Es ist: 09-04-2020, 20:31
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Totgelebt 1874 (O.H)
Beitrag #1 |

Totgelebt 1874 (O.H)
Hallo zusammen,

diese Geschichte ist dem Wettbewerb gewidmet. Da ich in der Jury bin, stelle ich es nicht als Wettbewerbsgeschichte ein. Wünsche viel Spaß beim lesen und im Wilden Westen.


Totgelebt
~*~ ~*~ ~*~ ~*~


1874: Irgendwo in Ohio ...

Die Kälte kroch an Adams Beinen empor wie lähmendes Schlangengift. Unter dem Druck sporenbesetzter Wildlederstiefel knirschten kleine Steine, während die brauenen Augen des Siebzehnjährigen zum Horizont wanderten, der sich in allen Schattierungen des Feuers über felsige Bergausläufer erhob. Zirpende Grillen begrüßten die heraufziehende Nacht.
Ein Abend, der alles verändern würde und sich gleichzeitig in den Alptraum seines Lebens fügte.
Fast sehnsüchtig wanderten seine Finger über den Colt. Staub wirbelte durch die Luft, beschmutzte seine verschwitzte und von Feldarbeit braun gewordene Haut.
„Nun, Chonely, bereit?“, erklang eine grimmige Stimme in seinem Rücken, die Adam stehen bleiben und über die Schulter zum Blockhaus zurückblicken ließ. Stirnrunzelnd sah er in das narbengezeichnete Gesicht von Frank Fox, der auf der angebauten Veranda saß. Die grauen Augen des Gesetzeslosen funkelten selbst in der Dämmerung wie die einer Katze. Seine spitze Nase rümpfte sich, als er eine Flasche Whiskey daran führte und roch. „Billiger Fusel“, schimpfte er und strich sich durch das verfilzte, kinnlange Haar.
Adam nickte als Antwort und Fox grinste breit. Er stellte die Flasche zurück auf den Tisch, erhob sich aus dem Stuhl und verschwand vorfreudig händereibend in Richtung Scheune. Angst pulsierte durch Adams Körper, trieb Schweiß aus jeder Pore. Mach das nicht, flehte eine Stimme tief in seinem Herz, doch Adam schüttelte bloß den Kopf.
Es gab kein Zurück.
Einen Weg in die Vergangenheit, eine Gelegenheit, alles zu verändern, hatte er sich nie gewünscht. Nun aber fühlte er die Zweifel, die er bisher erfolgreich verdrängt hatte, wie Rost an sich nagen. Der letzte Aufschrei des weinenden Kindes in seinem Inneren. Ein Bündel, ein Gefühl, das kaum wert war, gelebt zu werden und sich doch hartnäckig weigerte, aufzugeben. Schrei nur, gab er dem Kind in Gedanken zur Antwort. Weine so viel du kannst, denn es werden deine letzten Tränen sein.
Ehrfürchtig zog Adam den Colt aus dem Gürtel und betrachtete stirnrunzelnd die alte Waffe seines Vaters. Rost zog sich über den Lauf bis zum Abzug hinab. Der Siebzehnjährige hatte sie nie abgefeuert. Jahrelang hatte der Colt in einer alten Scheune gelegen. Unter Staub begraben, der nun auch an seinen Fingern klebte. Sich empor zog wie eine Seuche. Seine Haut Stück für Stück in Besitz nahm und sich bis in seine Seele kämpfte.
Metallisch schmeckende Ewigkeiten.

