Es ist: 30-11-2020, 08:25
Es ist: 30-11-2020, 08:25 Hallo, Gast! (Registrieren)


Erinnerungen
Beitrag #1 |

Erinnerungen
Hey ihr

Gerade aus dem Urlaub zurück und schon hab ich 'ne Frage *g* (Ich weiß nicht, ob das hier wirklich 100%ig richtig aufgehoben ist, aber weil es was mit dem Schreiben zu tun hatte, setze ich es erst mal hier rein.)
Im Urlaub hab ich mir Gedanken über ein neues Projekt von mir gemacht und bin schon ein ganzes Stück weitergekommen - zumindest im theoretischen Teil, aufgeschrieben hab ich noch fast nix. Das Ganze ist - Ausnahmefall - mal nichts "Alltägliches", sondern eine Mischung aus Fantasy, Historischem und unserer Zeit.
Als ich angefangen habe, mich mit der Jugend eines Charakters zu beschäftigen, ist da ein kleines Problem aufgetreten: Jacques' Jugend liegt geschätzte 700 Jahre zurück - der Kerl ist ein Vampir Icon_wink
Hier jetzt also meine Frage: Was glaubt ihr, an wie viel er sich nach 700 Jahren noch erinnert? Bestimmt nicht mehr an die Gesichter seiner Familie, denn er hat keine Bilder von ihnen - im 14. Jahrhundert war ja mit Fotos noch nix. Aber woran erinnert er sich? Wie viele Geschehnisse aus seinem Leben sind ihm im Gedächtnis geblieben? Nur ganz einprägsame, oder auch so ein paar "Nichtigkeiten", ganz banale Szenen, die trotzdem hängen geblieben sind? Erinnert er sich noch an die Namen von Leuten, die er vor so vielen Jahren kannte?
Die Frage gibt es auch noch mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad: An wie viele Dinge aus seiner Vergangenheit würde sich jemand erinnern, der gute 2000 Jahre alt ist? o.O

Ihr würdet mir wirklich helfen, wenn ihr hier irgendwelche Ideen und Vorschläge hättet, weil ich damit im Moment etwas überfordert bin.

Liebe Grüße
Naira

Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit.
(Erasmus von Rotterdam)

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Beitrag #2 |

RE: Erinnerungen
hallo naira,

mensch, da hast du aber eine schwere frage gestellt. an was erinnert man sich nach 700 jahren?Icon_confused ehrlich gesagt, keine ahnung. ich denke es kommt darauf an, wie viel "menschlichkeit" du deinem vampir mitgibst. also, wenn sein gehirn ungefähr die selben eigenschaften hat wie unseres, dann fängt seine erinnerungen, genauso wie bei uns, ungefähr im kindesalter an.
auf der anderen seite wäre es natürlich leicht zu sagen, dass ein vampir sich eben länger zurückerinnert.Icon_smile
an einprägsame, wichtige ereignisse wird er sich allemal erinnern können, das geht uns ja genauso.
ich sehe da eigentlich keinen grund warum er sich nicht an seine familie erinnern sollte. die familie stellt doch etwas so wichtiges dar, dass es sehr einprägsam ist und wichtig für ihn, dass er sich immerwieder daran zurückerinnern wird.
jeder erinnert sich doch an seine jugend, auch wenn sie noch so lange zurückliegt. gerade bei alten menschen passiert das ja immer wieder das sie sich an das was lange vorbei ist besser erinnern, als das was gestern war.

hmm, ich glaub so richtig geholfen hab ich dir jetzt nicht. ich glaube es hat sich noch kein mensch darüber gedanken gemacht, an was sich ein vampir erinnern kann und an was nicht. ich denke, du hast da alle freiheiten die du brauchst. Icon_wink den man vergisst ja nicht einfach nur weil es länger her ist.

lg

Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
Wörterwelten

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Beitrag #3 |

RE: Erinnerungen
Hey Lady

Jey, mein Thread wurde ausgegraben *freu* Danke dir dafür!

