Es ist: 07-04-2020, 08:07
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SW1 - Hinter alten Mauern
Beitrag #1 |

SW1 - Hinter alten Mauern
Hallo liebe Leser!
Es sind ja schon ein paar Beiträge für den Wettbewerb eigenstellt worden, und hier möchte ich euch nun meine Idee zum Thema Rost präsentieren. Eigentlich hatte ich ja mehrere, doch da nur eine erlaubt ist, habe ich eine Freundes interne Umfrage gestartet und diese Idee hat gewonnen.
Ich hoffe, sie gefällt euch. Und nun wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen.


Hinter alten Mauern

Rutger liebte seinen Job. So, wie es kein anderer tat. Das stundenlange Herumstreunen, der beständige Nervenkitzel des Unbekannten und die aus dem Alleinsein geborene Stille. Ja, dafür war er geschaffen. Dafür lebte er. Jeden Tag aufs Neue.
Wahrscheinlich war er deshalb auch der Beste. Atmete noch, während andere schon innerhalb der ersten Woche schlapp machten.
Natürliche Auslese nannte er das. Bei sich im Stillen, wenn mal wieder einer der Frischlinge Hops ging. Seine scharfen Augen hatten schon lange erkannt, was sich die Ältesten zu sehen weigerten: Ihr Volk verkam.
Die seit Generationen herrschenden inzestuösen Verhältnisse der oberen Schichten trugen nun ihre Früchte. Hässliche, dumme Früchte. Noch dazu ungelenk und fett, da von kurzsichtigen Müttern überfüttert und verhätschelt. Wie sollte bei dieser Kombination etwas Vernünftiges herauskommen?
Die in die Welt entlassenen jungen Dinger konnten ja nicht mal Norden von Süden unterscheiden, geschweige denn, was essbar war und was eben nicht.
Warum auch? Mutter hatte schließlich immer alles vorgekaut.
Manchmal wunderte es Rutger, dass diese geistig eingeschränkten Abkömmlinge überhaupt geradeaus gehen konnten. Oder Kinder zeugen. Aber das konnten sie. Immer. Wie die Weltmeister.
Und während die unteren Schichten noch überlegten, wie sie ein Kind groß kriegen sollten, wurde ihre Welt von dicken Dummköpfen überrollt.
Was für eine Aussicht, erregte sich Rutger, während er seinen allabendlichen Rundgang antrat. Hätte er was im Magen gehabt, wäre es ihm wahrscheinlich zum Maul rausgekommen. Doch da er schon seit Tagen nichts gegessen hatte, blieb ihm dieses Schicksal erspart. Zu hungern konnte auch seine Vorteile haben.
Insgeheim wusste er allerdings, dass sein Körper diesen Raubbau nicht mehr allzu lange mitmachen würde. Schon jetzt spürte er das leise Zittern seiner Muskeln. Den Schleier, der sich über seine Sinne legen wollte. Doch Aufgeben war nicht drin. Er hatte eine Mission, eine Aufgabe, und die würde er erfüllen.
Also tapste er entschlossen weiter, ging seine gewohnte Route ab, warf prüfende Blicke in die dunklen Ecken und reckte alle paar Schritte die Nase in die Luft, um nach fremden Gerüchen zu fahnden.
Es war ein ruhiger Tag. Ereignislos. Nicht mal eine Maus lief ihm über den Weg. Nur er und die vielstimmigen Melodien, die sein steter Begleiter, das Wasser, um ihn wob: Ein leises Glucksen aus der Rinne unter ihm, das entfernte Tosen aus den riesigen Sammelanlagen und die kleinen, hellen Nuancen, wenn ein Tropfen seinen Halt an der Wand verlor und auf eines der Rohre fiel.
Doch war da nicht noch etwas anderes? Etwas Tiefes? Dunkles?
Rutger verhielt im Schritt und spitzte die Ohren. Ja, tatsächlich – es regnete.
Normalerweise war dies ein Anlass zur Freude, brachte doch das Wasser von oben immer reichlich Interessantes mit sich. Heute aber war Rutger wie erstarrt. Hinter den dunklen Augen begannen seine Gedanken zu rasen.
War die kleine Kammer über dem alten Ausbildungsplatz gut genug abgedichtet? Gab es vielleicht irgendwelche Lücken, durch die womöglich Wasser eindringen konnte? Und wenn es so war – lag das Futter dann hoch genug?
Er wusste es nicht.
Die erschreckende Erkenntnis brachte ihn ins Wanken. So lange hatte er geplant, geschuftet. Und nun war das alles in Gefahr? Nein. Das durfte er nicht zulassen.
Von heller Aufregung angetrieben hetzte er durch die dunklen Tunnel zurück, sprang über Wassergräben, verlor bei einem fast den Halt, rutschte, fing sich wieder und eilte weiter. Meter um Meter. Bis die Lunge brannte. Die Muskeln zu zerreißen drohten. Sein Brustkorb unter dem wilden Herzen schier zu bersten schien.
Trotzdem rannte er weiter.
Und erreichte schließlich sein Ziel: 'Old Willy' – der Eisenturm. Früher hatten er und Seinesgleichen hier ihr Kampf- und Klettertraining absolviert, heute jedoch ragten die Rohre alt und marode in die Luft.
,Zu gefährlich', hatten die Ältesten gesagt und 'Old Willy' war zu verbotenem Gebiet ernannt worden. Seitdem kam niemand mehr her, bis auf ihn, Rutger. Zuerst war es Nostalgie gewesen, die ihn angelockt hatte, doch seit einiger Zeit beschäftigten ihn andere Dinge. Wichtigere Dinge.
Unter schwerem Schnaufen - er war ja auch nicht mehr der Jüngste mit seinen drei Jahren - erklomm Rutger das wackelige Gerüst. Ab und an lösten sich unter seinen Füßen kleine Rostflocken, doch er erreichte sicher die oberste Strebe, quetschte sich durch die Ritze in der dahinter liegenden Wand und stand endlich in seinem Geheimversteck.
Erleichtert ausatmen und zur Ruhe kommen, erlaubte er sich aber nicht. Erstmal mussten alle Wände abgetastet werden, jeder noch so kleinste Riss untersucht, erst dann … dann durfte er sich eine Verschnaufpause gönnen.
Gedacht, getan. Zentimeter für Zentimeter prüfte Rutger mit all seinen Sinnen die Wände der kleinen Kammer. Und als er fertig war, begann er sicherheitshalber gleich noch mal von vorn.
Mit demselben Ergebnis – nirgends war auch nur ein Tröpfchen Wasser zu entdecken.
Zufrieden ließ sich Rutger zu Boden sinken. Sein Körper zitterte. Ob nun vor Erschöpfung oder aus Erleichterung, konnte er nicht genau bestimmen, doch etwas Ruhe würde sicherlich nicht schaden.
So saß er also da, lauschte seinem keuchenden Atem und betrachtete dabei seinen Schatz. Groß war der Haufen geworden in den letzten Monaten. Aber groß musste er auch sein, wenn er für alle reichen sollte. Deshalb hatte er Krümel um Krümel zusammengetragen. Aus jedem Winkel des Reiches. Für den einen großen Moment ...
Bald, sagte er sich und seine kleinen schwarzen Augen begannen vor Vorfreude zu funkeln. Bald schon würden die kleinen roten Körner zum Einsatz kommen.
Das immerwährende Chaos des Volkes - das weinerliche Geschreie der Jungen, das ewige Geschnatter der feisten Weiber und das aufgeblasene Gelaber der Ältesten. Bald würde es für immer verstummen.
In seinem Kopf konnte er es bereits sehen, wie sie sich, dumm, wie sie nun mal waren, auf das Futter stürzten, es verschlangen. Ohne Sinn und Verstand. In wenigen Minuten wäre dann alles vorbei – wie damals bei Georg, seinem Kollegen. Stille Krämpfe, Blut, das aus Mund und Nase quoll, und schließlich der Tod.
Auf seinen Wanderungen durch die fantastische Welt außerhalb der Kolonie hatte Rutger viel gesehen. So viel. Doch die Ältesten waren blind dafür gewesen. Blind für all seine Pläne.
Das Volk war bequem geworden. Strebte nach nichts mehr. Die Trägheit hatte sich eingenistet und breitete sich beständig aus, wie eine Krankheit. Oder wie der Rost, der Old Willy Strebe für Strebe zerfraß.
Es war an ihm, das zu ändern. Er, Rutger Weißhand, würde das Übel, das sie befallen hatte, ausrotten, bis nur noch die Besten, Stärksten übrig waren. Und mit ihnen würde er die Welt erobern.
So dachte Rutger, während das Herz in seiner Brust, erschöpft vom Alter und der Anstrengung der letzten Monate, zu schlagen aufhörte.

