Es ist: 06-04-2020, 16:45
Es ist: 06-04-2020, 16:45 Hallo, Gast! (Registrieren)

Aktuell befinden wir uns im Umbau. Sollte also etwas seltsam aussehen, sind wir gerade bei der Arbeit und strukturieren die Foren neu :)

LC 01: Kreativität
Beitrag #1 |

LC 01: Kreativität
Ich bin zwar eher nicht der große Lyriker, aber das ist nur ein Grund mehr, um am Lyrik Currikulum 01 teilzunehmen Icon_smile Hab mich also an einer Terzine versucht und das Reimschema habe ich sogar hinbekommen (dafür musste aber anderes auf der Strecke bleiben), na ja, lest selbst, wenn ihr wollt.

Kreativität

Die Kraft strömt mir durch die blut’gen Finger,
in den Kopf füllt sie mir schönste Bilder,
was ich auch tu, ihr Sog wird nicht geringer.

Die Worte, sie fallen, ein Sturzbach ist milder,
auf das schreckensbleiche Papier,
dann quillt sie noch schneller, noch wilder.

Der Stift, er kreischt wie ein waidwundes Tier,
denn sie führt ihn ohne Gnade,
ritzt Zeile um Zeile voll zitternder Gier.

Das Blatt, ich trag’s schon auf der Lade
zum Grab, erfüllt von dunkler Trauer,
doch ich kann nicht anders, folge ihrem Pfade.

Die meisten Menschen haben überdurchschnittlich viele Arme und Beine ...

Wanderer zwischen den Welten und der
Weltenknoten

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #2 |

RE: LC 01: Kreativität
Hallo Weltenwanderer,

das ist ja toll, dass sich doch mal jemand erbarmt, etwas fürs Lyrik Curriculum zu schreiben! Icon_smile

Da gehört auch gleich ein Kommi von mir drunter Mrgreen ...

Das Reimschema hast du insgesamt gut umgesetzt. Die meisten Reime lesen sich recht ungezwungen, lediglich die letzte Zeile der dritten Strophe klingt ausgesetzt. Als hättest du mit aller Macht versucht, das Schema beizubehalten. Versuch doch mal andere Reimworte zu finden, ob da etwas passen würde ...

Die Worte, sie fallen, ein Sturzbach ist milder,
auf das schreckensbleiche Papier,
und sie quillt noch schneller, noch wilder.


in der letzten Zeile ist etwas unklar, was "sie" ist - klar, wenn du "quillt" im Singular schreibst, bezieht sich "sie" wohl auf die Kraft? Da aber 4 Zeilen dazwischen liegen, ist der Bezug nicht klar. Ich dachte erst, du meinst die Worte und bin gestolpert.

Ein Vorschlag:

"und dann quillt sie schneller, immer wilder"

Da wäre der Bezug etwas klarer, weil du eine Folgerung aus den vorangegangenen Zeilen hast. Und du vermeidest dieses zwei Mal "noch" - ich finde, das liest sich hier nicht so gut.

Der Stift, er kreischt schon wie ein Tier,

Hier würde ich statt dem "schon" ein einsilbiges, passendes Adjektiv einsetzen. "Schon" sieht wie ein Füllwort aus.

Das Blatt, ich trag’s schon auf der Lade,
zum Grab erfüllt von Trauer,
doch sie folgt unerbittlich ihrem Pfade.


Hier ist die mittlere Zeile etwas kurz. Vorschlag:

"zum Grab, erfüllt von schwarzer Trauer"

Halt irgendein Adjektiv davorklatschen. In der Lyrik sollte man damit nicht so sparen wie in der Prosa! (wobei ich meine, dass man auch in der Prosa viele Adjektive setzen kann, wenn man was davon versteht)

Insgesamt hats mir gut gefallen - hat irgendwie etwas Humorvolles und charakterisiert gut den Anfall von Kreativität, den manch Schreiber manchmal hat. Dieses "Schreibenmüssen", unbedingt ... da schreibt sich dann auch alles wie von selbst. Und ein anderes Mal sitzt man da und kein Wort traut sich über die Feder / die Tastatur.

