Es ist: 03-04-2020, 23:49
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Engelbert und Julia
Beitrag #1 |

Engelbert und Julia
Ein Mann ist ein erwachsener Mensch; er ist männlichen Geschlechts. Die Mehrzahl von „Mann“ heißt „Männer“: Bei zusammengesetzten Wörtern, in denen das Wortbestandteil“ „-mann“ auftaucht, lautet das Plural aber „-leute“: Aus Seemann wird so „Seeleute“, um ein Beispiel zu bringen. Das Marssymbol ist das Symbol für den Mann. Es gibt auch eine Farbe, die männlichen Säuglingen zugeordnet ist, nämlich blau. Bei Mädchen ist es rosa.
Männer haben bei den Geschlechtschromosomen die Paarung XY. Das Y – Chromosom führt zur Entwicklung verschiedener Männlicher Körperteile. Männer besitzen Hoden, in denen die Spermien produziert werden. Männer besitzen die primären Geschlechtsmerkmale Penis und Skrotum. Während der Pubertät kommen verschiedene sekundäre Geschlechtsmerkmale wie Bartwuchs, Breite Schultern, tiefe Stimme und ein schmales Becken hinzu, um nur einige Beispiele zu bringen.
Die Soziologie beschreibt die Unterschiede im männlichen wie weiblichen Verhalten. Sie befaßt sich aber auch mit der Rollenverteilung von Mann und Frau.
Die Geschichte der Menschheit ist von der Vorherrschaft des Mannes geprägt. Das betrifft die Politik genauso wie die Familie und Gesellschaft. Dies wird oft religiös begründet. Viele Religionen predigen und praktizieren die Überlegenheit des Mannes. Männern wird eine größere Durchsetzungskraft und eine höheres Aggressionspotential nachgesagt. Bei Frauen sind die sozialen Fähigkeiten demgegenüber ausgeprägt.

Guten Tag, liebe Leser. Gestatten Sie, daß ich mich Ihnen vorstelle? Ich heiße Engelbert. Ich bin 45 Jahre alt, geschieden und Lehrer von Beruf. Ich wohne gerne in Vogelberg. Vogelberg ist eine hübsche Stadt, schön ruhig, typisch kleinstädtisch – bürgerlich. Geistig bin ich jung geblieben. Wenn ich nicht gerade zur Freiwilligen Feuerwehr, in den Kegelclub und zum Schützenverein gehe, höre ich gerne Musik, spiele gerne Skat mit Freunden und gehe sonntags nach dem Gottesdienst zum Frühschoppen.

Zur Männlichkeit zählen die Eigenschaften, die eine Kultur dem Mann zuschreibt. Erotische Ausstrahlung, Stärke und Zeugungsfähigkeit zählen auf jeden Fall dazu.
(Körper-)Kraft und rohe Sinnlichkeit zählen zu den physischen, also körperlichen Merkmalen, die einen Mann ausmachen. Es gibt aber auch charakterliche Merkmale, die einen Mann ausmachen. Abenteuerlust, Angriffslust, Mut, Risikobereitschaft, Dominanz, Führungsbereitschaft, Coolness und Gefühlskälte gehören dazu. Männer interessieren sich für technische und naturwissenschaftliche Themen. Schließlich können Männer abstrakt und logisch denken.

Warum ich geschieden bin, fragen Sie? Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten; es gibt keine eindeutige Antwort.
Ich sei schuld, behauptet meine Exfrau. Ich würde nie mit ihr ausgehen und ständig über den Schulheften hocken. Ich würde nie im Haushalt führen. Nie bringe ich den Müll hinaus. Ich putze keine Fenster und bügele nicht. Wozu auch? Das sind doch Aufgaben des Weibchen.
Das Ergebnis: Meine Frau ging mit einem Muskelprotz fremd. Er versprach ihr das Blaue vom Himmel, Reichtum, Luxus und Abenteuer. Als ich sie in den Armen des Muskelcowboys antraf, reichte ich die Scheidung ein.
Seitdem genieße ich das Leben. Dreimal in der Woche kommt eine Zugehfrau und macht sauber. Und habe ich einen Samenkoller, gehe ich in die Straße mit den Damen in den Schaufenster.

Eine Frau ist ein weiblicher und erwachsener Mensch. Weibliche Kinder und Jugendliche werden demgegenüber als „Mädchen“ bezeichnet. Der Begriff „Fräulein“ bezeichnet unverheiratete Frauen. Er gilt aber als veraltet und wird daher kaum noch verwendet. Man sagt ihm nach, er sei verunglimpfend.
Früher nannte man nur gesellschaftlich höherstehende Erwachsene und Verheiratete „Frau“. In der breiten Bevölkerung war dagegen das Wort „Weib“ üblich. Weil das Wort angeblich negativ besetzt ist, wird es heute kaum noch verwendet.

