Es ist: 09-04-2020, 22:45
Es ist: 09-04-2020, 22:45 Hallo, Gast! (Registrieren)


Totgelebt 1874 (O.H)
Beitrag #21 |

RE: Totgelebt
Hallo Lilly,

entschuldige bitte meine späte Antwort. Mir ist immer wieder etwas dazwischen gekommen, das will aber nicht heißen, dass ich mich nicht sehr gefreut habe! DANKE! Icon_bussi

zuerst einmal eine fette Entschuldigung, dass dieser Kommentar nicht wie versprochen gestern hier ankam! Meine Schwiegermutter in spe hat uns gestern Abend in ein Möbelgeschäft entführt und das dauerte dann ein wenig ... Dafür haben wir eine neue Wohnzimmerlampe. Mrgreen
=> macht wirklich gar nichts. Ich freue mich über jeden Kommentar, wann immer er auch kommen mag.

Mit manchen Dingen rechnet man einfach nicht. Bei mir vielleicht, dass ich eine Fantasygeschichte schreibe. Bei dir, dass du eine Westerngeschichte schreibst. *g*
=> Ja, kann sein. *grins* Wobei ich glaube, du wärst in Fantasy auch nicht unbedingt schlecht. Libbi hat es ja mit einer "Lichtbringer - Geschichte" schon bewiesen, dass man aus dem Emotionsbereicht auch viel in Fantasy einbringen kann. Im Endeffekt geht’s es dann nur noch ums das Drumherum.

Ich hab ja nun nicht soo viele Western gesehen (am meisten wohl "Unsere kleine Farm" und "Dr. Quinn" *lach*), aber von meinem Eindruck her kommt die Atmosphäre sehr nahe heran.
=> Ein Western Buch hab ich schon gelesen. Bzw. mehrere. Karl May - was auch sonst. An sich, bin ich aber auch nicht wirklich bewandert in diesem Genre. Umso mehr freue ich mich über die aufkeimende Wester - Atmosphäre und dein damit verbundenes Lob!

Mir hat diese Geschichte gut gefallen, und wäre sie eine Wettbewerbsgeschichte gewesen - für mich wärst du einer der Favoriten gewesen. Saubere Arbeit!
=> WOW! Icon_jump Dankeschön! Smiley_emoticons_blush
*fein fein fein*

(Auch wenn ich dich für das Ende hasse ... Icon_nosmile Aber gerade weil dein Prot sich gegen die Ausflucht entschieden hat, wird die Geschichte so gut. Nicht dass ich drauf stehen würde, Kinder sterben zu sehen, mitnichten ... Ich hoffe, du weißt, was ich meine.)
=> Ja, ich weiß was du meinst. Es ist sicherlich absolut nicht schön und kein liebenswürdiges Ende, aber für mich kommt es an Adams Realität weitgehend heran.

Totgelebt
Icon_cuinlove Ein wunderschöner Titel!

=> DANKE!

Dieser Rückblick gefällt mir übrigens wahnsinnig gut. Besonders das Ende, als Adam erkennt, dass sein Vater getötet wurde, und selbst den Pfeil an sich entlagschießen fühlt.
=> Diese Meinung hat mich überrascht, da ich von einer Seite schon gehört hab, dass die Erinnerung eher schwächelt gegen den Rest. Dafür freue ich mich umso mehr, dass es aber auch Gegenstimmen gibt. Icon_smile

Super. Ein Gesetzesloser als Vaterersatz. Ja, das ist vielleicht einer der Gründe, weshalb Adam dort hängen bleibt ...
=> unterschwellig womöglich auch. Ich habe versucht während der Geschichte auch zu zeigen, dass Adam John Gales Art nicht ganz abgeneigt ist. Nun, sehr spärlich und kaum erkennbar womöglich. Obwohl er ihn verteufelt für das, was er tut, ist er aber unter den Gesetzlosen noch der "vernünftigere", der auch an ihm als Person ein Minimum an Interesse zeigt.
Wo das hinführt, liest man dann in einer Art Fortsetzungsgeschichte!

Bei dem Mädchen und dem kleinen Jungen geriet ich dann ein wenig in Verwirrung. Hatte ja eigentlich gedacht, dass sie sich zwei Indianerkinder geholt hätten, an denen Adam sich rächen könnte. Doch die Kinder hier sind hellhäutig, der Junge sogar blond.
Heißt das, sie haben gar keine Bedeutung für den Vorfall damals? Und Adam tötet den Jungen einfach "nur so"?

=> Ja. Es ist wie eine Art Aufnahmeprüfung. Keiner der Gesetzeslosen weiß das von Adams Familie.

Vorschlag: "zwischen hunderten von Menschen". Ich bin mir nicht sicher, ob es im Wilden Westen bereits Dimensionen von "tausenden" gab.
=> Hast recht! Danke Icon_smile

Motto geschickt und erfrischend umgesetzt. In die Tiefe gehend, spannend, traurig ... das nenne ich eine gelungene Geschichte.
Kompliment!

=> Wow! Smiley_emoticons_blush
Ich danke dir ganz herzlich für die genommene Zeit und freue mich wirklich sehr über dein Lob. Ist mir viel Wert, deine Meinung - so wie schon immer! Schön, dass es die gefallen hat!

Liebe Grüße,
Sternchen

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
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Beitrag #22 |

RE: Totgelebt
Hi Sternchen!^^

Die Geschichte steht jetzt auch schon etwas länger auf meiner Liste, endlich komm ich dazu sie zulesen ... naja vor einer quasi-Schreibwettbewerbsgeschichte kann ich doch nicht halt machen!
Echt faszinierend, wie der Schreibwettbewerb mich durch Unterforen jagt, die ich sonst nicht so oft besuche Icon_wink

Der Titel:
Echt interessant ... "Totgelebt" weckt Erwartungen, hat etwas Dramatisches vielleicht sogar "melancholisches... und passt letztendlich sehr gut zu deiner Geschichte.