Und kreativ ist das Gedicht allemal Icon_wink ... *nebenbei angemerkt*

Liebe Grüße

- Zack

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

Webseite des Benutzers besuchen Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #3 |

RE: LC 01: Kreativität
Hi Zack!^^

Zitat:das ist ja toll, dass sich doch mal jemand erbarmt, etwas fürs Lyrik Curriculum zu schreiben!
Mrgreen Hat Spaß gemacht, kann ich nur weiter empfehlen Icon_wink

Zitat:Das Reimschema hast du insgesamt gut umgesetzt. Die meisten Reime lesen sich recht ungezwungen, lediglich die letzte Zeile der dritten Strophe klingt ausgesetzt. Als hättest du mit aller Macht versucht, das Schema beizubehalten. Versuch doch mal andere Reimworte zu finden, ob da etwas passen würde ...
War ja auch die Aufgabenstellung Icon_smile ... seltsam, ich hatte an ganz anderer Stelle Probleme mit dem Schema ... meinst du den Aufbau des Verses? Der glingt etwas aus der Bahn, da hast du recht *grübel*
Ich finde "Gier" würde noch passen ... ich versuchs mal mit "ritzt Zeile um Zeile voll zitternder Gier." Was hälst du davon?

Zitat:in der letzten Zeile ist etwas unklar, was "sie" ist - klar, wenn du "quillt" im Singular schreibst, bezieht sich "sie" wohl auf die Kraft? Da aber 4 Zeilen dazwischen liegen, ist der Bezug nicht klar. Ich dachte erst, du meinst die Worte und bin gestolpert.
mhm ... aber dein Vorschlag will mir nicht gefallen, er passt nicht in die Melodie in meinem Kopf Icon_ugly
Icon_wink
Aus irgendwelchen ominösen Gründen, hatte ich an der Stelle zuerst ein "es" statt dem "sie" ... das hätte es noch verwirrender gemacht, oder?^^
Mir fällt grad auf, das "dann" lässt sich einfügen, ohne mir Bauchschmerzen zu bereiten: "und dann quillt sie noch schneller, noch wilder"
Das gedoppelte "noch" klammert sich aber fest, das will nicht gehen. Mrgreen (ich mach mir nochmal Gedanken dazu)

Zitat:Hier würde ich statt dem "schon" ein einsilbiges, passendes Adjektiv einsetzen. "Schon" sieht wie ein Füllwort aus.
Spontan ist mir "waidwund" eingefallen ... hat direkt alle anderen Adjektive verdrängt (wie ein Ohrwurm, nur mit Adjektiven Icon_wink)

Zitat:Halt irgendein Adjektiv davorklatschen. In der Lyrik sollte man damit nicht so sparen wie in der Prosa! (wobei ich meine, dass man auch in der Prosa viele Adjektive setzen kann, wenn man was davon versteht)
Icon_lol so, so ... so einfach ist das also. Ich nehm aber nicht "schwarz" sondern "dunkel" (ist ja fast das selbe)

Zitat:Insgesamt hats mir gut gefallen - hat irgendwie etwas Humorvolles und charakterisiert gut den Anfall von Kreativität, den manch Schreiber manchmal hat. Dieses "Schreibenmüssen", unbedingt ... da schreibt sich dann auch alles wie von selbst. Und ein anderes Mal sitzt man da und kein Wort traut sich über die Feder / die Tastatur.
Das freut gerade mich sehr! Mrgreen Das Gedicht ist sehr spontan entstanden, ich wollte eine Terzine und der Rest hat sich dann irgendwie von alleine ergeben, auch wenn ich dann beim Reimschema mehrmals feilen musste. Ich hab auch kurz versucht, den jambischen Fünfheber nachträglich noch einzubringen, aber dieses Unterfangen ist auf ganzer Linie gescheitert Icon_wink Aber bei der Übung gings ja auch um's Reimschema und nicht um die Metrik *Ausflüchte sucht*