Der Regen hielt an. Tagelang. Der Ohio River war zu einem reißenden Fluss geworden. Und auch hier, eine Meile entfernt, hatten sich Sturzbäche gebildet, überschwemmten die Weiden der Ranch. Dreizehn Stück Vieh waren umgekommen. Rinder, die das Überleben der nächsten Monate hätten sichern sollen. Adams Vater war der Verzweiflung nahe. Wie ein alter Säufer lehnte er mit dem Rücken an einem Koppelpfahl, unweit des einfachen Holzhauses. Das Gesicht abgewandt, seine Schultern schlaff. Eine gebrochene Gestalt.
Die Zeiten waren schwer. Zu schwer für einen Mann, der Frau und Kinder zu versorgen hatte. Vor allem hier, im ehemaligen Siedlungsgebiet der Cherokee. Ein Indianerstamm, der sich beharrlich weigerte, die Umsiedelung in die Reservate westlich des Mississippi Rivers zu akzeptieren.
„Kommst du rein? Mutter wartet“, fragte Adam vorsichtig. Mit seinen vierzehn Jahren war er mehr Mann, als er sich oft wünschte. Abwartend beobachtete er seinen Vater, der seine Worte zu ignorieren schien.
„Vater?“ Adam stieg über die letzte Stufe hinab. Der aufgeweichte Boden fühlte sich an wie die Sandbanken des Ohio Rivers, an dessen Ufer er mit seinen Schwestern oft gespielt hatte. Oyo, wie ihn Indianer auch nannten.
„Vater!“ Seine Stimme klang nun drängender. Adams Herz begann wild zu klopfen. Starr blickte er auf die kleinen Wasseransammlungen auf dem Boden. Braun.
Und rot.
„VATER!“
Zwei große Schritte und er war bei ihm. Ein Pfeil ragte aus der Brust der gekrümmten Gestalt. Die Augen starr in den Himmel gerichtet. Groß und ungläubig. Immer noch spiegelte sich Schmerz in seinen Pupillen.
Mit einem sirrenden Laut zischte etwas an Adam vorbei. Hitze verbrannte seine Haut. Der Feuerpfeil schlug in das Holz der Hütte. Unzählige folgten.


Krampfhaft schlossen sich seine blutleeren Finger fester um das kalte Metall, bis die Knöchel wie stumpfe Knochensplitter aus seiner Hand hervortraten. Wahn kroch in rehbraune Augen. Adam schluckte schwer, kämpfte mühsam um seine Beherrschung und ließ die Waffe zurück in den Gurt gleiten. Mit schnellen Schritten lief er die wenigen Treppen der Veranda empor zu Tisch und Flasche.
Vollgefülltes Seelenheil.
„Das Bevorstehende lässt sich besser genießen, wenn man nüchtern genug ist, die Augen offen zu halten.“ John Gales lächelte, als er vollständig aus der Türe getreten war. Seine freundlichen, gütig schimmernden Augen musterten Adam wie ein Vater den Sohn. Vertrauen zwang sich in die Seele des Jungen, wie eine Made sich in einen Augapfel frisst, doch das eindringliche Schluchzen, das er plötzlich hörte, bot mehr Widerstand als alle in sich gesammelte Vernunft.
Adam trank trotzig einen Schluck und blickte vorbei an der Schulter des Outlaws, der sich Hemd und Hose zurechtschob. Aufmerksam musterte der Siebzehnjährige den spartanisch eingerichteten Raum, bis er das Mädchen gefunden hatte. Zitternd saß es in der hintersten Ecke des Raumes. Völlig aufgelöst, die Arme um den schmalen, nackten Körper geschlungen. Blutergüsse verunstalteten die helle, sonst makellose Haut.
