Es ist: 09-04-2020, 20:06
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Die Schlacht von Crécy (zweiter Teil)
Beitrag #1 |

Die Schlacht von Crécy (zweiter Teil)
Die Schlacht von Crécy (zweiter Teil)

Es ging zwar schleppend voran, aber ungeachtet dessen, kamen die Franzosen Stück für Stück näher und in ihren Augen funkelte eine pure, wilde Entschlossenheit.
Der Graf d’Alençon erreichte die Abteilung des Prinzen als erster seiner Einheit, trieb sein Pferd durch die Bogenschützen an der Front und schlug mit seinem Schwert auf sie nieder. Ihm gleich taten es auch die wenigen Männer, die es bis hierhin geschafft hatten.
Edward klappte das Visier seines Helmes nach unten, gab seinem Pferd ebenfalls die Sporen und ritt geradewegs auf die Feinde zu, um sie angreifen zu können. Kaum hatte er sich in Bewegung gesetzt, rannten auch seine Soldaten mit lautem Gebrüll los, die Waffen stoßbereit von sich gestreckt.
Mit Feuereifer kämpften sich die Franzosen ihren Weg frei, töteten wahllos einen nach dem anderen, der in die Reichweite ihrer Schwerter gelangte. Edward selbst hatte ein bestimmtes Ziel fixiert, dem er sich kontinuierlich näherte.
D´Alencon.
Der Bruder des französischen Königs bemerkte ihn nicht, er war zu sehr damit beschäftigt, so viele englische Infanteristen wie möglich abzuschlachten. Pure Mordlust funkelte in seinen eisblauen Augen, machte ihn rasend und haltlos, solange bis er sich des Prinzen gewahr wurde, der sich mittlerweile nur noch wenige Meter von ihm entfernt befand.
„Ah le petit prince!“ Der Spott in seiner Stimmer war nur zu deutlich herauszuhören und sorgte dafür, dass Edwards Entschlossenheit ihn zu töten bloß umso größer wurde.
Bei ihm angekommen, holte er mit seiner Waffe aus und schlug mit aller Kraft zu. Der Graf war vorbereitet, riss seinen Schwertarm in die Höhe und blockte den Angriff. Stahl traf auf Stahl und es wurde ein ungleiches Kräftemessen der beiden Gegner. Der Prinz ließ die Zügel seines Pferdes los, sodass er das Heft seines Schwertes mit beiden Händen halten konnte, um dem Druck seines Gegenübers standzuhalten. Er biss die Zähne zusammen, in dem Bemühen d’Alençon von sich zu schieben, doch es misslang ihm. Stattdessen schaffte es sein Widersacher beinahe den Prinzen vom Sattel zu werfen, indem er kurz von ihm abließ, weit ausholte und sein Schwert auf ihn nieder sausen ließ. Kurz schien es, als würde Edward den Halt verlieren. Sein Pferd tänzelte zur Seite und er hatte Mühe sich auf dessen Rücken zu halten, da die nächste Attacke des Grafen nicht lange auf sich warten ließ. Die eiserne Rüstung wehrte den Schlag ab, doch trotzdem war es, als würde Edward für kurze Zeit die Luft aus den Lungen gepresst werden. Ein weiteres Mal gelang es dem Franzosen jedoch nicht ihn zu überrumpeln. Bereits den nächsten Schwerthieb konnte Edward abwehren und während die Klingen sich ein weiteres Mal auf Höhe ihrer Augen kreuzten, ließ der Prinz seinen Schild fallen, zog mit der freien Hand seinen Dolch und rammte ihn mit voller Wucht in die ungeschützte freie Stelle an d’Alençons Hals. Sofort ließ der Widerstand seines Gegners nach. Ungläubig sah er Edward an, den Mund zu einem stummen Schrei des Grauens geöffnet. Ein schwacher Laut drang aus seiner Kehle, als das Licht in seinen Augen erlosch und das Leben mit einem letzten röchelnden Atemzug aus ihm entwich.
„Adieu“, sprach Edward mit unverhohlener Überheblichkeit und versetzte d’Alençons Pferd einen Hieb mit der Breitseite seines Schwertes. Er sah ihm nach, wie es in vollem Galopp über das Schlachtfeld zurück hinter die Linie der Franzosen stürmte, auf dem Rücken den toten Bruder König Philipps.
Erst in diesem Augenblick bemerkte Edward, dass sich die französischen Ritter längst zurückgezogen hatten. Die meisten, die angegriffen hatten, waren von den Engländern zurückgeschlagen oder getötet worden und bereits jetzt, kurze Zeit nach Beginn der Schlacht, waren die französischen Verluste enorm hoch.
