Es ist: 17-11-2019, 05:26
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Die Götter der Germanen - Teil 14 (Ende)
Beitrag #1 |

Die Götter der Germanen - Teil 14 (Ende)
Am späten Nachmittag hatte Hanne das erste Mal seit seiner Rückkehr aus Frankreich früher Dienstschluss und stand noch vor der Dämmerung vor seiner Zimmertür.
Sie umarmte ihn stürmisch und Hahn zog sie freudestrahlend ins Zimmer und zum Bett, während sie ihn glücklich überrascht anstrahlte. Er ließ sich zögerlich fallen, und lächelte sie die ganze Zeit an und sie merkte, dass ihre Bemühungen um ihn Früchte trugen und die Luken zu ihrer Seele öffneten sich immer weiter. Er hielt sie fest und ließ sich los, fiel in etwas, das ihm das größte Glück der Erde schien, in Wahrheit aber nur ein Vorbote dessen war, was ihn bei ihr erwartete.
Er hatte sich für Hanne und das Kind entschieden und begann jetzt, danach zu leben und zu fühlen. Stundenlang gab es für sie beide nur zwei Menschen auf dieser Erde.
„Hanne, ich verspreche dir, sobald ich diesen Fall abgeschlossen habe, werden wir uns um die Hochzeitsvorbereitungen kümmern. Dann kann uns nichts mehr trennen“, flüsterte er und drückte ihren warmen, weichen Körper an sich. Sie streichelte langsam seine Seite und antwortete mit einem schläfrigen „Mhm“ und grinste, schon beinahe eingeschlafen.
„Nichts kann uns mehr trennen!“, flüsterte Hahn nochmals.
Schon gar keine verweigerte Heiratserlaubnis irgendeines SS-Amtes und auch kein Reichsführer oder sonst ein Mensch, fügte er in Gedanken hinzu. Er nahm sich vor, den Brief aus dem Rasse- und Siedlungshauptamt zu vernichten, bevor sie ihn vielleicht durch Zufall zu sehen bekam.
Mit einem Lächeln lag er da, hielt die schlafende Hanne weiter fest und freute sich darauf, sie an jedem Abend der nächsten Tage zu sehen.

Der Reiter gab seinem Pferd noch einmal die Sporen und es fiel in einen scharfen Trab. Hahn erwachte erschrocken aus dem Halbschlaf neben Hanne. Schnell, aber vorsichtig, um sie nicht zu wecken, stand er auf. Es herrschte tiefste Winterdunkelheit im Zimmer und er tastete sich zur Tür, um den schwarzen Schalter zu drehen.
Im trüben Licht der Birne nahm er einen Bogen Papier und begann, einen ausführlichen Brief an Hanne zu schreiben. Noch nie hatte er solche Worte zu Papier gebracht und jetzt flossen sie nur so aus seiner Hand, als hätte er niemals etwas anderes getan.
Je länger er schrieb, desto ruhiger wurde er. Er schrieb dann noch einen zweiten Brief, diesen mit sachlichem Inhalt, und als auch diese Zeilen geschrieben waren, drehte er das Licht wieder aus und legte sich glücklich grinsend zu Hanne, versank neben ihr erneut in einen wohligen Halbschlaf.

Bis Fischer sich von der Pensionswirtin melden ließ und sie aus ihrer Zweisamkeit riss. Er weckte sie nicht, gab ihr einen Abschiedkuss und flüsterte ihr noch ein paar liebende Worte zu. Dann legte er die Briefe neben sie auf das Bett.

Die Fahrt nach Gut Weidenau war ereignislos. Fischer war ein geübter und charmanter Unterhalter und gut in kurzweiligen, bedeutungslosen Gesprächen. Hahn hörte zu, aber ohne dem Gesagten zu folgen. Er nickte immer wieder und ließ bekräftigende oder zustimmende Worte und Laute fallen, während seine Gedanken immer noch bei einer Frau in einem Pensionszimmer in Berlin weilten, die bald seine Frau sein würde.

