Es ist: 26-02-2020, 11:30
Es ist: 26-02-2020, 11:30 Hallo, Gast! (Registrieren)


Totgelebt 1874 (O.H)
Beitrag #11 |

RE: Totgelebt (überarbeitet)
Hallo Lady,

und vielen, vielen Dank für die Rückmeldung! Icon_smile
Zu schwammig vorher, verstehe. Ich kann nachvollziehen was gemeint ist.

jetzt denk ich mir aber: er wird sich den gesetzlosen anschließen, um an den indianern rache üben zu können, um geübter darin zu sein, gefühle zurückzudrängen.
der hintergrund gibt mir einfach eine andere interpretationsmöglichkeit.Icon_smile

=> Hört sich an, als hätte der Hintergrund ein wenig gebracht, nun dann freue ich mich. Danke für die Hilfe und Mühe. Auch für die Rückantwort. Hast mir sehr geholfen. Ich habe den Gedanken einfach unschön gefunden, Adam ein Drama aufzwingen zu müssen, um sein Handeln zu rechtfertigen, aber aus dem Blickwinkel deiner Interpretationsmöglichkeiten betrachtet, ergibt es Sinn. Icon_smile

Danke nochmals!
Sternchen

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
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Beitrag #12 |

RE: Totgelebt (überarbeitet)
Hallo Sternchen,


hab ja gemeint, vor dem Kommi bekommst du gar keine Meinung - jetzt wirst du endlich von der Warterei erlöst Icon_wink
Wie immer zuerst meine Anmerkungen, und falls dich noch niemand vor meiner Pingeligkeit gewarnt hat: Vorsicht *lach* ... Nicht vor der langen Liste erschrecken. Aber du weißt schon: Übernimm nur, was du auch übernehmen willst. Das ist alles nur meine Meinung.

=> Die Kälte zog sich an Adams Beinen empor, wie eine Schlange, die mit ihrem Gift sie zu lähmen versuchte.
"... die sie [ihn?] mit ihrem Gift zu lähmen versuchte."
Generell fände ich aber etwas in der Richtung von "wie lähmendes Schlangengift" oder so besser; eine Schlange bleibt ja außen, während Kälte tief unter die Haut dringt.

=> über den Horizont, der sich in allen Schattierungen des Feuers über felsige Bergausläufer erhob
Schönes Bild Icon_smile (zweimal "über", aber ich soll mir das pingelige Wortwiederholungssuchen ja abgewöhnen Icon_wink)

=> Fast sehnsüchtig wanderten seine Finger über den Colt.
Frag mich nicht, wieso, aber ich mag den Satz. Er vermittelt sehr viel Atmosphäre, sehr viel von der Stimmung Adams.

=> Von Stillstand befangen
Ich muss zugeben, dass ich die Formulierung auch nicht kenne Mrgreen ... Würde ich noch etwas bildlicher machen, dann kannst du sie lassen.

=> „Billiger Fussel“
Als Bezeichnung für alkoholische Getränke schreibt man "Fusel" mit nur einem s.

=> Momente später
Wie viele Momente später? Icon_wink Diese Formulierung klingt, als würde er noch eine Weile stehen bleiben, bevor er verschwindet. Falls das beabsichtigt ist, schreib es doch so hin - dass er sich streckt, den Horizont mustert, was auch immer ...

=> Angst pulsierte durch Adams Körper, trieb Schweiß durch jede Pore.
Wortwiederholung - vielleicht "trieb Schweiß aus jeder Pore"?

=> Mach das nicht, flehte eine Stimme, tief in seinem Herz
Komma nach "Stimme" weg

=> Nun aber fühlte er die Zweifel, die er bisher erfolgreich verdrängt hatte, wie Rost an ihm nagen.
... an sich nagen

=> das kaum wert war gelebt zu werden
Komma nach "war"

=> und doch sich hartnäckig weigerte aufzugeben
und sich doch hartnäckig weigerte, aufzugeben

=> Ehrfürchtig zog seine Rechte den Colt aus dem Gürtel und Adam betrachtete stirnrunzelnd die alte Waffe seines Vaters.
Das liest sich, als ob seine Rechte und er getrennte Persönlichkeiten wären. Wieso nicht einfach "Ehrfürchtig zog Adam ..."?

=> Sich empor zog, wie Gift.
Komma weg - und eine Wiederholung des Giftbildes vom Anfang. Vielleicht "wie eine Seuche" oder etwas in der Art? Aber ich schätze, ich bin schon wieder zu pingelig Icon_wink

=> Seine Haut Stück für Stück in Besitz nahm und sich bis in seine Seele kämpfte.
Rostbraune Ewigkeiten.

Schön. Icon_smile

=> Und auch hier, eine Meile entfernt hatten sich Sturzbäche gebildet, überschwemmten die Weiden der Ranch.
Komma nach "entfernt" - und "... gebildet, die die Weiden der Ranch überschwemmten"

=> Dreizehnstück Vieh waren umgekommen.
Dreizehn Stück

=> Rinder, die das Überleben der nächsten Monate sichern sollten.
... sichern hätten sollen.

=> Zu schwer, für einen Mann der Frau und Kinder zu versorgen hatten.
Komma weg, dafür eins nach "Mann" - und "hatte" ohne n

=> Ein Indianerstamm, der sich beharrlich weigerte, die Umsiedelung in die Reservate westlich des Mississippi Rivers zu akzeptieren.
Logisch. Das war a) Diebstahl der Gründe und b) kam es einem langsamen Tod gleich, Tod der Kultur und der Menschen. Aber das ist hier ja nicht Thema *mir selbst mit dem Mod-Stab auf die Finger klopf*

=> Mit seinen Vierzehnjahren war er mehr Mann, als er sich oft wünschte.
vierzehn Jahren

=> Der aufgeweichte Boden fühlte sich an, wie die Sandbanken des Ohio Rivers
Komma weg

=> Und Rot.
"rot" klein

=> Ein Pfeil ragte aus seiner Brust.
Bezugsproblem, da du im Satz davor sowohl Adam als auch seinen Vater als "er" bezeichnet hast - vielleicht "aus der Brust des Mannes"? Wobei das recht distanziert klingt *hm* ...

=> Scheinbar Hunderte folgten.
"Scheinbar" klingt zu rational abwägend für diesen Moment. Vorschlag: "Unzählige folgten"

=> bis die Knöchel wie stumpfe Knochensplitter aus seiner Hand hervorstachen.
Eigentlich Wortwiederholung (wobei, lass ruhig, ich will hier keine Haare spalten *g*) - und "hervorstachen" klingt zu scharf, vielleicht "hervortraten"?

=> Wahn kroch in rehbraune Augen.
Schöner Kontrast zwischen der Sanftheit, die rehbraune Augen eigentlich suggerieren, und dem wahnhaften Schmerz in Adam.

=> Vollgefülltes Seelenheil.
Ich gestehe, hier musste ich fast lachen, so skurril wirkt die Zeile in Verbindung mit billigem Fusel, besonders "vollgefüllt" Mrgreen - ist aber passend.

=> „Das bevorstehende lässt sich besser genießen, wenn man nüchtern genug ist, die Augen offen zu halten.“
"Das Bevorstehende ..."

=> Seine freundlichen, gütig schimmernden Augen musterten Adam, wie ein Vater den Sohn
Komma weg - und eher "Mit seinen freundlichen, gütig schimmernden Augen musterte er ..."