Die Bogenschützen nutzten den Moment des vorübergehenden Waffenstillstands und liefen in das Tal hinab, um ihre Pfeile aus den Körpern der gefallenen Krieger und Pferde zu ziehen, sodass sie für den nächsten Angriff gewappnet waren.
Viele Vertreter des französischen Hochadels waren bereits getötet worden, doch die Schlacht war noch lange nicht vorüber. Edward wartete gespannt, wer jetzt den nächsten Tross anführen würde. Zuerst glaubte er seinen Augen nicht zu trauen, als er sah, wie König Philipp höchstpersönlich, mit dem Grafen von Luxemburg an seiner Seite, an die Spitze der Einheit ritt und das Kommando für den zweiten Angriff erteilte. Der Prinz wusste nicht, was ihn mehr verwunderte. Zu sehen, wie der französische König selbst in die Schlacht zog, oder die Tatsache, dass der Mann an seiner Seite den unerschütterlichen Mut aufbrachte und es ihm gleichtat – trotz seiner vollkommenen Blindheit.
Der Graf von Luxemburg und gleichzeitiger König von Böhmen, genannt Johann der Blinde, ritt neben Philipp über den Platz und erweckte nicht einmal annähernd den Eindruck, als habe er Angst, vor dem was ihn erwartete. Zunächst schien es Edward unbegreiflich, wie man so leichtsinnig und unachtsam sein konnte. Welche Chance würde er, ein Blinder, inmitten eines tobenden Krieges schon haben? Je länger er ihn jedoch beobachtete, desto mehr schlug seine anfängliche Geringschätzung in Bewunderung um. Es zeugte von großer Unerschrockenheit und Tapferkeit sich dem Feind unter solchen Bedingungen entgegen zu stellen, mit der fast sicheren Gewissheit den nächsten Tag nicht mehr zu erleben.
„Mein Prinz!“
Er wurde aus seinen Gedanken gerissen, als ein Marschall der englischen Armee auf ihn zugelaufen kam und um Atem ringend neben Edwards Pferd stehen blieb. Sein helles Haar klebte nass an seinem Kopf und seine Kleidung triefte vom Regen.
„Wir benötigen Verstärkung!“ Eindringlich erhob er die Stimme und der französische Akzent, der markant darin mitschwang, erinnerte Edward wieder daran, wer er war. Godfrey Harcourt, ein Verbündeter der Engländer im Kampf gegen Frankreich und somit gegen seine eigenen Landsleute.
„Alleine können wir ihnen so nicht standhalten.“
Der Prinz folgte seinem Blick und nun erst erkannte er, was ihm noch vor wenigen Minuten nicht aufgefallen war. Er war zu sehr abgelenkt gewesen und hatte nicht bemerkt, was Philipp bei diesem Angriff für eine Strategie an den Tag legte. Die Franzosen hatten sich in zwei Gruppen formiert und wollten auf diese Weise die zwei Abteilungen der Engländer zerschlagen, im Zentrum mit einer dritten Gruppe eben jener Ritter, die erst kurz zuvor den Rückzug angetreten hatten.
„Ihr müsst Euren Vater bitten Euch mehr Soldaten zur Verfügung zu stellen, mein Prinz. Alleine werden wir sie nicht bekämpfen können.“
Edward nickte, denn er wusste, dass Harcourt Recht hatte.
„Schickt Boten zu ihm“, wies er Godfrey an, ohne seinen Blick von den Feinden zu wenden, die aufs Neue von den Bogenschützen abgewehrt wurden. Wie auch zuvor schon erlagen hunderte den tödlichen Geschützen, dennoch schien es, als würde die Zahl der Gegner nur geringfügig zurückgehen.
Zu viele. Es waren noch immer viel zu viele.
„Ja, Mylord.“ Der Mann verschwand so schnell in der Menge hinter ihm, wie er erschienen war und der Prinz hoffte inständig, dass die Verstärkung nicht lange auf sich warten lassen würde. Er ahnte, dass sie diesen Angriff nicht so leicht wegstecken würden, wie den ersten.
Wieder durchbrachen die Ritter unter Johann von Luxemburg, der sich von seinem Bannerträger leiten ließ, die Verteidigungsmauer der englischen Bogenschützen und schlugen mit ihren Waffen alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellte. Unzählige Nahkämpfe wurden zwischen den französischen Rittern und den englischen Soldaten zu Fuß ausgetragen und es gelang dem Feind den rechten Flügel von Edwards Einheit zu durchbrechen und sie zurückzudrängen. Der Prinz kämpfte aus Leibeskräften, streckte zahlreiche Widersacher nieder, konnte aber trotz allem nicht verhindern, dass die Franzosen weiterhin die Überhand hatten.