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
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Beitrag #2 |

RE: SW1 - Hinter alten Mauern
Hallo Adsartha,


wie versprochen gibt's zum Wettbewerbsbeitrag ein Kommi. Icon_wink Bin auch schon neugierig, was dir eingefallen ist ...
Wie immer zuerst die Anmerkungen (und wie immer liegt die Entscheidung bei dir, was du damit machst Icon_wink):

=> Rutger liebte seinen Job. So, wie es kein anderer tat. Das stundenlange Herumstreunen, der beständige Nervenkitzel des Unbekannten und die aus dem Alleinsein geborene Stille. Ja, dafür war er geboren. Dafür lebte er. Jeden Tag aufs Neue.
Hier sind mir zuviele Punkte, zu viele abgehackte Sätze. Ich würde verbinden - zum Beispiel die ersten beiden Sätze miteinander, auch den dritten und den vierten. Ist aber nur meine subjektive Meinung natürlich *g*

=> Natürlich Auslese, nannte er das.
Komma weg

=> Ihr Volk verkam.
Ab hier habe ich geahnt, auf was es hinauslaufen wird *lach*

=> geschweige denn, was essbar war und was eben nicht.
Warum auch? Mutter hatte schließlich immer alles vorgekaut.

Und ab hier wusste ich sicher, dass es Tiere sind, auch wenn ich zuerst seltsamerweise an Ameisen denken musste (obwohl die ja gar nicht passen würden).

=> Zu Hungern konnte auch seine Vorteile haben.
"hungern" klein

=> Doch Aufgeben war nicht.
... war nicht drin.