=> Vertrauen zwang sich in die Seele des Jungen, wie eine Made sich in einen Augapfel fraß
Komma weg - und "wie eine Made sich in einen Augapfel frisst"

=> bot mehr Widerstand, als alle in sich gesammelte Vernunft
Komma weg

=> Er wollte nicht empfinden, was sich in ihm verbreitete.
ausbreitete

=> Wie eine Krankheit würden diese Gefühle sich immer weiter um seinen Hals ziehen, bis er am Strick seiner eigenen Emotion baumelte.
Irgendwie finde ich diesen Satz gerade genial. Whoa! Was für eine Bitterkeit! Was für eine bitterböse, selbstzerstörerische Verachtung der Gefühle!

=> Totgelebt! Ins Grab gefühlt!
Ebenfalls schön eindringlich.

=> dennoch funktionierten sie Beide
beide

=> Zerstört und doch genug heil geblieben, um weiterhin zersetzt zu werden.
... und doch heil genug geblieben, ...

=> Adam würde nicht zusehen, wie er selbst zu nichts, als einem gebrochenen Mann wurde
Zweites Komma weg

=> Unleidlich wurde er sich Gales verdammt durchdringenden Blicken bewusst
Entweder "verdammt durchdringenden Blickes" oder "verdammt durchdringender Blicke"

=> und hoffte, von dem in sich getragenen Chaos würde nichts in seinen Augen zu sehen sein
Entweder "von seinem inneren Chaos" oder "von dem Chaos, das er in sich trug, würde ..."

=> kaum älter als Zehn
zehn

=> Männer töten und spüren was es heißt „gesetzlos“ zu sein.
Kommata nach "spüren" und "heißt" - und "gesetzlos" vielleicht eher unter einfachen Anführungszeichen oder kursiv gesetzt?

=> Die Ruhe seiner Augen versprach so viel mehr, als seine Worte.
Komma weg

=> Er würde Gefühle aus seinen Gedanken tilgen.
alle Gefühle

=> Seelenwund zog er erneut die alte, rostige Waffe aus seinem Gurt.
*hust* Ich weiß, du hängst an dem Wort. Hier finde ich es trotzdem etwas too much. Aber, wie gesagt, nur meine subjektive Meinung Icon_wink

=> dem Colt war Einsamkeit etwas, dass in ferne Gestade rückte
das

=> Ein Kind, dem Leben so untreu und im Glück vergraben.
Schön geschrieben!

=> Nicht wissend, was es in dieser Welt bedeutete zu atmen.
Komma nach "bedeutete"

=> Mach das nicht!, bettelte die Stimme des Kindes.
Wortwiederholung zu "Rostkind" - besser "... seine innere Stimme" oder "die Stimme in ihm".

=> Ich darf alles, Rostkind!
Toll Icon_smile

=> Wimmernd stürzte der Schatten seiner Selbst
Entweder "seines Selbst" oder "seiner selbst"

=> Adam krampfte die Finger.
Wie viele braucht er denn zum Schießen? Icon_wink "den Finger"

=> Ein Schuss!
Ein Sieg.
Zwei Morde.

Genial.

Ich muss sagen, dass ich den Text wirklich toll finde. Ob die Erinnerung wirklich notwendig gewesen ist oder nicht kann ich gerade schwer beurteilen, da ich "Totgelebt" nur mit dem Einschub gelesen habe, mit Sicherheit gibt sie aber mehr Informationen über Adams Beweggründe und verändert das Bild von ihm.
"Wirr" finde ich den Text nicht. Du hast zwar einige ungewöhnliche Formulierungen drin, die zum Teil auch holpern, aber gerade das übt hier einen starken Reiz auf mich aus. Trainier deinen Sturschädel ruhig weiter Mrgreen ...
Ein bisschen gestört hat mich die gehäufte Nennung von Rost (typisch für vom Wettbewerb geprägte Geschichten Icon_wink). Ein, zweimal würde ich das Wort ersetzen, z.B. durch "das Metall war korrodiert" oder sonstwas.

Gesamt: Du hast eindrückliche Zeilen drin, starke Bilder, und auch wenn die Geschichte "Junge verliert seine Familie und will Rache üben" abgegriffen klingt, ist es dir gelungen, sie wirklich gut und neu umzusetzen, die Emotionen vermittelst du gekonnt und intensiv. Allein der Erinnerungsabschnitt schwächelt von den Formulierungen her und auch atmosphärisch, aber ansonsten bleibst du wirklich konstant auf einem Niveau. Der verhärtete, vom Leben gegerbte Adam ist dir wirklich gelungen.
Ich glaube, du hast mich gerade in genau der richtigen Kommi-Stimmung erwischt Mrgreen

Von mir: Gern gelesen! Bin schon gespannt auf mehr Icon_smile


Mira

Ich bin ein Fragezeichen
kein Punkt
- Rose Ausländer -

Avatar von Zwielichtstochter

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Beitrag #13 |

RE: Totgelebt (überarbeitet)
Hallo Mira,

hab ja gemeint, vor dem Kommi bekommst du gar keine Meinung - jetzt wirst du endlich von der Warterei erlöst Icon_wink
Wie immer zuerst meine Anmerkungen, und falls dich noch niemand vor meiner Pingeligkeit gewarnt hat: Vorsicht *lach* ... Nicht vor der langen Liste erschrecken. Aber du weißt schon: Übernimm nur, was du auch übernehmen willst. Das ist alles nur meine Meinung.

=> Die verspätete Antwort tut mir leid. Ich habe glatt darauf vergessen, obwohl mich dein Kommi sehr gefreut hat. *immer noch der Fuß schmerzt vom Freudentanz*
Deine Anmerkungen und Verbesserungen habe ich eigentlich alle übernommen, bis auf zwei. Danke dafür! Du hast mir sehr geholfen und es überrascht mich immer wieder, wie viel manche Personen noch Fehler in einem Text erspähen.

Schönes Bild Icon_smile (zweimal "über", aber ich soll mir das pingelige Wortwiederholungssuchen ja abgewöhnen Icon_wink)
=> Finde ich gar nicht! Ich freu mich, wenn du so etwas findest und anmerkst. Gewöhn wird das also bloß nicht ab. Icon_wink

=> Fast sehnsüchtig wanderten seine Finger über den Colt.
Frag mich nicht, wieso, aber ich mag den Satz. Er vermittelt sehr viel Atmosphäre, sehr viel von der Stimmung Adams.

=> *sich ganz irre freut*

=> Ein Indianerstamm, der sich beharrlich weigerte, die Umsiedelung in die Reservate westlich des Mississippi Rivers zu akzeptieren.
Logisch. Das war a) Diebstahl der Gründe und b) kam es einem langsamen Tod gleich, Tod der Kultur und der Menschen. Aber das ist hier ja nicht Thema *mir selbst mit dem Mod-Stab auf die Finger klopf*

=> Aha, ... *lach* Ich sehe schon, zu dem Thema fällt dir einiges ein. Du hast schon recht, es ist klar, dass man sich wehrt. Und gerade ein Stolzes Volk, wie die Indianer eines wahren, nimmt so etwas nicht einfach hin. Traurig, wie sich das entwickelt hat. *Mira den Modstab aus der Hand nimmt und hinter sich aus dem Fenster wirft*

=> bis die Knöchel wie stumpfe Knochensplitter aus seiner Hand hervorstachen.
Eigentlich Wortwiederholung (wobei, lass ruhig, ich will hier keine Haare spalten *g*) - und "hervorstachen" klingt zu scharf, vielleicht "hervortraten"?