Erleichterung machte sich in ihm breit, als er nach einiger Zeit endlich einen Boten geradewegs auf sich zureiten sah. Sicherlich würde er ihm nun sagen, dass es nicht mehr lange dauern konnte, bis die Truppenverstärkung bei ihnen angelangt sein würde. Mit dem, was der Bote ihm allerdings jetzt sagte, hatte er nicht gerechnet.
„Sag das noch mal!“
Der junge Mann, der im Vergleich zu Edward dünn und schmächtig wirkte, schluckte und wiederholte mit unsicherer Stimme die Antwort König Eduards auf den Hilferuf des Prinzen: „Er sagte, wenn Ihr der zukünftige König werden wollt, müsst Ihr alleine zurecht kommen.“
Verbittert presste Edward die Lippen zu einem dünnen Strich zusammen und starrte finster vor sich hin.
Nun gut, wenn ihm sein Vater keine Unterstützung zusichern wollte, dann musste er sich eben selbst zu helfen wissen. Eilig dirigierte er den Boten zu der linken Abteilung, auf die weit weniger Druck ausgeübt wurde, um den Earl Arundel um Verstärkung zu bitten.
Anders als bei seinem Vater wurde er von ihm nicht enttäuscht. Der Earl schickte ihm so viele Soldaten, wie er selbst entbehren konnte, ohne Gefahr zu laufen nicht mehr Herr der Lage zu sein und den Franzosen zu unterliegen.
Edward brüllte den bewaffneten Männern Befehle zu und verteilte sie gleichmäßig über das Schlachtfeld, sodass sie den Franzosen Paroli bieten und sie endlich zurückschlagen konnten.
Der Kampf nahm seinen Lauf und die ganze Zeit über prasselte der Regen auf sie herab, der das Feld unter ihren Füßen in einen schlammigen Sumpf verwandelte. Einen Sumpf mit Pfützen aus Blut.
Edward ließ seinen Blick über den Platz wandern und überall stieß er auf dasselbe Bild. Die Franzosen waren mitten unter ihnen und wurden erbittert von den englischen Soldaten abgewehrt. Unweit von ihm hatte sich eine Gruppe feindlicher Ritter zusammengeschlossen, um das Banner des Prinzen anzugreifen und zu Fall zu bringen.
Sir John Chandos und die Reiter, welche unter seinem Kommando standen, bahnten sich bereits einen Weg durch das Schlachtgetümmel, mit dem Vorhaben dem unbewaffneten Bannerträger zu Hilfe zu eilen. Edward war gerade im Begriff sich seinem Freund John, der ihm von allen Vertrauten am nächsten stand, anzuschließen, als genau in diesem Moment etwas anderes seine Aufmerksamkeit fesselte.
Sein Blick heftete sich auf den reglosen Körper des böhmischen Königs, etliche Meter weit weg am Boden, der selbst im Tod noch eine nahezu unantastbare Würde ausstrahlte. Der Prinz hatte gewusst, dass Johann von Luxemburg diesen Tag nicht überleben würde, denn es hätte an ein Wunder gegrenzt wenn der blinde Ritter unversehrt durch das Schlachtfeld gekommen wäre. Langsam ritt er zu ihm, sodass er aus dem Sattel steigen und sich an die Seite des toten Monarchen stellen konnte. Allem Anschein nach musste ihn jemand vom Pferd gestoßen und erschlagen haben, denn sein Helm lag weit abseits im Dreck und seine gesamte Gesichtshälfte war blutüberströmt. In kalter Ausdruckslosigkeit starrten die trüben, glasigen Augen zum düsteren Himmel. Sogar jetzt noch hielt Johann seinen Schild weiterhin fest umklammert, als könnte er ihm noch in irgendeiner Weise dienlich sein. Die vielen Regentropfen glitzerten wie kleine, funkelnde Diamanten auf seiner prächtigen Rüstung, aber dennoch hatte diese ihn nicht vor dem Tod bewahren können.
Edward kam nicht umhin den Mann aufgrund seiner Taten zu bewundern. Was konnte von größerem Mut zeugen, als blind in eine Schlacht zu reiten und seine Männer unerschrocken in den Kampf zu führen?
Sicher, er hatte diese Heldentat mit dem größtmöglichen Preis bezahlt, aber im Gegenzug dafür würde er etwas erhalten, das weitaus länger andauerte, als die Zeitspanne eines einzelnen Menschenlebens.
Unvergessenheit.
Männer wie er lebten in Erzählungen weiter, denn mit ihren unauslöschlichen Taten gingen sie in die Geschichte ein und erlangten auf diese Weise Unsterblichkeit. Auf ewig.
Edward würde dafür Sorge tragen, dass er nicht in Vergessenheit geriet und so kniete er sich neben dem töten König nieder, um ehrerbietig das Haupt zu senken.