Zitat:Die Kälte zog sich an Adams Beinen empor wie lähmendes Schlangengift.
hm ... das "zog" gefällt mir nicht besonders ... es passt nicht zum Schlangengift: vielleicht kroch?

Zitat:Unter dem Druck sporenbesetzter Wildlederstiefel knirschten kleine Steine, während die brauenen Augen des Siebzehnjährigen zum Horizont wanderten, der sich in allen Schattierungen des Feuers über felsige Bergausläufer erhob. Zirpende Grillen begrüßten die heraufziehende Nacht.
schöne Beschreibung, mit wenigen Worten vermitteltst du viel Atmosphäre. Der erste Satz ist vielleicht etwas zu lang ... könnte man den letzten Teilsatz (der sich in allen Schattierungen ...) noch trennen? vielleicht einfach: "Der erhob sich in allen Schattierungen ...", wobei besonders schön klingt das dann nicht ... hm ...

Zitat: Fast sehnsüchtig wanderten seine Finger über den Colt.
Ich war echt überrascht ... Western? ^^ Hat mich noch neugieriger gemacht, als ich sowieso schon war ... (und ich musste sofort an den "Dunklen Turm" von Stephen King denken, keine Ahnung warum^^)

Zitat:seinem Herz
seinem Herzen fänd ich schöner, aber das ist wohl Geschmackssache.

Zitat:Seine Haut Stück für Stück in Besitz nahm und sich bis in seine Seele kämpfte.
gefällt mir irgendwie sehr gut, der Satz ...

Die eingeschobene Erinnerung:
Ich kenn die Geschichte nur mit Erinnerung und ich finde sie an der Stelle passend ... sie hilft tatsächlich dabei, Chonely besser zu verstehen, ein zu ordnen ... gleichzeit lässt sie aber durchaus noch Interpretationsspielraum (will sich Adam an den Indianern rächen, oder fühlt er sich von seinem Vater verraten, oder ist er einfach nur verbittert ...)

Zitat:Wahn kroch in rehbraune Augen.
genialer Gegensatz

Zitat:Ein Sieg.
Zwei Morde.
Geniales Ende ... er hat das Kind (oder das was er als Kind ansieht, was aber eigentlich sein Gewissen, seine Menschlichkeit ist) in sich direkt mit getötet ...

Deine Geschichte hat mir gut gefallen! Sie legt den Fokus auf den alles entscheidenden Moment, den Momet, in dem Adam seiner ursprünglichen Gestalt, seinem ursprünglichen Leben entgültig entsagt ... dabei ist gar nicht sowichtig, warum er das tut, denn das ist nicht das Thema der Geschichte ... trotzdem hat es nicht geschadet, dem Leser einige Anhaltspunkte zugeben ... ich weiß jetzt nicht, was ich gesagte hätte, wenn die Erinnernug nicht drin gewesen wäre ...
sie stört jedenfalls nicht und fügt sich gut ein ...

Wichtig ist das Bild, das du uns von Adam, von seiner Gefühlwelt lieferst, von den letzten Zügen seines inneren Kampfes. Und das ist dir sehr gut gelungen!^^
Ich fand seine Gedanken und Gefühle, trotz der fremden Ausgangslage gut nachvollziehbar, natürlich und eindringlich ... und erschreckend ...
Er tötet den letzten Rest seiner Menschlichkeit um Ruhe zu finden, um seinen aufgewühlten Geist zu töten ... aber eigentlich ist es nur ein "Weglaufen" vor den schlimmen Erinnerungen, die er hat ... natürlich wurde ihm übel mitgespielt, aber sich in ein "Unleben" flüchten ... sich sogar symbolisch an "glücklichen Kindern" rächen (obwohl er ja eigentlich merkt, das das nicht richtig sein kann)
Zitat: Ein Kind, dem Leben so untreu und im Glück vergraben. Nicht wissend, was es in dieser Welt bedeutete, zu atmen.
da projeziert er doch alles was er nicht hatte (oder nicht zu haben glaubt) in dieses Kind ... (diese Stelle wäre auch möglicherweise ausreichend gewesen, ohne Erinnerungen, denn sie liefert uns ja Anhaltspunkte ... aber das kann ich jetzt wie gesagt nicht mehr beurteilen Icon_wink)
nicht das Kind in ihm ist Rost, sondern er selbst, sein Denken und Fühlen ist verrostet ...

Du bringst mich ins Grübeln ... und das ist sehr positiv Mrgreen
Begeistert haben mich auch deine Einwürfe
Zitat:Vollgefülltes Seelenheil.
z.B. oder
Zitat:Ich darf alles, Rostkind
Hier gehen Adams Gedanken schon fast ins lyrische, sind auf jeden Fall sehr verdichtet ...
Überhaupt ist Adams Seelenleben überaus verdichtet, nimmt den Leser mit, obwohl du ja eigentlich nur eine Momentaufnahme, kurz vor dem endgültigen Ende zeigst ...

Also:
sehr gerne gelesen, hätte im Wettbewerb eine gute Note von mir bekommenIcon_wink

liebe Grüße vom Weltenwanderer!

Die meisten Menschen haben überdurchschnittlich viele Arme und Beine ...

Wanderer zwischen den Welten und der
Weltenknoten

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Beitrag #23 |

RE: Totgelebt
Hi Sternchen,

endlich mal wieder was von dir zu lesen. Oder bin ich nur zu blind, die Sachen zu finden? Egal. Ich fang mal an.

Zitat:von Feldarbeit braun gewordene Haut.
Von der Arbeit wird keine Haut braun, oder (Na gut, außer man ist Gerber) ? Meist wird die Haut bei der Arbeit braun. (Worte klaubt)

Zitat:wie Rost an sich nagen.

