Es ist: 06-08-2020, 19:11
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Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt
Beitrag #1 |

Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt
Die Vermessung der Welt

[Bild: 976_normal--kehlmann-d-die-vermessung-der-welt.jpg]

Ein Buch, von dem die Bestsellerlisten vermuten lassen, daß es jeder gutsortierte deutschsprachige Haushalt inzwischen in zumindest zweifacher Ausführung im Regal stehen hat...

Ausführliche Inhaltsangabe auf Wikipedia
Rezensionen auf perlentaucher.de


Klappentext
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts machen sich zwei junge Deutsche an die Vermessung der Welt. Der eine, Alexander von Humboldt, kämpft sich durch Urwald und Steppe, befährt den Orinoko, kostet Gifte, zählt Kopfläuse, kriecht in Erdlöcher, besteigt Vulkane und begegnet Seeungeheuern und Menschenfressern. Der andere, der Mathematiker und Astronom Carl Friedrich Gauß, der sein Leben nicht ohne Frauen verbringen kann und doch in der Hochzeitsnacht aus dem Bett springt, um eine Formel zu notieren - er beweist auch im heimischen Göttingen, dass der Raum sich krümmt. Alt, berühmt und ein wenig sonderbar geworden, treffen sich die beiden 1828 in Berlin.


Meine Meinung
Ich habe die "Vermessung" gern, aber nicht vorbehaltlos gelesen. Kehlmann legt los in einer ihm sehr eigenen Erzählweise (auch wenn er gern als Shootingstar gefeiert wird, die "Vermessung" ist bereits sein fünfter Roman) die z.B. keine einzige wörtliche Rede beinhaltet, und zieht die Geschichte in einem extrem hohen Tempo durch. Es ist straff und nicht leicht, allem zu folgen - ich denke, daß das mit Absicht geschieht, um den Leser zu verleiten, nicht weiter in die Tiefe zu gehen. Auch wenn Kehlmann sehr ausführlich und akribisch recherchiert hat, ist die Geschichte fiktiv - die Begegnung zwischen Gauß und Humboldt hat nie stattgefunden - und doch hat man das Gefühl, als wären die Grenzen zwischen Biographie und Fiktion nicht nur verflacht, sondern auch verschwommen gemacht worden. Ich habe streckenweise beim Lesen Sekundärliteratur - und seien es nur Brockhaus-Einträge über die beiden Wissenschafter - zur Hand genommen und einige "Logikfehler" gefunden...
Sympathisch finde ich, daß in diesem Buch das Image der Wissenschaft so gut herübergebracht wird. Natürlich spürt man da und dort ein wenig den "Elfenbeinturm" und die Kauzigkeit der zwei alten Herren, doch das Ganze ist garniert mit einer gehörigen Portion Humor, die mcih dazu verleitet hat vom Anfang bis zum Ende zu lachen - ich denke, daß man dazu aber eine gewisse Portion Hintergrundwissen braucht, von daher verwundet mich der Erfolg des Buches ein wenig.

Hat's wer gelesen? Würde mich über Eure Meinung freuen!

t.

Ich bin absolut dafür, daß man Narren von gefährlichen Waffen fernhält. Beginnen wir mit Schreibmaschinen. (Frank Lloyd Wright)

Prinzessin von Kagran

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Beitrag #2 |

RE: Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt
Hallo talblick,

ich habe es vor einiger Zeit gelesen und genau wie du ganz gern. Es war jedoch kein Buch, das mich tief beeindruckt hat, so dass ich heute noch genau weiß, worum es ging.

Die fehlende wörtliche Rede hat mich nicht gestört (Ich habe in einer Rezension damals von einer "Geschichte im Konjunktiv" gesprochen), das Ganze wahrt eher eine in meinen Augen überzeugende Distanz zum Thema und lässt den Roman weniger fiktiv wirken.

Trotz fehlendem Hintergrundwissen ( Icon_wink ) musste ich auch ab und an mal schmunzeln, weil die beiden Wissenschaftler wirklich so dargestellt werden wie man sich einen exzentrischen, kauzigen Wissenschaftler vorstellt.

Insgesamt ein nettes Buch, das gut unterhält, aber nichts wirklich Nachhaltiges.


Grüße,
Isola.


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