Fischer fuhr durch den großen Torbogen in den Hof vor dem Haupthaus von Gut Weidenau. Nahe beim Stall der komplett von den notwendigen Wirtschaftsgebäuden des Gutsbetriebes gesäumten Fläche fand der Brigadeführer noch eine Lücke zwischen den ganzen Wagen mit SS-Nummernschildern.
Fischer ging voraus auf den Eingang zu und Hahn streckte sich, richtete dann seine Polizeiuniform, die durch die Fahrt doch ein wenig gelitten hatte, bevor er schnell dem Brigadeführer folgte. Als er neben ihm den Treppenaufgang hinauf ging, entdeckte er die Standarte des Reichsführers an dem der Treppe am nächsten abgestellten Mercedes.
Fischer bemerkte seinen Blick und sagte lächelnd „Sie werden heute Abend Menschen aus dem Zentrum der Macht treffen, die Sie sonst in Ihrem Leben nicht kennen lernen würden.“
Hahn erschrak, als Fischer die hölzerne Doppeltüre öffnete und in die große, von Kandelabern und Lüstern erleuchtete Eingangshalle des Herrschaftshauses voranging. Durch die dicke Tür war kein Ton gedrungen, doch als Fischer die Tür öffnete, erfüllte ein unterdrücktes Rauschen die Luft. Viele Männer in Uniform standen in Gruppen oder Grüppchen zusammen und unterhielten sich gedämpft.
Der Reiter trieb sein Pferd zum Galopp an.

„Ich stelle Sie zwei wichtigen Männern vor. Jüttner und Müller. Kommen Sie“, sagte Fischer und ging zu einer Zweiergruppe. Hahn folgte ihm und ließ seine Blicke schweifen. Er sah keine einzige Frau unter den Anwesenden.
„Loki und Hel!“, grüßte Fischer artig und die beiden drehten ihre Köpfe und unterbrachen ihr Gespräch. Beide waren über die Störung nicht erfreut, wie Hahn auf ihren Gesichtern lesen konnte.
„Obergruppenführer Jüttner, Brigadeführer Müller, darf ich vorstellen, Hauptsturmführer Hahn!“
„Tyr und Wotan!“, grüßte der Mann auf hochdeutsch, den Fischer Jüttner genannt hatte, während Müller mit einem leicht bayrischen Akzent „Loki und Hel!“ grummelte.
„Freut mich, Sie endlich kennen zu lernen, Hauptsturmführer. Ich habe schon einmal von Ihnen gehört“, grinste er und gab Hahn die Hand, während Müller eine derartige Bewegung nicht einmal andeutete.
„Machen Sie sich nichts daraus“, lachte Jüttner, „nicht umsonst nennt man den Herrn an meiner Seite ‚Gestapo-Müller’. Und da hat er ja einen Ruf zu verteidigen, der jetzt nicht unbedingt auf persönliche Freundlichkeit abhebt“
Müller nickte nach einer kurzen, aber intensiven Musterung Hahns, und ging wortlos zu einer anderen Gruppe.
Während Jüttner und Fischer ungezwungen ein höfliches, aber unbedeutendes Gespräch führten, schaute Hahn sich um. Er sah Steimle bei einer anderen Gruppe stehen, die Herren Siewers und Matz nickten ihm zu und Siewers kam dann sogar zu ihnen und begrüßte ihn mit ein paar kurzen Floskeln. Er nahm am Gespräch teil, das sich gerade um die Lage an der Heimatfront drehte, während Hahn nur hier und da etwas sagte und weiterhin beobachtete. Dann gesellte sich Gestapo-Müller wieder zu ihnen und war nichts weniger als gesellig. Unwillig stand er bei der Gruppe und sagte nur einmal „’s könnt jetzt endlich losgehn!“
Alle grinsten und dann wandte sich Siewers an Hahn. „Mein lieber Hauptsturmführer, als Neuer sind Sie unser Erster Gast. Der Zweite macht sich gerade frisch und wird dann mit dem Priester erscheinen. Und dann können wir endlich beginnen. Sie werden heute in unsere Riten eingeführt und in unsere Reihen aufgenommen“, sagte Siewers und warf Müller, der im Anschluss etwas sagen wollte, einen bösen Blick zu.
„Jo, Sie werdn ein Opfer bringn müssn, aber das sind nur Kleinigkeitn. Sie tun’s für Deutschland!“, sagte Müller trotz des Blicks und lächelte beide böse an.
Genau am Ende seines Satzes richteten sich alle Blicke auf den Balkon im rückwärtigen Teil der Halle, von dem links eine Treppe herab führte. Dem Herdenzwang folgend sah auch Hahn hinauf.
„Das ist Alfred Rosenberg“, flüsterte Jüttner Hahn ins Ohr. „Vielleicht haben Sie gehört, dass er die Götter der Germanen ablehnt und nur an Blut und Boden glaubt. Das ist nur Tarnung, denn so kann er ungestört agieren.“
Dann trat ein zweiter neben ihn und Hahn erschrak bis ins Mark. Seine Eingeweide brauchten danach sehr lange, um sich wieder zu entspannen, während der Reiter gerade das Letzte aus seinem Pferd heraus holte und in voller Karriere dahinbrauste.
Kühl und abweisend, schlank und von durchschnittlicher Statur stand dort oben das Bild eines pedantischen Lehrers mit Nickelbrille.
Als Hahn sich ein wenig erholt hatte, bemerkte er noch etwas. Himmler auf dem Balkon strahlte nicht die Aura des Reichsführers SS aus. Er wirkte nur unbedeutend, und das neben einem Mann wie Rosenberg, der eigentlich unbedeutend war.