Hallo Leute. Ich bin die Julia. Sie möchten wissen, wer ich bin? Das erzähle ich Ihnen gerne. Ich bin 19 Jahre alt, 1,70 Meter groß und habe langes, blondes Haar. Körperlich bin ich voll entwickelt – ich sei eine Granate behaupten die Jungen. Ich habe in diesem Jahr mein Abitur geschafft. Und wissen Sie, wo? Auf dem Gymnasium von Engelbert. Bei ihm hatte ich Deutsch und Geschichte. Er hat mich in diesen Fächern durch das Abitur gebracht. Ich bin ihm sehr dankbar dafür. Er war immer da, wenn ich Nachhilfe brauchte. Ich brauchte nur meinen Dackelblick aufsetzen und mit den Augen klimpern und er half mir sofort.
Ich habe diese typisch weibliche Waffe gezielt eingesetzt. Engelbert ist ein richtiger Teddybär. In Deutsch hatte ich ihn seit der 8. Klasse, in Geschichte seit der 11. Klasse. Zuerst war es nur eine Jungmädchenschwärmerei. So wie andere Mädchen für Musiker schwärmen, so war es bei mir eben der Deutschlehrer. Die Liebe kam erst später dazu. Dabei ist Engelbert keine übermäßige Schönheit. Mittelgroß, Bauchansatz, Brille, korrekt geschnittene Haare, immer altfränkisch gekleidet – Engelbert könnte mein Papa sein. Oh, wie ich auf meinen Papa stehe....

Männer und Frauen unterscheiden sich durch ihren Chromosomensatz. Die Frauen haben zwei X – Chromosomen. Frauen haben andere primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale als Männer. Der Bau der Geschlechtsmerkmale orientiert sich an ihrer Funktion bei der Fortpflanzung.
Die sogenannte Eizelle ist die weibliche Keimzelle. Sie bildet sich im Eierstock. Je nach Lebensalter und Frau wird etwa alle 25 bis 30 Tage eine Eizelle aus dem Eierstock entlassen. Beim Geschlechtsverkehr kann sie dann befruchtet werden. Beim weiblichen Orgasmus wird Sperma vom Muttermund aufgenommen.
Nach der Zeugung trägt die Mutter das Kind dann aus. Das Kind wird nach neun Monaten geboren. Die weiblichen Brüste sind Milchdrüsen. Sie zählen zu den sekundären Geschlechtsmerkmalen. Nach der Geburt bilden die Brüste Muttermilch; die Mutter säugt das Neugeborene damit, bis es andere Nahrung aufnehmen kann.

Hallo, ich bin`s noch mal, die Julia. Habe ich Ihnen schon gesagt, daß ich jede Menge Kosmetik brauche? Morgens sitze ich eine geschlagene Stunde vor dem Spiegel. Ich habe da so einen seltsamen Flaum im Gesicht. Den muß ich entfernen. Dann kommt das Gesichtswasser. Lippenstift, Rouge, Wimperntusche und Wimpern sind als nächstes dran. Je nach Lust und Laune setze ich mir eine Perücke auf. Je nach Tagesform muß ich mich auch um meinen Busen kümmern ... er hängt dann so schlabberig an mir herab, als ob er gar nicht vorhanden wäre.

(Brief von Engelbert)

Lieber Hans – Jürgen,

ich schreibe Dir, weil ich gestern ein merkwürdiges Erlebnis hatte. Du weißt, daß bei uns Sommerferien sind .Also habe ich die freie Zeit dazu genutzt, einen Einkaufsbummel zu machen. Ich habe mir ein paar Fachbücher gekauft, ein neues Oberhemd, eine Krawatte und noch ein paar andere Kleinigkeiten.
Am Ende packte mich der Kaffeedurst. Die Sonne brannte, der Schweiß, der rann. Also setzte ich mich in ein Straßencafé. Und kaum hatte ich meinen Kaffee bestellt, setzte sich eine junge Dame zu mir. Julia heiße sie, stellte sie sich mir vor; sie habe in diesem Jahr ihr Abitur bei mir gemacht und zwar in Deutsch und Geschichte. Ich kann mich aber nicht an sie erinnern. Hans – Jürgen, Du bist doch Psychologe. Leide ich an Verkalkung, Amnesie oder Gedächtnisschwund?
Viele Grüße
Engelbert.