Zitat:Und kreativ ist das Gedicht allemal Icon_wink ... *nebenbei angemerkt*
*g*

So, die Tage versuch ich mich dann auch am Sonett aus dem Curriculum 02, muss schauen wann ich Zeit finde.
Jedenfals, vielen, vielen Dank für dein Kommi!

Liebe Grüße vom Wanderer

Die meisten Menschen haben überdurchschnittlich viele Arme und Beine ...

Wanderer zwischen den Welten und der
Weltenknoten

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #4 |

RE: LC 01: Kreativität
Hallo Weltenwanderer,

die Veränderungen gefallen mir gut Icon_smile ... liest sich auf jeden Fall besser und die Zeile mit der Gier find ich viel passender jetzt.

Zum LC 02: Ich würd behaupten, der Alexandriner-Vers des Sonettes ist leicht unterzubringen. Erzeugt einfach einen sehr gleichmäßigen, eindrücklichen Rhythmus, den man beim Schreiben gut umsetzen kann.

Liebe Grüße

- Zack

“Die Farben sind der Ort, wo unser Gehirn und das Universum sich begegnen.” (Paul Cézanne)

Webseite des Benutzers besuchen Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #5 |

RE: LC 01: Kreativität
Hallo Weltenwanderer,

Lyrik ist ja nicht unbedingt mein Fachgebiet, trotzdem, ich hab dein Gedicht gelesen und möchte ein paar Worte dazu hier lassen, auch wenn es keine großartigen Verbessungsvorschläge sind.

Die Kraft strömt mir, durch die blut’gen Finger,
in den Kopf füllt sie mir schönste Bilder,
doch was ich tu, ihr Sog wird nicht geringer.

=> warum ein Komma zwischen "mir" & "durch"? Rein vom Lesegefühl würd es für mich auch ohne passen. Der Reim an sich gefällt mir, doch ich bin eher ein hmmm, ... keine Ahnung wie man dazu sagt. Ich mag ein anderes Reim-Schema. Immer vier Zeilen und jede zweite bildet dann einen Reim. Rein vom Gefühl her, hätte mir das hier auch sehr gut gefallen. War die Aufgabe eine andere, oder ist das hier rein nach deinem Gefühl zustande gekommen?

Die Worte, sie fallen, ein Sturzbach ist milder,
auf das schreckensbleiche Papier,
und dann quillt sie noch schneller, noch wilder.

=> schreckensbleich mochte ich hier sehr. Es ist zwar nicht ein ausgefallenes Adjektiv, macht aber mehr her, als die anderen, die du hier benutzt. Ich glaube, daher belebt es ein wenig.

Der Stift, er kreischt wie ein waidwundes Tier,
denn sie führt ihn ohne Gnade,
ritzt Zeile um Zeile voll zitternder Gier.

=> kennt man als Schreiberling ganz gut, diesen Rausch. Mrgreen

Das Blatt, ich trag’s schon auf der Lade,
zum Grab erfüllt von dunkler Trauer,
doch sie folgt unerbittlich ihrem Pfade.

=> zu meiner Schande muss ich eingestehen, dass ich dieses Ende nicht einordnen kann, bzw. entschlüsseln, ... *seufz*

Die Reimart ist nicht die meine, das habe ich ja schon gesagt. Für mich hätten auch die Adjektive ein wenig mehr "Eigenheiten" vertragen können, um das Ganze ein wenig schöner und ausgefallener zu zeichnen.
Der Inhalt - außer dem Ende - spricht aber dennoch an.

