Es ist: 21-10-2020, 06:30
Es ist: 21-10-2020, 06:30 Hallo, Gast! (Registrieren)


Stirbt der lange Satz?
Beitrag #1 |

Stirbt der lange Satz?
Hallo zusammen,

hier mal ein Artikel, über den ich letzte Nacht gestolpert bin, als ich mich schlaflos durch diverse Blogs geklickt habe:
Stirbt der lange Satz?

Ich persönlich benutze ja gern mal kurze, abgehackte Sätze, wenn's um längere Texte geht. Aber ich mag auch lange, verschachtelte Sätze mit vielen Nebensätzen, die man manchmal vielleicht drei- oder viermal lesen muss, um den Sinn dahinter zu verstehen.

Wie ist eure Meinung dazu?

... weil das Leben seltsame Wege geht ...

Der Sprung über den eigenen Schatten gelingt leichter,
wenn wir ihn für jemanden wagen,
der Licht in unser Leben bringt.
(unbekannt)

Eine Schattengestalt und ihre Schattengedanken


[Bild: 12.gif]

Webseite des Benutzers besuchen Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #2 |

RE: Stirbt der lange Satz?
Solange ich schreibe, glaube ich, gibt es noch Hoffnung für den langen Satz, der bewußt oder eigentlich auch unbewußt zu meinen liebsten Stilmitteln gehört, und von mir auch in der gesprochenen Sprache eingesetzt wird, sodaß ich ihn nicht als gekünstelt oder vergleichbares ansehe sondern so normal, daß ich manchmal gar nicht mehr weiß wo der Satz begann und wohin er führen soll...

In der Schule - ich hatte das Glück, in frühen Jahren eine ganz wunderbare Deutschlehrerin zu haben, der ich es zu verdanken habe auch im Ausland den Bezug zu meiner Muttersprache behalten zu haben - habe ich immer gelernt, "Subjekt-Prädikat-Objekt-Punkt" Sätze seien etwas, was "man nicht mache", da dies ein Indiz dafür sei, nicht sicher genug mit der Sprache umgehen zu können. Ich bemerke zunehmend, daß in vielen Kommentaren zu meinen Geschichten "lange Sätze" kritisiert und als Negativum gewertet werden, so wie auch manche grammatikalische Konstruktionen und der Einsatz von Fremdwörtern.

Ich frag mich nur, woran das liegt - an der Schnellebigkeit der heutigen Zeit oder an der mangelnden Sprachkompetenz/Sprachgefühl unserer Mitmenschen?

Icon_jump t.

Ich bin absolut dafür, daß man Narren von gefährlichen Waffen fernhält. Beginnen wir mit Schreibmaschinen. (Frank Lloyd Wright)

Prinzessin von Kagran

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #3 |

RE: Stirbt der lange Satz?
[Thema wurde ins Café verschoben.]


Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #4 |

RE: Stirbt der lange Satz?
Hi @ all,
ich denke, ein guter Text besteht aus einer gesunden Mischung aus langen und kurzen Sätzen. Mal einen Bandwurm, den man mehrmals lesen muss, zu haben ist okay, doch es soll ja nicht in Arbeit ausarten. Fremdwörter sind auch so eine Sache. Zu einfache Sprache ist nichts für mich, doch zu kompliziert und zu zahlreich sollten Fremdwörter nicht auftauchen. Damit der Leser auch versteht, was man ihm sagen will. Icon_wink

LG
Addi

PS: Ich kann ja mal die Einleitung meiner DA einstellen, dann seht ihr mal was ich mit zu komplexen Sätzen und Fremdwörterüberflutung meine. Icon_smile

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #5 |

RE: Stirbt der lange Satz?
Hi!Icon_smile

Hm ... meine kurzen Sätze sind im vergleiche zu diesen immer noch Bandwürmer Icon_shocked Ich kann mich nur anschließen, kurze, aneinander gereite, oft auch abgehackte Sätze, das klingt in meinen Ohren einfach nicht schön ... das lese ich nicht gerne und das schreibe ich auch nicht gerne (zwar kann man es mit den langen Sätzen etwas übertreiben, aber ein wenig Anspruch kann man schon an den Leser stellen, oder?Icon_wink).
Die "langen" Sätze verbinden den Text in sich, machen ihn fließend, man verharrt nicht an jedem Punkt ...
Deshalb kritisiere ich lange Sätze auch nur, wenn sie wirklich zu lang (zum verstehen) sind und auch das ist immer relativ!^^

Gruß vom Wanderer!^^

Die meisten Menschen haben überdurchschnittlich viele Arme und Beine ...

Wanderer zwischen den Welten und der
Weltenknoten

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #6 |

RE: Stirbt der lange Satz?
(10-11-2008, 20:50)Adsartha schrieb: PS: Ich kann ja mal die Einleitung meiner DA einstellen, dann seht ihr mal was ich mit zu komplexen Sätzen und Fremdwörterüberflutung meine. Icon_smile

Da vergleichst Du gerade Äpfel mit Birnen. Literarisches Schreiben hat mit wissenschaftlichem Schreiben ganz und gar nichts zu tun - einfach aufgrund der Voraussetzungen und Grundbedingungen: was soll vermittelt werden, wie soll es vermittelt werden und was ist von den Lesern zu erwarten.