=> Ein leises Glucksen, aus der Rinne unter ihm
Komma weg

=> Rutger verhielt im Schritt
*g* Ich wäre hier für ein simples "Rutger verharrte" Icon_wink

=> ihr Kampf - und Klettertraining
Leerzeichen vor dem Bindestrich weg, da ja das Wort unterbrochen wurde

=> Zuerst war es Nostalgie gewesen, dass ihn angelockt hatte
die ihn angelockt hatte

=> er war ja auch nicht mehr der jüngste
"Jüngste" groß

=> kleine Bröckchen schlecht gewordenen Metalls
Also "schlecht geworden" ... *lol* Metall verdirbt nicht, Metall wird rostig. Icon_wink Schreib doch "Rostflocken" oder "mürben Metalls", was auch immer ... Hauptsache nicht "schlecht geworden" *gg*

=> Erleichtert ausatmen und zur Ruhe kommen erlaubte er sich aber nicht.
zur Ruhe zu kommen

=> Gedacht getan.
Komma

=> nirgends war auch nur der Anflug von Wasser zu entdecken
Wasser, das anfliegt? Icon_wink Besser "auch nur ein Tropfen Wasser" oder "eine Spur von Wasser"

=> seine kleinen schwarzen Augen begannen vor Vorfreude zu Funkeln
"funkeln" klein

=> Bald schon würden die kleinen roten Körner zum Einsatz kommen. [...] Bald würde es zum Erliegen kommen.
Ähnliche Satzkonstruktion, würde ich ändern - z.B. "bald würde es verstummen"

=> wie sie sich dumm wie sie nun mal waren auf das Futter stürzten
Kommata nach "sich", "dumm" und "waren"

=> es verschlagen
Stilblüte Mrgreen - "verschlangen"

=> wie damals bei Georg, seinem Kollegen – Stille Krämpfe
"stille" klein

=> Doch wer rastet, der rostet.
*g* Jetzt versteh ich, warum du gefragt hast, ob das Wort unbeding vorkommen muss. Der Satz wirkt tatsächlich ziemlich abgegriffen und aufgesetzt ... Wie wär's mit einer Neuformulierung? "Und die Bequemlichkeit hatte es zerfressen wie das Alter Old Willys Metall, zersetzt von Rost", keine Ahnung, irgend etwas in der Art. Kann man sicher was draus machen.

=> Rutger Weißhand
Wieso eigentlich nicht "Weißpfote"? Icon_wink

=> das Übel, das sie befallen hatte ausrotten
Komma nach "hatte"

=> Und mit ihnen, würde er die Welt erobern.
Komma weg

=> So dachte Rutger, während das Herz in seiner Brust, erschöpft vom Alter und der Anstrengung der letzten Monate, zu schlagen aufhörte und er müde die Augen schloss.
Hm, das Ende ist mir etwas zu lasch. Würde ich ein bisschen umstellen, sodass erst ganz am Schluss rauskommt, dass er stirbt - z.B. "So dachte Rutger und schloss müde die Augen. Und erschöpft vom Alter und der Anstrengung der letzten Monate verstummte auch sein Herz." Irgendwas in die Richtung eben.

Hm. Eine gute Idee, finde ich - der alte Rutger, der eine Gesellschaft der Stärksten und Besten will und dann selbst an Erschöpfung und Schwäche stirbt. Um sein Volk braucht er sich jedenfalls keine Sorgen zu machen; schlussendlich reguliert sich alles wieder von selbst ...
Prinzipiell finde ich auch das Wettbewerbsthema gut eingearbeitet, nur würde ich mir dann doch wünschen, dass du zumindest bei Old Willy kurz das Wort "Rost" verwendest - es muss ja nicht vermieden werden auf Teufel komm raus *lach*
Und irgendwie ... *hm* Bei mir springt bei dieser Geschichte der Funke nicht so ganz über. Natürlich, sie hat einen Twist, sie hat eine Auflösung, sogar mehrere: Dass es sich um Ratten handelt, dass Rutger sein Volk vergiften will und dass er am Ende doch selbst stirbt, statt seine Mission zu erfüllen. Aber an sich plätschert mir die Erzählung etwas zu sehr vor sich hin und das meiste ist auch nur erzählt - in welchem Zustand das Volk ist und was Rutger plant, das sind die Hauptbestandteile der Geschichte und sie sind beide zum größten Teil erzählt. Lass ihn doch zumindest auf einen dieser von ihm so verhassten Oberschichtratten stoßen! Ein bisschen mehr Lebendigkeit, das würde ich mir hier wünschen.

Also mein Fazit bisher: Die Umsetzung noch nicht optimal, hier würde ich an deiner Stelle noch ein bisschen überarbeiten. Die Idee ist aber gut und die Twists gefallen mir Icon_smile


Mira


P.S.: Abstimmen werde ich erst gegen Ende des Wettbewerbs, nicht wundern Icon_wink

Ich bin ein Fragezeichen
kein Punkt
- Rose Ausländer -

Avatar von Zwielichtstochter

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Beitrag #3 |

RE: SW1 - Hinter alten Mauern
hallo addi,

na dann bin ich mal gespannt, den gewinner deiner freundesinternen umfrage zu lesen. *g*

Zitat:Natürlich Auslese, nannte er das.

Natürliche

Zitat:Also tapste er entschlossen weiter, ging seine gewohnte Route ab, warf prüfende Blicke in die dunklen Ecken und reckte alle paar Schritte die Nase in de Luft, um nach fremden Gerüchen zu fahnden.

ich bin ja mal echt gespannt auf was das ganz hinausläuft. den ich habe die vermutung, dass du hier nicht von menschen sprichst. besonders an dieser stelle hier hab ich das gefühl, dass rutger irgendein tier ist.