Himmler und Rosenberg traten an die Balustrade und Himmler hob die Rechte und grüßte mit fester Stimme „Tyr und Wotan!“ Die Menge antwortete „Loki und Hel!“, und nur Hahn murmelte „Drei Liter!“
„Ich sehe, dass unser Gast auch eingetroffen ist, wir können also beginnen. Willkommen bei unserem Götterdienst, Hauptsturmführer Hahn“, sagte Rosenberg mit einer sanften, unmännlichen Stimme von oben zur Menge herab und alle Augen richteten sich auf ihn. Er wurde rot und trat unbeholfen von einem Fuß auf den anderen, während Rosenberg fortfuhr. „Würden Sie bitte beginnen, Herr Müller?“
Hahn bekam das gebrummte „Jo“ nicht mehr mit.
Der Pistolenknauf Müllers traf ihn vorher am Hinterkopf.

Es wummerte in Hahns Kopf, als würde jemand alle paar Momente mit einem Klöppel auf ihn einschlagen, und er biss sich auf die Zähne, um es zu vertreiben. Er versuchte, tief zu atmen, aber ein Druck auf seiner Brust behinderte ihn. Hahn musste sich stark konzentrieren, um das Gefühl der Beklemmung und Angst nicht panisch werden zu lassen. Panik musste er unter allen Umständen vermeiden, weil er dann nicht mehr klar denken konnte.
Er konzentrierte sich auf seinen rechten Arm und versuchte ihn zu bewegen. Sein geistiger Befehl kam an, aber der Arm regte sich nicht wie befohlen. Langsam wurde ihm klar, dass er gefesselt war.
Das Wummern in seinem Kopf schwoll schlagartig an, als ihm seine Lage bewusst wurde. Er stand auf seinen Beinen und war an eine Säule oder einen Baum gefesselt. Hahn biss sich wieder auf die Zähne und konzentrierte sich darauf, das schmerzhafte Geräusch zu vertreiben. Es dauerte lange, bis er bemerkte, dass es nicht nur in seinem Kopf hallte, sondern auch in seinen Ohren.
Jetzt riss Hahn endlich die Augen auf, starrte gerade aus.
Der Schrecken fuhr ihm in alle Glieder, als er vor sich einen in ein Leopardenfell gekleideten Mann mit einer Maske sah. Die Maske war schwarz, mit einer dicken Knollennase und bunten Farben im Gesicht. Er blinzelte eine Weile, und erkannte dann, dass es sich nicht um eine Maske, sondern um einen Neger handelte.
Dann bemerkte er die jungen Schwarzen, je zwei rechts und links des Mannes im Leopardenfell, die auf ihren Trommeln einen rollenden und wummernden Rhythmus schlugen.
Hahn schloss die Augen und atmete durch, so gut es mit dem Druck auf der Brust ging. Jetzt spürte er sogar die Seile, die man ihm unter der Schulter und um die Brust gewunden hatte, um ihn stehend zu fesseln. Langsam ließ das Wummern nach und er hörte eine Stimme, konnte aber noch keine Worte oder gar Bedeutungen unterscheiden.