Jaaa, ich weiß, dass die Frage gar nicht mal so leicht ist - deswegen hab ich sie ja der Allgemeinheit vorgesetzt Icon_wink
Was die Menschlichkeit angeht - sie sind ziemlich menschlich. Sie sind zwar "Blutsauger", da bleib ich bei der Tradition, aber ansonsten unterscheiden sie sich kaum von Menschen - und denktechnisch eigentlich ohnehin nicht.
Zitat:auf der anderen seite wäre es natürlich leicht zu sagen, dass ein vampir sich eben länger zurückerinnert
Hab ich auch schon mal so gedacht - mancher Leute Vampire können fliegen, warum sollten meine nicht ein ausgeprägtes Gedächtnis haben? Icon_wink Wobei ich's mir damit dann doch irgendwie ziemlich einfach machen würd *g*
Zitat:jeder erinnert sich doch an seine jugend, auch wenn sie noch so lange zurückliegt
Die Frage ist jetzt, wie detailliert er sich daran erinnert. Manche Senioren erinnern sich ja auch nach 60, 70 Jahren noch an die Namen ihrer Lehrer in der Schule. Ich glaub, so was wird ihm schon irgendwann entfallen.
Zitat:den man vergisst ja nicht einfach nur weil es länger her ist.
Nee, stimmt, nicht nur, aber schon auch, denke ich. Bin da jetzt keine Expertin, aber ich würde sagen, dass die Zeitspanne, die vergeht, schon eine wichtige Rolle spielt.

Aber auf jeden Fall ein ganz liebes Dankeschön, und deine Antwort war mir sehr wohl eine Hilfe Icon_smile

Grüße
Naira

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(Erasmus von Rotterdam)

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Beitrag #4 |

RE: Erinnerungen
Wenn ich an die Vampirserien denke, die alle mal im Fernsehen gelaufen sind, dann konnten sie sich alle recht gut an ihre Vergangenheit erinnern. Vielleicht nicht an jeden kleine Detail, aber doch an ne Menge.

Man weiß ja von Vampiren das ihre Sinne schärfer sind als unsere z.B. sehen, riechen, da kann es doch gut möglich sein die Erinnerungen auch geschärft sind.

Vielleicht kann dein Vampir Tagebuch führen, über all die Jahre hinweg. Da könnte er dann immer reinschauen...naja. auch blöd, wahrscheinlich brauch er dann die Bibliothek für die viele Bücher... äh, vergiss den letzten Satz


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Beitrag #5 |

RE: Erinnerungen
Hallo Naira,

ich glaube, das hat hauptsächlich mit der Prägnanz der Erinnerung zu tun. Ein einschneidendes Erlebnis bleibt einem über Jahrzehnte im Gedächtnis, und hätten wir diese Gelegenheit, wären es wahrscheinlich auch gut und gerne Jahrhunderte.

Zitat:Bestimmt nicht mehr an die Gesichter seiner Familie, denn er hat keine Bilder von ihnen

Das wage ich auch zu bezweifeln. Gesichter vergisst man unglaublich schnell - nach dem Motto: aus den Augen, aus dem Sinn. Wenn er sich an seine Familienmitglieder erinnert, dann vielleicht mehr an ihren Charakter und ihr Auftreten. Ob sie sich in bestimmten Situationen außergewöhnlich verhalten haben - ich könnte mir gut vorstellen, dass solche Dinge hängen bleiben.

Zitat:Wie viele Geschehnisse aus seinem Leben sind ihm im Gedächtnis geblieben? Nur ganz einprägsame, oder auch so ein paar "Nichtigkeiten", ganz banale Szenen, die trotzdem hängen geblieben sind?

Was an einem Erlebnis banal ist, hängt immer vom Gemütszustand des Betreffenden in diesem Moment ab. Ich erinnere mich zum Beispiel noch daran, wie ich im Haus meiner Oma an der Treppe stehe, da muss ich etwa drei Jahre alt gewesen sein. Ich habe nicht die geringste Ahnung, warum ich mir ausgerechnet das gemerkt habe, vor allem, weil davor und danach keine Erinnerung mehr da ist. Mein Gehirn empfand das scheinbar für wichtig. Vielleicht sollte ich da mal eine Generalüberholung machen Icon_confused

Was man sich allerdings immer bewahrt, sind besonders schlimme Schicksalsschläge, meistens bleiben die viel besser im Gedächtnis als positive Ereignisse.

Um zu den banalen Erinnerungen zurückzukehren: ich glaube, die sind in den meisten Fällen ein Zusammenschmelzen von vielen Augenblicken. Zum Beispiel stand ich mit vier Jahren mehr als einmal auf dieser Treppe, und ich glaube, diese Erinnerung setzt sich aus der Gesamtheit all dieser Treppenbesuche zusammen.