Hm. Rost nagt eigentlich nicht so wirklich …
Über Jahre und Jahrzehnte, klar, aber in wenigen Augenblicken …
(Haare spaltet)

Zitat:Ein Bündel, ein Gefühl, das kaum wert war, gelebt zu werden und sich doch hartnäckig weigerte, aufzugeben.
Geiler Satz! Ein richtig geiler Satz!

Zitat:Ich darf alles, Rostkind!, schrie Adam in seinem Kopf.
Das will mir nicht so recht gefallen, weil ich keinen Sinn damit verbinden kann. Wie wär’s mit: „Ich darf alles, ich bin ein Rostkind!“, schrie Adam … oder so ...

So, eine schöne, schnelle Geschichte, ein interessanter Hintergrund und: Vor dem Thema des Wettbewerbs ist die Auslegung des Themas klasse. Endlich mal nicht „Alte Liebe rostet nicht“ oder der ‚Rost der Zeit“ usw.
Supergut.

Ist leider nur ein ganz kurzes Kommi geworden und wird der Geschichte nicht gerecht, denn ich find die Geschichte klasse. Hättest mindestens ein „gut“, vielleicht sogar ein „sehr gut“ von mir gekriegt.

Mach weiter so. Du wirst immer besser und besser und …

CU,
Teja


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Beitrag #24 |

RE: Totgelebt
Sternchen!
Ich war ja eine Weile nicht mehr hier. Dann komm ich wieder online und was finde ich? Eine neue Geschichte von dir!
Nun, ich konnte nicht anders als diese zu kommentieren. Du hast aber auch schon eine Menge an Kommentaren gesammelt...

Also worum geht es?
Ein verzweifelter siebzehnjähriger Junge, mit einer rostigen Waffe und mitten unter Verbrechern. Ermordet zwei anscheinend völlig unschuldige Kinder.
Ich fange einfach mal mit den stilistischen Sachen an. Wie auch deine anderen Geschichten, ist diese hier ebenfalls voller herrlicher Formulierungen. Es verwundert mich immer wieder wie abwechslungsreich dein Wortschatz ist und dann klingt alles noch so ausgewogen und, ach du weißt schon was ich meine.
Zwei Tippfehler sind mir aufgefallen:

Zitat:Jahrelang hatte der Colt in einer alte Scheune gelegen

Hier hast du das N vergessen.

Zitat:Zwischen hunderten Menschen konnte er stehen, sich in der Menge verlieren, doch dem Colt war Einsamkeit etwas, das in ferne Gestade rückte.

Ich glaube hier meintest du eher „mit dem Colt“ oder?

So und jetzt zum Inhalt.
Also der Junge hat vor drei Jahren seinen Vater verloren. Er wurde ermordet. Ich vermute es ist so etwas wie ein Überfall gewesen. Vielleicht kannst du diesen Teil für solche unwissenden Leute wie mich näher erläutern.
Jetzt ist er selbst zum Mörder geworden. Fragt sich, warum. Warum muss ein Mensch solch eine sinnlose Tat begehen, wie den Mord an zwei Kindern. Ich denke die Antwort, die die Geschichte auf diese Frage gibt ist die: Er will gegen all die Gefühle in ihm ankämpfen, gegen den Schmerz, der ihn immer wieder runterzieht. Er will kein „gebrochener“ Mensch sein. So nimmt er sich die Menschlichkeit indem er die Kinder tötet.
Es ist eine interessante Idee. Ich weiß aber nicht, ob es ihm wirklich die ersehnte Ruhe bringen wird, die er in Johns Augen gesehen hat. Aber auf jeden Fall wird es seine Gedanken in eine andere Richtung lenken.
Ich finde es gut, dass du seine Gewissensbisse am Ende nicht hast Überhand nehmen lassen. Denn dann hätte die Geschichte viel an Überzeugungskraft und ja, Dramatik verloren. Sie würde kaum so zum Nachdenken anregen.
Also, ich habe nichts mehr zu sagen, außer: Toll.
Liebe Grüße,
Meluse


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Beitrag #25 |

RE: Totgelebt
Hallo Weltenwanderer,
Hallo Teja,
... und auch ein Hallo an Meluse!

Ich habe mich wirklich sehr über eure Kommentare gefreut! Danke dafür! Die Geschichte ist mir wichtig und eure Meinungen dazu erst recht.

@ Weltenwanderer
quasi-Schreibwettbewerbsgeschichte kann ich doch nicht halt machen!
Echt faszinierend, wie der Schreibwettbewerb mich durch Unterforen jagt, die ich sonst nicht so oft besuche Icon_wink

=> Die Tatsache finde ich toll. Anscheinend müssen wir öfters welche veranstalten damit die User auch ein paar Rubriken mehr bemerken. Mich freut es auf alle Fälle ganz doll, dich hier zu finden.

Der Titel:
Echt interessant ... "Totgelebt" weckt Erwartungen, hat etwas Dramatisches vielleicht sogar "melancholisches... und passt letztendlich sehr gut zu deiner Geschichte.

=> Danke dir! ^^ Ich habe mir mein Hirn zermartert, um etwas passendes zu finden, dass sich auch noch gut und eigentümlich anhört.

schöne Beschreibung, mit wenigen Worten vermitteltst du viel Atmosphäre. Der erste Satz ist vielleicht etwas zu lang ... könnte man den letzten Teilsatz (der sich in allen Schattierungen ...) noch trennen? vielleicht einfach: "Der erhob sich in allen Schattierungen ...", wobei besonders schön klingt das dann nicht ... hm ...
=> Ich habe deine erste Anmerkung übernommen, diese hier muss ich ausschlagen und hoffen, dass der Satz nicht unerträglich lang ist, denn wenn nicht, wird er so bleiben.