Auch das Trommeln der Neger verstummte und Hahn öffnete wieder die Augen. Rosenberg stand einige Schritte vor ihm, das Gesicht den vor ihm knienden Männern zugewandt und sprach eindringlich auf sie ein. Er hörte ihn vom Endsieg und den Göttern Germaniens sprechen, die endlich wieder zu ihrem Recht kommen sollten.
„Aber die Götter Germaniens sind über die Jahrhunderte schwach geworden. Sie benötigen selbst Hilfe!“, fauchte er und Hahn war verwirrt. „Sie wurden über die Jahrhunderte nicht mehr angebetet und das ließ ihre Macht verkümmern. Aber wir werden sie zu alter Stärke zurückführen und dann werden sie unsere Feinde zerschmettern und Deutschland wird mächtiger und strahlender vor der Welt stehen, als je zuvor!“ Er hatte beide Hände erhoben und brüllte die letzten Worte der uniformierten Menge zu.
Hahn realisierte derweil die Einzelheiten seiner Umgebung. Er war auf einer Lichtung in einem Eichenwald und an einen Baum gefesselt, denn über sich sah er ihre Äste und Blätter. Er spürte deutlich seine Rinde an seinen Armen und dem nackten Rücken, spürte die Rinde an seiner ganzen Rückseite, auch an seinen gefesselten Beinen, die er nicht bewegen konnte. Er war nackt.
Auf beiden Seiten neben ihm brannten Feuer und Rosenberg stand auf einer Bühne aus Naturstein auf selber Höhe mit ihm. Er stand ebenfalls auf dieser Bühne, die um den Baum herum gebaut worden sein musste. Vor Rosenberg war ein Altar aus Stein und an den Seiten knieten junge Frauen, ganz in Weiß, die Augen auf den Boden gerichtet. Neben ihm standen wartend die fünf Neger. Sein Blick fiel auf den lächelnden Reichsführer mit der Nickelbrille, der vor der Bühne stand und nicht wie alle anderen kniete. Er atmete erleichtert aus, als er nirgends in der Menge Nebe oder Cornelsen, alias Ahlers, erkannte.
Erst jetzt gestattete sich Hahn, seine fürchterliche Angst zu fühlen.

Mit den Worten „Wieder haben wir einen hervorragenden deutschen Mann, einen Freiwilligen, der sich für Deutschland opfern will, damit die Götter wieder stark und mächtig werden!“ trat Rosenberg vor ihn und Hahn wusste, wer gemeint war. Er lachte laut und unsicher und versuchte so, seine Angst zu vertreiben.
Rosenberg hob seine rechte Hand. Die Klinge des Messers blitzte im Schein der flackernden Feuer.
Hahn wollte vor Angst schreien, aber dann lachte er überrascht. Er war so weit. Wie Schuppen fiel es ihm von den Augen. Der Fall war gelöst und die Lösung würde ihn das Leben kosten. Der Reiter riss an den Zügeln, brachte das gequälte Pferd zum stehen.
„Ihr werdet das Reich so nicht retten!“, schrie Hahn lachend vor Unglauben und Verzweiflung, während Rosenberg das Messer ansetzte und zu schneiden begann.

