Es ist: 02-12-2020, 03:21
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Lesekreis: Drachenläufer
Beitrag #1 |

Lesekreis: Drachenläufer
Hallo zusammen,

und Willkommen beim Lesekreis: "Drachenläufer". Ein Buch, das über acht Millionen Leser berührt und verzaubert hat - du kannst einer der nächsten sein und Afghanistan aus einem facettenreichen Blickwinkel betrachten.

"Ich träume davon, dass mein Sohn als guter Mensch aufwächst. Als freier Mensch. Ich träume davon, dass du eines Tages das Land unserer Kindheit besuchst, davon, dass wieder Blumen in den Straßen blühen ...
... und Drachen am Himmel fliegen."

- Hassan aus Drachenläufer

In diesem Thread werden wir über "Drachenläufer von Khaled Hosseini" interessante und unterhaltsame Diskussionen führen.
Beginn des Lesekreises: Montag 2.02.2009
Anmeldungen noch möglich bis 01.02.2009 per PN.

Über das Buch

[Bild: 51S4QWZ3W5L._SL500_AA240_.jpg]

# Taschenbuch: 385 Seiten
# Verlag: Bvt Berliner Taschenbuch Verlag; Auflage: N.-A. (8. September 2007)
# Sprache: Deutsch
# ISBN-10: 383330149X
# ISBN-13: 978-3833301490
# Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,6 x 3 cm

Kurzbeschreibung:
von amazon
Im Jahr 1975 ist Amir zwölf Jahre alt. Um seinem Vater seine Stärke zu beweisen, will er unbedingt bei einem Wettbewerb im Drachensteigen gewinnen. Dazu braucht er Hassans Hilfe. Hassan ist sein bester Freund. Obwohl sein Vater der Diener von Amirs Vater ist, hat die innige Freundschaft der Jungen allen Herausforderungen standgehalten. Bis zum Ende dieses erfolgreichen Wettkampfes, als Amir sie auf schreckliche Weise verrät.
Die dramatische Geschichte einer Freundschaft, eine Geschichte von Liebe und Verrat, Trennung und Wiedergutmachung vor dem Hintergrund der jüngsten Vergangenheit Afghanistans.

Details zum Lesekreis
Der dritte gemeinsame Lesekreis startet Montag, den 2.02.2009.
Unsere erwünschte bzw. geplante Lesegeschwindigkeit: 100 Seiten in sieben Tagen. Natürlich ist uns ein wenig Toleranz für etwas langsamere oder auch schnellere Leser mitgegeben. Ihr könnt neben den von mir eröffneten Diskussionen auch selbstständig ein Gespräch beginnen und euch über "Drachenläufer" unterhalten.

Haben alle ihr Buch? [Bild: smilie_les_031.gif]

Viel Spaß!,
Sternchen
Für Rückfragen und Anregungen stehe ich per PN jederzeit zur Verfügung.

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
Viele kleine Sternschnuppen

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Beitrag #2 |

RE: Lesekreis: Drachenläufer
hallo sternchen,

Zitat:Haben alle ihr Buch?

na klar. ich habs schon seit dem wochenende lesebereit auf dem nachttisch liegen und freu mich schon sehr auf nächste woche, wenns endlich losgeht. [Bild: smiley_emoticons_buch.gif]

lg

Lady

Wer nicht kann, was er will, muss das wollen, was er kann. Denn das zu wollen, was er nicht kann, wäre töricht. -Leonardo da Vinci-
Wörterwelten

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Beitrag #3 |

RE: Lesekreis: Drachenläufer
Montag 02.02., also heute! Na endlich Mrgreen
Ja, mein Buch steht seit ein paar Wochen (anderthalb oder so?) im Schrank und wartet auf heute ... *nachher mal loslesen wird*
Wer ist denn nun noch alles dabei? Icon_smile

... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
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Beitrag #4 |

RE: Lesekreis: Drachenläufer
Hallo zusammen,

heute ist der Start unseres Lesekreises. Also rann an "Drachenläufer".
Dabei sind: Libertine, Sternchen, Mira, Ichigo und LadydesBlauenMondes.

