Es ist: 02-06-2020, 23:10
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VR: Verschleppt (vorläufiger Titel)
Beitrag #1 |

VR: Verschleppt (vorläufiger Titel)
Mitspieler: Rotfuchs und Zack
Charaktere: Fionghala und Kasdeja

Wenn jemand mitspielen mag, bitte bei uns anfragen! Icon_smile ...



Kasdeja:

(aufgrund zeitlicher Engpässe stilistisch ned ganz so toll, aber mal ein Anfang. Eventuell Überarbeitungen möglich!)

Zärtlich tasteten Kasdejas schlanke Finger über die morschen Borken alter Bäume und umtanzten die Blattspitzen hüfthoher Sträucher. Die Waldluft umschmeichelte ihre blassen Wangen mit kühlen Schauern, Lichtfetzen streuten sich durchs dichte Blätterdach und zeichneten sanft flimmernde Muster aufs dunkle Moos.
Kasdeja liebte die Jagd im Wald.
Das Treiben durch die Schatten, mit denen sie zu Dunkelheit verschmolz.
Ein Lächeln stahl sich auf ihre dunkel geschminkten Lippen, als sie Sayas schillerndes Federkleid zwischen dem allgegenwärtigen Grün erblickte. Der große Vogel vollführte einige flatternde, kreisende Bewegungen, eher er sich krächzend auf ihrer Schulter niederließ.
„Das Balg ist also nahe“, stellte Kasdeja nach einem tiefen Blick in die Augen ihres bunten Begleiters fest. „Und eine Berglöwin geht mir ihr. Interessant.“
Sie schmunzelte und meinte schließlich: „Das sollte kein Problem werden.“
Mit einem dreckigen Gör und einem verlausten Vieh würde sie leicht fertig werden. Unfassbar, dass sie für dieses zerlumpte Mädchen so gut zahlen, dachte Kasdeja verächtlich und entsandte Saya. Er sollte von oben über sie wachen, während sie ihren Job erledigte.
Von nun an war sie bedacht, ihre Schritte gezielt zwischen die herumliegenden Äste zu setzen, so dass sie keinen versehentlich zertrat und unnötig Aufmerksamkeit auf sich zog. Die Schatten des Waldes halfen ihr dabei, nahezu lautlos und unsichtbar zu werden – und so näherte sie sich schon bald dem schlanken, hochgewachsenen Mädchen.
Fionghala. Beinahe schwarzes Haar umspielte ihr schmutziges Gesicht. Müdigkeit spiegelte sich in ihrem verzweifelten Blick, der nicht ruhen wollte. Sie stand mit ihrer Berglöwin auf einer Lichtung und wusste scheinbar nicht, welchen Weg sie einschlagen sollten.
Kasdeja löste das Blasrohr und einen mit metallischen Federn bestückten Giftpfeil von dem pechschwarzen Gürtel, der ihre schmale Hüfte in einem wirren Bogen umschlag. Genüsslich strich sie über das spitze Metall, vermied jedoch, die Spitze des Pfeils zu berühren. Sie war mit einer unscheinbaren Kapsel bestückt, die mit einem Tropfen des betäubenden Nachtkornsaftes gefüllt war. Es würde die Berglöwin in einen tiefen, dunklen Traum stürzen – aus dem sie allerdings gesund erwachen würde.
Ein Tier verdiente keinerlei Grausamkeit.
Sie führte das mit Schattensymbolen verzierte Rohr an ihren Mund – und die Löwin gerat ins Taumeln. Unsichere Schritte ließen sie über das kühle Moos stolpern. Dann kam sie zu liegen und schlief.
Das braune Gesicht des Mädchens spiegelte Schrecken – aber auch Mut. Furchtlosigkeit funkelte in ihren dunklen Augen, als Kasdeja mit einem Satz bei ihr war und ihr einen Dolch an die Kehle hielt …