Mit brennenden, sich ausdehnenden Schmerzen auf der Brust schrie Hahn auf. Die Schmerzen kamen von einem in seine Haut geschnittenen Hakenkreuz mit den Flügeln auf der falschen Seite, das wusste er, ohne es gesehen zu haben.
Die Menge schaute gebannt zu, während sich Hahn keuchend darum bemühte, seine Pein in den Griff zu bekommen.
Rosenberg trat zurück und stellte sich an den Altar und sah Hahn ins Gesicht. Die Neger traten vor ihn. Hahn fragte nicht warum. Er wusste es. Und wenn er schon sterben musste, dann würde er ihnen die Lösung des Falles sagen, um ihnen wenigstens diesen Triumph zu nehmen.
„Weil ich einer der besten bin, soll ich für fremde Götter sterben!“, fauchte er und sah Gestapo-Müller neben dem Reichsführer knien und hämisch grinsen.
„Die Germanengötter verlangen keine Menschenopfer, aber sie haben nicht geleistet, um was ihr sie gebeten habt! Sie brachten nicht den gewünschten Erfolg!“ Er musste eine Pause machen, um die Zähne vor Schmerz zusammenbeißen zu können. „Ihr braucht jetzt etwas Stärkeres! Eine Urwaldreligion und Hottentottenpriester sollen den Erfolg bringen, den Krieg gewinnen und das Reich retten!“
„Sangoma, beginnt mit Eurer Muti-Zeremonie!“, sagte Rosenberg ungerührt. Aber in seinen Augen sah Hahn, dass sich Rosenberg der Widersinnigkeit dieser Zeremonie bewusst war. Und noch etwas sah Hahn in diesen Augen – brennenden Ehrgeiz.
Und Hahn wusste warum. Die Götter der Germanen waren der Strohhalm gewesen, nach dem die Mitglieder der herrschenden Kaste griffen. Diese Menschen ahnten den Untergang des tausendjährigen Reiches und stemmten sich ihm doch entgegen, um ihre Positionen, ihre Vermögen und nicht zuletzt vielleicht ihre Existenzen zu retten.
Aber wie konnte das Experiment funktionieren, wenn es schon unter dem falschen Symbol gestartet worden war. Eine Kleinigkeit, die schon am Anfang zeigte, wie die Geschichte ausgehen musste.
Hahn grinste trotz der Qual und fasste seine Ermittlungsergebnisse ein letztes Mal zusammen, damit auch Gestapo-Müller, der ihn verständnislos ansah, begriff.
„Die Götter der Untermenschen sollen die Herrenmenschen retten, weil die eigenen Götter, die Götter der Germanen, nichts taugen!“ Er grinste noch breiter, als sich Erkennen über Müllers Gesicht ausbreitete.
Der Neger-Priester trat zu ihm und plötzlich nahm Hahn einen süßlichen Geruch wahr. Chloroform. Sein Blick und sein Bewusstsein trübten sich. Jetzt war es so weit.
Er sah noch die Hand des Negerpriesters, der ihm ein Glas mit einer farblosen Flüssigkeit vor Mund und Nase hielt und schloss die Augen, während seine Schmerzen schnell verklangen. Sofort sah er andere Augen vor sich, Luken zu einer liebevollen Seele, die weit geöffnet waren. In seinem Herzen war Hahn glücklich, nur in seinem Mund sammelte sich der bittere Geschmack der Traurigkeit und zog ihm die Muskeln zusammen. Die Traurigkeit darüber, diese Luken viel zu spät erkannt zu haben.
Und dann war da noch die Hoffnung. Die Hoffnung auf eine liebe, junge Frau, die aufgrund eines Liebesbriefes in das Büro von Cornelsen-Ahlers gehen und diesem den zweiten Brief geben würde. Die Taten dieser Heiden würden bekannt werden, aber das war ihm jetzt eigentlich egal.
Hahn konnte nicht anders, als glücklich zu grinsen. Wenigstens hatte er die Liebe seines Lebens kennen gelernt, auch wenn er nicht mehr mitbekam, dass der Neger mit dem Messer an ihm herumschnitt. So tief wie möglich saugte er den süßen Duft in seine Lungen. Sein Bewusstsein schwand endgültig.
Und der Reiter stieg ab.