Zitat:Zuerst war es Nostalgie gewesen, dass ihn angelockt hatte, doch seit einiger Zeit, beschäftigten ihn andere Dinge.

Nostalgie gewesen, die ihn angelockt hatte

so. rutger stirbt also an altersschwäche. die roten körner die du erwähnst lassen darauf schließen, dass es sich bei ihm und seinem volk um ratten handelt, also bei den körnern um rattengift. er will sein eigenes volk vergiften, weil es ihm "verkommen" oder "verdorben" erscheint. ich weiss jetzt nicht genau, wie ich das ausdrücken soll. Icon_smile der witz daran ist, dass sie ihm schwach erscheinen und er selbst stirbt an altersschwäche. aber ich frage mich schon, wie er sie dazu bringen wollte das zeug zufressen. jetzt wo er tot ist, wird es wohl aber nicht mehr dazu kommen. soweit find ich idee die dahinter steckt wirklich gut.:icon_thumbs1:

aber die umsetzung wirkt auf mich ein wenig "verkrampft". du hast krampfhaft vermieden anzudeuten wer rutger ist und auch irgendwie vermieden, das wort "rost" zu benutzten. besonders bei dem "schlecht gewordenen metall" ist mir das aufgefallen. das ist jetzt aber nur mein gefühlter eindruck, der mir am ende kam. ich denke schon die ganz zeit drüber nach, wie man da was ändern könnte, aber was gescheites fällt mir jetzt leider nicht ein. Icon_confused
während dem lesen, hab ich natürlich angestrengt überlegt, wer rutger ist und was er vorhat, denn das er kein mensch ist, war mir recht früh klar, weil das wort "mensch" nicht fällt.
rutgers gehetzte geschäftigkeit hat mir gut gefallen. wie er da so überall rumschnüffelt und sich auf den weg zu seinem schatz macht. das ist eigentlich der hauptteil der geschichte und seine rachegelüste werden eigentlich erst ganz am ende richtig deutlich. gut, am anfang beschwert er sich ja auch schon über die ältesten, aber das das eine entscheidende bedeutung hat wurde mir erst am ende klar.

also alles in allem hat es mir schon ganz gut gefallen, aber so richtig "warm" geworden bin ich mit rutger nicht, was auch einfach an der länge der geschichte liegen könnte, oder auch weil wir recht wenig über ihn erfahren.

wie du siehst bin ich mit mir selbst noch nicht so einig, was ich von der geschichte halten soll. Icon_smile

lg

Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #4 |

RE: SW1 - Hinter alten Mauern
Hallo ihr beiden,
bevor ich auf eure Kommentare eingehe, erstmal ein Dankeschön fürs Lesen und Kommentieren. :icon_danke_ATDE:

@ Mira:
Wow, was für eine Fehlerannalyse. Da hast du mich ja mal wieder ganz schön auseinader genommen. Ob ich es wohl jemals schaffe, einen Text zu schreiben, in dem deine scharfen Adleraugen nichts finden. Ich bezweifle es. Icon_wink
Die Fehlerchen hab ich alle korrigiert und auch ein bisschen an der Formulierung gearbeitet. Groß ändern oder noch mehr Handlung einbauen werd ich aber nicht, denn diese würde von Rutger ablenken, und um ihn und seine Gedanken geht es in der Geschichte.
Der Titel ist hierbei nicht zufällig gewählt sondern als Metapher gedacht. Es geht nicht darum krampfhaft eine Handlung zu kreieren sondern einzig allein um Rutgers Wahn. Ein Wahn, der ihn letztendlich auch das Leben kostet.
Eigentlich ist es eine Geschichte, die zum nachdenken anregen soll. Ziele zu haben ist die eine SAche, dafür zu Kämpfen auch, doch dafür sein eigenes Leben zu opfern zu viel des Guten. Rutgers Schicksal steht für die Unsinnigkeit der Rache, wenn es denn überhaupt einen Grund dafür gibt. Vielleicht ist er auch nur ein verquerer Einsiedler, der sein Volk hasst, weil er meint, kein Teil davon zu sein. Wie auch immer, letztendlich kostet ihn sein Plan das Leben. Hätte er doch mal mehr draus gemacht, der Gute.
Es ist eine erzählte Geschichte, ja, mal etwas anderes. Sogar mit Moral, wenn man sie denn findet.

LG
Addi

PS: Das Einbauen einer weiteren Ratte, wie von dir vorgeschlagen, habe ich aus drei Gründen nicht getan. 1. Es würde die geschcihte zu sehr verändern, was laut Regeln nicht erlaubt ist.
2. Die Geschichte spielt in den äußeren Bereichen des Volkes. Da gibt es nur Rutger, denn die anderen sind ja alle im Nest.
3. und am Wichtigsten: Bleibt so offen, ob Rutger Recht hat oder sich das alles nur einbildet.