=> Das hier hab ich ausgeschlagen. Die Doppelung stört mich nicht. "Hervorstachen" klingt aber wirklich besser. Icon_wink

=> Seine freundlichen, gütig schimmernden Augen musterten Adam, wie ein Vater den Sohn
Komma weg - und eher "Mit seinen freundlichen, gütig schimmernden Augen musterte er ..."

=> Das hier war Nummer 2. Ich finde meinen Satz gut und werde ihn so lassen. Trotzdem danke!

=> Wie eine Krankheit würden diese Gefühle sich immer weiter um seinen Hals ziehen, bis er am Strick seiner eigenen Emotion baumelte.
Irgendwie finde ich diesen Satz gerade genial. Whoa! Was für eine Bitterkeit! Was für eine bitterböse, selbstzerstörerische Verachtung der Gefühle!

=> WOW! Freue ich mich sehr darüber, dass es dir gefällt. Ich weiß immer noch nicht, wie ich darauf gekommen bin. Das war glaub ich wieder einer der Sätze, die einfach da waren. *g*

"Wirr" finde ich den Text nicht. Du hast zwar einige ungewöhnliche Formulierungen drin, die zum Teil auch holpern, aber gerade das übt hier einen starken Reiz auf mich aus. Trainier deinen Sturschädel ruhig weiter Mrgreen ...
=> Nun, im Gegensatz zu Fantasy, hab ich hier für mich sehr untypisch geschrieben. Seelenfeuer ist noch so gefühlsbetont oder bildreich. Hier hab ich bewusst versuch etwas anderes zu machen und daher ist es für meine Begriff eigentlich schon wirr. *lach*
Die Nennung von Rost, hab ich ein wenig abgewandelt, ich glaube es ist jetzt besser. Nun, so ein Thema aufgreifen zu müssen verführt wohl dazu, ab und an zu übertreiben.

Danke für dein großes Lob an die Geschichte. Ich hab mich sehr darüber gefreut. Über die Emotionen war ich mit mir oft strittig, ich dachte, es wäre zu viel des guten. Schön aber, dass das angekommen ist. Den Erinnerungsabschnitt habe ich jedoch absichtlich ein wenig schlichter gehalten. Damals war es auch schlichter in seinem Leben. Irgendwie wollte ich da sprachlich noch einmal einen Unterschied setzen.

Danke für deine Kritik, deinen mühevollen Kommentar und das Lesen! Ich hatte gar nicht angenommen, dass es dir so gefallen könnte, dafür freue ich mich aber jetzt umso mehr! Und nein, du bist nicht zu pingelig. Ich finds schön, wenn jemand ein Augen für Details hat und schätze das auch! Icon_smile

*drück dich*
Sternchen

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Vaclav Havel
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Beitrag #14 |

RE: Totgelebt
Hallo Sternchen,

eine sehr düstere Geschichte, düster und bewegend. Wirklich. Sie zeigt diese selbstzerstörerische Gewalt, die in manchen Menschen liegt - selbst- und fremdzerstörerisch. Den Wandel vom Jungen, der zu früh erwachsen sein musste, zum Jungspund, den es in die Gesetzlose treibt, weil das Gesetz, die Regeln, die ihm auferlegt wurden, nur für die Lebenden gelten. Doch er lebt nicht, er hat sich tot gelebt.
Was du schaffst, ist eine Mischung aus Distanz und Nähe zur Figur. Ich bin nah genug an Adam dran, um zu fühlen, was er sieht, um diese unterdrückte Aggression gegen X zu spüren, aber weit genug weg, um ihn immer noch von außen zu sehen, die Furcht in seinen Augen, als er den Jungen erschießt; und ich bin mir sicher, er wird in die nächste Ecke rennen und sein altes Leben, alles, was er an Werten noch in sich trägt, hineinwürgen. Er verabscheut Fox und Gales und schließt sich ihnen trotzdem an. Eben weil es seine Art der Trennung ist, er lebt schon nicht mehr, es ist wie eine Überwindung seines Gewissens.
Eine sehr starke Geschichte, die mich betroffen macht, sie schlägt Wellen in mir, die Mäste brechen.

Auch sprachlich gelungen, am Ende holst du richtig aus und zeigst die Facetten seiner Zerrissenheit.
Mir hat's sehr gefallen.

Anmerkungen:
Zitat:Ein Abend, der alles verändern würde und sich gleichzeitig in den Alptraum seines Lebens fügte.
Klingt vom Tempus her noch nicht passend - meinst du "fügen sollte"?
Zitat:beschmutzte seine verschwitze und von Sonnenstrahlen braun gewordenen Haut.
"verschwitzte"
Zwei Vorschläge zum Unterstrichenen: statt "braun gewordenen" - "gebräunte", statt "von Sonnenstrahlen" etwas wie "von Feldarbeit", denn natürlich bräunen die Sonnenstrahlen, das brauchst du eigentlich nicht zu erwähnen und so kannst du noch etwas von seinem Leben einfließen lassen. Vielleicht.
Zitat:„Nun, Chonely, bereit?“, erklang eine grimmige Stimme in seinem Rücken, ließ Adam stehen bleiben und über die Schulter zum Blockhaus blicken.
Vorschlag: "die ihn stehen bleiben und über die Schulter zum Blockhaus blicken ließ." In der jetzigen Version klingt der Satz so chronologisch, dabei bleibt er ja schon in dem Moment stehen, wo er die Stimme hört, nicht erst, als er fertig gehört hat. So ungefähr.
Zitat:Frank Fox
Der Name ist so genial Mrgreen
Zitat:Unter Staub begraben, der nun auch an seinen Fingern klebte. Sich empor zog, wie seine Seuche.
Wieso "seine" und nicht "eine" Seuche?
Zitat:Und auch hier, eine Meile entfernt hatten sich Sturzbäche gebildet, überschwemmten die Weiden der Ranch.
Ich bin mir nicht sicher, was du meinst:
a. Und auch hier, eine Meile entfernt, hatten sich Sturzbäche gebildet
b. Und auch hier, eine Meile von hier entfernt hatten sich Sturzbäche gebildet, überschwemmten ...
Ich glaube, du meinst ersteres und es fehlt nur das Komma nach "entfernt". Vielleicht würde ich auch hier einen Relativsatz, statt einer Anreihung von Hauptsätzen schreiben, also: "Sturzbäche gebildet, die die Weiden der Ranch überschwemmten"
Zitat:Rinder, die das Überleben der nächsten Monate sichern hätten sollen.
"hätten sichern sollen" liest sich in meinen Augen besser
Zitat:Starr blickte er auf die kleinen Wasseransammlungen auf den Boden.
"auf dem Boden"
Zitat:Zwei große Schritte und er war bei ihm gewesen.
Vorher schreibst du auch nicht in der Vorvergangenheit Icon_wink
Zitat:bis die Knöchel wie stumpfe Knochensplitter aus seiner Hand hertraten.
hervortraten/heraustraten
Hier beginnst du mit diesen unheimlich eindrücklichen Umschreibungen, wo ich mich beim Lesen fragte, warum es so schlimm war, dass wir vorhin über Kunst sprachen, als du gegessen hast Icon_wink.
Zitat:Vertrauen zwang sich in die Seele des Jungen, wie eine Made sich in einen Augapfel frisst,
Und das erst!
Zitat:bot mehr Widerstand als alle in sich gesammelte Vernunft.
Ich habe ein persönliches Problem mit dem Wort "alle" in solchen Formulierungen *g.
Vorschlag: "bot mehr Widerstand als die (gesamte) in ihm gesammelte Vernunft"
Zitat:Völlig aufgelöst, die Arme um den schmalen, nackten Körper schlingend.
Meinst du, dass sie sie einmal darum schlingt oder die ganze Zeit schlingt?
Wenn du ersteres meinst, dann müsste es "geschlungen" heißen
Zitat: Blutergüsse verunstalteten die helle, zuvor makellose Haut.
Vorschlag: "sonst makellose Haut", denn er hat die Schläge, das Zuvor, nicht gesehen.
Zitat:die ihn zerstörten und hier her gebracht hatten.
hierher

