Und warum frag ich bei dem genialen Text eigentlich?
Ach ja, Fragen über Fragen. Mrgreen

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #9 |

RE: Kurz vor Zwölf
Liebe Adsartha (nun ja, ich nehme mir einfach mal das recht auf diese art der anrede heraus! Icon_rolleyes) -

also gut: habe den text jetzt 'überarbeitet' & mich hauptsächlich auf Deine vorschläge bezogen! Hoffe, es haut so besser hin.
Zu Deinem kommentar:
Zitat:- Masturbation in Betrachtung eines Baumes???
Zitat:- Eine wie dich? Redet er von dem Baum?? Mrgreen
Ich hatte ja mal ein Date mit einem Wacholderbusch. War allerdings sterbenslangweilig. Icon_wink
...Icon_lol...nuja, vielleicht hatte der autor ja tatsächlich einen baum vor dem fenster, der aussah wie der unterkörper einer menschlichen gestalt, vom
umfang der äste her eher weiblich, & freilich kopfstehend...- aber auch hier wurde bestimmt sehr wenig...äh...diskutiert!
Zitat: Zitat:Schräg gegenüber kümmerten sich zwei städtische Arbeiter um verzweifelte Fluchtgebärden angelegter Sträucher und stutzten sie zurück in den Anstand verordneter Ästhetik.


- wie sieht denn so eine verzweifelte Fluchtgebärde eines Strauchs aus? Das mit der Äthetik mag ich, doch das andere ist zu viel und auch nicht ganz nachvollziehbar für mich.
...ok, ich würde tatsächlich sagen, da kommt eher das lyrisch-bildhafte zum ausdruck. Gemeint ist eben eine sich aus der form herauswachsende pflanze, die dorthin zurückgeschnitten wird, angepasst. Genehmigte geschmackssache.
Zitat: Zitat: - Ich roch den Alkohol sofort und erkannte, wie seine Wogen durchs Weiße der Augen meines Freundes schwappten.


- Wie muss ich mir das vorstellen? Schlägt sich Alkohol nicht eher in der Pupille oder einem Schleier über den Augen nieder?
...die äderchen im weiß des auges röten sich.

Zitat:- Winzige Verständnisfrage, was ist Pastis?
...sagen wir: der französische vetter von Ouzo & Raki, also AnisSchnaps!

Zitat: Zitat: "Ja, Freddy! - Ist was mit Dir? - Ines, ich brauch Deine Hilfe! Ist mit Dir alles in Ordnung?"

- die Satzabfolge find ich unrealistisch. Entweder er fragt sie am Anfang oder hinten, doch so mittendrin liest es sich komisch.
...echt? Versteh ich nicht. "Ja, Freddy!..." ist eine erklärung, danach kommt sozusagen der erste satz...find ich normal. Ich telefoniere immer so!

Zitat: Zitat:-- "Michel, Du? - Komisch, gerade eben habe ich Dich noch wo ganz anders vermisst." --

- ganz woanders vermisst? Das versteh ich nicht? Wie meint sie das?
...nuja, immerhin sitzt sie auf dieser trommel! Icon_fies sexuelle anspielung?

Zitat: Zitat:"Nein!", kam es deutlich zurück, und nach einem erneuten Stöhnen, "- aber was es auch ist, bestimmt nicht so gut wie Du."

- da fehlt irgendwie was, um den Satz logisch zu machen.
..."Weißt du, was du mich mal kannst?" davor macht es doch logisch, oder?
Das fehlende, unausgesprochene hier, ist doch erratbar, oder nicht?

Zitat: Zitat:"Die Frau? Aber die kannte ich doch gar nicht, diese Frau!" - "Natürlich! Wie hieß sie doch gleich, Ines, nicht wahr? Sie kannten sie doch."

- Also jetzt der sprung zu Ines, oder war Ines die Frau, die die Fenster geputzt hat?
...nein. Die beiden reden kurz aneinander vorbei...ein gag meinerseits! Icon_igitt

So, ich denke, das ist erstmal am wichtigsten gewesen!
Dein kommentar insgesamt hat mich beinahe umgehauen!!!Icon_shocked
Eine empfehlung...Smiley_emoticons_blush...herrjeh, ausgerechnet bei prosa...Icon_panik...gehts Dir gut?
Ehrlich: herzlichen dank für diese replik!
Freut mich wirklich, dass es Dir so sehr gefallen hat!
Zitat:PS: Warum hat sich denn der Freddy nun eigentlich umgebracht?
Und wie ist Ines schwanger geworden? Wie wird man bis Mittag betrunken? Und warum frag ich bei dem genialen Text eigentlich?
Ach ja, Fragen über Fragen. Mrgreen
...hmmja, ich glaube das steht auf einem anderen blatt...!
Beste grüße,
poLet


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Beitrag #10 |

RE: Kurz vor Zwölf
Hallo poLet,
ich dachte mir, ich nehme mir mal etwas Zeit für eine kleine Antwort. Aber erstmal danke für die vielen Erklärungen, bin jetzt viel schlauer und verstehe einige Stelle besser. Icon_smile

Zitat:also gut: habe den text jetzt 'überarbeitet' & mich hauptsächlich auf Deine vorschläge bezogen! Hoffe, es haut so besser hin.
- ja, tut es. Icon_wink

Zitat:Dein kommentar insgesamt hat mich beinahe umgehauen!!!Icon_shocked
- Warum? War doch nett.

Zitat:Eine empfehlung...Smiley_emoticons_blush...herrjeh, ausgerechnet bei prosa...Icon_panik...gehts Dir gut?
- Ja, doch, Danke der Nachfrage. Icon_smile

LG
Addi

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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