@ Lady:
Auch dir Danke fürs Fehlersuchen. Du hast sogar den Witz entdeckt.
Zitat:der witz daran ist, dass sie ihm schwach erscheinen und er selbst stirbt an altersschwäche.
- *freu* Icon_jump Ich dachte schon, er wäre untergegangen. Um ehrlich zu sein habe ich mich da an einen gewissen österreichischen Diktator erinnert, der für rein arisches blondes Haar und blaue Augen war. Icon_wink

Zitat:aber ich frage mich schon, wie er sie dazu bringen wollte das zeug zufressen.

- nun, in seinen Augen sind alle anderen ja dumm und von daher dachte er, sie würden sich blind auf das vergiftete Futter stürzen.

Zitat:aber die umsetzung wirkt auf mich ein wenig "verkrampft". du hast krampfhaft vermieden anzudeuten wer rutger ist und auch irgendwie vermieden, das wort "rost" zu benutzten. besonders bei dem "schlecht gewordenen metall" ist mir das aufgefallen.
- hm, bei Rutger an sich hatte ich keine Probleme, denn auch wenn man eine Geschichte über einen Menschen schriebt erwähnt man ja nirgends, dass er zur Gattung Mensch gehört. Eigentlich hat mir das versteckspiel sogar Spaß gemacht. Icon_wink
Was das Wort Rost angeht. Es sollte ursprünglich gar nicht in der GEschichte vorkommen, da ich Rutgers Welt als eine unterirdische rostige Röhrenlandschaft im Kopf hatte. Der ursprüngliche Titel war auch: Zwischen dem Rost, aber nun ja. Irgendwie dachte ich wohl, damit wären die Kriterien des Wettbewerbs nicht ganz erfüllt. Icon_confused
Und was der verdorbene Metall anbelangt: das war eigentlich nur, weil ich mir dachte, dass so eine Ratte das Wort Rost nicht unbedingt kennt. Sollte also ein weiterer Hinweis auf das nicht menschliche sein, nun ja. War wohl nix. Icon_nosmile

Zitat:also alles in allem hat es mir schon ganz gut gefallen, aber so richtig "warm" geworden bin ich mit rutger nicht, was auch einfach an der länge der geschichte liegen könnte, oder auch weil wir recht wenig über ihn erfahren.
- Hm, was genau fehlt dir denn? In einer Kurzgeschichte erfährt man selten Genaueres über die Personen, von daher würd mich interessieren, was deiner Meinung nach, noch rein müsste.

LG
Addi

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Beitrag #5 |

RE: SW1 - Hinter alten Mauern
hi addi,

Zitat:Hm, was genau fehlt dir denn? In einer Kurzgeschichte erfährt man selten Genaueres über die Personen, von daher würd mich interessieren, was deiner Meinung nach, noch rein müsste.

ich versuchs mal zu erklären: z.b. am anfang als er sich darüber aufregt, wie die obere schicht verkommt. man merkt das er irgendwie nicht zu ihnen gehört, aber wo er nun hingehört erfährt man nicht. da könnte man noch schön, wenigstens ein merkmal einbauen, was ihn von den anderen unterscheidet, z.b. das er seine kinder ordentlich groß gezogen hat. irgendetwas was seinen hass auf die anderen ein bisschen begründet.

ich hab die geschichte jetzt nochmal gelesen und die kleinen veränderungen die mir aufgefallen sind, gefallen mir wirklich gut.

lg

Lady

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Beitrag #6 |

RE: SW1 - Hinter alten Mauern
Noch eine Wettbewerbsgeschichte, die will ich aber mal lesen =)

Zitat:Was für eine Aussicht, erregte sich Rutger, während er seinen allabendlichen Rundgang antrat.

erregte? Also ich weiß nicht ob es falsch ist aber es klingt nicht so gut an dieser stelle finde ich. Eher no nach sexueller erregung, würde eher ärgte sich .... schreiben.

Zitat: er war ja auch nicht mehr der Jüngste mit seinen drei Jahren
???

Wir später sicher noch geklärt =) aber nur so als Anmerkung was auffiel

Oh eine Ratte also =) Bin ich wenn ich ehrlich soll nicht von alleine drauf gekommen =) Aber ist doch beim zweiten Lesen klarer geworden =)
Also die Idee find ich schnomal echt ganz gut, aber die Umsetzung ist mir nicht mitreißend genug. Irgendwie werde ich mit dem Prot und seiner Idee nicht warm. Du erzählst dass alles wirklich ganz nett, aber irgendwie plätschert er nur vor sich hin und nimmt nicht richtig Fahrt auf. Wie gesagt echt inetersante Idee, aber Umsetzung kannst du glaube ich nocht mehr raushohlen.
Machs gut
bye