(Antwort)

Hallo Engel Bert,
(ich hoffe, Du erlaubst mir diesen kleinen Scherz) Wie sieht Juli aus? Beschreibe sie mir bitte. Hast Du Lust, Dich in einen Romeo zu verwandeln?
Dein
Han – SJ – ürgen

(Re: Antwort)

Hallo Hans – Jürgen,
ich bin schon längst zum Romeo geworden. Ich werde mich morgen mit Julia treffen. Zuerst gehen wir zu McMadonna eine Pommes essen und dann ins Kino.
Dein Engelbert.

(Julia, 2 Tage später)

Engelbert war gestern einfach nur peinlich.

(Vogelberger Generalanzeiger, 30.20.2017, Gesellschaftsnachrichten)

Engelbert ist Lehrer. Und eigentlich auch einer der Honoratioren unserer schönen Stadt. Doch gestern hatte er einen etwas seltsamen Auftritt.
McMadonna ist ein Speiselokal, in dem das schnelle Essen angesagt ist. So gegen 17 Uhr betrat Engelbert in Begleitung einer unbekannten, äußerst hübschen und vor allem jungen Dame das Lokal in der Vogelberger Innenstadt.
Sich dort eine mittlere Pommes rot/weiß, einen GroßerHungerburger und einen Spaghettiburger zu bestellten und sie mit Messer, Gabel und Löffel zu verspeisen, gehört dort nicht unbedingt zum Standard. „Woher soll ich wissen, daß junge Leute hier mit den Fingern essen. Ich bin doch noch nie hier gewesen,“ verteidigt sich Engelbert.
„Wirklich peinlich wurde es allerdings erst, als eine Gruppe großmäuliger junger Herren in das Lokal kam,“ berichtet Julia. „Ich gefiel ihnen offensichtlich. Also versuchten Sie, meine Aufmerksamkeit zu erregen.“ Was aber Engelbert mißfiel....
Zuerst gab es gegenseitige Beschimpfungen. Man bewarf sich mit Lebensmitteln, bespritzte sich mit Senf und Tomatensauce. Was sich eine Gruppe Boxsportler, die versehentlich getroffen wurde, nicht gefallen ließ. Nur die Küche überstand die anschließende Massenschlägerei ohne nennenswerten Schaden – sie besteht aus bruchsicherem Edelstahl.

(Litfaßsäulenaushang, 1 Woche später)

Ü 30 Party, Samstag, 1. Juli, Einlaß 19 Uhr, Beginn 20 Uhr, Scheune von Bauer Brodden)

(Engelbert)

Ob dort auch deutscher Schlager gespielt wird? Was ziehe ich nur an? Smoking? Oder Jeans und Jackett?

(Julia)

Ob Engelbert wirklich mitkommt? Er ist doch eigentlich viel zu alt dafür!

(Ostfriesische Kulturnachrichten, 10.3. 2017)

Bauer Brodden ist Geschäftsmann. Er ist nicht nur Bauer, sondern auch Konzertveranstalter. Ist die Ernte im Herbst eingefahren und kommt auch niemand mehr zum Urlaub auf den Bauernhof, beginnt die Konzertsaison. Die Scheune wird dann leergeräumt. Statt Heu und Stroh lagern lüftet Bauer Brodden eine Woche. Dann bringt er eine bar, eine Tanzfläche und die Technik für einen DJ in die Scheune. Und dann wird deutscher Schlager, Neue Deutsche Welle, Blues, Jazz, Reggae und guter alter Rock`n`Roll gespielt.
Engelbert heißt der Vorzeigebürger Vogelbergs. Seine beste Freundin sorgte dieses Jahr für Empörung für Verärgerung. „Ich langweile mich,“ sagte Julia schon nach kurzer Zeit. Sie verpaßte dem DJ einen Kinnhaken, setzte ihn so außer Gefecht. Die Folge: Nicht Heino oder die Wildecker Herzbuben wurden gespielt, sondern die phantastischen Vier und 50 Cent. “Mir tun jetzt noch die Ohren weh von dem Lärm,“ klagt Klaus – Jürgen, Engelberts bester Freund. „Jetzt spinnt Engelbert völlig. Sich eine so junge Tussi anzulachen! Wenn das mal gutgeht,“ stichelten viele andere Partybesucher. Und: „Wenn die mal echt ist.“