So. Alle, die ihr Walter Hahn bis hierher, 30553 Wörter, also 2974 Zeilen (Schriftgröße 12, Arial) durch die schwere Zeit gefolgt seid, sei Dank. Vor allem möchte ich mich bei denen bedanken, die mir so unermüdlich und tapfer geholfen haben. Nach jedem Kapitel. Ich hoffe ihr seid vom Ende nicht zu sehr enttäuscht.

Ich hoffe es hat gefallen und ich habe euch nicht gelangweilt.


Jüttner, Hans: leitete das SS-Führungshauptamt
Menschenopfer bei den Germanen: In den mir vor Jahren zur Verfügung stehenden Quellen wurden keine Menschenopfer bei Gottesdiensten erwähnt. Auch in Wiki stand vor einigen Wochen noch nichts darüber drin. Der Stand der dreißiger und vierziger Jahre dürfte ein ähnlicher gewesen sein. Lediglich Tacitus schreibt in seiner ‚Germania’ über Opferungen, aber diese betrafen erstens Völker, die weit im Norden wohnten, (und damit zwar auch Germanen sind, aber weniger wichtige *g) zum anderen schreibt er über unwichtige Götter, die in meiner Geschichte nicht vorkommen. Wenn ich mir die Stimmung, die Wissenschaft der NS-Zeit und die damals schon einige Jahrzehnte lang betriebene Heroisierung der Germanen betrachte, komme ich zu dem Schluss, dass der damalige Stand der Wissenschaft (wahrscheinlich mit Scheuklappen) so war, dass die Germanen keine Menschenopfer dargebracht haben. In neuerer Zeit sind seit einigen Monaten spekulative Thesen bei Wikipedia (ein Forscherteam will in Höhlen Spuren von Menschenopfern und Kannibalismus gefunden haben) aufgetaucht, die aber erst noch bewiesen werden müssen. Bei den Moorleichen sieht es eher so aus, als seien diese Menschen weltlich bestraft und nicht geopfert worden.
Muti: traditionelle Heilmethode bei den Zulu. Mit Muti-Morden werden Menschenopfer und Verstümmelungen bezeichnet. Leider war es mir nicht möglich, eine west-afrikanische Bezeichnung zu finden, so dass ich auf Muti zurückgreifen musste, wie diese Praxis in Südafrika bei den Zulu heißt. Ich habe allerdings auch einen Artikel in gelesen, bei dem von Muti-Morden im Zusammenhang mit dem Verschwinden von etwa 300 afrikanischen Kindern in London gesprochen wird, obwohl die Täter nicht gefunden sind und gar nicht klar ist, ob es Zulu sind. Vielleicht wird (oder ist?) Muti ein Oberbegriff für die ganzen Zauberheilungs- und Opferungspraktiken in Afrika.
Neger: Mensch mit dunkler Hautfarbe. Dieser Begriff ist heutzutage negativ besetzt und gilt als rassistisch. Im Dritten Reich hätte aber niemand politisch korrekt Afrikaner gesagt oder einen ähnlichen, politisch korrekten Begriff verwendet. Ich weiß, ihr seid nicht doof, ich wollte das nur gesagt haben.
Rosenberg, Alfred: NS-Ideologe, erfolgloser Politiker und nebenbei Räuber und Plünderer.


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Beitrag #2 |

RE: Die Götter der Germanen - Teil 14 (Ende)
Für dieses Mal das letzte...
hey Teja!