Ich war echt überrascht ... Western? ^^ Hat mich noch neugieriger gemacht, als ich sowieso schon war ... (und ich musste sofort an den "Dunklen Turm" von Stephen King denken, keine Ahnung warum^^)
=> *lach* Mich hat das Genre auch überrascht. Icon_lachtot
Vermutlich wegen seine berühmten Revolverhelden. Icon_wink

Seine Haut Stück für Stück in Besitz nahm und sich bis in seine Seele kämpfte.
gefällt mir irgendwie sehr gut, der Satz ...

=> Dankeschön!

Die eingeschobene Erinnerung:
Ich kenn die Geschichte nur mit Erinnerung und ich finde sie an der Stelle passend ... sie hilft tatsächlich dabei, Chonely besser zu verstehen, ein zu ordnen ... gleichzeit lässt sie aber durchaus noch Interpretationsspielraum (will sich Adam an den Indianern rächen, oder fühlt er sich von seinem Vater verraten, oder ist er einfach nur verbittert ...)

=> Danke für die Anmerkung. Ich war lange unsicher, ob nun gut oder nicht. Ursprünglich hat man über einen Hintergrund nichts erfahren, ich wollte den Fokus allein auf Adams Gefühle haben, vor allem weil ich dachte, den Hintergrund kann man sich denken, bzw. ist gut, wenn man sich selbst erdenken muss. Jetzt bin ich mittlerweile auch mit Erinnerung zufrieden, auch durch solche kleine Bestätigungen, wie du sie mir wieder gegeben hast. Icon_smile

Geniales Ende ... er hat das Kind (oder das was er als Kind ansieht, was aber eigentlich sein Gewissen, seine Menschlichkeit ist) in sich direkt mit getötet ...
=> genau!

Wichtig ist das Bild, das du uns von Adam, von seiner Gefühlwelt lieferst, von den letzten Zügen seines inneren Kampfes. Und das ist dir sehr gut gelungen!^^
=> Dankeschön!

Er tötet den letzten Rest seiner Menschlichkeit um Ruhe zu finden, um seinen aufgewühlten Geist zu töten ... aber eigentlich ist es nur ein "Weglaufen" vor den schlimmen Erinnerungen, die er hat ... natürlich wurde ihm übel mitgespielt, aber sich in ein "Unleben" flüchten ... sich sogar symbolisch an "glücklichen Kindern" rächen (obwohl er ja eigentlich merkt, das das nicht richtig sein kann)
=> Das ist richtig, es ist ein weglaufen. Adam weiß, dass es falsch ist. Aber er schafft es nicht, nüchtern zu bleiben. Mit dem umzugehen, was in seinem Kopf ist und ihm scheinbar nur einen Ausweg erlaubt: Gefühlsmord.

da projeziert er doch alles was er nicht hatte (oder nicht zu haben glaubt) in dieses Kind ... (diese Stelle wäre auch möglicherweise ausreichend gewesen, ohne Erinnerungen, denn sie liefert uns ja Anhaltspunkte ... aber das kann ich jetzt wie gesagt nicht mehr beurteilen Icon_wink)
nicht das Kind in ihm ist Rost, sondern er selbst, sein Denken und Fühlen ist verrostet ...

=> *lach* Sehr schön! Icon_wink Super interpretiert. Ja, er projiziert ein wenig. Empfindet das Kind ein wenig als Hohn, als weiteren Grund wütend sein zu müssen - auf die Welt und auf das, was ihm nie gegeben wurde.

Du bringst mich ins Grübeln ... und das ist sehr positiv
Begeistert haben mich auch deine Einwürfe
Hier gehen Adams Gedanken schon fast ins lyrische, sind auf jeden Fall sehr verdichtet ...
Überhaupt ist Adams Seelenleben überaus verdichtet, nimmt den Leser mit, obwohl du ja eigentlich nur eine Momentaufnahme, kurz vor dem endgültigen Ende zeigst ...

Smiley_emoticons_blush - Wieder Dankeschön. Ich finde es so toll, dass dir die Geschichte gefällt und auch die Einzelheiten, die ich mir diesmal abgerungen habe! Ich danke dir hier nochmals herzlich für deinen Kommentar, der so ausgearbeitet ist, wie man sie es in aller Form nur wünschen kann. Sehr mühevoll! - Wirklich toll! Bin sehr glücklich und begeistert. Danke fürs Lesen und ausführliche Kommentieren! Icon_smile

@ Teja
Ich freue mich wirklich immer wieder sehr, dich unter einer meiner Geschichten zu finden. Mir immer wieder ein vergnügen. Icon_wink

endlich mal wieder was von dir zu lesen. Oder bin ich nur zu blind, die Sachen zu finden? Egal. Ich fang mal an.
=> Ich stelle ja nicht sehr viel ein. Neben Seelenfeuer ist auch nichts aktuelles derzeit.

Von der Arbeit wird keine Haut braun, oder (Na gut, außer man ist Gerber) ? Meist wird die Haut bei der Arbeit braun. (Worte klaubt)

Hm. Rost nagt eigentlich nicht so wirklich …
Über Jahre und Jahrzehnte, klar, aber in wenigen Augenblicken …
(Haare spaltet)

=> Ich verstehe natürlich was du meinst, aber ich wüsste nicht, wie ich es noch dümmer ausdrücken könnte. Mir fallen keinen wirklich brauchbaren Alternativen ein und daher hoffe ich, es ist nicht ganz so schlimm.

Ein Bündel, ein Gefühl, das kaum wert war, gelebt zu werden und sich doch hartnäckig weigerte, aufzugeben.
Geiler Satz! Ein richtig geiler Satz!

*grins* - DANKE!

