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Marcel Reich-Ranicki: "Mein Leben"
Beitrag #1 |

Marcel Reich-Ranicki: "Mein Leben"
[Bild: 13314805n.jpg]

Verlag: dtv
Seitenzahl: 565
Preis: 9.90€

Kurzbeschreibung:
Mit seinem "Literarischen Quartett" beweist Marcel Reich-Ranicki seit 1988, dass die Vermittlung von anspruchsvoller Literatur im Fernsehen höchst unterhaltsam sein kann. In diesem Buch zeigt sich der Literaturkritiker als temperamentvoller und anschaulicher Erzähler. Farbig, pointiert und anekdotenreich schildert er die Stationen seines so bewegten wie bewegenden Lebens.

Meine Meinung:
In seiner Biografie schreibt Reich-Ranicki hauptsächlich von seiner Jugend, seinen Jahren im Krieg und der Nachkriegszeit.
Erst etwa das letzte Drittel des Buches geht auf seine Jahre als Kritiker ein und wird dabei schnell langweilig, da sich jede Begegnung mit einem bekannten Autor etwa gleich abgespielt hat und die letzten Kapitel nur eine Aneinanderreihung solcher Begegnungen sind.

Wer jedoch nicht nur an dem Kritiker Reich-Ranicki, sondern auch an dem Menschen dahinter interessiert ist, der findet in 'Mein Leben' eine sehr interessante und vor allem sehr tiefe Schilderung dessen, was vor der Prominenz Ranickis geschehen ist.
Auch jeder, der sich für den zweiten Weltkrieg aus Sicht eines polnischen Juden im Warschauer Getto interessiert, wird sich mit diesem Buch überaus gut anfreunden können. Bisher habe ich selten so detaillierte und lebensnahe Schilderungen des Wirkens der Nazis gelesen und Reich-Ranicki schafft es, dem Leser neben seinem Leben auch noch eine große Menge an Wissen über die damalige Zeit zu vermitteln, welches sich so in keinem Sachbuch finden ließe.
Alles in allem ist 'Mein Leben' also ein Buch, welches sich auf jeden Fall nicht nur für Ranicki-Fans eignet Icon_wink


Was haltet Ihr von Reich-Ranicki und seiner Biografie? Hat sie vielleicht des ein oder anderen Vorurteile korrigiert? Hätte sie eurer Meinung eher auf seine Zeit als Kritiker eingehen sollen, oder ist es gut so wie es ist?

A poet is a nightingale who sits in darkness and sings to cheer its own solitude with sweet sounds.
~Percy Bysshe Shelley

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Beitrag #2 |

RE: Marcel Reich-Ranicki: "Mein Leben"
Hallo Lars,

also um ehrlich zu sein, finde ich es toll, hier im Forum über einen Reich-Ranicki-Beitrag zu stolpern. Der Mensch Ranicki hat mich in der letzten Zeit immer mehr interessiert und wenn du meinst, dass die Biografie zum Großteil sein Leben behandelt und auch die Schilderung als polnischen Gettos, so hast du mich eigentlich schnell für das Buch gewonnen.

Bist du denn ein Ranicki-Fan? Wenn ja, was hat dich dazu gebracht?

Ich glaube, ich werde das Buch gerne lesen, um dann später auch deine hochinteressanten Fragen zu beantworten. Viel über den Herrn, weiß ich noch nicht, aber meine Aufmerksamkeit ist ihm gesichert. Vorurteile kenne ich da noch nicht.

Liebe Grüße,
Sternchen

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
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Beitrag #3 |

RE: Marcel Reich-Ranicki: "Mein Leben"
Hallo Sternchen!

Um auf deine Frage zu antworten: Ja, ich bin ein großer Fan von Reich-Ranicki - gerade seitdem er den Fernsehpreis abgelehnt hat, was ja von vielen eher negativ aufgefasst wurde. Er ist einer der wenigen der 'alten Schule', wenn ich das mal so formuliere. Ranicki sagt, was Sache ist, er sagt, was er denkt und er verpackt nicht, ist nicht von ein paar Werbegeschenken mehr durch die Verlage beeinflusst und in meinen Augen keinesfalls alt und verschroben.

Wenn Du Dich für den Menschen interessierst, dann kann ich Dir seine Biografie nur ans Herz legen - gerade seine Jugend ist vielleicht von elementare Bedeutung für das Verständnis des Kritikers, zu dem er später geworden ist. Er war zum Beispiel schon mit 15/16 Jahren ein großer Fan der großen Klassiker und regelmäßiger Theater-Besucher, besonders bei Shakespeare-Stücken. (Wenn ich das jetzt korrekt in Erinnerung habe)

Allein, was er im Getto von Warschau, wo er ja in der jüdischen Verwaltung tätig war, erlebt hat, ist bemerkenswert und - wie ich im Eingangspost sagte - in nur ganz wenigen Geschichtsbüchern so zu finden.

Kauf Dir das Buch einfach mal, lies es Dir durch und dann bin ich hochgespannt auf Deine Meinung! Icon_smile

Liebe Grüße,
Lars Icon_smile

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Beitrag #4 |

RE: Marcel Reich-Ranicki: "Mein Leben"
Hallo!

Ich fand Reich-Ranicki im Literarischen Quartett auch sehr interessant und habe jede Sendung mit ihm angesehen. Die Ablehnung des Fernsehpreises sehe ich allerdings in einem etwas anderen Licht: Da wollte sich jemand einen spektakulären Abgang verschaffen - mit einer Annahme des Preises hätte er diese Aufmerksamkeit nicht bekommen. Er ist jetzt alt und wollte nochmal so richtig auf den Putz hauen, bevor er in der Versenkung verschwindet - das ist meine Auslegung. Dennoch bleibt er für mich der Literaturpapst, keine Frage... (neben der Päpstin Elke Heidenreich) Icon_wink

HGruß, Sigurd


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Beitrag #5 |

RE: Marcel Reich-Ranicki: "Mein Leben"
Hallo zusammen,

ich habe damals den Ausschnitt mit einem fassungslosen Lächeln verfolgt. Was ich davon halten soll, ist mir wohl bis heute noch nicht ganz bewusst. Zum einen finde ich es bewundernswert, dass sich ein Mensch so hinstellt und einfach allen ins Gesicht sagt, was er denkt. Und das auch noch so unverblümt.

Zum anderen muss ich sagen, dass ich die Leute verstehen kann, die sich hinstellen und sagen: Der hätte doch wissen müssen um was es geht und von Anfang an ablehnen können, ohne dort die Veranstaltung zu stören.
- Okay, ja, das wäre höflicher gewesen.

Die Frage die sich dabei stellt, muss man tatsächlich immer höflich und Öffentlichkeitskonform sein, wenn man so im Rampenlicht steht? - Ich finde, die ist nur schwer zu beantworten und hat viele Graustufen.

Liebe Grüße,
Sternchen

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