@ Mira, Ichigo
=> euer Buch ist hoffentlich auch schon am Schreib- oder Nachttisch? Icon_smile

Grüße,
Vorfreude-Sternchen

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Beitrag #5 |

RE: Lesekreis: Drachenläufer
Buch ist schon lange da^^ -- Sollten wir jetzt also bis Ende der Woche 100 Seiten lesen ja?


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Beitrag #6 |

RE: Lesekreis: Drachenläufer
Hallo Ichigo,

ja, .. bis Montag sind 100 Seiten geplant. Icon_smile Am Montag wird dann die Diskussion eröffnet. Icon_wink

Grüß dich,
Sternchen

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Beitrag #7 |

RE: Lesekreis: Drachenläufer
Hallo zusammen,

und nochmals Willkommen zum Lesekreis, der heute endlich vollständig seine Türen öffnet. Mein Beitrag, bzw. die erste kurze Zusammenfassung und daraus für mich aufkommenden Diskussions-Punkte folgen heute Abend, bzw. morgen Vormittag.
Ihr könnt trotzdem, wenn schon Lust und Laune besteht, gerne schon selbst Fragen stellen oder zu Plaudern beginnen.

Bis dahin und in voller Vorfreude,
Sternchen

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Beitrag #8 |

RE: Lesekreis: Drachenläufer
Hallo zusammen,

dann will ich gleich mal anfangen Icon_smile

Wie seid ihr in das Buch reingekommen?
Als ich gerade das erste Kapitel nochmal gelesen habe, hat es mir auf einmal unheimlich gut gefallen. Beim ersten Lesen vergesse ich meistens die Dinge, die ich (noch) nicht verstehe, aber der Autor bringt hier wirklich geschickt die Gasse, Rahim Khan, Amirs Schuldgefühle, den blauen Drachen (als Drachenschwanz) und Hassans letzten Satz, als noch alles in Ordnung war, unter.
In den ersten Kapiteln hatte ich ein paar Probleme mit Amir. Irgendwie war er mir zu ich-bezogen, die ersehnte Anerkennung durch den Vater zu omnipräsent. Mich hat menschlich gestört, dass er Hassan ignoriert, sobald andere dabei sind und ihn erst recht nie als seinen Freund bezeichnen würde.
Mittlerweile, nach der Vergewaltigung Hassans, wendet sich das Blatt langsam. Obwohl Amir ihn ignoriert, zeigt ihm die Schuld irgendwie, dass er so nicht weitermachen kann, mit seiner Baba-Fixiertheit scheitern wird, oder es schon ist, weil er mit Hassan jemanden verloren hat, den er nicht so leicht ersetzen kann.

Kennt sich jemand mit dem Afghanistan der 70er Jahre aus?
Ich finde es unheimlich spannend, in diese Welt einen Einblick zu bekommen, in den Alltag der Menschen. Und ich bin wirklich gespannt, wie sich das Land in den folgenden Jahren verändern wird und wie Hosseini das darstellt. Passend dazu sagt Amir in der Nacht des Putsches:
Seite 43 schrieb:Die Generation afghanischer Kinder, deren Ohren nichts als die Geräusche von Bomben und Geschützfeuer kennen würden, war noch nicht geboren.