Liebe Grüße,
Sternchen

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
Viele kleine Sternschnuppen

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #6 |

RE: LC 01: Kreativität
Hallo Weltenwanderer,

wie schnell ging das denn? Ich bin beeindruckt Mrgreen

Die Kreativität hat hier etwas nahezu Beängstigendes an sich, liest sich, als würden weder Stift noch Papier diesem Ungetüm Rechnung tragen wollen und könnten sich doch nicht wehren. Mich hat's im ersten Moment an das Bleistiftscratchen aus "Block und Bleistift" erinnert.
Die Reime lesen sich gut, ungezwungen, auch rhythmisch liest sich dein Gedicht stimmig. Am Metrum könnte man insgesamt noch ein bisschen basteln, teilweise passt das alles sehr zusammen, teilweise hakt es aber auch. Weil es hier aber um eine Reimübung geht, merke ich dazu unten nichts weiter an.
Nur am Ende komme ich inhaltlich raus - vielleicht der Unterschied zwischen Ich und Kreativität? K., die weiterströmt, ich, das nicht mehr willen? Es fällt mir schwer, das richtig rund zu interpretieren, vielleicht weil ich als "Fazit" in der letzten Strophe eher etwas wie "Aber ich mag's doch" (inhaltlich, nicht sprachlich) erwartet hätte. Vielleicht hängt mein Problem mit dem Ende auch damit zusammen, dass "doch sie folgt unerbitterlich ihrem Pfade" etwas sagt, das du vorher schon genannt hast - man weiß schon, dass die Kreativität sich durchbeißt, dass sie nicht ablässt, trotzdem grenzt du den letzten Vers durch das "doch" ab. Ich lese es als Abgrenzung vom gesamten vorher Gesagten, deswegen passt es beim Lesen nicht recht. Kommt wahrscheinlich darauf an, wie man es liest. Wenn man das "doch" nur auf die letzte Strophe bezieht, passt es schon.
Man merkt, dass es auf das Reimschema ankommt, am Thema vor allem, aber das ist ja nicht schlimm. Finde es insgesamt gelungen.

Anmerkungen (das meiste sind Vorschläge) :
Zitat:Die Kraft strömt mir, durch die blut’gen Finger,
in den Kopf füllt sie mir schönste Bilder,
doch was ich tu, ihr Sog wird nicht geringer.
kein Komma nach "mir"
schöner lesen würde sich "die schönsten Bilder", in Anlehnung an "die blut'gen Finger"
statt "doch" würde ich "und" schreiben, denn noch ist ja nichts Negatives an der Kraft
Die Strophen zwei bis vier beginnen mit ähnlicher Struktur, das könntest du auch in der ersten Strophe aufgreifen, z.B.
- Die Kraft, sie strömt in meine blut'gen Finger
Mir gefällt's in der momentanen Formulierung aber besser, denke ich.
Zitat:Die Worte, sie fallen, ein Sturzbach ist milder,
das mit dem Sturzbach gefällt mir
Zitat:zum Grab erfüllt von dunkler Trauer,
... Grab, erfüllt ...
dafür vllt das Komma davor (also nach "Lade") weglassen

Liebe Grüße,
Libertine

... und von den wundersamsten Wegen bleibt uns der Staub nur an den Schuhen. (Dota Kehr)
Avatar von Eddie Haspelmann

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #7 |

RE: LC 01: Kreativität
Hi ihr drei!
Tut mir Leid, dass ihr etwas länger warten musstet, war übers Wochenende zu Hause und irgendwie werde ich da immer stark in Beschlag genommen Icon_wink

@zack
Zitat:die Veränderungen gefallen mir gut Icon_smile ... liest sich auf jeden Fall besser und die Zeile mit der Gier find ich viel passender jetzt.
Yeah! Freut mich Icon_smile

Zitat:Zum LC 02: Ich würd behaupten, der Alexandriner-Vers des Sonettes ist leicht unterzubringen. Erzeugt einfach einen sehr gleichmäßigen, eindrücklichen Rhythmus, den man beim Schreiben gut umsetzen kann.
*g* ich bin schon gespannt, wie ich damit zurecht komme ... wir haben das barocke Sonett ja im DeutschLK gemacht, aber ich mochte sowas wie Expressionismus eigentlich immer lieber Icon_wink

Danke für deine schnelle Antwort!