Liebe Grüße,
Libertine

... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
Avatar von Eddie Haspelmann

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Beitrag #15 |

RE: Totgelebt
Hi Sternchen,
ich hab jetzt nochmal drübergeschaut, wie versprochen. Und obwohl man es "Klischee" nennen könnt, find ich es so besser. Das ich mit deinen Sätzen teilweise nicht zurecht komm, haben wir ja schon zur genüge besprochen. Icon_wink
Da es am Stil nichts zu meckern gibt, und auch Fehlerchen fehlen, hab ich nur eine Anmerkung.

Zitat:Dreizehn Stück Vieh waren umgekommen. Rinder, die das Überleben der nächsten Monate sichern hätten sollen.
- Ersteres klingt komisch, da fällt mir aber spontan auch nichts besseres ein und vielleicht reden Rancher ja wirklich so. Beim zweiten würd ich einfach die Wörter vertauschen, klingt in meinen Ohren irgendwie viel besser.

LG
Addi

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #16 |

RE: Totgelebt
Hallo Libertine,

du warst aber schnell. *freu freu freu* Danke für die ausführliche Fehlersuche. Ich dachte in dem Text dürfte man nicht mehr viel finden, aber da hab ich mir geirrt.

eine sehr düstere Geschichte, düster und bewegend. Wirklich. Sie zeigt diese selbstzerstörerische Gewalt, die in manchen Menschen liegt - selbst- und fremdzerstörerisch.
=> düster, ja. Hast recht. Das "Fremdzerstörerische" hat mich bei dieser Geschichten am meisten bedrückt. Es ist leider wirklich im Leben so, dass viele Entscheidungen, vor allem solch schwerwiegenden, auf andere zurück fallen. In dem Fall eigentlich die Unschuld selbst.

Den Wandel vom Jungen, der zu früh erwachsen sein musste, zum Jungspund, den es in die Gesetzlose treibt, weil das Gesetz, die Regeln, die ihm auferlegt wurden, nur für die Lebenden gelten. Doch er lebt nicht, er hat sich tot gelebt.
=> Das hast du schön gesagt. Er lebt nicht mehr, für ihn hat das keinen Sinn. Und er will sich ja über seine Gefühle hinwegsetzen, weil sie ihn zerstören. Schlimm, dass Adam glaubt damit sei es getan. Es wird ja noch eine Parallelgeschichte dazu folgen. Die wird zwar nicht aus Adams Sicht erzählt, aber sie zeigt was aus ihm wird. Icon_wink

Was du schaffst, ist eine Mischung aus Distanz und Nähe zur Figur. Ich bin nah genug an Adam dran, um zu fühlen, was er sieht, um diese unterdrückte Aggression gegen X zu spüren, aber weit genug weg, um ihn immer noch von außen zu sehen, die Furcht in seinen Augen, als er den Jungen erschießt; und ich bin mir sicher, er wird in die nächste Ecke rennen und sein altes Leben, alles, was er an Werten noch in sich trägt, hineinwürgen.
=> Auf diese Nähe und Distanz bin ich sehr stolz, wenn du sie so empfunden hast. *sich ganz doll freut* Schön. Echt! *strahl*

Eine sehr starke Geschichte, die mich betroffen macht, sie schlägt Wellen in mir, die Mäste brechen.
=> Fein gesagt und ein ganz dolles Lob an mich. Danke fürs Lesen und deine Meinung Libbi. Ich hab mich echt sehr gefreut. Vor allem auch, dass du es sprachlich gelungen fandest. Icon_smile
DANKE.

zu den Anmerkungen:

Zwei Vorschläge zum Unterstrichenen: statt "braun gewordenen" - "gebräunte", statt "von Sonnenstrahlen" etwas wie "von Feldarbeit", denn natürlich bräunen die Sonnenstrahlen, das brauchst du eigentlich nicht zu erwähnen und so kannst du noch etwas von seinem Leben einfließen lassen. Vielleicht.
=> Die Feldarbeit finde ich ein sehr sehr schönes Details. Icon_smile Danke dafür!

Vorschlag: "die ihn stehen bleiben und über die Schulter zum Blockhaus blicken ließ." In der jetzigen Version klingt der Satz so chronologisch, dabei bleibt er ja schon in dem Moment stehen, wo er die Stimme hört, nicht erst, als er fertig gehört hat. So ungefähr.
=> Hab ich übernommen, klingt wirklich besser.

Wieso "seine" und nicht "eine" Seuche?
=> Hab ich mich verschrieben, es sollte "eine Seuche" heißen.

Hier beginnst du mit diesen unheimlich eindrücklichen Umschreibungen, wo ich mich beim Lesen fragte, warum es so schlimm war, dass wir vorhin über Kunst sprachen, als du gegessen hast Icon_wink.

Vertrauen zwang sich in die Seele des Jungen, wie eine Made sich in einen Augapfel frisst,
Und das erst!

=> *hüstel* *lach*

Danke für die Anmerkungen. Auf alle bin ich hier nicht eingegangen ich hab sie aber großteils übernommen und freue mich darüber, dass die Geschichte jetzt wieder ein Stück verbessert ist. Icon_smile

@ Addi
Danke für deine Rückmeldung, hab mich ehrlich gefreut. Ja, das ist der Grund warum ich keine Erinnerung haben wollte. Weil eigentlich schon jede Möglichkeit Klischee wäre. Icon_wink Damit muss ich leben und ich glaube die Geschichte macht vielleicht einiges von diesem kurzweiligen Eindruck wett. Deinen Vorschlag hab ich übernommen. Auch dafür danke!

Grüße und Dankesregen,
Sternchen

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Beitrag #17 |

RE: Totgelebt
Hi Sternchen!

Ich habe mich mehr durch Zufall in die "Sonstige"-Rubrik verirrt und bin auf deine Geschichte gestoßen. Da mir "Wo Freiheit Tod bedeutet" recht gut gefallen hat, dachte ich mir, dass es diese Geschichte wert ist gelesen zu werden. Icon_wink

Dann fangen wir mal an!

Zitat:Unter dem Druck sporenbesetzter Wildlederstiefel ächzten kleine Steine.

Ich würde hier anstatt "ächzten", "knirschten" oder etwas anderes einsetzten. Alte Holzbretter ächzen, aber Steine?