Die Beziehung von Amir und Hassan, ebenso wie die von Amir und Baba, könnte man anhand der ersten hundert Seiten wahrscheinlich schon ordentlich auseinander nehmen. Baba habe ich noch nicht ganz durchschaut, was wahrscheinlich daran liegt, dass Amir seinen Vater selbst nicht versteht, sondern ihn darauf reduziert, wem er mehr oder weniger Sympathien entgegen bringt als ihm, seinem Sohn.
Die Beziehungen auseinander zu friemeln, macht mir weniger Spaß, deswegen nur ein paar Stellen, die ich zu dem Thema besonders fand:
Seite 36 schrieb:Ich selbst vermochte die Tragödie nicht zu erkennen, die sich in Rostems Schicksal verbarg. Verspürten nicht alle Väter insgeheim ein Verlangen, ihre Söhne zu töten?
Irgendwie krass, dass er von seinem Vater denkt, er würde ihn tief in sich drin so tief dafür hassen, dass die Mutter bei der Geburt gestorben ist.
Seite 44 schrieb:Wir ließen uns von ihm in die Arme schließen, und für einen kurzen, wahnsinnigen Moment war ich froh über das, was in jener Nacht geschehen war - was auch immer es gewesen sein mochte. [der Putsch]
Seite 54 schrieb:Hassan hatte nichts getan, um sich Babas Zuneigung zu verdienen; er war bloß mit dieser dummen Hasenscharte zur Welt gekommen.
Das sind zwei der Stellen, an denen ich mir Amir nichts anfangen konnte.
Dann allerdings kommt ein Bruch, ein Satz am Ende des fünften Kapitels, von dem an mir das Buch unheimlich gut gefällt:
Seite 54 schrieb:Im folgenden Winter war es nur noch eine blasse Narbe. Was eine gewisse Ironie in sich barg. Denn das war der Winter, in dem Hassan aufhörte zu lächeln.
Vielleicht liegt es auch daran, dass man von Anfang an weiß, dass in der Erzählung bald etwas passieren wird, dass das Leben der beiden so stark verändert, dass Amir noch über zwanzig Jahre später Schuldgefühle deswegen hat. Und dass die eigentliche Geschichte erst mit diesem Unglückstag beginnt.
Seite 65 schrieb:Er [Hassan] war so verdammt ehrlich, dass man sich neben ihm immer wie ein Betrüger vorkam.
Irgendwie gut.
Seite 73 schrieb:Aber das hier war meine einzige Chance, zu jemandem zu werden, den die Leute wirklich ansahen und nicht bloß wahrnahmen, dem sie tatsächlich zuhörten und nicht bloß seiner Stimme lauschten.
Da zeigt sich seine ganze Misere, die fehlende Anerkennung seitens seines Vaters.
Seite 74 schrieb:"Du hast gewonnen, Amir Aga! Du hast gewonnen!"
"Wir beide haben gewonnen! Wir beide!", war alles, was ich sagen wollte
Unglaublich stark, dass sie in diesem Moment des Triumphs von Amir als Einheit gesehen werden. Die Sultane von Kabul, vielleicht das einzige Mal wirklich gemeinsam.
Seite 83 schrieb:Wir stehen auf einer Wiese mit mit apfelgrünem Gras, über uns ziehen zarte Wolkenefetzen hinweg. Ich blicke auf und sehe, dass der Himmel voller Drachen ist - grün, gelb, rot, orange sind sie, und sie schimmern im Nachmittagslicht. [Traum von Amir]
keine blauen Drachen

Und sehr nett kurz vorm Abi natürlich:
Seite 23 schrieb:"Wie ich sehe, verwechselst du das, was du in der Schule lernst, mit tatsächlicher Bildung", sagte er [Baba] mit seiner trägen Stimme.
Mrgreen

Ich bin mal gespannt, wie's weitergeht.

Ja, das fürs Erste Icon_smile.
Liebe Grüße,
Libertine

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Beitrag #9 |

RE: Lesekreis: Drachenläufer
Sehr interessant...

Ich habe das Buch schon vor einer Weile angefangen und halb gelesen, habe jetzt noch einmal von vorne angefangen aber komme nicht so schnell voran. Ich muss sagen, ich habe zum ersten Mal die ersten zwei Seiten gelesen und mich sofort in das Buch verliebt! Diese kurze Einleitung baut schon alles auf - ganz ruhig, ganz still, aber eindeutig tragisch.