Ich habe dich gerne bis hier hin begleitet, auch durch dieses letzte Kapitel.
Der Schluss war zwar ein wenig traurig aber ich hatte schon vorher den Gedanken im Hinterkopf, dass er für seinen Fall draufgeht, deshalb wurde es nicht ganz so schlimm. Irgendwie hat er ja auch bekommen, was er wollte - die Lösung, über den toten SS-Mann und gleich auch noch über eine Gesellschaft, die sich so offensichtlich gegen das 3. Reich wenden und dann auch noch meinen, dass sie Recht hätten, dass ihre Methode helfen könnte... sie haben alle nur ihren Glauben verraten und ich denke, das haben sie letzten Endes doch begriffen, zumindest einige von ihnen. Ob sie jetzt mit ihren Riten und Bräuchen aufhören, überlässt du dem Leser. Ich bin für aufhören, dann ist Hahn wenigstens nicht ganz sinnlos gestorben - denn wer weiß, ob der zweite Brief ausreichen wird, um diese Männer zu Fall zu bringen...
Kann man ja fast eine zweite Geschichte draus machen. Mrgreen

Ich finde es gut, dass Hahn wenigstens nicht viel leiden musste... dass er von seinem Ende nichts mehr mit bekommen hat außer dem Bild seiner Frau Hanne. Mir persönlich waren die Beschreibungen und Bilder ein bisschen zu kitschig, aber schlecht wirds dadurch nicht wirklich. Weil die Beschreibungen sind auch wieder einfach gut und die Sequenzen dazwischen, wo er nochmal die neuen Heiden sieht, bringen Spannung ins Geschehen.

Wirklich gut geschrieben - zur Recherche sag ich jetzt nichts mehr Mrgreen Fast ein bisschen schade, dass es jetzt aus ist... (armer Hahn...)

Zitat:Die Menge antwortete „Loki und Hel!“, und nur Hahn murmelte „Drei Liter!“
Icon_lachtot Das passt zu ihm! :icon_thumbs1:

Fehlerchen:
Zitat:Er nahm sich vor, den Brief aus dem Rasse- und Siedlungshauptamt zu vernichten, bevor sie ihn vielleicht durch Zufall zu sehen bekam.
bekamen...
Zitat:Wenigstens hatte er die Liebe seines Lebens kennen gelernt, auch wenn er nicht mehr mitbekam, dass der Neger mit dem Messer an ihm herumschnitt.
auseinander schreiben...

Liebe Grüße,
Lain

Schmetterlinge weinen nicht

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Beitrag #3 |

RE: Die Götter der Germanen - Teil 14 (Ende)
Ein letztes Mal Hiho Teja!

Zitat: Am späten Nachmittag hatte Hanne das erste Mal seit seiner Rückkehr aus Frankreich früher Dienstschluss und stand noch vor der Dämmerung vor seiner Zimmertür.
Wiewaswo? Hab ich einen Teil übersprungen?
Wann war Hahn in Frankreich? Und warum?

Zitat: werden wir uns um die Hochzeitsvorbereitungen kümmern.
Aber der Brief? Ist doch verboten, dass die beiden heiraten?

Zitat: Er nahm sich vor, den Brief aus dem Rasse- und Siedlungshauptamt zu vernichten,
Aber trotzdem ist es doch verboten?

Zitat: „Tyr und Wotan!“, grüßte der Mann auf hochdeutsch, den Fischer Jüttner genannt hatte, während Müller mit einem leicht bayrischen Akzent „Loki und Hel!“ grummelte.
Aja, da haben wir unsere beiden Telefonierer?
Aber warum grüßen die immer abwechselnd? Ich dachte bisher das eine ist halt das, was der erste Grüßer sagt, das andere ist dann eine Antwort darauf.
Und ist Hahn gerade zum ersten Mal dort oder schon mehrere Male dort gewesen? Es klingt nach dem ersten Mal, aber wo hat der seinen … ah … die Division, die mit den Totenköpfen … war die in Frankreich? Ich hab sie irgendwie an der anderen Grenze, also bei Russland verortet. Hm …