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

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Beitrag #2 |

RE: VR: Verschleppt (vorläufiger Titel)
Fionghala

Fionghala hatte sich mit Sel, der Berglöwin, auf einen ihrer Streifzüge begeben. Cian war schon seit Tagen nicht mehr zuhause gewesen, doch noch war dies nichts ungewöhliches für das junge Mädchen.
Doch dieses Mal war es anders. Ihr harmloser Streifzug hatte sich gewandelt. Sel hatte ihr zu verstehen gegeben, dass jemand Fremdes im Revier war. Unruhig hatte die Katze mit dem Schwanz geschlagen und immer wieder ihren suchenden Blick durchs Unterholz schweifen lassen. Auch Fion war auf Hab-Acht-Stellung. Jede Faser ihres Körpers war angespannt und sie war bereit jeder Zeit anzugreifen. Jedes noch so kleine Rascheln oder knacken von Zweigen ließ sie aufhorchen, lauern. Bis Sel beschloss, dass sie sich sicher war, das noch jemand im Wald war, jemand, der sie Verfolgte. Dem war sich Fionghala mittlerweile auch sicher, denn jeder noch so unwegsame Weg hatte den Eindringling nicht davon abgehalten eine andere Route einzuschlagen. Und hier und da konnten sie die Konturen eines Menschen zwischen den Bäumen erkennen.
Von der Anspannung, die Fion auch immer spürte, wenn sie auf der Jagd, war nicht mehr viel geblieben. Furcht hatte diese ersetzt. Aber eine Furcht, die sie nicht lähmte. Nein eher ihren Überlebenswillen anspornte.
Auf einer Lichtung blieben sie kurz stehen. Welchen Pfad sollten sie einschlagen? Zum Fluss und an den steilen Felsen vorbei? Mann musste schon gut klettern können um nicht in der reißenden Strömung zu landen. Oder aber zum Sturmhang, ein steiler Hügel, der von Fion diesen Namen bekommen hatte, da der letzte schwere Sturm ein Chaos an umgestürzten, entwurzelten Bäumen hinterlassen hatte. Ein guter Ort um sich zu verstecken und eventuell sogar anzugreifen.
Doch noch bevor Fion sich für eine Richtung entschieden hatte brach plötzlich Sel neben ihr zusammen. Erschrocken blickte sie Sel an, wollte sich zu der Berglöwin hinabbeugen. War sie tot? Nein tot war ihre Freundin nicht. Der Brustkorb, mit dem helleren Fell, hob und senkte sich sanft. Ein leises tiefes knurren brachte Fionghala hervor, welches ihren Unmut ausdrückte. Doch noch ehe sie den Blick wieder heben konnte um ihren Angreifer auszumachen war dieser hinter ihr und drückte ihr ein Messer an die Kehle. Fionghala wusste was das hieß: Eine falsche Bewegung und man hatte sie erlegt. Aber die richtige Bewegung konnte sie aus dieser Lage befreien.
Hätte sie ihre Ohren anlegen können, dann hätte sie dies jetzt getan. Denn die Sprache des Pumas, war die die sie in letzter Zeit so viel häufiger benutzt hatte. Diese Sprache, hauptsächlich mit dem Körper ausgedrückt, war ihr in Fleisch und Blut übergegangen. Wo hingegen sie sich für die menschliche Sprach um einiges mehr anstrengen musste, hatte sie zudem nur sehr wenig Erfahrung im Umgang mit ihresgleichen.
Gezwungen von dem Dolch an ihrer Kehle stand sie auf. Ihr Herz raste, ebenso ihre Gedanken. Ihr erster Impuls war sich aus diesem Griff zu befreien, den Arm der Frau zu packen und das Messer von ihrem Hals weg zu bringen. Doch dass Wissen um die Gefährlichkeit des Dolchs an dieser Stelle ließ sie inne hallten. Ließ sie das tun, was von ihr verlangt wurde. Denn anscheinend wollte diese Jägerin ihre Beute nicht sofort töten.
Die andere Hand der Frau packte Fionghalas rechten Arm und drehte ihn so auf ihren Rücken, das sie gezwungen war ihren Oberkörper nach vorne zu beugen und sie nicht in der Lage war sich aus diesem Griff heraus zu winden, ohne sich selber Schmerzen zuzufügen. Dann wurde der Dolch von ihrer Kehle genommen.


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