Mit Amir hatte ich weitgehend kein Problem.
Natürlich ist Hassan der sympathischere -- aber er kommt mir manchmal auch geradezu unmenschlich sanft vor. Fast so, als ob Amir ihn im Nachhinein vor lauter Schuld idealisiert!
Dass Amir Hassan oft nicht richtig als Freund sieht - eher als Spielzeug?? - konnte ich auch nicht ganz verstehen, andererseits muss man auch bedenken, in was für einer Welt Amir aufwächst: Es ist einfach ganz klar, dass er der Herr im Haus ist und Hassan der Diener. Außerdem ist Hazara-Hass offenbar an der Tagesordnung. Die beiden leben in anderen Welten und sind auch charakterlich sehr unterschiedlich.
Ich glaube aber, Amir sehnt sich nicht nur nach der Anerkennung des Vaters; er weiß auch, dass er sie nicht bekommen kann, so wie er ist; und er spürt, dass Hassan besser ist als er. Hassan ist geschickter mit der Steinschleuder, Hassan kann Steine mehrmals über das Wasser hüpfen lassen als Amir, Hassan ist der beste Drachenläufer. Hassan ist auch moralisch überlegen: Er nimmt die Schelte für Streiche auf sich, die eigentlich Amirs Idee waren.
Ich glaube schon, dass Amir spürt, dass er die Rolle des Mächtigeren in der Hierarchie nicht verdient. Nach der Vergewaltigung wünscht sich Amir sogar Hassans Zorn, wünscht sich eine Strafe, aber Hassan vergönnt es ihm nicht. Das ist die Macht des Schwächeren... Er bleibt sanft, wo er mit Fug und Recht auffahren könnte. "Er war so verdammt ehrlich, dass man sich neben ihm immer wie ein Betrüger vorkam." Und er fügt sich voller Treue und Loyalität zu Amir in seine Rolle als Schwächerer in die ungerechte Hierarchie hinein - man vergesse nicht das erste Wort, das er als Kind lernte: "Amir".


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Beitrag #10 |

RE: Lesekreis: Drachenläufer
Hallo zusammen,

ich hoffe das Lesen der ersten 100 Seiten hat euch Spaß gemacht und freue mich schon sehr darauf eure Meinung zu hören. Über alles lässt sich plaudern und wenn etwas nicht angesprochen wird, das in euren Augen beredenswert ist, dann habt keine Scheu es anzusprechen. Icon_wink
Icon_rolleyes - Ich hab´s jetzt ein wenig eilig und muss los in die Arbeit. Meld mich zu euren Antworten dann ausführlich heute Abend. Vorerst müsst ihr euch hiermit begnügen ...

Zum Cover
Drachenläufer hielt ich das erste Mal in einer Buchhandlung in den Händen und bin auf dem Weg zum Fantasy-Regal quasi darüber gestolpert. Obwohl Farbe und Aufmachung ziemlich schlicht gewesen waren, hat mich etwas gereizt, an den Jungen, der interessiert und zugleich zögernd um die Ecke einer Häuserwand blickte. Rückblickend vom ersten Viertel des Buches betrachtet, finde ich das Cover sehr gut gewählt und passend. Es fügt sich schön in die Geschichte und beeindruckt mit dem Blättern zu Kapitel 1 damit, schon im ersten Absatz aufgegriffen zu werden.
Wie ist eure Meinung dazu und waren euere Gedanken, als das Buch zum ersten Mal in euren Händen lag?