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Beitrag #7 |

RE: SW1 - Hinter alten Mauern
Hallo addi,

*lach* warum steht die Geschichte nicht in Humor? Icon_wink

Soso, die arme Ratte hat solange für ihren Plan geschuftet und dann kann sie ihn noch nicht einmal vollenden, irgendwie traurig Icon_smile. Der Witz ist auf jeden Fall nicht untergegangen, da kann ich dich beruhigen. Ich fand insgesamt sehr gelungen. Was ich zuerst mit den Körnern in Verbindung brachte, war allerdings Rost. Wer weiß? Vielleicht sterben die Nager ja an Rost? Das wäre auch eine schöne Idee gewesen, um den Rost mit reinzubringen. So würde er auch eine zentrale Rolle in deiner Geschichte spielen. Die Story ist wieder wirklich gut geschrieben, sehr flüssig und mit schönen Beschreibungen drinn. Ich habe wirklich nichts zu auszusetzten Icon_confused, bis vielleicht auf einen Punkt. Der Rost kam mir ein wenig zu spärlich vor. Vielleicht habe ich ihn auch einfach nur zu schnell überlesen oder du zeigst mir noch einmal die stellen, ich kann mich natürlich auch irrenIcon_wink. Aber mehr habe ich überhaupt nicht zu kritisieren. Nebenbei wirkte die Ratte ein wenig hochnäsig, immerhin will sie ein ganzes Volk auslöschen, nur weil es dumm ist. Nachher stünde sie vielleicht ganz alleine da *g* Icon_wink Ich finde es zudem gut, dass du nur andeutest, was dein Protagonist ist und nie wirklich das Wort Ratte erwähnst. Die Kanalisation deutet aber darauf hin, um wen es sich hier handelt und das hast du auch sehr treffend beschrieben. Dein Titel wirkt dafür sehr geheimnisvoll. Im ersten Moment habe ich eher an eine Verbrechensgeschichte gedacht, wegen den alten Mauern Icon_smile
Nur die Rubrik würde ich noch wechseln Icon_wink und Fazit: mochte die Geschichte

Zitat:So dachte Rutger, während er das Herz in seiner Brust, erschöpft vom Alter und der Anstrengung der letzten Monate, zu schlagen aufhörte.
Einziger Fehler, der mir aufgefallen ist: das er hinter während streichen =)



liebe grüße
bianca

"kein Mann ist so stark wie eine Frau, die schwach wird" (Hans Holt)
Biancas kleine Werke

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Beitrag #8 |

RE: SW1 - Hinter alten Mauern
So, dann will ich mich mal den Neuankömmlingen widmen. Icon_wink

@ Lady:

Zitat:am anfang als er sich darüber aufregt, wie die obere schicht verkommt. man merkt das er irgendwie nicht zu ihnen gehört, (...) irgendetwas was seinen hass auf die anderen ein bisschen begründet.
- hm, um ehrlich zu sein, verstehe ich deine Fragen nicht so ganz, denn in meinen Augen stehen die Antworten dazu alle im Text. Icon_confused
Rutger hat einen Hass auf die oberen Schichten, gegen die anderen Ratten hat er nichts, außer vielleicht, dass sie sich alles gefallen lassen. Er ist der Meinung, dass das Volk verkommt, den die "armen" Ratten, die sich noch vernünftig vermischen, können keine Kinder mehr aufziehen, während die "Oberen" ihrem Inzust fröhnen und ihre Kinder somit nach und nach die Oberhand gewinnen. Rutger selbst hat keine Kinder, denn er lebt ja für seinen Job und erträgt zudem die Nähe der anderen Ratten auch nicht, wie an dem Abschnitt über die nervigen Weiber, das Gequieke der Jungen etc. ersichtlich werden sollte. Und wer weiß, vielleicht war es ja auch die Einsamkeit, die ihn in den Wahnsinn getrieben hat. Icon_confused

Zitat:ich hab die geschichte jetzt nochmal gelesen und die kleinen veränderungen die mir aufgefallen sind, gefallen mir wirklich gut
- Dankeschön.
Auch fürs nochmal lesen und antworten. :icon_thumbs1:

@ Mindfreak:
Zitat:erregte? Also ich weiß nicht ob es falsch ist aber es klingt nicht so gut an dieser stelle finde ich. Eher no nach sexueller erregung, würde eher ärgte sich .... schreiben.
- hm, für mich ist Erregung nicht nur sexuell sondern steht auch für Verärgerung, wobei mir ärgerte hier etwas zu schwach erschien. Aber ich denke noch mal drüber nach.

Zitat:er war ja auch nicht mehr der Jüngste mit seinen drei Jahren

???
- Das war eigentlich als Witz gedacht. Icon_wink Und natürlich als letzter Hinweis dafür, dass es sich bei Rutger eben nicht um einen Menschen handelt.

Zitat:Also die Idee find ich schnomal echt ganz gut, aber die Umsetzung ist mir nicht mitreißend genug. ( ...) aber irgendwie plätschert er nur vor sich hin und nimmt nicht richtig Fahrt auf.
- als reißerrische Geschcihte war es ehrlich gesagt auch nicht gedacht. Eher als ein nachdenkliches Stück mit kritischen Tendenzen.

Zitat:Wie gesagt echt inetersante Idee, aber Umsetzung kannst du glaube ich nocht mehr raushohlen.
- Wenn du mir noch sagst wie, wäre ich dir sehr dankbar, denn so bringt mir der Satz, um ehrlich zu sein, eigentlich nichts. Ich danke dir aber trotzdem fürs Lesen und Kommentieren.

And last but not least
@ bia: Auch dir möchte ich dafür Danken, dass du die Geschichte gelesen hast und natürlich kriegst du auch ein :icon_danke_ATDE: für deinen netten Kommentar. Icon_wink

Zitat:*lach* warum steht die Geschichte nicht in Humor?
- *lach* ja, warum eigentlich nicht. Zugegeben, es sind ein paar lustige Stellen drin, doch das Ende ist ja schon eher traurig und eigentlich ist es mehr zum nachdenken gedacht. Ein Mischmasch, daher hab ich mich für Sonstiges entscheiden, damit jeder seine eigene Lesart finden kann. Icon_wink

Zitat:Der Witz ist auf jeden Fall nicht untergegangen, da kann ich dich beruhigen.