„Hier liegt der Fürst der Ritterlichkeit, doch er stirbt nicht.“ Seine Stimme war beinahe feierlich, als er nun die Worte sprach, die nur für seine Ohren und die des toten Königs bestimmt waren, obgleich die ganze Welt sie hätte hören sollen. Seine Finger tasteten nach dem Schild Johanns, welcher geziert war mit dem Emblem der drei Straußenfedern, zusammengehalten von einer goldenen Krone und dem deutschen Wahlspruch.
„Ich Dien“ stand dort in großen, schwarzen Lettern geschrieben und sobald die Schlacht geschlagen war, würde Edward in Auftrag geben dieses Hoheitszeichen auch in sein Wappen einarbeiten zu lassen.
Wie schon der Angriff zuvor, wurde schließlich auch diese zweite Attacke der Franzosen von den Engländern erfolgreich abgewehrt. Eine dritte erfolgte erst wieder, als die Sonne bereits untergegangen war und zahlreiche Sterne über ihnen funkelten. Ein paar Fackeln wurden entzündet, sodass die einzige Lichtquelle nicht nur vom Dreiviertelmond herrührte, der hoch über ihren Köpfen am nächtlichen Himmel stand.
Es war für alle eine Erleichterung, dass der Regen nachgelassen und schließlich ganz aufgehört hatte. Nichtsdestotrotz gab es keine Gelegenheit für die Männer ihre Kräfte zu sammeln, da die Franzosen mit dem dritten Angriff nicht lange auf sich warten ließen. Philipp bündelte alle seine Reserven, die ihm noch zur Verfügung standen und versuchte einmal mehr die Entscheidung des heutigen Tages zu seinen Gunsten zu wenden.
Wie auch bei den vorhergehenden Attacken stießen sie unorganisiert nach vorne und es glich eher einem wilden Haufen von Barbaren, als einer Armee adliger Ritter.
Die englischen Bogenschützen hielten ihre Pfeile in die Flammen des Feuers, das sie an der vorderen Linie entzündet hatten, zielten hoch in die Luft und schossen. Die brennenden Geschütze jagten über den schwarzen Himmel und vermochten es, die Sterne für einen Moment verblassen zu lassen, bis sie schließlich ihr Ziel fanden.
Unablässig feuerten die Engländer eine Pfeilsalve nach der anderen ab. Die Franzosen hatten auch dieses Mal keine Chance. Erst recht nicht, als Edward befahl Nachtpfeile zum Einsatz zu bringen.
Man hörte lediglich den sirrenden, hohen Ton, der die Luft durchschnitt, doch sehen konnte man die Pfeile in der Dunkelheit nicht. Wie aus dem Nichts wurden die Feinde von ihnen überrascht und einer nach dem anderen niedergestreckt.
„Genug!“ Edward erhob die Stimme über den qualvollen Rufen der Verletzten und gebot seinen Männern Einhalt.
Die Franzosen griffen jetzt längst nicht mehr an, sondern befanden sich auf dem Rückzug und erst da beschloss König Eduard von seinen eigenen Reserven Gebrauch zu machen und seine dritte Einheit auf die Feinde los zu lassen.
Die über zweihundert englischen Ritter stürmten unaufhaltsam das Tal hinab und fielen mit erbarmungsloser Härte über die Reste des dritten französischen Treffens her. Wen sie nicht töteten, den hetzten und vertrieben sie, sodass ein stummes Bild der Verwüstung alles war, was sie zurückließen. Zahllose Gefallene lagen über dem Feld verstreut, ihre Gliedmaßen von Pfeilen durchlöchert und von Kanonenkugeln zerschmettert. Schwer lag der Gestank des Todes über dem Feld, drückender noch, als die plötzliche Stille, die nach dem unentwegt tosenden Geschrei beinahe gespenstisch wirkte.
Vorbei.
Edward atmete aus. Es war vorbei, die Schlacht war geschlagen. Die Anspannung des gesamten Tages fiel von ihm ab, ebenso wie von den Männern, die zunächst noch gar nicht fassen konnten, dass es wirklich vorüber war. Sie hatten gewonnen. Sie waren den Franzosen zahlenmäßig weit unterlegen gewesen und dennoch hatten sie die Feinde besiegt.
Wieder wurden Rufe laut, doch der Klang war nun ein ganz anderer, als noch wenige Augenblicke zuvor. Es war die ausgelassene Melodie des Triumphes, mit der die Engländer ihren Sieg über die Franzosen feierten.
Einen Sieg, der selbst über Jahrtausende hinweg nie in Vergessenheit geraten sollte …