@sternchen

Zitat:Lyrik ist ja nicht unbedingt mein Fachgebiet, trotzdem, ich hab dein Gedicht gelesen und möchte ein paar Worte dazu hier lassen, auch wenn es keine großartigen Verbessungsvorschläge sind.
Umso toller, dass ich dich trotzdem hier finde! Echt lieb von dir, dass du dir die Mühe machst! Ich bin wie gesagt auch eher unerfahren als Lyriker, also erwarte nicht zu viel Icon_wink

Zitat:warum ein Komma zwischen "mir" & "durch"? Rein vom Lesegefühl würd es für mich auch ohne passen. Der Reim an sich gefällt mir, doch ich bin eher ein hmmm, ... keine Ahnung wie man dazu sagt. Ich mag ein anderes Reim-Schema. Immer vier Zeilen und jede zweite bildet dann einen Reim. Rein vom Gefühl her, hätte mir das hier auch sehr gut gefallen. War die Aufgabe eine andere, oder ist das hier rein nach deinem Gefühl zustande gekommen?
Weil an der Stelle die Zesur beim fünfhebigem Jambus kommen würde ... ist ein Überbleibsel von dem fruchtlosen Versuch dieses Versmetrum noch reinzubekommen ... ich finde du hast recht und streiche das Komma.
Meinst du Paarreim (aabb) oder Kreuzreim (abab)? Mrgreen Hier war die Aufgabe, gerade dieses Reimschema (typisch für eine Terzine) umzusetzen, das ist so mit das einzige, das ich nicht ändern kann. (Und es war auch nicht ganz einfach, das durchzuhalten). Aber ich muss sagen, mir gefällt dieses Reimschema, ich kannte es vorher nicht, aber ich finde es klingt nicht so "aufdringlich" gereimt (mag eigentlich lieber Gedichte ganz ohne Reime), kann gut sein, dass ich da noch öfter mit experimentiere. Icon_smile Jedenfalls war das die Aufgabe.

Zitat:schreckensbleich mochte ich hier sehr. Es ist zwar nicht ein ausgefallenes Adjektiv, macht aber mehr her, als die anderen, die du hier benutzt. Ich glaube, daher belebt es ein wenig.
Danke! *freu*

Zitat:kennt man als Schreiberling ganz gut, diesen Rausch.
Genau daran habe ich gedacht Mrgreen

Zitat:Für mich hätten auch die Adjektive ein wenig mehr "Eigenheiten" vertragen können, um das Ganze ein wenig schöner und ausgefallener zu zeichnen.
Hm ... mein Fokus lag hier ja nicht auf den Adjektiven, teilweise habe ich, auf zacks Anraten, noch nachträglich welche eingefügt. Sieht so aus als müsste ich nocht ziemlich viel üben Icon_wink aber deshalb nehm ich ja am curriculum teil!

Zitat:Der Inhalt - außer dem Ende - spricht aber dennoch an.
Das Ende bleibt dir verschlossen ... was meinst du genau damit? Fehlt dir da ein Fazit, ein Schluß? Oder ist es einfach unverständlich?

Vielen, lieben Dank, dass du dich mit meinem Gedicht beschäftigt hast und ich freu mich, dass dir der Inhalt, zumindest teilweise, gefallen hat!