Zitat:Angst pulsierte durch Adams Körper, trieb Schweiß aus jeder Pore.

Mir ist bereits während diesem kleinen Stück aufgefallen, dass du Formulierungen wie diese zu mögen scheinst. Zu häufig gebraucht wirken sie aber nicht so schön, finde ich. Mache doch einfach mal Gebrauch von dem Wort "und". Icon_wink

(... und trieb Schweiß aus jeder (Ich würde hier "seiner" ergänzen) Poren.)

Zitat:... das kaum wert war, gelebt zu werden ...

Hier kommt meines Wissens nach kein Komma hin.

Zitat:Jahrelang hatte der Colt in einer alten, feuchten Scheune gelegen. Unter Staub begraben, der nun auch an seinen Fingern klebte.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich nicht doch irre, aber mit Staub verbinde ich etwas trockenes und altes und nicht feuchtes und altes ...

Zitat:... der nun auch an seinen Fingern klebte. Sich empor zog, wie eine Seuche.

Die zwei Sätze würde ich verbinden. Und hinter "empor zog" kommt kein Komma Icon_wink

(... der nun auch an seinen Fingern klebte und sich (an ihnen) empor zog wie eine Seuche.)

Zitat:Seine Haut Stück für Stück in Besitz nahm und sich bis in seine Seele kämpfte.

Damit der Bezug vorhanden bleibt, würde ich diesen Satz so schreiben:
"Sie nahm seine Haut Stück für Stück in Besitz und kämpfte sich bis in seine Seele vor."

Zitat:Und auch hier, eine Meile entfernt, hatten sich Sturzbäche gebildet, überschwemmten die Weiden der Ranch.

Ich würde anstatt "Und auch", "Sogar" einsetzten. Ich denke, dass dieses Wort eher ausdrückt, was du meinst. Icon_wink
Eine kleine Formulierungsänderung würde ich auch vornehmen (nur ein Vorschlag).

(Sogar hier, eine Meile entfernt, hatten sich Sturzbäche gebildet, welche die Weiden der Ranch überschwemmten.)

Zitat:Wahn kroch in rehbraune Augen.

Wahn kroch in seine rehbraunen Augen.

Zitat:Adam schluckte schwer, kämpfte mühsam um seine Beherrschung und ließ die Waffe zurück in den Gurt gleiten.

Hier ist diese Formulierung passend, weil noch ein Anhang folgt und du so die Doppelung von "und" verhindert hast. Icon_smile

Zitat:Mit schnellen Schritten lief er die wenigen Treppen der Veranda empor zu Tisch und Flasche.

Zu Tisch und Flasche? Ich weiß zwar, was du meinst, aber irgendwie passt dieser Zusatz überhaupt nicht in den Satz. Vielleicht noch einen Zweiten hinterher?

Zitat:Vollgefülltes Seelenheil.

Eine nette Umschreibung für Alkohol. Icon_lol

Zitat:Vertrauen zwang sich in die Seele des Jungen, wie eine Made sich in einen Augapfel frisst, doch das eindringliche Schluchzen, das er plötzlich hörte, bot mehr Widerstand als alle in sich gesammelte Vernunft.

Icon_igitt ... Warum denn Made und Augapfel? Hätten es nicht auch Wurm und einfach nur Apfel getan? Icon_ugly
Spaß beiseite ... eine schöner, wenn auch langer, Satz. Icon_wink

Zitat:Adam trank trotzig einen Schluck und blickte vorbei an der Schulter des Outlaws

Outlaws? Ich weiß, dass es sowas wie Vogelfreier oder Geächteter heißt, aber im deutschen würde ich dann doch lieber einfach nur Gesetzesloser schreiben. (Hier passt auch einfach nur der Name, Frank Fox. Da brauchst du keine Bedenken wegen der Wiederholung von "Gesetzesloser" zu haben Icon_wink )

Zitat:Totgelebt! Ins Grab gefühlt!

Klasse Formulierung.

Zitat:Ein Schuss!
Ein Sieg.
Zwei Morde.

Ebenfalls super Formulierung!


So! Was bleibt da noch zu sagen? Eine tolle, traurige Geschichte.
Toll vom Stil her. Da diese Geschichte zu den Kurzgeschichten zählen dürfte, zumindest was die Länge betrifft, sind die doch eher mageren Beschreibungen der Umwelt gerechtfertigt. Du hast dich hauptsächlich auf den inneren "Gefühlskrieg" des jungen Mannes konzentriert und diesen auch glaubhaft rüber gebracht.

Selbst in der kurzen Geschichte hat man gemerkt, dass du wohl ein wenig recherchiert hast. Das ist immer gut und trug auch zur Glaubhaftigkeit deiner Geschichte bei!

Mehr ist, denke ich, nicht zu sagen. Icon_smile

LG Wave

Zwei Dinge sind unendlich nämlich die menschliche Dummheit und das Universum. Wobei ich mir beim Universum noch nicht sicher bin. - Albert Einstein


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Beitrag #18 |

RE: Totgelebt
Moin Moin Sternchen.

Ich habe Dich viel zulange vernachlässigt.
Manchmal kommt es mir wie eine Ewigkeit vor, dass ich eines Deiner Werke lesen durfte. Und genau das werde ich zu dieser frühen Stunde - noch vor dem Frühstück - ändern.
Es gibt schließlich wichtigere Dinge.
*Schluck Kaffee trinkt*
Icon_wink

Zitat:Die Kälte zog sich an Adams Beinen empor, wie lähmendes Schlangengift. Unter dem Druck sporenbesetzter Wildlederstiefel ächzten kleine Steine. Die braunen Augen des Siebzehnjährigen wanderten zum Horizont, der sich in allen Schattierungen des Feuers über felsige Bergausläufer erhob.
Der Anfang ist sehr gut gewählt und vermittelt ein sehr gutes Bild von der Umgebung - allerdings lesen sich die Sätze von der Struktur her ziemlich ähnlich. Ich habe gestern Abend lange drüber nachgedacht, warum - und ich denke, es liegt vielleicht daran, dass hier nicht einmal ein "und" vorkommt. Vielleicht könnte man den zweiten und dritten Satz mit einem "und" oder etwas anderem verbinden:
Die Kälte zog sich an Adams Beinen empor, wie lähmendes Schlangengift. Unter dem Druck sporenbesetzter Wildlederstiefel ächzten kleine Steine, während die braunen Augen des Siebzehnjährigen zum Horizont wanderten , der sich in allen Schattierungen des Feuers über felsige Bergausläufer erhob.

Zitat:Grillen zirpten, begrüßten die heraufziehende Nacht.
Mein Bauch meint, wenn man die ersten beiden Worte vertauscht, wird es noch flüssiger.
Zirpende Grillen begrüßten die heraufziehende Nacht.

Zitat:Ein Abend, der alles verändern würde und sich gleichzeitig in den Alptraum seines Lebens fügte.
Ich würde sogar sagen: ... einfügte ...

Zitat:„Nun, Chonely, bereit?“, erklang eine grimmige Stimme in seinem Rücken, die Adam stehen bleiben und über die Schulter zum Blockhaus blicken ließ.
Um die Szene zu unterstreichen, würde ich sogar "zurückblicken" anbieten:
„Nun, Chonely, bereit?“, erklang eine grimmige Stimme in seinem Rücken, die Adam stehen bleiben und über die Schulter zum Blockhaus zurückblicken ließ.