Nachwort


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Beitrag #2 |

RE: Die Schlacht von Crécy (zweiter Teil)
Hallo Fay,

so und nun zum letzten Teil, deiner Geschichte. Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

Edward selbst hatte ein ganz bestimmtes Ziel fixiert und näherte sich ihm kontinuierlich. D’Alençon bemerkte nicht, dass der Prinz immer dichter heranrückte und es auf ihn abgesehen hatte, denn er war zu sehr damit beschäftigt so viele englische Infanteristen wie möglich abzuschlachten.
=> Hört sich alles ziemlich unsausgegoren an.
Vorschlag:
"Edward selbst hatte ein bestimmtes Ziel fixiert, dem er sich kontinuierlich näherte.
D´Alencon.
Der Bruder des französischen Königs bemerkte ihn nicht, er war zu sehr damit beschäftigt, so viele englische Infanteristen wie möglich abzuschlachten."
- Dem ganzen Text würde es gut tun, wenn du ein wenig strafst und die Sätze überarbeitest.

Die Bogenschützen nutzten den Moment des vorübergehenden Waffenstillstands und liefen in das Tal hinab, um ihre Pfeile aus den Körpern der gefallenen Krieger und Pferde zu ziehen, sodass sie für den nächsten Angriff gewappnet waren.
=> Den Nachsatz würde ich streichen. Das wirkt dahingeklatscht und ist auch total unlogisch. Ein Heer wie das, des schwarzen Prinzen hat mit Sicherheit genug Pfeile, um nicht davon abhängig zu sein, sie aus den Körpern zu ziehen. Das sie die Pfeile einsammeln ist glaubhaft, aber die Begründung klingt weit her geholt.

Welche Chance würde er, ein Blinder, inmitten eines tobenden Krieges, schon haben?
=> Kein Komma nach "Krieges".

Einen Sumpf mit Pfützen aus Blut.
=> Gefällt mir gut.

Edward kam nicht umhin den Mann aufgrund seiner Taten zu bewundern. Was konnte von größerem Mut zeugen, als blind in eine Schlacht zu reiten und seine Männer unerschrocken in den Kampf zu führen?
=> Was konnte von größerer Dummheit zeugen. *g*

Man hörte lediglich den sirrenden, hohen Ton, der die Luft durchschnitt, doch sehen konnte man die Pfeile in der Dunkelheit nicht. Wie aus dem Nichts wurden die Feinde von ihnen überrascht und einer nach dem anderen niedergestreckt.
=> Wie kann man dann zielen, wenn man sogar als Opfer die Pfeile nicht sehen kann?