Adam fluchte innerlich und trank erneut. Er wollte nicht empfinden, was sich in ihm ausbreitete. Nicht anerkennen, dass er nichts als Ekel für diesen Mann und Mitleid für das Mädchen empfand. Wie eine Krankheit würden diese Gefühle sich immer weiter um seinen Hals ziehen, bis er am Strick seiner eigenen Emotion baumelte.
Totgelebt! Ins Grab gefühlt!
Jahrelang hatten Schmerz und Trauer ihn geschändet, so wie der Rost den Colt, dennoch funktionierten sie beide. Zerstört und doch heil genug geblieben, um weiterhin zersetzt zu werden. Adam würde nicht zusehen, wie er selbst zu nichts als einem gebrochenen Mann wurde, der an seinen Gefühlen erstickte!
Unleidlich wurde er sich Gales verdammt durchdringenden Blicks bewusst und hoffte, von dem in sich getragenen Chaos würde nichts in seinen Augen zu sehen sein.
Ein Schrei jagte durch die Luft und Gales wandte sich ab, blickte zu Fox, der einen Knaben über den Boden schleifte, kaum älter als zehn.
„Bist du sicher, dass du das willst, Junge?“, fragte John.
Adam nickte beinahe zu heftig. „Wenn das der Preis ist“, fügte er hinzu und wunderte sich über die Kraft in seiner Stimme, die ihn unwillkürlich schaudern ließ.
„Danach gibt es kein Zurück. Du wirst einer von uns.“ Der Mann mit dem kurzen schwarzen Haar wies in das Innere der Hütte. „Wirst über Frauen herfallen. Männer töten und spüren, was es heißt, ´gesetzlos´ zu sein.“ Zufriedenheit lag in seiner Stimme und Adam sah ihn prüfend an. Die Ruhe seiner Augen versprach so viel mehr als seine Worte. Adam nickte. Das Wort „gesetzlos“ hallte in seinen Ohren. Er wollte sich nicht an Mädchen vergreifen, keine Männer ihren Familien entreißen. Doch bot sich die Chance, das letzte bisschen Gewissen an der Seite dieser Männer auszutreiben und heute Abend würde es beginnen. Er würde alle Gefühle aus seinen Gedanken tilgen. Emotionen, die ihn zerstörten und hierher gebracht hatten.
Seelenwund zog er erneut die alte Waffe aus seinem Gurt. Seine hohe, kantige Stirn legte sich in Falten, als er über den Lauf der alten Waffe strich. Zwischen hunderten Menschen konnte er stehen, sich in der Menge verlieren, doch dem Colt war Einsamkeit etwas, das in ferne Gestade rückte. Sein Seelenbruder. Gefangen im Rost, der nagend den Glanz zerstörte. Trauer und Schmerz waren wie die fortwährende Zerstörung der Waffe, die nie hätte so aussehen dürfen.
Fox kam vor ihm zu stehen, warf die schluchzende Gestalt auf den Boden.
Seine Augen waren grün, unschuldig und verheult. Ein Kind, dem Leben so untreu und im Glück vergraben. Nicht wissend, was es in dieser Welt bedeutete, zu atmen.
Dem wärmenden Abklatsch eines Traumes vorbehalten.
Adam und tausend anderen Menschen gewidmet, als Hohn.
„Bitte“, wimmerte der Knabe und blickte zu ihm empor. Sein Kinn bebte. Er begann zu zittern, als Adam den Lauf der Waffen auf seine Stirn richtete. Fox lachte und John Gales war neben ihn getreten. Der Siebzehnjährige konnte seinen zweifelnden Blick förmlich fühlen.
Mach das nicht!, bettelte die Stimme in ihm. Du darfst das nicht!
Ich darf alles!, schrie Adam in seinem Kopf. Taubheit besiegte Gefühl. Wimmernd stürzte der Schatten seiner selbst in ein tiefes, verschlingendes Loch. Verloren. Ebenso wie die kleine, blonde Gestalt vor ihm, die sich schluchzend krümmte. Adam krampfte die Finger.
Ein Schuss!
Ein Sieg.
Zwei Morde.