Zitat:trieb Schweiß aus jeder Pore. Mach das nicht, flehte eine Stimme tief in seinem Herz, doch Adam schüttelte bloß müde den Kopf. Es gab kein Zurück.
Ich würde jeglicher wörtlichen Rede eine eigene Zeile gönnen, um die Gedanken/Worte zu unterstreichen und die Passagen dadurch aus dem Text hervorzuheben. Zum anderen frage ich mich, ob "müde" wirklich dass ist, was Adam momentan fühlt. Ist es nicht eher Entschlossenheit? Oder "müde Entschlossenheit"? (Und das "Es gab kein Zurück" würde ich als Knalleffekt ebenfalls in eine eigene Zeile packen.)

-> ... trieb Schweiß aus jeder Pore.
Mach das nicht, flehte eine Stimme tief in seinem Herz, doch Adam schüttelte bloß müde den Kopf.
Es gab kein Zurück.

Zitat:Unter Staub begraben, der nun auch an seinen Fingern klebte. Sich empor zog, wie eine Seuche. Seine Haut Stück für Stück in Besitz nahm und sich bis in seine Seele kämpfte.
Gestern Abend noch dachte ich, dass man hier die Sätze anders gestalten könnte und hatte munter verschiedene Vorschläge in diese Antwortbox geschrieben - bevor die Internetverbindung seufzend ihre Tätigkeit einstellte.
Nun, das gab mir zumindest die Zeit und die Gelegenheit, den bisherigen Kommentar zu überfliegen. Leider musste ich feststellen, dass ich hier viel zu sehr und oft am Meckern gewesen war.
Nachdem ich mich mit meinem inneren Schweinehund - einem alten Bürokraten, Hornbrille so modisch wie die 50er Jahre, ein Gesicht, dass nur den Muff des Büros geatmet hatte und Augen, die leblos und ohne Emotion alles durch Vorschriften und strikter Kritik betrachten - auseinandergesetzt hatte (ich habe ihn schließlich unter Drohungen und Flüchen aus der Wohnung meines Kopfes hinausgetreten!) las ich alles nochmal.
Und schaute auf meinen Schreibtisch. Da, wo Kermit als Werbeträger für eine Automarke neben folgendem Satz zu sehen ist:
"Ist es nicht Freude, die uns einzigartig macht?"
Mein Bauch meinte:
"Ist es nicht Leidenschaft, die uns einzigartig macht?"
Vergiss meine möglichen Anmerkungen hierzu. Das ist schlichtweg wundervoll. Eine Augenweide für meinen Bauch, der gerne auch abgehackt und anders schreiben will. Ich bin begeistert.
"Wir" sind begeistert!
Icon_wink

Zitat:Vater?“ Adam stieg über die letzte Stufe hinab. Der aufgeweichte Boden fühlte sich an wie die Sandbanken des Ohio Rivers, an dessen Ufer er mit seinen Schwestern oft gespielt hatte. Oyo, wie ihn Indianer auch nannten.
Vater.“ Seine Stimme klang nun drängender. Adams Herz begann wild zu klopfen. Starr blickte er auf die kleinen Wasseransammlungen auf dem Boden. Braun.
Und rot.
Vater!“
Um die Steigerung von Vater zu verdeutlichen, würde ich es eventuell so vorschlagen:
"Vater?"
...
"Vater!"
...
"VATER!"


Zitat:Vollgefülltes Seelenheil.
Gestern hatte ich in einem anderen Kommentar geschrieben, dass ich mir eine Zigarre anzünde, falls die fragliche Geschichte genial sein sollte.
Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass das hier ebenfalls dazu einlädt.

Zitat:Seelenwund zog er erneut die alte Waffe aus seinem Gurt. Seine hohe, kantige Stirn verzog sich, als er über den Lauf der alten Waffe strich.
Der zweite Satz ("seine Stirn verzog sich") ist gut gelungen - allerdings beißt sich das "zog" mit dem "verzog". Empfehlung für eine alte Metapher:
Seelenwund zog er erneut die alte Waffe aus seinem Gurt. Seine hohe, kantige Stirn legte sich in Falten, als er über den Lauf der alten Waffe strich.

Zitat:Adam krampfte die Finger
Wenn er den Abzug betätigen will, dann heißt es "krümmte den Finger". Falls nicht, habe ich nichts gesagt.

Düster. Der unschöne Beginn eines Outlaws. Wettbewerbstechnisch hätte ich jetzt gesagt, dass das Thema "Rost" (Adam und die Waffe) so ähnlich bereits geschrieben wurde.
So ähnlich, nicht hauen. Ich weiß, wie nervend das sein kann, eine Geschichte zu schreiben und dann in einer Buchhandlung an einem unschuldigen Samstag genau das gleiche Thema zu erspähen. Schrecklich.
Daher sehe ich das Ganze losgelöst vom Wettbewerb und finde, dass Du den imaginären roten Knopf in Deinem Herzen (und Kopf) gefunden hast.
Du verdichtest die Sätze und scheust Dich auch nicht, mal neue Konstellationen auszuprobieren (- und hey, für alle, die das hier lesen und denken, dass dies ein Kuschelkommi sei:
Ich bin begeistert!)

Ich gönne mir auch bei Deinem Werk eine Zigarre - kann ruhig jeder riechen, dass ich Dein Werk wundervoll und gelungen finde.

LG
D.


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Beitrag #19 |

RE: Totgelebt
Hallo Wave und André,

habe mich über eure beiden Kommentare sehr gefreut und gehe gerne auf die mit Mühe formulierten Zeilen ein. Danke in Voraus für alles gesagte!

@ zu Wave

Ich habe mich mehr durch Zufall in die "Sonstige"-Rubrik verirrt und bin auf deine Geschichte gestoßen. Da mir "Wo Freiheit Tod bedeutet" recht gut gefallen hat, dachte ich mir, dass es diese Geschichte wert ist gelesen zu werden. Icon_wink
Freut und ehrt mich sehr, mit der Fantasygeschichte ein wenig Werbung für mich gemacht zu haben. Bin gespannt, was du zu dieser Geschichten zu sagen hast.

Ich würde hier anstatt "ächzten", "knirschten" oder etwas anderes einsetzten. Alte Holzbretter ächzen, aber Steine?
=> Habe ich geändert, finde ich gut.

Mir ist bereits während diesem kleinen Stück aufgefallen, dass du Formulierungen wie diese zu mögen scheinst. Zu häufig gebraucht wirken sie aber nicht so schön, finde ich. Mache doch einfach mal Gebrauch von dem Wort "und". Icon_wink
=> *lach* Ja, da komme wir zu der Kritik an meine Stil, der zugegeben gerne und oft eigen ist. In Sonstiges öfters, als bei Fantasy. "Und" benutze ich auch, vermeide es aber, zwei Sätze hintereinander solche Formulierungen zu wiederholen. "Und" - hab ich im Satz davor schon benutzt, deshalb auch hier wieder zu diesem Satzaufbau gegriffen.

Hier kommt meines Wissens nach kein Komma hin.
=> Dann ist es gestrichen.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich nicht doch irre, aber mit Staub verbinde ich etwas trockenes und altes und nicht feuchtes und altes ...
=> dann ersetze ich "feuchten" durch "undichten".