So. Ich habe nicht sehr viel beanstandet, weil es wirklich in einem Stil geschrieben ist, den du heute nicht mehr huldigst. Icon_wink Es wäre schön gewesen, du hättest nach deinem Können überarbeitet und das ganze ein wenig flüssiger gemacht. So, behalte ich mir vor, hier nur noch zum Inhalt etwas zu sagen.
Edward hast du gut dargestellt, jedenfalls in diesem Teil. Auch durch Einfälle wie den Mord an dem Bruder des französichern Königs, der dir gut gelungen ist. Durch die Handlungen des schwarzen Prinzen wurde er ein wenig deutlicher, doch ich finde da wäre noch um ein vielfaches mehr möglich gewesen. Vielleicht vor der Schlacht. Ohne Helm. Beschreibung und Unterhaltung mit einem Freund, dass würde den Reiz der Geschichte doch ausmachen, Edward, den schwarzen Prinzen hier gestalten. Diese Chance hast du mir zu wenig genutzt.
Über den Kampf habe ich mich immer gefragt, wie blöd die Franzosen den sein müssen. Sie haben oft eher unlogisch gehandelt, bzw. sind immer wieder in Fallen gelaufen. Die Tatsache, kann man noch nachvollziehen, aber Beschreibungen "ähnelte eine wilden Horde, als einer Schar Ritter", haben mich schon stutzen lassen. Du wertest sie ganz schön ab und man hat von Anfang an das Gefühl, dass Edward gewinnen wird. Nun, es ist eine historische Schlag. Edward gewinnt, ja, ... aber die Angst, die Emotion kommt einfach nicht an. Ich finde manche Momente hättest du deutlicher herausheben können, damit der Leser sich dennoch sorgt und nicht das Gefühl hat einen schon entschiedenen Kampf zu verfolgen.
Alles Gesamt ist es mir zu viel Kampfbeschreibung und zu wenig Persönlichkeit. Ich glaube, manche Kampfsequenzen hättest du auslassen können und stattdessen mehr auf Edward, den Blinden und die Emotionen des Kampfes verwenden können. Ein wenig mehr Nähe.

Das Thema an sich ist sehr interessant. Es ist auch nicht schlecht umgesetzt, liest sich für mich aber teilweise wie aus einem Geschichtsbuch. Ein wenig zu lasch verarbeitete Details. Magst du die Geschichte vielleicht einmal überarbeiten? Würde sich sicherlich auszahlen, denn Potenzial ist hier geboten.
Ich hab’s gerne gelesen und die Ausdauer, mit der du den Kampf beschrieben hast, finde ich bewundernswert. Gesamt gesehen ist es gut, aber es wäre halt was Emotionen und Nähe zum Leser anbelangt noch sehr ausbaufähig gewesen.
Hört sich negativer an, als es gemeint ist. Icon_wink

Schönes Thema! *Däumchen heb*
Liebe Grüße,
Sternchen

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
Viele kleine Sternschnuppen

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Beitrag #3 |

RE: Die Schlacht von Crécy (zweiter Teil)
Nochmal hallo Sternchen

Und schon geht es weiter hehe ...

Zitat:Edward selbst hatte ein ganz bestimmtes Ziel fixiert und näherte sich ihm kontinuierlich. D’Alençon bemerkte nicht, dass der Prinz immer dichter heranrückte und es auf ihn abgesehen hatte, denn er war zu sehr damit beschäftigt so viele englische Infanteristen wie möglich abzuschlachten.
=> Hört sich alles ziemlich unsausgegoren an.
Vorschlag:
"Edward selbst hatte ein bestimmtes Ziel fixiert, dem er sich kontinuierlich näherte.
D´Alencon.
Der Bruder des französischen Königs bemerkte ihn nicht, er war zu sehr damit beschäftigt, so viele englische Infanteristen wie möglich abzuschlachten."
- Dem ganzen Text würde es gut tun, wenn du ein wenig strafst und die Sätze überarbeitest.
Ja der vorschlag hört sich wirklich nicht schlecht an. Danke für die alternativen die du immer aufzeigst