Zitat:Erinnert er sich noch an die Namen von Leuten, die er vor so vielen Jahren kannte?

Das finde ich eigentlich unwahrscheinlich, weil man Namen relativ rasch vergisst. Was sich aber nicht gut auf eine Geschichte übertragen lässt - also denke ich, da kannst du deinem Prot durchaus ein besonders gutes Gedächtnis verpassen Icon_wink Schließlich verfügen Vampire, wie Amber bereits anmerkte, allgemein in der Regel über geschärfte Sinne.

Noch eine Bemerkung zum Schluss: mit der Zeit sammeln sich Erinnerungen, die keine wirklichen Erinnerungen sind. Es gibt Momente im Leben, an die man sich nicht erinnern kann, weil sie einfach viel zu weit zurückliegen, und trotzdem hat man ein genaues Bild im Kopf, Bilder, die sich aus Erzählungen, Fotos und eigener Vorstellungskraft zusammensetzen. Ich war als Kind fest davon überzeugt, mich an unsere alte Wohnung erinnern zu können, obwohl ich damals erst ein paar Monate alt war.

Andere Erinnerungen werden verfälscht, idealisiert, verformt. Durch Erzählungen, oder weil man sich selbst die Vergangenheit zurechtbiegt, wie man sie braucht. Umso mehr Zeit vergeht, desto stärker tritt dieses Phänomen auf - könnte ich mir vorstellen.

Ich hoffe, ich konnte dir wenigstens ein bisschen weiterhelfen.



Liebe Grüße,
Melanie

Worüber man nicht schweigen kann,
darüber muss man sprechen,
denn die Grenzen der Sprache
sind die Grenzen der Welt,

Ludwig Wittgenstein


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Beitrag #6 |

RE: Erinnerungen
Hey ihr beiden

Großes Dankeschön für eure Antworten Icon_smile

@Amber

Zitat:Man weiß ja von Vampiren das ihre Sinne schärfer sind als unsere z.B. sehen, riechen, da kann es doch gut möglich sein die Erinnerungen auch geschärft sind.
Wäre eine Möglichkeit - und wäre natürlich superpraktisch *g* Immerhin bin ich die "Meisterin" meiner Vampirchen, da sind mir also keine Grenzen gesetzt.
Das mit der Tagebuchbibliothek ist ja irgendwie eine niedliche Idee *g* Das wäre vielleicht was für jemanden, der sich selbst für relativ wichtig hält und dann all seine Erinnerungen für die Nachwelt aufheben will. Passt nur leider nicht zu Jacques Icon_wink

@MelV

Zitat:Gesichter vergisst man unglaublich schnell - nach dem Motto: aus den Augen, aus dem Sinn.
Ganz deiner Meinung. Ich geh wirklich davon aus, dass er sich an die Gesichter kaum oder meistens gar nicht erinnert. Es sei denn vielleicht an etwas ganz Besonderes, vielleicht eine große Brandnarbe auf der Wange oder so was.
Zitat:Um zu den banalen Erinnerungen zurückzukehren: ich glaube, die sind in den meisten Fällen ein Zusammenschmelzen von vielen Augenblicken.
Erinnerungen ändern sich ja andauernd, innerhalb kürzester Zeiträume, und ich kann mir gut vorstellen, dass da auch mal was zusammenfließt. Soll ja auch funktionieren, dass wenn du einem Menschen nur überzeugend genug einredest, er müsse sich an etwas erinnern können, sich tatsächlich irgendwo eine "Erinnerung" auftut. So ein paar Alltagsszenen werden also schon noch da sein, denk ich ...
Zitat:Das finde ich eigentlich unwahrscheinlich, weil man Namen relativ rasch vergisst. Was sich aber nicht gut auf eine Geschichte übertragen lässt - also denke ich, da kannst du deinem Prot durchaus ein besonders gutes Gedächtnis verpassen
Also gehen ein paar Namen, die er noch kennt, als plausibel durch? Icon_wink Weil, dass er sich alle merken kann, ist wirklich mehr als unwahrscheinlich. Aber so ein paar Namen brauch ich einfach ... Icon_wink

Also noch mal vielen lieben Dank für eure Ideen. Jacques bedankt sich bestimmt auch, dass ihm so ein gutes Gedächtnis zugetraut wird Icon_wink

Grüße
Naira

Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit.
(Erasmus von Rotterdam)

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Beitrag #7 |

RE: Erinnerungen
Hallo Naira,


eine interessante Frage, die du da stellst - es wird ja oft recht schnell akzeptiert, dass ein Vampir oder sonstiges Wesen mehrere Jahrhunderte alt ist und sich trotzdem noch an alles zu erinnern scheint ...