(... der nun auch an seinen Fingern klebte und sich (an ihnen) empor zog wie eine Seuche.)
=> Nein, tut mir leid. Das ist durchaus beabsichtigt. Icon_wink

Damit der Bezug vorhanden bleibt, würde ich diesen Satz so schreiben:
"Sie nahm seine Haut Stück für Stück in Besitz und kämpfte sich bis in seine Seele vor."

=> Ich weiß, was du sagen willst. Aber ich glaube der Bezug ist gegeben.

Zu Tisch und Flasche? Ich weiß zwar, was du meinst, aber irgendwie passt dieser Zusatz überhaupt nicht in den Satz. Vielleicht noch einen Zweiten hinterher?
=> Nein. Es eher salopp vom Stil und soll so bleiben. Ich finde es gut, wenn sich der Stil der Umgebung ein wenig anpasst.

Eine nette Umschreibung für Alkohol.
=> Dankeschön Icon_smile

Icon_igitt ... Warum denn Made und Augapfel? Hätten es nicht auch Wurm und einfach nur Apfel getan? Icon_ugly
Spaß beiseite ... eine schöner, wenn auch langer, Satz. Icon_wink

=> *lach* Ja, da bin ich grausig geworden. Danke für dein Lob.

So! Was bleibt da noch zu sagen? Eine tolle, traurige Geschichte.
Toll vom Stil her. Da diese Geschichte zu den Kurzgeschichten zählen dürfte, zumindest was die Länge betrifft, sind die doch eher mageren Beschreibungen der Umwelt gerechtfertigt. Du hast dich hauptsächlich auf den inneren "Gefühlskrieg" des jungen Mannes konzentriert und diesen auch glaubhaft rüber gebracht.

Dankeschön! Ja, ich hab mich sehr auf Adam beschränkt.
Danke auch für die textliche Kritik, wobei ich dir leider einiges ausschlagen musste. Mein Stil ist hier absichtlich so und bisher ist das auch gut angekommen. Vor Doppelungen, "und´s" und "dass´s" scheuche ich mich. Von daher sind die Sätze auch meist so ausgelegt, diese Dinge zu vermeiden. Im Grunde bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Ein paar Anmerkungen hab ich sehr dankbar übernommen, aber in den Stil selbst eingreifen kann und möchte ich nicht. Würde auch zu mir und dieser Geschichte kaum passen. Trotzdem meine herzliche Anerkennung für deine Geduld und Anmerkungen! Ich finde das sehr gut, kann so auch Vergleiche ziehen. Werde auch in Zukunft ein Augen darauf haben, es mit meinen "Sternchen-Typischen-Sätzen" nicht zu übertreiben.
Du bist der Erste, der anmerkt, dass es nach "recherchiert" klingt. Auch darüber freue ich mich!

@ zu André

... eine ganz besondere Freude, dich unter dieser Geschichte zu wissen. Habe schon Luftsprünge gemacht, bevor die Seite überhaupt geladen wurde und ich lesen konnte. Danke dafür. Icon_wink

Ich habe Dich viel zulange vernachlässigt.
=> was leider gegenseitig der Fall. Aber wird werden es ändern. - Hoffe ich doch.

Die Kälte zog sich an Adams Beinen empor, wie lähmendes Schlangengift. Unter dem Druck sporenbesetzter Wildlederstiefel ächzten kleine Steine, während die braunen Augen des Siebzehnjährigen zum Horizont wanderten , der sich in allen Schattierungen des Feuers über felsige Bergausläufer erhob.
=> ist akzeptiert. Hört sich vielleicht flüssiger an, ja. Danke. Icon_smile

Mein Bauch meint, wenn man die ersten beiden Worte vertauscht, wird es noch flüssiger.
Zirpende Grillen begrüßten die heraufziehende Nacht.

=> Lässt sich machen, dein Bauch hat gute Ideen.

Um die Szene zu unterstreichen, würde ich sogar "zurückblicken" anbieten:
„Nun, Chonely, bereit?“, erklang eine grimmige Stimme in seinem Rücken, die Adam stehen bleiben und über die Schulter zum Blockhaus zurückblicken ließ.

=> gemacht. Icon_wink Danke.

(Und das "Es gab kein Zurück" würde ich als Knalleffekt ebenfalls in eine eigene Zeile packen.)
=> Hab ich gemacht, die andern Absätze allerdings erspart. Zu viel gefällt mir nicht.

Nun, das gab mir zumindest die Zeit und die Gelegenheit, den bisherigen Kommentar zu überfliegen. Leider musste ich feststellen, dass ich hier viel zu sehr und oft am Meckern gewesen war.
Nachdem ich mich mit meinem inneren Schweinehund - einem alten Bürokraten, Hornbrille so modisch wie die 50er Jahre, ein Gesicht, dass nur den Muff des Büros geatmet hatte und Augen, die leblos und ohne Emotion alles durch Vorschriften und strikter Kritik betrachten - auseinandergesetzt hatte (ich habe ihn schließlich unter Drohungen und Flüchen aus der Wohnung meines Kopfes hinausgetreten!) las ich alles nochmal.
Und schaute auf meinen Schreibtisch. Da, wo Kermit als Werbeträger für eine Automarke neben folgendem Satz zu sehen ist:
"Ist es nicht Freude, die uns einzigartig macht?"
Mein Bauch meinte:
"Ist es nicht Leidenschaft, die uns einzigartig macht?"
Vergiss meine möglichen Anmerkungen hierzu. Das ist schlichtweg wundervoll. Eine Augenweide für meinen Bauch, der gerne auch abgehackt und anders schreiben will. Ich bin begeistert.
"Wir" sind begeistert!

*umkippt*
- Wow! Danke euch zwei. Kritisch ist mal (leider) gut und oft. Hat immer vor und nachteile, aber ich finde es sehr schön, dass du dich schließlich doch dafür entschlossen hast, diese Stelle zu loben. Danke!


"Vater?"
...
"Vater!"
...
"VATER!"

=> habe ich übernommen. Danke für den guten Steigerungsvorschlag. Obwohl ich Großbuchstabe eigentlich nicht so sehr mag, hier passen sie wohl gut.

Gestern hatte ich in einem anderen Kommentar geschrieben, dass ich mir eine Zigarre anzünde, falls die fragliche Geschichte genial sein sollte.
Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass das hier ebenfalls dazu einlädt.

=> *im Himmel schwebst* Danke. Rauch mal schön und heb mich nicht so in das weite Blau! Wie soll ich denn wieder auf den Boden kommen?

Zitat:Seelenwund zog er erneut die alte Waffe aus seinem Gurt. Seine hohe, kantige Stirn verzog sich, als er über den Lauf der alten Waffe strich.

Empfehlung für eine alte Metapher:
Seelenwund zog er erneut die alte Waffe aus seinem Gurt. Seine hohe, kantige Stirn legte sich in Falten, als er über den Lauf der alten Waffe strich.

=> Ist okay. War wirklich eine Doppelung. Danke! Icon_smile

Wenn er den Abzug betätigen will, dann heißt es "krümmte den Finger". Falls nicht, habe ich nichts gesagt.
=> Ich wollte hier absichtlich alle Finger krampfen lassen. Es ist praktisch auch eine unwillkürliche Sache. Ich finde es schön, das er nicht gezielt einen Finger krampft, sonder einfach alle. Da haben die letzten Zweifel zu sehr gewogen, um wirklich bewusst nur einen Finger zu krümmen.