Vier Jahre später ...
So weit das Leben trägt (1) (1878 S.D.)
So weit das Leben trägt (2) (1878 S.D.)

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Beitrag #2 |

RE: Todgelebt
Hallo Sternchen,

ich kenn die vorherige Fassung und muss natürlich schon schauen, was du abgeändert hast.

Zitat:wie eine Schlage, die zischend nach Blut lechzte.
das Bild ist noch immer, für mein verständnis von Schlangen, nicht ganz passend. die sind weniger für Blutdurst bekannt.
vllt: wie eine Schlange, die mit ihrem Gift sie zu lähmen versuchte.

naja irgendsowas

Zitat:Unter dem Druck sporenbesetzten, Wildlederstiefe_
sporenbesetzter, Wildlederstiefel

Zitat:ächzten kleine Steine
hmm ... da stand doch mal was. wirkt unkommplett. mehr fällt mir jetzt auch nicht ein.

Zitat:Adams braune Augen wanderten über den Horizont, der sich in allen Schattierungen des Feuers über Felsen erhob
über ...DEN ... Felsen. irgendwas, was ihn näher beschreibt fehlt mir. sind das einzelne felsen oder sind das eher bergausläufer ... ?

Zitat:Adam nickte als Antwort
ich denke noch immer, dass es "zur" heißt

Zitat:und Fox, wie er unter seinen Kumpanen genannt wurde, grinste breit.
finds gut, dass er nicht mehr "the fox" heißt, aber nun ist es kein spitzname mehr, weil er so heißt. also kannst dir die erklärung sparen

Zitat:doch der Junge schüttelte bloß müde den Kopf
ich würd adam schreiben. sonst hast am ende 3 jungs. außerdem sind 17 jahre im wilden westen schon mehr als erwachsen

so durch ...

frage: warum möchte adam so werden? das wird nicht klar. zumindest für.

sooo was schreib ich jetzt? hab meine meinung ja schon persönlich erwähnt.
du hast vieles verbessert fürs verständnis und somit gefällt es mir noch n ticken besser, als zuvor.
wenn wir bewerten würden, bekämst ein gut ... für ein sehr gut hättest die FSK heben müssen ... aber du weigerst dich ja. Mrgreen

Gruß


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Beitrag #3 |

RE: Todgelebt
Hallo Jeronimus,

und danke für die Anmerkungen, ich hab verbessert.

frage: warum möchte adam so werden? das wird nicht klar. zumindest für.
=> Ja, mit der Frage musste ich rechnen. Ich hab mir aber keine Antwort zurechtgelegt. Ich glaube, ich könnte in die Geschichte viel einfließen lassen, um dieses Verhalten zu begründen: Schwieriges Elternhaus, verdammt schwarze Kindheit, ... das übliche eben, das Menschen in den Wahn treibt. Das wollte ich mir ersparen. Menschen reagieren unterschiedlich auf etwas, hier mag ich nichts vorschieben, um zu begründen.

wenn wir bewerten würden, bekämst ein gut ... für ein sehr gut hättest die FSK heben müssen ... aber du weigerst dich ja. Mrgreen
=> Vergewaltigungen schreib ich nicht aus. Und das wäre ja das einzige, mit dem ich die FSK heben könnte.
Mit einem "Gut", bin ich mit meinem Genreausflug sehr zufrieden.
Danke dir für die Hilfe und das Kommentieren. Hab mich sehr gefreut, auch tierisch über die Wertung.

Liebe Grüße,
Sternchen

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Beitrag #4 |

RE: Todgelebt
Hallo Sternchen endlich kann ich mal wieder etwas von dir lesen Icon_wink Dann will ich mal gleich loslegen hehe

Zitat:Die Kälte zog sich an seinen Beinen empor, wie eine Schlage, die zischend nach Blut lechzte.

Schlange

Zitat:Unleidlich wurde er sich Gales verdammt durchdringenden Blicken bewusst und hoffte, von dem in sich getragenen Chaos würde nichts in seinen Augen zu sehen sein.
Hmm das wort "verdammt" passt zwar sehr gut zu Adams gefühlslage aber irgendwie finde ich dass es nicht ganz reinpasst. Wie wäre es mi einem anderen betonenden wort? Intensiv, stechend, ... wobei das weniger betonende als vielmehr ergänzende worte sind.
Du weißt ja: alles nur vorschläge ^^

Zitat:Seelenwund zog er erneut die alte, rostige Waffe aus seinem Gurt.
Ja was haben wir denn hier? Eins meiner lieblingsworte Icon_jump Und mit sicherheit auch eines deiner Icon_wink

Zitat:Ein Schuss!
Ein Sieg.
Zwei Morde.
Schöner schluss. Gefällt mir gut. Insofern ich es richtig interpretiere *lach*

Aber nun erstmal ein paar abschließende worte Icon_smile
Du hast vorhin gemeint es sei emotionsüberladen und es stimmt auch. Die ganze geschichte trieft förmlich vor emotionen aber ich empfinde das nicht als negativ. Es passt in die stimmung und kaum eine beschreibung könnte Adams inneren zwist besser darstellen als diese starken gefühle die du veranschaulichst.
Er ist gerade mal siebzehn und hat eine entscheidung getroffen gegen die seine innere stimme spricht doch er hört nicht auf sie. Der schluss: Ein Schuss. Ein Sieg. Zwei morde. Gehe ich richtig in der annahme dass er sowohl den blonden jungen vor sich mit diesem einen schuss tötet als auch das kind in seinem inneren? Durch den schuss wird er nicht nur zum Outlaw sondern auch zum mann oder?
Deine story ist kurz aber alles andere als zu knapp geraten. Meiner meinung nach hat sie genau die richtige länge. Zu lang und es wäre vielleicht doch ein schuss emotion zu viel gewesen Icon_wink Schade dass du bei dem wettbewerb nicht mitmachen kannst denn mir hat die story auf jeden fall gefallen!
Was mir nicht so ganz klar ist ist die rolle des mädchens. Vielleicht hab ich etwas überlesen und nicht richtig verstanden aber was genau spielt die geschundene fremde denn nun wirklich für eine rolle? Und inwiefern veranlasst sie Adam zu seinem entschluss? Wenn sie das überhaupt tut ...?
Ich habs sehr gerne gelesen und finde es gut gelungen!

