Es ist: 03-04-2020, 12:00
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Bar pulsen Blätter, rot
Beitrag #1 |

Bar pulsen Blätter, rot
Bar pulsen Blätter, rot
geschächtet durchs Abendland.

Zerzauste Äste. „Wo
sind all die Blumen hin?“ – Dann
gräbt sich Ruhe in den Blick.

(Daneben die Havarie in Rost:
Ahnung schmiert durch Kettenlager
Schweiß auf Geächz. Versengte Kiefer
mahlen Kobaltgrieß. Mumifizierte
Stromkästen klackern westwärts gen Nacht.)

Das Fallen ohne Laut.


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Beitrag #2 |

RE: Bar pulsen Blätter, rot
Hallo poLet,

habe dein Gedicht mit diesem außergewöhnlichen Titel nun schon mehrmals gelesen - und es gefällt mir mit jedem Lesen besser und besser.

Und: dieses Mal klingt es für mich mehr nach Zukunft, als nach Vergangenheit. Dystopie. Gerade die mumifizierten Stromkästen ... es hat alles einen Beigeschmack eines nuklearen Winters oder einer ähnlichen Katastrophe ... so Sätze wie "Wo sind all die Blumen hin?" - da wird einem beim Lesen eiskalt.

Auch die roten Blätter, geschächtet ... klingt für mich nach Zukunft. Vielleicht weil die Zerstörung der Natur eine der düsteren Zukunftsvisionen ist, die sich in so manchen Kopf zeichnet.
Auch die Lautlosigkeit, das Fallen ... das alles klingt so weit, so groß, so fatal wie es nur eine grotesk abscheuliche Katastrophe wie ein Atomkrieg sein könnte ... ich verbinde damit einfach Stille, Staub, Winter, Kälte, Verschleiß, Rost ...

Mir gefällts es einfach wahnsinnig gut!

Grüße

- Zack

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

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Beitrag #3 |

RE: Bar pulsen Blätter, rot
Heja Zack -

Deine lobeshymne freut mich sehr! :icon_gucker:
...
Ähem. Ganz im Ernst.
Zitat:Gedicht mit diesem außergewöhnlichen Titel
ok, auffällig vielleicht, ungewohnt, aber ein neuer versuch, schon den titel in das gedicht zu integrieren.
Zitat:Dystopie.
...so? Ah ja. Warum nicht?!
Zitat:... es hat alles einen Beigeschmack eines nuklearen Winters oder einer ähnlichen Katastrophe ...
...nuja, so schlimm eigentlich nicht; sagen wir: zeitenwende!
Aber die zukunftstendenz ins ungewisse, zerfallende, in "Rost" & maschinelle überbleibsel,
scheint mir gut getroffen!
Wie schrieb Shakespeare: "der Rest sei Schweigen".

Danke Dir herzlich!
poLet


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