In vielen Kulturen gibt es eine Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau. Diese Arbeitsteilung besagt, daß Frauen reproduktive Arbeiten übernehmen, also beispielsweise Kinder erziehen, Alte und Kranke pflegen und kochen. Diese Arbeitsteilung zeigt sich auch im Berufsleben. Frauen üben überwiegend Erziehungs- und Ausbildungsberufe, Pflegeberufe sowie Verkaufs- und kaufmännische Berufe aus. Als die Segelschiffahrt noch den Männern vorbehalten war, gab es den Aberglauben, daß Frauen auf dem Schiff Unglück bringen. In Österreich werden Frauen und Töchter gelegentlich noch mit dem Titel ihres Gatten bzw. Vaters angesprochen. „Frau Doktor“, „Frau Hofrat“ und „Frau Direktor“ seien hier als Beispiele genannt. Frauen wird die Farbe rot zugeordnet. Das Venussymbol ist das Zeichen für Frauen.


(Julia)

Engelbert, Engelbert, du bist wirklich ein guter Mensch. Du machst alles, was ich dir sage. Du bist weiterhin einer der Honoratioren von Vogelberg, gehst zur Arbeit, engagierst dich kirchlich und gesellschaftlich. Und trotzdem findest du immer noch die Zeit, mich zu verwöhnen. Mal ist es eine Schachtel Pralinen, mal ein Partybesuch. Ich glaube, ich werde dich mal in ein paar Geheimnisse einweihen müssen...

(5 Minuten später)

(ringring)

Ja, hallo? Hier ist Engelbert!

Hier ist Julia. Sag mal, Ge- und Beliebter, hast du Samstagabend Zeit? Ja? Kannst du dann zur mir kommen?

Ich komme gerne. Ist denn was?

Nein. Ich wollte nur ein bißchen für uns kochen. Und danach können wir ja kuscheln, wenn du magst...


Unter die Virilität wird die männliche Stärke, die männlich – erotische Ausstrahlung und die Fruchtbarkeit des männlichen Körpers verstanden. Das lateinische Wort „virilis“ = „männlich“ bilden den Wortstamm für den Begriff Virilität.

(Engelbert)

Oh Mann, jetzt geht es los. Endlich.

(Julia)

Oh Mann, jetzt geht es los. Wie wird er wohl auf die Wahrheit reagieren?

(Engelbert)

Werde ich der Hengst sein, der sie richtig zureitet?

Transvestiten schlüpfen mittels Kleidung, Schmuck und Gestik in die Rolle des anderen Geschlechts. Transvestismus tritt oft bei heterosexuellen Männern in Erscheinung. Transsexuelle akzeptieren ihr natürliches Geschlecht nicht; Transvestiten tun dies. Transvestiten verfolgen in erster Linie auch keine sexuellen Ziele. Sie erleben die Verwandlung als lustvoll.
Glaubt man der Literatur, wurden die ersten kommerziellen Travestieshows im Paris des 19. Jahrhunderts gezeigt. Travestie ist heute als eigenständige Kunstform akzeptiert.

(romantische Atmosphäre bei Julia, festlich gedeckter Tisch, Kerzenschein, Essensduft, leise sanfte Hintergrundmusik)

Du, Engelbert, mein Schatz...

Ja, meine Liebe?

Ich muß dir etwas gestehen. Ich hoffe, du bist mir nicht böse deswegen.

So? Was ist es denn?

Ich bin ein Mann.

Nein!

Doch. Ich bin ein Transvestit. Ich bin der Bruder von der echten Julia, die dieses Jahr Abitur bei dir machte.

Beweise es!

(Die Hose sinkt und Engelbert erbleicht ob der Männlichkeit, die er zu sehen bekommt)

(Neue Pädagogische Quartalszeitschrift)

Den schwärzesten Moment in seiner menschlichen und beruflichen Laufbahn erlebte Engelbert, Lehrer aus Vogelberg. Seine Schülerin Juli machte in diesem Jahr sein Abitur in Deutsch und Geschichte bei ihm. „Sie ist ein ausgesprochen hübsches und vor allem: intelligentes Mädchen. Ich mochte sie gerne,“ gesteht Engelbert.
Noch in den Sommerferien trafen sie sich wieder. Aus anfänglicher Sympathie wurde ganz schnell Liebe. Doch zu Intimitäten sollte es nicht kommen. Julia mußte Engelbert gestehen, daß sie ein Julius, Julias Bruder und Transvestit ist. Nach den Motiven befragt, meint Julius nur: „Engelbert hat Julia im Abitur zu schlecht benotet.“


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