Es ist: 08-03-2021, 00:48
Es ist: 08-03-2021, 00:48 Hallo, Gast! (Registrieren)


Helldunkles Farbenspiel der Gefühle
Beitrag #1 |

Helldunkles Farbenspiel der Gefühle
Oh wie grausam mir so manche Stunde erscheint!
Als gäb' es für den Morgen kein Lächeln mehr.
Und doch ist kurz darauf meine Seele so heiter
als ob es nie eine düst're Wolke über meinem Haupt gegeben hätte.

Wie seltsam des Menschen Verstand nur ist,
der Schlechtes verdrängt wie die Sonne den Morgennebel.
Bewundernswerte oder bedauernswerte Eigenschaft,
die uns an jede Faser des Glücks klammern lässt?

"Enttäuschungen kommen nur dann zustande wenn man Erwartungen hegt."

~ Haruki Murakami, Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt

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Beitrag #2 |

RE: Helldunkles Farbenspiel der Gefühle
Hallo mondenschein,

vorweg: Der Titel ist irgendwie zíemlich überladen. Aber okay, es passt zum altertümlichen Ton des Gedichtes, aber mir ist es ein bisschen too much - du könntest die Gefühle z.B. weglassen ...

Weiter mit den Anmerkungen:

Ich würde ein Komma nach dem "Oh" setzen, oder einen Gedankenstrich, ein Ausrufezeichen ... eine Sprechpause erzeugen. Weiß nicht, ein "Oh" das nahtlos in einen Satz übergeht, finde ich immer etwas seltsam.

Oh wie grausam mir so manche Stunde erscheint!
Als gäb' es für den Morgen kein Lächeln mehr.


Ich würde "Stund'" schreiben, also abkürzen. Das passt zum Gedicht und liest sich besser.

Und doch ist kurz darauf meine Seele so heiter
als ob es nie eine düst're Wolke über meinem Haupt gegeben hätte.


Die zweite Zeile ist (offensichtlich!) viel zu lang ... das liest sich sehr schlecht. Vorschlag: "als ob es nie eine düst're Wolk' über meinem Haupte gab"
(damit wärst du in der pathetischen Sprache drin und es ist kürzer, würde gut zum Gedicht passen)

der Schlechtes verdrängt wie die Sonne den Morgennebel.


Auch hier würde ich abkürzen und "Sonn'" schreiben - bei so einem Gedicht darfst du ohnehin großzügig Apostrophe verteilen, das wertet es optisch auf und passt wie gesagt super zum leicht altertümlichen Klang.

Bewundernswerte oder bedauernswerte Eigenschaft,
die uns an jede Faser des Glücks klammern lässt?


"Bewunderns- oder bedauernswerte Eigenschaft" würde mir besser gefallen, so ist die Zeile etwas zu lang und es liest sich sehr umständlich.

Im Ansatz finde ich das Gedicht gut - im Ansatz. Wenn du ein "altmodisches" Gedicht schreiben magst, schön klassisch etc. ... dann sei konsequent. Trau dich, Apostrophe einzusetzen, spiele mit der Sprache. Wenn pathetisch, dann richtig (um dem Ganzen dann die Krone aufzusetzen, müsstest du eigentlich ein Sonett draus machen, thematisch würde das gut passen).

Insgesamt hat es einfach auf mich gewirkt, als hättest du was Klassisches schreiben wollen, dich dann aber nicht recht getraut, weil du befürchtet hast, zu kitschig zu werden oder so ... es wirkt so wie nix Halbes und nix Ganzes, verstehst du?
Wie schon gesagt, wenn du schon mit einem "Oh" anfängst, dann leb dich aus Icon_wink ...

Gruß

- Zack

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

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