- Puh *erleichtert ausatmet*

Zitat:Ich fand insgesamt sehr gelungen.
- Danke. Positive Stimmen hör ich wie du weißt ja besonders gern. Icon_wink

Zitat:Was ich zuerst mit den Körnern in Verbindung brachte, war allerdings Rost. Wer weiß? Vielleicht sterben die Nager ja an Rost? Das wäre auch eine schöne Idee gewesen, um den Rost mit reinzubringen. So würde er auch eine zentrale Rolle in deiner Geschichte spielen.
- Um ehrlich zu sein, hatte ich auch zwischenzeitlich mal an Rostpilze gedacht, das sind Pilze die auch Nutzpflanzen befallen und giftig sind. Allerdings wäre dann die Frage, wie kommt Rutger mitten in der Stadt an befallene Pflanzen und was noch wichitger ist, wie hält er die frisch?? Icon_confused
Hm, ich hätte ihn ja ein Beet anlegen lassen können. Eine Pilzzucht, so wie es die Blattschneideameisen tun. Mist, wieso kommt mir diese Idee erst jetzt?!!

Zitat:Ich habe wirklich nichts zu auszusetzten, bis vielleicht auf einen Punkt. Der Rost kam mir ein wenig zu spärlich vor. Vielleicht habe ich ihn auch einfach nur zu schnell überlesen oder du zeigst mir noch einmal die stellen, ich kann mich natürlich auch irren
- Ja, der Rost. Eigentlich ist er in Rutgers Welt überall. Schließlich lebt er in der feuchten Kanalisation und wandert tagtäglich über rostige Rohre und Gitter. Also in meinem Kopf ist da irgendwie alles Rost, kommt wohl aber nicht an. Icon_nosmile
Zu deutlich draufstoßen wollte und will ich den Leser aber auch nicht. Ein Teufelskreis.

Zitat:Nebenbei wirkte die Ratte ein wenig hochnäsig, immerhin will sie ein ganzes Volk auslöschen, nur weil es dumm ist. Nachher stünde sie vielleicht ganz alleine da
- Psst, Rutger ist nicht nur hochnäsig sondern auch völlig wahnsinnig. Aber nicht weitersagen. Icon_wink

Zitat:Ich finde es zudem gut, dass du nur andeutest, was dein Protagonist ist und nie wirklich das Wort Ratte erwähnst.
- Danke. Ein bisschen anstrengen und zwischen den Zeilen lesen, soll der Leser ja auch noch. Abschalten kann man beim Fernsehen, zum Beispiel bei der neuen DSDS - staffel *würg*

Zitat:Dein Titel wirkt dafür sehr geheimnisvoll. Im ersten Moment habe ich eher an eine Verbrechensgeschichte gedacht, wegen den alten Mauern

- hm, ja, wie gesagt, der Titel ist doppeldeutig gedacht. Es geht um den Ort, aber auch um Rutgers verkalkten Verstand, in dem sich seltsames abspielt.

Zitat:Nur die Rubrik würde ich noch wechseln. Fazit: mochte die Geschichte

- Zur Rubrik: siehe oben und zum Fazit: Ein erleichtertes Danke, endlich mal einer. Icon_wink

LG
Addi

PS: Das Fehlerchen hab ich ganz fix weggejagt, kommt garantiert nicht wieder. Danke fürs finden. Ich überseh die kleinen Kerlchen ja immer. :D

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Beitrag #9 |

RE: SW1 - Hinter alten Mauern
Hallo Adsartha,

eigentlich war mein Kommentar schon eher fertig. Dann hättest du dich aber sicher gefragt, was ich hier so reininterpretiert habe. Ich habe nämlich im Gegensatz zu den andern überhaupt nicht mitbekommen, dass es um ein Rattenvolk geht. *seufz* Ich hatte auch für alles Erklärungen bis auf das Alter von 3 Jahren Icon_wink

Das erklärt jetzt im Nachhinein natürlich einiges, ändert aber nicht wirklich etwas an meiner Meinung zu deinem Text.

Die Idee finde ich richtig gut. Ich mag Ratten ganz gerne und auch so ist es gut geschrieben, auch wenn es mir etwas zu allgemein ist. Ich hätte mir noch ein paar Details gewünscht. Die Gedanken von Rutger sind treffend, offensiv, aber stehen mir etwas zu sehr im Raum. Seine Gedankengänge passen aber das drum herum fehlt mir etwas, so wie Möbel ohne ein Zimmer drum herum. Das kommt dann erst als er zu „Old Willy“ läuft. Ich hätte mir etwas mehr zu Rutgers Leben an sich gewünscht, um zu verstehen, warum er so denkt und sein Volk ausrotten will. Kleinigkeiten, aber doch wichtige Punkte für mich.

Und eins fehlt mir auch und das ist der Hauptgrund, warum ich die Geschichte nicht so gut finde. Wäre das Thema Macht gewesen oder so was in der Art, hätte ich die Geschichte richtig passend gefunden, aber das Thema ist Rost und da fehlt mir fast völlig der Zusammenhang. Sicher ist das Gebäude „Old Willy“ verrostet, aber es spielt hier eigentlich keine richtige Rolle und somit ist es mir persönlich zu wenig um zu sagen, dass das Thema getroffen ist.