Ganz viele liebe Grüße *knuff*
Fay


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Beitrag #5 |

RE: Todgelebt
Hallo Fay,

danke für den Fehler, hab ich gleich ausgebessert. Toll, dass du mir jetzt noch einen Kommentar geschrieben hast. Hab mich sehr gefreut.

Hmm das wort "verdammt" passt zwar sehr gut zu Adams gefühlslage aber irgendwie finde ich dass es nicht ganz reinpasst. Wie wäre es mi einem anderen betonenden wort? Intensiv, stechend, ... wobei das weniger betonende als vielmehr ergänzende worte sind.
Du weißt ja: alles nur vorschläge ^^

=> Ich überlege es mir, bin mir noch nicht sicher. Danke aber fürs anmerken.

Ja was haben wir denn hier? Eins meiner lieblingsworte Icon_jump Und mit sicherheit auch eines deiner Icon_wink
=> Ja, Jero meinte, es wird langsam mein Markenzeichen, dass das Wort wo vorkommt. *g*

Aber nun erstmal ein paar abschließende worte Icon_smile
Du hast vorhin gemeint es sei emotionsüberladen und es stimmt auch. Die ganze geschichte trieft förmlich vor emotionen aber ich empfinde das nicht als negativ. Es passt in die stimmung und kaum eine beschreibung könnte Adams inneren zwist besser darstellen als diese starken gefühle die du veranschaulichst.
Er ist gerade mal siebzehn und hat eine entscheidung getroffen gegen die seine innere stimme spricht doch er hört nicht auf sie. Der schluss: Ein Schuss. Ein Sieg. Zwei morde. Gehe ich richtig in der annahme dass er sowohl den blonden jungen vor sich mit diesem einen schuss tötet als auch das kind in seinem inneren? Durch den schuss wird er nicht nur zum Outlaw sondern auch zum mann oder?

=> Alles ganz richtig, was du sagst. Er tötet den blonden Knaben und den Jungen in sich. Das symbolisiert nicht das er erwachsen wird. Nicht ganz. Er tötet mit dem Kind in sich sein Gefühl. So war es gemeint, aber ansonsten alles richtig.
Freu mich ganz toll, dass es dir gefällt und du es für "gut geworden" befindest.

Deine story ist kurz aber alles andere als zu knapp geraten. Meiner meinung nach hat sie genau die richtige länge. Zu lang und es wäre vielleicht doch ein schuss emotion zu viel gewesen Icon_wink Schade dass du bei dem wettbewerb nicht mitmachen kannst denn mir hat die story auf jeden fall gefallen!
=> Danke! *rot anlauf* Ich glaub auch, dass es schnell zu lange geworden wäre, durch die Schwere an Gefühlen.

Was mir nicht so ganz klar ist ist die rolle des mädchens. Vielleicht hab ich etwas überlesen und nicht richtig verstanden aber was genau spielt die geschundene fremde denn nun wirklich für eine rolle? Und inwiefern veranlasst sie Adam zu seinem entschluss? Wenn sie das überhaupt tut ...?
=> Das Mädchen hat keinen bestimmten Grund. Zum einen ist es da, um John zu charakterisieren. Der sieht nett aus, fast vertrauenswürdig, würde im Hintergrund nicht ein Mädchen weinen, das vergewaltigt wurde. Zum anderen, zeigt es den Weg, den Adam da beschreitet. Gesetzlose, ... und veranschaulicht auch, wie schrecklich der Weg und die Gesellschaft ist, auf die er sich einlässt. Er gehört da nicht hin. Das sollten jedenfalls seine Gefühle auch zeigen.

Ich habs sehr gerne gelesen und finde es gut gelungen!
=> Danke für deinen Kommentar und die Kritik. Hab mich sehr gefreut.

*knuff*
Sternchen

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Beitrag #6 |

RE: Todgelebt
Hallihallo Sternchen,
endlich mal ein Mod, der sich traut, etwas zu dem Thema zu schreiben. Ich bin gespannt. Auch weil ich bisher noch nie so wirklich was von dir gelesen habe. Jaja, ich weiß, Asche auf mein Haupt.
Wie immer zuerst die Textchirurgie und dann das Fazit.