@libbi
Zitat:wie schnell ging das denn? Ich bin beeindruckt
Tjaaa Mrgreen (ich hab das Gedicht sogar eine Nacht ruhen lassen und dann nochmal überarbeitet Icon_smile)

Zitat:Die Reime lesen sich gut, ungezwungen, auch rhythmisch liest sich dein Gedicht stimmig. Am Metrum könnte man insgesamt noch ein bisschen basteln, teilweise passt das alles sehr zusammen, teilweise hakt es aber auch.
Dass, das Metrum teilweise etwas hakt, stört mich auch noch etwas ... aber das lerne ich dann in den nächsten Übungen Icon_wink Die Reime scheine ich ja hinbekommen zu haben *freu*

Zitat:Nur am Ende komme ich inhaltlich raus - vielleicht der Unterschied zwischen Ich und Kreativität?
Hm ... sternchen hatte ja auch schon Probleme mit dem Ende ... eigentlich wollte ich mit dem Papier den dritten im Bunde noch einbringen, denn mehr braucht die Kreativität nicht: Stift, Papier und Worte und daraus können dann unglaubliche Dinge entstehen, was ich sehr faszinierend finde. Das "doch" bezieht sich eigentlich nur innerhalb der Strophe, auf das ganze Gedicht bezogen, wäre es tatsächlich etwas unsinnig. Was mir gerade als Änderung in den Sinn kommen würde, wäre das ganze auf mich zu beziehen. "doch ich kann nicht anders, folge ihrem Pfade" ... hm ich finde gerade, dass das was hat Icon_smile ich denk noch ein bisschen drüber nach ... was denkst du dazu?

Zitat:Man merkt, dass es auf das Reimschema ankommt, am Thema vor allem, aber das ist ja nicht schlimm. Finde es insgesamt gelungen.
Das freut mich! Das heißt, dass ich auf dieser Basis schon mal weiter arbeiten kann.^^

Zitat:schöner lesen würde sich "die schönsten Bilder", in Anlehnung an "die blut'gen Finger"
Aber so passt es genau in dieses fünfhebige Versmetrum Icon_smile gefällt mir glaub ich auch besser so (gehe gerade die Varianten im Kopf immer wieder durch), ich glaub ich lass es so.

Zitat:statt "doch" würde ich "und" schreiben, denn noch ist ja nichts Negatives an der Kraft
ich habs jetzt spontan noch anders gemacht: "was ich auch tu, ihr Sog wird nicht geringer" Icon_smile (irgendwie ist Lyrik so erfrischend spontan Mrgreen )

Zitat:Mir gefällt's in der momentanen Formulierung aber besser, denke ich.
Mir auch!^^ Mir ist das zwar aufgefallen, aber ich fand's so schöner.

Zitat:das mit dem Sturzbach gefällt mir
Yeah!

Zitat:... Grab, erfüllt ...
dafür vllt das Komma davor (also nach "Lade") weglassen
übernommen Icon_smile

Vielen, lieben Dank auch für dein Kommi! Hab mich total gefreut, dass du mein Gedicht gelungen fandest (mir ist natürlich trotzdem bewusst, dass ich noch hart an mir arbeiten muss), deine Anmerkung zum Ende hat mir sehr geholfen. Also auf zum zweiten curriculum?^^

Liebe Grüße vom Wanderer an euch drei!

Die meisten Menschen haben überdurchschnittlich viele Arme und Beine ...