Düster. Der unschöne Beginn eines Outlaws. Wettbewerbstechnisch hätte ich jetzt gesagt, dass das Thema "Rost" (Adam und die Waffe) so ähnlich bereits geschrieben wurde.
=> Ja, vermutlich. Da ich von Anfang an gewusst hatte, nicht daran teilzunehmen, hab ich die Verbindung zum Thema auch sehr locker gehandelt.

Daher sehe ich das Ganze losgelöst vom Wettbewerb und finde, dass Du den imaginären roten Knopf in Deinem Herzen (und Kopf) gefunden hast.
Du verdichtest die Sätze und scheust Dich auch nicht, mal neue Konstellationen auszuprobieren (- und hey, für alle, die das hier lesen und denken, dass dies ein Kuschelkommi sei:
Ich bin begeistert!)

Mensch ich freue mich so sehr über dein Lob. Gerade von dir, von meinem alten Lehrmeister, dem ich viel meiner Entwicklung zu verdanken haben. Icon_smile Danke dafür! Danke für die Zeit, deine Mühe, deine immer wiederkehrende, aufopfernde Art Kommentare zu schreiben und auch positives hervorzuheben.

Ich gönne mir auch bei Deinem Werk eine Zigarre - kann ruhig jeder riechen, dass ich Dein Werk wundervoll und gelungen finde.
Eine Zigarre?! Dread, ich glaube das war das gelungenste Lob, dass ich jemals bekommen habe. Danke für deine Zigarre, dein Lob und die vielen guten Verbesserungsvorschläge. Icon_smile Auf bald, ...
... hoffentlich.

Liebe Grüße,
Sternchen

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
Viele kleine Sternschnuppen

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Beitrag #20 |

RE: Totgelebt
Hallo Sterni,

zuerst einmal eine fette Entschuldigung, dass dieser Kommentar nicht wie versprochen gestern hier ankam! Meine Schwiegermutter in spe hat uns gestern Abend in ein Möbelgeschäft entführt und das dauerte dann ein wenig ... Dafür haben wir eine neue Wohnzimmerlampe. Mrgreen

Jetzt bin ich aber da, habe aufmerksam gelesen und kann nur sagen: Icon_shocked
Mit manchen Dingen rechnet man einfach nicht. Bei mir vielleicht, dass ich eine Fantasygeschichte schreibe. Bei dir, dass du eine Westerngeschichte schreibst. *g*
Ich hab ja nun nicht soo viele Western gesehen (am meisten wohl "Unsere kleine Farm" und "Dr. Quinn" *lach*), aber von meinem Eindruck her kommt die Atmosphäre sehr nahe heran. Du hast das "Wesen der Zeit" gut erfasst. Und eine spannende, traurige und emotionale Geschichte draus gemacht. (Sag mir noch einmal, letzteres fiele dir schwer ... das Resultat spricht doch für sich - und dich. Icon_wink)

Mir hat diese Geschichte gut gefallen, und wäre sie eine Wettbewerbsgeschichte gewesen - für mich wärst du einer der Favoriten gewesen. Saubere Arbeit!
(Auch wenn ich dich für das Ende hasse ... Icon_nosmile Aber gerade weil dein Prot sich gegen die Ausflucht entschieden hat, wird die Geschichte so gut. Nicht dass ich drauf stehen würde, Kinder sterben zu sehen, mitnichten ... Ich hoffe, du weißt, was ich meine.)

Zum Text:

Zitat:Totgelebt
Icon_cuinlove Ein wunderschöner Titel!

Zitat:Die Kälte zog sich an Adams Beinen empor, wie lähmendes Schlangengift.
Ohne Komma.

Zitat:Unter dem Druck sporenbesetzter Wildlederstiefel knirschten kleine Steine, während die brauenen Augen des Siebzehnjährigen zum Horizont wanderten zum Horizont,
Lies dir mal diesen Satz laut vor, da fällt dir bestimmt was auf. Icon_wink

Zitat:Die grauen Augen des Gesetzeslosen funkelten selbst in der Dämmerung wie die einer Katze.
Schöner Satz! Aber können graue Augen funkeln? Vielleicht lieber grüne nehmen?

Zitat:Der letzte Aufschrei des weinenden Kindes in seinem Inneren.
Finde es toll, wie du das Kind immer wieder aufgreifst, bis hin zum Schluss.

Zitat:Ein Bündel, ein Gefühl, das kaum wert war gelebt zu werden und sich doch hartnäckig weigerte, aufzugeben.
Komma nach "war".

Zitat:Weine so viel du kannst, denn es werden deine letzten Tränen sein.

Ganz sicher bin ich nicht, ob da vielleicht noch ein Komma nach "Weine" kommt.

Zitat:Adams Vater war der Verzweiflung nahe gewesen.
Ohne "gewesen".

Dieser Rückblick gefällt mir übrigens wahnsinnig gut. Besonders das Ende, als Adam erkennt, dass sein Vater getötet wurde, und selbst den Pfeil an sich entlagschießen fühlt.

Zitat:Seine freundlichen, gütig schimmernden Augen musterten Adam wie ein Vater den Sohn.
Super. Ein Gesetzesloser als Vaterersatz. Ja, das ist vielleicht einer der Gründe, weshalb Adam dort hängen bleibt ...

Zitat:Aufmerksam musterte der Siebzehnjährige den spartanisch eingerichteten Raum, bis er das Mädchen gefunden hatte. Zitternd saß es in der hintersten Ecke des Raumes. Völlig aufgelöst, die Arme um den schmalen, nackten Körper geschlungen. Blutergüsse verunstalteten die helle, sonst makellose Haut.
Bei dem Mädchen und dem kleinen Jungen geriet ich dann ein wenig in Verwirrung. Hatte ja eigentlich gedacht, dass sie sich zwei Indianerkinder geholt hätten, an denen Adam sich rächen könnte. Doch die Kinder hier sind hellhäutig, der Junge sogar blond.
Heißt das, sie haben gar keine Bedeutung für den Vorfall damals? Und Adam tötet den Jungen einfach "nur so"?

Zitat:Unleidlich wurde er sich Gales verdammt durchdringenden Blicks bewusst und hoffte, von dem in sich getragenen Chaos würde nichts in seinen Augen zu sehen sein.
Nur aus dem Gefühl heraus würde ich "verdammt" streichen.

Zitat:„Wirst über Frauen herfallen. Männer töten und spüren, was es heißt, „gesetzlos“ zu sein.“

Das "gesetzlos" in einfachen Anführungsstrichen ('...'), weil es innerhalb der wörtlichen Rede steht.

Zitat:Zwischen tausend Menschen konnte er stehen, sich in der Menge verlieren, doch dem Colt war Einsamkeit etwas, das in ferne Gestade rückte.
Vorschlag: "zwischen hunderten von Menschen". Ich bin mir nicht sicher, ob es im Wilden Westen bereits Dimensionen von "tausenden" gab.

Zitat:Ein Sieg.
Zwei Morde.

Genau. Weil Adam sich hiermit auch selbst das Leben genommen hat. Das Leben seiner Seele nämlich.

Motto geschickt und erfrischend umgesetzt. In die Tiefe gehend, spannend, traurig ... das nenne ich eine gelungene Geschichte.
Kompliment!

Freu mich, das gelesen zu haben,

Lilly


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