Zitat:Die Kälte zog sich an seinen Beinen empor, wie eine Schlage, die zischend nach Blut lechzte.
- ich muss Jero zustimmen, irgendwie passt die Schlange hier nicht so Recht. Wie leicht liegt es aber auch daran, dass der Name der Person fehlt, denn wenn da steht: "Die Kälte zog sich an Adams Beinen empor, wie ..." klingt es irgendwie besser.
Merkwürdig.

Zitat:Unter dem Druck sporenbesetzter Wildlederstiefel ächzten kleine Steine.
- *dem Druck der sporenbesetzen Wildlederstiefel - klingt besser, finde ich. Und hinter den Steinen fehlt mir noch was. Eine Erklärung was für Steine. Ist das Schotter, oder klettert er einen Bergpfad hoch ...?

Zitat:Staub wirbelte durch die Luft, (...)
- Warum?

Zitat:Von Stillstand befangen sah er in das narbengezeichnete Gesicht von Frank Fox, der auf der angebauten Veranda saß.
- Gibt es diese Wendung? Hab ich noch nie gehört. Meinst du, dass er still steht? Icon_confused

Zitat:Seine spitze Nase rümpfte sich, als er eine Flasche mit Whisky an seine Nase führte und daran roch.
- Hier hast du eine Dopplung drin.
* Seine spitze Nase rümpfte sich, als er eine Flasche Whiskey daran führte und roch.

Zitat:Adam nickte als Antwort und Fox grinste breit. Er stellte die Flasche zurück auf den Tisch, erhob sich aus dem Stuhl und rieb vorfreudig die Hände. Momente später verschwand der Gesetzlose in Richtung Scheune. Angst pulsierte durch Adams Körper, trieb Schweiß durch jede Pore.
- Ziemlich verwirrend. Wofür soll Adam bereit sein? Warum geht Fox jetzt? Und wieso hat Adam plötzlich Angst?

Zitat: Mach das nicht, flehte eine Stimme, tief im Herz, doch Adam schüttelte bloß müde den Kopf.

- *tief in seinem Herzen

Zitat:Ein Bündel, ein Gefühl, das kaum wert war gelebt zu werden und doch sich hartnäckig weigerte aufzugeben.
- *und sich doch

Zitat:Ehrfürchtig zog seine Rechte den Colt aus dem Gürtel und betrachtete stirnrunzelnd die alte Waffe seines Vaters.

- *g* Die rechte Hand betrachtet also die Waffe. Cool. Kann sie auch selber Zielen? Icon_wink

Zitat:Krampfhaft schlossen sich seine blutleeren Finger fester um das kalte Metall, bis die Knöchel wie stumpfe Knochensplitter aus seiner Hand hervorstachen.
- Au

Zitat:Wahn kroch in rehbraune Augen.

- Waum nicht in seine rehbraunen Augen?

Zitat: Vertrauen zwang sich in die Seele des Jungen, wie eine Made sich in einen Augapfel fraß, doch das eindringliche Schluchzen, das er plötzlich hörte, bot mehr Widerstand, als alle in sich gesammelte Vernunft.
- uh, Vertrauen mit ner Made gleichzusetzen ist wirkich hart.

Zitat:Völlig aufgelöst, die Arme um den schmalen, nackten Körper schlingend.

- * die Arme um den schmalen, nackten Körper geschlungen.
Was hat der Kerl mit dem Mädchen gemacht?!

Zitat:Adam krampfte die Finger.
Ein Schuss!
Ein Sieg.
Zwei Morde.
- Was für ein Ende. Icon_shocked

So, hm, was sag ich jetzt? Es fällt mir etwas schwer die Geschichte zu bewerten, denn obwohl in den Inhalt interessant und gut finde, liegt mir die stilistische Umsetzung gar nicht. Die Sätze sind mir häufig zu wirr mit Formulierungen, die ich so noch nicht kannte.
Hm, ich bin wirklich zwiegespalten. Ich kann nicht sagen, dass es es schlecht ist, nur weil ich mit dem Stil nicht zurecht komme.
Bleiben wir daher bei dem Fazit, dass die Idee mehr hergegeben hätte, vor allem mehr Hintergrundwissen über Adam. Warum er da ist, wo er ist, wie er dahin gekommen ist, und warum er so krampfhaft versucht, ein Outlaw zu werden.
Ich denke mal, es geht um Rache, eine Rache, die nur dann ausgeführt werden kann, wenn man abgestumpft ist, da sie viele Tote erfordert. Wie gesagt, darüber hätte ich gerne mehr erfahren.
Ich hoffe, du kannst mit diesem Kommentar etwas anfangen.