Wanderer zwischen den Welten und der
Weltenknoten

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #8 |

RE: LC 01: Kreativität
Hallo Weltenwanderer,

dein Gedicht wird ja in einem Forum wie diesen bestimmt viele ansprechen. Schließlich geht es hier um Kreativität und nichts anderes hat uns ja alle hierher getrieben.
Du beschreibst gut die Kraft mit der die Kreativität einen überrammen kann. Manchmal - und vor allem bei Gedichten ist es so, dass man anfängt etwas zu schreiben und dann schreibt es sich wie von selbst. Man denkt nicht wirklich darüber nach, die Zeilen fallen einem einfach ein und einem bleibt nichts anderes als sie eifrig zu tippen - also ich tippe, manche bevorzugen wahrscheinlich eher das klassische auf Papier schreiben, wie in deinem Gedicht. Oft bereue ich es sogar, dass ich mir angewöhnt habe am PC zu schreiben. Da gibt es nicht dieses "schreckensbleiche Papier" und keine "kreischenden Stifte". Es ist alles weitaus unspektakulärer. Nur schwarze Buchstaben auf einem kahlen Bildschirm, in der Lieblingsschriftart. Aber es geht schneller und weitaus einfacher, überschaubarer. Außerdem hat Word so eine schöne Synonymfunktion.

So aber nun endlich zu deinem Gedicht.
Es geht also um die Kreativität, wie sie das Lyrische Ich hinterlistig überfällt und ihm keine Ruhe gibt. Die Finger bluten schon, der Stift kreis, das Papier hat Angst, doch das der Kreativität so ziemlich egal. Am meisten gefällt mir die Sache mit dem schreckensbleichen Papier – deswegen ist es also so weiß! :D

Ich habe noch einige Anmerkungen:

Zitat:in den Kopf füllt sie mir schönste Bilder,

Hier würde „Den Kopf füllt sie mit schönsten Bildern“ sicherlich besser klingen, aber du musstest ja das Reimschema beachten. Doch ich finde trotzdem, dass der Satz zu viele Worte hat. Wie wär’s mit:

Die Kraft strömt mir durch blut’gen Finger.
Den Kopf erfüllen schönste Bilder.


Das „Aufatmen“ durch die Zeile „was ich auch tu, ihr Sog wird nicht geringer“ finde ich übrigens klasse. Ließt sich echt toll!

Zitat:und dann quillt sie noch schneller, noch wilder.

Hier würde ich das „und“ am Anfang weg lassen. Ohne ließt es sich auch gut.

Die letzte Strophe hat mich dann allerdings verwirrt. Warum wird das Blatt begraben? Das Ich will das ja nicht einmal. Es gibt dem Gedicht, das so stürmisch angefangen hat zwar einen guten Abschluss, aber trotzdem verstehe ich das nicht ganz. Du hast sicherlich eine gute Erklärung dazu … mir fällt nichts ein. Die einzige Erklärung für mich wäre die „Schreibflut“ von der ich am Anfang gesprochen habe, wenn man etwas einfach „schreiben muss“ und wenn diese dominante Kreativität es dir befohlen hat, dann kannst du ja nicht anders. Aber trotzdem … ich will wissen, was bedeutet.

Allgemein ist noch anzumerken, dass manche Zeilen schwächer klangen als andere, als wäre es dir schwer gefallen dort die Worte so anzuordnen, dass es zu den restlichen tollen Zeilen passt. Aber das stört im Grunde nicht. (Ach ein Beispiel dafür wäre – „in den Kopf füllt sie mir schönste Bilder“)

Im Ganzen hat mir dein Gedicht gefallen. Vor allem als ich mich näher damit beschäftigt habe. Ich erinnere mich, dass ich erst einpaar Anläufe gebraucht habe, um einen Kommentar zu schreiben. Ich weiß gar nicht warum. Wahrscheinlich, weil hier schon so viele stehen und da hat man nicht mehr den Genuss, die erste zu sein. :D

Also das war’s,
Liebe Grüße,

Meluse


Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #9 |

RE: LC 01: Kreativität
Hi Meluse!

Zitat:dein Gedicht wird ja in einem Forum wie diesen bestimmt viele ansprechen.
Stimmt.^^ Aber Kreativität ist auch eine faszinierende Sache, oder nicht? Wir erschaffen Gedichte und Geschichten nur aus unserer Vorstellungskraft. Ziemlich ungewöhnlich für Lebewesen auf der Erde Icon_wink

Zitat:also ich tippe, manche bevorzugen wahrscheinlich eher das klassische auf Papier schreiben, wie in deinem Gedicht.
Eigentlich tippe ich auch meistens. Aber Gedichte schreibe ich lieber auf "echtes" Papier. Ich finde das ein Gedicht das verdient hat.