Zitat:Die Bogenschützen nutzten den Moment des vorübergehenden Waffenstillstands und liefen in das Tal hinab, um ihre Pfeile aus den Körpern der gefallenen Krieger und Pferde zu ziehen, sodass sie für den nächsten Angriff gewappnet waren.
=> Den Nachsatz würde ich streichen. Das wirkt dahingeklatscht und ist auch total unlogisch. Ein Heer wie das, des schwarzen Prinzen hat mit Sicherheit genug Pfeile, um nicht davon abhängig zu sein, sie aus den Körpern zu ziehen. Das sie die Pfeile einsammeln ist glaubhaft, aber die Begründung klingt weit her geholt.
Das kannst du nicht wissen schließlich hast du nicht recherchiert - aber genauso war es. Sie sind zwischen den attacken zu den gefallenen feinden gerannt und haben sich ihre pfeile wieder geholt

Zitat:Einen Sumpf mit Pfützen aus Blut.
=> Gefällt mir gut.
Merci Icon_smile

Zitat:Edward kam nicht umhin den Mann aufgrund seiner Taten zu bewundern. Was konnte von größerem Mut zeugen, als blind in eine Schlacht zu reiten und seine Männer unerschrocken in den Kampf zu führen?
=> Was konnte von größerer Dummheit zeugen. *g*
Damals galten etwas andere wertvorstellungen

Zitat:Man hörte lediglich den sirrenden, hohen Ton, der die Luft durchschnitt, doch sehen konnte man die Pfeile in der Dunkelheit nicht. Wie aus dem Nichts wurden die Feinde von ihnen überrascht und einer nach dem anderen niedergestreckt.
=> Wie kann man dann zielen, wenn man sogar als Opfer die Pfeile nicht sehen kann?
Sie zielen nicht. Das bild sieht man in jeder schlacht. Sie spannen den bogen zielen in die luft und lassen die sehne zurückschnellen. Niemand zielt wirklich. Die Pfeile fliegen in einem bogen davon und finden ihr opfer

Zitat:Durch die Handlungen des schwarzen Prinzen wurde er ein wenig deutlicher, doch ich finde da wäre noch um ein vielfaches mehr möglich gewesen. Vielleicht vor der Schlacht. Ohne Helm. Beschreibung und Unterhaltung mit einem Freund, dass würde den Reiz der Geschichte doch ausmachen, Edward, den schwarzen Prinzen hier gestalten. Diese Chance hast du mir zu wenig genutzt.
Wie gesagt das hätte ich zwar machen können aber es ging mehr um die schlacht als vielmehr um die person Edwards

Zitat:Über den Kampf habe ich mich immer gefragt, wie blöd die Franzosen den sein müssen. Sie haben oft eher unlogisch gehandelt, bzw. sind immer wieder in Fallen gelaufen. Die Tatsache, kann man noch nachvollziehen, aber Beschreibungen "ähnelte eine wilden Horde, als einer Schar Ritter", haben mich schon stutzen lassen. Du wertest sie ganz schön ab und man hat von Anfang an das Gefühl, dass Edward gewinnen wird.
Da hätte ich meine persönliche sicht der dinge wohl etwas zurücknehmen müssen damit es weniger wie eine spottrede klingt *g* Aber genau so war es. Die franzosen waren hitzköpfig und haben unüberlegt gehandelt und zu keiner zeit sah es gut für sie aus und das obwohl sie zahlenmäßig überlegen waren. Selbst als sie anmarschiert sind haben die engländer gesehen dass sie nicht eine solche gefahr darstellen wie die franzosen es sich gewünscht hätten

Zitat:Das Thema an sich ist sehr interessant. Es ist auch nicht schlecht umgesetzt, liest sich für mich aber teilweise wie aus einem Geschichtsbuch. Ein wenig zu lasch verarbeitete Details. Magst du die Geschichte vielleicht einmal überarbeiten? Würde sich sicherlich auszahlen, denn Potenzial ist hier geboten.
Ich bin noch am überlegen ob ich sie überarbeite. Ein paar sätze die du abgeändert hast werde ich übernehmen aber im großen und ganzen werde ich es wohl so belassen

Wie schon ein paar mal erwähnt: Es ging hier vordergründig wirklich um den ablauf der schlacht als eine art bericht. Nicht um zu viel emotionen oder eine nähere beschreibung Edwards ...

Dankeschön für dein durchhaltevermögen und deine kritik die immer willkommen ist! *knuff* Schön dass du die geschichte gelesen hast Icon_smile

Viele liebe Grüße,
Fay


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