Liebe Grüße
Addi

PS: Ich mag den Titel. Hat fast schon was Poetisches. Icon_smile

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

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Beitrag #7 |

RE: Todgelebt
Hallo Addi,

freu mich, dass du dich an den Text traust. Bin eigentlich sehr gespannt gewesen und dachte mir, dass vermutlich nichts sehr positives kommen wird.

- ich muss Jero zustimmen, irgendwie passt die Schlange hier nicht so Recht. Wie leicht liegt es aber auch daran, dass der Name der Person fehlt, denn wenn da steht: "Die Kälte zog sich an Adams Beinen empor, wie ..." klingt es irgendwie besser.
Merkwürdig.

=> Klingt jetzt sehr blöd, vor allem, weil ich sonst eher nicht so bin. Für mich hat das ein wenig was Surreales. Deshalb gefällt es mir auch. Es passt schön zur Geschichte. Na mal sehen. Ich warte hier noch ab, wie viele Leser das echt als unschön finden. Da kann ich mich fast nur auf Massenabfrage verlassen.

Von Stillstand befangen sah er in das narbengezeichnete Gesicht von Frank Fox, der auf der angebauten Veranda saß.
- Gibt es diese Wendung? Hab ich noch nie gehört. Meinst du, dass er still steht? Icon_confused

=> Meine ich, ja. Jetzt gibt es sie schon. *g*

- Hier hast du eine Dopplung drin.
* Seine spitze Nase rümpfte sich, als er eine Flasche Whiskey daran führte und roch.

=> Danke, den Vorschlag find ich toll. Icon_smile

- Ziemlich verwirrend. Wofür soll Adam bereit sein? Warum geht Fox jetzt? Und wieso hat Adam plötzlich Angst?
=> Ja, genau das soll sich der Leser fragen. Dann hab ich einen guten Job gemacht.

- Waum nicht in seine rehbraunen Augen?
=> Es gefällt mir so und ich glaub es ist gut verständlich. In meinem Stil wird man so was öfters finden, befürchte ich.

Die Sätze sind mir häufig zu wirr mit Formulierungen, die ich so noch nicht kannte.
=> Empfinde ich als Kompliment. Ich wollte hier "wirr" schreiben.

Bleiben wir daher bei dem Fazit, dass die Idee mehr hergegeben hätte, vor allem mehr Hintergrundwissen über Adam. Warum er da ist, wo er ist, wie er dahin gekommen ist, und warum er so krampfhaft versucht, ein Outlaw zu werden.
=> Hintergrund ist bei jeder Geschichte da. Wäre natürlich schön, da auch einmal was dazu schreiben. Im Vordergrund dieser Geschichte, steht aber nicht das davor, oder danach. Ich habe hier versucht, entgegen meiner sonstigen Art, sehr viel Emotion zu verpacken. Eine Entscheidung. Ein Moment, der alles verändert. Warum er das macht? - wie du siehst, sucht sich jeder das Bild aus, was ihm dazu passt. Es ist gegen meinen Willen gewesen eine abgekupferte Geschichte zu verwehrten von Wegen "Rache" etc. Das etwas passiert ist, ist klar. Mir gefällt die Geschichte verdammt gut. Auch der Aufbau. Sie komplett umzustellen und von Vergangenheit zu erzählen, kann ich nicht machen. Das wäre auch gegen meinen Geschmack. Von daher, kann ich leider mit deinen Anmerkungen dazu nicht viel anfangen.

Textliche Anmerkungen hab ich aber teilweise übernommen. Danke dafür. Icon_smile Schön, dass dir der Titel gefällt. Etwas. *lach* Hier hat es leider nicht funktioniert. Schade, aber kann man nichts machen.

Ganz liebe Grüße,
Sternchen

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Beitrag #8 |

RE: Totgelebt
hallo sternchen,

*freu* endlich mal was neues von dir. anscheinend nicht aus dem xerian-universum, ich bin gespannt ...