Zitat:Am meisten gefällt mir die Sache mit dem schreckensbleichen Papier – deswegen ist es also so weiß! :D
Genau mein Gedanke Icon_lol ich hab überlegt, ob ich "schreckensgebleicht" nehmen soll, aber ich fand das klang nicht so schön.

Zitat:ier würde „Den Kopf füllt sie mit schönsten Bildern“ sicherlich besser klingen, aber du musstest ja das Reimschema beachten. Doch ich finde trotzdem, dass der Satz zu viele Worte hat. Wie wär’s mit:
Hab's jetzt ausprobiert, aber meine Version passt besser in meine eigene seltsame Melodie im Kopf Icon_ugly ich lass es deshalb so Icon_wink

Zitat:Das „Aufatmen“ durch die Zeile „was ich auch tu, ihr Sog wird nicht geringer“ finde ich übrigens klasse. Ließt sich echt toll!
Danke! Das freut mich total!

Zitat:Hier würde ich das „und“ am Anfang weg lassen. Ohne ließt es sich auch gut
Hast recht, ist weg.

Zitat:Warum wird das Blatt begraben?
Hm ... weil es vollgeschrieben ist und beiseite gelegt wird Icon_wink Irgendwie hast du recht, die Strophe schließt nicht ganz sauber an (haben sternchen und libbi ja auch schon gesagt), das lyrische Ich ist vor allem traurig, weil es gerade so gut passte ... bisher stand es ja eher außen vor. Wahrscheinlich ist eher das Blatt erfüllt von Trauer. Hm ...

Zitat:Allgemein ist noch anzumerken, dass manche Zeilen schwächer klangen als andere, als wäre es dir schwer gefallen dort die Worte so anzuordnen, dass es zu den restlichen tollen Zeilen passt.
Das Gedicht ist so ziemlich in einem Guss entstanden, aber an manchen Zeilen musste ich wirklich etwas länger feilen, anscheinend sind sie immer noch nicht perfekt.

Zitat:Im Ganzen hat mir dein Gedicht gefallen. Vor allem als ich mich näher damit beschäftigt habe.
Danke! Das freut mich! Mrgreen

Vielen Dank für deinen Kommentar und die Mühe, die du dir gemacht hast. Hat mir Spaß gemacht deine Gedanken zu diesem Gedicht zu lesen.

Liebe Grüße vom Wanderer

Die meisten Menschen haben überdurchschnittlich viele Arme und Beine ...

Wanderer zwischen den Welten und der
Weltenknoten

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren
Beitrag #10 |

RE: LC 01: Kreativität
Hallo Weltenwanderer,

eine kleine Rückmeldung:
Zitat:Das Ende bleibt dir verschlossen ... was meinst du genau damit? Fehlt dir da ein Fazit, ein Schluss? Oder ist es einfach unverständlich?
=> Ich meinte damit, dass ich den Sinn nicht verstehe. Mir sagt das Ende, im Gegensatz zum Rest des Gedichts, nichts. Was soll das mit dem Blatt bedeuten, der Lade und dem Pfade? Ich durchblicke es nicht.

Mir gefällt es, dass du dich am dichten übst. Vielleicht sollte ich mich auch verlocken lassen, ... mit gutem Beispiel an dir. Mrgreen

Liebe Grüße,
Sternchen

"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Vaclav Havel
Viele kleine Sternschnuppen

Alle Beiträge dieses Benutzers finden
Diese Nachricht in einer Antwort zitieren


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste

Deutsche Übersetzung: MyBB.de, Powered by MyBB, © 2002-2020 MyBB Group.

Design © 2007 YOOtheme