Schwerpunkt und Handlung
Gelesen habe ich bis Seite 102, dort hört das Kapitel zwar nicht auf, unterbricht aber. Ich hab stur versucht bei 100 aufzuhören, aber ein Blick auf die nächste Seite hat diesen Vorsatz zerbrochen wie viel zu dünnes Glas. Ich gebe gern zu, das Lesen macht mir Freude. Ich hab selten durch ein so detailverliebtes Buch geblättert, das es schafft nicht langweilig zu wirken und das obwohl selbst die Handlung an sich nur langsam vorwärts geht.
Handlung ist aber, so glaube ich, gar nicht der Schwerpunkt von Khaled Hosseinis Buch. Er liegt wohl eher auf Emotion und Details. Die Seiten sind voll davon und trotzdem entsteht eine nicht enden wollende Spannung. Auch, dass ich die Verfilmung bereits gesehen habe ändert daran nichts. Im Gegenteil. So intensiv kann man diese Handlung nur im Buch erleben, denn das, was hier klar an Emotion gezeigt wird, lässt sich im Film, obwohl gut angedeutet teilweise nur erahnen.
Amir wächst als Junge auf, der erleben muss, dass er dem Ideal seines Vaters so überhaupt und gar nicht nahe kommt. Seine Gedanken und Gefühle dahingehend sind klar beschrieben und bilden die Basis zum Auftakt in der Gasse. Zu groß ist der Wunsch, im Mittelpunkt zu stehen und endlich Baba zu beweisen, dass er etwas kann. Umso trauriger wird oder war es, da seine Freundschaft, die er nie als solche bezeichnen will und würde, zu Hassan doch sehr aus Herzlichkeit und Bruderliebe bestand. Trotz der Nähe liest sich aber ebenso immer noch Distanz heraus. Amir, der Patschune und Sohn eines geachteten Mannes. Hassan der mutterlose und verlassene Hazara. So wie ich es sehe, weiß Amir um diese Kluft und je bewusster er sich darüber wird, umso mehr erwacht das schlechte Gewissen in ihm. Nicht zuletzt dann, als Hassan vergewaltigt wird. Amirs Gefühle danach und auch seine Reaktionen sind für mich klar verständlich und nachvollziehbar. Das wurde gut dargestellt und der Hass, der sich entwickelt, soll über den Schmerz trösten. Und langsam wird dem Patschunen bewusst, was er im Eintausch für ein wenig Aufmerksamkeit, oder zumindest dem Schein, von dem plötzlich liebenden Baba hergegeben hat …
Wie war für euch das Lesen? Kommt ihr mit dem erzählenden, detailverliebten Stil und der „Ich-Perspektive“ zurecht? Was gefällt auch gar nicht und warum? Ist Amirs Gefühl und seine Handlung greifbar, oder lässt sich das was er tut nur schwer nachvollziehen? Was mich besonders daran interessiert: Wie denkt ihr über Amir? Haltet ihr sein Verhalten für ein Kind dieses Alters verständlich, oder seid ihr der Meinung, dass es mit nichts zu verzeihen ist, was er getan hat?

Eine Sache des Handwerks - Erinnerungen?
So noch nie gelesen habe ich den Einwurf von Erinnerungen, die gestreut wurden als Hassan vergewaltigt in einer Gasse lag. Sie wurden direkt in die Handlung gestreut. Wie hat euch das gefallen? Fandet ihr es störend? Oder hat es der Situation gut getan?

Meine Lieblingsstelle:
Seite 98
Ich blickte zu Boden, beugte mich hinunter und hob eine Faust voll kühler Erde auf. Ließ sie zwischen meinen Fingern hindurch rieseln.
=> ich fand das an dieser Stelle irgendwie beeindruckend. Es hat viel Gefühl vermittelt, die man mit seitenlanger Beschreibung nicht hätte näher an den Leser bringen können.

Es lässt sich noch viel mehr schreiben, denke ich. – Seiten sogar. Aber vorerst soll es genügen. Bin schon auf eure Meinung gespannt! Bis nächste Woche Montag wären dann die nächsten 100 Seiten zu lesen.

Freu mich schon,
Sternchen

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