Generell sind vor allem zwei Faktoren ausschlaggebend dafür, wie lange eine Information behalten wird: Die Häufigkeit, mit der sie wiederholt und eingeprägt wurde, und ihre emotionale Färbung, wie Mel schon erwähnt hat. Also wenn dein Jaques in seiner Kindheit und Jugend permanent mit ein, zwei Freunden zu tun hatte und viel mit ihnen erlebt hat, dann ist es sehr wohl möglich, dass er sich nach einem auslösenden Reiz wieder an die Namen erinnert, auch an vage Schemen vom Aussehen her. Gesichter nicht, aber Gesten, Silhouetten, etwas in der Art. So etwas verschwindet nicht ganz.

Wenn er im Laufe seiner Existenz immer wieder an eine bestimmte Person gedacht hat, die Information also permanent wiederholt hat, dann behält er sie ganz sicher. Positive Erlebnisse verblassen meist, negative können, sofern sie stark genug sind, verdrängt werden - dann erinnert er sich nicht mehr an sie, dennoch materialisiert sie sich, z.B. in Ängsten, Alpträumen, Hemmungen etc. Und so etwas hält lange an und ist sehr, sehr schwer löschbar, gerade bei Erlebnissen in der Kindheit.

Vergessen ist ein Prozess, der, soweit ich weiß, nicht einsetzt, weil sonst kein Platz mehr für neue Informationen wäre, sondern weil er vor zu viel Wissen schützt. Damit wird gewissermaßen Platz für bewusste und unbewusste Denkprozesse freigehalten. Vor allem Informationen, die sich mit anderen überlagern, werden leicht vergessen.

Wichtig ist aber auch: Auch Informationen, die scheinbar schon lang vergessen und verloren gegangen sind, können bei entsprechenden Reizen oft wieder abgerufen werden. Ein Auslöser, der nicht unterschätzt werden darf, ist zum Beispiel Geruch. Ein bestimmter Geruch kann schnell dazu führen, dass man sich in seine Kindheit zurückversetzt fühlt und eine bestimmte Situation plötzlich wieder präsent ist. (Auch hier gilt natürlich, dass dich diese Information nicht mit anderen überlagern sollte; es muss also schon ein einigermaßen spezieller Geruch sein - keiner, den man permanent wahrnimmt.)

Zitat:Das mit der Tagebuchbibliothek ist ja irgendwie eine niedliche Idee *g* Das wäre vielleicht was für jemanden, der sich selbst für relativ wichtig hält und dann all seine Erinnerungen für die Nachwelt aufheben will. Passt nur leider nicht zu Jacques Icon_wink
Hm, es kann ja sein, dass er die Erinnerungen nicht für die Nachwelt aufschreiben will, sondern für sich selbst - ich stelle mir das furchtbar vor, nach 100 Jahren plötzlich zu merken, wie viel vom Erlebten vergessen ist. Vielleicht hebt er ja auch nur ein paar Gegenstände auf, mit denen er Erinnerungen verbindet. So etwas kann auch ein starker Reiz für das Gedächtnis sein - als meine Großmutter letztens ein paar alte Stofftiere von mir aus dem keller geholt hat, waren plötzlich Situationen wieder da, an die ich mich sonst kaum erinnert hätte.

So, viel gelabert - ich hoffe, etwas davon konnte dir helfen *lach*


Mira

Ich bin ein Fragezeichen
kein Punkt
- Rose Ausländer -

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Beitrag #8 |

RE: Erinnerungen
Wahrscheinlich erinnert er sich an die Ereignisse vor 700 Jahren besser als an die vor 400, 300 oder gar 50, weil sie prägender waren. Was mich immer wundert, dass in solchen Geschichten, die Menschen oder menschenähnlichen Geschöpfen sich aso gut an die gegenwart anpassen. Spätestens mit 30 werden die meisten deutlich konservativer und nehmen jede Neuerung mit. Wahrscheinlich wird dein Vampir schon stolz sein, dass er eine Schreibmaschine benutzt.


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Beitrag #9 |

RE: Erinnerungen
Hey ihr zwei

Erst mal danke für eure Antworten.