Das will mir nicht so recht gefallen, weil ich keinen Sinn damit verbinden kann. Wie wär’s mit: „Ich darf alles, ich bin ein Rostkind!“, schrie Adam … oder so ...
=> Das passiert leider bei der Geschichte, die ja leider nicht ganz so leicht verständlich ist. Nicht er, ist ein Rostkind. Er bezeichnet seine Gefühle, also das Kind in sich so, da er es mit Rost gleichsetzt. Dem der Waffe.

Jahrelang hatten Schmerz und Trauer ihn geschändet, so wie der Rost den Colt, dennoch funktionierten sie beide. Zerstört und doch heil genug geblieben, um weiterhin zersetzt zu werden. Adam würde nicht zusehen, wie er selbst zu nichts als einem gebrochenen Mann wurde, der an seinen Gefühlen erstickte!

Trauer und Schmerz waren wie die fortwährende Zerstörung der Waffe, die nie hätte so aussehen dürfen.
- diese zweit Stellen als Erklärung.

So, eine schöne, schnelle Geschichte, ein interessanter Hintergrund und: Vor dem Thema des Wettbewerbs ist die Auslegung des Themas klasse. Endlich mal nicht „Alte Liebe rostet nicht“ oder der ‚Rost der Zeit“ usw.
Supergut.

=> Ich wollte was machen zu diesem Thema, dass ich noch nicht irgendwo gelesen hatte. Hab mich über die Idee auch gefreut. Zwar das Motiv und das "Was" nicht ganz unbekannt, aber ich hoffte hinreichend neu in der Umsetzung.

Ist leider nur ein ganz kurzes Kommi geworden und wird der Geschichte nicht gerecht, denn ich find die Geschichte klasse. Hättest mindestens ein „gut“, vielleicht sogar ein „sehr gut“ von mir gekriegt.
=> Danke für das dicke Lob, das Lesen und Kommentieren! Freu mich von dir zu hören, dass es dir gefallen hat!

@ Meluse
Ich war ja eine Weile nicht mehr hier. Dann komm ich wieder online und was finde ich? Eine neue Geschichte von dir!
Nun, ich konnte nicht anders als diese zu kommentieren. Du hast aber auch schon eine Menge an Kommentaren gesammelt...

=> Hab mich sehr gefreut, wieder etwas von dir im Forum zu hören! Natürlich auch direkt unter meiner Geschichte.

Ich fange einfach mal mit den stilistischen Sachen an. Wie auch deine anderen Geschichten, ist diese hier ebenfalls voller herrlicher Formulierungen. Es verwundert mich immer wieder wie abwechslungsreich dein Wortschatz ist und dann klingt alles noch so ausgewogen und, ach du weißt schon was ich meine.
=> Danke für dein tolles Lob. Wobei ich anderer Meinung bin, was meinen Wortschatz angeht, aber ich bemühe mich. Freu mich, dass dir die Formulierungen wieder gefallen haben!
Danke für den Tippfehler. - Habe verbessert.

Zwischen hunderten Menschen konnte er stehen, sich in der Menge verlieren, doch dem Colt war Einsamkeit etwas, das in ferne Gestade rückte.
Ich glaube hier meintest du eher „mit dem Colt“ oder?

=> Nein, ist schon richtig wie es hier steht. Dem Colt war Einsamkeit etwas, dass in feine Gestade rückte.

Also der Junge hat vor drei Jahren seinen Vater verloren. Er wurde ermordet. Ich vermute es ist so etwas wie ein Überfall gewesen. Vielleicht kannst du diesen Teil für solche unwissenden Leute wie mich näher erläutern.
=> die anderen wissen auch nicht mehr. Der Überfall ist hier nicht näher herausgearbeitet als in der Erinnerung. Ich arbeite derzeit an einer Geschichte, aus der Sicht eines Cherokees der bei dem Überfall dabei gewesen war. - Vielleicht wird die dir dann später weiter helfen.

Jetzt ist er selbst zum Mörder geworden. Fragt sich, warum. Warum muss ein Mensch solch eine sinnlose Tat begehen, wie den Mord an zwei Kindern. Ich denke die Antwort, die die Geschichte auf diese Frage gibt ist die: Er will gegen all die Gefühle in ihm ankämpfen, gegen den Schmerz, der ihn immer wieder runterzieht. Er will kein „gebrochener“ Mensch sein. So nimmt er sich die Menschlichkeit indem er die Kinder tötet.
=> Richtig! Icon_wink Eigentlich tötet er ja nur ein Kind. Das andere ist sein Gewissen.

Ich finde es gut, dass du seine Gewissensbisse am Ende nicht hast Überhand nehmen lassen. Denn dann hätte die Geschichte viel an Überzeugungskraft und ja, Dramatik verloren. Sie würde kaum so zum Nachdenken anregen.
=> Die Gewissensbisse sind zwar vorhanden, aber durch diese alles beherrschende Wut weit in den Hintergrund gerückt. Dort, wo Adam jetzt angekommen ist, kann er gar nicht mehr handeln, wie er es als normal denkender Mensch tun würde. Was es wirklich gebracht hat, wird in einer Folgegeschichte geklärt, in dem man durch John Gales mehr über Adams Schicksal erfährt. - Ich arbeite noch dran. Icon_wink

Danke für dein Lob und den ausgearbeiteten Kommentar! Hab mich sehr über deine Mühe gefreut!

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
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Beitrag #26 |

RE: Totgelebt 1874 (O.H)
Hey Sternchen,
dein "Soweit das Leben trägt" hat mich so neugierig gemacht und so werde ich nun auch noch "Totgelebt" kommentieren. Icon_smile

Zitat:diese Geschichte ist dem Wettbewerb gewidmet. Da ich in der Jury bin, stelle ich es nicht als Wettbewerbsgeschichte ein. Wünsche viel Spaß beim lesen und im Wilden Westen.

Darf ich fragen, welcher Wettbewerb? "Rost"?

Zitat:1874: Irgendwo in Ohio ...