Dein Stil an sich ist etwas gewöhnungsbedürftig. Gerade am Anfang setzt zu Punkte, wo ich normalerweise Kommas gewohnt bin, aber ist nur als Randbemerkung gemeint.

Abschließend empfinde ich, dass andere teilnehmende Geschichten einfach besser zum Thema passen. Tut mir Leid, dass es nicht positiver ist.

Liebe Grüße

Shaddowlino

"Unsere Blicke folgten den Möwen. Wie sie würden auch wir irgendwie am Leben bleiben. Wie ihnen ist auch uns ein Himmel bestimmt, der uns auf ewig Zuflucht und Heimat sein wird." (die letzten Zeilen aus "Harlans Endspurt" von Patricia Nell Warren)
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Beitrag #10 |

RE: SW1 - Hinter alten Mauern
Hey Addi,

deine Wettbewerbsgeschichte ist die nächste. Hab jetzt gar nicht geguckt, welches Genre du gewählt hast, aber das spielt auch keine Rolle. Da du mehrere Ideen hattest und extra eine Umfrage im Freundeskreis gemacht hast, bin ich gespannt, wofür du dich letztendlich entschieden hast – bekommen wir denn die anderen Ideen auch irgendwann zu lesen?

Zitat:Oder Kinder zeugen. Aber das konnten sie. Immer. Wie die Weltmeister.
Zum Sex braucht es keine Intelligenz. Nicht umsonst gibt es den Spruch „Dumm fickt gut.“, auch wenn ich dazu immer sage „Schlau fickt besser.“ ;o)
Und da die Leute, von denen du hier schreibst, ziemlich dumm zu sein scheinen, wissen sie dementsprechend wohl auch nicht, was Verhütung ist und wie sie funktioniert. Also gar nicht verwundernswert, dass sie sich immer weiter fortpflanzen.
Zitat:Hätte er was im Magen gehabt, wäre es ihm wahrscheinlich zum Maul rausgekommen.
„Maul“? Es geht hier aber schon um … Menschen, ja?
Zitat:Doch da er schon seit Tagen nichts gegessen hatte blieb ihm dieses Schicksal erspart.
Komma nach „hatte“.
Zitat:… und reckte alle paar Schritte die Nase in de Luft, um nach fremden Gerüchen zu fahnden.
„die“.
Zitat:Ja tatsächlich – es regnete.
Komma nach „Ja“.
Zitat:… , die ihn angelockt hatte, doch seit einiger Zeit, beschäftigten ihn andere Dinge.
Komma nach „Zeit“ weg.
Zitat:… - er war ja auch nicht mehr der Jüngste mit seinen drei Jahren - …
lol?
Zitat:Ob nun vor Erschöpfung oder aus Erleichterung konnte er nicht genau bestimmen, doch etwas Ruhe würde sicherlich nicht schaden.
Ich würde ein Komma vor „konnte“ setzen.
Zitat:Stille Krämpfe, Blut, das aus Mund und Nase quoll und schließlich der Tod.
Komma nach „quoll“, um den eingeschobenen Teilsatz zu beenden.
Zitat:Oder, wie der Rost, der Old Willy Strebe für Strebe zerfraß.
Komma nach „Oder“ weg.
Zitat:Und mit ihnen, würde er die Welt erobern.
Komma nach „ihnen“ weg.

Alles klar. Rutger ist eine Ratte. Und er bunkert Rattengift, um seine … Rivalen? … auszuschalten. Beim letzten Satz eben musste ich an Pinky und Brain denken *g* Jedenfalls macht jetzt alles Sinn, nachdem man die Geschichte zu Ende gelesen hat.
Jetzt versuche ich noch, das Thema des Schreibwettbewerbs in deiner Geschichte zu finden, denn bis auf das Vorsichhinrosten von Old Willy kommt hier kein Rost vor. Ich könnte mir aber vorstellen, dass du hier zeigen möchtest, dass alles irgendwie vergänglich ist und nichts so glänzend bleibt, wie es mal angefangen hat. Die Gesellschaft, in der Rutger lebte, war sicherlich zu ihren Anfangszeiten wunderschön und mit dem immer länger dauernden Fortbestehen verfiel und verkam sie immer mehr, sodass er ihr ein Ende setzen wollte. Richtig? Ich muss mich erst wieder mit dem Hineindenken in fremde Texte anfreunden, solange sind meine letzten Kommis schon her. Mist, verdammter.

Zur Umsetzung deiner Idee fällt mir nicht viel ein. Wahrscheinlich, eben weil ich sie nicht verstehe. Andererseits muss ich sagen, dass es mir textlich und auch inhaltlich gut gefallen hat, sowie auch die „Pointe“ bzw. eben die Aussage, die ich interpretiert habe. Auch wenn sie vielleicht falsch ist. Oder eben nicht so, wie du beabsichtigt hattest.

Ich schau mal, was Porter mit dem Thema anfangen konnte. Bewertung gibt’s dann im Anschluss :o)

Angel

... weil das Leben seltsame Wege geht ...

Der Sprung über den eigenen Schatten gelingt leichter,
wenn wir ihn für jemanden wagen,
der Licht in unser Leben bringt.
(unbekannt)

Eine Schattengestalt und ihre Schattengedanken


[Bild: 12.gif]

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