@ Mira:

Zitat:es wird ja oft recht schnell akzeptiert, dass ein Vampir oder sonstiges Wesen mehrere Jahrhunderte alt ist und sich trotzdem noch an alles zu erinnern scheint
Ich find's irgendwie unsympathisch, wenn solche Wesen alles können.
Zitat:Wenn er im Laufe seiner Existenz immer wieder an eine bestimmte Person gedacht hat, die Information also permanent wiederholt hat, dann behält er sie ganz sicher
Ich denke auch. Aber ich glaube, es müssen dann wirklich besondere Menschen sein, an die man 700 Jahre lang immer mal wieder denkt.
Zitat:Vergessen ist ein Prozess, der, soweit ich weiß, nicht einsetzt, weil sonst kein Platz mehr für neue Informationen wäre, sondern weil er vor zu viel Wissen schützt
Ich glaub, das ist ein ganz wichtiger Punkt, grad bei so einem Wesen, das halt wirklich lange lebt. Wenn Jacques sich wirklich an alles erinnern könnte, würde er einfach irgendwann den Verstand verlieren.
Zitat:Auch Informationen, die scheinbar schon lang vergessen und verloren gegangen sind, können bei entsprechenden Reizen oft wieder abgerufen werden
Das wird für mich unter Garantie noch nützlich werden.
Zitat:Hm, es kann ja sein, dass er die Erinnerungen nicht für die Nachwelt aufschreiben will, sondern für sich selbst - ich stelle mir das furchtbar vor, nach 100 Jahren plötzlich zu merken, wie viel vom Erlebten vergessen ist
Zu Jacques passt es nicht, aber ich behalte das mal im Hinterkopf. Persönliche, wichtige Dinge zu behalten und nicht zu vergessen ist bestimmt für viele Unsterbliche eine wichtige Sache.
Zitat:als meine Großmutter letztens ein paar alte Stofftiere von mir aus dem keller geholt hat, waren plötzlich Situationen wieder da, an die ich mich sonst kaum erinnert hätte.
Ja, das kenn ich Icon_smile

Also, noch mal danke!

@ Familie Tschiep

Zitat:Wahrscheinlich erinnert er sich an die Ereignisse vor 700 Jahren besser als an die vor 400, 300 oder gar 50, weil sie prägender waren.
Ich denke, dass kommt sehr auf die Ereignisse an. Es kann ja durchaus sein, dass ihn auch vor 400, 300 und 50 Jahren Dinge geprägt oder sehr betroffen haben.
Zitat:Was mich immer wundert, dass in solchen Geschichten, die Menschen oder menschenähnlichen Geschöpfen sich aso gut an die gegenwart anpassen. Spätestens mit 30 werden die meisten deutlich konservativer und nehmen jede Neuerung mit. Wahrscheinlich wird dein Vampir schon stolz sein, dass er eine Schreibmaschine benutzt.
Na ja, ich denke, dass das gar nicht mal so ein großes Problem ist. Es ist ja nicht so, dass so ein Vampir im 15. Jahrhundert mal eben die Augen zumacht und im 21. wieder aufwacht. Sie erleben ja die gesamte Entwicklung mit. Sie hören oder lesen von den ersten Forschungsansätzen in eine bestimmte Richtung, erleben mit, wie die Forschungen Früchte tragen und am Ende tatsächlich neue Erkenntnisse entstehen. Wenn sie das mit den Möglichkeiten vergleichen, die sie in ihrer "Geburtszeit" hatten, ist das natürlich ein krasser Gegensatz. Aber wenn du eine gewisse Ahnung von dem entwickelst, was der Mensch zu tun in der Lage ist, dann fällt es irgendwann nicht mehr so schwer, sich anzupassen, würde ich sagen.

Danke auch dir für deinen Kommentar.

Grüße
Naira

Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit.
(Erasmus von Rotterdam)

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Beitrag #10 |

RE: Erinnerungen
Du idealisierst. Je älter man wird, um so schwerer fällt es, sich mit neuen Sachen zu beschäftigen, jedenfalls beobachtete ich es. Meistens akzeptiert man, dass die Welt sich fortbewegt, aber man macht das denn nicht mehr mit.
In manchen Gebieten wird man immer konservative, beispielsweise die Musik, sofetrn man sich nicht als Komponist oder Musiker damit beschäftigt.


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