Siehe anderer Kommi. Icon_wink Aber da du ja gesagt hast, du wirst vielleicht noch einen Ort erschaffen, warte ich das jetzt mal so ab.

Zitat:Staub wirbelte durch die Luft, beschmutzte seine verschwitzte und von Feldarbeit braun gewordene Haut.

"gebräunte"?

Zitat:Mach das nicht, flehte eine Stimme tief in seinem Herz, doch Adam schüttelte bloß den Kopf.

"Tu das nicht" klingt für mich besser.

Zitat:Mit seinen vierzehn Jahren war er mehr Mann, als er sich oft wünschte.

Komma weg. Und außerdem: Warum sollte er sich wünschen, weniger Mann zu sein?

Zitat:„Wirst über Frauen herfallen. Männer töten und spüren, was es heißt, ´gesetzlos´ zu sein.“

"´gesetzlos`"

Zitat:Doch bot sich die Chance, das letzte bisschen Gewissen an der Seite dieser Männer auszutreiben und heute Abend würde es beginnen.

Vorschlag: "sich das letzte bisschen Gewissen..."

Und schon bin ich auch fertig. Also mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Fast so gut wie "So weit das Leben trägt". Pro Wunderschöne Wortwahl, stimmige Sprache und ein richtig unterhaltsamer Western.
=> Gern gelesen,
rex

"Für den Freund der Aufhellung behalten Wort und Begriff des >Volkes< selbst immer etwas Archaisch-Apprehensives und er weiß, dass man die Menge nur als >Volk> anzureden braucht, wenn man sie zum Rückständig-Bösen verleiten will. Was ist vor unseren Augen, oder auch nicht just vor unseren Augen nicht alles geschehen, was im Namen Gottes, oder der Menschheit, oder des Rechtes nicht wohl hätte geschehen können!"
Thomas Mann, Doctor Faustus (1947)

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Beitrag #27 |

RE: Totgelebt 1874 (O.H)
Ach ja Sternchen,
ich habe gerade etwas gelesen. Nämlich führten Indianer bei Regen keinen Krieg. Also ist die Erinnerungssequenz ein bisschen unlogisch. Icon_wink Ich weiß, ich bin kleinlich. Mrgreen

"Für den Freund der Aufhellung behalten Wort und Begriff des >Volkes< selbst immer etwas Archaisch-Apprehensives und er weiß, dass man die Menge nur als >Volk> anzureden braucht, wenn man sie zum Rückständig-Bösen verleiten will. Was ist vor unseren Augen, oder auch nicht just vor unseren Augen nicht alles geschehen, was im Namen Gottes, oder der Menschheit, oder des Rechtes nicht wohl hätte geschehen können!"
Thomas Mann, Doctor Faustus (1947)

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Beitrag #28 |

RE: Totgelebt 1874 (O.H)
Hi Sternchen,

wie schon irgendwo mal angekündigt, gibt es mich jetzt auch außerhalb der Fantasy unter Totgelebt Icon_smile
Allein für den Titel gibt es ein dickes Plus, das Wort liebe ich!
Mit Western dagegen kenne ich mich überhaupt gar nicht aus und hoffe einfach, dass ich reinfinde. Meine Textanmerkungen mache ich während des ersten Lesens und anschließend kommen allgemeine Anmerkungen.

Zitat: während die brauenen Augen des Siebzehnjährigen zum Horizont wanderten
»braunen«
(Ich mag solche Einschübe ja gar nicht, aber diesen hier finde ich noch annehmbar eingebracht, er fließt gut im Text mit)

Zitat: der sich in allen Schattierungen des Feuers über felsige Bergausläufer erhob. Zirpende Grillen begrüßten die heraufziehende Nacht.
Atmosphärisch starker Einstieg

Zitat: Staub wirbelte durch die Luft,
(bei deinen Geschichten neige ich, wie bei anderen guten Autoren, zu Kleinkrittelei, das weißt du ja *lach*): Wirbelt der Staub da einfach so? Oder wirbelt ein Windstoß ihn auf? Oder Adams Schritte? Vielleicht »Seine Schritte wirbelten Staub durch die Luft«, dann wäre die Beschreibung nicht so neutral, sondern würde Adam mit einbeziehen

Zitat: Angst pulsierte durch Adams Körper, trieb Schweiß aus jeder Pore. Mach das nicht, flehte eine Stimme tief in seinem Herz, doch Adam schüttelte bloß den Kopf.
Es gab kein Zurück.

Neugier beim Leser geweckt: Hat Adam Angst vor etwas, das Frank tun wird, oder hat er Angst davor, dass er selbst etwas tun wird / muss? Fleht er sich selbst oder Frank an? Und was ist in der Scheune? Schön, schön Icon_smile

Zitat: Nun aber fühlte er die Zweifel, die er bisher erfolgreich verdrängt hatte, wie Rost an sich nagen.
Hm … Frank ist ein Gesetzloser … Adam auch? Er ist auf die schiefe Bahn geraten, bereut es aber nicht, bisher. Vermutlich war es sein einziger Ausweg, um zu überleben. Oder vielleicht auch nur der leichteste Weg. Etwas in der Scheune schürt zum ersten Mal seine Zweifel

Zitat: Schrei nur, gab er dem Kind in Gedanken zur Antwort. Weine so viel du kannst, denn es werden deine letzten Tränen sein.
Ehrfürchtig zog Adam den Colt aus dem Gürtel

Steht Adam kurz vor seinem ersten Mord? Auf jeden Fall werden die folgenden Stunden ihn offenbar endgültig zum Mann machen.