Ich bin absolut dafür, daß man Narren von gefährlichen Waffen fernhält. Beginnen wir mit Schreibmaschinen. (Frank Lloyd Wright)

Prinzessin von Kagran

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #7 |

RE: Stirbt der lange Satz?
Hi nochmal,

@ wanderer: im Vergleich zu dem Beispiel sind alle Sätze kurz, was aber einfach daran liegt, dass das in dem Beispiel keine Sätze sind sondern einfach nur zwischen mehreren Hauptsätzen statt Punkte Kommata gesetzt worden sind.
Nimmt man dies als Vorbild, kann jeder lange Schachtelsätze schreiben. Icon_wink

@ talblick: Der Tatsache bin ich mir bewusst, doch auch in vielen wissenschaftlichen Arbeiten, sind Schachtelsätze arm und kurze, eintönige Sätze leider an der Tagesordnung.

-LG
Addi

"I wish a car would just come and fucking hit me!"
"Want me to hail a cab?"
"No, I'm talking bus!"  (The four faced liar)

Da baumelt die kleine Doktorspinne in ihrem Seidenreich und träumt von ihren Silberfäden.
[Bild: riverdance.gif]

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #8 |

RE: Stirbt der lange Satz?
Ich bin Addis Meinung. Eine gute Geschichte besteht auch für mich aus einer Mischung von kurzen und langen Sätzen. Allgemein glaube ich, geht der Trend nach kurz, doch es wird wohl wie eine Art Modebewegung sein. Irgendwann wird es wieder länger. Icon_smile
Ein hin und her. Ich denke aber nicht, dass so etwas wie "ein langer Satz" aussterben kann. Im Grunde wird er als Stilmittel genauso gebraucht wie kurze Sätze und viele gute Autoren sind sich darüber sicherlich auch noch bewusst.

Liebe Grüße,
Sternchen

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
Viele kleine Sternschnuppen

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #9 |

RE: Stirbt der lange Satz?
nettes Thema.

also ich schreib automatisch kurze Sätze und bin immer sehr überrascht, wenn es dann tatsächlich mal ein langer wird. Außerdem stimme ich Addie zu. Einen Punkt durch ein Komma zu ersetzen kann theoretisch jeder und da halte ich es dann mit nem Punkt. (Was nicht heißt, dass ihr, die langen Sätze schreibt, es so simple haltet.)

Sowohl der kurze, als auch der lange Satz hat seine Daseinsberechtigung und kann als stilistisches Mittel genutzt werden.
Wenn ich etwas beschreibe (landschaft, Aussehn u.ä.) finde ich lange Sätze gut, aber so, dass man sie eben nicht 7 Mal lesen muss um sie zu verstehen.
Wenn ich aber eine Horror-/ Thrillerpassage schreibe in der es gerade heftig zugeht, bestehe ich auf kurze Sätze. Die genause abgehackt und wild sind wie das Geschehen im Text.
Nichts ist schlimmer als unnötige Infos in Form von Relativsätzen, wenn man sich fürchten will, oder gebannt an der Handlung teilhaben möchte.

Aber ich gebe zu, dass ich gern mal längere schreiben würde, denn ich halte es unnötig simple und das gefällt mir selbst nicht.

Ich glaub die These, die langen Sätze würden aussterben, rührt daher, dass die Leute die gut schreiben und eben lange Sätze draufhaben, nicht die sind, die ihre Bücher veröffentlichen. Die Disziplinierten Menschen, die einen ganzen Roman fertigstellen können, sind eben nicht immer gute Autoren und die, die hier spitzen Texte abliefern, weil sie studieren oder sonst was um die Ohren haben, werden nie einen fertigstellen.
Außerdem werden viele Texte aus dem amerikanischen übersetzt und da kann das Original noch so genial sein, ein Romanübersetzer kann alles wieder zunichte machen. also meine Erfahrungen sind eher mit mittel, deshalb les ich gerade bei fantasy gern deutsche Autoren.

Gruß Jeronimus


Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #10 |

RE: Stirbt der lange Satz?
(11-11-2008, 12:03)jeronimus schrieb: Außerdem werden viele Texte aus dem amerikanischen übersetzt und da kann das Original noch so genial sein, ein Romanübersetzer kann alles wieder zunichte machen. also meine Erfahrungen sind eher mit mittel, deshalb les ich gerade bei fantasy gern deutsche Autoren.
Mich schaudert - die Sprache heißt immer noch "Englisch".
Doch hast Du absolut Recht mit dieser These, wobei (ausnahmsweise) die Übersetzer nichts dafür können - zumindest fast nichts. Das Sprachgefühl im Englischen ist ein vollkommen anderes und erlaubt (sic) nicht so viele "Satzbaukonstrukte". Natürlich wollen sich Übersetzer möglichst getreu ans Original halten, was leider zu Lasten der sprachlichen Qualität in der deutschen Übersetzung geht...

Icon_slash t.

Ich bin absolut dafür, daß man Narren von gefährlichen Waffen fernhält. Beginnen wir mit Schreibmaschinen. (Frank Lloyd Wright)

Prinzessin von Kagran

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste

Deutsche Übersetzung: MyBB.de, Powered by MyBB, © 2002-2020 MyBB Group.

Design © 2007 YOOtheme