Zitat:narbengezeichnete Gesicht von Frank Fox,

netter name. Icon_smile

Zitat:flehte eine Stimme, tief im Herz

das liest so "allgemein". "in seinem Herz" würde ich schöner finden.

Zitat:Nun aber fühlte er die Zweifel, die er bisher erfolgreich verdrängt hatte, wie Rost an ihm nagen.

liest sich irgendwie nicht so schön. vorschlag:"Nun aber fühlte er, dass die Zweifel, die er bisher erfolgreich verdrängt hatte, wie Rost an ihm nagten."

Zitat:Totgelebt! Ins Grab gefühlt!

nur vier worte. aber vier geniale worte.

mehr textliches hab ich jetzt nicht gefunden.

ui, ein western, mal was ganz anderes.Icon_smile aber ein gefühlsbetonter western, der auch ganz gut im emotionen-genre stehen könnte.

deine geschichte dreht sich um adam, einen jungen mann. anscheindend hat er eine bewegte vergangenheit, von der wir leider nur andeutungsweise erfahren. ich denke mal, da ist einiges passiert, unter anderem auch mit seinem vater, sonst hätte der rostige colt nicht so eine bedeutung für ihn.
adam scheint einen inneren kampf auszutragen. er hört kinderschreie in seinem kopf die ihn verfolgen.
am ende erschießt er dann den jungen und bringt damit auch gleichzeitig das kind in seinem inneren um. symbolisch könnte das für sein erwachsenwerden stehen, erwachsen- und gesetzloswerden.
irgendwie fehlt mir da so ein bisschen was. gerade die erklärung für die kinderschreie, seine vergangenheit und was es für ihn bedeutet ein gesetzloser zu werden.
du beschreibst hier praktisch nur die schlüsselszene, die momente kurz bevor er den jungen erschießt, mir fehlt da irgendwie der hintergrund.

aber das was du geschrieben hast, hat mir sehr gut gefallen. seine gefühle sind klar geworden und auch die szenerie konnte ich mir recht gut vorstellen.

lg

Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
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Beitrag #9 |

RE: Totgelebt
Hallo Lady,

freu mich ganz doll über einen Kommentar von dir! An die Überarbeitung hab ich mich gleich gemacht. Addi hat auch gemeint, es fehlt Hintergrund. Ehrlich gesagt frag ich mich, ob der wirklich nötig wäre. Fände es schön, wenn du kurz drüberschaust, ob das jetzt echt etwas gebracht hat. Icon_smile

Totgelebt! Ins Grab gefühlt!
nur vier worte. aber vier geniale worte.

=> Danke. Mir gefällt die Stelle auch sehr gut.

ui, ein western, mal was ganz anderes.Icon_smile aber ein gefühlsbetonter western, der auch ganz gut im emotionen-genre stehen könnte.
=> Stimmt. Sehr emotionsbeladen.

aber das was du geschrieben hast, hat mir sehr gut gefallen. seine gefühle sind klar geworden und auch die szenerie konnte ich mir recht gut vorstellen.
=> Fein! Danke, ... ein tolles Lob. Icon_smile

Danke für die Anmerkung und die Kritik! Wenn die Änderung nichts gebracht hat, bitte schreien, denn dann nehme ich es wieder raus.

Liebe Grüße,
Sternchen

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Beitrag #10 |

RE: Totgelebt (überarbeitet)
hallo sternchen,

Zitat:Ehrlich gesagt frag ich mich, ob der wirklich nötig wäre. Fände es schön, wenn du kurz drüberschaust, ob das jetzt echt etwas gebracht hat.

wirklich nötig? keine ahnung. es ist ja eine kurzgeschichte und allein von der definition her braucht es den hintergrund wahrscheinlich nicht. aber ich hab ihn mir gewünscht um adams handlungen besser nachvollziehen zu können.
ich habs jetzt nochmal gelesen und adam ist jetzt für mich in ein anderes licht gerückt. bei der ersten version hab ich mir gedacht: okay, da wird wohl irgendwas in seiner kindheit passiert sein. das hätte alles mögliche sein können, das war mir irgendwie zu schwammig um eine begründung für sein handeln zu sein.

jetzt denk ich mir aber: er wird sich den gesetzlosen anschließen, um an den indianern rache üben zu können, um geübter darin zu sein, gefühle zurückzudrängen.

der hintergrund gibt mir einfach eine andere interpretationsmöglichkeit.Icon_smile

lg

Lady

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