Zitat: Ehrfürchtig zog Adam den Colt aus dem Gürtel und betrachtete stirnrunzelnd die alte Waffe seines Vaters.
Hm … »Ehrfürchtig« und »stirnrunzelnd« will für mich nicht so recht zusammenpassen. Die Stirnrunzeln tut man ja eher, wenn einem NICHT gefällt, was man sieht, aber bei Ehrfurcht sollte das nicht der Fall sein. Vielleicht den Gegensatz einbauen:
»Ehrfürchtig zog Adam den Colt aus dem Gürtel, aber der Zustand der alten Waffe seines Vaters ließ ihn die Stirn runzeln« …. ist sprachlich jetzt nicht gut, aber so in der Richtung eben.

Zitat: Jahrelang hatte der Colt in einer alten Scheune gelegen.
Noch eine alte Scheune? Oder die gleiche?

Zitat: Dreizehn Stück Vieh waren umgekommen. Rinder, die das Überleben der nächsten Monate hätten sichern sollen.
Vom Sprachgefühl her würde ich es eher umdrehen:
»Dreizehn Rinder waren umgekommen. Vieh, das ihr/das Überleben ...«
»Stück Vieh« liest sich nicht so schön, finde ich

Zitat: Oyo, wie ihn Indianer auch nannten.
fehlt da ein »die« vor »Indianer«? »wie ihn die Indianer auch nannten«? oder ist das Absicht?

Zitat: Starr blickte er auf die kleinen Wasseransammlungen auf dem Boden. [...]
Zwei große Schritte und er war bei ihm. Ein Pfeil ragte aus der Brust der gekrümmten Gestalt. Die Augen starr in den Himmel gerichtet. Groß und ungläubig.

Falls dich die Wiederholung stören, da lassen sich leicht Synonyme finden Icon_wink

Okee, Adams Familie ist durch einen Indianer-Angriff getötet worden – so interpretiere ich die Erinnerung einfach mal. Warum Adam überlebte, erfahren wir vielleicht noch. Auf jeden Fall wäre es ein Grund für ihn, sich mit der Hilfe von Gesetzlosen durchs Leben zu schlagen. Ein Leben, das bisher offenbar nicht besonders nett zu ihm war. Schaun wir mal, was in der Scheune ist und wie es Adams Leben noch schlimmer macht.

Zitat: Wahn kroch in ]b]rehbraune[/b] Augen.
Icon_igitt
Sorry, der musste sein *lach* Adams Augenfarbe kennen wir schon, aber … »rehbraun«, ernsthaft? Das klingt so kitschig. Und irgendwie … ich weiß, ich bin Laie, aber für mich so gar nicht Westernmäßig. Western sind Mustangs und Büffel, Rinder, Präriehunde, Wölfe, Bären, Sand, Staub, Gold ... aber keine Rehe Icon_ugly

Zitat: „Das Bevorstehende lässt sich besser genießen, wenn man nüchtern genug ist, die Augen offen zu halten.“
Ich weiß ja nicht, was noch bevorsteht, aber die Formulierung klingt für mich sehr gekünstelt. »Das Bevorstehende« … gut, ich weiß noch nicht, was für ein Typ John so ist, aber wie er das so sagt, klingt es arg gestochen. Vielleicht eher:
»Was jetzt auf dich/uns zukommt, lässt …«; klänge auch persönlicher, wenn er Adam direkt anspricht, was dann zu der Güte in seinen Augen passen würde

Zitat: Vertrauen zwang sich in die Seele des Jungen, wie eine Made sich in einen Augapfel frisst,
Herrlicher Vergleich! Pro

Zitat: Adam trank trotzig einen Schluck und blickte vorbei an der Schulter des Outlaws,
Also ich vermute mal, Frank, John und Adam gehören zur gleichen Gruppe. Outlaw finde ich sehr passend als Begriffe, deshalb würde ich oben im Absatz auch Frank schon als Outlaw bezeichnen und nicht als Gesetzlosen. Gibt mehr Western-Feeling

Zitat: Blutergüsse verunstalteten die helle, sonst makellose Haut.
*gnar* Warum muss Haut von Frauen – egal in welcher Zeitepoche sie leben und egal wie es um die sanitären Einrichtungen steht – immer »makellos« sein … *grgrgr*
Äh, also nicht gegen die Geschichte selbst gerichtet, sondern so allgemein regt es mich immer furchtbar auf. Männer haben Narben, wettergegerbte Haut, sind vom Leben gezeichnet, Pocken, Pusteln, Pickel, unrasierte, dreckige Gesichter, gelbe Zähne und wat weiß ich noch alles … und Frauen haben … makellose Haut. So, das musste raus, jetzt geht’s mir besser Icon_smile

Zitat: „Bist du sicher, dass du das willst, Junge?“, fragte John.
Adam nickte beinahe zu heftig. „Wenn das der Preis ist“, fügte er hinzu und wunderte sich über die Kraft in seiner Stimme, die ihn unwillkürlich schaudern ließ.

Ahja, also so eine Art Aufnahmeprüfung? Adam soll den Jungen töten, um zu beweisen, dass er töten kann, dass er bereit ist für diesen Weg, dass er keine Skrupel kennt.
Er selbst will es nicht wirklich, sieht aber offenbar keinen anderen Weg. Das Leben hat ihn zu dem gemacht, der er ist, zumindest redet er sich das ein.

Zitat: Männer töten und spüren, was es heißt, ´gesetzlos´ zu sein.
die Hervorhebung des »gesetzlos« finde ich überflüssig. Einfache Anführungszeichen werden ja normalerweise dann gesetzt, wenn das Wort in einer anderen Bedeutung verwendet wird. Ist hier aber nicht der Fall. Ich würde es vielleicht durch Kursiv-Schreibung betonen, weil ich mir vorstellen kann, dass Gale es auch sehr betont ausspricht, um es einfach Adam nochmal vor Augen zu führen.
Wenn du beiden einfachen Anführungszeichen bleiben willst, wären allerdings diese hier ‚‛ die richtigen, nicht die Akzentzeichen

Zitat: Doch bot sich die Chance, das letzte bisschen Gewissen an der Seite dieser Männer auszutreiben und heute Abend würde es beginnen.
Adam will also gewissenlos werden, will keine Gefühle mehr, keine Schwäche. Fühlt er sich vielleicht schuldig, weil er seiner Familie nicht helfen konnte / wollte? Ist er geflohen, hat sie feige sterben lassen? Und dieses Schuldgefühl, dieses schlechte Gewissen will er loswerden und glaubt, wenn er sich verhält wie Gale und seine Männer, dann wird er das schaffen?