Zitat: Panik musste er unter allen Umständen vermeiden, weil er dann nicht mehr klar denken konnte.
Die Formulierung ist so überflüssig, die muss ich dir einfach nochmal anstreichen Icon_wink

Zitat: Er atmete erleichtert aus, als er nirgends in der Menge Nebe oder Cornelsen, alias Ahlers, erkannte.
Wieso? Wäre doch schon zu wissen, dass ein Verbündeter in der Nähe ist, wenn man grade gemenschenopfert werden soll *lach*

Zitat: „Die Götter der Untermenschen sollen die Herrenmenschen retten, weil die eigenen Götter, die Götter der Germanen, nichts taugen!“
Aber es geht doch die ganze Zeit um die Götter der Germanen? Von welchen anderen Göttern redet Hahn denn jetzt? Ich versteh grad gar nicht, was er da an »Lösungen« präsentiert. Die Lösung seines Falls ist, dass Baumgarten den Göttern geopfert wurde und seine Leiche verschwinden sollte.

Hm … ehrlich gesagt verstehe ich am Ende nicht, warum Hahn da überhaupt hingeht. Dass in Weidenau irgendwas schlimmes passiert, liegt ja auf der Hand, und vor allem in Hinblick auf Hanne und das Kind – zu denen er endlich steht – wäre doch Vorsicht angebracht? Hätte er nicht Ahler im Voraus selbst Bescheid geben können, um zumindest Rückendeckung zu haben? So als einsamer Wolf in den Tod zu rennen … Ja gut, er hat es vielleicht nicht geahnt. Aber … Menno, das Ende ist so … fad. Da ist kein bombastischer Knall oder sowas, denn die Auflösung hatte der Leser schon vorher – ich zumindest. Dass da halt Menschen für die Götter geopfert werden und Hahn sicher nicht fein rauskommt, wenn er sich in die Höhle des Löwen begibt.
Aber sein Ende lässt mich auch – leider – kalt.
Wenn ich Hahn mit drei Worten beschreiben müsste, wären das: Reiter, Devisensache und undefiniert.
Mal beachtet er Befehle, mal nicht, er soll ein super Ermittler sein, tut in meinen Augen aber nichts wirklich richtig Ermittlerisches. Er kennt halt die richtigen Leute, trifft die richtigen Leute oder hat einfach Glück. Die Geschichte mit Hanne scheint mir im Nachhinein zu groß aufgebauscht, dafür, dass sie für die Handlung um die Götter eigentlich keinen Nutzen hat. Sie könnte gut zur Entwicklung Hahns dienen, aber dafür steht sie zu Abseits der Geschichte.

Ach, eins noch, ich habs jedes Mal vergessen: Teilweise finde ich die Leerzeilen sehr irritierend gesetzt. Bei einem Personen-, Orts- oder Zeitwechsel, okee, aber die ein oder andere sitzt mitten in einer Szene, was dem Ganzen dann einen auseinandergerissenen Effekt verleiht.

Also mein Fazit:
Grundlage, Idee und Handlung fand ich überzeugend. Da könnte ein richtig packender und mitreißender Nazi-Krimi draus werden.
Aber … in der Ausführung hat es mich wirklich mehr an eine grobe Skizze erinnert. Als wären nur die wichtigsten Szenen ausformuliert worden, nur die wichtigsten Inhalte vermittelt. Da könnte noch viel Fleisch dran, viel Liebe fürs Detail rein. Lebendigkeit, nicht nur Hahn, der mit immer gleichen Figuren spricht, die nur da sind, um ihn anzutreiben und vorwärts zu bringen.

So in dieser Form überzeugst du mich leider nicht, obwohl ich es mir wirklich, wirklich gewünscht habe. Die Ansätze sind da! Ich fänds echt schön, wenn du noch was richtig Gutes draus machen würdest!

Liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

»You can be anything you want on the internet.
What's funny is how many people choose to be stupid.«
(Zack Finfrock)

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