Zitat: Seelenwund zog er erneut die alte Waffe aus seinem Gurt. Seine hohe, kantige Stirn legte sich in Falten, als er über den Lauf der alten Waffe strich.
das zweite »der alten Waffe« kann man weglassen, der Lauf lässt sich auch so Adams Colt zuordnen.

Zitat: Zwischen hunderten Menschen konnte er stehen, sich in der Menge verlieren, doch dem Colt war Einsamkeit etwas, das in ferne Gestade rückte.
fehlt da etwas? »doch mit dem Colt? Ansonsten versteh ich die Aussage nicht wirklich *lach*

Zitat: Trauer und Schmerz waren wie die fortwährende Zerstörung der Waffe, die nie hätte so aussehen dürfen.
Schöner Vergleich, der sehr gut Adams Gefühlswelt beschreibt. Schmerz und Trauer zerstören ihn (seiner Meinung nach), machen ihn schwach und nutzlos.

Zitat: Fox kam vor ihm zu stehen, warf die schluchzende Gestalt auf den Boden.
Seine Augen waren grün, unschuldig und verheult.

Hier ist der Bezug leicht schief. Da »Gestalt« weiblich ist, bezieht sich das »Seine« genau genommen auf Fox Icon_wink Vielleicht statt »Gestalt« eher »Junge« schreiben?

Zitat: Ein Kind, dem Leben so untreu und im Glück vergraben. Nicht wissend, was es in dieser Welt bedeutete, zu atmen.
Dem wärmenden Abklatsch eines Traumes vorbehalten.
Adam und tausend anderen Menschen gewidmet, als Hohn.

Die Aussagen sind für meinen Geschmack zu abstrakt, zu … philosophisch-pathetisch. Das mag ich persönlich gar nicht, ist aber natürlich Ansichtssache

Zitat: Ein Schuss!
Ein Sieg.
Zwei Morde.

Pro Sehr schönes Ende! (also »schön« im schriftstellerischen Sinne, nicht im moralischen *lach*)

Du beschönigst nicht und versuchst nicht, das Verhalten deiner Figuren zu rechtfertigen. Keine Ausflüchte a la »Aber er muss das tun, weil *handwedel*«. Die Männer rauben und vergewaltigen und du sagst es. Das gefällt mir sehr gut, denn es ist ehrlich. Und auch Adam zeichnest du nicht als willenlose Marionette, die diesen Jungen eben umbringen MUSS, sondern Adam entscheidet sich selbst, trotz aller Zweifel, für diesen Mord. Er tut es. Obwohl er sich selbst gerne aufhalten würde.
Nun, jemand, der einen Junge umbringt, ist zwar nicht sympathisch (zumindest für mich nicht), aber durch diese Ehrlichkeit trotzdem überzeugend.
Adam wägt ab, was er erreichen will und welchen Preis er dafür bereit ist zu zahlen. Vermutlich wird ihn der Mord an dem Junge nicht unbedingt glücklicher machen, vermutlich (so wie ich dich kenne) wird er sogar daran kaputtgehen. Aber letztendlich war es seine freie Entscheidung – auch wenn sein Leben und die Umstände ihn in diese Richtung gedrängt haben mögen.
Seinen Konflikt stellst du auch gut dar, die Zweifel, das Zögern. Da lässt sich nix meckern.

Was mir allerdings so ein klein wenig gefehlt hat (das überrascht dich vermutlich nicht) ist ein bisschen Hintergrund. Nicht viel – nur eine Andeutung, was denn nun mit Adams Familie passiert ist, bzw. wie er das Ganze überlebt hat. Ist er von den Indianern verschleppt worden? Hat er für seine Familie gekämpft, wurde bewusstlos und als tot liegen gelassen? Oder ist er geflohen, hat sich versteckt?
Das fände ich wichtig zu wissen, um seinen Charakter besser einordnen zu können. Aber da es noch weitergeht mit Adam, könnte das auch später noch aufgegriffen werden.

Für mich hältst du das Gleichgewicht zwischen konkreten Beschreibungen, Handlung und Gefühlswelt Adams sehr gut, nur zum Schluss, an der einen angemerkten Stelle wird es mir zu viel vergrabenem Glück (wobei das Bild gut in ein Westernsetting passt, finde ich), Träumen und Hohn.

Wenn ich im Nachhinein drüber nachdenke, fehlt mir ein wenig die Setting-Beschreibung, bzw. die Umgebung. Sind da nur Adam, Frank und John? Vermutlich … sind sie mit Pferden da? Liegen die Leichen von Vater und Mutter noch irgendwo rum? Gab es vorher einen Kampf, aus dem Adam sich rausgehalten hat?
Wie gesagt, für die Geschichte selbst stört es nicht, dass die Informationen nicht da sind, aber wenn ich versuche, mir ein allgemeineres Bild zu machen, tauchen doch ein paar Fragen auf.

Flüssig und stimmig zu lesen, leider zu kurz, um richtiges Western-Feeling aufkommen zu lassen, als Einstieg für etwas Längeres über Adams Leben aber auf jeden Fall ein »Lust auf Mehr«-Macher Icon_wink

Liebe Grüße
Lanna

»Couldnʼt you crawl into a bush somewhere and die? That would be great, thanks.« (Alistair, Dragon Age)

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